Test: Denon AVR-2105 und AVR-2805 - Die neuen Überflieger?
19.08.2004 (cr)
AVR-2805
AVR-2105
Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume
Overview
Die Denon Produktoffensive ist mächtig auf dem Vormarsch: Nach
dem überragenden Denon AVR-3805 wird nun
mit dem AVR-2805 für 999 EUR und dem AVR-2105 für 599 EUR kräftig nachgelegt
- beides echte Siebenkanal-Maschinen. Während der AVR-2805 den gleich teuren,
ebenfalls siebenkanaligen AVR-2803 ersetzt,
folgt der AVR-2105 auf den ebenfalls gleich teuren, aber insgesamt deutlich
schlichteren AVR-1804 (nur 6 Kanäle). Beide
Denon-Offerten decodieren alles, was dem aktuellen Stand entspricht, so auch DTS
96/24 und Dolby Pro Logic IIx. Mit dem neuen, attraktiven Denon-Design - das
besonders gut in der silbernen Version zur Geltung kommt - und dem Auto Room
Setup für ein einfaches und effektives Lautsprecher-Setup haben die beiden
AV-Receiver gute Chancen, sich einen beträchtlichen Marktanteil in den
jeweiligen Klassen zu sichern.
Finish
Beide Denon AV-Receiver überzeugen, was die Güte der
Verarbeitung angeht, auf der ganzen Linie. Eine Aluminiumfront, beim teureren
AVR-2805 noch deutlich dicker und massiver, ist bei beiden Geräten Standard.
Alle Regler auf den Gerätefronten hinterlassen einen soliden und langlebigen
Eindruck, bei beiden Testgeräten ist der Lautstärkedrehregler sauber
geführt. Sowohl der AVR-2105 als auch der AVR-2805 bringen ein
DOT-Matrix-Display mit, beim 2805er sogar zweizeilig ausgelegt und mit Anzeige
der Ein- und Ausgangssignalkonfiguration. Durch die ausladenden Abmessungen
wirkt keines der Geräte kümmerlich, sondern beide AV-Receiver hinterlassen
einen stattlichen, gediegenen Eindruck.
Wie beim AVR-3805: Nobel
illuminierter Standby-Button beim 2805er. Daneben der Netzschalter.
Eine Familie: Das neue Denon-Design schmückt auch den
AVR-2105
Auch im Innenleben beider Komponenten geht es gesittet zu: Wirr
herumfliegende Kabel und windig zusammengesetzte Baugruppen, die man manchmal
auch bei von außen appetitlich hergerichteten Geräten findet, scheinen den
Denon-Entwicklern ein Gräuel zu sein. Hier kommen hochwertige Baugruppen zum
Einsatz, und das sieht man auch: Alles ist sauber verlegt, in vielen Details
sieht der Kenner aber, dass der teurere 2805er auch noch penibler aufgebaut ist,
schließlich muss der Mehrpreis irgendwo auch sichtbar werden.
Komplett passive Kühlung: Wie alle Denon kommt auch der
2105er ohne Lüfter aus
Sauber: Großer Trafo und ein adretter Aufbau kennzeichnen den
AVR-2805
Insgesamt erhalten beide AV-Receiver verdient die
Höchstpunktzahl - auch, wenn die Fernbedienung des AVR-2805 für ein 1.000
EUR-Gerät nur befriedigende Zensuren in Bezug auf die Materialqualität und die
gesamte Ausstrahlung erhält - Maßstäbe setzt hier klar die Fernbedienung des Marantz SR-7400.
Dafür entschädigt die dicke Alu-Front und das hochwertige Display. Für den
600 EUR kostenden AVR-2105 ist der mitgelieferte, der größeren Fernbedienung
des 2805ers sehr ähnliche IR-Controller genau richtig, hier bekommt der
Kunde genau das, was man in dieser Preisklasse erwarten darf.

Vorprogrammiert: Fernbedienung des AVR-2105

Vorprogrammiert und lernfähig: Fernbedienung des AVR-2805
Bewertung     
Features und verwendete Baugruppen
Ein hochaktueller Analog
Devices SHARC DSP-Prozessor der dritten Generation sorgt für eine
akkurate Signalverarbeitung im Geräteinneren der zwei Denon-"Brüder",
auch im kleineren AVR-2105 ist schon ein solcher 32 Bit-Fließkomma-DSP aktiv. Decodiert werden:
Beide Modelle sind mit 192 kHz/24-Bit D/A-Wandlern ausgerüstet,
die eine hohe Audioqualität sicherstellen sollen. Die Leistungsreserven (bei 1
kHz, 0, 7 % Klirrfaktor, 6 Ohm) sind mit 125 Watt pro Kanal (AVR-2105)
beziehungsweise 135 Watt pro Kanal (AVR-2805) bei beiden Modellen mehr als
ausreichend. Ebenfalls bringen die zwei Denons eine Audo Setup-Funktion für die
Lautsprecher-Einstellung mit, das sich um die Entfernung der Lautsprecher vom
Hörplatz, den Pegelabgleich und die Größenbestimmung kümmert. Mitgeliefert
ist ein stabiles, hochwertiges Mikrophon, das mit seinem massiven Metallfuß am
Hörplatz in der gewünschten Höhe problemlos aufzubauen ist. Mittels des On
Screen Displays findet die Kontrolle des Anwenders über die Einpegelvorgänge
statt. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehört ferner eine manuell einstellbare
Subwoofer-Übernahmefrequenz mit feiner Abstufung (40/60/80/100/120/150/200/250 Hz)
und die Multichannel- Stereo-Funktion, die besonders für private Parties und
andere Anlässe, wo Musik in identischer Form aus allen Lautsprechern rieseln
soll, eingesetzt werden kann. Beide Denon AV-Receiver verfügen über einen
richtigen Netzschalter, der neben dem Standby-Knopf platziert ist. Nun
werden sich viele Leser fragen: Wodurch unterscheiden sich nun die beiden
"Brüder"? Daher haben wir eine Tabelle mit allen Unterschieden
zusammengestellt:
-
Leistung beim AVR-2805 135 Watt/Kanal, beim AVR-2105 125
Watt/Kanal
-
Beim AVR-2805 ist zusätzlich zum Auto Setup noch de Auto
Room EQ bzw. der manuelle EQ mit im Paket enthalten (8-Band Equalizer,
parametrisch)
-
Komponentenanschlüsse beim AVR-2805 mit 100 MHz Bandbreite
(HDTV-ready). 30 MHz Bandbreite beim AVR-2105
-
Videowandlung beim AVR-2805 von Video FBAS auf S-Video und
YUV bzw. von S-Video auf YUV. Beim AVR-2105 nur FBAS auf S-Video
-
D/A-Wandler nur beim AVR-2805 in aufwändiger symmetrischer
Differenzial-Anordnung (doppelte D/A-Wandlung) für bessere Störabstände
(beim 2105 einfache D/A-Wandlung).
