Test: KEF Sub-/Sat-System KHT-2005.2

 

Wir danken unserem Kooperationspartner HiFi-Regler für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Das Subwoofer-Satelliten-Lautsprechersystem KEF KHT-2005 schnitt in unserem Hardware-Test hervorragend ab - doch bei der englischen Lautsprechermanufaktur ruhte man sich nicht auf den erhaltenen Lorbeeren aus, sondern entwickelte den Nachfolger KHT-2005.2, der formal genau wie das elegant-progressive KHT-2005 auftritt. Doch im Detail zeigen sich bereits Unterschiede, wie unser Test-Set beweist: Die Oberflächen aller Komponenten wirken noch edler, was für eine höchst angenehme optische und haptische Erscheinung sorgt - keine Frage, bezüglich der Verarbeitungsgüte wird hier First Class geboten. Technisch ist das System, das sich preislich mit einer UVP von 1299 EUR auf dem Niveau des Vorgängers bewegt, praktisch eine Neuentwicklung: Die fünf identischen, wahlweise in schwarzer oder silberner Version erhältlichen Satellitenlautsprecher sind mit neuen 19 mm Tweetern mit Metallkalotte ausstaffiert, die den bislang schon sehr guten Hochtonbereich weiter optimieren sollen.

Selbstverständlich arbeitet auch das KHT-2005.2 mit dem KEF-eigenen UNI-Q-Prinzip: Der Hochtöner sitzt im Mitteltöner. Vorteile dieser Technik: Da alle Membranbestandteile des Mitteltöners in einem Stück gefertigt werden, gibt es keine nicht-linearen Verzerrungen des Hochtons. Da nur der Frequenzbereich des Mitteltons verarbeitet werden muss, sind die Membranauslenkungen des UNI-Q-Treibers so gering, dass praktisch kaum noch Verzerrungen bei der Interaktion mit dem Hochtöner auftreten. Der Frequenzgang des KHT-2005.2 reicht bis 27 kHz  - somit eröffnen sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Auch unter praktischen Gesichtspunkten gibt es Verbesserungen, ein neu erdachtes Kabelführungs- und Befestigungssystem im Fuß der Lautsprecher vereinfacht die Aufstellung und Wohnraumintegration. Des Weiteren machen auch die praktischen Füße, auf denen die Satelliten individuell auszurichten sind, einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Gleiche lässt sich auch von den soliden Schraubverschlüssen für die Einführung des Lautsprecher-Kabels behaupten. Auf den Punkt gebracht kann man sagen, dass der Geist der KEF Reference-Serie, einer der besten Lautsprecher-Sets, das man momentan auf dem Markt für den Stereo- und Mehrkanaleinsatz bekommen kann, auch bei diesem Sub-/Sat-Set spürbar wird. Überall clevere technische Lösungen und sehr wertvolle Materialien, hier verzeichnet KEF tatsächlich einen Vorsprung vor vielen Mitwettbewerbern. Doch das KHT-2005.2 bietet noch mehr Flexibilität, denn, wenn gewünscht, ist der Aufbau einer 6.1- oder 7.1-Anlage kein Problem. Die schicken Satelliten sind nämlich auch einzeln verfügbar. Damit trägt KEF geschickt der Tatsache Rechnung, dass gerade der Aufbau von 6.1- und 7.1-Lautsprechersystemen, die aus kleinen, aber dennoch hochleistungsfähigen Boxen bestehen, in der Praxis immer mehr an Bedeutung gewinnt. Kaum ein Anwender rüstet in der Praxis seinen Hörraum mit sechs oder sieben überdurchschnittlich voluminösen Lautsprechern aus. Vorteil der KEF Lösung ist dann auch, dass beim EX-Einsatz sechs (beim 6.1-System) oder sieben (beim 7.1-System) Mal der identische Satellit zum Einsatz kommt, was für eine hohe akustische Homogenität sorgt. 

