DVD-Player-Mastertest: Das können DVD-Player bis 200 EUR

Es gibt DVD-Player, die sind überirdisch gut - aber auch sündhaft teurer. Als Beispiele seien der Toshiba SD-9500, der Denon DVD-A11 oder auch der Pioneer DV-868AVi genannt, alle kosten mindestens 1.500 EUR und sind mit hochwertigen Baugruppen bestückt. "Otto Normalverbraucher" bestaunt diese für wahre Home Theatre-Fans hochinteressanten Komponenten sicherlich, aber wirklich brauchen tut er diese Bild- und Ton-Giganten nicht. Schließlich ist auch der Rest der AV-Anlage eher bürgerlicher Natur, und es wird einfach ein zu vielen Formaten kompatibler, solider und preisgünstiger DVD-Spieler gesucht. Inzwischen, dies sei angemerkt, gibt es sogar Offerten, deren Bildgüte sich keinesfalls vor preislich höher angesiedelten Angeboten verstecken muss. Welche DVD-Player bis zur magischen 200 EUR-Preisgrenze die besten sind, soll dieser große Vergleichstest klären helfen.

Die Kandidaten

  • Nortek DVD-Player Ndvx-110 (UVP 65 EUR): Sehr preisgünstiger DVD-Spieler, elegant aussehend und multimedial höchst talentiert, der auch DivX-Discs abspielt und sogar einen integrierten Dolby Digital-Decoder mitbringt. Bei der Klientel, für die dieses Gerät interessant sein dürfte, stellt ein solcher interner Decoder einen echten Mehrwert dar, denn nicht selten wird gerade bei Heimkinoeinsteigern noch ein älterer Surroundreceiver mit 5.1 Eingang eingesetzt - oder ein günstiges aktives 5.1-Subwoofer-/Satelliten-Lautsprechersystem. Auch für solche "Partner" eignet sich der Nortek, denn er bringt einen Lautstärkeregler für die Einstellung der Gesamtlautstärke bei Verwendung des internen Decoders mit - sehr praktisch. Visuell verfügt der Player über einen PAL-Progressive-fähigen YUV-Ausgang.

  • Toshiba SD-140  (Marktpreis rund 70 - 80 EUR, UVP 149 EUR): Toshiba lässt es krachen, zwar ist der SD-140 mit einer UVP von 149 EUR sehr teuer, der Marktpreis jedoch liegt bei äußerst niedrigen 70 bis 80 EUR. Wer also ein günstiges Markengerät mit PAL PS-Ausgabe sucht, sollte sich den silbernern Toshiba genauer anschauen. Wie sich das schlicht gehaltene Gerät im Vergleich mit der Konkurrenz schlägt, erfahren Sie später.

  • Pioneer DV-370 (UVP 119 EUR): Stets vorn mit dabei, wenn es um hochwertige DVD-Spieler auch zu günstigen Kursen geht, sind die Modelle von Pioneer. Der preisgünstigste Player, der DV-370, ist PAL Progressive-fähig und verfügt über einen 54 MHz/10-Bit Video-D/A-Wandler sowie über 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler. Ein Mini-DSP mit verschiedenen Soundfeldern ist eine nette Spielerei, die Multimedia-Fähigkeiten sind sehr ernst zu nehmen: Hier schneiden Pioneer-Player immer gut ab.

  • Toshiba SD-340 (Marktpreis 99 bis 120 EUR, UVP 199 EUR): Eine andere technische Basis als der SD-140 bringt der DivX-taugliche SD-340 mit. Optisch sieht er auch anders aus, der Marktpreis bewegt sich auf fairem, aber nicht übertrieben günstigen Level. PAL Progressive-fähig ist der Toshiba auch. 

  • Pioneer DV-470 (UVP 149 EUR): Mit hochwertigem 108 MHz/12-Bit Video-D/A-Wandler und einer aufwändigeren Progressive-Signalverarbeitung ist der DV-470 ein Geheimtipp für preisbewusste Bildliebhaber. Sogar ein kleiner Video-EQ ist mit an Bord. DivX-Discs kann der DV-470 zusätzlich zu allen anderen Formaten ebenfalls wiedergeben. Im direkten Vergleich konnte er schon den Yamaha DVD-S550 schlagen. Schafft er auch hier den Gesamtsieg?

