Preview: Kenwood KRF-X9080D

14.05.2004 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume

Momentan ist zu beobachten, dass gerade auf dem Gebiet der AV-Receiver eine Reihe hervorragender Geräte auf dem Markt ist, die für vergleichsweise bezahlbare Summen eine Menge bieten. Als Beispiele seien hier der Marantz SR-7400, der Yamaha RX-V1400 und natürlich ganz besonders der Denon AVR-3805 genannt. Nun schickt sich Kenwood an, mit dem ab August lieferbaren KRF-X9080D, dem Nachfolger des KRF-V9070D, einen ähnlich durchschlagenden Erfolg in der 700,-- EUR-Liga zu feiern. Nötig haben es die Japaner, denn schon seit geraumer Zeit ist nichts wirklich Neues mit dem Kenwood-Logo auf dem AV-Receiver-Markt erschienen. Auf den ersten Blick scheint sich dieser Trend mit dem 9080er fortzusetzen, denn er gleicht optisch seinem Vorläufer wie ein Doppelgänger.

Tadellos: Das Display des KRF-X9080D überzeugt

Dies ist allerdings auch kein echter Nachteil, denn am elegant-technischen und zugleich praktischen weil bedienerfreundlichen optischen Erscheinungsbild der Kenwood AV-Receiver der oberen Mittelklasse muss man auch keine weiteren Verbesserungen vornehmen - zu leicht könnte der Schuss nach hinten losgehen, und es ist ohnehin besser, Kontinuität bei sowieso gelungenem Design walten zu lassen und lieber im Geräteinneren die große Überarbeitung durchzuführen. Und da haben die Kenwood-Soundexperten richtig zugeschlagen, denn mit dem KRF-X9080D ist für einen anvisierten Kaufpreis von 699,-- EUR ein echter Siebenkanal-AV-Receiver entstanden, dessen Endstufen pro Kanal 130 Watt bereit stellen. Die Leistungszentrale des THX Select-zertifizierten und THX Surround EX-fähigen Geräts ist mit Kenwoods effektiver Linear Trait-Transistortechnik ausgestattet. Die Ausstattung ist im Vergleich zum Vorgänger auch noch in anderen Punkten deutlich verbessert worden, denn neben einem DTS 96/24-Decoder gibt es nun auch Dolby Pro Logic IIx serienmäßig. Was fehlt, ist ein automatisches Lautsprecher- Einmesssystem, das sich bei verschiedenen Konkurrenten auch in diesen Preisklassen mehr und mehr einbürgert. Noch nicht endgültig entschieden hat man sich über das Design der mitgelieferten Fernbedienung, die vorprogrammiert und lernfähig sein soll. Einen Videokonverter, der laut Datenblatt FBAS- in S-Video-Signale konvertieren kann, liefert Kenwood mit. Nach den uns bislang vorliegenden Informationen können aber nicht S-Video oder FBAS-Signale in YUV gewandelt werden. Anschlussseitig sind ein kompletter Satz an Pre-Outs ebenso vorhanden wie HDTV-fähige YUV-Terminals sowie ein Front AV-Eingang vorhanden.

