Test: AV-Receiver Kenwood KRF-V7070D

22.09.2003 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HiFi-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume

Ausstattung 

Für 459 EUR hat man bei Kenwood die Qual der Wahl, denn für den bis auf den letzten Euro gleichen Betrag kann man zwischen dem KRF-V6070D und dem hier von uns getesteten KRF-V7070D wählen. In Bezug auf die serienmäßige Ausstattung mit Endstufen hat der 6070er die Nase vorn, denn er bringt sechs Endstufen, die sechste davon für den Back Surround-Kanal im Dolby Digital 5.1 EX-Betrieb, mit, der 7070er hingegen nur fünf. Eine zusätzliche Endstufe für den Back Surround Kanal - auch der KRF-V7070D ist in der Lage, Dolby Digital 5.1 EX zu decodieren - muss mittels des dafür vorgesehenen Pre-Outs auf der Geräterückseite angeschlossen werden.  Die Leistung der Endstufen fällt bei beiden Geräten mit 100 Watt (nach RMS) pro Kanal identisch aus. Was die technische Performance der Endstufeneinheit angeht, verbucht unser Testkandidat Pluspunkte, denn das Endstufenlayout fällt hier aufwändiger aus. Zudem bringt der KRF-V7070D die besonders leistungsfähige Linear Trait-Transistortechnik mit. Doch auch sonst gibt es bei der Ausstattung Unterschiede: So verfügt der KRF-V7070D über eine Surround-Speaker-Remix-Funktion und Speaker EQ, ein hilfreiches Feature zur Abstimmung des AV-Receiver auf das verwendete Lautsprecherequipment (nähere Erläuterungen folgen im weiteren Verlauf dieses Testberichts). Auch, wer einen größeren Gerätepark an anzuschließenden Zuspielern sein Eigen nennt, wird sich eher mit dem 7070er anfreunden können, denn er offeriert ein größeres Angebot an Verbindungsmöglichkeiten. So bringt der KRF-V7070D zusätzlich einen voll beschalteten Front-AV-Eingang mit, ebenso einen dritten Video-Eingang. Zu guter Letzt auch noch die optische Anmutung unterschiedlich, denn während der KRF-V6070D eine Frontplatte aus Kunststoff besitzt, verfügt der 7070er über eine edel anmutende Aluminium-Frontplatte.  Vom Vorgänger KRF-V7060D unterscheidet sich das neue Modell durch den deutlich niedrigeren Kaufpreis und durch Feintuning im Innenleben, um den Klang im Detail zu optimieren. Revolutionäre Neuerungen finden sich also nicht, die in Anbetracht der stimmigen Grundkonzeption auch nicht vonnöten waren.

Zurück zum Vergleich von KRF-V7070D und KRF-V6070D. Die Anzahl der decodierten Formate stimmt vollkommen überein, beide haben Decoder für Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 EX mit an Bord. Ergänzt wird die Palette von Decodern für Smart Circle Surround 2 und Dolby Pro Logic 2. Eine Decoding-Möglichkeit für DTS ES Discrete/Matrix 6.1 fehlt bei beiden Kenwood-AV-Receivern. 

Unser Testkandidat weist aber trotz dieses Decoding-Mankos jede Menge sehr interessanter Ausstattungsmerkmale auf, die im folgenden genau erläutert werden sollen. Smart Circle Surround 2, kurz "CS 2" genannt, hat einige Trümpfe im Ärmel, um akustisch auf den Marktführer Dolby mit seinem Pro Logic 2-System aufzuschließen - so beispielsweise die Bassunterstützung "TruBass", deren Funktionsweise nun beschrieben wird.

Die Bassunterstützung "TruBass"

Im CS II-Betrieb ermöglicht TruBass die folgenden Wahlmöglichkeiten für eine optimierte Bassausgabe: 

  • TruBass OFF
  • TruBass SW (nur wirksam auf Subwoofer)
  • TruBass L/R (nur wirksam auf den linken und den rechten Frontlautsprecher)
  • TruBass SW + L/R (TruBass wirksam auf den Subwoofer und den linken und den rechten Frontkanal)

Bei allen TruBass-Ausgabearten kann der Pegel zwischen 0 ( = "off") und 10 eingestellt werden. Besonders gut, gerade bei bass- und effektstarker Musik, fährt man mit den Einstellungen von 3 bis 6. Wer noch heftiger am TruBass-Regler dreht, stellt gerade dann, wenn er ein Subwoofer-/Satellitensystem verwendet, fest, dass der aktive Subwoofer des Systems gnadenlos beginnt, zu übersteuern und durchzuschlagen. Auf jeden Fall sollte die richtige Einstellung auch in Abhängigkeit von der Raumakustik getroffen werden. Auch, wie viel Mobiliar sich im Hörraum befindet, ist von entscheidender Bedeutung, ebenso, wie "bassresistent" die Sofas, Schränke und Vitrinen sind. Wir raten jedem Käufer, sich etwas Zeit zu nehmen und so die richtige Einstellung durch Ausprobieren zu finden. 

So funktioniert TruBass:

Dasa System arbeitet folgendermaßen: Wenn nach der TruBass-Theorie 2 Frequenzen zum menschlichen Ohr gelangen, z.B. 150 Hz und 100 Hz, werden folgende Frequenzen registriert: 

