Test: Grundig Lenaro 92 MFW 92-6110/9 DVD

16.05.2002 (cr)

Wer 4000 EUR für einen Fernseher und auch noch knapp 400 EUR für die passende Konsole ausgibt, erwartet für sein Geld auch einen in jeder Hinsicht überzeugenden Gegenwert. Im Falle des Grundig Lenaro 92 mit, wie der Name schön verrät, 92 cm Bildschirmdiagonale ist dieser in jeder Beziehung gegeben: Zwar zehrt die immense Kaufsumme trotzdem an der eigenen Finanzlage, dafür aber gibt es auch ein Fernsehgerät der Extraklasse: Ein hochwertiger DVD Video-Player  mit MP3-Wiedergabe inklusive aller Features (ID3-Tags) ist integriert und verbirgt sich hinter der (manuell) aufklappbaren Frontblende. 

Der TV verfügt über eine VGA-Buchse, Picture in Picture-Schaltung und 2000 Seiten Videotext-Speicher. Auch ein eingebauter Dolby Digital/Dolby ProLogic I-Decoder inklusive den dazugehörigen Endstufen (Musik/Sinus Front 2 x 20/2 x 10 W, Center 20/10 W (Front/Centerlautsprecher integriert im Fernsehergehäuse), Surround 2 x 20/2 x 10 W, Subwoofer (im Fernsehgehäuse) 40/20 W) und 2 Surroundlautsprechern (extern passiv, Endstufen im Fernsehergehäuse) gehört mit zur langen Feature-Liste des Grundig Topmodells. Wer es möchte, kann auch für Front und Center externe Lautsprecher anschließen. Der Lenaro greift auf das Digi100 Chassis zurück, das zum einen  hochintegriert die Kombination aus einem Top-Bild (100 HZ, flimmerfrei) mit tadellosen Ton-Features (Surroundklang) sicherstellen soll, zum anderen lässt sich, wie im Falle unseres Lenaro, durch simplen Einschub unkompliziert ein digitales Sat-Modul nachrüsten. Zukünftig, so ist es geplant, soll auch ein Personal Digital Recorder Modul nachrüstbar sein. 

Da sich der Käufer, der einen High End Fernseher kauft, bekanntermaßen zwar in einem großen Maße, aber nicht ausschließlich für die Bildqualität des TV-Geräts interessiert, sondern auch für das Aussehen des Fernsehgeräts an sich, scheint bei Grundig hinlänglich bekannt zu sein: Der Lenaro 92 besitzt ein bildschönes Design, welches das edle Gerät nicht zu einem schnöden Gebrauchsgegenstand degradiert, sondern dem TV auch den Status eines eleganten Einrichtungsgegenstandes verleiht. Die Verarbeitung, auch die der optional erhältlichen Konsole (die erfreulicherweise komplett montiert geliefert wird), genügt höchsten Ansprüchen. Auch die mitgelieferten Surround-Lautsprecher sind zwar im Gegensatz zum Hauptgerät keine besonders attraktiv aussehenden Designobjekte, sondern strahlen eher einen nüchternen Charme aus, die Verarbeitung ist aber auch hier tadellos. 