-
2-zeiliges Display mit Anzeige der Ein- und
Ausgangssignal-Konfiguration beim 2805er. Normales 1-zeiliges Display beim
2105er.
-
7.1 Externeingang beim 2805, 5.1 Externeingang beim 2105
-
3 YUV-Eingänge beim 2805, 2 YUV-Eingänge beim 2105
-
7 Digitaleingänge und 2 Ausgänge beim 2805, fünf digitale
Eingänge und 1 Ausgang beim 2105
-
2 analoge Eingänge mehr beim 2805
-
Multiroom-Support mit wahlweiser Nutzung der back
Surround-Endstufen nur beim AVR-2805
-
Lernfähige und vorprogrammierte Fernbedienung beim
AVR-2805, beim AVR-2105 vorprogrammiert. Mehr Tasten beim AVR-2805
-
dickere Alufront beim AVR-2805
-
Beim AVR-2805 hochwertigere fünfbeinige Transistoren mit
interner Arbeitspunktstabilisierung (beim 2105er herkömmliche, dreibeinige
Transistoren)
-
Beim AVR-2805 Kaltgerätesteckeranschluss, beim 2105er
integriertes Netzkabel
Insgesamt bieten die zwei Denon-Modelle für ihre Kaufpreise
eine hochwertige, sinnvolle und umfassende Ausstattung - und kassieren beide
dafür die Höchstpunktzahl.
Bewertung     
Anschlüsse
Komplett ausgerüstet präsentiert sich der AVR-2805: Mit neun
analogen Audioeingängen und sieben digitalen Inputs (2 x koaxial, 5 x optisch)
können auch größere Geräteparks problemlos angeschlossen werden. Zwei
digitale Ausgänge, beide optisch, vervollständigen das Angebot. Beim AVR-2105
müssen vier digitale Eingänge und ein Ausgang genügen - für manche
größeren Gerätesammlungen schon zu wenig. Wer viele Zuspieler hat, muss
eben auch einen teureren "Kommandostand" kaufen - oder umstöpseln. Sieben analoge Eingänge sind
jedoch auch beim 2105er üppig. Videoseitig trumpft der 2805er gleich mit drei
100 MHz-fähigen und somit HDTV-geeigneten Komponenteneingängen auf (ein
Ausgang). Da machen sich die zwei YUV-Eingänge (Ausgang ebenfalls einer, wie
beim 2805er) mit nur 30 MHz Bandbreite des 2105ers im Vergleich
verständlicherweise nicht
so gut, hier merkt man eben doch den Preisklassenunterschied, der sich auch beim
internen Videokonverter zeigt: Während der AVR-2805 auch das Signal-Upsampling
von Video FBAS auf YUV und S-Video sowie das Konvertieren von S-Video auf
YUV beherrscht, wandelt der kleinere "Kollege" nur Video FBAS-Signale
auf S-Video um - für die Preisklasse aber absolut in Ordnung. Beide AV-Receiver
verfügen über einen Front AV- und einen 7.1 Vorverstärkereingang, der AVR-2805 bringt zusätzlich
auch einen 7.1 Externeingang mit. Hier begnügt sich der 2105er mit einem 5.1
Input. Während der kleinere Receiver ein iintegriertes Netzkabel hat, ist der
AVR-2805 mit einem Kaltgerätesteckeranschluss ausgerüstet.
Aufgeräumt: Die Rückseite des AVR-2105
"All Inclusive": Hier muss kein Zuspieler verzicht
üben - der 2805er von hinten
Anschlüsse in der Übersicht:
Bewertung AVR-2805     
Bewertung AVR-2105     
Bedienung
In Bezug auf die Bedienung können sich beide AV-Receiver gut in Szene
setzen, wobei der AVR-2805 durch verschiedene durchdachte Details noch mehr
Punkte sammeln kann. Besonders deutlich werden die Unterschiede der zwei
"Geschwister" bei der Bewertung der Displays. Hier trumpft der
AVR-2805 mit dem identischen 2-zeiligen DOT Matrix-Display auf, das auch den AVR-3805
auszeichnet. Ein- und Ausgangssignal sind hier übersichtlich dargestellt,
besser geht es praktisch nicht mehr.
Extended Version: Das 2-zeilige Display des AVR-2805 stellt
optimal dar
Einfacher aufgebaut: Das Display des 2105ers begnügt sich mit
einer Zeile
Ferner wirkt die Frontplatte beim AVR-2805 noch aufgeräumter,
die schwarzen Funktionstasten auf der Front des AVR-2105, oben auf dem
Bild unterhalb des Displays zu erkennen, sind etwas zu klein geraten - ein
wirklich schlimmer Nachteil ist dies jedoch nicht, würde man diese Kleinigkeit
dem 2105er ernsthaft ankreiden, würde dies unserer Meinung nach schon in den
Bereich der "Erbsenzählerei" gehören. Weiteren Beifall erntet der
2805er für seine lernfähige und vorprogrammierte Fernbedienung, während die des AVR-2105 lediglich
vorprogrammiert ist - sollte sich ein IR-Code nicht im bereits vom Werk
vorgegebenen Repertoire der Fernbedienung befinden, so muss der Besitzer des
AVR-2105 auf eine Fernbedienungsmöglichkeit der betreffenden Komponente mit der Systemfernbedienung seines
AV-Receivers verzichten. Sehr löblich ist, dass beide Modelle, auch der
kleinere AVR-2105, ein On Screen Display mitbringen.
Erste Klasse: Denons Auto Setup und die zusätzlich beim
AVR-2805 (oben im Bild) enthaltene Auto Room EQ-Funktion arbeiten sehr effektiv.
Das mitgelieferte Mikrophon ist bei beiden AV-Receivern überdurchschnittlich
hochwertig und stabil
Ausgezeichnet funktioniert bei beiden das automatische Setup,
das die Lautsprechergröße, die Pegel der einzelnen Kanäle und die
Zeitverzögerung (damit das Tonsignal bei allen Lautsprechern, auch bei
unterschiedlichem Abstand vom Hörplatz, zur gleichen Zeit ankommt) festlegt.
Schon nach kurzer Zeit können die schnellen Denons die passenden Ergebnisse vorweisen.
