Test: Kenwood KRF-V7090D (1/2)

16.06.2005 (cr) (khp)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Einführung

Auch, wenn sich das Wort "Ein- und Aufsteigerklasse" bei Beträgen rund um die 400 € vielleicht etwas abwertend anhören mag, ist es keinesfalls so gemeint.  Wir möchten damit nur verdeutlichen, dass in Bezug auf das gesamte Preisgefüge bei AV-Receivern, hier der wirklich sinnvolle Einstieg beginnt, bei dem man mit guter Qualität rechnen kann. Aufstiegsklasse ist diese Preisregion deshalb, weil mancher Surroundfan, der mit einer sehr preiswerten AV-Komplettlösung oder mit einem gebrauchten AV-Receiver älterer Bauart sein Hobby begonnen hat, nun in der Lage ist, in diesen Preissegmenten eine moderne, vollwertige Lösung zu finden, die im Alltagsbetrieb bei normaler Nutzung sehr viel Spaß bereiten kann. Diese Preisklasse ist inzwischen mit hervorragenden Modellen, die eine ganze Menge zu bieten haben, bestückt. Als Beispiele wären der Denon AVR-1905, der Pioneer VSX-915 und der Yamaha RX-V557 zu nennen. Nun bekommen diese bereits bestens etablierten Offerten Konkurrenz, und zwar aus einer Ecke, aus der man es spontan vielleicht nicht vermutet hätte: Kenwood meldet sich mit dem Anspruch zurück, mit dem 379 € kostenden Siebenkanalgerät KRF-V7090D ein Wörtchen an der Klassenspitze mitreden zu können. Ob dies auch in der Praxis gelingt, klärt unser Test des Gerätes mit 7 x 120 Watt (0,7% Klirr, 1 kHz, 6 Ohm). Aufgrund der Leistungsdaten dürfte der 7090 selbst für eine angemessene Beschallung mittelgroßer Hörräume sorgen. 

Verarbeitung

Schönes Geräte-Display

Optisch müssen wir zunächst als Makel feststellen, dass der Kenwood lediglich eine Plastikfrontblende hat, der Lautstärkedrehregler ist ebenfalls aus Kunststoff und nicht besonders präzise geführt. Insgesamt wirkt der Kenwood gerade im Vergleich mit einem Pioneer VSX-915 sehr unscheinbar, aber erreicht nicht die hervorragende optische Qualität anderer weniger auffälliger Geräte wie dem Yamaha RX-V557, der besonders durch die sehr saubere Verarbeitung seiner Frontplatte heraussticht. Auch der Denon AVR-1905, der auch bei Einzelheiten wie z.B. dem Lautstärkedrehregler eine hohe Qualität bietet, ist nicht auffällig, aber sehr hochwertig von seiner Machart her. Des Weiteren jedoch ist positiv anzumerken, dass der 7090 über tadellose Geräte-Standfüße verfügt . Das Display bietet keinen Anlass zur Kritik, es ist für diese Preisklasse absolut in Ordnung. Auch die Geräterückseite macht einen guten Eindruck, so sind nun auch hier bei Kenwood Schraubverschlüsse für alle Kanäle vorhanden. 

Die Schraubterminals für die Aufnahme der Bananenstrecker/des Lautsprecherkabels sind hochwertig, da leichtgängig und groß genug. Vorbildlich für diese Preisklasse

Wir haben in der Vergangenheit gerade bei Kenwood Komponenten hier oftmals Anlass zu berechtigter Kritik gehabt, diese ist offensichtlich erhört worden. Die Kenwood Terminals sind darüber hinaus leichtgängig und einfach zu handhaben sowie bieten Bananas und großen Kabelquerschnitten erstaunlich festen Halt. Dass Kenwood nach wie vor weiß und rot markierte Schraubverschlüsse einsetzt und nicht die farblich codierten Terminals verwendet, sehen wir unter ästhetischen Gesichtspunkten als klaren Vorteil an, wer jedoch an die farbliche Codierung gewöhnt ist, muss sich umgewöhnen - zwar hat Kenwood, wie bei genauem Hinschauen ersichtlich ist, die Abkürzung für die Farbe, die das Terminal bei farblicher Codierung HÄTTE, dazugeschrieben, die Schrift ist allerdings recht klein und nicht ohne Weiteres lesbar. Das gesamte Anschlussfeld ist nicht vergoldet - dies ist in dieser Preisklasse auch nicht zu erwarten. Ebenfalls gibt es keinen Kaltgerätesteckeranschluss, sondern ein fest installiertes Netzkabel. 

Tadellose Geräte-Standfüße

Preisklassengemäße Fernbedienung

Die mitgelieferte Fernbedienung ist preisklassengerecht und keinesfalls mehr verarbeitungsmäßig so minderwertig, wie wir es in der Vergangenheit des Öfteren bemängelt haben. Der Pioneer VSX-915 setzt jedoch nach wie vor deutlich die Maßstäbe, seine Fernbedienung wirkt mit Abstand am hochwertigsten. 

