Test: Grundig Elegance MFW 82-3110 MV/Dolby

27.12.2001 (cr)

Finish, Features und Anschlüsse

Wenn wir DVD-Player testen, gehört es auch immer mit dazu, das Bild des jeweiligen Spielers auf einem hochwertigen 16:9 82 cm-TV zu begutachten. Unser eigener "Gerätepark" hat nun Zuwachs erhalten, und da es viele Leser interessiert, mit welchen Geräten wir testen, stellen wir den neuen TV ausführlich vor: Der auf der IFA präsentierte Grundig Elegance MFW 82-3110 MV/Dolby (Kaufpreis 1799 €) hilft nun mit, den visuellen Qualitäten der Testkandidaten auf den Zahn zu fühlen. Dass die Wahl ausgerechnet auf diesen Fernseher fiel, hat gute Gründe: Nach ausführlichen Vergleichen, auch mit weitaus teureren Geräten, empfahl sich der Grundig mit einem extrem guten Preis-/Leistungsverhältnis und mit einer vollauf überzeugenden Gesamt-Performance. Warum innerhalb der Grundig-Flotte die Wahl auf ebendieses Gerät fiel, ist auch zu erklären: Auch wenn die Geräte der Elegance-Serie von der Ausstattung her eher die "gutbürgerliche" Preisklasse repräsentieren, ist es doch genau dieses Modell, welches das momentan modernste Chassis und die insgesamt aktuellste Konstruktion mitbringt: Grundig führte zu Beginn des Jahres 2001 das neue Konzept "DIGI 100" ein, die neuste Version dieses Chassis findet im Elegance Verwendung, ebenso verfügt der Fernseher über die neueste Bildröhre des Hauses namens "Megatron Flat": Bildschärfe, die visuelle Brillanz und der Kontrast sollen sich in besonders guter Form präsentieren. Ob dies auch tatsächlich so ist, wird unser Bild-Check zeigen. Das Auge blickt erfreut auf den in schickem Silber gehaltenen Fernseher, auch wenn dieser noch gar nicht in Betrieb ist: Die Verarbeitung ist absolut top, hier denkt man spontan, ein weitaus teureres Gerät erworben zu haben. Alles wirkt edel und die gediegen, da macht auch die ebenfalls hochwertige, mitgelieferte Fernbedienung keine Ausnahme. Wer die optische Harmonie noch vollkommender gestalten möchte, hat die Auswahl zwischen zwei TV-Konsolen: Die offene TV-S7082 für 310,98 DM (159 €) oder die oben im Bild gezeigte geschlossene Konsole TV-S7082C für 428,33 DM (219 €). Die Anschlussbestückung ist bedauerlicherweise nicht sonderlich üppig ausgefallen - zwei Scart-Buchsen (beide RGB- und S-Video-beschaltet) sowie die Abwesenheit einer S-Video-Hosidenbuchse sind eher durchschnittlich. Sehr gut: Sowohl ein interner SAT-Receiver als auch ein VGA-Eingang für den Anschluss an den PC lassen sich modular nachrüsten.

Die sonstige Ausstattung des Geräts ist reichhaltig - und die Zeit der dicken und oftmals unübersichtlichen Bedienungsanleitungen ist vorbei: Denn das von Grundig entwickelte Easy Dialog-System kommt auch beim Elegance zum Einsatz. Diese On Screen-Bedienungsanleitung informiert den interessierten Benutzer zu einzelnen Funktionen, Einstellungen oder Bedienhilfen. So kann man sich beispielsweise das Anschlussfeld auf der Geräterückseite mit den damit verbundnen Anschlussmöglichkeiten ebenso erklären lassen wie jede einzelne Taste der Fernbedienung - so wird auch der weniger versierte Benutzer schnell Zugang zu den Features des Grundig bekommen. Einfach vonstatten geht auch das Zusammenspiel mit einem Video-Recorder - vorausgesetzt, er ist ist "Mega Logic"-fähig. Grundig hat die Installation, die Bedienung und das perfekte Zusammenspiel sämtlicher TV-Geräte mit dem Mega Logic-Feature, einem geräteübergreifenden Dialogsystem, vereinfacht: Die miteinander verbundenen Komponenten stimmen sich selbstständig aufeinander ab. Entsprechend problemlos verläuft auch die TV-Erstinstallation: Alle terrestrischen und alle SAT-Programme (bei TV-Nachrüstung mit SAT-Modul) werden in einer automatischen Senderübersicht abgelegt (dies funktioniert im Falle Grundig auch wirklich perfekt). Falls vorhanden, werden im Anschluss alle Programme automatisch vom Video-Recorder übernommen. Weitere Vorteile: die Sofort-Aufnahme geht ohne Schwierigkeiten vonstatten. Der Video-Recorder nimmt einfach den Sender auf, der gerade läuft - ganz gleich, ob ein terrestrisches oder ein SAT-Programm (bei TV-Nachrüstung mit SAT-Modul). Noch ein Extra: die Video-PIP-Steuerung. Bei TV-Geräten mit Bild-im-Bild-Funktion (PIP) kann mit Megalogic ein zweites Programm parallel als kleines laufendes Bild dargestellt werden. 

