Preview: Denon AVC-A1XV und DVD-A1XV

08.02.2005 (cr) (khp) 

Ton/Klang AVC-A1XV und DVD-A1XV (DVD-Player und AV-Verstärker über Denon Link und i.link verbunden)

Zunächst einmal müssen wir auf die Rahmenbedingungen eingehen. Der Hörraum von Denon ist ca. 25 Quadratmeter groß und akustisch praktisch perfekt abgestimmt. In solchen, für optimale Multichannel-Performance ausgelegten Lokalitäten macht sich z.B. ein Einmesssystem wie das von Audyssey im AVC-A1XV weitaus weniger bemerkbar als in normalen Wohnräumen. Gerade für guten Klang im normalen Wohnambiente, wo nicht unbedingt schallschluckende Elemente und eine Reduzierung des Inventars auf das Wesentliche auf dem Wunschzettel stehen, sind solche präzisen Einmesssysteme wie MultEQ XT besonders zu empfehlen. Aber, dies sei hier vorausgeschickt, selbst im optimierten Denon-Hörraum ließen sich noch Verbesserungen wahrnehmen, sogar erstaunlich deutlicher Art: Alles klang spritziger, offener, der gesamte Hochtonbereich strahlt mehr Brillanz und Lebendigkeit aus. Der Bass wirkt klarer in Bezug auf feine Details und die gesamte Struktur. Im Präsenztonbereich klingen stimmen natürlicher und plastischer.  Weiteres Augenmerk wollen wir der Subwoofer-Konfiguration schenken. Einer der aktiven Subwoofer widmet sich ausschließlich den Signalen, die für die tieffrequente LFE-Spur vorgesehen sind. Der zweite aktive Subwooofer unterstützt die Frontlautsprecher und sorgt für eine Erweiterung von deren Frequenzspektrum nach unten. Der dritte aktive Subwoofer sorgt sich um eine akkurate Basswiedergabe bei den hinteren Lautsprechern und bringt dort tieffrequente Effekte besser zur Geltung. Im Vergleich zur Verwendung eines aktiven Subwoofers, dem alle Basssignale unterhalb der Übernahmefrequenz und die LFE-Signale zugeleitet werden, ergeben sich durch eine derartige Konfiguration handfeste Vorteile: So erlebt man basskräftige Effektanteile, die von hinten kommen sollten (Dolby Digital und DTS sehen jeden der 5.1 Kanäle als Vollfrequenzkanal von 20 Hz bis 20 kHz an, bei DTS ES Discrete ist auch der Back Surround-Kanal als diskreter Vollfrequenzkanal ausgelegt, während bei Dolby Digital 5.1 EX und bei DTS ES Matrix 6.1 der Back Surround-Kanal matrixgeneriert und vom Frequenzgang her beschränkt ist) auch als tatsächlich von dort kommend. Auch, wenn der aktive Subwoofer als einzelner Basslautsprecher bei akkurater Einpegelung eigentlich nicht vom menschlichen Ohr bis zu einer gewissen Übernahmefrequenz (bis ca. 100 Hz) zu orten ist, erlebt man den Bass trotzdem bei Weitem nicht so präzise ortbar und so wuchtig, wie wenn man für den hinteren Surroundbereich noch einen aktiven Subwoofer einsetzt. Die vertretbaren Gehäuseabmessungen der drei Woofer, die in der Denon-Konfiguration eingesetzt werden, sorgen dafür, dass man sogar mehrere im Raum recht problemlos verstauen kann - eines zeigt die gewählte Aufstellung auf jeden Fall: Mehrere kleine oder kleinere Subs (potente Endstufen in den aktiven Basslautsprechern vorausgesetzt, denn um den niedrigeren Wirkungsgrad eines kompakten Gehäuses effektiv auszugleichen, ist eben eine besonders kraftvolle Endstufe von Nöten) sind eine sehr verheißungsvolle Alternative zu einem großen aktiven Subwoofer.