  • 100 Hz
  • 150 Hz
  • 150+100 Hz=250 Hz
  • 150 Hz-100 Hz=50 Hz

Die tatsächlich gehörten tiefen Frequenzen kommen jedoch nicht direkt vom Lautsprecher. TruBass generiert daher, um diesen Effekt zu erreichen und tiefe Frequenzanteile aus dem Signal zu gewinnen, Differenzsignale, die vom menschlichen Gehirn als Tiefbass registriert werden. Die TruBass zugrunde liegende Technologie ist daher kein Equalizing-Effekt, sondern psychoakustischen Ursprungs.  Arbeitsweise: Ein 80 Hz-Frequenzanteil beispielsweise hat bei 160 und 240 Hz seine harmonischen Vielfachen, die von fast allen Lautsprechern wiedergegeben werden können. TruBass filtert nun die 80 Hz-Grundwelle heraus und nutzt die Oberwellen 1. und 2. Ordnung. Zwei Dinge ermöglichen diese Vorgehensweise: Zum einen das nichtlinear arbeitende menschliche Gehör, zum anderen die Tatsache, dass das Gehirn aus den beiden harmonischen Vielfachen die Differenz bildet, die der ursprünglichen Grundwelle, also den genannten 80 Hz, entspricht. Dies klingt kompliziert, in der Praxis aber ergeben sich laut Kenwood und SRS folgende Vorteile: Geringere Anforderungen an die Verstärkerleistung ermöglichet kleinere Geräteabmessungen, auch geht von den Tiefbasssignalen, die mittels TruBass erzeugt wurden, kein Körperschall aus. Die unerwünschte Bassübertragung in Nebenräume wird ebenfalls reduziert. Neben einer optimierten Basswiedergabe bietet CS 2 aber noch mehr - schließlich kann auch der direkte, bestens etablierte Dolby-Konkurrent mit zwei Programmen (Movie und Music) und mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten im Music Mode aufwarten.

Der Konkurrent: Dolby Pro Logic 2 ist bestens etabliert

  • Dimension Control: Der Benutzer kann das Klangfeld in Bezug auf die Rear-Lautsprecher und die Frontlautsprecher einstellen und die Balance stufenlos von vorne nach hinten verschieben. 
  • Center Width Control: Der Modus für den Center-Lautsprechers kann zwischen dem schon bekannten „Phantom Mode“, wo die Tonwiedergabe bei den Frontlautsprechern nur über den rechten und linken Hauptlautsprecher erfolgt, und einer Schaltung, bei der vorne ausschließlich der Center läuft, stufenlos variiert werden. Auf diesem Wege lässt sich der bei der Musikwiedergabe häufig als störend empfundene Center-Kanal ausblenden.
  • Panorama Mode: Soll bei der Wiedergabe von Musik ein weiträumiges Klangfeld schaffen. In der Praxis zeigten sich bei vielen Musikarten nicht allzu bahnbrechende Veränderungen. Bei sehr guten Aufnahmen konnte der "Panorama Mode" ein luftigeres, weitläufigeres Klangbild vermitteln, ohne die musikalische Präzision zu sehr leiden zu lassen. 

Circle Surround 2 - Betriebsarten und Einstellmöglichkeiten

Hier möchte Circle Surround 2 natürlich nicht zurückstehen und bietet ebenfalls eine Funktionspalette an. So gib es an Betriebsarten neben CS 2 Music und CS 2 Cinema auch noch CS 2 Mono für eine verbesserte Wiedergabe von Mono-Tonquellen. Zusätzlich verfügt C2 über folgende Einstellmöglichkeiten:

  • Center Focus: Auch wenn die Beschreibung der Bedienungsanleitung hier nicht allzu genau ist: Im Grunde handelt es sich hier um die Funktion, die unter dem Namen "Center Width Control" bei Dolby PLII Music anwählbar ist. Man kann den Wirkungsbereich des Centers von "Off" (nur Signalausgabe über die Hauptlautsprecher) bis zu "+ 10" einstellen (in dieser Position übernimmt der Center einen großen Klanganteil, zu empfehlen ist ein Wert von 3 bis 7, je nach der Qualität des Centers und dem persönlichen Hörempfinden)
  • Rear Delay: Für eine optimierte Wiedergabe über die Surroundlautsprecher kann hier die Delayzeit zwischen 0 und 25 ms variiert werden. 
  • CS II Gain: Anhebung des Eingangspegels in einem Einstellbereich zwischen 0 und 18.

Neben dem Einsatz von CS 2 verbaut Kenwood noch zwei weitere "Special Features: 

Speaker EQ und Active EQ

Zusätzlich zu TruBass kommen mit Speaker EQ und Active EQ zwei Systeme hinzu, die sich die Vorteile der TruBass-Funktion für ihre ihre Arbeitsweise zunutze machen. Im Fokus bei beiden Features liegt die Verbesserung der Wiedergabequalität beim Betrieb von Subwoofer-/Satellitensystemen zusammen mit AV-Receivern. 

Der veränderte Signalweg

Da beide Systeme zusätzlich in den akustischen Signalweg eingreifen, ist, ebenso wie durch die zusätzliche TruBass-Klangregelung, ein Ansteigen des Grundrausches die einzige negative Folge. Oftmals lasen wir Threads, wo sich Leser über dieses angebliche "Grundrauschproblem" bei den Kenwood AV-Receivern mit der hier vorgestellten Ausstattung beschwerten. Ein "Problem" im Sinne eines Defekts oder gar eines Konstruktionsfehlers liegt hier jedoch nicht vor. Natürlich, es gibt, genauso wie bei allen anderen Herstellern von AV-Receivern, vereinzelte "Montagsgeräte", die unabhängig von der Betriebsart ein zu hohes Grundrauschen aufwiesen und tatsächlich defekt waren. Bei einem normalen Gerät jedoch ist bei den Kenwood-Receivern im Vergleich zu KMonkurenzmodellen von Denon, Yamaha oder Onkyo kein erhöhter Grundrauschpegel zu hören - wenn nämlich Speaker EQ und Aktive EQ sowie TruBass deaktiviert sind. Dass sich bei der Inbetriebnahme dieser Zusatzfeatures der Grundrauschpegel und auch das gesamte Rauschen erhöht, ist nachvollziehbar, denn der akustische Signalweg wird durch den Durchlauf durch die verschiedenen Filtereinheiten  deutlich verlängert und somit in Bezug auf die akustische Gesamt-Reinheit beeinflusst. In der Praxis jedoch gewinnen die klanglichen Vorteile - mehr Dynamik, keine Klanglöcher mehr, frischere Hochtonwiedergabe und soliderer Bass -  gegenüber dem in unseren Augen (oder besser Ohren) vertretbaren "Rauschnachteil" klar die Oberhand. Wer die akustischen Vorteile nicht möchte, weil ein möglichst niedrigeren Grundrauschpegel in der persönlichen Prioritätenskala ganz oben steht, kann alle Filter außerdem jederzeit deaktivieren - wir raten jedoch zu umfangreichen Hörtestreihen, und wir denken, dass nicht wenige vom Können beider Systeme überrascht sein werden.

