Test: JVC RX-7042S - Konkurrenz fürs Establishment?

25.11.2004 (cr)

 

Overview

Denon, Onkyo, Marantz, Pioneer, Yamaha, Harman Kardon - solche Namen fallen spontan, wenn man an umfangreich ausgestattete AV-Receiver mit hervorragender Performance zu fair kalkulierten Preisen denkt. Die klassischen Vollsortimenter sind gegenüber den "Multichannel-Spezialisten", die ihre Anstrengungen ausschließlich oder zu einem großen Teil einer möglichst authentischen Heimkinoerfahrung widmen, deutlich ins Hintertreffen geraten - zumindest sollte man so denken, wenn man Leistungsdaten und Ausstattungsprofile vergleicht. 

Der JVC RX-7042S, für 499 € im Handel erhältlich, möchte nun den Gegenbeweis antreten - auch ein Vollsortimenter wie JVC kann Home Cinema-Receiver anbieten, die eine ansprechende Leistungsfähigkeit in allen Disziplinen mitbringen. Mit sechs jeweils 100 Watt starken Endstufen und allen "standesüblichen" Decodern außer Dolby Pro Logic IIx (hier muss Pro Logic II ausreichen) sowie einer "Quick Setup"-Funktion finden sich auf den ersten Blick keine großen Besonderheiten - wer genauer hinsieht, stellt jedoch fest, dass die DSP-Sektion des JVC recht aufwändig geraten ist - lesen Sie, wie sich der RX-7042S in unserem Praxistest schlägt.

Finish

Der Lautstärkedrehregler: Gut verarbeitet, aber leider nur Kunststoff

Der RX-7042S ist ordentlich verarbeitet - Nachlässigkeit und mangelnde Sorgfalt lassen sich nicht ausmachen. Kritik gibt es aber für die Frontplatte aus Kunststoff, der sich auch gleich auf den ersten Blick als solcher zu erkennen lässt. Hier wäre eine Frontblende aus Aluminium wünschenswert. Die mitgelieferte Fernbedienung ist für die Preisklasse tadellos, zu loben ist auch das hochwertig wirkende Gerätedisplay. Keine negativen Überraschungen bürgt die gut verarbeitete Geräterückseite.

Macht Freude: Das ausgezeichnete Display

Bewertung
Features und verwendete Baugruppen

Alles an Bord: Ein umfangreiches Decodersortiment plus größerer DSP-Sektion zeichnet den JVC aus

Der JVC stellt bis auf Pro Logic II x alle relevanten Decoder zur Verfügung: Decodiert werden: 

  • Dolby Digital 5.1 

  • Dolby Digital 5.1 EX

  • Dolby Pro Logic II mit allen Einstellmöglichkeiten

  • dts ES Matrix/Discrete 6.1

  • dts Neo:6

  • dts 96/24

Im Vergleich zu manchem Konkurrenten vermissen wir beim RX-7042S eine siebte Endstufe und einen Videonormwandler (von Video auf S-Video inzwischen auch in dieser Preisliga öfters zu finden. Ein richtiger Netzschalter zusätzlich zum Standby-Schalter würde sich auch gut machen. Das Fehlen der Endstufe ist aufgrund den sehr guten akustischen Leistungen des 7042er jedoch nicht wirklich tragisch. Ein Auto Setup fürs automatisierte Einmessen der Lautsprecher ist beim RX-7042S nicht vorhanden, was sich in der Praxis aber durch die einfache Durchführung eines normalen Setups verschmerzen lässt. Außerdem hat JVC einen wirklich reichhaltigen DSP-Teil spendiert, der zunächst aus einem Equalizer besteht. Bei folgenden Frequenzen kann ein Frequenzgangausgleich in 2 dB-Schritten vorgenommen werden:

  • 63 Hz

  • 250 Hz

  • 1 kHz

  • 4 kHz

  • 16 kHz (Obergrenze dessen, was ein normaler erwachsener Mensch hören kann)

Zusätzlich verfügt der JVC über einen digitalen Akustik-Prozessor (DAP), der verschiedene Programme mitbringt. Hier eine Auflistung:

  • Hall 1: Bei dieser Einstellung wird das Klangfeld einer großen rechteckigen Konzerthalle reproduziert, wie sie vor allem für klassische Konzerte verwendet wird. Größe: ca. 2000 Sitzplätze. 