  • Kenwood DVF-3080 (UVP 159 EUR): Die Zeiten, in denen Kenwood eher schlecht als recht Einsteiger-DVD-Spieler baute, sind endgültig vorbei: Mit prima Bild, sehr guten Multimedia-Eigenschaften und einer ausgezeichneten Fehlerkorrektur punktete der DVF-3080 bereits im Einzeltest. Sorgt der recht teure Kenwood auch hier für eine große Überraschung?

  • Yamaha DVD-S550 (179 EUR): Im direkten Vergleich mit dem Pioneer DV-470 musste sich der Yamaha, ebenfalls mit hochwertigem 108 MHz/12-Bit Video-DAC,  zwar beugen, festzustellen war aber, dass der gut verarbeitete DVD-S550 durchaus großes Potential besitzt. Wie schlägt sich der teuerste Player im Vergleich mit allen anderen Konkurrenten?

Verarbeitung

Hier herrschen klare Verhältnisse - der Nortek führt in Anbetracht des günstigen Kaufpreises die Konkurrenz eiskalt vor. Selbst der bald dreimal so teure Yamaha wirkt nicht hochwertiger, und schon gar nicht der Rest der Konkurrenz. Das edel wirkende, solide Gehäuse, die akkurat verarbeitete Geräterückseite und die gar nicht mal schlecht gelagerte Laufwerkslade sorgen für einen klaren Punktsieg des NDVX-110, der durch die qualitativ überzeugende Fernbedienung so deutlich ausfällt, dass es für die etablierte Konkurrenz schon fast peinlich wird. Da kann auch das nicht befriedigende Display des Nortek keinen Strich mehr durch die Rechnung machen. Auf dem zweiten Platz läuft der elegante, aber sehr teure Yamaha ein, der mit formschönen Standfüßen, einem leise hervorgleitenden  Laufwerkslade, einem sehr guten Display und einer schlicht-schönen Frontplatte auftrumpfen kann. Unbefriedigend auf der ganzen Linie ist jedoch die karge Fernbedienung, die man preislich eher bei einem DVD-Spieler in der Nortek-Region vermutet hätte. Dann kommt der Rest des Feldes, angeführt vom gut verarbeiteten Kenwood DVF-3080 und vom ebenfalls insgesamt prima auftretenden Pioneer DV-470. Richtig schlecht verarbeitet ist keiner der hier angetretenen Player, nicht unsere Zustimmung finden jedoch die billigen Standfüße vieler Teilnehmer sowie die zu simple Geräterückseite des Toshiba SD-140, auf ein einfacher Aufkleber mit der Anschlussbeschaltung klar zeigt, dass extrem gespart werden muss. Die Pioneer-Fernbedienungen sind ordentlich, aber nicht überdurchschnittlich, brauchbar, aber kein echter Hit ist auch der IR-Controller des Kenwood. Bei den preiswerten Toshibas gehen die Fernbedienungen ebenfalls in Ordnung.  Fazit: Sieg für den billigsten der hier getesteten Player - kein Ruhmesblatt für die Konkurrenz. 

Übersicht Bewertung Verarbeitung:

