Test: Harman Kardon AVR-7300 schafft neue Bestmarke!
12.01.2005 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume
Overview
Ein Vollblut-Bolide für 2.499 €, komplett mit sieben
Endstufen, HDCD-Decoder, Faroudja-Videoprocessing, Multiroom-Fähigkeit,
A-Bus-ready, mit audiophilen 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandlern, massivem Trafo,
riesigen Kondensatoren (2 Stück mit je 39.000 Mikrofarad Kapazität) - das ist
schwer zu glauben. Harman Kardon jedoch macht es möglich, denn der AVR-7300
wartet mit exakt diesen Leistungsmerkmalen zu exakt diesem Preis auf. Sensation
oder mehr Schein als Sein? Genau dieser Frage wollen wir nachgehen. Gerade
momentan dürfte eine Antwort darauf viele Leser brennend interessieren, denn es
ist viel Bewegung im Bolidenmarkt. Denon mit
dem AVC-A1XV und Onkyo
mit dem TX-NR5000E sorgen für einen
nie gekannten, puren Gigantismus in Bezug auf Aufwand und Ausstattung,
allerdings zu Kursen (Onkyo: 5.499 €, Denon: 5.999 €, nur zur Erinnerung
für alle diejenigen, die noch in DM denken: Dies entspricht Beträgen von rund
11.000 bzw. rund 12.000 DM!), die für eine eher geringe Verbreitung sorgen
dürften. Da kommt der HK schon weitaus bürgerlicher daher - und genau das
setzt ihn in den Fokus unseres Interesses, denn es stellt sich die Frage,
ob auch akustische Highender für den fairen Kaufpreis glücklich werden, oder
ob man besser das Sparbuch plündert und zu Onkyo oder Denon (Testberichte
folgen alsbald) greift.
Der Testbericht im Überblick:
-
Verarbeitung, Ausstattung und Anschlüsse: Hier
auf Seite 1
-
Bedienung, akustische Eigenschaften: Seite
2
-
Videoprozessor (Bildqualität/Funktionsumfang), Fazit,
technische Daten: Seite 3
Verarbeitung

Bekannt: Optik wie alle aktuellen AV-Receiver von Harman
Kardon

Nicht bekannt: Mit 52,1 cm erreicht der AVR-7300 eine extrem
große Tiefe - die geballte Ladung Technik fordert ihr Tribut und dürfte so
manchen Rack-Umbau erforderlich machen
Was die Verarbeitung angeht, müssen wir zunächst einige
Kritikpunkte nennen: Zum x-ten Male wird die Liste der negativen Merkmale von
der Gerätefront aus Kunststoff angeführt. Hier sollte sich Harman Kardon
endlich eines Besseren besinnen und Metall verwenden. Die Klappe, unter der
weniger oft benötigte Bedienungselemente und der Front AV-Anschluss
untergebracht sind, findet ebenfalls nicht unsere Zustimmung, sie wirkt nicht
überdurchschnittlich solide. Weiter geht es mit den
Lautsprecher-Schraubanschlüssen, die deutlich weniger hochwertig ausfallen als
beim AVR-8500 - wir waren etwas
enttäuscht. Doch genug der Nachteile - wer einmal den AVR-7300 von innen
gesehen hat, wird begeistert sein: Ein sauberer, durchdachter Aufbau, ein weit
überdurchschnittlich aufwändiges Endstufenlayout, eine durchdachte Kühlung,
ein edler, massiver Trafo, gigantische Kondensatoren, insgesamt 28
Ausgangstransistoren - es fehlt buchstäblich an nichts, und viele, sehr
deutlich teurere Konkurrenten können bei diesem Aufbau nicht mithalten.
Nirgendwo hat Harman gespart - dies zeigen auch die großflächigen Kühlkörper
aus extrudiertem Aluminium.

