Test: Kenwood VRS-6200 (1/2)

22.06.2005 (cr) (khp)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Einführung

Wer die "schlanke Linie" ohne Einschränkung  befolgt, braucht auch vor seinem zukünftigen AV-Receiver nicht seinen Prinzipien untreu zu werden: "Slim Line" heißt auch hier das Zauberwort, sollen Gerätschaften auf die Beine gestellt werden, die sich trefflich auch ins schön dekorierte Wohnzimmer einfügen, ohne dass sie die Einrichtungslinie wirklich stören. Des Öfteren sind jedoch eigentlich ungewollte Gemeinsamkeiten zwischen Optik und Klangbild festzustellen, auch die Akustik ist eher schlank und nicht unbedingt dazu geeignet, wirkliche Begeisterungsstürme ausbrechen zu lassen. Doch muss das so sein? Können nicht auch schlanke AV-Receiver vernünftig klingen? Schon in der Vergangenheit lieferte Kenwood z.B. mit dem VRS-5100 gute Argumente, dass man sich als Hörer mit normalen, aber keinesfalls unterdurchschnittlichen Ansprüchen auch durchaus ein Slimline-Gerät kaufen kann. Seit einiger Zeit bereichert nun der VRS-6200 für 299 € das Produktangebot der Japaner, ein Fünfkanal-Modell mit 5 x 80 Watt und zwei Pre-Outs für den Anschluss einer externen Endstufe für den Back Surround-Betrieb. Alle EX- und ES-Decoder sind mit an Bord. Wir sind nun gespannt, ob dieses aktuelle Slimline-Modell den erfreulichen, durch den VRS-5100 begründeten Trend fortsetzen kann. 

Verarbeitung

Die Optik des VRS-6200 ist ohne Zweifel elegant

Der VRS-6200 sieht sehr schick aus, dies müssen wir ohne Zweifel eingestehen. Die Frontblende ist zwar aus Kunststoff, dieser wirkt jedoch genauso wie alle Bedienelemente hochwertig. Der Lautstärkedrehregler und das daneben auf der Frontplatte zu findende Multi Control-Tool gefallen durch die sehr noble Optik. Somit entsteht ein gediegener Gesamteindruck, der jedoch vom Display mit zu grober Auflösung etwas geschmälert wird. Hier hätte Kenwood etwas spendabler sein und dem 6200 ein höher auflösendes Gerätedisplay spendieren können. 

Attraktiv: Der glänzende Lautstärke-Dehregler

Die Geräterückseite büßt durch die dort ausschließlich vorhandenen Lautsprecherkabel-Klemmanschlüsse an Hochwertigkeit ein. Auch bei einem Slimlinegerät ist es zumindest für den linken und den rechten Hauptlautsprecher sowie für den Center möglich, bessere Schraubanschlüsse unterzubringen. Die mitgelieferte Fernbedienung ist in Ordnung, sie stellt kein Highlight dar, lässt sich aber auch keine unbefriedigende Verarbeitung nachsagen. 

Ordentliche Fernbedienung in etwas tristem Grau

Kurzfazit:

Pro: 

  • Elegante Optik

  • Haptisch und optisch überzeugende Bedienelemente

  • Preisklassengemäße Fernbedienung

Contra:

  • Nur Klemmverschlüsse für die Lautsprecher

  • Kunststoff-Frontblende

  • Display mit zu grober Auflösung

Bewertung
Aufbau, Ausstattung und Anschlüsse

Wer sich die Ausstattungsliste des VRS-6200 durchliest, wird kaum in Ekstase geraten, weil die mitgelieferten Features eher bodenständiger Natur sind.  Modisches Zubehör wie ein Lautsprecher-Einmesssystem bietet Kenwood nicht an. Gerade in der Liga der Slimline-Geräte, deren Käufer häufiger nicht wirklich bewandert sind in Bezug auf die Einstellungen, die für die akkurate Inbetriebnahme des Lautsprechersystems durchzuführen sind, macht ein solches Autosetup Sinn. Kenwood hätte sich auch auf die Grundeinstellungen (LS-Entfernung, LS-Pegel, LS-Größe) beschränken können, eine zusätzliche EQ-Funktion wäre gar nicht nötig gewesen. 