  1. Nortek NDVX-110

  2. Yamaha DVD-S550

  3. Pioneer DV-470, Kenwood DVF-3080

  4. Pioneer DV-370, Toshiba SD-340

  5. Toshiba SD-140

Ausstattung

Auch hier gibt es zwei klare Sieger: Den hochwertig ausstaffierten Pioneer DV-470, der sich den Platz ganz oben wiederum mit dem "aufmüpfigen Revoluzzer" von Nortek teilen muss. Es ist üppig, was Nortek für 64,90 EUR alles in den Player packt, denn sogar ein Dolby Digital-Decoder ist mit an Bord, wenngleich mit wenig Einstellmöglichkeiten. Dafür trumpft der Nortek mit einem Regler für die Gesamtlautstärke auf. Der Pioneer DV-470 überzeugt mit hochwertigem Video D/A-Konverter, einem kleinen (wenngleich für versierte Anwender nicht unbedingt perfekt geeigneten) Video-EQ und netten DSP-Spielereien. Es folgt der Pioneer DV-370, der für seinen günstigen Preis ansprechend ausgestattet ist und im Vergleich zum teureren "Bruder" mit einem schlichteren Video-DAC antritt. Locker weiter vorne hätte der gut ausgestattete Yamaha DVD-S550, ebenfalls mit 108 MHz/12-Bit-Video-D/A-Konverter, landen können - doch er ist gerade im vergleich zum Pioneer DV-470 einfach zu teuer. Daran ändert auch die CD-Upsampling-Funktion nichts, zudem ist nur ein Minimal-Video-EQ ohne großem praktischen Nutzen im Paket enthalten. Mit gutem Zoom trumpft der Toshiba SD-140 auf, der in Anbetracht des billigen Marktpreises ausstattungstechnisch zwar nichts Weltbewegendes bietet, aber auch nicht unterdurchschnittlich abschneidet. Noch in Ordnung geht die Ausstattung beim Toshiba SD-340 - allerdings nur, wenn man sich an den Marktpreisen orientiert und nicht an der UVP. Der Kenwood DVF-3080 ist für die karge Ausstattung zu teuer - selbst wenn auch er in der Praxis günstiger als die UVP zu haben ist, ist die Ausstattung arg knapp bemessen.

Übersicht Bewertung Ausstattung:

  1. Pioneer DV-470 und Nortek NDVX-110

  2. Pioneer DV-370

  3. Yamaha DVD-S550

  4. Toshiba SD-340

  5. Toshiba SD-140

  6. Kenwood DVF-3080

Anschlüsse

Wer wird hier wohl gewinnen? Klare Antwort: Es ist wiederum der Nortek, der auf  Platz 1 des Siegertreppchens landet, gefolgt vom Pioneer DV-470 und dem Yamaha DVD-S550. Hier nun folgend alle Rückansichten mit Kommentierung:

Hervorragend: Die Rückseite des Nortek hält unter anderem einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang, eine S-Video-Hosidenbuchse und einen 5.1-Ausgang bereit

Gut gemacht: Pioneer DV-470 (oben) und Yamaha DVD-S550 punkten mit voll gefüllten Anschlussterminals. Der preiswertere Pioneer bietet sogar gleich zwei analoge 2-Kanal-Audioausgänge

Lückenhaft: Beim Pioneer DV-370 fehlen der optische Digitalausgang und ein S-Video-Hosiden-Terminal

Sehr billig und wenig umfangreich: Das Anschlussterminal beim Toshiba SD-140

Gute Verarbeitung, aber für 159 EUR zu wenig Anschlussmöglichkeiten: Dies kennzeichnet den Kenwood DVF-3080

Ordentlich: Rückseite des Toshiba SD-340, es gibt einen koaxialen und einen optischen Digitalausgang

Übersicht Bewertung Anschlüsse:

  1. Nortek NDVX-110

  2. Pioneer DV-470

  3. Yamaha DVD-S550

  4. Toshiba SD-340

  5. Pioneer DV-370, Kenwood DVF-3080 und Toshiba SD-140

Multimedia und Laufwerk

Mit exzellenter Betriebssicherheit, einer hervorragenden Fehlerkorrektur und einer tadellosen Formatkompatibilität (liest sogar DVD-RW im VR Mode ein) kann sich der Kenwood DVF-3080 bestens in Szene setzen. Auch der Layerwechsel verläuft praktisch unmerklich. Hervorragend, insgesamt stürmt der Kenwood in dieser Wertung an die Spitze. Ebenfalls brillant schlägt sich der Yamaha DVD-S550, der nur bei der Wiedergabe von DVD-RWs im VR Mode patzt (der Kenwood kann dieses Format wiedergeben). 