Die sonstige Ausstattung des High End TV begeistert durch die durchdachten Features und den großen Ideenreichtum der Grundig-Entwickler: So ist die Zeit der dicken, unübersichtlichen Bedienungsanleitungen, die man sich des öfteren nur mit Widerwillen zu Gemüte führte, nun endgültig vorbei: Das von Grundig entwickelte Easy Dialog-System kommt auch beim Lenaro zum Einsatz. Diese On Screen-Bedienungsanleitung informiert den interessierten Benutzer zu einzelnen Funktionen, Einstellungen oder Bedienhilfen. So kann man sich beispielsweise das Anschlussfeld auf der Geräterückseite mit den damit verbundenen Anschlussmöglichkeiten ebenso erklären lassen wie jede einzelne Taste der Fernbedienung - so wird auch der weniger versierte Benutzer schnell Zugang zu den Features des Grundig bekommen. Vorteil ist auch, dass der Benutzer, der schon mehr Ahnung von der Materie hat, sich nur noch diejenigen Ausstattungsmerkmale erklären lassen kann, die ihm noch nicht geläufig sind. Sehr hilfreich ist die "von A - Z"-Funktion, wo auf einem alphabetischen Index jede einzelne Funktion aufgelistet ist. Ebenfalls ist es beim Betrieb des Gerätes möglich, zu jeder Funktion, die man aktivieren oder deaktivieren möchte, sich "online" über die Bedienungshilfe Informationen zu besorgen.  Einfach vonstatten geht auch das Zusammenspiel mit einem Video-Recorder - vorausgesetzt, er ist ist "Mega Logic"-fähig. Grundig hat die Installation, die Bedienung und das perfekte Zusammenspiel sämtlicher TV-Geräte mit dem Mega Logic-Feature, einem geräteübergreifenden Dialogsystem, vereinfacht: Die miteinander verbundenen Komponenten stimmen sich selbstständig aufeinander ab. Entsprechend problemlos verläuft auch die TV-Erstinstallation: Alle terrestrischen und alle SAT-Programme (bei TV-Nachrüstung mit einem optional erhältlichen digitalen SAT-Modul) werden in einer automatischen Senderübersicht abgelegt (dies funktioniert im Falle Grundig auch wirklich perfekt). Falls vorhanden, werden im Anschluss alle Programme automatisch vom Video-Recorder übernommen. Weitere Vorteile: die Sofort-Aufnahme geht ohne Schwierigkeiten vonstatten. Der Video-Recorder nimmt einfach den Sender auf, der gerade läuft - ganz gleich, ob ein terrestrisches oder ein SAT-Programm (bei TV-Nachrüstung mit SAT-Modul). Noch ein Extra: die Video-PIP-Steuerung. Bei TV-Geräten mit Bild-im-Bild-Funktion (PIP) wie z.B. unserem Test-Lenaro kann mit Megalogic ein zweites Programm parallel als kleines laufendes Bild dargestellt werden. 

 

Weiteres interessantes Ausstattungsmerkmal des Lenaro: Der TV-Guide. Der TV-Guide ist eine Elektronische Fernsehzeitschrift, die von den Sendeanstalten ausgestrahlt wird. Er enthält unter anderem Informationen zu gerade laufenden Sendungen, aber auch Programminformationen für die nächste Zeit. Ein Druck auf die TV-Guide-Taste der Fernbedienung zeigt eine Übersicht über alle Sendungen für die folgenden Tage. Das laufende TV-Programm wird derweil als Kleinbild immer sichtbar eingeblendet. Für weitergehende Funktionen hat man nun mehrere Optionen: So können beispielsweise die Filme, die nicht versäumt werden sollen, markiert werden. Der Fernseher macht dann auf den Beginn der jeweiligen Sendung aufmerksam. Auch möglich: Die gezielte Suche nach Sendungen mit bestimmtem Inhalt (Filme, Sport, etc.). Praktisch: Beim Zappen durch die Programme wird in einer Info-Einblendung immer das gerade laufende Programm und die nachfolgende Sendung benannt. An einer Zeitleiste kann man ablesen, wie lange die aktuelle Sendung schon läuft und wie viele Minuten noch bis zum Schluss verbleiben. Ebenfalls kann man sich einen Überblick über alle Sendungen, die im Moment laufen, verschaffen. Der TV-Guide kann neben der Information auch zur Timerprogrammierung des Video-Recorders genutzt werden, dazu muss nur die gewünschte Sendung markiert werden. (Voraussetzung: Video-Recorder mit TV-Guide-Funktion).