Vollkommen überarbeitet präsentiert sich auch der "Bassist" im starken KEF-Team: So ist der aktive Subwoofer nun mit einer besonders leistungsfähigen 250 Watt-Endstufe (Vorgänger: 150 Watt) versehen. Dies sorgt dafür, dass der KEF-Woofer zu den kraftvollsten Subs überhaupt gehört, die in einem Sub-/Sat-Komplettpackage offeriert werden. Dass das KHT-2005.2 preislich gesehen dabei noch nicht einmal zur obersten Liga gehört, macht die Sache nur noch interessanter. Zudem ist der Subwoofer nicht nur in schwarzer, sondern auch in silberner Ausführung zu kaufen. Von der Konstruktionsart her gibt es gegenüber dem Vorgänger Differenzen, denn das Gehäuse ist nun geschlossen, was nach KEF-Angaben den Bass noch straffer, präziser und sauberer machen soll. Ebenfalls ein neues Ausstattungsmerkmal: Ein "Cinema/Music"-Umschalter ermöglicht eine Anpassung des Basspegels, je nach dem Musikstücke oder Filme angehört werden. Im Test zeigte sich auch wirklich ein Klangunterschied, so sorgte der Musikmodus für einen straffen, sehr präzisen und klaren Bass, während der Filmmodus viel Volumen und Kraft bereit stellte, ohne aber die Präzision völlig untergehen zu lassen. Für eine bessere Integration der Satelliten steht ein "Variable Slope"-Schalter (12 oder 24 dB) bereit. Um Brummgeräusche zu verhindern, die durch Erdungsschleifen entstehen können, gibt es die "Ground Lift"-Funktion, hier kann mittels eines Schalters die Erdung unterbrochen werden. Wie gewohnt kommt noch die bereits vom Vorgänger bekannte übrige komplette Ausstattung des aktiven Bassisten hinzu, so stehen griffgünstige Drehregler für Lautstärke, Übernahmefrequenz und Phase auf der Rückseite des Basslautsprechers zur Verfügung. Auch die Ausrüstung mit einem Stromanschluss für einen Kaltgerätestecker zeigt, dass KEF das System als vollwertige Alternative zu guten "normal dimensionierten" Lautsprechern sieht und nicht nur als Notbehelf für eine Übergangszeit. Der Sub arbeitet nach dem Downfire-Prinzip und strahlt somit nach unten ab. Seitlich angeordnete Standfüße sorgen für sicheren Halt und eine gewisse Distanz des Subwoofers zum Boden des Hörraums, was eventuell auftretende Resonanzen eliminieren hilft. Wer gern einen Subwoofer mit Einschaltautomatik erstehen möchte, liegt beim KHT-2005.2 ebenfalls richtig, hinten am Gerät kann zwischen der automatischen und der manuellen Aktivierung umgeschaltet werden. 

Nach dem immensen technischen Aufwand, den KEF bei dieser praktisch völligen Neuentwicklung getrieben hat, interessierte uns natürlich, wie sich das KHT-2005.2 in der Mehrkanal-Praxis bewährt. Nach umfangreichen Hörtestreihen stand für uns fest, dass hier bezüglich der Basskraft, der Dynamik, der akustischen Brillanz und der Gesamthomogenität ein neues Kapitel gerade in diesen Preisregionen aufgeschlagen wird. Besonders hat uns der wahrhaft bärenstarke Subwoofer beeindruckt, der selbst in Hörräumen, die knapp über 20 Quadratmeter messen, nicht unterdimensioniert wirkt. So war die Wiedergabe des klassischen THX Broadway Trailers vom kraftvollen Bass mit einem für dieses kompakte Gehäusevolumen weit überdurchschnittlich guten Tiefgang geprägt - wir haben bislang noch keinen aktiven Subwoofer eines solchen Sub-/Sat-Sets kennen lernen dürfen, der eine vergleichbar überzeugende Vorstellung bieten konnte. Hier kann sich der KHT-Sub nicht nur hörbar von seinem Vorgänger absetzen, sondern er lässt auch die Konkurrenz hinter sich, denn in Anbetracht derartiger Kraftausbrüche und Durchsetzungsbekundungen müssen sich selbst die anerkannt exzellenten Infinity-Woofer des Modulus und des Oreus hinten anstellen. 

