Test: Heimkino-System JVC TH-S5
29.06.2004 (cr)
Overview
All-in-One: Wer nicht viel Platz für eine AV-Anlage zur
Verfügung hat, zusätzlich noch keine extremen Pegel hört, auf ein schickes
Design Wert legt und keine Unsummen investieren möchte, kann guten Gewissens zu
einer Komplettlösung eines namhaften Herstellers greifen. Ein DVD-Receiver und
ein darauf abgestimmtes Lautsprechersystem mit fünf Satelliten und einem
Subwoofer sind in den meisten Fällen die Bestandteile eines solchen Pakets.
Viele Anbieter versuchen sich inzwischen auf diesem wachstumsträchtigen Gebiet,
besonders lange und erfolgreich beackern die Surroundexperten von JVC diese
Sparte. Grund genug für uns, einem in Bezug auf die Ausstattung und den Preis
attraktivem Set genau auf den Zahn zu fühlen: In eleganter silberner Farbgebung
aller Komponenten trat das 499,-- EUR kostende TH-S5-System bei uns an.
Zunächst verblüfften uns die Werte für die Ausgangsleistung: Für die Frontkanäle
stehen 2 x 120 W (4 Ohm, 1 KHz, 10% Klirrfaktor) zur Verfügung, für die
Surroundkanäle und den Centerkanal je 80 W (6 Ohm, 1 KHz, 10% Klirrfaktor),
hinzu kommt der Subwoofer mit weiteren 120 W (4 Ohm, 100 Hz, 10% Klirrfaktor).
Die hohen Klairrfaktorwerte sind bei solchen nicht auf maximale akustische
Reinheit ausgelegten Offerten normal, nicht normal hingegen sind die kräftigen
Leistungsangaben, die zumindest in mittelgroßen Hörräumen keine
Kraft-Defizite erkennen lassen dürften. Doch dass die TH-S5 dem Datenblatt nach
gut im Futter steht, ist noch nicht alles, denn JVC zeigt sich auch bei der
Ausstattung spendabel: Das fängt mit einer PAL Progressive
Scan-Bildsignalausgabe über den Komponentenausgang an, geht mit einer
integrierten DVD Audio-Wiedergabe weiter und endet bei aufwändig konstruierten
omnipolar abstrahlenden Surroundlautsprechern.
Finish/Anmutung
Styling-F(l)achmann: Mit seinen sanften Rundungen gefällt der
niedrige DVD-Receiver
Kleiner Schönling: Elegante Laufwerkslade
Futuristisch: Die progressiv gestylte Headunit passt
hervorragend zu modernen Einrichtungen
Nach dem Auspacken ist man mit seinem Kauf spontan zufrieden,
denn das sehr schick aussehende Hauptgerät überzeugt durch die hochwertige
Verarbeitung. Alle Bedienelemente sind von tadelloser Qualität, der
Lautstärke-Drehregler fasst sich ordentlich an. Das Display bietet eine prima
Auflösung, und die mitgelieferte Fernbedienung ist von voll zufriedenstellender
Materialgüte. Der Preisklasse ist der IR-Controller absolut angemessen.
Kompakt und attraktiv: Optisch machen die beiden Front- und
der Centerlautsprecher einiges her
"Daniel Düsentrieb": Die Optik der
Surround-Lautsprecher erinnert an Jet-Triebwerke
Die Lautsprecher bringen, in diesen finanziellen Regionen auch
nicht weiter verwerflich, ein Kunststoffgehäuse mit - durch die
ordentliche Verarbeitung jedoch wirken die kleinen mitgelieferten Boxen trotzdem
nicht minderwertig und billig, sondern überzeugen durch ihre respektable
Qualität. Auch die Abdeckgitter des Centers und der beiden Frontlautsprecher
sind ordentlich verarbeitet. Beim Subwoofer hinterlässt die Front einen guten
Eindruck, während die Rückseite ausreichend verarbeitet ist. Hier wird eben
doch deutlich, dass man, um einen solchen Kaufpreis realisieren zu können,
irgendwo am Material sparen muss.