Der AVR-2805 ist noch aufwändiger ausstaffiert, wie schon aus dem Ausstattungsvergleich
weiter oben zu ersehen, rückt der teurere der beiden Kandidaten den einzelnen
Boxen noch mit Hilfe eines parametrischen 8-Band-Equalizers zu Leibe.
Dadurch wird eine genaue Anpassung der Box an die räumlichen Verhältnisse und
an den AV-Receiver erreicht. Wer der Automatik nicht traut, kann den EQ auch
manuell nutzen. Insgesamt bieten Auto Setup und Auto Room EQ eine hoch liegende
Betriebssicherheit und eine effektive Arbeitsweise.
Komplettausrüstung: Auch der AVR-2105 gefällt mit der
tadellosen Auto Setup-Funktion für die Lautsprecher
Die Fernbedienungen beider Modelle sind von der Handhabung her
in Ordnung. Gut gefällt die zwar vielleicht optisch nicht besonders elegante, aber
praktische farbliche Abtrennung der einzelnen Funktionsbereiche. Auch die
Abmessungen der IR-Controller sind so, dass man die Fernbedienungen bequem auch
mit einer Hand bedienen kann. Nicht unsere Zustimmung findet nur das zu weit
unten positionierte Navigationskreuz. Bedienungs-Fazit: Echte Schwächen hat
kein Gerät - im Gegenteil: Die Bedienung gelingt, auch dank Personal Memory
Plus, das sich Benutzereinstellungen merkt und dadurch das Handling weiter
verbessert, auch Newcomern wirklich gut.
Bewertung AVR-2805:     
Bewertung AVR-2105:     
Klang
Testequipment
Pegelfestigkeit
Diese Disziplin endet mit einer handfesten Überraschung, denn der teurere
AVR-2805 kann sich hier nicht spürbar vom AVR-2105 absetzen, totz der um 10
Watt höheren Leistung pro Kanal.. Beide AV-Receiver
bieten auch unter harten Bedingungen keinen Anlass zur Kritik - beeindruckend
ist dies vor allem beim AVR-2105, den man daher nicht nur als gewöhnlichen
Surroundreceiver für einen gemütlichen Filmeabend einstufen kann - vielmehr
ist er schon eine richtige Home Cinema-Kommandozentrale, die auch mehrstündige
Filmsessions bei über 80 % des maximal möglichen Pegels souverän mitgeht. Deutlich
wird diese Gelassenheit auch darin, dass sich der AVR-2105 zwar schon merklich
erhitzt, von unnatürlich kräftiger Temperaturentwicklung, die ein Abschalten
oder einen Hitzekollaps zur Folge hätte, war unser Testgerät jedoch deutlich
entfernt. Der AVR-2805 wurde nicht weniger heiß - also wirklich eine
Ausnahme-Leistung, die der 2105er hier erbringt. Was die Dimensionierung des
Lautsprecher-Testsets anging, schöpften wir ebenfalls aus dem Vollen und
ließen unser "kampferprobtes" Jamo D 7
auflaufen - Sub-Sat-Sets der Mittelklasse, für sich genommen sicherlich gut,
sind unserer Meinung nach kaum geeignet, um das hervorragende Leistungspotential
der beiden Denon-"Recken" auszuschöpfen. In Verbindung mit Jamos
Highend-Ensemble konnten die beiden Testkandidaten alles zeigen, was sie können
- selbst in Hörräumen jenseits der 30 Quadratmeter wirken beide Modelle nicht
unterdimensioniert, sondern treten auch bei hohen Pegeln noch dynamisch und
leistungsfreudig an. Nur, weil wir das Jamo D 7 besonders gut kennen, wissen
wir, dass noch mehr drin ist - was aber bei der Preisliga, in der dieses
Ausnahme-THX Ultra 2-set spielt, auch kein Wunder ist. Sehr zu loben bei unseren
Denons ist die komplett passive Kühlung,
kennzeichnendes Merkmal aller Denon AV-Receiver und -Verstärker - kein
summender Ventilator stört somit den Mehrkanal-Genuss.
Filmtonwiedergabe
Eine hochklassige Filmtonwiedergabe verlangt nicht nur, dass Effekte mit
ungeheurem Nachdruck durch den Hörraum fliegen und dass der Bass den Zuhörer,
bildlich gesprochen, gegen die Hörraumwand drückt. Gerade anspruchsvolle
Hörer verlangen, dass mit viel Sorgfalt auch kleine Details, die für einen
hörerfahrenen Anwender erst das Ergebnis auf die Spitze treiben, ins akustische
Gesamtgefüge eingearbeitet werden. Genau diese Disziplin beherrscht der
AVR-2805 ganz hervorragend. Deutlich wird diese beispielsweise beim Ausschnitt
aus "Behind Enemy Lines" auf der siebten DTS Demo-DVD. Hier baut der
Denon gerade zu Beginn, als gespenstische Ruhe herrscht, die nur von einem kaum
zu ortenden, wirren Kinderlachen unterbrochen wird, eine spannungsgeladene Atmosphäre
auf. Das Auditorium spürt, wie sich die Luft auflädt, dass bald etwas nicht
Vorhersehbares geschieht - diesen Eindruck, dass eine Situation die Nerven bis
zum Bersten spannt- gibt der 2805er vorzüglich wieder. Bei der bald darauf
folgenden Explosion stellt er unter Beweis, dass er zupacken kann, wenn sein
Einsatz gefragt ist - der Denon AVR-2805 versteht es sehr gut, die Gegensätze
zwischen Passagen mit Spannungsaufbau und Sequenzen, in denen sich die Spannung
plötzlich blitzartig entlädt, glaubhaft darzustellen. Er gibt authentisch,
dicht und ehrlich wieder - wer einen "Muskelprotz" sucht, der auf
jeden großen Effekt zu lauern scheint und dann absolut gnaden- und ansatzlos
zupackt, sollte lieber den preiswerten AVR-2105 nehmen.