Die Käufer des KRF-V7070D verwenden oft  Subwoofer-/Satellitensysteme

In dem Preissegment, in dem der KRF-V7070D vertreten ist, verwenden, so vermuten wir, ein Großteil der Käufer Subwoofer-/Satellitensysteme, sei es aus Platz- oder aus Kostengründen oder wegen der Flexibilität bei der räumlichen Integration. Inzwischen ist auch eine so hohe Qualität erreicht worden, dass hochwertige Subwoofer-/Satellitensets kaum noch so starke systembedingte Nachteile mit sich bringen, dass man in der täglichen Hörprxis mit echten akustischen Nachteilen rechnen muss. Nur absolute Filmton- und Mehrkanal-Musik-Kenner werden mit den Leistungen unzufrieden sein, für eine solche Klientel aber ist weder der hier behandelte Kenwood noch die in diesem Zusammenhang erwähnenswerten Subwoofer-/Satellitensysteme konzipiert. Wer jedoch normale oder auch etwas gehobene Ansprüche hat, wird für vertretbare Summen sehr gute Lautsprechersysteme einkaufen können. Besonders deutlich machen den klanglichen Fortschritt bei Sub-/Sat-Angeboten exzellente Systeme wie unser Testlautsprecher-Set 2, von KEF, das KHT-2005.2. Auch Energy bietet mit dem Take 5.2  eine hervorragende Offerte. Für rund 1000 EUR ist auch das Quadral 2100 Aktiv sowie das nochmals günstigere 1280 Aktiv sehr empfehlenswert. Wer es ein wenig größer und trotzdem sehr schick mag, findet bei Infinity mit dem Oreus sowie dem Modulus passende, klangstarke Offerten. Mehr Tipps für die optimale Beschallung finden sie in unserer Lautsprecher-Kaufberatung und in unserem umfangreichen Lautsprecher-Guide.

Aufgaben von Speaker EQ

Zurück jedoch zum Kenwood. Im Musikbetrieb konnten bezüglich des Klangbildes im CS II Modus hörbare Verbesserungen realisiert werden. Aufgabe von "Speaker EQ" ist es, den bisher nicht wegzudiskutierenden Nachteilen wie beispielsweise der nicht voll befriedigenden Dynamik, dem "Klangloch" zwischen der unteren Grenzfrequenz der Satelliten und der Übernahmefrequenz des Subwoofers, entgegen zu wirken, wobei hier die Aufgabe beim sehr guten KEF-System, das  mit einem sehr runden Klangbild praktisch ohne in der Praxis hörbaren Klanglöcher gefiel, recht einfach ausfiel. Trotzdem war auch hier ein kompletteres, dynamischeres Klangbild herauszuhören.

Speaker EQ: In der täglichen Hörpraxis sehr flexibel

  • Equalization der Satellitenlautsprecher zur Frequenzganganpassung (Small/Middle/Large, wobei sich die Größenmaße auf die Abmessungen von Satellitenlautsprechern beziehen. So ist "small" die richtige Einstellung bei einem System mit sehr kleinen Satelliten, "middle" ist bei etwas größeren Systemen angemessen, und die "large"-Justierung verbessert sogar bei Sub-/Sat-Sets, bei denen die Satelliten fast schon die Maße normaler Regallautsprecher einnehmen und somit der üblichen "Satelliten-Größe" schon entwachsen ist, die Wiedergabegüte in Richtung eines sehr harmonischen und gleichzeitig lebendigen Klangbilds)
  • "Bass Track" soll ein Clippen des Subwoofers (bei Sub/Sat-Systemen oftmals sehr kritisch, gerade bei günstigen Systemen mit wenig leistungsstarken Subwoofern) verhindern. Der Level kann im Setup des AV-Receivers eingestellt werden. 
  • Speaker EQ linearisiert den Frequenzgang

Active EQ: In allen Betriebsarten im Einsatz

Zusätzlich gibt es die Funktion Active EQ, die ebenfalls dazu beiträgt, die Gesamtakustik zu harmonisieren. Je nach Einsatzgebiet - Musik, Filmton oder die Wiedergabe von TV-Sendungen -  optimiert Active EQ die Wiedergabe. Die Aufgaben von Speaker EQ sind die Harmonisierung des Frequenzgangs über den gesamten Wiedergabe-Frequenzbereich, die perfekte Integration von TruBass, die Verbesserung die Grundtonwiedergabe bei Satellitenlautsprechern, und - bei Standlautsprechern -  eine Klangverbesserung im Tieftonbereich. Speaker EQ kann mit folgenden Aktionsfeldern aufwarten:

  • Active EQ Music: Active EQ  kompensiert im Zusammenspiel mit Speaker EQ noch effizienter  die "Lücke" im Frequenzgang (bei Sub/Sat-Systemen) als bei alleiniger Aktivierung von Speaker EQ. Beide Funktionen in Kombination stellen somit die Realisierung eines gefälligeren, runderen Klangbilds sicher.
  • Active EQ Cinema: Hier wird eine Dynamikerhöhung vorgenommen, um ein lebendigeres Klangbild zu erreichen
  • Active EQ TV: Hier wird der Sprachfrequenzbereich angehoben, um die Sprachverständlichkeit zu optimieren