Versteckte Werte: Im Subwoofer verbergen sich die Endstufen
für alle Kanäle
Spartanisch: Die Rückseite des Subwoofers zeigt nur eine
ausreichende Anmutung
Insgesamt zeigt die Verarbeitung ein ordentliches Niveau - für
499,-- EUR kann der Kunde eigentlich kaum mehr erwarten. Lobenswert ist auf
jeden Fall, dass JVC - bis auf die Rückseite des Subwoofers, aber hier bieten
Konkurrenzprodukte auch keinesfalls mehr - geschickt kaschiert, dass man, um
einen solchen Kaufpreis zu realisieren, irgendwo den Rotstift ansetzen
muss.
Bewertung     
Ausstattung
Da bekommt der Heimkino-Einsteiger wahrhaftig eine Menge
geboten: Nicht nur, dass die Endstufen mit 120 Watt (Front links und rechts,
Subwoofer) beziehungsweise 80 Watt (Surround- und Center-Lautsprecher) zumindest
der Papierform nach gut bei Kräften sind, auch liefert JVC sogar - überaus
großzügig für diese Preisliga - eine DVD Audio-Wiedergabemöglichkeit mit.
Die omni-direktionalen Surround-Lautsprecher versprechen ein weiträumiges
Surround-Klangfeld und sind für eine Anlage dieser Art aufwändig konstruiert.
Sie sind mit einem vertikal nach oben gerichteten Lautsprecher-Chassis und einem
speziell geformten Diffusor ausgestattet.
Durch omnipolare Abstrahlung möchte JVC eine bessere
Raumwirkung des Surround-Klangfelds bewirken
So sieht das Ganze dann beim "wirklichen"
Lautsprecher aus
Der Omnipol-Lautsprecher von oben
Das Klangfeld wird dadurch nicht einfach nur nach vorn, sondern
auch nach oben und damit horizontal in alle Richtungen gelenkt, um mehr Räumlichkeit
darzustellen. Das Klangfeld der omnidirektionalen Lautsprecher breitet sich in
alle Richtungen aus und wird dazu von Wand und Decke reflektiert. Dies ist eine
Methode zur Optimierung der Akustik von Heimkino-Systemen, die gerade in der
Kateogrie der Heimkino-Komplettlösungen bisher selten genutzt wurde. Auch wenn
man das Hörerlebnis natürlich nicht mit ausgewachsenen Anlagen mit Dipolen
oder Omnipolen vergleichen kann, so agieren die Omnipole von JVC - mehr dazu
später in der Tonwertung - doch für eine solche Komplettlösung erstaunlich
gut.
JVC hat in die TH-S5 auch das automatische Einmesssystem
"Smart Setup" integriert. Smart Setup ist eine besonders einfache Möglichkeit,
das Lautsprecher-Setup durchzuführen. Der Anwender klatscht lediglich über
seinem Kopf in die Hände, und vom Hörplatz aus wird die Delay- und die
Pegeleinstellung für alle Lautsprecher vorgenommen. Um dies zu ermöglichen, wählt
das System zuerst den Lautsprecher, der am nächsten an der Hörposition steht.
In der Praxis funktioniert dieses System sogar wirklich gut und vor allem auch
wirklich schnell. Natürlich kann nicht der Funktionsumfang und die
Einmessqualität der ausgefeilten automatisierten Einmesssysteme erwartet
werden, die Denon, Pioneer oder Yamaha anbieten - aber für ein Produkt dieser
Preisklasse kann man mit dem Ergebnis und der Funktionsweise vollauf zufrieden
sein.
In der Videosektion ist ein 54 MHz/10-Bit Video-D/A-Wandler
verbaut, für diese Preisregionen absolut in Ordnung. Die Möglichkeit zur progressiven Signalausgabe über den YUV-Ausgang
ist inzwischen auch bei solchen Offerten Gang und Gäbe. Wer die TH-S5
anschließen möchte, sollte sich zuerst über die geeignete Signal-Ausgabeform
im Klaren sein, denn es kann entweder RGB, S-Video oder YUV-Progressive (nicht
YUV-interlaced!) wiedergegeben werden. Der eingebaute DVD-Player verfügt zudem
über eine Zoom-Funktion. Insgesamt eine löbliche Ausstattung für 499,-- EUR.