 

Weiteres interessantes Ausstattungsmerkmal des Elegance: Der TV-Guide. Der TV-Guide ist eine Elektronische Fernsehzeitschrift, die von den Sendeanstalten ausgestrahlt wird. Er enthält unter anderem Informationen zu gerade laufenden Sendungen, aber auch Programminformationen für die nächste Zeit. Ein Druck auf die TV-Guide-Taste der Fernbedienung zeigt eine Übersicht über alle Sendungen für die folgenden Tage. Das laufende TV-Programm wird derweil als Kleinbild immer sichtbar eingeblendet. Für weitergehende Funktionen hat man nun mehrere Optionen: So können beispielsweise die Filme, die nicht versäumt werden sollen, markiert werden. Der Fernseher macht dann auf den Beginn der jeweiligen Sendung aufmerksam. Auch möglich: Die gezielte Suche nach Sendungen mit bestimmtem Inhalt (Filme, Sport, etc.). Praktisch: Beim Zappen durch die Programme wird in einer Info-Einblendung immer das gerade laufende Programm und die nachfolgende Sendung benannt. An einer Zeitleiste kann man ablesen, wie lange die aktuelle Sendung schon läuft und wie viele Minuten noch bis zum Schluss verbleiben. Ebenfalls kann man sich einen Überblick über alle Sendungen, die im Moment laufen, verschaffen. Der TV-Guide kann neben der Information auch zur Timerprogrammierung des Video-Recorders genutzt werden, dazu muss nur die gewünschte Sendung markiert werden. (Voraussetzung: Video-Recorder mit TV-Guide-Funktion).

Bewertung

 

Bedienung

Hervorragend ist es um den Bedienkomfort bestellt: Die Fernbedienung liegt ausgezeichnet in der Hand, die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt. Gottseidank ist auch die Anzahl der Tasten genau richtig dosiert, das nicht selten vorkommende unpraktische Wirrwarr mit kleinen Druckknöpfen gehört damit auch der Vergangenheit an. Etwas fehlt aber noch: Eine Beleuchtung würde den IR-Commander perfektionieren. Hervorragend funktioniert die Installation, alles ist innerhalb kürzester Zeit erledigt. Top in Form präsentieren sich die grafisch professionell aufgemachten On Screen Menüs, die gut aussehen und in klarer Form die erforderlichen Informationen bereit stellen. Als sehr praktisch erweisen sich die schon oben erwähnten Features, die den Umgang mit dem Grundig im Alltag extrem erleichtern. 

Bewertung

 