In allen unseren Testreihen konnte sich der AVC-A1XV glänzend in Szene setzen. Sehr imposant gelang schon gleich der Beginn der Testreihen, als die Eröffnungssequenz des 2. Teils der Mumie angehört wurde. Den THX-Modus haben wir bewusst nicht aktiviert, weil man ihn nicht in Verbindung mit den Audyssey LS-Einstellungen, die auch eine individuell berechnete Übernahmefrequenz für jede Lautsprechergruppe beinhalten, einsetzen kann. Der Grund liegt in der Beschaffenheit der THX Ultra II-Norm, die eine fixe Crossover-Frequenz von 80 Hz für alle Lautsprecher vorsieht.  Zurück zu unseren Eindrücken: Besonders beeindruckend war die Plastizität und die Durchschlagskraft, die der AVC-A1XV in Verbindung mit dem Lautsprecherequipment an den Tag legte. Die Schlachtszenen gleich zu Beginn wurden mit einer beeindruckenden Souveränität dargestellt. Der AVC-A1XV schafft bereits in 7.1-Konfiguration ein Klangpanorama, das dem viel zitierten 360 Grad-Klangbild so nahe kommt wie nie ein AV-Receiver oder -Verstärker vorher - so zumindest unsere Eindrücke aus dem Denon-Testraum. Ob sich diese Impressionen auch auf unseren großen Testraum und unser Equipment übertragen lassen, wird der Test später klären. Wie wir ihn bislang erlebt haben, stellt der AVC-A1XV nicht nur ein neues Flaggschiff dar - nein, er sorgt für neue Superlative, die unter Umständen auch unser bisheriges Masterpiece Harman Kardon AVR-7300 in Bedrängnis bringen könnten. Wer jetzt verwundert ist: Ja, der mit 2.499 € recht günstige Harman Kardon ist tatsächlich ein sehr ernstzunehmender Kontrahent auch für die absoluten Luxus-Schlachtschiffe der 5.000 bis 6.000 €-Liga. Seine Performance in Bezug auf Brillanz und Pegelfestigkeit ist das Beste, was wir bislang in einem ausführlichen Test wahrnehmen konnten  - vor allem auch ohne aktiven Subwoofer. Von daher hinkt der Vergleich mit dem Denon momentan noch, da er gleich von drei aktiven Subs unterstützt wurde.  Wir können daher nur sagen: In dieser Konfiguration, wie der AVC-A1XV bei Denon betrieben wird, schlägt der AVC-A1XV ein neues akustisches Kapitel bei der Suche nach perfekter Multichannel-Wiedergabe auf. Wir sind auch sehr gespannt, was dieser geballten Kraft und Präzision der von seinen Konstruktionsdaten ebenfalls höchst interessante und sehr aufwändig gemachte Onkyo TX-NR5000E der Wucht der Denon-Welle entgegen zu setzen hat. Besonders überrascht waren wir übrigens auch vom Zusammenspiel des Denon mit den Mission-Lautsprechern - alles erklang absolut nahtlos, mit fließenden, kaum merklichen Übergängen zwischen den einzelnen Frequenzspektren Hoch-, Mittel- und Tieftonbereich. Die aktiven Subwoofer griffen fast unmerklich, dann aber mit gewaltiger, massiver Kraft ins Geschehen ein. Der Music Score wird vom Denon-Testequipment grandios übertragen  - gerade bei beiden Mumie-Teilen ist er wichtiger Bestandteil für einen gewaltig-spannungsgeladenen akustischen Gesamteindruck.  Besonders fiel uns die extreme räumliche Weite auf, die das Geschehen auf der Leinwand sehr authentisch klanglich einfing. 

Mit ausgeschaltetem Room EQ wirkt das Gesamtergebnis immer noch sehr gut. Wer das System und seine Wirkung noch nicht kennt, wäre auch hier im höchsten Maße beeindruckt. Im Direktvergleich, möglich durch die unterschiedlichen User-Settings (einmal mit, einmal ohne Audyssey), hört man dann jedoch deutliche Unterschiede: Als z.B. beim Sturm der "neuen" Armee des wieder erstarken Skorpionkönigs auf eine altägyptische Stadt eine große Steinsäule umkippt, klingen die davon berstenden Einzelteile mit aktiviertem Audyssey-Modus weitaus realistischer. Der gesamte Hochtonbereich ist feiner gestuft und tritt mit größerer Brillanz und Transparenz an. Auch die Struktur des Music Scores, hier auch im Bassbereich, wirkt klarer erkennbar. Bei deaktivierter Audyssey Room EQ-Funktion klingt er dumpfer und etwas verwaschener, diese feinnervige, präzise Auflösung fehlt plötzlich. Eindrucksvoll auch, dass selbst bei extremen Pegeln, normalerweise schädlich, wenn eine sehr ausdrucksstarke, brillante Vorstellung im Hochtonbereich gefragt ist (die Hochtonwiedergabe wird dann schnell zu schrill, blechern und zu aggressiv), kein Prozent der Souveränität verloren geht. Immer noch lassen sich die akustischen Vorzüge des Room EQ gut heraushören. 