Überzeugend: Ansprechendes jpeg-Menü des Kenwood DVF-R3080

Sehr gut: Multimedia-Menü (hier MP3-Betrieb) des Yamaha DVD-S550

Sehr gelungen sind beim Yamaha die Multmedia-Menüs (nicht die Basis-Setup-Menüs, aber dazu später mehr) und der praktisch unterbrechungslose Layerwechsel. Mit ausgezeichneten Ergebnissen findet sich der Toshiba SD-340 ebenfalls weit vorne wieder. Nur bei der DVD-RW VR-Mode-Wiedergabe leistet sich auch der SD-340 einen Fauxpas. Ebenso wie der Yamaha zeigt der SD-340 löblicherweise ID3-Tags an und bietet eine ausgezeichnete Leistung beim Layerwechsel.  Besonders bei Yamaha und Toshiba gefällt das sehr leise Laufwerk. In Bezug auf die Einlesegeschwindigkeit erreichen alle drei bislang genannten Kandidaten erfreuliche Ergebnisse. Bei Multisession-Discs oder großen jpeg-Bilddateien kann es natürlich auch mal etwas länger dauern. Die Fehlerkorrektur von Yamaha und Toshiba SD-340 erreicht beinahe die ausgezeichnete Qualität von der Fehlerkorrektur des DVF-3080. 

Toshiba macht es beim SD-340 richtig: ID3-Tag-Anzeige auf dem grünen Laufband unten im OSD

Altbacken: MP3-Menü des Nortek

Ordentlich, aber nicht überdurchschnittlich schlägt sich der Nortek, der mit seinem leisen und recht schnellen Laufwerk positiv und mit seinem langen Layerwechsel negativ auffällt, dafür aber bei der Bewertung der Fehlerkorrektur brauchbare Resultate einfährt. Die Multimedia-Menüs sind optisch allerdings recht schlicht gehalten und nicht mehr ganz zeitgemäß. DVD-RWs im VR Mode kann der Nortek auch nicht wiedergeben. Dies können wiederum die beiden Pioneer-Player, die ansonsten mit ordentlichen Qualitäten gefallen. In Bezug auf die Fehlerkorrektur müssen sie aber das Spitzentrio, bestehend aus Kenwood, Toshiba SD-340 und Yamaha DVD-S550 ziehen lassen - wenn auch nur knapp. Dafür beeindrucken die beiden "Pioniere" mit dem besten MP3-Klang, ausgewogen, harmonisch und sauber weisen sie die zum Teil etwas dumpf oder aber auch etwas spitz klingende Konkurrenz in die Schranken. Endlich hat es auch Pioneer geschafft, DVD-Spieler mit praktisch unsichtbarem Layerwechsel auf den Markt zu bringen - Gratulation. Was noch fehlt, ist eine ID3-Tag-Darstellung im MP3-Betrieb. Eine in der Regel hohe Einlesegeschwindigkeit und ein recht leises Laufgeräusch zeichnen den DV-470 und den DV-370 hingegen bereits jetzt aus.  

Hübsch anzusehen, aber ohne ID3-Tags: MP3-Menü der Pioneer-Player DV-370 und DV-470

Sehr schlicht und nicht allzu informativ: MP3-Menü des Toshiba SD-140

Alle bisher aufgeführten Kandidaten leisteten sich keine Totalabstürze, was für eine erfreulich hohe Betriebssicherheit spricht. Nicht den Anschluss an dieses tadellose Teilnehmerfeld kann der Toshiba SD-140 halten, der nur eine befriedigende Betriebssicherheit aufweist und mit seinem lauten Laufwerk keinen rundherum überzeugenden Eindruck hinterlässt - so bleibt nur der letzte Platz. Die "Familienehre" rettet dafür der überzeugende "Bruder" SD-340. 