Der "kleine
Bruder" gibt sich nicht so viel Mühe, eine spannungsgeladene Atmosphäre
zu kreieren - er scheint etwas gelangweilt zu warten, bis es denn endlich
losgeht mit den "richtigen" Effekten. Dann jedoch gibt es für
ihn kein Halten mehr, und der allseits bekannte Spruch "wehe, wenn er
losgelassen" wird mit einer explosiven Bedeutung erfüllt. Dies merkt der
Zuhörer auch bei "Spiderman" - die Szene, in der der grüne Kobold
erstmals knallhart angreift, wird von einem grollenden Bass und heftig durch den
Hörraum schießenden Effektsalven begleitet. Im direkten Hörvergleich lässt
der AVR-2805 den Effekten schon auch ziemlich freie Hand und erzeugt eine
nachdrückliche Wiedergabe - er räumt jedoch einer umfassenderen Darstellung,
die auch Elemente wie kleine Nebeneffekte oder Stimmen voll integriert, viel
Bedeutung ein. Dies führt dazu, dass man mit dem 2805er den Film detaillierter,
tiefgehender erlebt und sich nicht nur an den Effekten und deren Wucht ergötzt.
Dies war jetzt bewusst überzogen ausgedrückt, um die beiden AV-Receiver klar
zu charakterisieren - ungenau oder unpräzise agiert auch der AVR-2105 nicht. Er
bietet für seinen Kaufpreis sehr gute Leistungen, nur ist seine herausragende
Eigenschaft eben dieser unmittelbare Leistungseindruck, den man in der
Magengrube spürt. Beim Auszug aus "X2" auf der achten DTS Demo-DVD
bietet der AVR-2805 erneut, gerade bei der Stimmwiedergabe und bei kleineren
Effekten, z.B. dem Drücken von Schaltern im Flugzeugcockpit, eine herausragende
Feinmodellierung. Der AVR-2805 hingegen, ganz Muskelmann, lässt in der
Absturz-Sequenz wieder seine Talente durchscheinen.
Bei "Star Wars -
Episode 1" beeindruckt akustisch ganz besonders das Pod Race, bei dem
Anakin Skywalker seinen Mut beweist - und in bestmöglicher Klangqualität ist
diese Szene auf der THX Ultimate Demo DVD abgelegt. Beiden Denons liegt das laut
Star Wars-Hintergrundinfos 800 bis 900 km/h schnelle Höllen-Rennen, der
AVR-2805 arbeitet in beeindruckender Art und Weise auch Einzelheiten heraus, die
manchem Zuhörer sogar zumindest in ihrem vollen Umfang entgehen würden: So
klingt der Schuss, den der einer der fiesen Sandleute auf den Pod Racer abgibt, auch wirklich
echt, während hier der AVR-2105 spürbar lässiger agiert und den Effekt mit
weniger Sorgfalt einarbeitet. Dafür lässt er die Pod Racer mit einer Wucht
durch den Hörraum donnern, die Zeitgenossen, die nicht auf eine solches
Spektakel vorbereitet sind, die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Bass- und
die gesamte Effektgewalt bauen sich zu einem akustisch beeindruckenden Ergebnis
auf.
Mehrkanal-Musikwiedergabe
Beim Anhören hochwertiger 5.1 Kanal-Musiksoftware macht der AVR-2805 viel
Freude. Kennzeichnend für ihn sind das natürliche Klangbild, das klare,
weitläufige Raumgefühl und der fein ansprechende, transparente Hochtonbereich.
Bei unserer DTS 96/24-DVD "Brasilian Bossa" entfaltet der AVR-2805
seine Talente voll und ganz: Das Piano erklingt genauso, wie es der
Pianist auch spielt: Leidenschaftlich, das südamerikanische Temperament wird
unverfälscht zum Publikum getragen, das sich beinahe wie auf einem Live-Konzert
fühlt. Der AVR-2805 schafft, was in früheren Generationen nur sehr teure
Modelle der Oberklasse ermöglicht haben: Er verringert die Distanz zwischen dem
musikalischen Geschehen und der Hörerschaft auf ein Minimum, so dass sich der
Zuhörer praktisch als integrativer Bestandteil fühlt und so die Möglichkeit
hat, die volle Aura der Musik zu hören und in sich aufzunehmen. Da kann der
AVR-2105 im direkten Vergleich nicht mit - er arbeitet oberflächlicher und
weniger facettenreich. Akzente setzt er mit dem soliden Bass und der Fähigkeit,
auch sehr hohe Pegel ohne negative Beeinträchtigungen darzustellen. Immer
behält er die Oberhand, nie leistet er sich eine zu aggressive Tonlage. Für
seinen Kaufpreis also auch eine ausgezeichnete Leistung, ohne Frage, und wer ein
Gerät sucht, das basskräftig und gefällig agiert, auch vor einem längeren
Party-Einsatz keine Bange hat und sich preislich im Rahmen hält, der wird mit
dem 2105 vollauf glücklich. Die hier genannten Unterschiede empfindet der
Hörer auch nur dann als wirklich relevant, wenn er im Direktvergleich auch den
2805er hört.
Die große Stunde des AVR-2105 schlägt beim bassgewaltigen "Chronos"-Trailer
auf der siebten DTS Demo-DVD: Hier kann der kleinere der beiden AV-Receiver
seine Qualitäten voll ausspielen, denn die massive Wucht, die den ganzen
Hörraum in den Grundfesten erbeben lässt, wirkt wie eine Demonstration nach
dem Motto "das ist pure Multichannel-Energie". Selbst die schwierig zu
managenden Überlagerungseffekte bereiten dem 2105er erstaunlicherweise kaum
Schwierigkeiten: Er versteht es, zu differenzieren und nicht die gesamte
Darbietung zu einem konturenlosen Einerlei, das einzig und allein von der
Bassgewalt dirigiert und beherrscht wird, verkommen zu lassen. Genau dies,
nämlich eine vielschichtige, sich in alle Richtungen ausbreitende Wiedergabe,
ermöglicht auch der AVR-2805. Die Bässe jedoch prasseln nicht mit einer
solchen Urgewalt auf das ahnungslose Publikum nieder, so dass hier der
preiswertere Denon vielleicht nicht den subtil-tiefgehenderen, aber doch den
imposanteren Eindruck hinterlässt. Diese Eigenschaften zeigen sich immer,
wenn Kraft, Antritt und ein hohes Maß an Volumen gefragt sind: Dann definiert
der AV-2105 neue Bestwerte in der 600 EUR-Liga und schockiert auch einen
Großteil der deutlich teureren Konkurrenten, er tritt als wahrer Champion auf,
der seine Überlegenheit dadurch zeigt, dass er auch unter harten Bedingungen
noch die Muskeln spielen lässt und sich nicht vornehm zurückzieht. Er sorgt
für Aufsehen, begeistert das Publikum, räumt mit den Vorurteilen auf, dass
AV-Receiver seiner Preisklasse nicht richtig hinlangen können. Unharmonisch
oder ungehobelt wirkt er erfreulicherweise jedoch nie - und dies sorgt für
seine Ausnahmestellung in seiner Preisklasse: Kräftiger als der Rest, fällt er
aber trotzdem in den Punkten Präzision, Homogenität und Ausgewogenheit nicht
hinter die besten Mitwettbewerber zurück. Bravo.