  • Hall 2: Ebenfalls rund 200 Sitzplätze starke Halle für klassische Konzerte, allerdings im Aufbau eines Hörsaals und nicht streng rechteckig.

  • Live Club: Simuliert Musikclub mit niedriger Decke

  • Dance Club: Simuliert räumliches Gefühl eines Tanzclubs

  • Pavillon: Räumlicher Eindruck eines Pavillons mit hoher Decke

  • Theater 1: Räumlicher Eindruck eines Kinosaals mit ca. 600 Sitzplätzen

  • Theater 2: Simulation eines kleineren Kinosaals mit etwa 300 Sitzplätzen

Bei Verwendung der JVC-eigenen DSP-Modi kann man noch weitere Justagen tätigen:

  • "Effect" stellt die Intensität des Effektpegels ein, Bereich 1 bis 5, Grundeinstellung 3

  • "Roomsize": Einstellung der virtuellen Raumgröße, Regelbereich und Grundeinstellung identisch mit "Effect"

  • "Liveness": Stellt den Live-Effekt ein. Mit zunehmendem Wert nimmt die zeitabhängige Reflexionsdämpfung ab, so dass das erzeugte Klangbild immer mehr dem für eine Live-Aufführung typischen Klangbild ähnelt (Einstellbereich/Grundeinstellung siehe oben)

Insgesamt gefällt die umfangreich bestückte DSP-Sektion, die auch klanglich wirklich nicht schlecht gelungen ist. Voraussetzung ist natürlich, dass DSP-Modus und Quellmaterial zusammen passen. Nachteile des RX-7042S: Keine siebte Endstufe, kein PLIIx und kein Videonormwandler. 

Bewertung
Anschlüsse

Durchschnitt: Extrem üppig fällt die Anschlussbestückung nicht aus

Die Anschlussbestückung ist insgesamt durchschnittlich, ordentlich ist die Bestückung mit vier digitalen Eingängen (3 x optisch, 1 koaxial) - aber nicht überdurchschnittlich: Schon der 100 € günstigere Denon AVR-1905 bringt ebenso viele Digitaleingänge mit. Die Anzahl der AV-Eingänge ist nicht gerade sehr groß geraten, zudem fehlt ein 6.1- Vorverstärkerausgang (der Denon AVR-1905  mit sieben Endstufen bringt einen 7.1-Preout mit). Die Lautsprecher-Schraubverschlüsse wehren sich hartnäckig gegen die Verbindungsaufnahme mit hochwertigen Bananensteckern. Weiterer Nachteil: kein Front AV vorhanden. YUV-Terminals bringt der 7042er ebenso mit wie einen optischen digitalen Ausgang. 

Die Übersicht:

  • Eingänge Audio: 6-Kanal-Eingang, 4 x Digital (3 x optisch, 1 x koaxial), 3 AV-Eingänge, 2 Audio-Eingänge
    Eingänge Video: 2 x YUV, 3 x AV (S-Video/Composite) 
    Ausgänge Audio: Digital optisch, Sub-Preout, AV-Ausgang, Audioausgang analog
    Ausgänge Video: YUV, AV (S-Video/Composite), Monitor Out (Composite/S-Video)
Bewertung 
Bedienung

