Test: Denon AVR-2106 (1/2)

04.08.2005 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume

Der Denon AVR-2105 war ein kräftig klingender, gut ausgestatteter AV-Receiver, der aber in der letzten Zeit kein Wörtchen mehr an der Klassenspitze mitreden konnte. Zu stark war die Konkurrenz geworden  - allen voran der Yamaha RX-V757 und der Pioneer VSX-1015. Doch nun schlägt Denon zurück: Der nagelneue AVR-2106 soll dafür sorgen, dass man die alte "Pole Position" wieder einnimmt. Um dies zu bewerkstelligen, wurde der AVR-2106 nicht nur reichhaltiger ausgestattet, sondern auch klanglich verfeinert. Im Vergleich zum Vorgänger ist der 2106, wiederum ein Siebenkanalgerät mit 7 x 125 Watt (1 kHz, 6 Ohm, 0,7 % Klirr), nun mit einer Bi-Amping-Möglichkeit für die Frontkanäle ausgestattet. Das heißt, wer die beiden Surround Back Endstufen nicht benötigt, weil ein 5.1 System ausreicht, kann die Verstärkereinheiten für  - entsprechend belastbare und hochwertige - Frontlautsprecher nutzen: Hoch-/Mitteltöner und der Tieftöner werden dann jeweils von einer eigenen Endstufe versorgt. Für Klangpuristen bietet der 2106 als Neuheit eine "Pure Direct" Funktion. 

Schlägt der neue AVR-2106 die starke Konkurrenz?

Des Weiteren verfügt der 2106 nun über eine von 0 bis 200 ms einstellbare Audio Delay-Funktion, mit deren Hilfe ein aufgrund aufwändiger Nachbearbeitung zeitlich verzögert eintreffendes Videosignal wieder auf eine synchrone Wiedergabe zum Audiosignal getrimmt wird. Diese Funktion, sehr wichtig in den Zeiten von De-Interlacing und Upscaling, fehlte dem AVR-2105 noch. Der neue "Mohikaner" stellt auch Komponentenanschlüsse mit 100 MHz Bandbreite zur Verfügung, was dafür sorgt, dass alle Arten von HDTV-Signalen ohne Qualitätsverlust durchgeschliffen werden können. Der Vorgänger ließ es mit 30 MHz Bandbreite bewenden. Neu ist auch ein weiterer koaxialer Digitaleingang, der die Anzahl der Digitaleingänge auf insgesamt 6 (2 x koaxial, 4 x optisch, inklusive Front) hochschraubt. Neu sind auch eine Pegelanpassung für die einzelnen Eingänge sowie eine Umbenennungsmöglichkeit für die Eingänge. Der AVR-2106 verfügt über ein Auto Setup-System, welches sich um die Lautsprechergröße, die Lautsprecherentfernung und die Lautsprecher-Pegelanpassung kümmert. Wir sind nun gespannt, wie sich Denons Weiterentwicklung in unserem Praxistest schlägt. 

Verarbeitung

Praktisch perfekt ist die Verarbeitung der Gerätefront von der Seite aus betrachtet

Deutlich über Klassendurchschnitt: Der solide, griffsymphatische Lautstärke-Drehregler punktet voll

Der Denon AVR-2106 sieht nicht besonders auffällig aus - sein Metier ist eher die optische Beständigkeit, denn das Design des Geräts kann man sich auch nach Jahren noch tagtäglich anschauen. Die für diese Preisliga sehr edel gestalteten Drehregler für Lautstärke und Eingangswahl bestimmen zusammen mit der schwarz verkleideten Displayeinheit (nur ein recht kleiner Teil dieser Sektion wird tatsächlich vom schön darstellenden Punktmatrixdisplay eingenommen) die aufgeräumte Frontplatte. Natürlich kommt als Material echtes Aluminium zum Einsatz, welches mit seiner gebürsteten Oberflächenstruktur sehr edel aussieht. Dass hier auch auf den zweiten Blick kein halbgarer Pfusch geboten wird, beweist die hervorragende Verarbeitung der Gerätefront im Detail, alle Spaltmaße sind klein und stimmig. 

Das DOT-Matrix-Display ist gut integriert

Formschön und praxisgerecht: Standby- und Netzschalter

Hochwertige  Gerätestandfüße

Der AVR-2106 kann auch mit seinen hochwertigen Gerätestandfüßen punkten. Ferner ist der elegante Standby-Schalter hervorzuheben, der erfreulicherweise von einem richtigen Netzschalter zusätzlich flankiert wird. Die mitgelieferte Fernbedienung ist von ordentlicher Qualität, hier kann man keine Kritik anbringen. Die Geräterückseite präsentiert sich sehr sauber verarbeitet, alle Anschlusseinpassungen sind akkurat durchgeführt, was für einen soliden Eindruck sorgt. 

Mit dieser rundherum erstklassigen Leistung schließt der AVR-2106 zum Pioneer VSX-1015 auf, der mit seinem bolidenartigen Auftritt eine lautere Formensprache spricht als der zurückhaltendere Denon, der dafür im Detail  besonders edel wirkt. Auch der Yamaha RX-V757 verliert kaum an Boden, er läuft mit minimalem Abstand auf dem zweiten Platz ein, weil er nicht ganz so edle Details mitbringt wie Denon und Pioneer. Das Chassis, obwohl nicht ganz so aufwändig wie beim Pioneer VSX-1015, präsentiert sich verwindungssteif und robust. Der Gehäusedeckel sitzt sehr passgenau auf. 

Wenden wir uns nun dem sehr aufgeräumten Innenleben des AVR-2106 zu.  Hier sticht gleich der hochwertige Alu-Kühlkörper ins Auge, der dafür sorgt, dass sich der 2106 auch nach vierstündigem Dauereinsatz nur recht moderat erwärmt und nicht brutal erhitzt - Kompliment, so "cool" wie der 2106 blieb kaum ein Konkurrent, schon gar nicht in dieser Preisklasse. Der Transformator ist weit weg von den Signalverarbeitungsplatinen untergebracht, was für die Störungsfreiheit im Signalverarbeitungsprozess wichtig ist.

Typisch Denon: Aufgeräumtes Innenleben, Kühlung komplett ohne Ventilator. Das schont störgeräuschempfindliche Hörernerven immens

So geht es: Kühlkörper aus Aluminium

Edel-Elkos mit 12.000 Microfarad pro Stück

Denon Trafo mit sehr guter Stromlieferfähigkeit - das werden später die Hörtestreihen bestätigen

Die Platinen sind senkrecht aufgestellt und sauber im Layout

Kurzfazit

Pro:

  • Exzellente Materialqualität und Passung der Alu-Frontblende

  • Sehr solider, optisch und haptisch überzeugender Lautstärkedrehregler

  • Sauberer Innenaufbau

  • Kühlkörper aus Aluminium

  • Hochwertige Gerätestandfüße

Contra:

  • Kein Contra - hervorragendes Layout innen und außen.

Bewertung
Features und verwendete Baugruppen

Der AVR-2106 verfolgt Denons "Pure Audio-Construction-Konzept", dessen Grundzüge unten dargestellt sind. 

Denons "Pure Audio Construction" soll einen akkuraten Klang gewährleisten

Denon verspricht, bereits bei diesem relativ preisgünstigen AV-Receiver durch die Bank auf hochwertige Baugruppen zu setzen. Dies beginnt beim groß dimensionierten Kühlkörper aus Alu und geht beim Transformator weiter, der mit einer speziell angeordneten Schirmwicklung versehen ist. Diese Schirmwicklung hat die Aufgabe, ein möglichst geringes magnetisches Störfeld zu ermöglichen, damit die anderen Baugruppen nicht durch störenden magnetischen Einfluss an der optimalen Ausführung ihrer Arbeit gehindert werden. Besonders die Endstufeneinheiten können so effektiv ihrer Arbeit nachgehen. Bilanz der Operation soll ein rauscharmer, klarer Klang sein. Darüber hinaus hält die Schirmwicklung die Energie besser im Trafo, was wiederum die Arbeitseffizienz erhöht. Die Doppel-Gleichrichter-Schaltung ist ein weiteres Qualitätsmerkmal des 2106.  Ein SHARC 32 Bit Fließkomma-DSP übernimmt die Decodingarbeit. Der Denon zeichnet sich ebenfalls durch die komplette 96 kHz Signalverarbeitung aus. Vor noch nicht allzu langer Zeit war dies ein klares Oberklassemerkmal. Wer Wert legt auf eine möglichst reine und unverfälschte Wiedergabe, wird sich über den neuen "Pure Direct"-Modus freuen, der für einen möglichst kurzen Signalweg sorgt und im Sinne minimaler Beeinflussung auch das Display und die Videoschaltkreise abschaltet. Auch neu ist die oben bereits erwähnte Bi-Amping-Möglichkeit für die Fron L/R-Kanäle. Hierzu muss im OSD die Zuweisung der Surround Back-Endstufen für die Frontbeschallung vorgenommen werden. 

Das Einmesssystem des Denon ist mit einem nun etwas schlichter gehaltenen Mikrophon ausgestattet, welches, siehe Bild unten , aber immer noch qualitativ gut ausgeführt ist. Es werden Lautsprecher-Größe, Lautsprecher-Entfernung und Lautsprecher-Pegel eingestellt. Sehr zuverlässig deckt das Denon-System Phasenfehler auf, wie die Testreihen zeigten. 

Neues, optisch schlichteres Einmessmikrophon

Der AVR-2106 bringt eine in einem Regelbereich von 0 bis 200 ms einstellbare Audio Delay-Funktion für ein synchrones Eintreffen von Audio- und Videosignal mit, die sich mittels OSD justieren lässt. Um die Subwoofer-Übernahmefrequenz präzise einzustellen, verfügt der 2106 über sehr praxisgerechte Abstufungen: 40, 60, 80, 100, 120 Hertz sind wählbar, die 150/200/250 Hz Option wird in der Praxis kaum jemand verwenden. Mit einem reichhaltigen Angebot an DSP-Programmen konnten Denon AV-Receiver bislang nicht dienen, und auch der 2106 behält diese Linie bei. Es finden sich ein paar DSP-Programme im Angebot:

  • Rock Arena

  • Jazz Club

  • Video Game

  • Matrix (mehr Raumgefühl beim Aufbereiten von Stereosignalen)

  • Virtual (Raumklang bei Stereolautsprecherkonfiguration oder Kopfhöreranschluss).

Es gibt sogar einige Justagemöglichkeiten:

  • Room Size (fünf Einstellungen, small, med.s (kleiner bis mittlerer Hörraum), medium, med.l (mittlerer bis großer Hörraum) oder large)

  • Effect Level: Intensität des DSP-Einflusses in 15 Schritten regelbar (1 bis 15)

  • Delay Time: Nur für Matrix-Modus, einstellbare Verzögerungszeit 0 bis 110 ms

  • Tone Control (Bass/Höhen) für alle Modi außer Direct/Pure Direct

Einen Videokonverter, der S-Videosignale in Composite und Composite- in S-Videosignale wandelt, ist ebenfalls an Bord.

Der AVR-2106 verfügt über alle "standesgemäßen" Decoder, also unter anderem für Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES Discrete/Matrix 6.1, Dolby Pro Logic IIx, DTS Neo:6 und DTS 96/24. Dies sei gleich zu Beginn erwähnt, diese Bestückung muss man in der 600 € Liga praktisch zwingend mitbringen. Im PLIIx Betrieb verfügt der 2106 über alle relevanten Einstellparameter. Die Fernbedienung ist vorprogrammiert, aber nicht lernfähig. Das geht besser, wie z.B. der Pioneer VSX-1015 zeigt. 

Bilanzierend zeichnet den 2106 eine sinnvolle, da praxisnahe Feature-Auswahl aus. Was wir jedoch vermissen, sind drei Dinge:

  1. Eine lernfähige Fernbedienung

  2. Multiroom-Optionen

  3. Videowandlung auch auf Komponente

Für EQ-Freaks vielleicht noch ein Room EQ fürs Lautsprechereinmesssystem. 

Kurzfazit

Pro:

  • Front-Bi-Amping möglich

  • Audio Delay/Lip Sync 0 bis 200 ms

  • Pure Direct Modus

  • Video-Konverter an Bord

  • Hochwertiges Netzteil

Contra: 

  • Videowandlung nur auf S-Video

  • Multiroom-Optionen wünschenswert

  • Keine lernfähige Fernbedienung

Bewertung 

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