Kraftwerk: Beim Anblick des inneren Aufbaus dürfte mancher
Konkurrent vor Neid erblassen. Mehr Bilder gibt es weiter unten in der
Klangbewertung

Keine Kritik: Tadellos verarbeitete Geräterückseite
Abgesehen von der Kritik bei den Lautsprecherkabel-Terminals präsentiert
sich die Geräterückseite akkurat verarbeitet - dass die Anschlüsse nicht
vergoldet sind, ist ein Schönheitsfehler, den wir dem HK verzeihen. Die
mitgelieferte Fernbedienung ist optisch identisch mit der des AVR-630
und des DPR-2005, was in
Anbetracht der qualitativ hochwertigen Ausführung kein Fehler ist. Die
Gummierung der FB-Rückseite dokumentiert die Liebe zum Detail. Endlich sind
auch die Tasten dem sonstigen Niveau entsprechend und benötigen in Bezug auf
den Druckpunkt keine außergewöhnliche Härte mehr. Das kleine LC-Display, das
nicht nur die gerade aktivierte Funktionsebene, sondern z.B. auch Botschaften
während des EZSet-Einpegelvorgangs anzeigt, ergänzt den sehr guten
Gesamteindruck. Die Zweitfernbedienung für die 2. Hörzone ist ordentlich
verarbeitet.

"Doppelter Einsatz": Neben der Hauptfernbedienung
liefert Harman noch eine "Miniaturausgabe" für die 2. Hörzone mit
Bilanz: AV-Receiver-Flaggschiff mit sehr feinem, aufwändigen
Innenaufbau - daher rührt vor allem die sehr gute Bewertung. Optisch ist der
AVR-7300 zwar sehr elegant, bei genauerem Hinsehen könnten aber hochwertigere
Materialien Verwendung finden. An Gerätedisplay und Fernbedienung gibt es keine
Kritik, die Lautsprecher-Schraubanschlüsse auf der ansonsten ausgezeichnet
verarbeiteten Geräterückseite fallen aber nur durchschnittlich hochwertig aus.
Um nochmals auf das Äußere zurückzukommen: Harman sollte sich vielleicht
zukünftig entschließen, dem Spitzenmodell eine eigenständigere Optik und
somit mehr Unterscheidungsmerkmale zu den preisgünstigeren
"Geschwistern" mitzugeben. Schließlich möchte der Käufer mit dem
AVR-7300 auch optisch demonstrieren, dass man den Top-AV-Receiver erstanden
hat.
Bewertung      
Features und verwendete Baugruppen
Hier geht Harman Kardon in die Vollen - der AVR-7300 kommt mit opulenter
Ausstattung, die wir im folgenden Text genau beschreiben.
1. Aufwändiges Verstärkerlayout. Wie bei Harman Kardon-AV-Receivern
üblich, erfüllt das Endstufenlayout auch die Ansprüche sehr versierter
Anwender. Die maximale Stromstärke, die die sieben je 110 Watt (RMS) leistenden
Endstufen zur Verfügung stellen, liegt bei +/-75Ampere Stromliefer-Fähigkeit pro Kanal.
Der Vorteil in der Praxis: Auch leistungshungrige, impedanzkritische
Lautsprecher (wie beispielsweise die alten Infinity Kappas) können ohne
Schwierigkeiten am AVR-7300 auch ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer betrieben
werden. Dass hier keine leeren Versprechungen in Bezug auf die
Leistungsfähigkeit abgegeben werden, bewies uns der Harman in der Klangwertung.
2. Alle aktuellen Decoder sind mit an Bord. Natürlich verfügt der AVR-7300 über
Dolby Pro Logic IIx (inklusive aller Einstellmöglichkeiten/über OSD
einstellbar). Hinzu kommen mit DTS Neo:6 und der Harman
International-Entwicklung Logic 7 noch zwei weitere Surround-Aufpolierer. DTS
Neo:6 ist für 5- oder 6-Kanal-Wiedergabe schaltbar. Logic 7 verfügt neben der
auch bei Dolby und DTS üblichen Separierung in Musik- und Filmmodus noch über
die Enhanced-Betriebsart, bei der zusätzlich die Bassanteile auch an die
Surroundlautsprecher geschickt werden. Der Enhanced-Modus verbessert den
Eindruck eines kraftvollen, raumfüllenden Basses. Der Einsatz des
Enhanced-Modus ist jedoch nur dann anzuraten, wenn mit basskräftigen
Lautsprechern im Surround-Betrieb gearbeitet wird.