Die Vorteile der Funktionen in der Praxis

CS 2, Speaker EQ und Active EQ bringen nicht nur in der Theorie, sondern auch in der täglichen Hörpraxis Vorteile. Weniger hochwertige Medien, wie z.B. MP3-CDs mit MP3-Files in unterschiedlicher Qualität, klingen erstaunlich voluminös. Auch bei sehr guter Software gibt es positive Nebeneffekte: So ist die Wiedergabe sehr klar und homogen, auch hier sind die ohne Störungen oder Verzerrungen realisierbaren Pegel hoch, was auch daran liegt, dass dem Klangbild Aggressivität entzogen wird. Eine zu dominante Hochtonwiedergabe weicht einer angenehmeren, trotzdem transparenten und klaren Darbietung. Doch auch am anderen Ende des Frequenzbereichs ist Aktivität zu verspüren: Der gesamte Bassbereich wirkt harmonisch und wie aus einem Guss. Bei praktisch allen verwendeten Medien steigt die Gesamtharmonie des Klangbilds ebenso wie die Güte der Basswiedergabe. Hier sollte allerdings beachtet werden, dass nur eine maßvolle TruBass-Einstellung ein deutlich verbessertes Klangbild bringt, eine überzogene Einstellung jedoch gnadenlos die Schwächen der Tracks offen legt und einen viel zu dominanten, hohl klingenden Bass erzeugt. Besonders krass ist dieser Effekt, wenn die TruBass Einstellung "SW" (= Subwoofer) gewählt ist, man einen nicht allzu voluminösen sowie leistungsfähigen aktiven Subwoofer einsetzt und dann der Basslautsprecher viel zu dominant und unpräzise durch den Hörraum dröhnt. Auch ein sehr hellhöriger Hörraum mit dünnen Wänden und dünnem Boden verschlechtert die Ausgangsbedingungen für einen akkuraten TruBass-Effekt. Wer übrigens vollwertige Hauptlautsprecher (Regalboxen oder Standboxen) und zusätzlich einen aktiven Subwoofer verwendet, der fährt mit der Einstellung "L/R +  SW" am besten, das Klangbild ist so angenehm voluminös, rund und Raum füllend, ohne unangenehme "Nebenwirkungen" wie Dröhnen oder eine unpassende Überbetonung. Bei Sub/Sat-Sets empfiehlt sich die "SW" (=Subwoofer)-Einstellung, da die Satelliten durch ihr zu geringes Gehäusevolumen nicht für die Wiedergabe des Bassbereichs ausgelegt sind.

Neben diesen ausführlich beschriebenen Ausstattungsmerkmalen verfügt der KRF-V7070D noch über weitere Ausstattungsmerkmale.

"Pump up the Bass".....der Bassspezialist auch im Stereo-Betrieb

Eine exzellente Basswiedergabe scheint den Kenwood-Entwicklern sehr wichtig zu sein: Eine spezielle "Bass Boost"-Schaltung (nur im Stereobetrieb, analog oder digital) hebt den Bass von der Einstellung "0" direkt auf die Maximal-Einstellung "10", was mit dem entsprechenden restlichen Equipment und der entsprechenden Software für Bass-Fans durchaus eine positive Erfahrung sein kann, bei weniger basskräftigen Lautsprechern und/oder schlecht aufgenommener oder musikalisch nicht passender (Klassik/Jazz) Software macht sich die "Bass Boost"-Schaltung durch Dröhnen und einer unpassenden Überbetonung des tieffrequenten Bereichs eher nachteilig bemerkbar. Aber als Hilfsmittel, um Klassik- und Jazz-Aufnahmen den richtigen Glanz zu verleihen, sieht man den Bass Boost bei Kenwood auch keinesfalls an. Und für den Trance- und Techno-Fan ist er auf jeden Fall sehr gut geeignet. 

Die Surround-Mix-Funktion

Zusätzlich bringt der KRF-V7070D auch noch eine (ebenfalls für den analogen/digitalen Stereobetrieb gedacht) Loudness-Reglung mit. Weiteres Feature: Mittels der "Surround Mix"-Funktion im Setup läuft die Back Surround Matrix immer mit, auch im Dolby PLII-Betrieb.

Top-Verarbeitung zum bürgerlichen Preis

Aber nicht nur den  umfangreichen Möglichkeiten zur Klanganpassung, auch mit seiner hochwertigen Verarbeitung kann der Kenwood punkten. Zum gelungenen Gesamteindruck trägt neben dem fein auflösenden Gerätedisplay auch die edle Metallfrontplatte bei, die Bedienungselemente auf der Gerätevorderseite sind allesamt qualitativ hochwertig ausgeführt. Weniger begeistert sind wir von der Fernbedienung, hier ist die Materialqualität eher bescheiden, die Verarbeitung nur befriedigend. 

Front AV-Eingang, aber leider kein YUV

Die Anschlussbestückung geht in Ordnung, hier bietet mancher Konkurrent in Bezug auf die Videoanschlüsse aber mehr: Der AV-Receiver verfügt über drei Digitaleingänge (2 x koaxial, 1 x optisch), die Videosektion ist teilweise S-Video-beschaltet, YUV-Anschlüsse gibt es keine. 

Hier bieten z.B. die aktuellen, preislich vergleichbaren Yamaha-AV-Receiver mehr. Lobenswert: Der S-Video-beschaltete AV-Fronteingang, der zudem noch vergoldet ist.  Der einzige wirkliche Nachteil des KRF-V7070D offenbart sich, ebenso wie beim Vorgänger, wenn es darum geht, alle Boxen akkurat mit dem AV-Receiver zu verbinden: Während für die beiden Haupt-  und den Center-Lautsprecher großzügig dimensionierte Schraubverschlüsse offeriert werden, müssen sich die Surround-Boxen mit simplen Anschlussklemmen begnügen. Hier sollte Kenwood bei der nächsten Generation  wirklich nachbessern, denn dieses Manko muss auch in dieser Preisklasse nicht mehr sein. Ein weiteres Ausstattungsmanko, das der Kenwood übrigens mit dem Konkurrenten von Yamaha, dem RX-V640, teilt, ist das Fehlen einer Einstellmöglichkeit für die Subwoofer-Übernahmefrequenz. Durch die ansonsten überdurchschnittlich reichhaltige Ausstattung mit einer Verarbeitung, die sich auch noch zwei Preisklassen höher gut machen würde, sichert sich der Kenwood trotzdem fünfeinhalb Sterne.