Kurzfazit:

Pro: 

  • Gut verarbeitete Geräterückseite mit stabilen Schraubverschlüssen für die Lautsprecher

  • Ordentliche Gerätestandfüße

  • Gutes Display

  • Preisklassengemäße Fernbedienung

Contra:

  • Gerätefront aus Kunststoff

  • Lautstärkedrehregler wirkt etwas schwergängig und ist nicht sauber genug geführt

Bewertung
Aufbau, Ausstattung und Anschlüsse

Das Innenleben des KRF-V7090D

Der Kühlkörper ist zwar hochwertig ausgeführt, aber etwas klein

2 Elkos mit je 10.000 Microfarad Kapazität

Im Geräteinneren herrscht Ordnung und keinesfalls heilloses Durcheinander. Natürlich kann man bei einer Komponente dieser Preisklasse keinen aufwändigen Aufbau des Geräteinnenlebens, der nach verschiedenen Sektionen unterteilt ist, erwarten. Höchste akustische Reinheit durch Baugruppenseparation, die gegenseitige Signalbeeinflussungen z.B. von Audio- und Videosektion praktisch ausschließt, ist kein Merkmal günstigerer Preisklassen. Was Qualität und Bestückung angeht, sichert sich der 7090 nach dem ersten Blick ein gutes Zeugnis, denn vor allem der Kühlkörper aus Aluminium wirkt hochwertig, wenngleich etwas klein dimensioniert, dass dies eine nicht unbedingt haltlose Feststellungen sind, zeigt sich später in deutlichen Erhitzungserscheinungen des Kenwood.  Hochwertig ist der eingesetzte DSP-Chip (Dekodierung mit 32-Bit Fließkomma-DSP/SHARC)

Die Ausstattung mit Features ist angemessen, bietet aber keine größeren Besonderheiten. Was auf jeden Fall nicht zum Ausstattungsumfang gehört, ist ein momentan stark nachgefragtes automatisches Lautsprecher-Einmesssystem.  

Der 7090 bringt fünf DSP-Programme (Arena / Jazz Club / Theater / Stadium / Disco) mit, des Weiteren findet sich eine sinnvolle „Active EQ“-Schaltung. Das "Active EQ"-System kompensiert die bei Sub-Sat-Systemen mit kompakten Satellitenboxen auftretenden Defizite in der Grundton- und Basswiedergabe. Mit der Active EQ-Schaltung lässt sich die Klangqualität aller Audioformate, vom konventionellen Stereo bis zu Dolby Digital Surround EX optimieren. Drei Active EQ-Einstellungen stehen zur Wahl: Im Music-Modus sorgt die Elektronik dafür, dass die Satellitenlautsprecher möglichst natürlich klingen. Im Cinema-Modus wird der Basspegel der Satelliten angehoben, damit dynamische Soundeffekte wie Explosionen realistischer und kraftvoller klingen. Und für eine besonders räumliche Wiedergabe von Spielen gibt es den Game-Modus. 

Der 7090 hat, wie inzwischen auch in dieser Preisliga gang und gäbe, alle relevanten EX- und ES-Decoder mit an Bord sowie Dolby Pro Logic IIx, DTS Neo:6 und DTS 96/24. Leider gibt es keinen richtigen Netzschalter, sondern nur ein Standby-Knopf. Das geht besser. 

Leider fehlen ein Digitalausgang sowie Multichannel-Vorverstärkerausgänge

Betrachtet man die Anschlusssektion, so findet man ein ordentliches, aber kein hervorragendes Angebot. Es gibt FBAS/S-Video- (4 Eingänge, 2 Ausgänge, inklusive Audio-Stereo-Cinch-Anschlüssen zur Nutzung als AV-Ein- bzw. Ausgang) und auch Komponenten-Ports (2 in, 1 out, HD-geeignet) sowie audioseitig zwei koaxial und zwei optische Digitaleingänge. Ein digitaler Ausgang fehlt ebenso wie ein 7.1-Preout. Ein Audio-Rec-Out sowie drei reine Stereo-Cinch-Audio-Eingänge ergänzen das Sortiment ebenso wie ein 5.1-Eingang. Für Platten-Freunde ist ein Phonoeingang vorhanden. Eine geschaltete und eine nicht geschaltete Netzbuchse sind ebenfalls hinten zu finden. 

Front AV-Eingang mit S-Video-Beschaltung

Kurzfazit:

Pro:

  • Ordentlicher innerer Aufbau

  • Alle Decoder an Bord

  • Active EQ für Subwoofer-Satellitensysteme

  • Front AV-Eingang mit S-Video-Beschaltung

  • Phono-Eingang

Contra:

  • Kein Lautsprecher-Einmesssystem

  • Weder Digitalausgang noch 7.1-Preout

Bewertung Ausstattung, Aufbau, Anschlüsse

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