Übersicht Multimedia- und Laufwerkswertung:

  1. Kenwood DVF-3080

  2. Yamaha DVD-S550

  3. Toshiba SD-340

  4. Pioneer DV-370 und DV-470

  5. Nortek NDVX-110

  6. Toshiba SD-140

Anmerkungen: 

  1. Nortek NDVX-110, Pioneer DV-470, Toshiba SD-340 und Yamaha DVD-S550 können auch DivX-Discs abspielen. Aufgrund der gerade bei diesem Format extrem vielfältigen Erstellungsformate und der damit verbundenen Kompatibilitätsprobleme verzichten wir jedoch auf eine Bewertung.

  2. Es kann CD- oder DVD-Rohling-Typen geben, die nicht kompatibel zu einzelnen Playern sind

  3. Je nach Art der Erstellung des Mediums kann es sein, dass einzelne Discs nicht laufen. Dies passiert auch, wenn die Disc nicht ordnungsgemäß finalisiert ist.

  4. Die gemachten feststellungen gelten für unser jeweiliges Testgerät. Wir können verständlicherweise keine Verantwortung dafür übernehmen, dass jeder DVD-Spieler der betreffenden Baureihe die identischen Qualitäten aufweist. 

Bedienung

Bitte nicht genau hinschauen: Solche Menüs wie beim Yamaha DVD-S550 müssen nicht sein

Dieses Kapitel endet mit einem Desaster für den Yamaha DVD-S550. Mit teilweise dilettantisch übersetzen On Screen Menüs für wichtige Setup-Einstellungen, einer unbefriedigenden optischen Anmutung des Graphical User Interface und der schlechten Fernbedienung, die zu allem Überfluss nur eine einzige Taste für das Kapitel springen und das Spulen innerhalb eines Kapitels aufweist, reicht es nur zum letzten Platz - leider ändert daran auch das hervorragende Gerätedisplay nichts mehr. Yamaha hat einige grundlegende Schwächen jedoch rasch erkannt und möchte mit Updates reagieren. Inzwischen sollten die Geräte, die sich im Handel befinden, schon mit besser übersetzten Menüs ausgestattet sein als unser Vorserien-Testgerät. Richtig faszinierend gestaltet sich auch die Bedienung des Toshiba SD-140 nicht, dazu wirken die OSDs zu dröge und zu lieblos gemacht. Wenigstens ist die Fernbedienung etwas besser als die des Yamaha. Die Übersetzungen im Toshiba-Menü zeugen nicht von übertrieben hoher Professionalität der dafür Verantwortlichen. Der SD-340 mit etwas zu kleiner Fernbedienung lässt sich problemlos bedienen, wahre Freude kommt aber auch hier nicht auf. Beide Toshibas haben ein ordentliches, aber nicht überdurchschnittliches Display. 

Die beste Fernbedienung dieses Teilnehmerfeldes packt Nortek seinem Player bei

Mit der rundherum überzeugenden Fernbedienung, die verblüffende Ähnlichkeit mit manchen Sony-Exemplaren aufweist, macht es Spaß, den Nortek NDVX-110 zu handeln. Die On Screen Displays sind schlicht, aber übersichtlich. Einen deutlichen Punktabzug gibt es für das unzureichende, schlecht ablesbare Display mit mangelhaftem Kontrast. Also nur nicht überzeugende Bedienkonzepte? Mitnichten, denn das Pioneer-Duo holt in dieser Wertung einen deutlichen Sieg. Die optisch attraktiven, sich praktisch selbst erklärenden On Screen Menüs sind vorbildlich. Die mitgelieferten Fernbedienungen sind sehr übersichtlich und auch für Neueinsteiger leicht zu bedienen. Die Displays mit sehr guter Helligkeit und ordentlicher Auflösung vervollständigen den ausgezeichneten Gesamteindruck.