Im DVD Audio-Einsatz stellt der größere AVR-2805 seine Klasse deutlich
unter Beweis und zeigt, dass seine integrierten Endstufen eine Güte aufweisen,
die auch für eine gute Wiedergabe von DVD Audio-Software problemlos
ausreicht. Bei der akustisch überzeugenden "Breaktrough into a New
Dimension"-DVD Audio, einem Klassik-Sampler der renommierten Klangexperten
von Dabringhaus und Grimm, beeindruckt der für ein 1.000 EUR-Gerät sensibel-transparente Hochtonbereich -
hier zieht der Denon an der Konkurrenz vorbei. Der
Marantz SR-7400 kommt ebenso wenig mit wie der Pioneer VSX-AX3,
beide wirken zugeknöpfter, weniger luftig und bieten insgesamt nicht das
Hörvergnügen, das der AVR-2805 bereit stellt. Wer noch
mehr Hörspaß möchte, muss weitaus mehr Geld investieren: Zu nennen wäre der
im Hochtonbereich exzellente Harman Kardon AVR-630
und natürlich - wieder ein Denon, wird sich mancher Leser mit einem Blick
zum Himmel sagen- der im hohen Maße ausgewogene Denon AVR-3805,
der klanglich schon fast an die Tür zur Bolidenklasse klopft. Die
Unterschiede zwischen AVR-2805 und AVR-3805: Bei hohen Lautstärken wirkt der Hochtonbereich des 3805ers noch
aufgeräumter, das Gerät strahlt mehr Gelassenheit aus, was ein Anzeichen
dafür ist, dass das Endstufenlayout hier doch noch etwas aufwändiger
ausgefallen ist. bei niedrigen Pegeln erzeugt der AVR-3805 zudem die räumlich
realistischere und komplettere Darstellung. Die Detaillierung ist über den gesamten Lautstärkebereich
noch besser, was sich vor allem bei sehr feinen Einzelheiten wie dem Abklingen
eines Pianos oder einem Choralgesang im Hintergrund ausdrückt. Den
AVR-2105 wollen wir natürlich auch nicht vergessen - schlecht macht er seine
Sache wirklich nicht, der Klang ist harmonisch und gefällig, aber man hört doch
recht deutliche Unterschiede zum 2805
heraus. Die Differenzen in der akustischen Güte zwischen AVR-2105 und AVR-2805
sind größer als die zwischen AVR-2805 und AVR-3805. Man muss an dieser Stelle
hinzufügen, dass ein 600 EUR-AV-Receiver wie der AVR-2105, ganz gleich, wie gut
dieser für seine Preisklasse auch sein mag, nicht das ideale Gerät für die
Liebhaber der High Resolution-Audio- Formate DVD Audio und SACD ist. Wer
also Wert auf tadellosen SACD- und DVD-Audio-Klang legt, sollte mindestens zum
AVR-2805 greifen.
Surround-Aufpolierer
Mit Dolby Pro Logic IIx und DTS Neo:6 haben beide Denon-Modelle die beiden
gängigen Surround-Aufpolierer an Bord - und erreichen auch in dieser
Teilwertung hervorragende Ergebnisse, wenn auch auf unterschiedlichem Wege.
Unser AVR-2105 entpuppt sich im Dolby Pro Logic IIx-Music Mode auch hier wieder
als ein ausgezeichneter "Showman". Bei bass- und effektstarken
Italo-Dance-Tracks setzt er sich glänzend in Szene und schmeißt alle Arten von
tieffrequenten Klanganteilen mit ungeheurem Nachdruck durch den Hörraum - hier
sollte man nur ein entsprechend leistungsstarkes Lautsprechersystem verwenden,
damit nicht wegen überlasteter Boxen dieses hörenswerte Spektakel zu schnell
beendet ist. Wer auf ein leistungsstarkes Schallwandler-Ensemble setzt, wird
sich wundern, zu welchen Temperamentsausbrüchen der 2105er fähig ist: Sobald
der Bass einsetzt, gibt es für den AV-Receiver kein Halten mehr, von vorn
drückt der Bass, von hinten schießen die Effekte, so dass echtes
Diskotheken-Feeling aufkommt - für rund 600 EUR höchst beachtlich. Was
die Leistungsfähigkeit gerade bei hohen Pegeln angeht, setzt der 2105er neue
Maßstäbe und verschiebt die Meßlatte deutlich nach oben - hier muss sich die
Konkurrenz etwas einfallen lassen. Der AVR-2805 steht über solchen Dingen - er
setzt eher auf Parameter wie klangliche Reinheit und die Wiedergabe subtiler
Nuancen. Wer den 2805er im Dolby Pro Logic IIx-Music-Modus gehört hat, ist
geneigt, zu glauben, dass nun auch bei Einsatz eines Surround-Aufpolierers
Faktoren wie Präzision, Facettenreichtum und Klarheit nicht untergehen - der
AVR-2805 klingt sehr differenziert und begeistert durch den vielschichtigen
Aufbau von Front- und Surround-Klangkulisse. Noch besser sogar als bei Pro Logic
IIx kommt dies erstaunlicherweise bei DTS Neo:6 zur Geltung. Gerade bei
klassischer Musik oder bei Jazz-Stücken wirkt die Neo:6-Darbietung noch
filigraner und aussagekräftiger, denn Instrumente wie das Cembalo, die
Violine, das Piano oder das Saxophon sind nuancenreicher, lebendiger und
sensibler integriert. Im Filmbetrieb ziehen wir bei beiden Denons Pro Logic IIx
Movie dem Konkurrenzprodukt Neo:6 Cinema vor, denn die räumlich dichtere
Surroundkulisse und der prägnante Bassbereich (besonders beim AVR-2105) sorgen
für eine eindrucksvollere Gesamtkulisse. Der AVR-2805 arbeitet kleinere Effekte
hörbar sorgfältiger ein und bietet die natürlichere Stimmwiedergabe, während
der AVR-2105 wieder mit seiner Antrittskraft und seinem Leistungsvermögen im
Bassbereich punktet. Nicht, dass der 2805er im Bassbereich einen schlaffen
Antritt hinlegt, wenn Zupacken gefragt ist, ist mit ihm auch zu rechnen - aber
der 2105 stellt seine Lust, es richtig krachen zu lassen, offenkundiger zur
Schau.