Bild

Da passt es im wahrsten Sinne des Wortes ins Bild, dass die visuellen Qualitäten des Grundig aufhorchen - oder besser aufschauen - lassen. Beim Zusammenspiel mit einem Pioneer DV-646A und einem Marantz DV-17, nacheinander über RGB und dann via S-Video mit dem Grundig verbunden, lieferte der TV bei Testläufen mit der Referenz-DVD und der DVD-Discovery überragende Resultate - es stimmte schlichtweg alles: Sei es die ab Werk sehr gut eingestellte Bildgeometrie, die absolut natürliche, reine Farbwiedergabe (mit einer tiefen Schwarzdarstellung) oder die exzellente Bildschärfe in Kombination mit einer tadellosen Plastizität des Bildes. Das RGB-Bild des Grundig ist etwas dunkler und farblich zurückhaltender als das Bild, das der Fernseher via S-Video produziert: Die Farben sind im S-Video-Betrieb etwas kräftiger gehalten, die Bildhelligkeit ist etwas höher, dies ist aber keine Eigenheit dieses Geräts, sondern öfters zu beobachten. Natürlich hängt es auch vom DVD-Player und vom eigenen Geschmack ab, in welchem Modus die visuellen Qualitäten letztendlich noch besser gefallen, exzellent sind die Leistungen des TV aber immer: In Verbindung mit einer erstklassigen DVD und einem DVD-Player mit sehr scharfem Bild zeigt der Grundig-TV auch noch das letzte Detail, gerade im hochfrequenten Bildbereich sind die visuellen Qualitäten des Elegance beeindruckend: Bei unseren Test-DVDs, der DVD-Discovery und der Referenz-DVD, bewies der Fernseher seine Qualitäten: Beim Testbild mit dem Skyscraper zeichnete er ein differenziertes Bild bis in die oberen Stockwerke hinein, die Bildschärfe war ebenso überragend wie das Blau des Himmels. Herausragend gab der TV das Testbild mit den Edelsteinen (DVD-Discovery) wieder: Die Brillanz, die Bildschärfe und die Plastizität sind auch oberstem Niveau. Ebenso beim Früchtestillleben: Wiederum ist es die Plastizität, die das Bild so aussehen lässt, als könnte man sich die verschiedenen Obstsorten direkt vom Bildschirm für den "Eigenbedarf" holen.  Extrem sauber zeichnet der TV Farbeverläufe, wie das Testbild mit dem Heißluftballon zeigt: Kein auch noch so leichtes "Verlaufen" der Farben oder die Bildung von Doppelkonturen sind zu beobachten. Auch bei der Code 2- DVD von "Sleepy Hollow" beeindruckt der Grundig: Hier mit seinem tiefen Schwarz und seinem ausgezeichneten Kontrastumfang. Top das Bild bei der "Mumie" (Teil 1, Code 2): Die kräftigen Farben gibt der Grundig eindrucksvoll und ungefiltert wieder, die Detaillierung der Gemächer des Pharaos in der Anfangsszene ist absolut gelungen: Auch feine Muster wie beispielsweise auf den goldenen Türen sind sauber gezeichnet und harmonisch ins Gesamtbild eingearbeitet. 

Bei der Code 2-DVD des Katastrophen-Blockbusters "Perfect Storm" kann der Grundig ebenfalls Akzente setzen: Obwohl der Film visuell nicht übermäßig gut ist, holt der Grundig ein Optimum heraus und begeistert mit natürlicher Farbwiedergabe und einer hohen Gesamtharmonie. Weiterer großer Pluspunkt: Der Grundig verschont die Zuschauer mit den unerwünschten Nebenwirkungen von Filtern, die zwar ausgeschaltet sind, jedoch sich immer noch bemerkbar machen. Wenn man beim Elegance den Rauschfilter auf "off" stellt, ist er auch aus,  und das Ergebnis ist ein klares, scharfes Bild ohne störende Nachzieheffekte oder Unschärfeerscheinungen, die durch die Arbeit digitaler Filter gern entstehen. Tadellos ist der Kontrastumfang, hervorragend und ohne "Nebenwirkungen" wie unschöne Digitalisierungseffekte arbeitet die 100 Hz-Funktion. Auch beim TV-Empfang ist das Bild ausgesprochen gut und gefällt mit einer wirkungsvoll arbeitenden Rauschreduktion, die erst in der Menüeinstellung "stark" deutlich sichtbare Nachzieheffekte produziert. In der "Automatik"-Einstellung jedenfalls wird das Bildrauschen effektiv reduziert, ohne sich dafür zu viele Nachteile einzuhandeln. Die Schärfe, die Natürlichkeit und der Kontrastumfang des Elegance sind auch beim Fernsehbild von ausgezeichneter Qualität. Praktisch: Der Benutzer kann eine Einstellung für den Betrieb des Fernsehers bei Tag oder eine Einstellung für den Betrieb des TVs in der Nacht auswählen - und das Beste ist: Die voreingestellten Parameter sind auch tatsächlich praxisgerecht gewählt und schaffen kein unnatürliches und damit unbrauchbares Bild. 