Optimal: Graphical User Interface der Pioneer-Player, hier der DV-370. Unter dem Begriff "Home Menu" vereinen sich alle Einstellmöglichkeiten

Übersicht Bedienungswertung:

  1. Pioneer DV-370 und DV-470

  2. Kenwood DVF-3080

  3. Nortek NDVX-110

  4. Toshiba SD-140 und SD-340

  5. Yamaha DVD-S550

Testequipment:

Bildwiedergabegeräte:

Vergleichs-DVD-Player höherer Preisklassen:

AV-Receiver:

Lautsprechersysteme:

Bild 

Die Bilddisziplin endet mit dem totalen Triumph des Pioneer DV-470, der die versammelte Konkurrenz mit einem beträchtlichen Vorsprung in die Schranken weist. Der DV-470 ist das einzige der hier getesteten Geräte, das auch anspruchsvollere Bildliebhaber zufrieden stellen dürfte. Nicht, dass die anderen Player ein schlechtes Bild hätten: Aber mit der tadellosen Detailtreue, der hoch liegenden Gesamtbildschärfe, dem sehr guten Kontrast und der neutralen Farbwiedergabe des DV-470 kann keines der anderen Geräte mithalten.  Er überzeugt mit einer ausgesprochen guten Bewegungsdarstellung im Progressive-Betrieb und leistet sich weder beim De-Interlacing von Videomaterial noch bei der Bearbeitung von Filmmaterial echte Schwächen. Insgesamt gefällt der DV-470 mit der besten Progressive-Umsetzung in diesem Teilnehmerfeld. 

Um den DV-470 sichtbar in die Schranken zu weisen, muss man schon zu "starken Kalibern" wie unseren sündhaft teuren drei "Bild-Profis", oben bei den Testgeräten vorgestellt, greifen: Gerade der Toshiba SD-9500 macht deutlich, wie hoch der Hammer tatsächlich hängt - nicht der Hauch einer Chance für den DV-470, der aber preislich nicht im entferntesten mit dem bombastischen Toshiba konkurriert - auch, wenn der SD-9500 mit seinem Hang zu glasklarer, differenzierter Detaildarstellung, großartigem Kontrast und feinster, völlig rauschfreier Farbwiedergabe ebenfalls ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis mitbringt, so ist er doch für den Käuferkreis der hier getesteten Preisklassen in weiter Ferne. Insgesamt demonstriert Pioneer nicht nur das in dieser Preisklasse Machbare - es kommt noch schlimmer für die Konkurrenz, denn viele deutlich teurere DVD-Spieler anderer Anbieter müssen sich dem preiswerten DV-470 geschlagen geben. 

Dieses Schicksal ereilt auch den Yamaha DVD-S550, der die identische Problematik schon aus dem Vergleichstest mit dem DV-470 kennt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch diesmal kein Weg vorbei an den Platz an der Sonne führt - der Pioneer ist und bleibt der Champion. Trotzdem kein Grund zum Verdruss für die Yamaha-Mannen, denn nach der Schlappe in der Bedienungswertung springt in der elementar wichtigen Bildwertung ein ausgezeichneter zweiter Platz für den DVD-S550 heraus - er hält den Rest des Teilnehmerfeldes klar auf Distanz und profitiert von seinem hochwertigen 108 MHz/12-Bit Video-D/A-Wandler.  Auch er bietet einen sehr guten Kontrast, eine angenehme, hoch liegende, aber nie übertriebene Gesamtbildschärfe und eine ansprechende Farbwiedergabe. Ganz so trefflich neutral wie die des DV-470 ist die Farbwiedergabe aber nicht, das Bildrauschen liegt minimal höher, und der Pioneer zeigt nochmals mehr Details. 

Auf Platz drei folgt - wieder ein Pioneer, diesmal der DV-370, der allerdings hartnäckig vom Toshiba SD-340  gejagt wird. Auch die preisgünstigsten Offerten, der Toshiba SD-140 und der Nortek NDVX-110, erbringen erstaunlich gute Leistungen. So ist das Bild des NDVX-110 angenehm, die Bildschärfe allerdings ist nicht auf Spitzenniveau, was auch Folgen in Bezug auf die Detaileinarbeitung hat: Hier muss sich der Nortek nicht nur den überragenden "Chefs im Ring", dem DV-470 und dem DVD-S550 beugen (die auch viel teurer sind), sondern auch dem Toshiba SD-140, ähnlich teuer wie der Nortek, aber etwas exakter darstellend. Im Gegenzug trumpft der Nortek mit dem homogeneren Bild bei weniger guter Software auf, und außerdem wirkt die Farbwiedergabe noch etwas brillanter als beim etwas langweiligen SD-140. Der SD-340 überzeugt visuell, das Bild ist homogener und frischer in den Farben als das des SD-140, was dafür sorgt, dass der SD-340 sich direkt hinter dem Pioneer DV-370 einordnet. Bleibt der Kenwood - sein Bild ist klar, natürlich, jedoch nicht überdurchschnittlich scharf und überzeugt durch die homogene und gefällige Gesamtdarstellung: Gleicher Platz wie der Toshiba SD-340.

