Test: Harman Kardon DPR-2005

07.10.2004 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume

Overview

Digitale Verstärker haben ohne Zweifel ihre Vorteile: So lassen die sehr kompakten Endstufen auch für sehr kraftvolle Komponenten Gehäuseabmessungen zu, die mit den deutlich ausladenderen analogen Verstärkereinheiten größerer Leistungsfähigkeit nicht zu erreichen wären. Die Folge: Auch sehr leistungsfähige, pegelfeste AV-Receiver oder -Verstärker müssen keine Boliden-Ausmaße mehr annehmen, sondern sind ganz diskret in flachen Gehäusen zu realisieren. Ein weiterer Pluspunkt digitaler Endstufeneinheiten liegt darin, dass der Wirkungsgrad ungleich höher ist als bei den analogen Pendants. Während sich bei analogen Endstufen ein beträchtlicher Teil der Energie in Form von Wärme verflüchtigt, fällt dieser nicht effektive Nebeneffekt bei digital arbeitenden Verstärkern praktisch völlig weg. Schöne, neue digitale Welt? Mitnichten, denn in Bezug auf die Klangqualität waren die Ergebnisse, die Digitalverstärker erreichten, oftmals sehr ernüchternd, gerade in Anbetracht des immensen Entwicklungsaufwandes. Der Hochtonbereich erklingt matt und emotionslos, den Mitten fehlt die natürliche Ausprägung, und der Bassbereich ist zwar durchsetzungskräftig, aber nicht sonderlich sauber strukturiert. Kurzum, gerade Musikliebhaber dürften sich bislang wenig angesprochen gefühlt haben von den Offerten, die der Markt zu bieten hat. 

Bei der Marke Harman Kardon denken hingegen gerade Freude einer gepflegten musikalischen Darstellung an Detailtreue, einen spritzigen Hochtonbereich mit viel Strahlkraft und an einen straffen, gleichzeitig fest zupackenden Bass. Und genau dieser Anbieter möchte diese Tugenden nun auch auf AV-Receiver mit digitalen Endstufen übertragen - ein lobenswertes, aber gewiss nicht einfaches Vorhaben. Das Ergebnis der Bemühungen der Harman-Entwickler hört auf die Namen DPR-1005 und DPR-2005,  mit 1.499 EUR (1005er) beziehungsweise 1.899 EUR (2005er) durchaus in gehobenen Preisklassen zu finden, in denen bereits hohe Ansprüche an die gebotene Klangqualität herrschen. Wir wollten nun wissen, ob der große DPR-2005 das Potential hat, in seiner Preisliga der analogen Konkurrenz den Schneid abzukaufen, oder aber ob er im Mittelmaß versinkt - wir sind gespannt. 

Verarbeitung

Netter Ausblick: Das sehr gut verarbeitete Anschlussterminal auf der Rückseite des DPR-2005

Sieht edel aus: Blau beleuchteter Lautstärke-Drehregler

Die schlichte, aber elegante Bi-Color-Optik kennen wir bereits von den anderen aktuellen Harman Kardon-AV-Receivern wie beispielsweise dem Harman Kardon AVR-630. Blickfang auf der Front ist der blau beleuchtete, schicke, aber nicht allzu hochwertige Plastik-Lautstärkedrehregler. Bedauerlicherweise besteht auch die gesamte Gerätefront aus Kunststoff, der in dieser Preisklasse nichts verloren hat: Eine massive Aluminium-Frontplatte gehört an ein 1.900 EUR-Gerät. Boden gut macht der DPR-2005 mit seinem sorgfältig verarbeitenden Anschlussterminal auf der Geräterückseite, das allerdings in Anbetracht des Kaufpreises vergoldet sein dürfte. Die Anschlüsse selbst überzeugen durch die saubere Passung. 

"Gib Gummi": Hochwertige Gummi-Armierung auf der Rückseite der edlen Fernbedienung - nur die etwas zu grelle blaue Farbgebung der Unterseite störte beim Testgerät

Appetitlich: Aufgeräumtes Innenleben des DPR-2005

Positiv fielen uns auch die hochwertigen Geräte-Standfüße auf, hier verwendet Harman vorn und hinten die identischen hochwertigen Teile und setzt nicht auf eine "Mogelpackung" (vorn hochwertige, hinten billige Standfüße). Das Geräteinnere präsentiert sich angenehm aufgeräumt und wird von hochwertigen Komponenten geprägt, hier erreicht der DPR-2005 klar das in diesen Preisregionen übliche Niveau. Dies gilt auch für die auf der Unterseite gummierte, edel wirkende Fernbedienung mit guter Materialqualität.

Bewertung
Features und verwendete Baugruppen

Für den stattlichen Preis von knapp 1.900 EUR erhält der Kunde auch eine hochwertige Ausstattung - hier unser Überblick: 

1. Verstärkerlayout

  • Digitale Verstärkertechnologie: Weniger Wärme, weniger Raum
    PWM-Digitalverstärker sind im Vergleich zu einem herkömmlichen analogen Verstärker äußerst effektiv (90 % gegenüber 50 %), so dass nur wenig Wärme generiert wird und es nicht mehr erforderlich ist, große und ausladende Gehäuse zu verwenden. Das neue DPR-Gehäuse hat deshalb eine geringere Aufstellfläche bei gleichzeitig nach wie vor hoher Ausgangsleistung. Dadurch ist der DPR vielseitiger, da er mehr Leistung auf kleinerem Raum bietet und somit in Kombination mit noch mehr Heimkinoanwendungen verwendet werden kann.

  • 7 Kanäle der PDM-Verstärker
    Der DPR 2005 ist ein Digitalreciever der 2. Generation, der sich laut Harman durch eine fortschrittliche Digitaltechnologie für PDM-Verstärker auszeichnet. Der Verstärker in vollständig diskreter Bauweise (MOSFETS) soll eine ansprechende Klang-Performance und eine hohe Ausgangsleistung für alle angeschlossenen Kanäle bieten. Der Digitalverstärker enthält MOSFET-Komponenten, Treiber, Controller und Ausgangsfilter, die sich zur Minimierung von Störgeräuschen alle in einem Gehäuse mit EMI-Abschirmung befinden. 

  • Frequenzgangoptimierung für 4 Ohm- und 6 Ohm-Last
    Für gewöhnlich ist der Ausgangsfilter auf 8 Ohm-Lautsprecher ausgelegt. Sollen jedoch 4- oder 6 Ohm-Lautsprecher mit niedrigerer Impedanz verwendet werden, können der DPR 2005 und der DPR 1005 über das OSD-Menü für 4, 6 oder 8 Ohm konfiguriert werden. Die Optimierung erfolgt digital, so dass die hohe Frequenz auch für Lautsprecher mit niedrigeren Lastimpedanzen nach Möglichkeit einen linearen Verlauf beibehält.

  • Doppelte Leistungsversorgung, Front- und Surround-Kanäle
    Durch die doppelte Leistungsversorgung werden zum einen die Front-Kanäle (links, rechts und Mitte) und zum anderen die Surround-Kanäle (seitlich links und rechts, rückwärtig links und rechts) getrennt gespeist. Bei vielen einfacher aufgebauten AV-Receivern hingegen ist gemeinhin nur eine gemeinsame Leistungsversorgung für alle Kanäle vorgesehen, was dem Hörgenuss nicht abträglich ist, solange die Wiedergabe von 2-Kanal-Quellen auf niedrige Lautstärken beschränkt bleibt. Sollen jedoch Mehrkanal-Quellen wiedergegeben werden, die zudem in Dolby Digital oder DTS-Format codiert sind, so ist die Belastbarkeit jeder einfachen Leistungsversorgung sehr rasch überstiegen. Im Ergebnis führt dies zu einer deutlich niedrigeren Klangleistung, stärkerer Verzerrung und einem geringeren Dynamikumfang. Die doppelte Leistungsversorgung zeichnet sich dagegen durch unabhängige Transformatoren und Kondensatoren für die Front-Kanäle (links, rechts und Mitte) einerseits und für die Surround-Kanäle (seitlich links und rechts, rückwärtig links und rechts) andererseits aus. Auf diese Weise bleibt gewährleistet, dass alle Kanäle jederzeit mit ausreichend Spannung und Strom versorgt werden, um auch hohe Leistungsanforderungen erfüllen zu können.


2. Bassmanagement

  • Umfangreiche Bassmanagement-Optionen
    Mit dem Crystal DSP-Prozessor ist ein besonders exaktes Bassmanagement (48-Bit-Genauigkeit) für bis zu 8 Kanäle gewährleistet. Diese Genauigkeit entspricht in vollen Maße der Bassfrequenzumleitung, wie sie bei der Verwendung von unterschiedlichen Lautsprecherkonfigurationen erforderlich ist. Nur mit Hilfe eines flexiblen und präzisen Bassmanagements wird die bestmögliche klangliche Leistung bei jeder Art von Lautsprecher-Konfiguration erreicht. Zudem besteht auch die Möglichkeit, den LFE-Kanal wieder zurück in den linken und rechten Front-Kanal zu mischen, sofern ein wuchtigerer Bass gewünscht wird. Dies ist dann wünschenswert, wenn große Front-Lautsprecher zum Einsatz kommen.

  • Übergabefrequenz-Einstellungen
    Herkömmliche Übergabefrequenzen stellen eine Einschränkung für die korrekte Einstellung der Lautsprecher dar. Beim DPR-2005 bietet Harman Kardon wie auch z.B. beim AVR-630 vielfältige Optionen für die Auswahl des Punktes, an dem Audiodaten niedriger Frequenzen an den Subwoofer weitergeleitet werden. Zusätzlich zu den herkömmlich verfügbaren Frequenzen von 80Hz, 100Hz und 120Hz stellt Harman Kardon auch die Frequenzwerte 40Hz, 60Hz und 200Hz bereit. Der Anwender muss lediglich den Wert auswählen, der für die jeweilige Lautsprechergruppe möglichst genau zutrifft. Stimmt keiner der zur Auswahl stehenden Werte richtig mit den Lautsprecherangaben überein, rät Harman, den nächsten Wert auszuwählen, der ÜBER dem Grenzwert für die Niedrigfrequenz oder dem Übergabepunkt der Lautsprecher liegt, um zu vermeiden, dass dem System Daten für das Bassmanagement fehlen.

  • Vollständiges Digitalbassmanagement für 6/8-Kanal-Direkteingänge
    Einige DVD-A- oder SACD-Player verfügen nicht über ein integriertes Bassmanagementsystem. Gerade ältere oder preislich günstige DVD-A/SAD-Spieler sind somit in Verbindung mit Subwoofer-/Satellitenlautsprechersystemen oder mit Regalboxen-/Subwooferensembles kaum einzusetzen. Grund: Der Bass kann nicht von den anderen Lautsprechern auf den Subwoofer umgeleitet werden, da allen Lautsprechern wird der Status LARGE zugewiesen wird - und Satelliten oder Regallautsprecher entsprechen von ihren akustischen Eigenschaften her der "small"-Konfiguration, die aber nicht möglich ist. Der DPR-Receiver bietet ein vollständiges digitales Bassmanagement. Wird ein DVD-A- oder SACD-Player ohne integriertes Bassmanagement an alle sechs oder acht 6/8-Kanal-Direkteingänge angeschlossen, sind zwei zusätzliche Einstellungen verfügbar: 6 CH DVD AUDIO und 8 CH DVD AUDIO. Wird dieser Eingang verwendet, werden die Daten der analogen Quelle in digitale Daten umgewandelt, so dass der Anwender die Bassmanagement-Optionen zur Einstellung der Lautsprecherbereiche für den Direkteingang ebenso verwenden kann wie für alle anderen Ein- bzw. Ausgänge. Dieser Eingang schaltet außerdem alle nicht verwendeten Eingangsbuchsen stumm, so dass Störgeräusche im System vermieden werden. Werden DVD-A- oder SACD-Player mit integriertem Bassmanagementsystem angeschlossen, kann das Digitalsystem von Harman Kardon durch Auswahl der Option 6 CH DIRECT INPUT oder 8 CH DIRECT INPUT deaktiviert werden. 

  • DVD-Audio/Multi-Kanal-SACD – „Quadruple-Crossover-Bass-Manager“
    Um alle Lautsprechergruppen optimal anzupassen, ist das Bassmanagement der neuen HK Digitalreceiver flexibel einzusetzen. Der Hörer hat die Möglichkeit, für die Front- und Center-Lautsprecher sowie für die seitlichen und rückwärtigen Surround-Lautsprecher jeweils individuelle Übernahmefrequenzen auszuwählen. 

3. DSP-Prozessor, Decoding-Formate und DSP-Modi

  • Harman Kardon verwendet einen Cirrus Logic-Prozessor (CS49400), der über 24-Bit-Festkomma-DSP-Engines und einen 32-Bit-Audio-Post-Prozessor verfügt. Der DSP verwendet 0,24-Micron-Geometrie, aus diesem Grund konnten die Harman-Entwickler besonders viel Chipspeicher integrieren. Die entscheidenden Komponenten für Dolby Digital- und DTS-Datenabruf befinden sich a uf dem Board selbst und nicht im externen Speicher, wodurch Ladevorgänge beschleunigt und die Präzision gesteigert werden. Der CS49400 bietet zusätzlich DSP-Ressourcen, so dass eine problemlose Implementierung aller State Of The Art-Soundmodi, wie beispielsweise Dolby Headphone , Dolby Virtual Speaker und DTS 96/24 möglich ist. Da außerdem ein Flash-Speicher verwendet wird, um die aktualisierbaren Surround-Algorithmen zu speichern, können diese nach Einführung und Zertifizierung neuer DSP-Modi überprüft und angepasst werden.

  • Decoding-Formate: Hier decodiert der DPR-2005 alles momentan Übliche, inklusive DTS 96/24 und Dolby Pro Logic IIx: 

    • Dolby Digital 5.1 EX
      Ursprünglich war EX eine gemeinsame Entwicklung von Lucasfilm und Dolby. Dieses System umfasst einen matrixbasierten Center-Surround-Kanal, der mit Dolby Digital EX-kodierten Quellen arbeitet. Surround EX ist während der Soundtrack-Erstellung in den rechten und linken Surround-Kanälen als kodierte Matrix enthalten. Während der Wiedergabe wird EX dekodiert, und es werden die Center-Surround-Kanäle als Ausgang verwendet. 
      Wird für den Receiver der 6.1/7.1-Betriebsmodus ausgewählt und ist ein Dolby Digital-Signal vorhanden, wird der EX-Modus automatisch ausgewählt. Selbst wenn keine spezifische EX-Kodierung verfügbar ist, um die Funktion des zusätzlichen Kanals zu ermöglichen, wird eine 6.1/7.1-Wiedergabe generiert. Surround EX wurde zu Beginn nur für Star Wars-Folgen eingesetzt, heute gibt es jedoch viele DVD-Titel mit EX-Kodierung. Vorsicht: Bei älteren DD 5.1 EX DVD-Titeln funktioniert die automatische Erkennung für die Aktivierung der Matrix (Audo-Flag Detection) nicht - daher MUSS auch bei explizit als Dolby Digital 5.1 EX gekennzeichneten DVD-Tonspuren hier die Matrix MANUELL aktiviert werden.

    • DTS 96/24
      Gerade für eine authetischere Darstellung von Musikquellen sind höhere Abtastraten in Kombination mit höheren Bittiefen ein probates Mittel. So wird die Dynamik erhöht, und höhere Abtastraten ermöglichen gleichzeitig einen breiteren Frequenzgang mit verbesserten Anti-Alias-Filtern, ein Rezept, das z.B, auch bei DVD-Audio angewandt wird. Bei DVD-Audio handelt es sich um ein verlustloses Komprimieren von hochauflösenden PCM-Signalen, hier benötigt man einen speziellen DVD Audio-Player. Anders bei DTS 96/24,  wo eine normale DVD-Video als Basis dient. Das Kompressionsverfahren ist hier jedoch verlustbehaftet, die Klanggüte leidet jedoch in der Praxis kaum.  DTS 96/24-Software ist mit allen auf dem Markt angebotenen DVD-Video- und Audio-Playern kompatibel, es wird kein spezieller DVD-Spieler benötigt. Leider ist das Marktangebot an 96/24-Titeln eher klein.

    • DTS NEO:6
      Aufgabe ist auch hier, herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale mittels eines präzisen Decoders, der auch bei der DTS ES 6.1 Matrix-Schaltung Verwendung findet, auf bis zu 6.1 Kanäle aufzupolieren. Eine genaue Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination erlauben für alle 6.1-Kanäle eine Reproduktion des gesamten, von 20 Hz bis über 20 kHz reichenden Frequenzspektrums. Auch soll eine sehr gute Kanaltrennung möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim digitalen diskreten System. Damit Neo:6 auch optimal angewendet werden kann, gibt es  auch hier zwei Betriebsarten: Kino und Musik. im Musik-Modus werden die beiden Front links/rechts Kanäle direkt wiedergegeben und umlaufen die Decoderschaltung. Dadurch entsteht kein Qualitätsverlust beim Klang. Der vom Center- und von den Surroundkanälen ausgegebene Effekt soll dann das Klangfeld effektiv räumlich weiten. 

    • DTS 6.1 Extended Surround Discrete
      Im Gegensatz zu Dolby Digital, wo es ausschließlich eine matrixbasierte Version des 6.1-Surrounds gibt, geht die Konkurrenz von DTS einen Schritt weiter: Bei DTS ES Discrete 6.1 sorgt, wie der Name schon sagt, nicht eine Matrix für die Zuweisung des Signals für den Rear Surround Center, sondern ein weiterer diskreter Kanal. Somit wird das Klangbild im Surroundbereich noch realer, denn neue Effektkombinationen, die nur mit Hilfe einer Matrix nicht darstellbar sind, können nun erstellt werden: Kombinierte Effekte können so zum Beispiel aus dem linken Surroundlautsprecher und dem Back Surround-Lautsprecher kommen, während der rechte Surroundlautsprecher schweigt. Ebenfalls ist die Dynamik des diskreten Kanals weitaus höher als die des Back Surround-Matrixkanals, da der zusätzlich Kanal das volle Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz abdeckt.

    • DTS ES Matrix 6.1
      DTS ES Matrix 6.1 greift im Surroundbereich auf das DTS Neo:6-System zurück. DTS Neo:6 soll normalerweise dazu dienen, herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale mittels eines präzisen Decoders auf 6.1 Kanäle aufzupolieren. Eine genaue Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination erlauben für alle 6.1-Kanäle eine Reproduktion des gesamten, von 20 Hz bis über 20 kHz reichenden Frequenzspektrums. Auch soll eine sehr gute Kanaltrennung möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim digitalen diskreten System. Neo:6 findet sozusagen in einer "abgespeckten" Version für den Surroundbereich Verwendung.

    • LOGIC7
      Dieses System wurde ursprünglich von Lexicon, ebenfalls zu Harman International gehörig, für dessen Prozessoren entwickelt. Inzwischen ist Logic7 auch fester Bestandteil der HK AV-Receiver-Flotte.  Bei LOGIC7 werden eigenentwickelte digitale Algorithmen verwendet, um eine  vollständige Präsentation des Klangfelds analoger Tonträger zu erhalten. Mit LOGIC7® lassen sich nicht nur entweder fünf oder sieben Kanäle aus einer Zweikanal-Quelle auflösen, sondern für eine noch genauere Wiedergabe des Original-Soundtracks auch die Klangsignale präziser in den Mittelkanal und die Surround-Kanäle leiten. Es sind drei Modi verfügbar, einer für Filme und einer für Musik (wahlweise 5- oder 7-kanalig. Weiterhin gibt es Versionen mit 5.1- und 7.1-Ausgängen. Die neueste Version umfasst eine 96 kHz-Unterstützung. In unseren Testreihen zeigte sich schon mehrfach, das Logic7 akustisch eine genaue, akustisch gefällige, facettenreich strukturierte und voluminöse Wiedergabe ermöglicht.

    • Dolby HeadPhone
      Bei Dolby Headphone handelt es sich um eine neue Verarbeitungstechnologie, die für jeden normalen Stereo-Kopfhörer verwendet werden kann. Unser Dolby Headphone Special erläutert alles ganz genau - hier nur die Kurzform: Der Klang eines Heimkinosystems setzt sich einerseits aus Klängen zusammen, die Sie direkt aus dem Lautsprecher wahrnehmen, andererseits aus Klängen, die im Raum reflektiert werden. Durch Verwendung entsprechender Digitaltechnologie zur Signalverarbeitung weist Dolby Headphone jedem Audiokanal eine Klangsignatur des entsprechenden Lautsprechers zu, der in einem gut durchdachten Akustik-Setup an der richtigen Stelle platziert wurde. Dabei wird von zwei Kanälen im Stereo- und von fünf Kanälen im Surround-Modus ausgegangen. Der Dolby Headphone-Modus kann sowohl für eingehende Digital-Streams (z. B. DD, DTS und PCM) als auch für analoge Tondaten verwendet werden. 
      Es stehen drei verschiedene Setups zur Auswahl:

      DH 1: Kleiner, gut gedämpfter Raum für Filme und Musik.
      DH 2: Ein Raum mit einem akustischen Setup, das sich hervorragend für Musik, aber auch gut für Filmdarbietungen eignet.
      DH 3: Ein größerer Raum, eher schon ein Konzertsaal oder ein größeres Kino mit Ambiente

    • Dolby Virtual Speaker
      Die Dolby Virtual Speaker-Technologie generiert einen akustisch brauchbaren Surround-Sound auf der Basis von nur zwei Lautsprechern. Auch wenn es sich um eine Dolby Digital 5.1-Quelle (oder DTS-Quelle) handelt, ist die Wiedergabe mit nur zwei Lautsprechern möglich und im Vergleich zu früheren virtuellen Surrounderzeugungssystemen akustisch deutlich besser.  Der Harman-Käufer hat noch einen zweiten virtuellen Surround-Betriebsmodus zur Auswahl: Ebenso wie bei den AVR-Vorgängermodellen kommt Harman Kardons VMAx-Technologie auch im DPR 2005 zum Einsatz. Der Hörer hat nun je nach eigener Präferenz und Beschaffenheit der Quelle die Wahl zwischen Dolby Virtual Speaker oder VMAx.

    • VMAx Surround – Kopfhörerausgang
      Obwohl auf dem Markt der Schwerpunkt auf Multichannel-Surround-Sound gelegt wird, gibt es in der Praxis doch viele Situationen, in denen nur zwei Lautsprecher in einem Raum genutzt werden – so dass die Vorteile einer 360°-Tonpräsentation verloren gehen. Harman Kardon konnte dieses Problem durch die Implementierung der VMAx-Technologie lösen. Mit einer Reihe komplexer Berechnungen auf Grundlage intensiver Untersuchungen, wie Töne vom Gehirn aufgenommen und verarbeitet werden, bildet VMAx ein dreidimensionales Klangfeld unter Verwendung von lediglich einem linken und einem rechten Frontlautsprecher. VMAx gewährleistet virtualisierten Surround-Klang für nahezu jede analoge oder digitale Quelle – einschließlich kodierter Dolby Digital 5.1-Quellen – für die Lautsprecher- und Kopfhörerausgänge. VMAx ist Dolby-zertifiziert und stellt zwei Modi bereit: „Nah“ oder „Fern“.

    • Dolby Pro Logic IIx
      Dolby Pro Logic IIx weitet Stereo- und 5.1-Quellmaterial auf 6.1 und 7.1 Kanäle aus. Auf Wiedergabesystemen mit vier Surroundlautsprechern soll PL IIx einen natürlicheren, raumfüllenderen und dichteren Klang ermöglichen. Die Anwendungsmöglichkeiten für Dolby PLII x sind vielfältig, jedes Quellmaterial von reinem Stereo bis zu Dolby Digital 5.1 EX wird, so Dolby, wirkungsvoll aufpoliert. Bislang war für die Umwandlung von Stereoquellen und 5.1-Material in 6.1- bzw. 7.1 Ausgangskanäle ein ganzen Sortiment verschiedener Decoder zuständig - mit Dolby Pro Logic IIx, so versprechen die Dolby-Entwickler mit Enthusiasmus, benötigt man nur noch ein System. Wie bereits bei Dolby Pro Logic II, bietet auch PL IIx zwei Betriebsarten - den Music Mode und den Movie Mode, je nach dem, ob Musik- oder Filmmaterial decodiert werden soll. Dolby PL IIx ermöglicht auch die Aufpolierung von 192 kHz/24-Bit-Quellen und von 96 kHz/24-Bit-Quellen. Damit ergeben sich ganz neue Einsatzmöglichkeiten, denn wenn der DVD-Player mittels einer digitalen Highspeed-Verbindung mit dem Prozessor im AV-Verstärker oder AV-Receiver verbunden ist und der Verstärker/Receiver über ein entsprechendes DSP und ein Bassmanagement verfügt, kann die PL IIx-Nachbearbeitung auch bei DVD Audio- oder SACD-Quellen angewendet werden. Neu bei PL IIx ist ein optionaler Game Mode, der die besonders einschlagenden niederfrequenten Surroundeffekte auf den Subwoofer des Multichannel-Systems umleitet. Im Music Mode, der laut Dolby-Informationen den Klang gleichmäßig unter allen Surroundlautsprecher aufteilt und so besonders nützlich bei ursprünglich in Stereo aufgenommenen Quellen ist, bleiben die drei bereits bekannten Einstellmöglichkeiten erhalten: 

      • Dolby Dimension Control: Der Benutzer kann das Klangfeld in Bezug auf die Rear-Lautsprecher und die Frontlautsprecher einstellen und die Balance stufenlos von vorne nach hinten verschieben. 
      • Dolby Center Width Control: Der Modus für den Center-Lautsprechers kann zwischen dem schon bekannten „Phantom Mode“, wo die Tonwiedergabe bei den Frontlautsprechern nur über den rechten und linken Hauptlautsprecher erfolgt, und einer Schaltung, bei der vorne ausschließlich der Center läuft, stufenlos variiert werden. Auf diesem Wege lässt sich der bei der Musikwiedergabe häufig als störend empfundene Center-Kanal ausblenden.
      • Dolby Panorama Mode: Soll bei der Wiedergabe von Musik ein weiträumiges Klangfeld schaffen. In der Praxis zeigten sich bei vielen Musikarten nicht allzu bahnbrechende Veränderungen. Bei sehr guten Aufnahmen konnte der "Panorama Mode" ein luftigeres, weitläufigeres Klangbild vermitteln, ohne die musikalische Präzision zu sehr leiden zu lassen.

      Eine volle DD 5.1 EX-Funktionalität bringt Dolby Pro Logic IIx im Movie Mode mit. Wird dieser für die 6.1 Wiedergabe verwendet, erzeugt das System, wie üblich beim Dolby Dolby Digital 5.1 EX Decoding, bei der Reproduktion des Back Surround-Lautsprecherkanals  auf Dolby Digital 5.1 EX-Tonspuren als ein einzelnes Monosignal. Um alle Vorteile von Dolby Pro Logic IIx auszukosten, empfiehlt Dolby jedoch ein 7.1 System, das ein weiteres, umfassenderes Raumgefühl bereit stellt und das Problem der "Hot Spots", die direkt hinter dem Hörer auftreten, aufgrund der Beschallung mit zwei Lautsprechern nicht mitbringt. Die psychoakustische Lokalisierung der Effekte als aus der Mitte hinter dem Zuhörer kommend ist bei einem System mit zwei Back Surround Lautsprechern besser gegeben als bei einem System mit nur einem Back Surround-Lautsprecher.

    • MP3-Audiowiedergabe
      Der DPR-2005  von Harman Kardon zählt zu den wenigen A/V-Receivern, die eine integrierte Aufbereitung für das MP3-Audioformat aufweisen, wie es für bestimmte PC-Audiodateien und von tragbaren MP3-Playern/-Recordern verwendet wird. Zudem sind praktisch alle aktuellen DVD-Player auch in der Lage, CDs wiederzugeben, die nicht mit herkömmlichen PCM-Audiodaten, sondern mit MP3-Daten bespielt wurden. Durch die MP3-Dekodierung liefern die DPRs eine wesentlich genauere Wandlung von digitalen Signalen an einen analogen Ausgang. 

    • Konzert- und Kinosaal-DSP-Klangmodi
      Im Kino-Modus entwickelt sich ein Klangfeld, das der Akustik in einem modernen Kinosaal gleichkommen soll, ob nun mit Stereo- oder gar reinen Mono-Signalquellen. Die beiden Konzertsaal-Modi HALL1 und HALL2 ihrerseits sorgen für eine Klangatmosphäre wie in einem kleinen bzw. mittleren Konzertsaal, wobei es auch hier unerheblich ist, ob das Signal aus Stereo- oder lediglich Monoquellen stammt. In der Praxis sollte man auf diese DSP-Programme eher verzichten, da der Klang zu halllastig ist und den Höhen zuviel Klarheit, dem Bassbereich zuviel Substanz entzogen wird. 
    • Stereomodi: 5-Kanal und 7-Kanal-Stereo
      In diesem Modus wird bei mehreren Lautsprechern ein Stereosignal sowohl in den vorderen als auch hinteren Bereich eines Raums geleitet. Je nachdem, ob der DPR für 5.1- bzw. 6.1/7.1-Betrieb konfiguriert ist, steht einer dieser beiden Modi – jedoch nicht beide – jederzeit zur Verfügung. Bei Gelegenheiten wie z. B. einer Party ist dieser Modus für die Wiedergabe von Musik gut geeignet, da sowohl das vordere als auch das Surround-Lautsprecherpaar (jeweils ein linker und rechter Lautsprecher) mit demselben Stereosignal gespeist werden. Der Center Surround-Kanal hingegen wird mit einem Mono-Mix der phasengleichen Signale aus dem linken und rechten Kanal versorgt.
      Surround Off (Bypass) oder Stereo-Direct 
      Der Surround Off (Bypass)-Modus behält das analoge Format des Audiosignals auf dem Weg vom Receiver zu den Lautsprecher- und Subwoofer-Ausgängen bei und vermeidet jegliche Form der digitalen Verarbeitung. Dieser Modus sollte deshalb nur in Kombination mit analogen Eingangsquellen verwendet werden.
      Dabei ist zu beachten, dass das Digitalbassmanagement im Surround Off (Bypass)-Modus nicht verfügbar ist. 
      Surround Off (Stereo) oder Stereo-Digital
      Der Stereomodus umgeht den Digitalprozessor nicht, so dass der Sound über das Bassmanagementsystem an die akustischen Bedingungen im Raum oder den persönlichen Geschmack des Hörers angepasst werden kann. Der Surround Off (Stereo)-Modus empfiehlt sich beispielsweise, wenn Satellitensysteme angeschlossen sind.

4. Videomerkmale:

  • Konfigurierbare Component-Videoanschlüsse und Breitband
    Neben S-Video- und Composite-Videoanschlüssen ist der DPR-2005, wie es inzwischen selbst in günstigen Preisklassen üblich ist, auch mit Breitiband-Component-Videoanschlüssen (Y,R-Y,B-Y) ausgestattet, so dass die Verwendung von HDTV-kompatiblen Geräten oder DVD-Playern mit Progressive Scan-Technologie ermöglicht wird. Die Component-Videoeingänge sind darüber hinaus konfigurierbar und können bestimmten Quelleingängen, wie zum Beispiel DVD, VID 1, VID 2, VID 3 oder VID 4 zugewiesen werden
  • Wandlung von S-Video auf Composite Video
    Der DPR-2005 kann ein S-Video-Ausgangssignal in ein Composite-Videosignal wandeln. Hierbei wird bei jeder Einspeisung eines S-Videosignals gleichzeitig ein S-Video- sowie ein Composite-Video-Ausgangssignal generiert. Auch wenn heutzutage mehrere Videoformate im Einsatz sind, so kann das Videodisplay mitunter lediglich einen einzigen Composite-Eingang aufweisen. 
  • A/V Sync-Verzögerung
    Mit der steigenden Beliebtheit von Plasma- und anderen hochauflösenden Video-Bildschirmen sowie der Progressive Scan-Technik kommt eine zeitlich aufwändige Video-Datenverarbeitung in immer zahlreicheren Anwendungen für die Skalierung und/oder Bildaufbereitung zum Einsatz. Ein Ergebnis dieser Entwicklung ist, dass aufgrund der Video-Datenverarbeitung die Videowiedergabe relativ zur Audiowiedergabe häufig verzögert ist. Der DPR-Receiver bietet hier die Möglichkeit, die Audiowiedergabe um bis zu 50 Millisekunden über die Fernbedienung zu verzögern, um Ton und Bild zu synchronisieren.

5. Weitere Ausstattungsmerkmale

  • EzSet™ LCD-Fernbedienung
    Die EzSet-Technologie wurde weiterentwickelt, damit die Fernbedienung zur ablesbaren Schallpegelmessung im automatischen oder manuellen Modus eingesetzt werden kann. Deshalb können die Ausgangspegel für Kanäle jetzt eingestellt werden, ohne dass der Hörer sich mehrere Testläufe anhören muss. Zum Pegelabgleich des Surround-Systems muss EzSet mit einem kurzen Tastendruck auf der Fernbedienung aktiviert werden. Anschließend wird automatisch der Testton eingeschaltet und der Ausgangspegel für jeden Kanal so eingestellt, dass alle Boxen gleich laut am Hörplatz ertönen. Zusätzlich bietet die Fernbedienung ein textbasiertes Menüsystem, das Funktionen zur einfachen Programmierung von Geräten bestimmter Hersteller oder Modellreihen, ein Lernsystem und die Möglichkeit der Makroprogrammierung umfasst. Einige Tasten können mit neu erlernten Funktionen belegt werden.
  • RS-232-Anschluss zur Steuerung des Receivers sowie zum Upgrade von Firmware/DSP
    Der DPR-2005 verfügt über einen DB 9-Anschluss zum Anschließen eines externen zentralen A/V-Steuerungssystems. Über diese Verbindung sind nahezu alle Funktionen (die sonst über die Fernbedienung ausgeführt werden) verfügbar. Zusätzlich dazu kann über diese Schnittstelle der Status des Systems abgerufen werden.
    Der DPR 2005 verwendet ein 8 MB-Flash-Speichersystem sowie einen rückseitigen Anschluss für Firmware- und DSP-Upgrades. Zudem können beim DPR-2005 auch DSP-Upgrades eingespielt werden, um das Geräte stets mit den neuesten verfügbaren DSP-Betriebsarten aktualisieren zu können. Die Daten dafür werden einfach in den Flash-Speicher geladen.
  • A-Bus Ready-Technologie
    Wird der DPR-2005 zusammen mit einer optionalen A-BUS-Tastatur oder einem A-BUS-Steuermodul (Harman Kardon AB 1) verwendet, ist die Beschallung angrenzender Nebenräume komfortabel und ohne zusätzlichen externen Endverstärker möglich.
    Um den DPR-Receiver zusammen mit der AB 1-Steuereinheit zu verwenden, ist eine Verbindung der Tastatur bzw. des Moduls, das sich im Nebenraum befindet, über eine standardmäßige CAT 5-Ethernet-Verkabelung herzustellen (wird für Computer-Netzwerke verwendet), die speziell für die Installation in der Wand geeignet ist. Die Verbindung auf der Seite des Receivers erfolgt über einen standardmäßigen RJ-45-Stecker entsprechend den mit dem A-BUS-Modul gelieferten Anweisungen. Der A-BUS-Anschluss am DPR-Receiver leitet die Signale der Tastatur direkt an das gewünschte Ziel zum Steuern und Einstellen von Lautstärke und Signalquelle weiter. Die Anzahl Räume, die mit dem A-BUS-System gesteuert werden können, ist nur durch das Multiroom-System des DPR-Receivers begrenzt. Die Menüs können unverändert verwendet werden.
  • Multizonen-Fähigkeit
    Hiermit kann eine Signalquelle (analog) in einem angrenzenden Raum (Zone 2) gehört werden, während im Hauptraum eine andere Signalquelle (digital oder analog) wiedergegeben wird. Zur Vereinfachung der Bedienung dieser Funktion verfügen alle Modelle mit Multizonen-Fähigkeit über eine speziell auf diesen Anwendungsbereich ausgelegten Fernbedienung. Zusätzlich zur Auswahl der Signalquelle und zum Einstellen der Lautstärke im Nebenraum, bietet der DPR umfassende Optionen zum Versorgen der Lautsprecher in der sekundären Zone: Unter Verwendung der Multiroom-Line-Audioausgänge kann die ausgewählte Signalquelle über optionale externe Verstärker, die den Vorgaben der Installation angepasst werden können, wiedergegeben werden. Ist für den Hauptraum die 5.1-Betriebsart ausgewählt, können der hintere linke und rechte Surround-Verstärkerkanal zum Versorgen der angrenzenden Zone verwendet werden. Zusätzliche Verstärker sind somit nicht notwendig.
    Die Verwendung der integrierten A-BUS Ready-Technologie bietet die Möglichkeit des Anschlusses optionaler A-BUS-Module an den DPR-Receiver. Die Lautsprecher der angrenzenden Zone werden dann direkt über das Modul oder die Tastatur versorgt. Eine zusätzliche Verkabelung für Strom, IR-Sensor oder Lautstärkeregelung ist nicht erforderlich. 
  • Steckplatz für HD Radio Tuner-Upgrade
    HD Radio ist bereits in den USA sowie auf einigen anderen der zentralen Märkte (DAB ist einer der Märkte in Europa) angekündigt. In der Zukunft werden zahlreiche Sender ihre Sendungen in diesem Format ausstrahlen. Wird das HD Radio- oder DAB-Format verwendet, prüft der Tuner die Qualität des eingehenden Signals, um zu ermitteln, ob es für einen digitalen Empfang ausreicht. Ist es ausreichend stark, schaltet der Tuner vom analogen in den digitalen Modus. Sowohl der DPR 2005 als auch der DPR 1005 verfügen über einen Upgrade-Steckplatz. Sobald HD Radio- oder DAB weiter verbreitet und kostengünstiger wird, besteht das Upgrade prinzipiell in der einfachen Installation eines Erweiterungsmoduls - wann jedoch ein entsprechendes Upgrade verfügbar sein wird, weiß man momentan noch nicht. 
  • Lautstärkeeinstellung beim Einschalten
    Wie bei den meisten Audio-/Video-Receivern wird auch beim DPR die zuletzt vor dem Ausschalten des Geräts eingestellte Lautstärke beim Einschalten erneut gewählt. Der DPR hilft dem Anwender jedoch auch weiter, wenn er beim Einschalten immer bestimmte Einstellungen wieder herstellen möchte, unabhängig davon, welche Einstellungen beim Ausschalten verwendet wurden. Dazu muss man lediglich die gewünschten Einstellungen als Standardeinstellung festlegen. Dies können kann im Menü ADVANCED SELECT erledigt werden. 
  • Vollbild- und Teilbild-OSD
    Es stehen zwei verschiedene OSD-Betriebsarten zur Verfügung. Das Vollbild-OSD-Menü dient dazu, die Einstellung und Anpassung des DPR-Receivers anhand verschiedener OSD-Menüs effizient durchzuführen. Werkseitig sind die Menüs so programmiert, dass sie nach 20 Sekunden ohne weitere Befehlseingabe geschlossen werden. Damit wird verhindert, dass der Menütext in die Bildröhre des Monitors oder des Projektors einbrennt. Natürlich kann man die Zeit, die das Menü angezeigt wird, individuell an die Bedürfnisse des Anwenders anpassen. Das Teilbild-OSD-System zeigt einzeilige Meldungen am unteren Bildschirmrand an, wenn die Lautstärke, Eingangssignalquelle, der Surround-Modus, die Tunerfrequenz oder irgendeine andere Konfigurationseinstellung geändert wird. Ist das Display auf der Vorderseite des Geräts gerade schlecht zu lesen, dient diese Anzeige dazu, dem Anwender eine Rückmeldung zu geben, ob die gewünschte Änderung der Einstellung über die Fernbedienung angenommen wurde. 
    Auch das Voll- und Teilbild-OSD-Menü lassen sich bei Bedarf ausschalten. Außerdem kann man die Zeitspanne der Anzeige auf dem Bildschirm individuell einstellen. Beide Optionen können über das Menü ADVANCED SELECT geändert werden.

Summa summarum überzeugt der Harman Kardon DPR-2005 mit einem reichhaltigen Ausstattungspaket. Was fehlt, ist eine Videosignalwandlung von S-Video und Video auf Komponente, das ist inzwischen bei aktuellen Modellen fast schon Standard selbst in niedrigeren Preisregionen.

Bewertung
Anschlüsse

Gut bestückt: Rückseite des DPR-2005 mit HDTV-fähigen Komponentenanschlüssen

Die Anschlussvielfalt ist insgesamt gut, sehr zu loben ist der umfassende Front AV-Anschluss. Wie in der Preisklasse üblich, sind die Komponenten-Ein- und Ausgänge HDTV-tauglich. Was wir vermissen, ist ein Highspeed-Interface für die Entgegennahme von hochauflösenden DVD-Audio- und SACD-Signalen - Pioneer und Denon bieten sogar für weniger Geld schon AV-Receiver mit solchen Schnittstellen (Pioneer: i.link, Denon: Denon Link) an. 

Anschlussübersicht:

  • Anschlüsse hinten: 2 x optische Digitaleingänge, 2 x koaxiale Digitaleingänge, 1 x optischer, 1 x koaxialer Digitalausgang. 2 x 7.1-Pre-Out, 1 x 7.1-Externeingang. Audio-/Video-Analog-Ein/Ausgänge: 5 Eingänge, FBAS/S-Video-beschaltet, 3 Ausgänge, 1 analoger Audio-Eingang, 1 analoger Audio-Ausgang, 1 Videoausgang Monitor (FBAS, S-Video), 2 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang, 1 x RS232, 1 x A-Bus-Terminal, Remote Control In/Out
  • Anschlüsse vorn: 1 x umschaltbarer (in/Out) digitaler Koaxialanschluss, 1 x optischer Digitaleingang, 1 x Audio/Video-Eingang, FBAS- und S-Video-beschaltet, 1 x

"Mr. Flexibel": Der koaxiale Digitalanschluss ist, je nach Schaltung, als Ein- oder Ausgang verwendbar

Bewertung
Bedienung

Die Bedienung ist prinzipiell recht einfach, im Detail zeigen sich jedoch einige kleine Mängel. Nur bei direktem "Blickkontakt" zwischen Geber und Empfänger wird ein Tastendruck erkannt. Der Tastendruck selber ist die nächste "Problemzone": Bei unserer Test-Fernbedienung musste man schon fast brachial zudrücken, um endlich die gewünschte Funktion zu aktiveren. Harman Kardon ist aber bereits über dieses Problem unterrichtet und bereitet eine Lösung vor, wie wir im Rahmen eines Gespräches mit dem zuständigen Product Manager klären konnten. Ansonsten ist auch viel Positives zu vermerken: So ist die Fernbedienung trotz der größeren Tastenanzahl übersichtlich und liegt aufgrund der ergonomisch geformten Unterseite gut in der Hand. Das kleine Display des IR-Controllers verbessert weiter die Übersichtlichkeit. Mittels des EZSet-Systems ist es ein einfaches Unterfangen, den Pegelabgleich der Lautsprecher von der Hörposition aus vorzunehmen. EZSet funktioniert mittels eines in die Spitze der Fernbedienung integrierten Messmikrophons, das die unterschiedlichen Lautstärken der einzelnen Lautsprecher wahrnimmt. Eine spezielle Elektronik gleicht dann die Pegel aneinander an. Ein vollautomatisches Einmesssystem, das auch noch die Größe der Lautsprecher erkennt und die Laufzeitanpassung durchführt, gibt es bei Harman Kardon noch nicht - in der Praxis kein allzu schmerzlicher Verlust, denn beide Parameter lassen sich auch recht rasch manuell justieren. 

Sehr gut ablesbar: Zweizeiliges DOT-Matrix-Display

Gut gegliedert: Die Fernbedienung

Wer sich übrigens wundert, dass eine "large"-Einstellung für den Center  im Logic 7-Betrieb nicht möglich ist: Hier handelt es sich nicht um einen Firmware-Fehler, sondern laut. Harman liegt dies an der Definition des Logic 7-Standards. Praktisch zu handhaben ist das aufwändige Bassmanagement, das für alle Lautsprechergruppen die Übernahmefrequenz flexibel hält. Doch das ist noch nicht alles, denn mittels zweier Einstellungen kann der Anwender auswählen, ob die getroffenen Einstellungen für das Bassmanagement für alle Signalquellen gelten soll (Einstellung "Global") oder ob man für jede Signalquelle die Übernahmefrequenz der einzelnen Lautsprechergruppen individuell gestaltet (Einstellung "Independent"). Einem hohen Bedienkomfort ist das hervorragend abzulesende, kontrastreiche und fein auflösende Display zuträglich. Die Bedienelemente am AV-Receiver selber sehen höchst elegant aus, sind aber teilweise zu uniform und zu klein. Erstklassig ist das Front AV-Terminal, der sogar einen vom Eingang zum Ausgang umschaltbaren koaxialen Digitalanschluss bereit hält. 

Bewertung
Ton

Testequipment:

Musik

  • Dance Floor/Techno/Trance: Hier zeigt der DPR-2005 eine hohe Leistungsbereitschaft, der dynamischer Antritt ist ebenso zu loben wie die maximal möglichen sehr hohen Maximalpegel. Auch in großen Hörräumen (rund 50 Quadratmeter) ist ein souveränes Handling großer Lautstärken möglich. Im direkten Vergleich schlägt er bei der Pegelfestigkeit seinen bereits überragenden "analogen Bruder" AVR-630. Auch der Onkyo TX-NR801E und der Denon AVR-3805 müssen sich knapp geschlagen geben, hier ist ein echter Pegeltreiber entstanden, der auch nicht durch einen drohenden Hitzekollaps aufgehalten wird. Nur die DSP-Chips und die Netzteilsektion erwärmen sich maßvoll bei intensivem Betrieb, während die Endstufeneinheit in wahrstem Wortsinn "cool" bleibt - der Digitaltechnik sei Dank. 
  • Dolby Digital 5.1, Beethoven, Pastorale: Der Hochtonbereich ist harmonisch, im Vergleich zum Denon AVC-A1SRA fehlt es an Leichtigkeit, Transparenz und feinster Durchzeichnung, was sich jedoch in Anbetracht der Differenz der Kaufpreise zu einem beträchtlichen Teil relativiert - allerdings nicht völlig, denn es gibt ähnlich teure oder sogar günstigere analoge Alternativen mit noch besserer Höhenauflösung. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der DPR-2005 mit digitalen Endstufen bestückt ist, liefert er jedoch eine respektable Leistung ab. Bislang war die matt wirkende, lustlose und synthetische Hochtonwiedergabe ein Makel, der vielen Digitalverstärkern anhaftete. Damit räumt der DPR-2005 auf: Zwar fehlt auch hier noch das letzte Stückchen Frische und Lebendigkeit, aber für einen Digitalverstärker halten wir eine äußerst lobenswerte Leistung als Resultat fest. AVR-630, Onkyo TX-NR801E und Denon AVR-3805  bieten im Hochtonbereich noch mehr Brillanz und Transparenz. Der Harman leistet eine gute Detailarbeit, auch hier aber merkt man gut den Preisunterschied zum Denon-Boliden, der noch sorgsamer auflöst und dem Klang noch mehr Charisma verleiht.
  • DTS 96/24, Brasilian Bossa: Bei der Gitarre gefällt der authentische Klang beim Zupfen der Saiten. Pluspunkte bringt auch hier der sehr gute, voluminöse Bassbereich - hier merkt man erneut, dass der DPR-2005 mit großzügigen Kraftreserven gesegnet ist. Wenn mehrere Instrumente gleichzeitig erklingen, gibt es leichte Qualitätseinbußen: Das Piano geht etwas unter und wird vom Bass leicht in den Hintergrund gedrängt. Insgesamt gibt es kleinere Schwächen beim Handling verschiedener Instrumente, zwar ist der gesamte Klang dann homogen, aber die Detaillierung und die Herausarbeitung der einzelnen, individuell für sich mit eigenem Charakter antretenden Instrumente wird etwas vernachlässigt - typisch für digitale Verstärker, ganz hat auch die Harman-Entwicklungsabteilung die Schwächen noch nicht beseitigt.  Dafür sind ebenfalls bei dieser DVD problemlos sehr hohe Pegel möglich, die Gesamtharmonie ist auch bei großer Lautstärke immer noch hoch. Damit hat der 2005er eine sehr gute Eignung z.B. auch für den Einsatz bei der nächsten Privatparty, weil da weniger auf die allerletzte Feinheit als auf Pegelfestigkeit und einen überzeugenden Gesamteindruck geachtet wird. 
  • Direktvergleich der Surroundaufpolierer (D.D.D., Discoradio Disco Dance 2004, Italien-Import, HDCD "the essential James Bond"):
    Logic 7 Enhanced (5.1): Gute Räumlichkeit vorn, voluminöser Bass, durch Beschränkung auf 5.1 weniger dichte Surroundklangkulisse.
    Logic 7 Music (7.1): Klingt etwas dünner, vor allem beim Bass, dafür transparenter Klang im Hochtonbereich, Tieftonbereich wirkt im Vergleich zu den anderen Aufpolierern etwas schmal - dafür glänzt er mit sehr guter Präzision. 
    DTS Neo 6:music (6.1): sehr dynamischer, brillanter Klang, straffer, homogener und gleichzeitig voluminöser Bass, der nie losgelöst vom Rest des Klangspektrums auftritt. Hervorragende Stimmwiedergabe, sehr gute universelle Einsatzmöglichkeiten: Für Disco-Musik, aber auch für Klassik geeignet.
    PL IIx (7.1): zu stark gedämpfte Höhen, Bass sehr kräftig, der Anschluss an den Rest des Klangspektrums wirkt aber nicht so fließend wie bei Logic 7 und vor allem bei DTS Neo:6. Insgesamt wirkt die Hochtonwiedergabe langweilig, es fehlt an Brillanz. Insgesamt eher enttäuschend.  Klare Bilanz: 1. Neo 6, 2 . Logic 7 Music 7-Kanal, 3. Logic 7 Enhanced 5-Kanal, 4. Dolby Pro Logic IIx. Obwohl PLIIx aufwändig konzipiert ist, möchte beim Harman Kardon keine rechte Freude im Musikbetrieb aufkommen.  Mit praktisch perfekter Integration von Neo:6 und der hervorragenden Integration der Logic 7-Betriebsarten bietet der DPR-2005 insgesamt eine überragende Güte beim Aufpolieren von Stereo-Musikquellen. 
  • Stereo, "the essential James Bond": Das Stück klingt synthetischer als beim Denon AVR-A1SRA,  bietet weniger Räumlichkeit und weniger virtuelle Bühne.  Für einen Oberklasse-Digitalverstärker liefert der DPR-2005 insgesamt trotzdem eine gute Leistung, dominiert vom kräftigen Basseinsatz und der  sehr guten Dynamik - man merkt stets, dass der DPR-2005 noch Reserven hat. Natürlich kann der 1.900 EUR Harman nicht die Detailauflösung eines Boliden ermöglichen, schlägt sich aber im Vergleich zu "analogen Kollegen" wie dem Harman Kardon AVR-630 oder sogar dem Denon AVR-3805 ordentlich. Der 3805er bietet jedoch im Detail noch mehr Feingefühl und ermöglicht dem Zuhörer ein tieferes Eintauchen in die Musik, der AVR-630 verleiht dem Sound eine noch tiegründigere Dynamik. Am besten löst unser Mastertest-Champion Onkyo TX-NR801E die Aufgabe, ein tief gehendes und authentisches Klangbild zu ermögliche - er bearbeitet auch Feinheiten mit großartiger Sorgfalt, die qualitativ schon fast in die Bolidenklasse gehört.  Aber zurück zum DPR-2005, der auch bei der Musik zu "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" mit einem dynamischen, zupackenden und voluminösen Bassbereich voll punkten kann. Ohne Frage: Die gesamte Abstimmung des Bassbereiches ist Harman exzellent gelungen. Zu Beginn von "A View to a Kill" managt der Harman den Einsatz der Flöte und die im Hintergrund aufspielenden Streicher sehr gut, höchst beachtlich für einen Digitalverstärker ist die feinfühlige Wiedergabe der Harfe und, im besonderen, der sogar leicht warme klangliche Einschlag, der für eine tadellose Harmonie sorgt. Bei diesem Stück legt der DPR-2005 einen rundherum überzeugenden Auftritt hin, auch die Höhen ertönen stimmig, gut aufgelöst und angenehm. 
  • Stereo, DVD Audio, 192 kHz/24-Bit 2 -Kanal: Incognito, Deep Waters: Die Bewährungsprobe, bei diesem Stück trennt sich oft die Spreu vom Weizen, und selbst teure AV-Receiver haben hier oft beklagenswerte Mängel bei der Stimmwiedergabe und bei der Detaillierung. Wieder schlägt der HK mit seinem klaren, hier angenehm trockenen Bass voll zu  - der Bassbereich stimmt einfach. Die Stimmwiedergabe ist auch bei hohen Pegel praktisch frei von störenden Verzerrungen, wirkt aber etwas zurückhaltend und nicht so frei-emotional wie z.B. beim Onkyo TX-NR801E und natürlich beim Denon AVC-A1SRA. Dadurch schaffen es die beiden letztgenannten Geräte, noch mehr Live-Flair zu vermitteln. Schon jetzt höchst stimmig und präzise ertönt beim DPR-2005 die Trompete. Guter, aber nicht überdurchschnittlicher Bühnenaufbau. 

Filmton

"MC Hammer": Der DPR-2005 überflügelt mit seiner Bassgewalt auch teurere Konkurrenten mühelos

  • Brachiale Basswiedergabe trockener Bässe, so z.B. bei Minority Report. Bei der Sequenz auf der 7. DTS Demo DVD begeistert der AV-Receiver mit einem schnellen Aufbau der Effekte, was die Geschwindigkeit, in der sich das lebhafte Geschehen zuträgt, nachhaltig unterstreicht. Der Music Score wird sehr wirkungsvoll dargestellt, was den Spannungsgehalt effektiv erhöht. 
  • Klare Stimmwiedergabe bei Titan A.E., sehr kräftige Surround-Klangkulisse mit tadelloser Dynamik und einer sehr weitläufigen Raumwirkung, die den Filminhalt authentisch verarbeitet. Viel Ausdruckskraft und enorme Basskraft ermöglicht der bärenstarke DPR-2005 auch ohne Subwooferunterstützung, potente (Stand)-Lautsprecher vorausgesetzt. Sehr gut geeignet ist der DPR-2005 auch bei der Filmtonwiedergabe für den Einsatz in größeren Hörräumen, wo er auch bei hohen Pegeln noch eine höchst dynamische Vorstellung abgibt. Die Stimmen gehen auch in effektbetonten Szenen nicht völlig im Einerlei unter, sondern werden prägnant wiedergegeben. Guter Aufbau der Front-Klangkulisse, lobenswerte Homogenität. Saubere Übergänge zwischen dem unteren Mittelton- und dem Bassbereich. 
  • Bei "Star Wars - Episode 4, eine neue Hoffnung" gefallen bereits die plastisch erklingenden Regentropfen zu Beginn beim THX-Trailer. Der Music Score wird mit schöner räumlicher Wirkung übertragen und strahlt eine für einen Digitalverstärker eher ungewöhnliche Emotionalität aus. Lobenswert: Selbst die Streicher klingen nicht zu platt, sondern vielfarbig und gut gestuft. Der Beschuss von Prinzessin Leias Raumschiff stellt erneut die schon fast brutale Basskraft des DPR-2005 unter Beweis. Hier kann der Receiver mit digitaler Verstärkereinheit für richtiges Home Theatre-Flair sorgen. Als Leias Schiff im riesigen Rumpf von Vaders Sternzerstörer  verschwindet, ist die gesamte Geräuschkulisse bei hohen Pegeln auf extremem Niveau, und selbst dann schafft der DPR-2005 noch eine differenzierte Darstellung. Das rasselnde Atmen von Darth Vader wirkt durch die authentische Darstellung des HK sehr bedrohlich. Gut werden auch Kleinigkeiten wie z.B. die Piepstöne des cleveren kleinen R2-D2 dargestellt. Vaders kurzes Verhör des Rebellenoffiziers wirkt gerade für zart besaitete Zeitgenossen unglaublich gefährlich  - der DPR-2005 schafft es sehr gut, die das machtvolle Böse verkörpernde Gestalt Lord Vaders als extrem respekteinflößend und furchterregend zu präsentieren, so dass das Auditorium eine Gänsehaut bekommt.
Bewertung Pegelfestigkeit
Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer
Bewertung Klang Stereo
Fazit

Der Harman Kardon DPR-2005 ist ein tadelloser AV-Receiver mit digitalen Endstufen, an dem man große Schwachpunkte vergeblich sucht. Auf Tuchfühlung mit weitaus teureren Spitzengeräten geht der potente Harman bei der Bewertung der Pegelfestigkeit. Selbst der bärenstarke Denon AVC-A1SRA kann sich erst bei extremen Pegeln in sehr großen Hörräumen vom hartnäckigen DPR-2005 absetzen. Die gewiss auch nicht schwächlichen analogen Konkurrenten wie z.B. der sehr kraftvolle Onkyo TX-NR801 und der leistungsstarke Denon AVR-3805 müssen sich sogar knapp geschlagen geben - in Bezug auf die Leistungsfähigkeit ist den Harman-Technikern eine echte Meisterleistung gelungen, auch der "interne" analoge Konkurrent AVR-630 kommt nicht ganz an die Power des DPR-2005 heran, der gerade in großen Hörräumen einen noch souveräneren Eindruck hinterlässt. Nach streng klanglichen Maßstäben muss sich der digitale Harman im Vergleich zu den hier genannten Alternativen aber noch hinten anstellen. Die Detailgenauigkeit eines Onkyo TX-NR801 oder eines Denon AVR-3805 erreicht er noch nicht, ebenfalls ist der noch ein Stück von der überragenden Stereoqualität des "Stallrivalen" AVR-630 entfernt. Dafür übertrumpft er die Konkurrenten mit der brachialen Wucht, mit der gewaltige Basswellen das Auditorium fast überrollen. Das Überragende am DPR-2005 ist, dass er selbst bei diesen Kraftausbrüchen immer noch klar wiedergibt und nicht nur noch ein extrem lautes Einerlei zum Besten gibt. Der Hochtonbereich, traditionelles Problem bei digitalen Verstärkereinheiten, ist für ein Digitalgerät außerordentlich gut gelungen, die analogen Konkurrenten bieten hier aber noch mehr Klarheit und vor allem mehr Strahlkraft auf. Insgesamt aber eine höchst beachtliche klangliche Leistung - Gratulation. 

Ansonsten gibt es kleine Ansätze zur Kritik: Die Verarbeitung ist zwar ordentlich, aber die Gerätefrontplatte und der Lautstärkedrehregler müssen in diesen Preisklassen aus Metall und nicht aus Kunststoff bestehen. Löblich sind das hochwertige Display und die sehr gut verarbeitete Geräterückseite. Die Bestückung mit Anschlüssen ist angemessen (wir vermissen allerdings einen i.link-Ausgang), sehr praxisgerecht ist das flexible Front AV-Terminal. Die Fernbedienung ist einerseits sehr edel gemacht, andererseits ist der Druckpunkt der Tasten nicht perfekt gelungen: Man muss zu stark drücken. Auch könnte der Winkel, in dem die Fernbedienung korrekt arbeitet, größer ausfallen. Sehr gut ist die Ausstattung mit einem flexiblen Bassmanagement, hier ist Harman Kardon der Konkurrenz einen Schritt voraus. Insgesamt stellt der kompakte DPR-2005 eine überzeugende Alternative zu AV-Receivern mit analogen Endstufen dar. Seinen nicht eben niedrigen Kaufpreis rechtfertigt der DPR-2005 mit einer Basswiedergabe und einer Pegelfestigkeit auf Boliden-Niveau.

Basshammer: Der elegante DPR-2005 brilliert mit maximaler Pegelfestigkeit und brachialem Druck
Gesamturteil:
 
 Oberklasse
Test 15.06. 2004
Preis-/Leistungsverhältnis:
Pro:
  • Extreme Pegelfestigkeit auch in großen Hörräumen

  • Besonders gut für Home Theatre geeignet

  • Sehr klarer, gleichzeitig voluminöser Bassbereich

  • Dichte, charismatische Surround-Klangkulisse

  • Verständliche, klare Stimmwiedergabe

  • Sehr gute Wiedergabe des Präsenztonbereiches

  • Erstklassige Neo:6-Integration

  • Flexibles, praxisgerechtes Bassmanagement

  • Kompakte Abmessungen erlauben einfache Unterbringung

  • Überlegte Anschlussbestückung

  • Sauber aufgebauter Innenraum

  • Sehr gutes Display

Contra:
  • Gerätefront aus Kunststoff

  • Keine digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstelle

  • Im Vergleich zu hervorragenden analogen Geräten noch feststellbare Brillanzverluste im Hochtonbereich

  • Leichte Bedienungsschwächen

Die technischen Daten
  • AV-Receiver mit digitalen Endstufen

  • Decoder für: Dolby Digital/DTS 5.1, DTS ES Matrix/Discrete 6.1, Dolby Digital 51. EX, Dolby Pro Logic II, DTS Neo:6, Logic 7 mit 96 kHz-Fähigkeit, DTS 96/24, Dolby Virtual Speaker, Dolby Headphone, VMAx für Surround-Simulation/Surround-Simulation via Kopfhörer, HDCD, integrierter MP3-Decoder

  • Leistung: 7 x 120 Watt, 20 Hz – 20 kHz, bei < 0,15% Klirrfaktor, beide Kanäle an 8 Oh

  • Bassmanagement mit Vierfach-Frequenzweiche

  • Multiroom-System mit zuweisbaren Endstufen

  • Anschlüsse: 

  • Anschlüsse hinten: 2 x optische Digitaleingänge, 2 x koaxiale Digitaleingänge, 1 x optischer, 1 x koaxialer Digitalausgang. 2 x 7.1-Pre-Out, 1 x 7.1-Externeingang. Audio-/Video-Analog-Ein/Ausgänge: 5 Eingänge, FBAS/S-Video-beschaltet, 3 Ausgänge, 1 analoger Audio-Eingang, 1 analoger Audio-Ausgang, 1 Videoausgang Monitor (FBAS, S-Video), 2 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang, 1 x RS232, 1 x A-Bus-Terminal, Remote Control In/Out
  • Anschlüsse vorn: 1 x umschaltbarer (in/Out) digitaler Koaxialanschluss, 1 x optischer Digitaleingang, 1 x Audio/Video-Eingang, FBAS- und S-Video-beschaltet, 1 x
  • AV-Verzögerungsschaltung (AV Delay) für die Laufzeitanpassung von Audio- und Videosignal

  • A-Bus-ready

  • HD Radio-Upgrade-Steckplatz

  • Fernbedienung: EzSet, lern- und programmierfähig, hintergrundbeleuchtet mit zweizeiliger LCD-Anzeige

  • Erforderliche Leistung : 120V/60 Hz Wechselstrom 
    Leistungsverbrauch : 
    Stand-by: : 8,9 Watt 
    Leerlauf: : 58 Watt 
    Maximal (7 Kanäle werden angetrieben): : 1073 Watt 
    Geräteabmessungen : 
    Breite : 440 mm 
    Höhe : 114 mm 
    Tiefe : 476 mm 
    Gewicht des Geräts : 10,5 kg 
    Abmessungen der Verpackung : 573 x 225 x 555 mm 
    Gesamtgewicht (System, Zubehör, Verpackung) : 12,5 kg 

  • Farbe: Silber-Schwarz

  • Preis (UVP): 1.899,-- EUR

Test: Carsten Rampacher, Karl-Heinz Pöppl

07. Oktober 2004

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