Bewertung

 

Bedienung

Der KRF-V7070D lässt sich insgesamt leicht bedienen - dazu tragen verschiedene Faktoren in sehr guter Zusammenarbeit bei: Das Display mit seiner feinen Auflösung und der guten Ablesbarkeit gefällt, die Bedienelemente sind hochwertig ausgeführt. Nicht ganz überzeugen kann die mitgelieferte Fernbedienung. Zwar befindet sich das Navigationskreuz in griffgünstiger Position, insgesamt aber sind die zahlreichen Tasten zu klein geraten. Eine ordentliche Größe haben die Wipptasten für Channel und Lautstärke.  Wie bei den IR-Controllern der Konkurrenz leider auch üblich, fehlt eine Beleuchtung bzw. phosphoreszierende Tasten, was zumindest für die wichtigsten Funktionselemente wünschenswert wäre. Dass ein On Screen Display fehlt, ist in Anbetracht des Kaufpreises absolut zu verschmerzen, außerdem ist das Setup auch ohne OSD problematisch möglich. Einzige Bedingung für eine einfache Justage: Einige Einzelheiten sollte man zuvor der Bedienungsanleitung entnehmen: Sind die Frontlautsprecher auf "large" eingestellt, so gibt der aktive Subwoofer, auch wenn er im Setup auf "on" steht, keinen Ton aus. Aktiviert man hingegen im Speaker Setup die Funktion "Subwoofer Remix", dann tritt der Aktivwoofer zusätzlich zu den "Large"-Frontboxen in Aktion. Ist "Surround Mix" im Setup eingestellt (wichtig: ZUSÄTZLICH zu Surround Back-Einstellung "on" zu aktivieren), wird der Back Surround Lautsprecher immer mit betrieben (nicht nur in Dolby Digital, sondern auch in DTS. Es ist sinnvoll, diese Funktion auf "on" zu stellen, denn ist sie auf "off", dann laufen auch die meisten DD 5.1 EX-Filme nicht mit Back Surround Center, da die Auto Detect-Funktion erst bei neuen DD 5.1 EX-Titeln funktioniert).

Bewertung

 

Ton
Testequipment:
Pegelfestigkeit

In unserer ersten, neu eingeführten Wertung (früher brachten wir die Pegelfestigkeit in die anderen Wertungen an geeigneter Stelle mit ein) erbringt der KRF-V7070D ausgezeichnete Leistungen. Das ideale "Einsatzgebiet" in Bezug auf die Hörraumgröße sind Raumgrößen von 15 bis knapp unter 30 Quadratmeter, somit ist der Kenwood sehr flexibel einzusetzen. Selbst beispielsweise im 25 Qaudratmeter-Hörraum wird noch eine ausgezeichnete Performance geboten. Insgesamt ist festzustellen, dass das Leistungsniveau auch in günstigeren Preisklassen deutlich gestiegen ist. Die Befürchtung vieler, dass zu Gunsten einer (weitaus günstiger zu realisierenden) immer weiter führenden Aufrüstung mit zusätzlichen Elektronik-Features und Decodierungsformaten die elementar wichtigen Tugenden, zu denen vor allem auch die Pegelfestigkeit gehört (um diese erreichen zu können, müssen im Geräteinneren hochwertige Baugruppen eingesetzt werden - z.B. ein ausreichend dimensionierter Trafo, Kondensatoren mit stimmiger Kapazität, passende Kühlkörper - dies alles ist nicht so kostengünstig zu realisieren)  bei der Konzeption der Geräte vernachlässigt wurden, erweisen sich daher bei vielen von uns getesteten Geräten als unbegründet. Eine rund zweistündige Dauerhatz mit rund 70 bis 75 Prozent des Maximalpegels erledigen viele Geräte inzwischen mit erstaunlicher Problemlosigkeit. Die einzigen spürbaren Folgen: Eine deutliche Erhitzung des AV-Receivers, die in den meisten Fällen aber ohne Folgen für die Pegelfestigkeit ist. Dynamikeinbrüche sind nur selten herauszuhören gewesen. Diesem sehr erfreulichen Trend folgt unser Testkandidat auf hervorragende Art und Weise: Erst nach rund einer halben Stunde Belastung mit dem absolut möglichen Maximalpegel (!), also mit 100 Prozent der möglichen Lautstärke, schaltete sich der KRF-V7070D ab. Wer mit rund 75 bis 80 Prozent der maximal möglichen Lautstärke hört - und, diese Behauptung stellen wir auf, selbst dies machen in der Praxis nur recht wenige der potentiellen Kunden -, wird auch nach zweistündiger Dauerhatz keine Schwierigkeiten mit der Performance des Kenwood haben. Und dies ist in dieser Preisregion eine höchst respektable Leistung, die in noch günstigerem Licht erscheint, wenn wir hinzufügen, dass der Kenwood diese hervorragende Pegelfestigkeit auch in Verbindung mit großvolumigen Standlautsprechern ermöglicht. Unser Nubert nuBox 5.1-Set konnte daher auch problemlos an den Kenwood angeschlossen werden, die Standlautsprecher nuBox 580, die wir aus monatelangem Testbetrieb sehr gut kennen, konnte ihre außerordentlich gute Dynamik und Basskraft auch in Verbindung mit dem recht preisgünstigen KRF-V7070D entfalten - was sowohl für den Lautsprecher als auch für den Kenwood spricht.  Ohne Schwierigkeiten managte der Kenwood den teiffrequenten Bereich, was zu einem soliden und gleichzeitig präzisen Bass führte. Das Einzige, was wir beim Kenwood feststellten, war eine immense Erhitzung, daher empfehlen wir allen Anwendern - wie eigentlich auch vorgesehen im Idealfall - keine Geräte auf dem Kenwood zu platzieren und den AV-Receiver nicht nach dem "Presspassprinzip" in ein vorhandenes AV-Rack zu integrieren. Genügend "Luft zum Atmen" sollte schon vorhanden sein.

Film 

Bei der Filmtonwiedergabe brillierte der KRF-V7070D vor allem mit seiner für diese Preisklasse exzellenten Dynamik, wie wir beispielsweise bei der neuen, siebten DTS Demo DVD heraushören konnten. Bei der Sequenz aus "Behind Enemy Lines", die besonders durch ihre teils krassen Dynamiksprünge und raumfüllende Explosionen auffällt, gefiel der Kenwood mit einer sauberen und authentischen Wiedergabe. Mit Geschmeidigkeit und Antrittsstärke managten die Endstufen die abrupt auftretenden Lautstärkedifferenzen mit erstaunlicher Souveränität. Hier liegt der Kenwood praktisch auf gleichem Niveau wie der Yamaha RX-V640, der aber kleine Feinheiten mit noch mehr Sorgfalt herausarbeitet. Wenn beispielsweise Glasscherben oder andere kleine Einzelheiten zu Boden rieseln, bindet der Yamaha diese ganz ausgezeichnet in das tonale Gesamtgefüge ein. Der vom Kaufpreis her günstigere Kenwood schlägt sich im direkten Vergleich aber keinesfalls schlecht, denn die Wucht, die z.B. bei Explosionen dargeboten wird, ist außerordentlich gut, im Antritt agiert der schnelle KRF-V7070D rascher als jeder Konkurrent, der  eben genannte Yamaha inbegriffen. Ohne Zweifel sind Kenwood und Yamaha sehr gute Geräte und besonders empfehlenswert, die hervorragende Antrittsschnelle und der günstige Preis sprechen für den Kenwood,, die überragende Detaillierung und die großartige Homogenität für den Yamaha, der zusätzlich auch noch mit DTS ES Discrete/Matrix 6.1 Decoding aufwarten kann. Somit bleibt die Wahl zwischen diesen AV-Receivern vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks, wir raten jedem Interessenten zu umfangreichen Soundchecks, nach deren Ende man seinen persönlichen Favoriten küren kann. 