Übersicht Bildwertung:

  1. Pioneer DV-470

  2. Yamaha DVD-S550

  3. Pioneer DV-370

  4. Toshiba SD-340, Kenwood DVF-3080

  5. Toshiba SD-140, Nortek NDVX-110

Ton

In der Tonwertung kann sich der Yamaha DVD-S550 knapp an die Spitze setzen - aber erst nach langwierigen Vergleichen mit dem Pioneer DV-470 durch eine leicht detailreichere Wiedergabe beim analogen Anschluss. Bei manchen, qualitativ überzeugenden CDs holt der Yamaha dank seiner DVD Upsampling-Funktion, die CDs und DVDs wahlweise mit der doppelten (88,2 kHz) oder der vierfachen (176,4 kHz) Samplingrate abtastet (nur bei analoger Tonausgabe möglich). Was den Digitalton anbetrifft, so sehen wir keinen echten Flop, mit leichten Dynamikeinschränkungen bei manchen DVDs findet sich der SD-140 auf dem letzten Platz wieder. Der Nortek schlägt sich wacker und wirkt als Bonus seinen Dolby Digital-Decoder in die Waagschale  - und wirklich schlecht klingt der ordentliche Decoder auch nicht, was dafür sorgt, dass sich der günstige Nortek hinter Yamaha DVD-S550 und dem Pioneer DV-470 auf Platz drei wiederfindet. Dahinter folgen der Toshiba SD-340, der Pioneer DV-370 und der Kenwood DVF-3080 - alle drei zeigen, dass auch preiswerte DVD-Player mit ordentlichen akustischen Eigenschaften, sowohl analog als auch digital angeschlossen, aufwarten können. 

Übersicht Tonwertung:

  1. Yamaha DVD-S550

  2. Pioneer DV-470

  3. Nortek NDVX-110

  4. Pioneer DV-370, Toshiba SD-340, Kenwood DVF-3080

  5. Toshiba SD-140

 

Fazit
Pioneer DV-470

Mastertest-Gesamtsieger
27. September 2004

Der DVD-Player-Mastertest der Geräteklasse bis 200 EUR endet mit einem deutlichen Sieg des Pioneer DV-470, der durch sein hervorragendes Bild, das sich auch vor weitaus teureren Konkurrenten nicht verstecken muss, und sein ausgezeichnetes Bedienkonzept auftrumpft. Gerade visuell ist der Pioneer das mit Abstand beste Gerät. Selbst anspruchsvollere Heimcineasten, die sich nach einem günstigen und gleichzeitig bildstarken Player umschauen, finden hier eine echte Alternative, während die anderen hier vorgestellten Modelle für die "Zusammenarbeit" mit Bildwiedergabegeräten, die über die gute Mittelklasse hinausreichen, nicht wirklich geeignet sind. Auch für den 470er spricht, dass er in keiner einzigen Disziplin wirklich einbricht, nirgendwo landet er auf dem letzten Platz und überzeugt so mit seiner Ausgewogenheit und seiner erstaunlichen Reife: Ein würdiger Sieger.