Hinzu kommt beim Lenaro noch, dass das Gerät "TeleWeb"-ready ist. TeleWeb funktioniert folgendermaßen: TeleWeb ist ein neuer Informationsdienst für das analoge Fernsehen, der genauso wie Videotext übertragen wird. Für TeleWeb werden speziell für die Darstellung auf einem Fernsehgerät (andere Voraussetzungen als PC-Monitor) optimierte Internet-Seiten von einer Redaktion bereit gestellt, gesendet und in einem TeleWeb-Speicher im Fernsehgerät zwischengespeichert. 

Gegenüber dem herkömmlichen Videotext bietet TeleWeb folgende Verbesserungen:

  • Umfangreichere Grafiken
  • Bilder
  • Verschiedene Textformate
  • Animationen sind möglich 
  • keine lästige Eingabe von Seitenzahlen mehr
  • Möglichkeit, Lieblingsseiten mit einem Lesezeichen (wie die "Favoriten" beim Internet Explorer) zu versehen

Wie auch aus dem "normalen" Internet bekannt, sind die Seiten untereinander über Links verknüpft. Der TeleWeb-Browser entnimmt  die anzuzeigenden Seiten aus aus dem TeleWeb-Speicher des Fernsehgeräts. Vorbereitung für das Arbeiten mit TeleWeb: Einmalig müssen alle relevanten Daten in den Speicher des TV-Geräts übertragen werden, die Übertragung des kompletten Datenbestandes kann bis zu einer Stunde dauern. Um dies zu ermöglichen, muss der Programmplatz des TeleWeb-Anbieters gewählt sein. TeleWeb ist überall zu empfangen, parallel zum weiterhin angebotenen Videotext, die Bedienung erfolgt mittels des Navigationskreuzes auf der Fernbedienung. 

Insgesamt begeistert der Lenaro mit einem tollen Bedienkonzept und vielen innovativen Lösungen. In Verbindung mit der tadellosen, hochwertigen Verarbeitung und der praxisgerechten Ausstattung verdient sich der Lenaro 92 DVD sechs Sterne. Zukünftig wären nur noch mehr Scart-Buchsen wünschenswert. 

Bewertung

 

Bedienung

Ein Gerät mit so vielen Funktionen, das trotzdem auch für den nicht zu versierten Anwender beherrschbar bleibt: Wie schon im vorherigen Kapitel beschrieben, haben die Grundig-Techniker alles getan, um eine ausgefeilte Benutzeroberfläche zu entwickeln, im Verbund mit der ergonomisch einwandfreien Fernbedienung ist so eine intuitive Bedienung möglich. Die Fernbedienung selber gefällt mit ihrer klaren Gliederung mit großem Navigationskreuz, der "OK"- oder "ENTER"-Knopf ist groß ausgeführt, hat einen soliden Druckpunkt und befindet sich genau in der Mitte des Navigationskreuzes. Auch die übrigen Tasten sind nicht zu klein und somit einfach zu bedienen. Noch besser würde sich die Fernbedienung, gerade bei einem so hochwertigem Gerät wie dem Lenaro, machen, wenn eine Beleuchtung für eine optimierte Bedienung in der Dunkelheit hinzu käme. 

Bewertung

 

Bild

Mit einer 92 cm-Diagonale ist durchaus schon richtiges Kino-Feeling zu genießen, und die Qualität des Bildes ist über jeden Zweifel erhaben: So begeistert der TV bereits im Fernsehbetrieb mit einem sehr homogenen Bild, auffällig ist die natürliche und reine Farbwiedergabe. Die internen Bildverbesserer, unten noch genauer aufgeführt, machen ihre Arbeit nicht nur gut, sondern praktisch perfekt. So wird beim Fernsehbild vorhandenes Rauschen effektiv vermindert, ohne dass störende Nachzieheffekte das Sehvergnügen deutlich schmälern. Bei gutem TV-Empfang begeistert, was für ein klares, scharfes und natürliches Bild der Lenaro zu erzeugen vermag. Wer die Bildqualität dem jeweiligen Medium und dem individuellen Geschmack anpassen möchte, hat vielfältige Möglichkeiten: Zunächst einmal gibt es im Bildschirm-Menü einen Punkt "Voreinstellungen". Dort ist folgendes anwählbar: 