Des Weiteren setzt HK beim AVR-7300 auch auf die Integration von Dolby Virtual Speaker. Die Dolby Virtual Speaker-Technologie generiert
Surround-Sound auf der Basis von nur zwei Lautsprechern. Sie erzeugt ein hochkomplexes Signal, das auch
aufwändig berechnete Surroundanteile beinhaltet. Im Unterschied zu anderen Verfahren der virtuellen Surrounderzeugung berücksichtigt Dolbys Technologie genau die spezifischen Eigenheiten des menschlichen Hörens. Dies ermöglicht eine
Ortung der virtuell erzeugten Surround-Signalkomponenten im Gehirn als tatsächlich von hinten
kommend, die erstaunlich präzise ist.
In der Praxis kommt auch Virtual Speaker natürlich bei Weitem nicht an das
akustische Erlebnis einer "echten" Mehrkanal-Konfiguration heran, der
Klang ist jedoch weitaus besser als von anderen virtuellen
Surround-Erzeugungssystemen, die nur einen schwachen, hohlen Hall
erzeugen.
Dolby Headphone bringt der 7300er
ebenfalls mit. Kurz zusammengefasst handelt es sich um eine spezielle
Surround-Signal- Verarbeitungstechnologie, die für jeden beliebigen Stereokopfhörer verwendet werden kann. Der Klang
des Heimkinosystems setzt sich einerseits aus Klängen zusammen, die man direkt aus dem Lautsprecher
wahrnimmt, andererseits aus Klängen, die im Raum reflektiert werden. Durch Verwendung einer hochmodernen Digitaltechnologie zur Signalverarbeitung weist Dolby HeadPhone jedem Audiokanal eine Klangsignatur des entsprechenden Lautsprechers zu, der in einem praxisnahen Akustik-Setup an der richtigen Stelle platziert wurde. Dabei wird von zwei Kanälen im Stereo- und von fünf Kanälen im Surround-Modus ausgegangen. Es stehen drei verschiedene Setups zur Auswahl:
DH 1: Kleiner, gut gedämpfter Raum für Filme und Musik.
DH 2: Ein Raum mit einem akustischen Setup, das sich hervorragend für Musik, aber auch gut für Filmdarbietungen eignet.
DH 3: Ein größerer Raum, vergleichbar mit einem Konzertsaal oder einem größeren Kino mit entsprechendem Ambiente.
VMAx Surround für Kopfhörer. Noch ein weiteres Surroundprogramm für
Surround via normalem Stereokopfhörer. Mit einer Reihe komplexer Berechnungen auf Grundlage intensiver Untersuchungen, wie Töne vom Gehirn aufgenommen und verarbeitet werden, bildet VMAx ein dreidimensionales Klangfeld unter Verwendung von lediglich einem linken und einem rechten Frontlautsprecher. VMAx gewährleistet virtualisierten Surround-Klang für nahezu jede analoge oder digitale Quelle – einschließlich kodierter Dolby Digital 5.1-Quellen – für die Lautsprecher- und Kopfhörerausgänge. VMAx ist Dolby-zertifiziert und stellt zwei Modi bereit: „Nah“ oder „Fern“.
Natürlich stehen die üblichen Decoder für Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES
Matrix/Discrete und DTS 96/24 zur Verfügung. Schon günstige Einsteigermodelle
verfügen heutzutage über diese Decodiermöglichkeiten. Nicht alltäglich ist
der eingebaute HDCD-Decoder des HK.