Ausgezeichnet gab der KRF-V7070D auch den Auszug aus "E.T." wieder, der in erstaunlich guter Qualität - in Anbetracht des Alters der Vorlage - auf der DTS Demo DVD abgelegt wurde. Besonders begeisterte der Kenwood wieder mit dem dynamischen, vielschichtigen Aufbau der gesamten Klangkulisse  - die Effekte ließ der AV-Receiver mit viel Ausdruckskraft durch den Hörraum schießen. Auch bei "The Fast and The Furious"" sammelte der KRF-V7070D viele Pluspunkte, so gefiel dem Testteam der prägnante, frische Hochtonbereich, der erst bei sehr hohen Pegeln etwas von seiner Souveränität einbüßt und dann etwas gepresst wirkt. In Anbetracht der Preisklasse, in der der Kenwood zu Hause ist, kann man hier aber keine ernsthafte Kritik üben. Seine dynamischen Fähigkeiten stellte das Gerät auch beim Ausschnitt aus "Star Wars - Episode 1, The Phantom Menace" auf der THX Ultimate Demo DVD" eindeutig zur Schau. Mit viel Wucht donnerten die Pod Racer quer durch den Hörraum, hier bringen nur teurere Geräte noch mehr Kraft, Volumen und Lebendigkeit ins Spiel. Besonders gut können dies beispielsweise der Yamaha RX-V740 (629 EUR) und der Pioneer VSX-D912 (799 EUR), auch tadellos schlägt sich der nun auslaufende Marantz SR-4300 (549 EUR) und natürlich der "große Bruder" des KRF-V7070D, der THX Select-zertifizierte KRF-V9070D (699 EUR). Alle hier genannten Geräte demonstrieren eindrucksvoll, dass man bereits für bezahlbare Summen komplett klingende AV-Receiver einkaufen kann, die selbst für gehobene Ansprüche ausreichen. Nur diejenigen Mehrkanalliebhaber, die Leistung im Überfluss, eine größtmögliche Souveränität und ein absolut authentisches Hörerlebnis realisieren wollen, müssen noch deutlich mehr ausgeben. Wie es auch bei den Automobilen ist - auch ein Audi A3, ein BMW 3er Compact oder ein Mercedes C-Klasse Sportcoupé bieten bereits sehr viel und stellen einen Großteil aller Ansprüche zufrieden. Trotzdem gibt es Autoliebhaber, die nochmals deutlich mehr Performance auf allen Gebieten wünschen und daher zu viel kostspieligeren, aber auch noch leistungsfähigeren Alternativen greifen. 

Musik

Im Mehrkanal-Musikbetrieb glänzte der Kenwood, wie bereits bei der Filmtonwiedergabe, mit seiner herausragenden Dynamik. Beim Auszug aus Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten", abgelegt auf der THX Ultimate Demo DVD, überzeugte uns der KRF-V7070D mit einer lebendigen, mitreißenden Gesamtdarbietung, die so gar nichts von den zwar recht harmonischen, jedoch emotional eher flachen Interpretationen hat, die man bei solide, aber nicht aufregend gesoundeten AV-Receivern günstigerer Preisklassen öfters heraushören kann. Der Kenwood hingegen geht richtig  mit und lässt den Zuhörer den Esprit von Vivaldis Musik am eigenen Leib erfahren - nur bei der Feinmodellierung kleiner Details erreicht der Kenwood zwar respektable, aber keine überdurchschnittlichen Leistungen. Zu welchen Pegeln und zu welchen Kraftausbrüchen der KRF-V7070D fähig ist, stellte er sehr gut beim "Chronos"-Trailer auf der 7. DTS Demo DVD heraus. Dieser Trailer vom Reuben H. Fleet Science Center begeistert mit seinen abgrundtiefen, teils subtilen Bässen und einer ungeheuren Wucht bei der Gesamtdarstellung. Auch im Hochtonbereich verlangt diese Sequenz dem AV-Receiver alles ab. Derartige Stücke sind daher glänzend dazu geeignet, die maximal mögliche Performance eines AV-Receivers auszuloten. Unser Testkandidat meisterte die Anforderungen für ein Gerät, das unter 500 EUR kostet, absolut ohne Fehl und Tadel. Hier kann man Kenwood nur gratulieren, denn eine solch hohe Souveränität hätten wir dem AV-Receiver nicht zugetraut. Erst, als wir im Vergleich den rund dreimal so teuren Harman/Kardon AVR-5550 einsetzten, spürten wir, so welchen "Großtaten"  deutlich teurere AV-Receiver fähig sind - und ganz besonders der AVR-5550, der für rund 1400 EUR bereits fast das Feeling eines Oberklasse-Boliden ermöglicht. 