Zu loben ist aber auf jeden Fall, dass man den "Slimliner" mittels einer externen Endstufe zu einer Zentrale für eine komplette 7.1-Anlage ausbauen kann. Die erforderlichen Decoder sind alle mit an Bord, nicht nur Dolby Digital 5.1 EX und DTS Neo:6 Matrix/Discrete, sondern auch Dolby Pro Logic IIx. Damit macht Kenwood schon in günstigen Preisklassen Schluss mit "halbgaren" 6.1 Lösungen. Da der VRS-6200 in der Einsteigerklasse beheimatet ist, muss man auch definitiv kein Vermögen in eine externe Zweikanalendstufe investieren, sondern kann entweder den eigenen alten Stereoverstärker für diese Zweck nutzen oder sich ein günstiges Modell auf ebay "schießen". Große finanzielle Aufwendungen sind jedenfalls nicht von Nöten. 

Mit einer Leistung von 5 x 80 Watt ist der VRS-6200 ausreichend gut bei Kräften, für kleinere bis mittelgroße Hörräume reicht die gebotene Leistung aus - sogar in Lokalitäten über 20 Quadratmeter, so wird sich später zeigen, ist der Kenwood nicht hoffnungslos unterdimensioniert. Der 6200 bringt fünf DSP-Programme (Arena / Jazz Club / Theater / Stadium / Disco) mit, des Weiteren findet sich eine sinnvolle „Active EQ“-Schaltung. Das "Active EQ"-System kompensiert die bei Sub-Sat-Systemen mit kompakten Satellitenboxen auftretenden Defizite in der Grundton- und Basswiedergabe. Mit der Active EQ-Schaltung lässt sich die Klangqualität aller Audioformate, vom konventionellen Stereo bis zu Dolby Digital Surround EX optimieren. Drei Active EQ-Einstellungen stehen zur Wahl: Im Music-Modus sorgt die Elektronik dafür, dass die Satellitenlautsprecher möglichst natürlich klingen. Im Cinema-Modus wird der Basspegel der Satelliten angehoben, damit dynamische Soundeffekte wie Explosionen realistischer und kraftvoller klingen. Und für eine besonders räumliche Wiedergabe von Spielen gibt es den Game-Modus. 

Die Anschlüsse umfassen 3 Digitaleingänge (2 x koaxial / 1 x optisch), 4 Analogeingänge, einen Analogausgang, 3 Vorverstärkerausgänge für Subwoofer, Surround Back links und rechts sowie einen Front AV-Anschluss inkl. optischem Digitaleingang (auf Plug & Play-Funktion umschaltbar). Gerade die Geräterückseite zeigt schonungslos auf, für welche Zielgruppe solche Slimline-Receiver gedacht sind - für diejenigen, die das schicke Gerät einfach zum Fernsehgerät und dem DVD-Player stellen möchten und keinesfalls für die Besitzer eines ausdehnten Angebots an Zuspielern. Noch nicht einmal eine S-Video-Beschaltung und überhaupt keine Komponentenverbindungen - das finden wir etwas schwach, da hilft auch der in diesen Preisklassen unübliche optische Digitaleingang auf der Gerätefront nicht. 

Leider gibt es keinen richtigen Netzschalter, sondern nur ein Standby-Knopf. Das geht besser. 

Schmales Angebot: Weder S-Video- noch Komponenten-Terminals

Kurzfazit:

Pro:

  • EX- und ES-Decoder an Bord

  • Active EQ für Sub/Sat-Systeme

  • 5 DSP-Programme

  • Front AV-Eingang mit optischem Digitaleingang

Contra:

  • Kein Lautsprecher-Einmesssystem

  • Schmales Anschlussangebot

  • Kein richtiger Netzschalter

Bewertung Ausstattung, Aufbau, Anschlüsse

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