3. DSP-Prozessor: Harman Kardon verwendet einen aktuellen Cirrus Logic-Prozessor (CS49400). Dieser verfügt über 24-Bit-Festkomma-DSP-Engines und einen 32-Bit-Audio-Post-Prozessor. Besonderes Merkmal ist eine 0,24-Micron-Architektur. Deshalb befinden sich die entscheidenden Komponenten für Dolby Digital- und DTS-Datenabruf auf dem Board selbst und nicht im externen Speicher, wodurch Ladevorgänge beschleunigt werden und die Präzision gesteigert wird. Der CS49400 verfügt über eine
tadellose Audioqualität und bietet zusätzlich DSP-Ressourcen, so dass eine problemlose Implementierung
aller zeitgemäßen Modi, wie beispielsweise Dolby HeadPhone, Dolby Virtual Speaker und DTS 96/24 möglich ist. Da außerdem ein Flash-Speicher verwendet wird,
um die aktualisierbaren Surround-Algorithmen zu speichern, können diese nach Einführung und Zertifizierung neuer DSP-Modi überprüft und angepasst werden.
4. Bassmanagement:

Der Einstieg: Das Basis-Speaker-Setup des AVR-7300. Es stehen
noch Submenüs für die Justage der Übernahmefrequenzen der einzelnen
Lautsprechergruppen zur verfügung
-
Übergabefrequenz-Einstellungen
Herkömmliche, nur einmal und alle Lautsprechergruppen betreffend
einstellbare Übergabefrequenzen stellen eine Einschränkung für die
korrekte Einstellung der Lautsprecher dar, denn es kann gut sein, dass Beim
AVR-7300 bietet Harman Kardon wie auch z.B. beim AVR-630
vielfältige Optionen für die Auswahl des Punktes, an dem Audiodaten
niedriger Frequenzen an den Subwoofer weitergeleitet werden. Für
Front, Surround, Surround Back und Center sind diese Werte getrennt
einstellbar, so dass die Möglichkeit besteht, z.B. dann, wenn man einen
kleineren Center, aber sehr bassstarke Front- und Surroundlautsprecher (z.B.
jeweils 2 Standlautsprecher für optimierte Musikwiedergabe) einsetzt, das
Bassmanagement betreff der LS-Wiedergabequalitäten im tieffrequenten
Bereich perfekt zu justieren. Zum Justieren stellt Harman Kardon die
Frequenzwerte 40Hz, 60Hz, 80 Hz, 100 Hz, 120 Hz und 200Hz bereit
(Werkseinstellung liegt bei 100 Hz). Der Anwender muss lediglich den Wert
auswählen, der für die jeweilige Lautsprechergruppe möglichst genau
zutrifft. Stimmt keiner der zur Auswahl stehenden Werte richtig mit den
Lautsprecherangaben überein, rät Harman, den nächsten Wert auszuwählen,
der ÜBER dem Grenzwert für die Niedrigfrequenz oder dem Übergabepunkt der
Lautsprecher liegt, um zu vermeiden, dass dem System Daten für das
Bassmanagement fehlen.
-
Vollständiges Digitalbassmanagement für
6/8-Kanal-Direkteingänge
Einige DVD-A- oder SACD-Player verfügen nicht über ein integriertes
Bassmanagementsystem. Gerade ältere oder preislich günstige DVD-A/SAD-Spieler
sind somit in Verbindung mit Subwoofer-/Satellitenlautsprechersystemen oder
mit Regalboxen-/Subwooferensembles kaum einzusetzen. Grund: Der Bass kann
nicht von den anderen Lautsprechern auf den Subwoofer umgeleitet werden, da
allen Lautsprechern wird der Status LARGE zugewiesen wird - und Satelliten
oder Regallautsprecher entsprechen von ihren akustischen Eigenschaften her
der "small"-Konfiguration, die aber nicht möglich ist. Der
DPR-Receiver bietet ein vollständiges digitales Bassmanagement. Wird ein
DVD-A- oder SACD-Player ohne integriertes Bassmanagement an alle sechs oder
acht 6/8-Kanal-Direkteingänge angeschlossen, sind zwei zusätzliche
Einstellungen verfügbar: 6 CH DVD AUDIO und 8 CH DVD AUDIO. Wird dieser
Eingang verwendet, werden die Daten der analogen Quelle in digitale Daten
umgewandelt, so dass der Anwender die Bassmanagement-Optionen zur
Einstellung der Lautsprecherbereiche für den Direkteingang ebenso verwenden
kann wie für alle anderen Ein- bzw. Ausgänge. Dieser Eingang schaltet außerdem
alle nicht verwendeten Eingangsbuchsen stumm, so dass Störgeräusche im
System vermieden werden. Werden DVD-A- oder SACD-Player mit integriertem
Bassmanagementsystem angeschlossen, kann das Digitalsystem von Harman Kardon
durch Auswahl der Option 6 CH DIRECT INPUT oder 8 CH DIRECT INPUT
deaktiviert werden. Weiterer Vorteil: Die DSP-Sektion steht nun für
die SACD- und DVD-Audio-Wiedergabe ebenfalls zur Verfügung, was zur Folge
hat, dass man z.B. DVD-Audio-Software in Dolby Pro Logic IIx (auch für 96
kHz-Quellen geeignet) anhören kann.