Genauso ergeht es dem ebenfalls insgesamt ausgezeichneten Basslautsprecher des Energy Take 5.2. Alle genannten aktiven Subwoofer zeichnen sich durch eine hohe Belastbarkeit und einen soliden, sauberen Bass aus, dieses Gefühl des Überflusses, das der KEF KHT-2005.2-Bassist bereit stellt, haben wir aber bisher bei einem solchen Gerät in diesen preislichen Regionen noch nicht erlebt. Selbst bei hohen Lautstärken legt der Basslautsprecher noch eine beruhigende, bewundernswerte Souveränität an den Tag. Bestens in Szene setzen konnte sich der aktive Basslautsprecher auch bei der Pod Race-Sequenz, ebenfalls auf der THX Ultimate Demo DVD enthalten. Hier brachte er den donnernden, markerschütternden Sound der über den Wüstenplaneten schießenden Pod Racer hervorragend zur Geltung. Unterstützt wurde der Subwoofer von den ebenfalls höchst pegelfest agierenden Satelliten, die eine dynamische und mitreißende Surround-Klangkulisse kreierten. Bestechend war neben dem gebotenen Facettenreichtum vor allem die Schnelligkeit beim Effektaufbau, ohne erkennbare Mühe schleuderte das KHT-2005.2 jegliche Arten von Effektkombinationen scheinbar mühelos und mit raketenschnellem Antritt quer durch den Hörraum. 

Die gleichen Höreindrücke konnten wir auch bei "3 Engel für Charlie" sammeln. Verbessert präsentierte sich auch die Stimmwiedergabe, die noch homogener und charismatischer erscheint - Respekt. Für einen so kleinen Centerlautsprecher (identischer Satellit, nur in horizontaler statt in vertikaler Lage) wird hier ein sehr komplettes Klangbild erreicht. Bei allen Testmustern fiel der akustisch verbesserte Hochtonbereich auf - ein Verdienst des neuen Hochtöners, den KEF im KHT-2005.2 verbaut. Nicht, dass hier unbedingter Handlungsbedarf bestand, bereits der Vorgänger bot gerade im Hochtonbereich tadellose Leistungen. Der Unterschied liegt darin, dass beim KHT-2005.2 selbst bei sehr hohen Pegeln immer noch eine auf einem beachtlich hohen Level liegende akustische Ausgeglichenheit an den Tag gelegt wird. Oft hörten wir, auch bei ansonsten sehr erfreulichen Subwoofer-/Satelliten-Sets, einen etwas zu spitzen, schrillen und aggressiven Klang im Hochtonbereich gerade bei hohen Pegeln. Auch wenn der Vorgänger dieses Phänomen schon nur in einem recht geringen Maße akustisch zeigte, so war doch bei großen Lautstärken eine kleine klangliche Disharmonie auszumachen. Hier nun setzten die KEF-Techniker offensichtlich an und optimierten das KHT-2005.2 so weit, dass dieser Effekt praktisch gar nicht mehr in Erscheinung tritt. Dies sorgt dafür, dass in Bezug auf eine erstklassige, klare Hochtonwiedergabe das KEF-Set nun auch die Maßstäbe in dieser Preisliga setzt, und nicht nur das: Selbst viele teurere Sub-/Sat-Offerten müssen sich schwer anstrengen, ein vergleichbares Niveau zu erreichen. 

Von dieser gefälligen, dennoch nie langweiligen, sondern stets lebendigen, frischen Auslegung profitiert auch die Mehrkanal-Musikwiedergabe ungemein. Bei Johann Sebastian Bachs Violinenkonzert, Bachwerkeverzeichnis 1042, überzeugte das KHT-2005.2 mit einer klaren und differenzierten Wiedergabe aller Instrumente. Für den Mehrkanal-Musikeinsatz ist es ratsam, den Wahlschalter am Subwoofer auf "Music" und nicht auf "Movie" zu stellen, da die Präzision der Basswiedergabe hörbar ansteigt. Auch ist der Bass akustisch dann nie übertrieben präsent, sondern hält sich auf eine stimmige Art und Weise im Hintergrund. Trotz dieser angenehmen Zurückhaltung aber wird ein zwar dezentes, jedoch im positiven Sinne spürbares tieffrequentes Fundament geboten, das für ein homogenes und komplettes Klangbild sorgt. Mit diesen ausgezeichneten Eigenschaften empfiehlt sich das KHT-2005.2 also nicht nur für den Heimkinoliebhaber, sondern auch für den Mehrkanal-Musikfreund. Für einen vergleichbaren Betrag bietet sonst nur das Infinity Oreus fast ebenbürtige Leistungen - der Oreus-Sub erreicht jedoch nicht ganz das weit überdurchschnittliche Niveau des KEF-Bassisten, diese Feststellung gilt auch für den Musikbetrieb. Trotzdem ist das Oreus noch immer eine besondere Empfehlung Wert, denn was die Detailtreue des Vortrags angeht, ist das Infinity-Angebot noch immer erste Wahl. Nicht, dass das KHT-2005.2 in dieser Teilwertung eine schlechte Figur abgeben würde, aber mit so einer Sorgfalt und Liebe zur musikalischen Feinheit wird hier nicht agiert. Hier kann das Oreus also seinen Vorsprung wahren. 