Sehr gut: Leuchtende Tasten, problemlos erreichbares Navigationskreuz

Weniger gut: Zu viele gleichförmige Tasten unter der Klappe der Fernbedienung

Der RX-7042S überzeugt im Bedienungskapitel durch viele verschiedene Merkmale. Zunächst positiv zu vermerken wäre die Möglichkeit für extrem ungeduldige Zeitgenossen, ein "Quick Setup" durchzuführen. Hierzu wird die "Quick Setup"-Taste am AV-Receiver selbst gedrückt. Die dann folgenden Einstellarbeiten sind sehr schnell erledigt, denn es muss nur die angeschlossene Lautsprecherkonfiguration (z.B. 5.0 oder 6.1) und die Raumgröße (Large, Mid, Small) eingestellt werden. Ob "large", "mid" oder "small" die passende Raumgröße ist, leitet sich vom ca.-Abstand der einzelnen Lautsprechergruppen vom Hörplatz ab. Genaue Instruktionen hält die Bedienungsanleitung auf Seite 25 bereit. Natürlich dürfen von einer solchen eher groben Festlegung der wichtigsten Basisdaten keine Wunder in Bezug auf die klangliche Wirkung erwarten. Mehr drin ist mit einem ausführlichen Setup, das lobenswerterweise auch keinen großen Zeitaufwand mit sich bringt. Auch hier ist es am praktischsten, mittels eines Dreh-/Drückstellers und zwei Funktionstasten, direkt am Gerät zu agieren: Es sind „Setting“ (z.B. für Distanz der einzelnen Lautsprecher vom Hörplatz und die Zuweisung der digitalen Eingänge) und „Adjust (z.B. für Lautsprecherpegel und EQ-Einstellungen) vorhanden. Gewöhnen muss man sich allerdings daran, dass die sehr wichtige Einpegelung für die Lautsprecher sich relativ weit hinten im „Adjust“-Untermenü befindet. Die Einstellung der Lautsprecherdistanz zum Hörplatz lässt sich in 0,3 m-Schritten festlegen, allerdings nur in Lautsprecher-Gruppen (Vorn links/rechts, Center, Surround links/rechts).  Ebenfalls ist die Subwoofer-Übernahmefrequenz hier einstellbar, neben einer 80 Hz- gibt es noch folgende Stufen: 100, 120, 150 und 200 Hz. Anstatt der überflüssigen 200 Hz-Einstellung wäre eher ein zusätzlicher 60 Hz-Einstellwert sinnvoll gewesen. Anwählbar ist auch, ob man zusätzlich zum aktiven Subwoofer - im Falle von Frontlautsprechern in "large"-Einstellung - noch die beiden Frontboxen mit der Basswiedergabe beauftragen möchte (Einstellung S WFR: LFE + Main). 

Die mitgelieferte Fernbedienung überzeugt durch ihre leuchtenden Tasten und durch das praktisch untergebrachte Navigationskreuz. Nicht der Weisheit letzter Schuss jedoch sind die zu kleinen, gleichförmigen Tasten, die sich unter der nach unten ziehbaren Klappe des IR-Gebers befinden. Die Arbeit mit diesen Funktionstasten wird durch die ungünstigen Kontrastverhältnisse und die kleine Doppelbeschriftung weiter erschwert. Trost für JVC: Dieses Problem ist weit verbreitet und bei vielen Konkurrenten ebenfalls zu finden. Nichts zu kritisieren gibt es am klar und kontrastreich darstellenden Gerätedisplay mit Punktmatrixauflösung.

Bewertung:
Klang

Testequipment:

Pegelfestigkeit

Lässt es krachen: Beim JVC RX-7042S steht ein kräftiger, bassstarker Sound im Vordergrund

Selbst ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer geht es beim RX-V7042 mit beachtlicher Kraft voran - keinesfalls eine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse. Um die Vorteile des JVC auch nutzen zu können, sollte man auf einen Frontlautsprecher mit ausgezeichneter Basswiedergabe zurückgreifen.  In Hörräumen bis knapp über 25 Quadratmeter bringt der JVC erstaunlich viel Druck und macht deutlich, wieso er teurer ist als der in seiner Preisliga sehr leistungsfähige Pioneer VSX-D814: Der JVC zieht bei hohen Pegeln davon und spielt dann freier und souveräner auf. In Verbindung mit einem aktiven Subwoofer ist der 7042er kaum totzukriegen  - er hat sich auch nach hartem dreistündigen Lauf mit hohen Lautstärken (80 % Maximalpegel) nicht aus der Ruhe bringen lassen: Kein einziges Mal schaltete sich der AV-Receiver ab. Insgesamt eine überragende Leistung in diesem Kapitel. 