Bewertung     
Multimedia/Laufwerk
Wie es die Multimedia-Liebhaber wünschen, ist die Formatkompatibilität
groß. Die TH-S5 kann alle gängigen Formate wiedergeben, also DVD
Video, DVD-R, DVD-RW, DVD+R, DVD+RW, CD-R/-RW, jpeg, MP2, WMA, VCD und SVCD.
Ebenfalls ist die JVC-Anlage in der Lage, MPEP4-Discs und sogar DVD Audio-Medien
einzulesen. Nachteile: Im MP3-Betrieb ist nur ein kompletter Titelsprung,
aber überhaupt kein Spulen innerhalb eines Stücks möglich.
Da freut sich der MP3-Fan: Anzeige der ID3-Tags (links unter
"Track Information")
Dafür können ID3-Tags
angezeigt werden, das Menü ist übersichtlich
und leicht zu handhaben. Die Optik des Graphical User Interface wirkt allerdings
etwas "old fashioned". Eine Programm- und eine Zufallswiedergabe ist
auch bei MP3-DVDs möglich. Durch die "Express Play Start"-Funktion,
die eine besonders schnelle Wiedergabe der Disc nach dem Einlegen garantiert,
sind die Einlesezeiten extrem kurz - hervorragend.
AREA DVD Formate und Disc Type-Check:
-
DVD Video, Medien von zerkratzt bis neuwertig: Tadellose Fehlerkorrektur,
null Abstürze - eine tadellose Betriebssicherheit.
-
DVD+R, Neuwertiges Medium: Einleseprozess ohne Probleme.
Bild- und Tonqualität ohne Mängel.
-
DVD-R, Medien von fast neuwertig bis versehen mit gut
sichtbaren Kratzern: Hier macht die TH-S5 keinerlei Schwierigkeiten und
liefert ein störungsfreies Bild ohne Pixelbildungen oder Aussetzer.
-
DVD-RW VR Mode, Medium wird nicht eingelesen.
-
DVD-RW Video Mode, Medium mit leichten Gebrauchsspuren: Bildwiedergabe
ohne Probleme, keine Tonaussetzer
-
CD/CD-R: Medien von neuwertig bis zerkratzt: Selbst optisch
stark mitgenommene Discs spielt das TH-S5-System ab. Nur bei einzelnen
Härtefällen aus dem CD-Wechsler im Auto des Testers war die Wiedergabe nur
mit häufigeren Tonstörungen und Unterbrechungen möglich.
-
SVCD, Medium mit stärkeren Gebrauchsspuren: Bild fast ohne
Mängel, nur zu Beginn der Disc kurze Bild- und Tonstörung.
-
jpeg auf CD, Medium fast neuwertig: Sehr gute Bildqualität,
recht schneller Einlesevorgang - Mission gelungen.
-
Single Session MP3 und jpeg-Bilder zusammen auf einer CD-R,
Medium neuwertig: Keine Wiedergabe des kompletten Inhalts, nur die
MP3-Dateien werden angezeigt. Die kombinierte Wiedergabe von MP3-Stücken
und JPEG-Dateien in Form von einer mit Sound hinterlegten Dia-Show ist hier
nicht möglich.
-
Multisession MP3 (3 Sessions) auf CD-R, Medien mit praktisch
keinen bis starken
optischen Betriebsspuren: Das war zuviel für die TH-S5 - zwar werden
Multisession-CDs eingelesen, mit unserer extrem mitgenommenen Test-CD kam
die Fehlerkorrektur nicht mehr zurecht und produzierte pausenlos Aussetzer.
Mit exakt derselben Testscheibe hatte der multimedial brillante Kenwood DVF-3080
keine Probleme.
-
Singe Session MP3 auf DVD-R, neues Medium ohne
Gebrauchsspuren: Keine Wiedergabe.