Bei der Sequenz von "Master and Commander" (9. DTS Demo-DVD) bestätigen sich die oben beschrieben Höreindrücke ebenfalls auf beeindruckende Art und Weise. Die Seegefechts-Szenerie wird vom AVC-A1XV mit schier unglaublicher Ausdruckskraft übertragen. Das "Mittendrin statt nur Dabei"-Gefühl, das selbst recht günstige AV-Verstärker und -Receiver heute in erfreulich hoher Güte schon erreichen, wird hier auf eine neue Spitze getrieben - selbst abgebrühte Zuhörer werden hier vom filmischen Geschehen in einer Art und Weise gepackt, die seinesgleichen sucht. Auch die Szene aus "X2" (8. DTS Demo-DVD) bietet viel Faszinationspotential, denn die Verfolgungsjagd, als die Kampfjets hinter dem Passagierjet herjagen, stellt mit der drohend-grollenden, dabei höchst exakten Surround-Klangkulisse eine sehr effektive Methode dar, unbedarften Zeitgenossen nicht nur die Vorteile von Multichannel-Sound zu dokumentieren, sondern auch zu beweisen, dass es nicht mehr heißen muss: "Sound wie im Kino". Der AVC-A1XV in Verbindung mit entsprechendem Equipment, soviel steht fest, klingt besser als viele, auch gute professionelle Kinos. 

Dies zeigt sich auch beim legendären "Pod Race" aus Star Wars, Episode 1, bei uns diesmal von der THX Ultimate Demo DVD abgegriffen: Man hat das Gefühl, selber Pod Racer zu sein, so intensiv erlebt man akustisch das Gefühl von Geschwindigkeit und Waghalsigkeit.  Das Klatschen der Zuschauer ertönt mit erstklassiger Raumwirkung, die Schüsse, die die Sandleute auf die vorbeirasenden Pod Racer abgeben, krachen präzise durch den Hörraum. Herausragend meistert der AVC-A1XV bei anderen Beispielen auch leise Sequenzen, die er mit großartigem Feingefühl aufbaut. Leise Umgebungsgeräusche, wie z.B. Wind oder leises Meeresrauschen, bringt der Denon mit ausgezeichneter räumlicher Wirkung zur Geltung. Alles wirkt tief und dreidimensional, so dass man nicht nur oberflächlich, sondern ganzheitlich ins akustische Geschehen auftaucht. Dies mag blumig klingen, umschreibt die Wirkung, die der AVC-A1XV hat, aber eigentlich am besten. 