-
LS-Konfiguration für alle Eingänge gültig (Justage im OSD:
"Global") oder getrennte Einstellungen (z.B. bei Musik ohne
Center) für den jeweiligen Eingang (OSD-Einstellung
"Independent") auswählbar
5. Delay-Time:

Grundwissen: Für eine korrekte Multichannel-Wiedergabe muss
das Time Alignment passen
Das Time Alignment-Menü des AVR-7300 zeigt wenig
Überraschungen. Die Einstellschritte sind mit 0,3 Metern nicht allzu fein, in
der Praxis ergeben sich daraus aber keine hörbaren Nachteile.
Selbstverständlich verfügt der Harman Kardon als zeitgemäßer AV-Receiver
über ein A/V Sync Audio Delay, welches Laufzeitunterschiede des Videosignals
ausgleicht, wenn dieses im Vergleich zum Audiosignal länger zur Übertragung
benötigt (dies ist z.B. dann der Fall, wenn das Videosignal durch
De-Interlacing-Operationen "fit" für die Progressive Scan-Wiedergabe
gemacht wird). Der Einstellbereich: 0 bis 80 ms.
6. EZSet:
Ein vollautomatisches Lautsprecher-Einmesssystem, das z.B. die
Konkurrenz von Denon, Yamaha und Pioneer mitbringt, fehlt dem AVR-7300. Harman
setzt auch bei diesem Modell auf das altbewährte "EZSet", das mittels
eines Messmikrophons, das in die Fernbedienung eingelassen ist, die Pegel der
einzelnen Lautsprecher am Hörplatz angleicht. Bevor man die EZSet-Funktion
verwendet, sollte die Lautsprecher-Größe im betreffenden OSD-Menü korrekt
eingestellt sein. Um EZSet zu starten, ist in einem ersten Schritt die
Lautstärke des AV-Receivers auf - 15 dB einzustellen. Anschließend drückt man
die "SPL"-Taste auf der Fernbedienung so lange, bis die "Set"-Taste rot aufleuchtet. Dann muss innerhalb von 5 Sekunden die "Set"-Taste
gedrückt werden, danach wählt der Anwender die verwendete LS-Konfiguration aus
(5, 6 oder 7 Kanäle). Die Anzeige der Konfigurationen erfolgt über das
LC-Display der Fernbedienung. Bereits nach kurzer Zeit ist der Pegelabgleich
erledigt, die Resultate sind erfreulich gut. Perfektionisten werden trotzdem
noch etwas manuell korrigieren oder gleich eine manuelle Justage
vornehmen.
7. Multiroom-Optionen:

Umfassend beschallt: Der AVR-7300 bietet auch
Multiroom-Optionen
Multiroom wird immer beliebter - daher bietet auch der AVR-7300
die Möglichkeit, neben dem Haupt-Hörraum noch eine 2. Hörzone mit Signalen zu
versorgen. Für die IR-Bedienung in der zweiten Hörzone steht eine eigene
Fernbedienung bereit. Im OSD zur Multiroom-Einstellung finden sich folgende
Parameter: Einstellung von der Signalquelle, die in die 2. Hörzone übertragen
werden soll (hier muss der betreffende Eingang ausgewählt werden), Einstellung
der Lautstärke für die 2. Hörzone sowie die Möglichkeit zur Nutzung der
beiden Surround Back-Endstufen für den 2. Hörraum. Begnügt man sich im ersten
Hörraum mit 5.1, braucht man keine separaten Endstufen für die
Stereowiedergabe im zweiten Hörraum. Der AVR 7300 bietet darüber hinaus Multiroom-Betrieb auch für den Bildbereich.