Das Laufgeräusch des Laufwerks ist als leise einzustufen und stört weder im
Betrieb noch während des Einlesevorgangs das Film- oder Musikvergnügen
nennenswert. Wir raten
Kaufinteressenten, vor dem endgültigen Kauf bei jedem ins Auge gefassten
DVD-Players oder Komplettsystems das Niveau des Betriebsgeräusches im Selbsttest zu beurteilen.
Insgesamt sind die Multimedia- und Laufwerkseigenschaften des
TH-S5-Systems gut, aber nicht überdurchschnittlich. Es fehlen
Wiedergabemöglichkeiten für DVD-RWs, die im VR-Mode aufgenommen wurden, für
DVD-Rs mit MP3-Dateien und für Discs, die kombiniert jpeg-Dateien und MP3-Sets
enthalten - hier werden die MP3-Dateien zwar erkannt, die jpeg-Bilder aber
werden nicht aufgeführt und können somit auch nicht wiedergegeben werden.
Verbesserungspotential findet sich auch noch beim Layerwechsel - hier sind das
Stehen bleiben des Bildes und der Tonaussetzer noch zu lang. Sehr lobenswert ist
hingegen die Anzeigemöglichkeit für ID3-Tags.
Anmerkung: Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir diese oben
geschilderten Erfahrungen mit unserem Testsample gemacht haben. Wir übernehmen
somit keine Verantwortung, dass alle ausgelieferten JVC TH-S5 die
identischen Eigenschaften mitbringen. Ebenso können aufgrund der Vielzahl der
Disc-Erstellungsformen immer Inkompatibilitäten auftreten. Sollte eine Disc
nicht abgespielt werden, so kann das Brennprogramm bzw. die eingestellten
Parameter oder der verwendete Rohling die Ursache sein.
Bewertung     
Anschlüsse
Wer üppige Anschlussmöglichkeiten schätzt, sollte keine
Komplettlösung kaufen
Die Anschlussbestückung umfasst den für die
Progressive-Signalausgabe obligatorischen Komponenten (YUV)-Ausgang, eine
RGB-fähige Scartbuchse, einen S-Video-Ausgang, einen
2-Kanal-Audio-Externeingang sowie einen optischen Digitaleingang - viel mehr
kann der Kunde bei Komplettlösungen dieser Kategorie auch nicht erwarten.
Bewertung     
Bedienung
Keine Kritik: Das Display der Headunit überzeugte uns
Erfreulich: Die schlichten, klar aufgebauten On Screen Menüs
sind auch für Einsteiger einfach zu durchschauen. Auch das Display des
Hauptgeräts überzeugt, was man von der Fernbedienung nicht in allen Belangen
sagen kann, denn die Tasten, die sich unter einer Klappe im unteren Bereich des
IR-Controllers befinden, sind etwas klein geraten. Da es zusätzlich noch recht
viele Knöpfe gibt, wird die Bedienung leicht erschwert. Die Reichweite und das
zentral untergebrachte Navigationskreuz überzeugen hingegen. Die Signal-Umschaltung zwischen RGB, S-Video und YUV-Progressive
mittels einer dafür vorgesehenen Taste auf der Fernbedienung ist etwas
gewöhnungsbedürftig. Dafür sind die Pegel- und Distanzeinstellungen - zum
Teil dank der Smart Surround-Set-Up-Funktion - schnell getroffen. Mit hoher
Geschwindigkeit funktioniert auch das Kapitel springen.
"Klappe halten": Unter der Abdeckklappe links im
Bild befinden sich weniger oft benötigte Funktionstasten
Nicht optimal: Die Tasten unter der Abdeckung sind zu
zahlreich, zu klein und haben alle die identische Form
Bewertung     
Testequipment
Bild Progressive/Interlaced
Für eine 499,-- EUR kostende Komplettlösung macht die TH-S5
ihre Sache erstaunlich gut. Im PAL Progressive-Betrieb wird ein homogenes,
gefälliges Bild geboten. Die Schärfewerte sind beachtlich, nur bei DVDs mit extrem scharfem Bild
bemerkt man bei der Wiedergabe über teure PAL
PS-Playern einen sichtbaren Unterschied bei der Wiedergabe. Auch sonst
Eitel Sonnenschein in der Bildwertung, denn vom unruhigen, von der
Bewegungsdarstellung her unbefriedigenden und verwaschenen Bild vieler
Progressive Scan-Einstiegsgeräte ist bei der TH-S5 praktisch nichts zu sehen.