Die Surround-Aufpolierer SRS CS II Music und Dolby Pro Logic II Music sind für diese Preisklasse absolut erstklassig integriert - vor allem dann, wenn man auf eine effekt- und bassstarke Wiedergabe großen Wert legt. Besonders mit Circle Surround 2 in Verbindung mit der TruBass-Funktion sind wahre Bassfeuerwerke zu realisieren, die mit Hilfe der leistungsfähigen Endstufen selbst bei größeren Pegeln immer noch ohne unschöne Nebengeräusche in den Hörraum getragen werden. Achten sollte man aber, wie oben im Test bereits beschrieben, auf eine akkurate Einstellung aller Parameter, um die Wiedergabe nicht unnatürlich und zu basslastig klingen zu lassen. Ob man nun anstatt CS 2 lieber Dolby Pro Logic 2 wählt, sollte vom persönlichen Geschmack, den akustischen Bedingungen vor Ort und von der verwendeten Tonquelle abhängen - auch PL 2 haben die Kenwood-Techniker exzellent integriert. Das Gesamtergebnis wirkt, so stellten wir fest, insgesamt runder und harmonischer, während CS 2 dynamischer und kraftvoller, aber nicht ganz so ausgewogen und gefällig aufspielte. Hier raten wir jedem zu umfangreichen Hörtestreihen. Die Stimmwiedergabe und die Effektkulisse konnten bei beiden Surround-Aufpolierern im "Cinema"- bzw. "Movie"-Betrieb überzeugen. Auch im "Movie"-Modus ist PL 2 ausgeglichener, homogener, während CS 2 auch hier mit mehr Druck und Dynamik agierte. Letztendlich bleibt die Wahl des geeigneten Surround-Aufpolierers also auch zu einem großen Teil eine Frage des individuellen Geschmacks.

Der Vorgänger KRF-V7060D überzeugte uns mit seinem guten Stereoklang - und exakt dieses Niveau bietet auch der Nachfolger. Damit kann man sehr gut leben, denn mit seiner lebendigen und frischen Darstellung ist der Kenwood ein angenehmer Spielpartner, wie sich bei unseren audiophilen klassischen Test-CDs zeigte. Doch die Konkurrenz hat nicht geschlafen: Insbesondere der Yamaha RX-V640, der zwar mit 529 EUR teurer ist, aber schon noch als Konkurrent in Frage kommt, brilliert mit einer außerordentlich guten Stereowiedergabe, die in diesen Preisregionen ihresgleichen sucht. Besonders gelungen beim RX-V640 ist die klare, sauber durchstrukturierte Hochtonwiedergabe und das erstaunliche Feingefühl. Wer jedoch in Bezug auf die Stereowiedergabe normale Ansprüche stellt, wird mit dem vom Kenwood Gebotenen sehr zufrieden sein, denn echte Schwachpunkte kann man auch bei sorgfältiger Betrachtung nicht ausfindig machen. Der Bassbereich ist füllig und von voll befriedigender Präzision, die Detaildarstellung ist insgesamt gut zu nennen. Auch im Stereoeinsatz beeindruckt die Leistungsfähigkeit der Endstufen, sehr souverän und ohne jegliche Dynamikverluste managt der Kenwood auch hohe Pegel. Hier kann er mit dem ebenfalls sehr leistungsfähigen Yamaha gleichziehen. 

Vergleich zum Vorgänger

Bereits der KRF-V7060D konnte mit einem hohen Niveau in allen Disziplinen aufwarten - und die Eigner des 7060ers müssen sich nicht schlaflos im Bett wälzen, weil sie vielleicht noch nicht im Besitz des Nachfolgers sind. Erst nach ausführlichen Hörtestreihen sind Unterschiede auszumachen, und diese Differenzen fallen dann auch nicht weltbewegend, sondern eher klein aus. Dies beweist, von welch tadelloser Güte bereits die Klangeigenschaften des KRF-V7060D waren. Im Detail bietet der 7070er einen nochmals etwas schnelleren Antritt und etwas mehr Dynamik beim Aufbau der Effektkulisse. Der Bassbereich wirkt minimal präziser - diese akustischen Beobachtungen gelten für den Mehrkanal-Betrieb. Was den Stereoklang angeht, sind praktisch keine Unterschiede heraus zu hören.

Bewertung Pegelfestigkeit
Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Dolby PLII/CS II
Bewertung Klang Stereo
Fazit

Bereits der KRF-V7060D beeindruckte in unserem Test durch sein exzellentes Leistungsprofil. Von daher bestand keine Notwendigkeit, die Konzeption des Geräts von Grund auf zu ändern. Dies tat man bei Kenwood nicht, sondern machte den AV-Receiver durch gezieltes Feintuning und einen deutlich gesenkten Preis attraktiver. Diese Maßnahmen zeigen auch die erwünschte Wirkung, denn noch immer ist der nun KRF-V7070D genannte AV-Kommandeur eines der besten Geräte seiner Preisklasse. Zwar bringt der Kenwood nur fünf Endstufen mit und verarbeitet lediglich Dolby Digital 5.1 EX (bei Anschluss einer zusätzlichen externen Endstufe für den Back Surround Betrieb), dafür ist er mit sehr leistungsfähigen Endstufen ausstaffiert, die sich in unseren Testläufen erst nach 30 (!) Minuten Betrieb mit dem maximal möglichen Pegel so stark überanstrengten, dass das Gerät sich abschaltete. Wer mit 75 bis 85 % des Maximalpegels fährt (was in der Praxis schon äußerst viel ist), wird feststellen, dass der KRF-V7070D auch eine mehrstündige Dauerhatz problemlos übersteht. In Hörräumen bis rund 30 Quadratmeter lässt der AV-Receiver nie das Gefühl von Leistungsmangel aufkommen, sondern besticht durch ein hohes Maß an Souveränität. Hier zahlt es sich offensichtlich aus, dass Kenwood diesem Modell im Gegensatz zum gleich teuren KRF-V6070D (mit sechs Endstufen) die hochwertigen Endstufeneinheiten nebst Linear Trait-Transistortechnik mit auf den Weg gibt. Doch auch sonst gibt es viel Positives zu berichten. So ist die gebotene Dynamik im Mehrkanal-Musik- und im Heimkinobetrieb außerordentlich gut, was dazu führt, dass der Hörer einen sehr lebendigen, klaren und frischen Vortrag präsentiert bekommt. Die Detaildarstellung ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. Hier bietet beispielsweise der mit 529 EUR teurere, aber auch noch umfangreicher ausgestattete Yamaha RX-V640 noch mehr. Überhaupt fällt auch im Vergleich mit dem ausgezeichneten Kenwood wiederum auf, was für ein großer Wurf Yamaha mit den neuen AV-Receivern gelungen ist: So homogen, detailliert und sauber stellt sonst kaum ein anderes Gerät dar. Außerdem begeistert der Yamaha mit einer ausgesprochen gelungenen Stereowiedergabe. Mit seinen Klangqualitäten ist der Yamaha der passende Spielpartner für hochwertige Lautsprecher-Systeme, am besten entweder komplett aus größeren Regalboxen nebst ausreichend dimensioniertem Center bestehend oder aus einem ähnlichen System, bei dem anstatt der Regallautsprecher vorn aber richtige Standboxen eingesetzt werden.