Bewertung

 

Fazit

Mit dem Elegance MFW 82-3110 MV/Dolby ist Grundig ein ausgezeichnetes Fernsehgerät gelungen, das bezüglich der Bildqualität, vor allem auch im DVD-Betrieb, herausragende Leistungen bietet. Besonders hervorzuheben ist die große Detailtreue, die der Grundig realisiert, und die hervorragende Gesamtbildschärfe. Die Farbdarstellung gefällt durch Harmonie und Natürlichkeit, das gesamte Bild wirkt plastisch und wie aus einem Guss. Als sehr vorteilhaft ist die Tatsache anzusehen, dass der Grundig bei ausgeschalteter Rauschreduktion auch keine Reste eines solchen Filters mit ins DVD-Bild mischt. Eine praktisch völlige Abwesenheit von Nachzieheffekten ist das Resultat dieser für den DVD-Betrieb bestens geeigneten Auslegung - hier erteilt der Grundig nicht nur den Fernsehgeräten seiner Preisklasse, sondern auch vielen weitaus teureren Konkurrenten eine Lektion, denn er bietet ein Maß an Bildreinheit, das für einen 16:9-Röhren-TV Vorbildcharakter hat und kaum noch zu verbessern ist. Beim normalen TV-Bild, die Rauschreduktion auf "AUTO" gestellt, ergibt sich eine effektive Rauschunterdrückung, ohne dass die dabei üblichen Nachteile wie Unschärferscheinungen und Nachzieheffekte in zu großem Maße das Fernsehvergnügen trüben. Die gesamten Bildeinstellparameter zeichnen sich durch eine tadellose Wirksamkeit und eine gute Dosierbarkeit aus.  Vorbildlich ist die Bedienbarkeit des 16:9-TVs. Hier ist Grundig inzwischen auf einem kommunikativen Level zwischen Benutzer und Gerät angelangt, von dem viele Konkurrenten noch weit entfernt sind. Große, unübersichtliche Bedienungsanleitungen sind bei Grundig Schnee von Gestern, hier erklärt sich der Fernseher via grafisch schön aufbereitetem On Screen Menü.  Sehr nützlich dabei die Anschlussschemata und die ausführliche Beschreibung der Fernbedienung, da schließlich nicht jeder Neukäufer sofort das Gerät blind bedienen kann. Exzellent ist die wertige Verarbeitung des Grundig, die deutlich macht, dass dieses Gerät nicht nur mit Liebe zum Detail entwickelt, sondern auch mit großer Sorgfalt gebaut wurde. Das einzige kleine Manko ist die etwas sparsame Anschlussbestückung: Man hätte dem Elegance noch eine dritte Scart-Buchse und einen S-Video-Hosideneingang auf der Frontseite spendieren sollen. Doch den überragenden Gesamteindruck vermag dies kaum zu schmälern, denn die Bildqualität des Grundig liegt auf einem Niveau, das von vielen besser ausgestatteten, weitaus teureren TVs nicht erreicht wird. So bleibt als Fazit: Für einen 16:9 Röhren-TV kann man, unabhängig vom Preis, kaum noch ein besseres Bild erwarten. Setzt man dieses überraschende Resultat in Beziehung zum fairen Kaufpreis, so sind die Leistungen des Newcomers nochmals höher einzuschätzen - mehr Bild für weniger Geld ist kaum noch zu realisieren. Grundig wird es mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen - das lachende, weil es ein Produkt des Hauses ist, was derart gute Leistungen erbringt. Das weinende, weil es teurere Geräte aus dem selben Hause gibt, die bezüglich der Bildqualität dem neuen Elegance sichtbar unterlegen sind. 

Der Elegance MFW 82-3110 MV/Dolby lässt bezüglich der Bildqualität auch viele teurere Geräte alt aussehen

Oberklasse
Pro:
  • Überragendes Bild im DVD-Betrieb
  • Harmonisches Bild im TV-Tuner-Betrieb
  • Hervorragende Benutzeroberfläche
  • Sehr gute Fernbedienung
  • Exzellente Verarbeitung
  • Herausragendes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
  • Etwas sparsame Anschlussbestückung

Test: Carsten Rampacher

27. Dezember 2001 

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