Auch bei der Produktion störender Rauschmuster hält sich der integrierte
DVD-Player angenehm zurück. Spezielle Testbilder, vorgesehen für den
Progressive San-Betrieb, meistert die TH-S5 absolut überzeugend - wenn es um
Filmmaterial geht. Mit Videomaterial kommt der De-Interlacer nicht ganz so gut
zurecht und produziert hier sichtbare Flimmereffekte, wobei das Gesamtergebnis
in Anbetracht der schlechten Performance vieler anderer Angebote immer noch in
Ordnung ist - für diese Preisklasse zeigt die JVC-Offerte jedenfalls eine
erstaunliche Reife, die sich auch in der ausgewogenen Farbwiedergabe und dem
guten Kontrast zeigt. In dunklen Szenen verschluckt die TH-S5 keine Details,
sondern offeriert ein gut abgestuftes, natürliches Bild. Auch in sehr stark
kontrastierenden Sequenzen behält JVCs eingebauter DVD-Spieler die Ruhe und
ermöglicht eine ausbalancierte, souveräne Darstellung. Am Interlaced-Bild gibt
es mit der natürlichen Bildschärfe, der guten Detailauflösung und der
praktisch völligen Abwesenheit von Bildrauschen ebenfalls nichts auszusetzen.
Fazit: Gratulation an JVC - nur NTSC-Liebhaber werden unserer Euphorie nicht
ganz folgen können: Denn die TH-S5 wandelt NTSC-Bildsignale vor der
Weiterverarbeitung erst einmal in PAL 60-Signale um, was zu einer Einschränkung
bei der Bildqualität führt - wie bei jeder Normwandlung. Dies gibt einen
leichten Punktabzug, ändert aber nichts daran, dass die visuelle Performance
insgesamt für diese Preisklasse bei einer Komplettlösung hervorragend ist.
Bewertung     
Pegelfestigkeit
Nur nie aufgeben: Dies scheint das Motto der TH-S5 bei der Bewertung der
Pegelfestigkeit zu sein. Wer es nicht absolut übertreibt und die TH-S5
praktisch mit maximalem Pegel betreibt (was in Anbetracht der dann drastisch
zunehmenden Verzerrungen auch nicht empfehlenswert ist), sondern es bei
Lautstärken belässt, die auch noch auf Dauer von allen zu ertragen sind, wird
sich kaum beklagen können, denn auch nach vierstündigem Betrieb mit Pegeln
deutlich über Zimmerlautstärke schwächelt die Anlage nicht - dies ist eine
absolut zufriedenstellende, überzeugende Leistung.