Filmtonwiedergabe

Angespornt von den druckvoll zupackenden Endstufen schwingt sich der JVC bei der Bewertung der Filmtonwiedergabe zu erstaunlichen Leistungen auf. So beispielsweise bei "U-571", wo ein mächtiger Bass das Drehen der Schiffsschraube sehr authentisch gestaltet. Die schwierige Aufgabe des intensiven Spannungsaufbaus in Sequenzen, in denen eine effektgewaltige Actionszene unmittelbar bevor steht, gelingt dem AV-Receiver gar nicht schlecht. Der 100 € teurere Denon AVR-2105 macht dies allerdings doch deutlich besser, weil er räumlich noch dichter und exakter detailliert. Wenn es dann darum geht, die gewaltigen Wasserbomben-Explosionen im U-Boot-Epos wiederzugeben, schlägt die große Stunde des JVC: Gerade im Betrieb ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer zieht er in Bezug auf die Basskraft selbst am Denon vorbei. Anzumerken wäre jedoch, dass der AVR-2105 die Effektgewitter hörbar besser durchstrukturiert. Wer aber auf furiosen Nachdruck Wert legt, ist mit dem JVC gut bedient, den 100 € günstigeren Denon AVR-1905 lässt er ebenso stehen wie den Pioneer VSX-D814, der gleich teuer wie der Denon ist. Bei "Behind Enemy Lines" (Sequenz von der 7. DTS Demo DVD) baut der JVC die Spannung in der vom Krieg bitter gezeichneten Umgebung ebenfalls ordentlich auf. Bei den später folgenden Explosionen dann macht die Wucht, die vom untersten Teil des Frequenzspektrums ausgeht, wieder richtig Freude. Wer es preisgünstig krachen lassen möchte, findet im JVC auf jeden Fall einen geeigneten Partner. Mancher Konkurrent mag differenzierter spielen - diesen unmittelbaren Eindruck kräftiger Leistung vermittelt der RX-7042S jedoch ausgezeichnet. Davon profitiert er auch bei "The Fast and The Furious", wo er besonders das Fahrgeräusch des dahin donnernden Trucks sehr gut wiedergibt  - hier wird das gigantische Volumen des großen Motors tatsächlich akustisch vermittelt. Bei "Stirb an einem anderen Tag" beeindruckt der AV-Receiver besonders bei der Hovercraft-Verfolgungsjagd, solche turbulenten Szenen zeigen wieder, was für Kraft im unscheinbaren Gerät steckt: Volumen und das Raumgefühl fallen üppig aus. 

Mehrkanal-Musikwiedergabe

Wer gern Dance- und Techno-Musik hört, wird rasch feststellen, dass diese bass- und effektgewaltigen Musikrichtungen besonders gut zum JVC passen. Hier kann er seinen sehr voluminösen, kraftvollen Bassbereich optimal zum Einsatz bringen und Effektanteile mit beachtlicher Dynamik durch den Hörraum schleudern. Beats und Bass - diese Mischung schätzt der JVC, auch die oft mit aggressivem Touch abgemischten Stimmen von Eurodance- und HipHop-Songs bringt er ausgezeichnet zur Geltung. Mit unseren 5.1-DVDs mit Dance-/Techno- sowie DTS-Demo-Titeln (HipHop, Pop/Rock) kam der RX-7042S aufgrund seiner Auslegung daher sehr gut zurecht und bot bei entsprechender Lautstärke echtes Danceclub-Feeling. Wer es lieber ruhiger angehen lässt, ist nicht so gut mit unserem Testkandidaten bedient. Gerade Kammerkonzerte oder aber auch Jazz-Stücke, die in erster Linie von Instrumentensoli und der charismatischen Stimme des Sängers leben, scheinen ihn zu langweilen. Etwas lustlos vorgetragen dümpelt dann die Musik durch den Hörraum. Geht es dann um die Wiedergabe klassischer Musik mit großem Orchester, profitiert der RX-7042S wieder von seiner ansprechend dynamischen Wiedergabecharakteristik: Dynamiksprünge werden durch die schnell und nachdrücklich ansprechenden Endstufe zu einem eindrucksvollen und gleichzeitig problemlos vorgetragenen Unterfangen und selbst die Detaillierung erreicht voll befriedigende Werte. Die Basskraft des JVC sorgt für das passende Fundament - für streng der akustischen Natürlichkeit verpflichtete Musikliebhaber lässt es der AV-Receiver im unteren Teil des Frequenzspektrums vielleicht schon zu forsch angehen. Insgesamt entpuppt sich der JVC als ehrlicher, tatkräftiger Begleiter auch im musikalischen Bereich: Er zeigt, was in ihm steckt und liebt Effekte und Tempo.