  • Am Tag. Die Einstellungen des internen Video-EQs werden auf die Bedingungen am Tag mit höherem Lichteinfall von außen optimiert. Damit, so zeigten Testreihen, ist selbst an sonnigen Tagen noch ein tadelloses Bild möglich. 
  • Am Abend. Die Einstellungen des internen Video-EQs werden auf die abendlichen Bedingungen abgestimmt. Das Bild ist angenehm, harmonisch und passt sich den veränderten Lichtbedingungen an.
  • Manuell. Hier bestimmt der Benutzer, wie er die einzelnen Parameter justiert.

Justierbar sind:

  • Helligkeit
  • Farbe
  • Kontrast
  • Schärfe
  • Tint (bei NTSC)
  • Weißbalance
  • Rauschreduktion (bei schlechten TV/Video/DVD-Signalen wird die Bildqualität durch ein Eindämmen der massiven Rauschmuster besser. Grundig rät, die Einstellung "stark" nur in extremen Härtefällen anzuwenden, da diese Einstellung, wie typisch für Rauschfilter, Nachzieheffekte verursacht)
  • Kammfilter (wählbar "aus" oder "automatisch", beseitigt das Farbflimmern in feingemusterten Bilddetails, Farbübergänge werden sauberer, und das Bild wird schärfer wiedergegeben. Nach unseren ausführlichen Testreihen bestätigte sich unser schon am Anfang gewonnener Eindruck, dass der Kammfilter im Lenaro überragend arbeitet)
  • Flimmerreduktion (wählbar "Standard", "Reference", "Reference Plus": "Reference Plus": In dieser Einstellung wird das Großflächenflimmern ebenso effektiv unterbunden wie das Zeilenflimmern. Auch Bildfehler, die bei sehr schnellen Bewegungen (z.B. Kameraschwenks, Formel 1-Rennen, Laufbänder wie Börsenticker o.ä.) auftreten können, eliminiert diese hervorragende Schaltung nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, und zwar praktisch ohne unverwünschte Nebenwirkungen wie beispielsweise unschöne Digitalisierungseffekte. Auch für den DVD-Betrieb soll sich diese Schaltung eignen, die Bewegungsabläufe sollen flüssiger wirken - und, wie sich beispielsweise beim "Planet der Affen", "Sleepy Hollow" oder "U-571" zeigt, es funktioniert vortrefflich)