Filmton/Mehrkanal-Musikwiedergabe
In diesen Disziplinen erreicht die TH-S5 deutlich bessere Werte, als man ihr
von ihrer Konzeption her zugetraut hätte. Besonders zu loben ist das kräftige
Fundament, das der Subwoofer mit ausreichendem Gehäusevolumen bei moderaten
Pegeln bereit stellt; keine Spur von unpräzisem "Herumdröhnen" und
von einem zu hohen, hohl klingenden Bass - erstaunlich satt legt der Sub los und
sorgt so erfolgreich dafür, dass der Film- und Musikspaß akustisch nicht zu
kurz kommt. Gehemmt durch das vergleichsweise einfache Kunststoffgehäuse,
erreicht JVCs Komplettpaket auf der anderen Seite des Frequenzspektrums, dem
Hochtonbereich, keine so überzeugenden Werte, wobei man hier immer die
Relationen beachten sollte - vom dumpfen, undifferenzierten
"Blumentopf-Sound" vieler billiger Sub-/Sat-Angebote ist die TH-S5 ein
deutliches Stück entfernt. Bei kleineren Pegeln kann man daher mit dem
Gebotenen sehr gut leben und sogar klassische Musikstücke in anhörbarer
Qualität genießen - dies verdient echtes Lob, denn verschiedene, bereits von
uns gehörte Komplettlösungen versagten hier kläglich. Aufgrund der
mangelhaften akustischen Performance haben wir in diesen Fällen sogar von einem
Test abgesehen - aber die TH-S5 beweist, dass es auch anders geht. Nicht jeder
ist ein kompromissloser Pegeltreiber, viele potentielle Käufer möchten einfach
bei Zimmerlautstärke oder leicht darüber angenehm Musik oder Filmton genießen
- und für diese Klientel ist JVCs Angebot wirklich gut gelungen. Auch wenn die
DVD Audio-Wiedergabe eher als nettes Zusatzfeature zu verstehen ist: Blamieren
tut sich die kleine Anlage auch hier nicht. Die Klangverteilung ist homogen, der
Sound angenehm. Wenn man einen effektgeladenen Blockbuster einlegt, dann
scheucht die TH-S5 die Effektlawinen überraschend energisch durch den Hörraum
- von lustloser Kraftlosigkeit und massiver Durchsetzungsschwäche ist hier
nichts zu spüren. Die omnipolaren Surround-Lautsprecher agieren gelungen und
ermöglichen ein weiträumiges, luftig wirkendes Surround-Klangfeld - dies muss
wirklich als besonderer Pluspunkt vermerkt werden, denn normalerweise ist gerade
bei solchen Systemen die Surround-Klangverteilung ein eher trauriges Kapitel. Zu
stark um den Lautsprecher konzentiert und mit zu wenig Breitenwirkung, ist die
Effektwiedergabe wenig reizvoll. JVC scheint hier auf das richtige Pferd zu
setzen und ermöglicht einen deutlich breiteren, dichteren Surroundklang mit
befriedigender Präzision.
Dolby Pro Logic II
Gute Leistungen erzielt die TH-S5 bei der Dolby Pro Logic II-Wiedergabe. Mit
einer ordentlichen Stimmwiedergabe, die nur im Hochtonbereich leicht gedämpft
wirkt, einem recht präzisen, nicht zu dick auftragendem, aber auch nicht zu
schmalem Bass sowie der insgesamt homogenen Darstellung überzeugt die
Surround-Komplettlösung in PL II-Music-Einsatz. Auch bei der Anwahl des "Movie"-Programmes
zeigt sich ein zufriedenes Lächeln beim Tester. Prima Stimmverständlichkeit,
eine ordentlich aufgebaute, wenn auch (selbst beim Aufdrehen der Surroundpegel)
etwas leise Klangkulisse sind die Merkmale. Dass die Surroundklangkulisse als
etwas zurückhaltend wahngenommen wird, liegt am omnipolaren Arbeitsprinzip der
Surround-Lautsprecher. Durch das spezielle Abstrahlverhalten wird zwar ein
voluminöses, weitläufiges, aber kein übertrieben lautes Surround-Soundfeld
erreicht. Auf jeden Fall raten wir, beim Einpegeln die Werte für die beiden
Surroundboxen deutlich höher einzustellen als bei den Frontlautsprechern, dem
Center und dem Subwoofer.