Es gibt noch weitere Möglichkeiten: Die Verwendung der integrierten A-BUS Ready-Technologie bietet die Möglichkeit des Anschlusses zweier optionaler A-BUS-Module an den AVR 7300. Die Lautsprecher der angrenzenden Zone werden dann direkt über das Modul oder die Tastatur versorgt. Eine zusätzliche Verkabelung für Strom, IR-Sensor oder Lautstärkeregelung ist nicht erforderlich.

Nicht oft zu finden: A-Bus-Anschlussmöglichkeit via RJ45
Netzwerkstecker-Terminal
8. A-Bus ready: Wird der AVR-7300 zusammen mit einer optionalen A-BUS-Tastatur oder einem A-BUS-Steuermodul (Harman Kardon AB 1) verwendet, ist die Beschallung angrenzender Nebenräume komfortabel und ohne zusätzlichen externen Endverstärker möglich.
Um den AVR 7300 zusammen mit einer oder 2 AB 1-Steuereinheit zu verwenden, ist die Verbindung der Tastatur bzw. des Moduls, das sich im Nebenraum befindet, über eine standardmäßige CAT 5-Ethernet-Verkabelung herzustellen (wird für Computer-Netzwerke verwendet), die speziell für die Installation in der Wand geeignet ist. Die Verbindung auf der Seite des Receivers erfolgt über einen standardmäßigen RJ-45-Stecker entsprechend den mit dem A-BUS-Modul gelieferten Anweisungen.
Weitere Informationen zu A-BUS findet man auf der Website www.a-bus.com.au.
9. Videoprozessor: Der AVR-7300 ist mit einem aufwändigen
Videoprozessor bestückt. Dieser wird auf Seite
3 des Tests ausführlich vorgestellt, ebenso der Videosignal-Konverter, der
FBAS-Signale auf Komponente wandelt.
10. "Advanced"-OSD:
-
VFD Fade Time out: Wird diese Funktion auf "on"
gestellt, kann eingestellt werden, nach welchem Zeitraum sich das Display
(z.B. im abgedunkelten Heimkinoraum) wieder abschalten soll
-
VFD: Dimmer (Full, Half, Off, in der Off-Position ist das
Display aus)
-
Volume Default: Möglichkeit, eine gewisse
Anfangslautstärke voreinzustellen. Normalerweise merkt sich der AVR-7300
die Lautstärke, mit der vor dem Ausschalten gehört wurde. Wenn aber nach
dem Einschalten eine immer gleichbleibende Lautstärke seitens des Anwenders
erwünscht ist, kann man diese hier justieren.
-
Semi OSD Time Out/Full OSD Time Out: Hier kann man die Zeit
eingeben, wie lange die OSD-Einblendung bestehen bleiben soll.
Der Harman Kardon AVR-7300 bringt für seinen Kaufpreis eine erfreulich
hochwertige und komplette Ausstattung mit. Besonders lobenswert sind die
umfangreichen Optionen in Bezug auf das Bassmanagement. Überflüssigen
Schnickschnack sucht man am Harman vergeblich. Insgesamt bietet der AV-Receiver
alles, was für anspruchsvolles Heimkino und eine akustisch hervorragende
Mehrkanal-Musikwiedergabe benötigt wird. Natürlich gibt es Merkmale, die die
Konkurrenz bietet, nicht aber der HK. Zu nennen wären beispielsweise ein
automatisches Lautsprecher-Einmesssystem, auf das HK verzichtet. Ebenso gibt es
keinen internen Scaler, der einkommende Videosignale auf 720p oder 1.080i
hochrechnet. In Anbetracht der ausgezeichneten Arbeit, die der
Faoudja-Videprozessor leistet (genaue Beschreibung aller Testeindrücke auf Seite
3) und des im Vergleich zu anderen Boliden-Konkurrenten weitaus günstigeren
Kaufpreises sind diese Nachteile unserer Meinung nach aber gut zu verschmerzen.