Der interne DVD-Player ergänzt den exzellenten Qualitätseindruck, die Bildgüte ist hoch, und das ist auch kein Wunder, schließlich kommt die selbe Technik wie in den Xenaro DVD-Playern zum Einsatz. Doch obwohl der interne DVD-Player, wie verschiedene Vergleiche zeigen ( so hatte z.B. ein alternativ angeschlossener Sony DVP-NS305 bezüglich Schärfe, Schwarzwiedergabe und Detailabbildung sichtbar das Nachsehen), hervorragend ist, der Lenaro 92 kann noch mehr: Ein anerkanntermaßen visuell brillallanter Kenwood DVF-R9050, über RGB angeschlossen, entlockt dem Lenaro nochmals bessere Bilder: So werden die 16:9-Testbilder auf der DVD-Discovery und der Referenz-DVD in schlichtweg phänomenaler Qualität wiedergegeben: Die Testbilder mit den Goldmünzen und mit den geöffneten Kiwis ist von der Plastizität her auf allerhöchstem Niveau, die Schärfe ist bestechend, trotzdem wirkt das gesamte Bild höchst natürlich und nicht merkwürdig überschärft. Hervorragend ist die Farbdarstellung, wie sich auf dem Testbild mit dem Heißluftballon nachvollziehen lässt: Exakt zeichnet der Grundig-TV die Farbverläufe, die einzelnen Farben werden rein und ohne störende Beimengungen anderer Farben dargestellt. Man möchte sich am liebsten gleich eine Frucht vom reichhalitge Büfet nehmen: So zum Greifen nahe wirkt das Früchte-Stillleben auf der DVD-Discovery.  Brillant meistert der Grundig-Topliner die Testbilder mit dem Seeadler (beste Detailtreue, perfekter Kontrast, exzellente Gesamtharmonie) und mit den Fischen auf dem Fischmarkt (hervorragende Kontrastabstufung, alle Details sind klar erkennbar, kein "Überstrahlen", d.h. eine unnatürliche Überbetonung der hellen Bildbereiche). Auch das Testbild mit den Skyscrapern bringt der Lenaro in derart guter Qualität zur Geltung, dass es fast unmöglich sein dürfte, innerhalb der Rahmenbedingungen (Röhren-TV) eine nochmalige Steigerung zu erhalten. Es ist die gesamte Harmonie, die die Ausnahmestellung des Lenaro festlegt: sei es der Kontrast, die Bildschärfe, die Detailtreue oder die Farbwiedergabe, in jeder Einzeldisziplin werden Höchstleistungen erbracht, keine Schwäche scheint durch. Hier muss sich die auch in diesem Preissegment vertretende Konkurrenz warm anziehen, denn - wir haben schon viele 92 cm TVs gesehen, aber der Lenaro erklimmt mit deutlichem Vorsprung gegenüber der Konkurrenz von Sony und Philips die Klassenspitze. 

Weitere Checks bestätigen dies: Die Schwarzwiedergabe bei "Sleepy Hollow" ist hervorragend, aus dieser visuell guten, aber nicht überragenden DVD holt der Grundig-TV ein Optimum an Sehvergnügen, gerade weil die Homogenität des Bildes überzeugt, gleichzeitig wirkt das Bild trotzdem nicht "glattgebügelt", undynamisch und langweilig, sondern frisch, lebendig und facettenreich. Die Marslandschaften in "Mission To Mars" bringt der Grundig ebenfalls in bestmöglicher Qualität zum Ausdruck, wobei hier die hohe Plastizität, die den Zuschauer gefühlsmäßig fast in das Bild "hineinrutschen" lässt, besonders begeistert. Dass der Grundig auch auch älterem Bildmaterial noch eine Menge herausholen kann, beweist er bei der Code 2-DVD von "James Bond 007: Octopussy" und der Code 2-Version von "Top Gun": Die vorhandenen Software-Schwächen  kann zwar auch der Lenaro natürlich nicht vollkommen "unsichtbar" machen, beachtlich ist jedoch, wie gefällig die Darstellung noch ist. Mit NTSC Bildmaterial erbringt der DVD-Player auch erstklassige Ergebnisse: Ob bei der Ultimate Collection von "Die Hard" (Gesehener Film: "Die Hard With A Vengeance") oder beim visuell brillanten "U-571" - der Lenaro zeigt, was in den Punkten Bildharmonie, Schwarzwiedergabe und Detailtreue möglich ist. Hier ist das Geld trotz des hohen Kaufpreises also bestens angelegt. Die natürliche Auslegung des Geräts erweist sich als goldrichtig getroffen, Grundig hat bei der Aussteuerung der internen Regelelektronik offensichtlich keinen Parameter zu deutlich hervorgehoben, ebenso aber fehlt es an nichts, das heißt, es ist auch kein Einzelparameter vernachlässigt worden. Unnatürliche, deplazierte Farbstiche kennt der Grundig nicht, was alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist: Öfters schon beobachteten wir, dass das Bild auch eines durchaus hochwertigen TV-Geräts tendenziell z.B. mit einem Rot- oder Grünstich versehen ist und daher eine vollkommen reine Farbdarstellung höchstens bei der Farbe möglich wird, die besonders hervorsticht. Also sieht Rot bei einem leicht rotlastigen Gerät besonders intensiv und klar, fast schon überbetont, aus, aber dafür mischen sich beispielweise in die Darstellung von reinem Blau Reste von Rot, die dort nichts verloren haben. Bei den Farb-Testbildern auf den Burosch Check-DVDs beweist der Lenaro eindrucksvoll, wie eine neutrale, angemessene Farbwiedergabe auszusehen hat, satt, kräftig, leuchtend, aber nie unnatürlich überbetont stellt der TV die Farben dar. Gut nachvollziehen lässt sich das auch beim Testbild mit den Buntstiften, die in kräftigen Farben und mit einer überragenden Plastizität das Können des Lenaro untermauern. 