Stereoklang
Wie man sich bei einer derartigen Komplettlösung eigentlich schon denken
kann, ist ein besonders guter Stereoklang nicht das herausragende Merkmal -
Stereo-Hörer mit gewissen Ambitionen in Bezug auf die Klangreinheit sind hier
entschieden falsch aufgehoben. Wer nur ab und zu Musik in Stereo hören möchte,
kann hingegen getrost zur TH-S5 greifen, denn für normale Anforderungen reicht
das Gebotene aus. Die gefahrenen Pegel sollten jedoch in einem erträglichen
Maß liegen - nicht, dass die Anlage keine höheren Lautstärken liefern
könnte, aber bei größeren Pegeln wirkt der Sound dann doch etwas ausdruckslos
und mittenbetont-dumpf.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Wer nicht viel für eine komplette AV-Lösung ausgeben möchte,
aber trotzdem auf ein gewisses qualitatives Niveau bei allen Komponenten achtet,
wird mit der JVC TH-S5 für 499,-- EUR sehr zufrieden sein. Besonders Lob
verdient das ausgewogene, harmonische und klare Bild, das selbst manchem
DVD-Player der Mittelklasse nicht schlecht zu Gesicht stünde. Die akustischen
Eigenschaften sind voll zufrieden stellend, gerade im Stereobetrieb kann man
natürlich keine Wunder erwarten. In Mehrkanal-Betrieb jedoch sind die
Leistungen vollkommen in Ordnung, besonders erfreulich sind das voluminöse
Surround-Klangfeld und der kräftige Bass des Subwoofers. Die Pegelfestigkeit
gibt ebenfalls keinen Anlass zur Klage. Positive Eindrücke hinterlässt auch
die Verarbeitung, die Laufwerkseigenschaften sind bis auf den zu langen
Layerwechsel gut zu nennen und fügen sich somit in ein insgesamt erfreuliches
Bild. Kleine Kritikpunkte finden sich in Form der etwas unübersichtlichen und
mit zu kleinen Tasten versehenen Fernbedienung. Was die abspielbaren Formate
angeht, wird ein ordentliches, aber kein überdurchschnittliches Ergebnis
erzielt. Unsere Bilanz: Bei JVC bekommt der geneigte Kunde für 499,-- EUR eine
Menge geboten und erhält eine erstaunlich vollwertige Home-Cinema-in-a-
Box-Komplettlösung.
Für 499,-- EUR stellt die TH-S5 ein faires und qualitativ
überzeugendes Angebot dar

Einsteigerklasse
Test 29. Juni 2004
Preis-/Leistungsverhältnis:     
Pro:
-
Sehr gutes, homogenes Bild
-
Erstaunlich gute Surround-Klangwirkung
-
Kräftiger Subwoofer
-
Für Komplettlösung tadellose Pegelfestigkeit
-
Reichhaltige Ausstattung
-
Leises Laufwerk mit insgesamt hoher Betriebssicherheit
-
ID3-Tag-Anzeige im MP3-Betrieb
-
Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
-
Fernbedienung unübersichtlich
-
Keine Wiedergabe von im VR-Modus aufgenommen DVD-RWs
-
Verbesserungswürdiger Layerwechsel
Die technischen Daten
-
Design-Kontrollcenter mit DVD-Player & RDS-Tuner
-
DVD-Audio/Video,DVD-R/-RW(Video-Format),CD-R/RW,
CD,MP3/JPEG/WMA/MPEG-4(je CD-R/RW),S/VCD komp.
-
Dolby Digital-/dts-/Dolby ProLogic II-Decoder
-
PAL-Progressive & Smart Surround Setup
-
Rolling Pickup & Express Play Start
-
Omni-Direktionale Surround-Lautsprecher
-
2 x 120 W (Front) + 3 x 80 W (Center/Surround)
sowie 120 W aktiver Subwoofer (je 10 % Klirr.)
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DVD Zeitlupen-, Suchlauf-Funktion (je vorwärts/rückwärts)
sowie
Lesezeichen- & Zoom-Funktion
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Hochleistungs-1-Chip-A/V-Decoder
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192 KHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler & 10-Bit/54 MHz Video-D/A-Wandler
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Audio-Eingänge: 1 analog + 1 digital & Kopfhörer-Ausgang
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Video-Ausgänge: SCART(RGB, S-Video, FBAS) & Komponenten
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Inkl. 5 Satelliten-Lautsprecher & Subwoofer
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Bassreflex-Subwoofer mit 16 cm Lautsprecherchassis
(geschirmt)
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"Multi-Brand"-TV & VCR-Fernbedienung
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Farbe: silbern
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Preis (UVP): 499,-- EUR
29.Juni 2004
Test: Carsten Rampacher
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