Alles dabei: Die Anschlussbestückung ist angemessen reichhaltig

Gut: Front AV vorhanden. Verbesserungswürdig: Es fehlt ein Digitaleingang

Bei einem Besuch eines Kenwood-Klangexperten aus der japanischen Konzernzentrale in unserem Testraum hatten wir die Möglichkeit, ein noch nicht komplett finales Vorserienmodell ausgiebig Probe hören zu können. Laut Kenwood sind in Bezug auf die Leistungsfähigkeit und Klangqualität tiefgreifende Veränderungen gegenüber dem Vorgänger vorgenommen worden - wir wollten herausfinden, ob dies auch tatsächlich so ist. Zu loben ist auf jeden Fall die Pegelfestigkeit. Zwar wurde unser Vorserien-Kenwood noch recht heiß, Einbrüche gab es aber selbst bei extremen Pegeln keine. Bei "Star Wars Episode 2" und der Pod Race-Sequenz aus "Episode 1", abgelegt auf der THX Ultimate Demo DVD, kam der 9080er sehr gut zurecht. Besonders auffällig war die im Vergleich zum Vorgänger gesteigerte Leistungsbereitschaft der Endstufen. Bereits der 9070er hatte alles andere als schwächliche Endstufen, mit noch zupackenderem Antritt und noch mehr Basskraft bietet der Nachfolger aber hörbar mehr, was sich nicht nur im oberen Lautstärkebereich auswirkt, der in der Praxis von den meisten Anwender eher selten aufgesucht wird  - viel beeindruckender ist, dass der 9080er auch schon bei "nachbarnkompatiblen" Pegeln ein Plus an Volumen, Fundament und Akzentuierung bereitstellt. Einer unserer Kritikpunkte am Vorgänger wurde fast völlig beseitigt: War der KRF-X9070D noch alles andere als ein Feingeist, sondern eher ein Gerät für die Liebhaber einer druckvollen Effektwiedergabe, so präsentiert sich der 9080er als weitaus exakter im Detail. Akkurat und sauber werden auch Feinheiten und Nuancen wiedergegeben, trotzdem konnte bei der Effektdarstellung großer Effekte noch zugelegt werden. Sehr gut agierte der Kenwood beim "Chronos"-Trailer auf der 7. DTS Demo-DVD, hier beeindruckte neben der immensen Basskraft auch der nun transparentere, sensibler ansprechende Hochtonbereich. Es war wirklich überraschend für uns, mit wie viel Nachdruck und mit welcher Fähigkeit zur voluminösen Bassdarstellung der nicht einmal 700,-- EUR kostende KRF-X9080D  antritt. Die nun feinnervigere Auslegung kommt dem Kenwood besonders auch bei der Musikwiedergabe zu Gute - bei der Darstellung der "Brasilian Bossa" DTS 96/24-DVD konnte er mit einem kräftigen Klangbild mit solidem Fundament, das aber gerade im oberen Frequenzbereich zudem eine schöne Detaillierung bietet, punkten. Auch bei Bachs "Pastorale" (DTS 5.1) überzeugte die klar gegliederte, souverän wirkende Wiedergabe. Eine deutliche Qualitätsverbesserung gelang den Kenwood-Entwicklern auch in Bezug auf die nun weitaus differenzierte, frischere und dynamischere Stereowiedergabe. Tschaikowskys "1812 Ouvertüre" wurde mit viel mehr Sinn für einen tiefen, intensiven Aufbau des Klangbilds zu einem wirklich überzeugenden Hörerlebnis. 

Unser erstes Fazit: Kenwood is back. Mit dem preisgünstigen, kraftvollen und dynamischen KRF-X9080D hat man endlich wieder ein heißes Eisen im Feuer. Sobald es ein Testsample gibt, das technisch final ist, folgt ein ausführlicher Testbericht.

Technische Daten
  • Tonformate:
    Digital Surround:
    THX Surround EX (7.1.)
    Dolby Digital, Dolby Digital (EX)
    DTS-ES (Discrete, Matrix)
    DTS 96/24
    Analog Surround:
    Dolby Pro Logic IIx (PL-IIx)
    DTS-Neo6

  • Leistungsangaben
    Surroundbetrieb:
    7 x 130 Watt
    Linear TRAIT Transistortechnik
    Advanced Ground Line
    Stereobetrieb:
    2 x 130 Watt

  • Ausstattungsmerkmale
    THX-Select
    Tuner:
    RDS-Tuner mit 40 UKW/MW Festsenderspeichern,
    Radiotext, PTY-Funktion, Auto-Memory

  • DSP:
    32-Bit “ADI”-DSP (Sharc)
    5 Modi: Arena, Theater, Stadium, Jazz Club, Disco

  • Fernbedienung:
    LCD-Fernbedienung, vorprogrammiert + lernfähig

  • Schraubanschlüsse für alle Kanäle (außer LS B)

  • Energiesparender „Stand-By“-Trafo (< 1 W)

  • „Stand By“- und „Main Power“-Schalter

  • S-Video- und FBAS (Cinch)-Anschlüsse
    YUV-Ein/Ausgänge für HD(High Definition)-
    Videosignale, 2 geschaltete Netzbuchsen

  • Active EQ, Speaker EQ, Subwoofer- und
    Surround-Speaker-Remix-Funktion

  • Videokonverter ( Video zu S-Video)

  • Anschlüsse
    Eingänge:
    Analog-Audio:
    Tape/MD, CD/DVD, Phono, Video1, Video2, Video3,
    6-Kanal-Eingang (DVD-Audio ready), Front A/V
    Video:
    Video1, Video2, Video3, Front-AV, DVD (FBAS+ S-Video)
    YUV-Komponenteneingänge (HD)
    Digital:
    2 x opt., 2 x koax.(24 bit, 96 kHz)
    Ausgänge:
    Analog-Audio: Tape/MD, Video1
    Video:
    Video1 (FBAS+S-Video)
    Monitor (FBAS+S-Video + YUV-Komponentausgang (HD))
    Vorverstärkerausgänge: für alle Kanäle
    Digital: 1 x opt.

  • Metallfrontplatte

  • Lieferbar in Schwarz und Silber

  • UVP: 699,- € (in Deutschland)

  • Lieferbar ab August 2004

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