Geht es um Musikalisches, so sind die Burr Brown DACs im AVC-A1XV gefragt, denn bei unserer Testkonfiguration war der DVD-A1XV mittels i.link und mittels Denon Link an den AV-Verstärker angeschlossen. Alles bis auf SACDs (das leidige Thema: Denon, obwohl technisch längst zur Übertragung von SACD-Signalen mittels Denon Link 3rd. Edition in der Lage, wartet und wartet auf die SACD-Freigabe durch die dafür Verantwortlichen) hörten wir mittels Denon Link, SACD hörten wir mittels i.link. Denon verspricht sich aufgrund besonders günstiger Jitterwerte von Denon Link eine nochmalige Steigerung in Bezug auf die Klangqualität. In unseren Testreihen konnten wir aber auch bei SACD über i.link (durch  Daten-Blockübertragung im Vergleich zu Denon-Link/Streaming-Übertragung mit kontinuierlichem Datenfluss) keine Beanstandungen notieren. Unsere Test-SACD "Rage Hard - the Sonic Collection" von Frankie goes to Hollywood gefiel uns hervorragend: Ein Bass, der genau auf den Punkt kommt, eine charismatische, perfekt akzentuierte Stimmwiedergabe und ein klarer räumlicher Aufbau garantieren höchstes Hörvergnügen.  Dass sich ein Bolide wie der AVC-A1XV auch für die Liebhaber klassischer Musik bestens eignet, war uns eigentlich schon von vorneherein klar. Trotzdem beeindruckten uns die Hörtestreihen mit unserer Dabringhaus&Grimm DVD-Audio "Breakthrough into an new Dimension".  Bei Georg Friedrich Händels "Finale Part III" aus "Susanna" sind die Strahlkraft und die im höchsten Maße reine Gesamtwiedergabe die herausragenden Faktoren für unverfälschten klassischen Musikgenuss. Den auf dieses Stück folgenden Applaus verarbeitet der AVC-A1XV ebenfalls mit exzellenter Raumwirkung. Beim Titel von der "Blue Man Group", "Sing Along" auf der 9. DTS Demo-DVD beeindruckten wieder die üblichen "Verdächtigen": Ultra-exakt ist die Ortung sämtlicher Effektkombinationen bei diesem aus surroundtechnischer Sicht interessanten Stück möglich, die Stimme des Sängers präsentiert sich brillant strukturiert, und die liebevolle Ausschmückung auch kleiner Feinheiten spricht für die Fähigkeit des AVC-A1XV, bestmöglich zu detaillieren. 

Eine Überraschung hält der Denon im 7-Kanal-Stereo-Modus parat, wo wir ihn, um die Pegelfestigkeit im Rahmen der Möglichkeiten vor Ort einmal anzutesten, mit stark bass- und effektlastigem Dance- und Trancematerial ausgiebig fütterten. Und hier kommt die Überraschung, denn auch hier bewährt sich der Audyssey Room EQ in erstaunlicher Art und Weise: Gerade diffizil strukturierte Bassgebilde, aus sich überlagernden verschiedenen tieffrequenten Anteilen bestehend, bekommen mit aktiviertem Room EQ deutlich mehr  Qualität in Bezug auf Aufbau und Trennung, plötzlich werden Einzelheiten heraushörbar, die bei der Wiedergabe ohne Room EQ schlicht und einfach untergehen im allgemeinen Bassgemisch. Auch die Hochton-Wiedergabe profitiert von Audysseys MultEQ XT, es wird mehr Prägnanz und Klarheit geboten. Die Pegelfestigkeit war in allen Testreihen enorm, ohne jegliche Probleme konnten Lautstärkeregionen aufgesucht werden, die auch hartgesottene Pegeltreiber massiv erschrecken dürften. 

Erstes Fazit: Es ist zutiefst beeindruckend, welche Register der AVC-A1XV bei der Filmtonwiedergabe und der Wiedergabe von Musikquellen zieht. Er begeistert durch sein Klangbild mit einer Räumlichkeit, die ihresgleichen sucht. Größte Kraft, erstklassige Brillanz und eine höchst penible Einarbeitung von Details sorgen für ein über alle Maßen intensives akustisches Erlebnis. 

Bild DVD-A1XV

Der DVD-A1XV ist technisch bestens gerüstet, um eine erstklassige Bildwiedergabe garantieren zu können. Besonders die komplette 10-Bit-Signalverarbeitung inklusive der Möglichkeit, über 1 Milliarde Farben darzustellen, sorgt für Aufregung. Doch nicht nur das: Denn während man dem Silicon Optix Realta-Chip das De-Interlacing, die Farbverarbeitung und die adaptive Rauschunterdrückung überlässt, übernimmt ein professionell angehauchter DVDO-Scaler von Anchor Bay für das effektive Hochrechnen normaler Auflösungen. Man kann es mit einem Team von Spezialisten vergleichen: Jeder macht nur das, was er am allerbesten kann. Für Aufgaben, die den ureigenen Performancebereich nicht mehr vollständig betreffen (auch wenn man sie noch zur Zufriedenheit lösen KÖNNTE) steht bereits der nächste Experte bereit. Genau so läuft es beim DVD-A1XV. Nun, in einem Zeitalter, in dem Begriffe wie BluRay und die HD-DVD mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, stellt sich natürlich die Frage: Macht ein Eliteplayer wie der DVD-A1XV noch Sinn? Stellt er, was er in Anbetracht seines Kaufpreises sein sollte, eine langfristige Investition dar? Es stehen DVDs mit echter HDTV-Auflösung vor der Tür - da lohnt es sich doch mehr, zu warten - oder? Alles berechtigte Fragen, wir geben trotzdem eine klare Antwort: Ein Gerät wie der DVD-A1XV hat seine volle Daseinsberechtigung, denn es ist zutiefst beeindruckend, was er aus normalen DVDs herausholt, und zwar - das ist das Besondere - nicht nur aus visuell erstklassiger, sondern ebenso aus visuell durchschnittlicher Software. 