Stereo
Hier haben wir bereits erwartet, dass sich hörbare Unterschiede zwischen
beiden Denon-Geräten auftun, und bei verschiedenen Stücken von Andrea
Bocellis "Sentimento"-CD spielte der AVR-2805 auch klar die Vorteile
seines hochwertigeren Aufbaus aus: Bocellis eindrucksvolle, unter die Haut
gehende Stimme wurde vom 2805er charismatisch, mit hervorragender Detailarbeit
und einer für die 1.000 EUR-Liga vorzüglichen Klarheit wiedergegeben - hier
muss sich auch der anerkannt gute Marantz SR-7400
ganz knapp geschlagen geben. Der Marantz kontert mit seinem etwas voluminöseren
Bassbereich, so dass summa summarum hier eine Pattsituation vorherrscht - beide
Geräte demonstrieren eindrucksvoll, dass man in diesen Preisklassen auch bei
einem AV-Receiver nicht auf sehr guten Stereoklang verzichten muss. Und wo steht
der Denon AVR-2105? Nun, in Bezug auf seine "Klassenkameraden"
schlägt er sich sehr gut, er bietet ein homogenes und gefälliges Klangbild und
muss sich nur minimal dem etwas klarer und frischer klingenden Harman Kardon AVR-230
geschlagen geben. Für sein Geld bietet aber zweifellos auch der 2105er eine
Menge, und er agiert bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" mit einer
überraschenden Souveränität: Durch seine immensen Kraftreserven managt er
auch Dynamiksprünge problemlos. Im direkten Vergleich jedoch ist die
Überlegenheit des AVR-2805 überdeutlich: Alles wirkt plötzlich realer,
plastischer, man fühlt sich von der Musik umgeben, der gesamte Hörraum ist wie
mit einem feinen akustischen Teppich überzogen - diese Direktheit, diesen
unmittelbar spürbaren Musikgenuss kann der kleinere AVR-2105 nicht bieten. Dazu
fehlt es auch an der nötigen Feinarbeit. Wer sich eher als Hörer mit normalen
Ansprüchen versteht und/oder nur gelegentlich Musik in Stereo hört, für den
ist der 2105er locker ausreichend. Wer hingegen ein anspruchsvollerer Hörer
ist, der auch einiges an eigener Hörerfahrung mitbringt und der dem Musikgenuss
in Stereo nach wie vor und trotz Pro Logic IIx und Neo:6 eine hohe Priorität
einräumt, der sollte zweifelsohne nicht lange zögern, sondern gleich zum
AVR-2805 greifen.
Wozu noch AV-Boliden?
Beide Denon-Receiver schneiden im Test hervorragend ab und bieten echtes
Multichannel-Feeling. Wie bislang keine anderen Modelle vor ihnen beweisen, sie,
wie viel echtes Homecinema-Feeling, wie viel Musikalität zu bezahlbaren Kursen zu
bekommen ist - wo besteht da, wird sich mancher Leser fragen, überhaupt die
Notwendigkeit, mehr auszugeben als z.B. für den AVR-2805? Wozu noch Oberklasse,
wozu Highend-Boliden? Berechtigte Fragen, auf jeden Fall. Doch sehen wir, um die
Dimensionen abzustecken, auf die Autowelt. Schon in der Kompaktwagen-Klasse wird
ein heutzutage ein Standard ermöglicht, der vielen nicht nur ausreicht - nein,
diese Leute möchten und brauchen nicht mehr. Der VW Golf V,
der Audi A3, die neue A-Klasse von Mercedes, der neue Einser BMW - alle bieten
bereits exzellente Eigenschaften, die einen Großteil der Fahrer schon wunschlos
glücklich macht. Zeitgemäße Sicherheitsfeatures, beachtlicher Komfort, sich-
und fühlbare hochwertige Anmutung - eigentlich alles, was man sich wünscht ist -
einiger Luxus zumindest gegen Aufpreis
- erhältlich. Verlieren darum aber die größeren Modelle ihre
Daseinsberechtigung? Die Antwort lautet ganz klar: Nein, denn auch diese Fahrzeuge
bieten mehr als ihre Vorgänger, somit auch mehr als die aktuelle Kompaktklasse
und stellen die alten Verhältnisse, nur auf einem ungleich höheren Niveau,
wieder her. Mehr Platz,
noch mehr Fahrkomfort, noch mehr Sicherheit bei hohen Tempi, noch mehr
Hightech-Ausstattungsmerkmale - es ist nur alles eine Frage der Ansprüche und
eine Frage der Relation von Preis, Leistung und Nutzen. Kehren wir zu den
AV-Receivern zurück - Top-Ausstattung, einen Klang, der auch anspruchsvollere
Hörer glücklich macht, dies findet sich in praxisgerechter Kombination in den
Preisklassen zwischen 600 und 1.000 EUR. Es gibt aber Hörer, die wollen noch
mehr - eine Synthese aus unbändiger Kraft und aus exzellenter Feinarbeit, aus
höchster Musikalität und aus bestem heimcineastischen Spürsinn. Sie möchten
das Nonplusultra, beste D/A-Wandler, digitale
Hochgeschwindigkeitsschnittstellen, Fernbedienungen, die mehr Computer als
herkömmlicher IR-Commander sind - diese Käufer wollen
keine guten, nein, sie wollen sehr gute oder - im Falle der Bolidenklasse -
praktisch perfekte Universalisten. Sie beherrschen alles auf einem Niveau, das
vielen, auch an hochklassiger Wiedergabe interessierten Anwendern bislang
unbekannt sein dürfte. Schon anklopfen an diese Klasse tun Modelle wie der
superbe Denon AVR-3805 und der bärenstarke
und zugleich sensible Harman Kardon AVR-630
, beides Geräte, die einen guten Kompromiss aus Bezahlbarkeit und
großartiger Performance darstellen. Die Tür ganz zu öffnen, wird aber noch
weitaus teurer, denn wer perfekte akustische Eigenschaften bei allen
Lautstärken - auch bei sehr niedrigen - und eine bombastische, über jegliche Zweifel erhabene Wiedergabe
bei höchsten Pegeln und in extensiven Lokalitäten genießen möchte, der muss
hinauf zum Olymp - wie es dort oben aussieht, beschreiben wir in unserem großen
Boliden-Vergleichstest.