Über den VGA-Eingang hat der Grundig-Besitzer noch andere Möglichkeiten: Nicht nur, dass mittels der vielfältigen Einstellmöglichkeiten das Bild perfekt justiert werden kann (was bei einem VGA-Eingang aber auch mit dazugehören sollte), auch eine NTSC-Progressive-Bildwiedergabe ist in qualitativ begeisternder Form (Beispiel: Code 1 U-571) möglich. Die Bildruhe und die Natürlichkeit sind absolut auf Referenzniveau. Zu realisieren ist es einfach: Ein codefree DVD-Player, der einen Komponenten (YUV)-Ausgang mitbringt, wird mit einem Konverter verbunden, der das YUV-Signal in RGB-VGA wandelt. Mittels eines handelsüblichen VGA-Kabels wird der Konverter dann mit dem VGA-Eingang des Lenaro verbunden. Der Grundig beherrscht folgende VGA Signale:

  • 640 x 480 Pixel, 60 Hz/31,5 kHz
  • 640 x 400 Pixel, 70 Hz/31,5 kHz
  • 640 x 350 Pixel, 70 Hz/31,5 kHz

Als Fazit lässt sich in der Bildwertung nur festhalten: Mehr geht nicht. Grundig entlockt dem Konzept ein Optimum und schafft mit dem Lenaro 92 eine visuelle Referenz, die mit deutlichem Vorsprung des beste Bild nicht nur in der 92 cm Bolidenklasse, sondern überhaupt auf dem deutschen Fernsehermarkt bereithält. 

Bewertung

 

Ton

Natürlich darf man vom eingebauten 5.1 System mit Dolby Digital Decoder eine akustischen Wunder erwarten, im Rahmen der systembedingten Möglichkeiten arbeitet die Lösung aber mit durchaus brauchbaren Resultaten. Dass sich Grundig auch hier Mühe gab, ein sehr gutes Resultat zu erzielen, zeigen schon die verschiedenen Features. So kann die Stereobasis, wenn man das Gerät nicht im Dolby ProLogic- oder Dolby Digital-Modus betreibt, auf "normal" oder auf "weit" gestellt werden. Je nach der übertragenen Sendung bringt die "weit"-Einstellung einen durchaus hörbaren Vorteil in Bezug auf die räumliche Weite, wobei die Grenzen hier aufgrund der Tatsache, dass die internen Frontlautsprecher im Fernsehergehäuse recht nahe beieinander liegen, systembedingt schon spürbar sind. Trotzdem, summa summarum kein überflüssiges Feature, sondern eine durchaus brauchbare Dreingabe. Gerade in der "weit"-Einstellung zeigt sich auch, dass Grundig anscheinend nicht, wie bei vielen Konkurrenzherstellern auch bei den teuren Modellen üblich, sehr billige, stark mittenbetonte Lautsprecher verbaut. Zusätzlich vorhanden ist noch ein 5-Band-Equalizer, mit dessen Hilfe sich eine erstaunlich voluminöse Stimmwiedergabe bewerkstelligen lässt. Ebenfalls kann man, erscheint er zu dominant, den Mittenbereich etwas zurücknehmen. Mit normaler Zimmerlautstärke lässt sich ohne Probleme eine DD 5.1-DVD anhören, natürlich ist, da die vordere Lautsprechergruppe (Front links/rechts, Center) komplett im Fernsehergehäuse integriert wurde, die akustische Basis nicht allzu breit. Im Rahmen der Möglichkeiten ist Grundig aber eine vernünftig klingende Lösung gelungen. Zusätzlich kann selbstverständlich der eingebaute DVD-Player über einen koaxialen Digitalausgang an einen hochwertigen AV-Verstärker oder -Receiver angeschlossen werden. Der Digitalton des internen DVD Spielers ist klar, transparent und homogen - kurzum: Er ergänzt den positiven Eindruck wirkungsvoll. So lautet das Ton-Fazit: Aus den gegebenen Rahmenbedingungen holte Grundig ein Optimum heraus, oder, salopp gesagt: Für einen Fernseher klingt der Lenaro 92 DVD verdammt gut.