Surround-Aufpolierer

Mit Dolby Pro Logic II und DTS Neo:6 sind zwei Surroundaufpolierer mit an Bord, die beide überzeugend klingen - jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sehr gut hat uns die PLII Movie-Integration gefallen. Der JVC bietet bei "Robin Hood" ein sehr gutes Raumgefühl und einen sauber abgestimmten, für ein kräftiges Fundament sorgenden Bassbereich. Die Stimmwiedergabe, die den RX-7042S auch schon bei der Wiedergabe von Dolby Digital 5.1- und DTS 5.1-Signalquellen ausgezeichnet hat, ist auch hier wieder sehr gut gelungen. Auch Dolby Pro Logic II Music präsentiert sich in so guter Form, dass nur Präzisions- und Tiefenstaffelungs-Experten PLIIx wirklich vermissen werden. Der RX-V7042S packt im Bassbereich kräftig zu und ermöglicht eine ansprechende Dynamik. Die Klangverteilung ist ausgewogen und passend, so dass in der Praxis kaum ein Wunsch offen bleiben dürfte. Sehr gut gefiel uns, dass auch DTS Neo:6 eine tadellose Figur hinterließ. In dieser Betriebsart klingt der JVC im Musikbetrieb etwas feinsinniger und noch leicht offener im Hochtonbereich.  Für klassische Musik beispielsweise ist Neo:6 Music noch besser geeignet als das Pendant von Dolby. Was DTS Neo:6 Cinema betrifft, so würden wir im direkten Vergleich PLII Movie vorziehen, da hier etwas mehr räumliche Weite und etwas mehr akustisches Fundament vorhanden ist. Insgesamt ist JVC eine tadellose Integration beider Surround-Aufpolierer gelungen, was die bisher gesammelten positiven akustischen Ergebnisse weiter verbessert. 

Stereo

Wer denkt, dass der RX-7042S bei der Stereowiedergabe sang- und klanglos untergehen würde, sieht sich angenehme enttäuscht. Natürlich, zweikanalige Höchstleistungen darf man in dieser Preisliga sowieso nicht erwarten, dann ist es aber gleichgültig, ob Denon, Onkyo, Marantz, Pioneer, Yamaha, Harman Kardon oder eben JVC auf der Gerätefront steht. Mit seinem kräftigen, wohl temperierten Klang aber weiß der RX-7042S aber durchaus zu gefallen. Gerade diejenigen Hörer, die es schätzen, dass es auch dynamisch voran geht, werden sich vom JVC angesprochen fühlen. Er spielt mit Schmiss und Lebendigkeit, was besonders bei Musik mit höheren Tempi von hörbarem Vorteil ist. Vor Klassischem streckt der AV-Receiver übrigens keinesfalls zurück, sondern gefällt mit seiner harmonischen, ordentlich strukturierten Wiedergabe, die deutlich macht, dass der RX-7042S gute Eigenschaften als "Universaltalent" mitbringt. 

Bewertung Pegelfestigkeit
Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer
Bewertung Klang Stereo
Fazit