Anders ist es um die Einsatzmöglichkeiten des Kenwood  bestellt. Er hat einen Trumpf, den in diesem Umfang und in dieser Qualität momentan kein anderes Gerät in dieser Preisklasse bieten kann: Mittels seinen umfangreichen Einstellmöglichkeiten ist es kein Problem, den KRF-V7070D sehr gut auf das verwendete Lautsprechersystem anzupassen. Die Zusatzfunktionen Active EQ und Speaker EQ sind nicht nur nette Spielereien, sondern besitzen tatsächlichen Wert. Besonders gut durchdacht von Kenwood ist, dass sich die Funktionen insbesondere an die Besitzer von Subwoofer-/Satellitensystemen wenden. In dieser Preisklasse werden Sub-/Sat-Sets von vielen Anwendern eingesetzt, und mit Hilfe der Kenwood-Zusatzfeatures ist eine echte Klangsteigerung, sowohl im Bassbereich als auch im Mittel- und Hochtonbereich, möglich. Das etwas höhere Grundrauschen, das man sich aufgrund der zusätzlichen Aktivierung verschiedener Filter einhandelt, ist unserer Meinung nach aufgrund der insgesamt deutlich gestiegenen Performance vertretbar. Somit holt der Kenwood aus praktisch allem Lautsprecherequipment, vor allem aus dem, das von den Anwendern, die ein Gerät wie den Kenwood ins Auge fassen, auch in der Praxis verwendet wird, einen "Zusatzbonus" heraus.  Aufgrund der pegelfesten Endstufen funktioniert aber auch mit großen Standlautsprechern vorn die Zusammenarbeit sehr gut - Leistungseinbrüche leistete sich unser "Mr. Power" überhaupt keine. 

Auch in weiteren Disziplinen kann der Kenwood punkten. Die Verarbeitung mit der gebürsteten Aluminium-Frontplatte ist sehr gut. Das hoch auflösende Display unterstützt zusammen mit dem hochwertigen Geräteinnenleben unseren ausgezeichneten Eindruck. Nicht ganz zu diesem überzeugenden Gesamtkonzept passt die mitgelieferte Fernbedienung. Die Materialqualität ist nur befriedigend, und auch die Verarbeitung liegt auf keinem sonderlich hohen Niveau. Durch die teilweise zu klein ausgeführten Bedienelemente wird die Bedienung etwas erschwert. Im Gegensatz dazu entschädigen die hochwertigen Bedienelemente am Gerät selber durch ihren tadellosen Bedienkomfort. Etwas Kritik müssen wir am Anschlusspaneel auf der Geräterückseite üben. Zwar ist das Angebot an Anschlüssen absolut ausreichend, dass wir für die Surroundkanäle jedoch nur Lautsprecher-Klemmverschlüsse vorfinden, ist nicht mehr preisklassengemäß. Hier sollte Kenwood nachbessern.

Am Fazit unseres Tests können diese kleinen Kritikpunkte jedoch nichts ändern. Zu einem fairen Preis bekommt der Käufer einen durchdacht ausgestatteten AV-Receiver, der leistungsfähig ist und einen dynamischen, lebendigen Klang bietet. Mit seiner gelungenen Optik bietet der KRF-V7070D auch gleich das Feeling einer deutlich höheren Preisklasse.

Der KRF-V7070D beeindruckt durch hohe Klangdynamik, große Ausstattungsvielfalt und  Top-Qualität

Mittelklasse
Preis-/Leistung:

 

Pro:
  • Sehr pegelfeste Endstufen

  • Hohe Dynamik im Mehrkanal-Musik- und im Heimkinobetrieb

  • Lebendiger Hochtonbereich

  • Präzise und voluminöse Bassdarstellung

  • Vielfältige elektronische Zusatzfeatures

  • Hochwertige Verarbeitung

  • Exzellente CSII- und Dolby PLII-Integration

Contra:
  • Nur Klemmverschlüsse für die Surroundlautsprecher

  • Fernbedienung verbesserungswürdig

Technische Daten:

  • AV-Receiver

  • Decodiert DD/DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 EX, Dolby Pro Logic 2, Smart Circle Surround II

  • 5 x 100 Watt (nach RMS), Linear Trait Transistortechnik

  • 32 Bit "Melody" DSP

  • 5 DSP-Modi

  • RDS-Tuner mit 40 Stationsspeichern

  • Energiesparender Standby-Trafo ( > 1 W)

  • 2 geschaltete Netzausgangsbuchsen

  • Active EQ, Speaker EQ

  • Wahlmöglichkeit des Lautsprecher-Typs (z.B. Zweiwege-System)

  • Subwoofer Remix-Funktion

  • Surround-Speaker-Remix-Funktion

  • Eingänge Analog-Audio: Tape/MD, CD/DVD, AUX, Phono, Video 1, Video 2, Video 2, Front AV

  • Eingänge Video: Video 1 (FBAS), Video 2, DVD (beide S-Video- und FBAS-beschaltet), Video 3, Front AV (beide S-Video- und FBAS-beschaltet)

  • Eingänge Digital-Audio: 1 optisch, 2 x koaxial

  • Ausgänge Analog-Audio: Tape/MD, Video 1

  • Ausgänge Video: Video 1 (FBAS), Monitor (S-Video und FBAS)

  • Sechskanal-Eingang (DVD Audio-ready)

  • Pre-Out für Back Surround

  • Lautsprecher-Schraubverschlüsse für L, C, R

  • Neue vorprogrammierte Fernbedienung

  • Farben: Schwarz und Silbern

  • Metallfrontplatte

  • Preis 459 EUR

Test: Carsten Rampacher
Testassistenz: Matthias Walther-Richters

22.09.2003 

Mehr zu allen AV-Receivern und DVD-Playern von Kenwood finden Sie hier

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD