Test: Harman Kardon AVR-7300

12.01.2005 (cr)

Bedienung

Verschiedene Schwächen, die wir beim Harman Kardon DPR-2005 mit der optisch identischen Fernbedienung noch bemängeln mussten, sind in Bezug auf den IR-Controller nun beseitigt, will heißen: Um die gewünschte Funktion auch tatsächlich auszuführen, ist nicht mehr der zuvor als ärgerlich eingestufte Kraftaufwand erforderlich. Daher gestaltet sich die Bedienung mittels der formschönen und übersichtlich gehaltenen Fernbedienung nun äußerst erfreulich. Auch die Reichweite der Fernbedienung ist verbessert worden, nun ist sie voll befriedigend, die Empfindlichkeit auch in Bezug auf die möglichen Bedienwinkel könnte aber weiter gesteigert werden. Leben kann man jedoch mit dem nun Gebotenen problemlos, denn die übersichtlich strukturierten On Screen Displays bieten demjenigen, der der englischen Sprache mächtig ist, viele einfach zu kontrollierende und zu justierende Funktionen. Als weiteren Pluspunkt vermerken wir das großflächige, fein auflösende und kontrastreiche Display. 

Schick und praktisch: Haupt-Bedienelemente der Fernbedienung

Für die Dunkelheit im Home Theatre-Raum gerüstet: Beleuchtete Fernbedienung mit LC-Display. Natürlich ist die Fernbedienung lernfähig

Mittels des EZSet-Systems ist es ein einfaches Unterfangen, den Pegelabgleich der Lautsprecher von der Hörposition aus vorzunehmen. EZSet funktioniert mittels eines in die Spitze der Fernbedienung integrierten Messmikrophons, das die unterschiedlichen Lautstärken der einzelnen Lautsprecher wahrnimmt. Eine spezielle Elektronik gleicht dann die Pegel aneinander an. Ein vollautomatisches Einmesssystem, das auch noch die Größe der Lautsprecher erkennt und die Laufzeitanpassung durchführt, gibt es bei Harman Kardon noch nicht - in der Praxis kein allzu schmerzlicher Verlust, denn beide Parameter lassen sich auch in kurzer Zeit manuell justieren. 

Tadellos: Sehr gut ablesbares DOT Matrix-Display mit prima Kontrast

Bewertung
Ton

Testequipment:

Pegelfestigkeit

Hier kann der AVR-7300 mit den besten Werten dienen, die wir bislang in unseren harten Dauerläufen hören konnten: Nach 2 x 3 Stunden mit mehr als 80 % Maximalpegel war der Harman Kardon noch so fit, dass wir es kaum glauben konnten. Dabei quälten wir alle sieben Kanäle (7-Kanal Stereo, Dolby Pro Logic IIx, Logic 7 Cinema/Music in 7-Kanal), und gaben dem AV-Receiver keinen aktiven Subwoofer als Unterstützung mit. Als sei dies noch nicht Last genug, ließen wir den Boliden noch im über 50 Quadratmeter großen Hörraum antreten und verdeckten einen Teil der Belüftungsschlitze auf der Gehäuseoberseite mit einer Kunststofffolie - es wurde keine Hürde ausgelassen, um zu überprüfen, ob das Gerät extrem belastbar ist und ob die interne Kühlung gut funktioniert.

Immer "cool" bleiben: Einer der zwei großen Aluminium-Kühlkörper, die auch bei hoher Belastung einen störungsfreien Betrieb gewährleisten. Zur Hilfe eilt den passiven Kühlelementen noch ein Ventilator, der aber sehr leise läuft und nur denjenigen stören dürfte, der direkt neben dem AV-Receiver steht

Apropos Kühlung: Um auch bei sehr intensivem Einsatz für ein Maximum an Performance zu sorgen, installierte Harman Kardon nicht nur zwei dicke Kühlkörper aus extrudiertem Aluminium, sondern baute zusätzlich als aktives Kühlelement einen Ventilator ein, der gezielt und mit leisem Lauf ins hitzige Geschehen eingreift. Natürlich ist der Propeller hörbar, aber nur dann stört er das Geschehen, wenn man direkt neben dem AVR-7300 steht und gerade eine sehr leise Filmsequenz übertragen wird. Das Ergebnis, welches die gemischt aktiv-passive Kühlung (der Gleichrichter hat übrigens ein Extra-Kühltürmchen, siehe Bild) mit ermöglicht, spricht jedenfalls für sich:

Detailarbeit: Auch der Gleichrichter wird bei hartem Einsatz des Equipments von einem kleinen Kühltürmchen auf nicht schädlichem Temperaturniveau gehalten

Der Bass schlägt auch noch bei extremen Lautstärken mit unerhörtem Nachdruck zu und lässt den Hörraum in den Grundfesten erbeben. Der HK erhitzt sich zwar kräftig, bedrohliche Ausmaße notierten wir jedoch auch gegen Ende der Dauerlauf-Testreihen nicht. Dass kein aktiver Subwoofer mit von der Partie ist, fällt bei einem so leistungsfähigen AV-Receiver wie dem AVR-7300 weitaus weniger ins Gewicht, als man spontan annehmen würde. Wer über entsprechend bassstarke und leistungsfähige Frontlautsprecher verfügt, kann sich mit der Anschaffung eines aktiven Subwoofers ruhig noch ein wenig Zeit lassen - denn wenn man einen Basslautsprecher dazu ersteht, sollte dieser auch außerordentlich hochwertig ausgeführt und belastbar sein, um das gesamte Klangbild nicht zu verschlechtern. 

Schließlich zeigt der AVR-7300 in vielen Einzelheiten seine Klasse: Alles ist auf eine optimale Leistungsfähigkeit bei extremen Lautstärken und einen souveränsten Umfang mit hohen Stromstärken ausgelegt - "Beweisstücke" sind die gigantischen Kondensatoren mit hoher Speicherkapazität und der massive Transformator, der sich zum größten Teil unter einer Platine versteckt und nur am Rand verschämt herausschaut. Mit seinen immensen Reserven erfüllt der AVR-7300 nicht nur praktisch jeden Leistungswunsch der Zuhörerschaft - er macht es zusätzlich auf eine so lockere Art und Weise, dass es wahrhaftig eine Freude ist, ihn zu fordern. 

Garant für höchste Leistungsfähigkeit: Der massive Trafo, der sich im Geräteinneren unter einer Platine versteckt

Pegelmeister: Der AVR-7300 garantiert souveräne Reserven auch durch die beiden riesigen Kondensatoren

Wichtige Konkurrenten im Vergleich: Der Marantz SR-12S1 heftet sich an die Fersen des Harman, ohne jedoch an ihn ganz heranzukommen. Gerade bei heftigen Basseinschlägen im hochpegeligen Bereich agiert der Harman noch hörbar souveräner und bietet mehr Punch und Durchschlagskraft. Der Pioneer VSA-AX10i-S bietet auch noch bei hohen Lautstärken ein üppiges Leistungsgefühl. Driftet der Spaß ins Extreme ab, arbeitet der VSA-AX10i-S zwar nach wie vor, ohne aufzugeben, wirkt aber etwas zugeschnürter als Marantz und vor allem der exzellente AVR-7300, der auch bei Pegeln, die kaum ein Mensch im eigenen Hörraum fahren dürfte, absolut souverän bleibt. Der Yamaha DSP-Z9 wird im harten Einsatz extrem heiß -trotz passiver und aktiver Kühlung. Dann kann es als Folge passieren, dass die Schutzschaltung dem Spaß ein Ende bereitet. Wer dem Yamaha zusätzlich Kühlluft zufächert, erntet hervorragende Ergebnisse, doch der Harman bleibt ungeschlagen. Auch den Marantz erreicht der Yamaha nicht, wohl aber den Pioneer, der allerdings mehr Bassdruck aufbietet. Der sehr gefällige Hochtonbereich bleibt dem DSP-Z9 auch bei extrem hohen Pegeln fast in vollem Umfang erhalten. Schaut man sich in günstigeren Preisklassen um, so fällt auf, dass z.B. ein Onkyo TX-NR801E schon erstaunlich hohe Pegel realisieren kann. Früher war dies Bolidenniveau, doch gerade der (noch nicht einmal so viel teurere) HK zeigt, dass nichts mehr so ist, wie es war: Mit Lautstärken, die fast schon (in angemessenen Hörräumen) auf dem Level professioneller Beschallungsanlagen liegen, bietet er Möglichkeiten, die man früher kaum erahnen konnte. Mit Spannung warten wir auf Denon mit dem AVC-A1XV und auf Onkyo mit dem TX-NR5000E, Tests folgen in Kürze. Es dürfte jedoch schwer werden, die extreme Performance des Harman zu toppen, vor allem dann, wenn man auch noch den Preis mit in die Bewertung einbezieht.  

Mehrkanal-Wiedergabe Filmton und Musik 

Was sind das für Zeiten - selbst 1.000 €-AV-Receiver bieten mittlerweile eine erfrischende, authentische Filmtonwiedergabe, wie z.B. der Onkyo TX-SR702E eindrucksvoll beweist. Und auch für 799 € geht es schon mit Bravour voran, hier nennen wir gern den überragenden Pioneer VSX-1014. Viele Leser werden sich also fragen, wozu man nochmals weitaus höhere Ausgaben tätigen soll. Wie üblich kommt als Antwort - es ist alles eine Frage der Ansprüche. Auch ein VW Golf oder ein Opel Astra der aktuellen Baureihen bietet mehr als noch vor einem Jahrzehnt viele Luxuslimousinen, nur haben sich den Klassen darüber auch so viele neue Dinge ereignet, dass der alte Abstand, nur auf generell viel höherem Niveau, zu einem beträchtlichen Teil wiederhergestellt ist. Und so verhält es sich auch bei den AV-Receivern und AV-Verstärkern, ganz besonders beweist dies der Harman Kardon AVR-7300.

Bei "Gladiator" besticht der Harman durch seine Fähigkeit,  das filmische Geschehen akustisch voll zu erfassen. Er baut wie kein anderes Gerät vor ihm eine greifbare, emotional überwältigende Kulisse auf. Deutlich wird dies beispielsweise bei der Atmosphäre in den Kampfarenen, ganz besonders nachvollziehbar bei Maximus' Auftritten im Kolosseum in Rom: Der aufbrandende Beifall, die durch die Luft schneidenden Schwerter, das Rasseln der Ketten - der Harman verbindet das Beste aus allen Welten. Zum einen ist er authentische Wiedergabemaschine und verschweigt kein Detail. Zum anderen aber lässt er es nicht dabei bewenden, sondern schafft es, das Großartige, was diese Szenen auszeichnet, so aufzupolieren, dass die akustische Brillanz hervorragend zum Ausdruck kommt, jedoch keinen Hang zur zu effektlastigen Übertreibung aufweist. Im einzelnen geschieht dies durch einen Hochtonbereich, der weder zu warm noch zu analytisch ist und so den Geschmack vieler Hörer treffen dürfte. Diese neutrale Auslegung würzt der Harman mit einer Extraportion Brillanz. Auch der Präsenztonbereich präsentiert sich in erstklassiger Form. So gibt der Harman allen Stimmen ein bis ins Detail passendes Fundament und arbeitet auch Nuancen mit beeindruckender Plastizität heraus. Der Mitteltonbereich schließt absolut harmonisch an den Hochtonbereich an, was zum Eindruck eines homogenen, in sich geschlossenen Klangbild führt. Bei normalen Pegeln ermöglicht der HK so eine detaillierte, feinfühlige, zugleich jedoch nachdrückliche Wiedergabe. 

Dafür verantwortlich ist der straffe, sehr präzise, mit einem gesunden Volumen versehene Bassbereich. Der AVR-7300 agiert so gefällig, dass es wenig Anwender geben dürfte, denen diese Auslegung nicht gefällt. Hier markiert der 7300 einen bedeutenden Unterschied zum günstigeren AVR-630, der einerseits sehr sensibel und andererseits mit massiver Kraft auf das Auditorium einwirkt. Dazwischen jedoch tut sich der 630er etwas schwer, er neigt eher zu den Extremen, die er zugegebenermaßen beide sehr gut beherrscht. Eine harmonische, stark auf Gefälligkeit ausgerichtete Wiedergabe jedoch ist in erstklassiger Güte nicht möglich. Und genau hier setzt der große Bruder AVR-7300 ein, der auch dieses Metier mit der Souveränität eines echten Champions beherrscht. Kann er denn auch so heftig zupacken, wie es Action-Fans lieben? Klare Antwort: Er kann - und wie. Wirkt der AVR-7300 bei humanen Pegeln noch sehr verbindlich, so locken hohe Lautstärken den Teufel in ihm aus der Versenkung. Bei der Eröffnungsschlacht von "Gladiator" bleckt der Harman Zähne wie ein beutegieriger weißer Hai, die Brandpfeile und Brandkugeln entfachen bei der akustischen Darstellung wahre Urgewalten. Auch andere Kontrahenten lassen es mächtig krachen - der Harman jedoch jagt unbedarften Zeitgenossen, die an den leider oft wenig nachdrücklichen, wenig akzentuierten Klang angeblich erstklassiger Kinosäle gewohnt sind, einen mächtigen Schrecken ein. Der Bass peitscht durch den Hörraum, nicht nur die tiefsten Frequenzen bis 40 Hz, auch alles bis 100 Hz wird gnadenlos hart wiedergegeben. Nicht einmal ansatzweise wirkt Harmans "Schlachtschiff" überfordert, sondern schiebt immer weiter an und schreit förmlich nach neuen Herausforderungen. Dies wird auch in der Eröffnungssequenz vom 2. Teil der "Mumie" belegt, den harten Kampf gibt der AVR-7300 akustisch ebenso hart und ungefiltert wieder. Bei Star Wars Episode 1 ist der Aufmarsch der Truppen der Handelsföderation ein Ereignis, das man akustisch ebenso wenig vergisst wie das legendäre Pod Race. Der dritte Harry Potter-Film eignet sich ebenfalls vortrefflich, um verschiedene Tugenden des Harman Kardon live zu erleben. So wird der Flug des Hippogreifen, ganz gleich, ob mit Harry oder Sirius Black auf dem Rücken, zu einer akustischen Sondervorstellung. Das Klanggerüst, welches der AV-Receiver aufbaut, ist so feinfühlig gegliedert, dass man plötzlich Einzelheiten wahrnimmt, die einem zuvor verborgen geblieben sind. Die Umwandlung von Professor Lupin in einen furchterregenden Werwolf untermalt der HK eindrucksvoll und präsentiert plastisch und ausdrucksstark das schreckliche Ausmaß dieser Transformation. 

Musikalisch schlägt der Harman dann wieder ganz andere Töne an. Er überträgt unsere klassischen 5.1-DVDs (Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart) mit unglaublichem Facettenreichtum, was sich besonders gut dann nachvollziehen lässt, wenn die Streicher aufspielen: Alles wirkt so authentisch, so differenziert, dass man ruhig sehr genau hinhören kann. Bei der "Pastorale" (Beethoven) schafft es der AVR-7300 ausgezeichnet, die verschiedenen Stimmungen (lieblich zu Beginn, dann beim Aufkommen des Gewitters, dramatisch, die Spannung steigernd) wiederzugeben. Er schmückt nicht so reich aus wie der Marantz SR-12S1, dafür aber gibt der Harman, wie bereits bei der Filmtonwiedergabe herausgehört, noch eine Extraportion Brillanz dazu, was der Vorstellung viel akustischen Glanz verleiht. Auch in Bezug auf die Dynamik setzt der Harman neue Bestwerte und verweist selbst den außerordentlich dynamischen Pioneer VSA-AX10i-S in die Schranken. Der Harman scheint die musikalische oder auch filmische Entwicklung schon zu ahnen, bevor die entsprechende Szene tatsächlich wiedergegeben wird, so blitzartig reagiert er. Dies kommt ihm natürlich bei krassen Dynamiksprüngen zu Gute. Mit viel Ausdruckskraft geht der AVR-7300 auch bei der Musikwiedergabe das Thema "Stimmdarstellung" an. Ganz gleich, ob Bass oder Tenor, Alt oder Sopran: Immer trifft der HK nicht nur aufs erste, oberflächliche Hören die richtige Akzentuierung, sondern auch, wenn man sehr genaue akustische Überprüfungen anstellt und sich die identische Stelle oft hintereinander anhört. Er gibt hohen weiblichen Stimmen die Strahlkraft, die für eine wirklichkeitsnahe Wiedergabe wichtig ist, ohne jedoch einen schrillen Touch hinzuzufügen, der die Harmonie stören würde. Auch andere Boliden beherrschen eine differenzierte, aussagekräftige Stimmwiedergabe. Es gibt viele, die eine gute Balance zwischen Brillanz und so starker Betonung im Hochtonbereich gefunden haben. Doch so nahe im Ideal wie der HK operiert derzeit kein von uns gehörter Konkurrent, so viel Glanz und gleichzeitig keinerlei Überbetonung, keinerlei Aggressivität - das bieten die anderen nicht. Auch sie werden nicht aggressiv, aber erreichen nicht ganz diese transparente, frische Wiedergabe. 

Surround-Aufpolierer

Mit Surround-Aufpolierern ist der AVR-7300 sehr gut bestückt. Nicht nur DTS Neo:6 und Dolby Pro Logic IIx, sondern auch das Harman-eigene Logic 7 steht in der Ausstattungsliste Und Logic 7 konnte in allen Betriebsarten überzeugen, besonders auch im Siebenkanal-Modus für die Filmtonwiedergabe, wo eine dichte und zugleich klare Surround-Klangkulisse herauszuhören ist. Der Bassbereich ist straff, ist aber gleichzeitig auch mit einem tadellosen Volumen versehen und sorgt so für wahre Freude. Hervorragend agiert der AVR-7300 auch im PLIIx-Betrieb, wenn es um die Wiedergabe von Filmen geht. Kennzeichen sind hier eine voluminöse, räumlich überzeugende Surround-Klangkulisse und eine sehr exakte Ortungsmöglichkeiten für alle Effektkombinationen. DTS Neo:6 (6-Kanal-Betriebsmodus) fällt  bei der Bewertung der Filmtonwiedergabe etwas zurück, die Klangkulisse wirkt schlanker, die einzelnen Klanganteile präsentieren sich nicht so homogen und ausbalanciert verteilt wie in den anderen beiden Film-Betriebsarten von Pro Logic IIx und Logic 7. 

Geht es um die Aufbereitung von Musikmaterial, weiß Neo:6 leider auch nicht völlig zu überzeugen. Es fehlt der Punch im Bassbereich, der Bass klingt zu zahm und zu schlank. Das genaue Gegenteil ist der Logic 7 Enhanced Modus, der beim AVR-7300 nicht nur in 5.1- sondern auch in 7.1-Konfiguration aktiv ist. Diese Betriebsart leitet an entsprechend leistungsfähigen Boxen (auch die Surroundboxen bekommen zusätzlich zum Subwoofer Bassanteile zugeführt) Bassanteile weiter. Eine druckvolle, disco-ähnlich voran gehende Akustik ist das Ergebnis. Selbst schwierige Fälle wie eine krachende Kickbasswiedergabe meistert der HK souverän. Das "normale" Logic im Music-Mode liefert ebenfalls sehr gute Resultate. Das Klangbild ist etwas schmaler, dafür feinsinniger als im Enhanced-Modus. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist tadellos gelungen. Und Pro Logic IIx? PLIIx punktet mit einem sehr gefälligen, runden Klang mit harmonischen Übergängen, einem antrittsstarken Bass und der Fähigkeit, auch bei hohen Lautstärken keine unpassenden Überbetonungen vorzunehmen. Der Hochtonbereich wirkt etwas gedeckter als bei Logic 7 Music.  

Die Konkurrenz bietet in dieser Disziplin auch eine Menge: Vor allem der Yamaha DSP-Z9 wäre hier aufzuführen, der mit seiner superben Pro Logic 2x-Integration (hervorragende, feinfühlige räumliche Darstellung) voll punkten kann. Aber auch der Marantz SR-12S1 begeistert, vor allem dann, wenn DTS Neo:6 im Musikbetrieb (straffer und zugleich zupackender, voluminöser Bass, gute Detaillierung) angewählt ist. Nicht bei den Besten mit dabei ist der (inzwischen ausgelaufene und vom VSA-AX10Ai-S ersetzte) Pioneer VSA-AX10i-S. der in Bezug auf die Surround-Aufpolierer etwas farblos wirkt und somit keine Glanzlichter setzt. Noch auf hohem Niveau spielt der Denon AVC-A1SRA, der weiterhin mit prima Räumlichkeit und vor allem bei Neo:6 mit toller Transparenz begeistert. Er muss sich nur dem Yamaha DSP-Z9 und auch dem Harman Kardon AVR-7300 geschlagen geben. Insgesamt kann sich der HK knapp vor dem DSP-Z9 an die Spitze setzen, denn er bietet herausragend integrierte, praxisnahe Surroundaufpolierer, die, je nach Quellmaterial, alle ihre Reize haben. Neo:6 fällt im Vergleich durch den etwas schlanken Bass im Musik- und Filmbetrieb etwas ab. 

Klang Stereo

In Bezug auf die Stereowiedergabe haben wir vom neuen Harman-Spitzenmodell eine Menge erwartet, denn der Vorgänger Harman/Kardon AVR-8500 begeisterte mit seinem vollen, klaren und detailreichen Stereosound auch versierte Stereohörer, die den Qualitäten eines Surroundreceivers eher skeptisch gegenüber stehen. Die Zeit blieb jedoch nicht stehen, und ganz besonders der exzellente Marantz SR-12S1 sorgte mit seiner sehr reichhaltigen, dabei auch herausragend strukturierten Wiedergabe für Aufregung. Der AVR-7300 nun rückt die Verhältnisse für Harman International wieder ins Lot: So feinfühlig und gleichzeitig dynamisch, so angenehm-voll, aber zugleich klar und präzise hat noch kein Surround-Verstärker oder -Receiver in unseren Testreihen aufgespielt. Imposant sind die Qualitäten bei der HDCD "The Essential James Bond", wo wir, um ein Maximum an Stereo-Klanggüte zu erhalten, die pro Stück rund 4.000 € kostende KEF Reference 205 eingesetzt haben, einen Lautsprecher also, der sich vortrefflich für einen ausgezeichneten Bühnenaufbau und eine exquisite Detaillierung eignet. Der praktisch perfekt abgestimmte Hochtonbereich ist ein weiteres Merkmal, das die Reference-Box auszeichnet.  Und der AVR-7300 agiert prächtig in Zusammenarbeit mit diesem Ausnahme-Lautsprecher. Die Reference 205 bringt den herausragenden Bühnenaufbau, den der Harman ermöglicht, sehr schön zur Geltung, ebenso die Hochtonqualitäten, die ihresgleichen suchen: Der HK klingt auch bei hohen Pegeln sehr angenehm und wird nie schrill oder aggressiv,  die Detailtreue schwindet auch bei kräftigem Leistungseinsatz nicht. Kleinste und feinste Facetten werden mit einem beachtlichen Maß an Authentizität und Sensibilität eingearbeitet, wie sich bei verschiedenen instrumentalen Soli heraushören lässt. Auch bei der B&W-Demo CD "Blues Best"  spielt sich der AVR-7300 an die akustische Spitze: Die erstklassige Betonung der Stimmen, die exakt passende Balance zwischen Stimm- und Instrumentalwiedergabe und die natürliche, differenzierte Räumlichkeit gefällt ohne jede Einschränkung. Insgesamt definiert der Harman den Standard in Bezug auf die Stereoklangqualität von AV-Receivern neu. 

Bewertung Pegelfestigkeit
Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer
Bewertung Klang Stereo

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