Bewertung

 

Fazit

Mit dem Lenaro 92 DVD ist Grundig ein Fernsehgerät der Extraklasse gelungen. Bezüglich des Bildes gibt es auf dem Markt nichts Besseres, und das gilt für den TV- und den Heimkino-Betrieb: Schärfe, Detailtreue, Plastizität, Homogenität, Bildruhe und Kontrastumfang sind von höchster Güte. Die verschiedenen Rausch-, Kamm- und Flimmerreduktions-Filter arbeiten effektiv, und sie ziehen, das ist besonders hervorzuheben, nicht den sonst üblichen Rattenschwanz an Nachteilen (Bild wirkt unnatürlich digitalisiert, Nachzieheffekte, leicht milchiger Schleier über dem Bild) hinter sich hier. Sie arbeiten so gut, dass man gar nicht bemerkt, dass intern Korrekturen vorgenommen werden - ein besseres Zeugnis kann man den Bildverbesserern nicht ausstellen. Dazu gab man sich noch offensichtlich Mühe, schon ab Werk auch eine gute Bildgeometrie mitzuliefern. Der interne DVD-Player ist alles andere als eine billige Dreingabe, sondern absolut vollwertig. Die realisierbare Bildqualität ist hoch, die Multimedia-Fähigkeiten inklusive MP3- und SVCD-Wiedergabemöglichkeit sind komplett. Ausgestattet ist der Lenaro, unter anderem mit Picture in Picture und VGA-Buchse, auch sonst hervorragend, nur mehr Scart-Anschlüsse wären für die Zukunft wünschenswert. Das ist aber auch alles, was man dem Grundig-Boliden vorwerfen kann, ansonsten brilliert er in jeder Disziplin: Sei es das überragende Bedienkonzept, das eine Bedienungsanleitung überflüssig macht und eine On Screen-Hilfe für alle Funktionen bietet, oder die hochwertige Verarbeitung: Hier passt alles, und selbst das interne Lautsprechersystem mit den zwei externen Satellitenlautsprechern macht seine Sache überraschend gut. So bleibt kein fader Beigeschmack, sondern nur Begeisterung zurück, denn in Anbetracht dieser Ausnahmeleistungen ist auch der Preis absolut fair.

Der Lenaro 92 DVD ist das zurzeit beste Fernsehgerät auf dem deutschen Markt

Highend-Klasse
Pro:
  • Perfektes Bild

  • Exzellenter interner DVD-Player

  • Überragendes Bedienkonzept

  • Sehr gute tonale Eigenschaften

  • Hervorragende, praxisgerechte und sinnvolle Ausstattung

  • Beste Verarbeitung

  • VGA-Buchse

Contra:
  • Zu wenig Scart-Buchsen

Testequipment:

 

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