Yamaha DVD-S550

Mastertest 2. Platz
27. September 2004

Trotz der herben Schlappe in der Bedienungsdisziplin läuft der klangstarke und edel wirkende Yamaha DVD-S550 auf dem zweiten Platz ein und kann sich vor dem Rest der Konkurrenz letztendlich doch souverän behaupten. Mit einem Sieg in der Tonwertung und starken Auftritten in der Verarbeitungs- und der Multimediadisziplin kann er sich zusammen mit seinem zweiten Platz in der Bildwertung insgesamt an der Klassenspitze etablieren. Leider ist der Yamaha im Vergleich zur direkten Konkurrenz etwas zu teuer, und die sehr karge Fernbedienung passt nicht zum Anspruch des Hauptgerätes. Während die Multmedia-Benutzeroberflächen hervorragend sind, enttäuscht das Graphical User Interface für das Basis-Setup leider fast komplett. Etwas Besserung dürften die Updates bringen, die zumindest die gröbsten Schnitzer bei der Übersetzung ausmerzen. Yamaha ist jedoch der heimliche Sieger dieses Vergleichstests, denn der DVD-S550 stellt den seit langem besten DVD-Player des Hauses dar. Weiter so!

Nortek NDVX-110

Mastertest 3. Platz Preis-/Leistungs-Sieger
27. September 2004

Der günstigste Player dieses Vergleichstests, der weitgehend unbekannte Nortek NDVX-110, beendet diesen Test als Drittplatzierter sowie als Preis-Leistungs-Sieger und verdient sich somit eine besondere Empfehlung. Grandios wird dieses Ergebnis für den eleganten Nortek dadurch, dass er sich in verschiedenen Disziplinen hier im Test durchsetzen kann  - die Verarbeitungs- die Ausstattungs- und die Anschlussdisziplin beendet das preisgünstige Gerät sogar als erster: Respekt vor einer solchen Leistung! Wirklich schlecht kann der Nortek nichts, durch den ordentlichen Dolby Digital-Decoder mit integrierter Lautstärkeregelung empfiehlt sich das Gerät bestens für absolute Heimkino-Einsteiger, die konkurrenzlos viel DVD-Player für den Preis einkaufen. Die schlichten Menüs werden keinen ernsthaft stören, da sie leicht zu bedienen sind,  die Fernbedienung ist die beste im gesamten Testfeld - summa summarum trotz des schlechten Layerwechsels eine harte Nuss für viele Konkurrenten. 

Der Rest des Feldes in alphabetischer Reihenfolge

Kenwood DVF-3080: Mit den besten Multimedia-Eigenschaften kann der Kenwood DVF-3080 auftrumpfen, der sich auch sonst wenig Schwächen leistet. Absolut Herausragendes lässt sich sonst aber auch nicht feststellen, so dass er insgesamt ein sehr guter DVD-Spieler bleibt, der auf Tuchfühlung mit den Klassenbesten geht. Unbefriedigend ist nur die schwache Anschlussbestückung. 

Pioneer DV-370: Der Pioneer DV-370 wird vom 30 EUR teureren "großen Bruder" klar in den Schatten gestellt. Der Mehrpreis ist hervorragend angelegt, eigentlich lohnt sich der DV-370 in Anbetracht der Spitzenleistungen des 470ers gar nicht  - nur dann, wenn man einen extrem günstigen Preis realisieren kann, ist der Kauf in Erwägung zu ziehen. Dass wir so hart urteilen, liegt keinesfalls daran, dass der DV-370 schlecht wäre, im Gegenteil: Er ist ein solider Einstiegsplayer ohne echte Mängel. Problem ist vielmehr, dass das Bessere des Guten Feind ist, und das Bessere ist klar der DV-470.

Toshiba SD-340: Der Toshiba SD-340 ist ebenfalls ein ordentliches Gerät. Seine Optik ist schlicht, aber schick und auch sonst kann man dem Gerät mit günstigen Marktpreisen nichts vorwerfen. Die Multimedia-Eigenschaften sind sehr gut, das Bild ist recht lebendig und frisch.

Toshiba SD-140: Der Toshiba SD-140 überzeugt in diesem Teilnehmerfeld am wenigsten - wirklich schlecht ist er jedoch nicht. Wer einen sehr preiswerten Markenplayer mit scharfem Bild sucht, wird gut bedient. Gegen den SD-140 spricht das karge Anschlussfeld und vor allem die nur befriedigende Betriebssicherheit.

Text: Carsten Rampacher
27. September 2004

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