Dies ist aus zwei Gründen möglich: Zum einen bereinigt der DVD-A1XV kleine Bildfehler, zum anderen imponiert die adaptive Rauschunterdrückung mit ihrer effektiven Arbeitsweise. Wir haben es anhand mehrerer, qualitativ schlechter Vorlagen (bis hinunter auf das Niveau mehrfach kopierter VHS-Bänder) überprüfen können: Das Bildrauschen wird drastisch verringert. Dabei arbeitet die Rauschunterdrückung nicht mit der sonst bei solchen Mechanismen üblichen "Plattmachermentalität" - nicht nur das Bildrauschen wird geringer, sondern auch die Bildschärfe und die Präzision bei Bewegungen - vielmehr wird das vom Rauschen zu bereinigende Ausgangsmaterial sorgfältig untersucht (Pixel-adaptiv), um auch nur die Teile des Gesamtbildsignals zu behandeln, wo Veranlassung besteht. Die Rauschunterdrückung agiert auch clever, das heißt, wenn beispielsweise (wie zu Beginn der stark verrauschten "Platoon"-DVD) Rauch aus dem Wald aufsteigt, erkennt sie, dass dies kein Bildrauschen ist und behandelt hier nicht nach. Als weiteren Pluspunkt kann der DVD-A1XV seine integrierte "DPIC" (Beschreibung siehe oben)-Funktion aufführen, die hochpräzise die Bildschärfe optimiert und keine unschönen Überschärfungseffekte - Voraussetzung ist eine korrekte Einstellung - produziert. Bei guten, aber in Bezug auf die Schärfe nicht überdurchschnittlichen Discs lassen sich überraschende Effekte erzielen, plötzlich gewinnt das Bild durch höhere Gesamtbildschärfe und Plastizität sichtbar an Kontur. Aber selbst bei älteren Filmen, die normalerweise kein Augenschmaus mehr sind, ist, gerade durch eine Kombination des hochwirksamen Rauschfilters und der DPIC-Funktion, noch ein beträchtliches Maß an visueller Güte zu realisieren. Hier kommt es auch auf Geduld und Können des Anwenders an, beide Technologien so gut miteinander zu kombinieren, dass die Bildgüte merklich wächst. 

Nächster Trumpf des DVD-A1XV ist die Farbwiedergabe in absolut überragender Reinheit, Intensität und Gesamtqualität. Besonders bemerkbar macht sich die liebevoll kolorierte Darstellung in diffizilen Bildern wie z.B. einem Sonnenuntergang, bei Hautfarben (vor allem bei detaillierten Nahaufnahmen menschlicher Gesichter) oder der Ansicht unseres Heimatplaneten aus dem Weltraum.  Nicht nur die Möglichkeit zur präzisen Darstellung feiner Farbnuancen überzeugt jedoch, sondern auch die Güte der gesamten Farbverarbeitung. Die Farbübergänge sind absolut stimmig, kein "Hineinlaufen" der einen in die anderen Farbe ist zu beobachten. Die Farbdarstellung als solche ist intensiv und natürlich. 

