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 HARDWARE-TESTS

Große Kaufberatung: DVD-Player bis 1000 DM

Der Einstieg in die DVD-Welt: Sehr gute Player zu vernünftigen Preisen

Die Situation 

Auch wenn viele Hardware-Hersteller teure und technisch überragende Upperclass-Modelle im Angebot haben: Die "Brot und Butter"-Preisklasse bis 1000 DM ist diejenige, die auf die Stückzahlen bezogen das Volumen ausmacht, und die auch kräftig die Kasse klingeln lässt. Die Kunden werden aber auch hier verständlicherweise immer anspruchsvoller, und mit Magermodellen, die höchstens durchschnittliche Qualitäten besitzen, ist kein Staat mehr zu machen. 

Grund für uns, die Marktsituation in der Preisregion bis 1000 DM einmal genauer zu untersuchen und Empfehlungen auszusprechen. Diese haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr soll ein Overview über interessante Modelle gegeben werden. Wer detaillierte Informationen zu den Playern haben möchte, kann dem jeweiligen Link folgen und landet dann beim ausführlichen Test. Noch einige Anmerkungen: Ausschließlich Markenplayer fanden Aufnahme in die Tipps, Auslaufmodelle werden am Ende gesondert behandelt. Die zugrunde liegenden Preise sind Listenpreise. Die erzielbaren Marktpreise der einzelnen Geräte sind oftmals niedriger.

Die Einsteigermodelle

Schon für 599 DM kann man einen hervorragenden DVD-Player erstehen: Wer auf die RGB-Ausgabe der Scartbuchse und auf einen optischen Digitalausgang verzichten kann, findet im Pioneer DV-340 ein rundherum überzeugendes Gerät in typischer Pioneer-Qualität. Ein Twin Laser-Pickup für die Wiedergabe von CD-Rs und CD-RWs ist ebenso selbstverständlich wie ein bestechend scharfes Bild, das vielen teureren Geräten gut zu Gesicht stehen würde.

Gut und günstig: Der Pioneer DV-343 ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert

Gut: Bedienung und Verarbeitung. Nachteile des Pioneer: Das zwar gegenüber früheren Modellen leiser gewordene, aber immer noch deutlich hörbare Geräusch des Laufwerks. Wer gern SVCDs, die dem Standard der Unterhaltungselektronik der VR China entsprechen (nur für diese Discs ist die Wiedergabe garantiert), abspielen möchte, kann sich auch für den ebenfalls mit Twin Laser Pickup ausgestatteten Philips DVD612 entscheiden, der in den visuellen Qualitäten aber in den Punkten Detailtreue und Gesamtbildschärfe das Nachsehen gegenüber dem Pioneer hat. Gut ist sein Bild trotzdem, und einfach zu bedienen ist er auch. Der Preis: 599 DM.

Für 100 DM mehr wird es eng, da viele Hersteller genau für 699 DM ihre Einstiegsmodelle anbieten. Hier ist der Kunde König, und er kann einiges erwarten: Beispielsweise ein sehr harmonisches Bild mit gefälliger Farbwiedergabe beim Panasonic DVD-RV31, der sich nun auch für MP3-Fans empfiehlt: Walter Meyer von Chiptech schaltet diese Option im Player frei. 

Tadelloses Leistungsprofil: Panasonic DVD-RV31

Auch bei Karsten Becker sind der Umbau sowie Komplettgeräte erhältlich Unsere Leser aus der Schweiz werden bei http://www.dvdupgrades.ch fündig. Preisaufschlag: Minimal, bei Karsten Becker kosten Komplettgeräte 729 DM. Ansonsten eitel Sonnenschein, die Bedienung des DVD-RV31 ist einfach, die Ausstattung praxisgerecht, die Verarbeitung prima. Schade: Der Player mit exzellentem Laufwerk gibt kein RGB via Scart aus. Wem dies wichtig ist, für den hat JVC die passende elegante Antwort: Den attraktiven  XV-S40BK, in silberner Farbe XV-S42SL genannt. Der Slim Line-Player kann auch mit einem tadellosen Bild aufwarten, ebenfalls ist die Verarbeitung gut. Das Laufwerk brilliert mit sehr guter Fehlerkorrektur. CD-Rs und CD-RWs werden wiedergeben.  Kleiner Kritikpunkt: Einige Bedienmängel. Diese hat der Yamaha DVD-S510 nicht, aber auch keine so gute Fehlerkorrektur. Man kann eben nicht alles haben, im Falle Yamaha aber auch wiederum ein wirklich sehr gutes Bild, welches eine Mittellösung zwischen dem sehr scharfen Pioneer DV-340 und den eher auf Harmonie bedachten JVC und Panasonic darstellt. Da der Yamaha-Player auf Philips-Komponenten aufgebaut ist, ist eine CD-R/CD-RW-Wiedergabe selbstverständlich. RGB gibt der Yamaha auch aus, umschalten muss man nichts dafür: Ist der Player an einer RGB-fähigen Scartbuchse am TV angeschlossen, schaltet er auf RGB um - auch wenn die Bedienungsanleitung sich vornehm darüber ausschweigt. Vornehm ausschweigen sollte man sich auch lieber über die Tatsache, dass der Sony DVP-NS300 noch nicht einmal in der Lage ist, CD-Rs wiederzugeben. Dafür hat der Player eine sehr schöne Menüführung, ein makellos gutes Bild und eine prima Fernbedienung. Die Fehlerkorrektur des Laufwerks ist allerdings alles andere als brillant. 