Das Gleicht gilt für die Klangqualität im Stereobetrieb. Hier schneidet das KEF zwar auch höchst respektabel ab, kann aber nicht ganz den Facettenreichtum und die Plastizität des Oreus bieten. Im Vergleich zu den übrigen Konkurrenten aber erzielt das KHT-2005.2 mit seinem Esprit und seinem kräftigen, jedoch nie unangenehm dominanten Bass hervorragende Resultate. Daher ist das System durchaus auch im Stereoeinsatz zu empfehlen, lediglich derjenige Hörer, der sehr viel Musik in Stereo hört, aber keinen Platz für ausladende Lautsprecher hat, sollte sich auf jeden Fall vor einer Kaufentscheidung noch das Oreus anhören.

Fazit

Das KEF KHT-2005.2 setzt neue Maßstäbe - so ist beispielsweise der aktive Subwoofer mit seiner Basskraft, seiner Pegelfestigkeit, seinem Tiefgang und seiner Präzision in dieser Preisklasse momentan konkurrenzlos. Die Satelliten bieten einen brillanten, glasklaren, aber trotzdem auch bei hohen Lautstärken höchst angenehmen Hochtonbereich. Ergänzt werden die makellosen Leistungen des KEF-Sets durch die dynamische, facettenreiche Surround-Klangkulisse und die schnelle, durchschlagskräftige Effektdarstellung. Mit diesen erfreulichen Tugenden eignet sich das System sowohl für die Filmton - als auch für die Mehrkanal-Musikwiedergabe. Durch den bärenstarken Basslautsprecher und die überdurchschnittlich pegelfesten Satelliten kann das KHT-2005.2 auch ohne Schwierigkeiten in mittelgroßen Hörräumen knapp über 20 Quadratmeter eingesetzt werden, ohne dass bedenkliche Pegel- und Dynamikeinbrüche das Hörvergnügen schmälern. Im Stereoeinsatz beweist das KEF ebenfalls seine Talente, muss sich hier aber dem Infinity Oreus knapp geschlagen geben. Resümee: Mission completed - KEF baut unter Berücksichtung des Preis-/Leistungsverhältnisses eines der besten Sub-/Sat-Sets überhaupt. Dabei haben es die Entwickler im Bravour geschafft, den bereits ausgezeichneten Vorläufer in allen Belangen nochmals zu übertreffen.

Besser geht es nicht mehr: Maximaler Bassdruck, brillanter Hochtonbereich und überragende akustische Harmonie

Obere Mittelklasse
Test 28.07.2003
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Weit überdurchschnittliche Dynamik

  • Sehr homogener, klarer und angenehmer Hochtonbereich

  • Erstklassige Pegelfestigkeit selbst in größeren Räumen

  • Überragender Subwoofer mit bestechenden Kraftreserven

  • Harmonische Stimmdarstellung

  • Hochwertige Materialien und sorgfältige Verarbeitung

  • Ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis

Contra:
  • Exzellent - mehr kann für diesen Kaufpreis nicht erwarten

Technische Daten
  • HTS2001.2:Satellitenlautsprecher, Bassreflex ,Chassis: 100 mm UNI-Q® Chassis mit 19 mm Hochtöner, Frequenzgang: 80 Hz - 27 kHz, Empfindlichkeit (2.83V/1m): 88 dB, maximaler Schalldruck: 104 dB, Impedanz: 8 Ohm, Nettovolumen: 1,5 Liter, Gewicht: 2 kg, Maße (H x T x B): 198 x 130 x 150 mm, Belastbarkeit: 100 Watt

  • PSW 2010: Aktiver Subwoofer, geschlossenes Konstruktionsprinzip, Chassis: 250 mm Bass, Frequenzgang: 30 Hz - 140 Hz, Verstärkerleistung: 250 Watt, Nettovolumen: 15,4 Liter, Gewicht: 14,5 kg, Maße (H x T x B): 360 x 320 x 320 mm

  • Lieferbare Farben (Satelliten und Subwoofer): Schwarz und Silbern

  • Preis komplett (UVP): 1299 EUR

Test: Carsten Rampacher
Testassistent: Matthias Walther-Richters

28. Juli 2003

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