Es gibt auch, das beweist die Testpraxis, bestimmte Film- und Musiksequenzen,
wo auch unsere beiden zweifellos, gerade in Bezug auf den Preis, herausragenden
Testprobanden an ihre Grenzen stoßen: So zum Beispiel die Sequenz aus
"Herr der Ringe - die zwei Türme", abgelegt auf der achten DTS
Demo DVD. Mit dieser extrem vielschichtigen, aus gigantischen, normalen wie auch
kleinen und subtilen Effekten bestehenden Szene haben AV-Receiver bezahlbarer
Preisklassen Schwierigkeiten. Hier eine maximale Prägnanz aller akustischen
Anteile herauszuarbeiten und diese zu einem homogenen Ganzen zu verflechten -
diesen Spezialisten-Job erledigen nur hochpreisige AV-Boliden zusammen mit
Spitzen-Lautsprecherensembles mit unerschüttlicherlicher Souveränität - unser
Jamo D 7 ist, mit einem Partner wie beispielsweise
einem Pioneer VSA-AX10i-S, dazu problemlos
in der Lage, genauso wie das Teufel Theater 8 beispielsweise
in Verbindung mit einem Yamaha DSP-Z9. Und:
Auch, wenn die Endstufen vom AVR-2805 im DVD Audio-Betrieb eine beachtliche
Performance mitbringen, die den meisten Hörern ausreichen dürfte, so zeigt
sich hier, beispielsweise, um bei Denon zu bleiben, beim AVC-A1SR,
dass in Verbindung mit audiophil ausgelegten Lautsprechern vom Schlage einer KEF Reference-Serie
oder auch in Verbindung mit einem Infinity Kappa 7.1-System
noch deutlich mehr geht: Diese Klarheit, diese pure, jedes Instrument in allen
Nuancen darstellende akustische Brillanz, kann nur dann erlebt werden, wenn man
bereit ist, viel Geld ins Hobby Multichannel zu investieren und sowohl einen
AV-Boliden als auch ein Highend Lautsprecherset einzukaufen. Eins jedoch, und
das ist elementar wichtig, bleibt als eindrucksvolle Lehre aus diesem Test
zurück: Die Maßstäbe haben sich verschoben - auch bezahlbare AV-Receiver
fahren heute mit ausgezeichneten Qualitäten auf, die noch vor kurzem niemand
für möglich gehalten hätte.
AVR-2805
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo      
AVR-2105
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Denon macht massiv Druck - und zwar auf breiter Front: Was da mit dem
AVR-2105 und dem AVR-2805 auf die Konkurrenz zurollt, dürfte für großes
Aufsehen sorgen. Zwei durchdachte, klangstarke AV-Receiver, die eine
sorgfältige Konstruktion in Bezug auf die elementar wichtigen Baugruppen mit
einer reichhaltigen Auswahl zeitgemäßer, praxisgerechter und sinnvoller
Ausstattungsmerkmale verbinden. Dieses Paket ist in beiden Preisklassen momentan
unschlagbar, was nicht heißen soll, dass die anderen renommierten Anbieter
plötzlich Zweite-Klasse-Produkte bauen - aber die beiden Denon-Receiver
glänzen eben nicht nur durch Ausgewogenheit auf hohem Niveau, sondern setzen
verschiedene neue Akzente, und genau das macht ihren Vorsprung aus - sie bieten
insgesamt einen Standard, der deutlich über der jeweiligen Preisklasse
angesiedelt ist. Natürlich finden sich beim direkten Vergleich der beiden
Offerten auf vielfältigen Ebenen Unterschiede - so ist, wie auch zu erwarten
war, der rund 400 EUR teurere AVR-2805 das differenzierter aufspielende und
feinfühligere Gerät, was sich gerade in der Mehrkanal-Musikwiedergabe hörbar
niederschlägt. Ebenso in der Stereo-Klangwertung, hier gefällt der AVR-2105
zwar mit homogenem und gefälligem Klang, der 2805 jedoch bietet spürbar mehr
Brillanz, eine sehr gute Detailarbeit und einen besseren Bühnenaufbau. Was die
Wiedergabe von 5.1 Filmton angeht, setzen beide Denons unterschiedliche
Prioritäten: Authentischer, kompletter und ehrlicher klingt der sehr erwachsen
auftretende AVR-2805, der sich mit großer Sorgfalt auch kleinen Effekten
annimmt. Mit seinem überdurchschnittlich druckvollen Bass, seinem schon fast
ungestümen Vorwärtsdrang und der sehr prägnanten Wiedergabe großer Effekte
wendet sich der AVR-2105 klar an die Klientel, die für relativ wenig Geld ein
Maximum an Qualität und an Spaß einkaufen wollen. Der 2105er ist einfach eine
Fun-Machine - er ist auch in Bezug auf seine musikalischen Qualitäten von
anderem Schrot und Korn: Er ist das richtige Gerät für Techno-, Trance- und
HipHop-Liebhaber, weil er bei diesen Stilrichtungen voll mit seinem mächtigen
Bass und seiner insgesamt kraftvollen Auslegung punkten kann.
Beiden Denon-Angeboten gemein ist die vorzügliche Verarbeitung - beide
Geräte wirken wie absolut vollwertige, ausgewachsene AV-Receiver, die sich in
Bezug auf Materialwahl und Finish deutlich sichtbar an höheren Preisklassen
orientieren. Das neue Denon-Design begeistert - modern, schnörkellos, gefällig
und doch mit subtiler klassischer Note, das dürfte weitere potentielle Kunden
anlocken: Schließlich kauft das Auge immer mit. Die Bedienung beider Geräte
wird durch das sehr gute Auto Room Setup inklusive hochwertigem Mikrophon
maßgeblich erleichtert. Schon nach sehr kurzer Zeit und ohne irgendwelche
Probleme ist das Lautsprechersystem eingemessen. Auch wenn manche sehr
versierten Anwender behaupten, eine manuelle Einmessung wäre das einzig Wahre,
so können wir nur zwei Dinge entgegen setzen: Zum einen ist es für einen
großen Teil der Kundschaft eine große Erleichterung, einmessen zu lassen
anstatt selber einzumessen, zum anderen arbeitet Denons System wirklich tadellos
und holt viel Klang aus dem verwendeten Lautsprechersystem.