Die Aufsteiger: Komplettausstattung zum Sonderpreis

Wer etwas mehr ausgeben möchte, erhält für 799 DM den Toshiba SD-210E, der problemlos MP3-CDs und SVCDs, die dem oben schon genannten Standard entsprechen, abspielt. 

Top in seiner Klasse: Der Toshiba SD210E punktet in vielen Disziplinen

Der Player kann aber noch mit weiteren Tugenden aufwarten: So mit einem YUV-Ausgang (ohne Progressive Scan) und einem exzellenten Bild: Die Schärfe, der Kontrastumfang und die Detailwiedergabe sind vorbildlich. Einfach ist die Bedienung, zufrieden stellend die Verarbeitung des Geräts und die Fehlerkorrektur des Laufwerks. 749 DM kostet der "Evergreen" von Pioneer, der DV-535. Allerdings liegt der erzielbare Verkehrspreis, genau wie beim Toshiba, deutlich darunter. Das Bild des Pioneer ist noch immer sehr gut, aber ihm erwächst starke Konkurrenz aus dem eigenen Hause in Form des DV-340, der eigentlich alles genauso gut kann und dazu noch schmucker aussieht. Der DV-535 gibt aber via Scart RGB-Signale aus.  Für 899 DM kann der Kunde schon recht viel erwarten, und im Falle des Sony DVP-NS400D mit integriertem DD-Decoder bekommt er sogar noch mehr geboten: Einen Player ohne Schwächen, aber mit vielen Stärken: Sehr gutes Bild, tolle Ausstattung und prima klangliche Eigenschaften ergänzen sich zu einem sehr empfehlenswerten Gesamtpaket.

Starkes Paket: Der Sony DVP-NS400D

Dieses Prädikat kann man auch dem Philips DVD761 zum gleichen Listenpreis nicht absprechen, der ein hartnäckiger Konkurrent des Sony ist: Denn auch dem ebenfalls mit Dolby Digital-Decoder ausgestatteten Philips kann man nicht viel vorwerfen - die Stärken sind aber überzeugend: Einfache Bedienung, guter Klang des internen Decoders, und ein Bild ohne Schwächen. 

Was bekomme ich für rund 1000 DM?

Für diese Summe kann der Heimcineast schon gehobene Ansprüche stellen. Im Falle des 999 DM teuren Denon DVD-1000 werden diese beispielsweise durch einen perfekten Layerwechsel befriedigt. Ein großer Pufferspeicher und ein Laufwerk mit doppelter Auslesegeschwindigkeit machen es möglich. Selbstverständlich spielt der Denon, den es auch vom Gehäuse her eine Nummer kleiner als DVD-F100 (ebenfalls 999 DM) gibt, CD-Rs und CD-RWs ab. Auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, weil ungefiltert Software-Schwächen gezeigt werden: Die Detailtreue und die Bildschärfe bei Top-Software sind beim DVD-1000 noch immer bestechend. Dazu verfügt das Gerät auch über einen YUV-Ausgang (nicht Progressive Scan-fähig). Wermutstropfen: Keine RGB-Ausgabe via Scart.  Der DVD-1000 ist schon fast ein Klassiker in der schnelllebigen Welt der kurzen Modellzyklen, mit etwas Recherche ist er sicherlich auch unter dem Listenpreis aufzutreiben.

Keine Probleme mit dem Layerwechsel: Denon DVD-1000

Er spielt keine CD-Rs ab. Das ist das Einzige, was man dem Harman/Kardon DVD10 ernsthaft vorwerfen kann. Und das ist wirklich schade, wenn der Player verfügt über einen ausgezeichneten D/A-Wandler und könnte somit prima als Ersatz für den CD-Player diesen. Aber auch sonst spricht viel für den Harman /Kardon: So das elegante Design, die einfache Bedienung und nicht zuletzt das sehr gute Bild. Der Preis des Designerstücks unter den DVD-Playern: Ebenfalls 999 DM. 