Bewertung      
Anschlüsse

Nur digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstellen fehlen:
Rückansicht des AVR-7300
Anschlussübersicht:
- Anschlüsse hinten: 3 koaxiale, 3 optische Digitaleingänge, 1 koaxialer,
1 optischer Digitalausgang, 7 Zweikanal-Cinch-Eingänge, 2
Zweikanal-Cinch-Ausgänge, 1 Zweikanal-Cinch-Multiroom-Ausgang, 7 S-Video/7
FBAS-Eingänge, 2 S-Video/2 FBAS-Ausgänge, 1 S-Video/1 FBAS
Monitor-Ausgang, 3 HDTV-fähige Komponenteneingänge, 1 HDTV-fähiger
Komponentenausgang, 6/8-Kanal-Externeingang, 8-Kanal-Pre Out, RS-232
Schnittstelle, 2 A-Bus RJ45-Anschlussterminals, 1 geschaltete, 1 nicht
geschaltene Netzbuchse
- Anschlüsse vorn: 1 optischer Digitaleingang, 1 optischer Digitalausgang,
1 koaxialer Digitaleingang, 1 koaxialer Digitalausgang, 1 S-Video-Eingang, 1
FBAS-Eingang, 1 Zweikanal-Cinch-Eingang

Beispielhaft: Exzellent ausgestatteter Front AV-Anschluss mit
digitalen Ein- und Ausgängen
Was die Anschlussbestückung anbetrifft, kann man nur
bilanzierend feststellen: Es kommt immer auf die Prioritäten an - es zeigt sich
an der individuell verwendeten Konfiguration, welche Anschlussmöglichkeiten man
benötigt. Auf jeden Fall hätte Harman Kardon dem AVR-7300 ein i.link-Terminal
mit auf den Weg geben sollen, dies ist eigentlich die einzige wirkliche Kritik.
Warum? Nun, weil es mittels einer i.link-Verbindung vom DVD-Player zum
AV-Receiver möglich wäre, für die Wandlung qualitativ hochwertiger DVD-Audio-
und SACD-Daten die ausgezeichneten, audiophilen internen D/A-Wandler des Harman
Kardon zu verwenden, die in Bezug auf die mögliche akustische Präzision auch
highfidelen Musikfreunden bestens gefallen dürften. Auch, wenn wir dafür
massive Kritik von Seiten unserer Leser ernten: Der Tester hält integrierte
DVI- und/oder HDMI-Schnittstellen zwar für ein nettes zusätzliches
Ausstattungsmerkmal, das sündhaft teuren Spitzenmodellen keinesfalls fehlen
darf - im Interesse einer bestmöglichen Integration anderen Features (und diese
hat HK zweifelsohne geleistet) muss es bei einem Gerät wie dem AVR-7300 aber
nicht zwingend sein, diese Interfaces mitzuliefern. Begründung: In den meisten
Fällen wird heute ein Gerät mittels DVI/HDMI verbunden - der DVD-Player. Und
diesen kann man auch auf direktem Wege mit Beamer/Plasma/LCD verbinden, da
braucht man nicht unbedingt den AV-Receiver als Schaltzentrale. Sinn macht so
etwas vielleicht zukünftig, wenn digitale Set-Top-Boxen, DVD-Player und ein
DVD-Recorder an ein Bildwiedergabegerät angeschlossen werden müssen und der
AV-Receiver hier als Schaltzentrale zum Einsatz kommt. Momentan jedoch, diese
Prognose wagt der Tester, ist es kein "Muss", höchstes für diejenige
Klientel, die in erster Linie auf Features Wert legt. Hervorragend gefällt uns
der bestens bestückte Front AV des Harman Kardon, der praktisch alle
Möglichkeiten zum Anschluss mobiler Peripheriegeräte bietet.
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