Der souveräne Leader: Der AVR-2805 setzt sich mit deutlichem
Vorsprung an die Klassenspitze
Obere Mittelklasse
Test 19. August 2004
Preis-/Leistungsverhältnis     
Der große Triumphator: Der AVR-2105 definiert neue Standards
in der 600 EUR-Liga

Mittelklasse
Test 19. August 2004
Preis-/Leistungsverhältnis     
AVR-2805:
Pro:
-
Überragende Werte in Bezug auf Detailarbeit und Präzision
-
Durch viel Feingefühl exzellente Musikalität
-
Sehr standfeste, geschmeidige Endstufen
-
Ausgezeichneter Stereoklang
-
Überragende Pro Logic IIx-Integration
-
Erstklassiges Gerätedisplay
-
Hochwertige Verarbeitung
-
Reichhaltige und praxisgerechte Ausstattung
-
Effektiv arbeitendes Auto Setup
-
Zusätzlich zum 2105 nützliche Auto Room EQ-Funktion
Contra:
AVR-2105
Pro:
-
Überdurchschnittlich kraftvoller Antritt
-
Voluminöser und gleichzeitig präziser Bassbereich
-
Beste Pegelfestigkeit seiner Klasse
-
Überragende Pro Logic IIx-Integration
-
Ordentlicher Stereoklang
-
Für die Preisklasse perfekte Verarbeitung
-
Durchdachte Ausstattung
-
Effektiv arbeitendes Auto Setup
Contra:
Technische Daten AVR-2805:
Unv. Preisempfehlung: 999,- EUR
Lieferbar ab: sofort
Ausführung: Silber, Schwarz
TONFORMATE
Dolby Digital EX, DTS-ES (Discrete 6.1 / Matrix 6.1), DTS-NEO:6, DTS 96/24
Dolby Pro Logic IIx (Cinema, Music inklusive aller Einstelloptionen, Game)
HIGHLIGHTS
+ 32-Bit Fließkomma SHARC Hammerhead-DSP (3. Generation, 1200 MFLOPs)
+ Auto Room EQ zu einer Raum-abhängigen Frequenzgang-Anpassung
+ Auto Setup für eine optimale Anpassung an das Lautsprecher-System
+ Hochwertiges Einmessmikrofon von Audio-Technica
+ Parametrischer 8-Band-Equalizer (Auswahl aus 64 Frequenzen, 1/6 Oktave)
+ Diskret aufgebaute Siebenkanal-Endstufe (7 x 135 Watt pro Kanal an 6 Ohm)
+ Auto Surround / Personal Memory Plus für hohen Bedienkomfort
+ Virtual Headphone für räumlichen Kangeindruck über Kopfhörer
+ AL24 Processing
+ 24 Bit/192 kHz D/A-Wandler (differenzielle Anordnung)
+ Pure Direct für reinen Stereoklang
+ 3 Farb-Komponenten-Videoeingänge (100 MHz, frei zuweisbar)
+ Videosignal-Konvertierung (Composite, S-Video Komponenten-Signal)
+ Multi-Zone-Funktion (2 Hörbereiche)
+ Audio Delay Funktion für perfekte Bild- und Ton-Synchronisation (bei Progressive Scan)
+ RS232C-Schnittstelle
+ RDS-Tuner mit 56 Senderspeicherplätzen und Radiotext
+ Vorprogrammierte und lernfähige Universal-Fernbedienung mit selbstleuchtenden Tasten
ANSCHLÜSSE
Audio:
Eingänge: 9 x Analog (inklusive Front); 1 x Phono; 7.1-Kanal-Eingang
Digital In: 5 x optisch (inklusive Front ); 2 x koaxial
Ausgänge: 7.1-Kanal-Vorverstärkerausgang; 3 x Analog; 1 x MultiZone; Digital (2 x optisch)
Video:
Eingänge: 3 x Komponenten; 7 x S-Video (inklusive Front); 7 x Composite (inklusive Front)
Ausgänge: 1 x Komponenten; 3 x S-Video (inkl. Monitor); 3 x Composite (inkl. Monitor);
1 x MultiZone (Composite)
Daten:
Ausgangsleistung (an 6 Ohm, 1kHz, 0,7 % Klirr): 7 x 135 Watt
Abmessungen (B x H x T): 434 x 171 x 429mm
Gewicht: 13,5 kg
Technische Daten AVR-2105
Unv. Preisempfehlung: 599,- EUR
Lieferbar ab: September 2004
Ausführung: Silber, Schwarz
TONFORMATE
Dolby Digital EX, DTS-ES (Discrete 6.1 / Matrix 6.1), DTS-NEO:6, DTS 96/24
Dolby Pro Logic IIx (Cinema, Music inklusive aller Einstelloptionen, Game)
HIGHLIGHTS
+ Diskret aufgebaute Siebenkanal-Endstufe (7 x 125 Watt pro Kanal an 6 Ohm)
+ 32-Bit Fließkomma SHARC Hammerhead-DSP (3. Generation)
+ Auto Setup über ein hochwertiges Audio-Technica-Einmessmikrofon
+ On Screen-Display (OSD) – komfortable Bildschirmmenüs
+ 7.1-Kanal Vorverstärker-Ausgang (PreOut)
+ Auto Surround / Personal Memory Plus für hohen Bedienkomfort
+ durchgängige Audio-Verarbeitung mit 96 kHz
+ Audio-D/A-Wandler mit 192 kHz
+ präzise einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz (40/60/80/100/120/150/200/250 Hz)
+ Virtual Headphone für räumlichen Kangeindruck über Kopfhörer
+ Video-Konvertierung (Video S-Video)
+ Front-A/V-Eingang (Composite, S-Video; optischer Digitaleingang; Analog-Audio)
+ Aufnahmewahlschalter (Record Select)
+ 3 Farb-Komponenten-Videoeingänge (frei zuweisbar)
+ Aluminiumfront
+ Schraubklemmen für das gesamte Surround-Lautsprecherset
+ RDS-Tuner mit Radiotext
+ Standby- und Hauptschalter
+ Vorprogrammierte Universal-Fernbedienung mit selbstleuchtenden Tasten
ANSCHLÜSSE
Audio:
Eingänge: 7 x Analog (inklusive Front); 1 x Phono; 5.1-Kanal-Eingang
Digital In: 4 x optisch (inklusive Front); 1 x koaxial
Ausgänge: 7.1-Kanal-Vorverstärkerausgang; 3 x Analog; Digital (1 x optisch)
Video:
Eingänge: 3 x Komponenten; 5 x S-Video (inklusive Front); 5 x Composite (inklusive Front)
Ausgänge: 1 x Komponenten; 2 x S-Video (inklusive Monitor); 2 x Composite (inklusive Monitor)
Daten:
Ausgangsleistung (an 6 Ohm, 1kHz, 0,7 % Klirr): 7 x 125 Watt
Abmessungen (B x H x T): 434 x 171 x 416 mm
Gewicht: 13,3 kg
Test: Carsten Rampacher
Testassistenz: Karl-Heinz Pöppl
19. August 2004
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