Der Edle: Harman/Kardon DVD10

Auch wenn der Philips DVD957 mit einem Listenpreis von 1099 DM etwas über dem Rahmen dieser Kaufberatung liegt, so dürfte es in der Praxis problemlos möglich sein, ihn für 100 DM weniger zu bekommen.

Hervorragende Ausstattung: Philips DVD-957

Dafür erhält der Käufer ein exzellent ausgestattetes Gerät mit Dolby Digital- und DTS-Decoder, der auch noch prima klingt. Die in unserem Test beobachteten Abstürze waren wohl Einzelfälle, da ein zweites Gerät keinerlei Fehler aufwies und die Besitzer, wie man in unserem Forum nachlesen kann, durchweg sehr zufrieden sind. Der Philips spielt CD-Rs und CD-RWs ab und besitzt eine sehr brauchbare Fernbedienung. Mehr Ausstattung für weniger Geld gibt es kaum. 

Die Schnäppchen: Der besonders günstige Einstieg

Schon für rund 350 bis 400 DM kann man DVD-Player zum Schnäppchenpreis erwerben. Besonders rege werden die Restposten der gerade abgelaufenen Samsung-DVD-Player-Modellpalette verkauft. Der koreanisch Hersteller hat nun die nächste Generation präsentiert, das heißt aber nicht, dass die Kollektion des letzten Jahres schon zum alten Eisen gehört.  Der ehemalige Einstiegsplayer heißt DVD-511. Er kostete mal 550 DM und ist ein einfach ausgestatteter Basisplayer mit prima Bild und leichter Bedienung. Aber Vorsicht: Im Gegensatz zum DVD-611, DVD-711 und DVD-811 (mit Dolby Digital-Decoder) kann der "kleinste" Samsung keine CD-Rs wiedergeben. 

Guter und günstiger Einstieg: Samsungs DVD-Player-Auslaufmodell DVD-811

Die anderen drei können es, und sie kommen auch mit MP3-CDs zurecht - wenn auch nicht mit jeder. Daher gibt Samsung, wie die meisten anderen Hersteller auch, keine generelle Garantie für die Abspielsicherheit.  Preise von rund 400 DM für den DVD-611 und rund 450 bis 500 DM für den DVD-811, der mal 899 DM kostete, sind keine Seltenheit. Zwar sind vor allem Geräte der ersten Serie laut einiger Leser im Forum nicht immer ganz zuverlässig (Firmware), aber insgesamt überwiegen eindeutig die Stimmen der zufriedenen Besitzer. Unsere Testgeräte jedenfalls liefen einwandfrei und zeigten beachtliche Qualitäten. Fazit daher: Die Samsung-Player sind günstige Einstiegsmöglichkeiten für den Heimkino-Neuling. 

Das lässt sich auch vom Toshiba SD-100E sagen, laut Liste 799 DM teuer, in der Praxis aber sehr günstig erhältlich ist. Zwar spielt er (bis auf wenige Ausnahmen bei speziellen Rohlingen) keine CD-Rs ab, dafür glänzt er mit einem makellosen Bild mit sehr guter Bildschärfe. Zudem ist er auch noch einfach zu bedienen. Das trifft ebenfalls auf den Sony DVP-S335 zu, der ebenfalls ursprünglich 799 DM kostete. Da der Nachfolger Sony DVP-NS300 ebenfalls keine CD-Rs wiedergibt und das Laufwerk sogar aufgrund anderen Dämmung lauter ist, spricht einiges für den Vorgänger. Zu beachten ist aber, dass der DVP-NS300 mit 699 DM Verkaufspreis günstiger ist als der DVP-S335 es einmal war. Daher: Unter 600 DM sollte der Vorgänger schon kosten. Ansonsten ist der DVP-S335 ein sehr empfehlenswerter Player für den Newbie: Einfache Bedienung, problemloses Handling auch von DVDs, die als schwierig bekannt sind, und eine gute, sinnvolle Ausstattung. Die Bildqualität unterscheidet sich nur in Nuancen, da ist der Neue besser, aber auf den meisten Bildausgabegeräten wird dies kaum in Erscheinung treten. Richtig Glück hat, wer für rund 1000 DM noch ein neues Exemplar des inzwischen längst ausgelaufenen Pioneer DV-717 erwirbt (Ursprünglicher Neupreis: 1698 DM). Denn abgesehen von einem etwas langsamen Laufwerk und der nicht perfekten Bedienung ist der Player noch vollkommen auf der Höhe der Zeit. Das Bild ist nach wie vor top, der D/A-Wandler ist extrem gut, und die Verarbeitung beispielhaft. Für Preise um die 400 bis 500 DM ist auch der problemlose Panasonic DVD-RV20, der neu einmal 799 DM kostete, ein guter Kauf.  

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Rampacher
13. Juli 2001  

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