Mission gelungen - JVC hat mit dem RX-7042S tatsächlich eine gute Alternative zu den "Topsellern" im Produktportfolio. Besonders überzeugt hat uns der hervorragend gelungene Bassbereich. Was in diesen Preisklassen manchmal ein schwieriges Unterfangen darstellt, schafft der JVC souverän: Er liefert eine druckvolle, voluminöse Basswiedergabe auch ohne aktiven Subwoofer, was nicht nur ein Beleg für die gelungene Abstimmung des Bassbereichs ist, sondern auch die Leistungsfähigkeit der sechs verbauten Endstufen dokumentiert. Die gebotene Dynamik beim Effektaufbau und das gute Raumgefühl sprechen ebenfalls für den RX-7042S, der auch mit seiner leicht warmen, angenehmen Stimmwiedergabe punkten kann. Wer lieber Musik als Filmton hören möchte, erlebt gleich die nächste Überraschung: Nicht selten ist es so, dass im Filmtonbetrieb sehr gute AV-Receiver günstigerer Preisklassen gerade bei Multichannel-Musik dann wenig begeisternde Ergebnisse abliefern. Gut, ein Meister des Feingefühls und der hochpräzisen Detaillierung ist der JVC nicht, aber der sauber abgestimmte Hochtonbereich geht eine stimmige Verbindung mit der richtig akzentuierten Mittendarstellung und dem kräftigen Bassbereich ein, der für streng der akustischen Natürlichkeit verpflichtete Hörer vielleicht etwas zu üppig ausfällt. Für Kammerkonzerte und Saxophon-Soli ist der  JVC daher auch nicht unbedingt das richtige Gerät. Bilanzierend aber ist festzuhalten, dass die akustischen Eigenschaften als ausgezeichnet zu bewerten sind - gerade Pegelfestigkeit und Leistungsbereitschaft sorgen dafür, dass der RX-7042 nicht nur Anschluss an die Klassenspitze hält, sondern in der Liga bis 600 € ganz vorn mitspielt. Etwas lückenhaft hingegen fällt der Ausstattungsumfang aus. Dass dem AV-Receiver eine siebte Endstufe fehlt, können wir aufgrund der sehr guten Performance der eingebauten sechs Einheiten verschmerzen - aber es kommen noch andere Ausstattungsmängel hinzu: Es gibt nur eine durchschnittliche Anschlussbestückung, keinen Videonormwandler, der eingehende FBAS-Signale zumindest auf S-Video wandelt, ebenso fehlt Dolby Pro Logic IIx.  Die Verarbeitungsqualität ist ordentlich, ein besserer Eindruck wird dadurch verhindert, dass die Gerätefront anstatt aus Aluminium aus Kunststoff besteht. Überzeugend ist das Display, die Fernbedienung ist für die Preisklasse sehr ordentlich. Zu bedienen ist der JVC einfach, auch ohne Auto Room Setup ist die Abstimmung des Receivers auf das Lautsprechersystem einfach geraten. Für eilige Zeitgenossen gibt es ein extra schnelles Quick-Setup. Insgesamt stellt der RX-7042 ein wirklich gutes Angebot dar - nimmt man noch die günstigen Marktpreise dazu, die nochmals deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung liegen, mausert sich der JVC zum heißen Tipp für preis-/leistungs- und qualitätsbewusste Home Cinema-Ein- und -Aufsteiger. Arbeitet JVC die Ausstattungsmängel beim Nachfolger ab, steht einem noch größeren Erfolg nichts mehr im Wege.

Mit seiner überragenden Basskraft setzt der JVC Akzente

Mittelklasse
Test 24. Oktober 2004
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Sehr kräftiger, gut strukturierter Bassbereich

  • Ausgezeichnete, druckvolle Basswiedergabe auch ohne aktiven Subwoofer

  • Hervorragende Pegelfestigkeit auch unter schwierigen Bedingungen

  • Dynamische, weitläufige Effektwiedergabe

  • Angenehme, leicht warme Stimmdarstellung

  • Harmonisch abgestimmter Hochtonbereich

  • Voll befriedigende Detaileinarbeitung

  • Einfaches Handling

  • Leicht ablesbares Gerätedisplay

Contra:
  • Kein Pro Logic IIx

  • Keine siebte Endstufe

  • Nur durchschnittliche optische Anmutung

  • Anschlussbestückung nur befriedigend

Technische Daten RX-7032S:
  • A/V-Receiver JVC RX-7032S
  • Leistung: :6 x 100 Watt pro Kanal (8 Ohm, 1 KHz, 0,8% Klirrfaktor)
  • Ausstattung: Decoder für: Dolby Digital EX, dts ES Matrix/Discrete 6.1, dts 96/24, Pro Logic II, dts Neo:6, Digitaler Akustik-Prozessor für 2-Kanal-Quellen und digitale Mehrkanal-Quellen, digitaler EQ, P.E.M.D.D.-Audio-D/A-Wandler für Front L/R, CC-Konverter (Front), Bass Boost, Quick Setup 
  • Eingänge Audio: 6-Kanal-Eingang, 4 x Digital (3 x optisch, 1 x koaxial), 3 AV-Eingänge, 2 Audio-Eingänge
  • Eingänge Video: 2 x YUV, 3 x AV (S-Video/Composite) 
  • Ausgänge Audio: Digital optisch, Sub-Preout, AV-Ausgang, Audioausgang analog
  • Ausgänge Video: YUV, AV (S-Video/Composite), Monitor Out (Composite/S-Video)
  • Maße (H x B x T) 435 x 157 x 425 mm
  • Gewicht: 12,1 kg
  • erhältliche Farbe: Silbern, Schwarz 
  • Preis: € 499

Test: Carsten Rampacher
25. November 2004

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