Der De-Interlacer arbeitet erstklassig. Gerade ihm fällt eine schwierige Arbeit zu, denn die Hauptaufgabe des im Denon verbauten De-Interlacing-Prozessors im Realta-Chip ist eine schnelle und präzise Erkennung des Quellmaterials - ganz gleich, ob Kinofilm-DVD oder Interlaced-Reisedokumentation auf DVD - der DVD-A1XV analysiert selbstständig und extrem schnell den Bildinhalt und wendet die geeignete Form des De-Interlacings an. Zum Hintergrund:  Nur eine eigenständig arbeitende Bildinhalts-Analysefunktion, die das Quellmaterial genau untersucht, um dann anschließend die richtige Art der progressiven Aufbereitung auszuwählen, garantiert in der Praxis eine hervorragende Progressive-Bildqualität; die progressive Aufbereitung ist schwieriger, als man vielleicht spontan denkt. Zunächst muss der DVD-Spieler immer herausfinden, ob Interlaced- oder Filmmaterial vorliegt. Liegt Filmmaterial vor, muss der DVD-Spieler dieses für die DVD in Halbbilder aufgezeichnete Material wieder zusammen setzen, der Player muss also aus zwei zusammengehörigen Halbbildern das ursprüngliche Vollbild rekonstruieren. Genau dieses Können auch ohne eigenständige, ständige Quellmaterialanalyse direkt am Anfang bei der Bestimmung des Materials auf einer DVD möglich und ist mitunter unter dem Begriff "Film Mode" bei DVD-Playern zusammengefasst.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Film korrekt gekennzeichnet ist und es dem Player somit möglich macht, die zusammengehörigen Bilder ausfindig zu machen. Dieser Film Mode ist statisch, erkennt einmal das Filmmaterial und gerät in Schwierigkeiten, wenn die DVD nicht eindeutig gekennzeichnet ("geflagt") ist und somit kein durchgängiges problemloses Auslesen des Filmmaterials ermöglicht, sondern ab und zu für den Interlaced-Betrieb vorgesehene Kennungen das De-Interlacing nachhaltig stören. Der DVD-Spieler, der nur einen Film-Mode besitzt, kommt durcheinander, da er nicht mehr weiß, welche Halbbilder zusammengehören. Bei nicht korrekter Kennzeichnung verfällt der Player darum in die Interlaced-Wiedergabe, weil das Quellmaterial nicht mehr als Filmmaterial gekennzeichnet ist und der DVD-Spieler als Folge die einzelnen Halbbilder nicht mehr exakt erkennen und korrekt zusammenfügen kann. 

Hier schlägt nun die große Stunde der Player mit ständiger Quellmaterial-Überwachung: Der DVD-A1XV nimmt in solchen Fällen eine selbstständige Analyse des Quellmaterials vor und wählt gegebenenfalls die geeignete Form des De-Interlacings bei falschen Flags, die sonst für einen Rückfall des Players in die Interlaced-Wiedergabe sorgen würden. Der DVD-A1XV nimmt bei plötzlich auftretender falscher Kennzeichnung der DVD gleich eine Kombination aus dem Zusammensetzen zweier Halbbilder bei Standbildfolgen  oder sich nur sehr unwesentlich verändernden Bildinhalten ("Weaving") und aus der Errechnung eines zweiten Halbbildes durch Interpolation bei bewegtem Bildmaterial ("Bobbing") vor. Handelt es sich eindeutig wieder um Filmmaterial, wird wieder das dann zum Einsatz kommende De-Interlacing angewendet. Bei wirklichem Video-Material, wie z.B. Fernsehserien und Konzertmitschnitten, erreicht der Denon auch sehr gute Ergebnisse, denn hier wendet der Player ebenfalls die bereits eben erwähnte Kombination aus Weaving und Bobbing an, um eine ansprechende Progressive-Aufbereitung sicherzustellen. Durch den Realta-Chip ist ferner sichergestellt, dass jegliche Art von Film- und Videomaterial, ganz gleich, wie es erstellt wurde, korrekt durch eine schnelle Quellmaterialanalyse wiedergegeben wird. Auch sehr ungewöhnliche Kadenzen verarbeitet der Prozessor schnell und praktisch unmerklich. 

Der interne Scaler des DVD-A1XV trägt ebenfalls seinen Teil zur visuellen Güte des Denon-Players bei. Ohne feststellbares Bildrauschen rechnet er das Quellmaterial auf die HDTV-Auflösungen 1.080i und 720p hoch, die dabei realisierte Detailtreue ist zutiefst beeindruckend. Vergleiche mit echtem HDTV-Material braucht der exquisite Scaler nicht zu scheuen. Nur bei ganz genauem Hinsehen findet sich bei richtigen HDTV-Quellen eine nochmals gesteigerte Plastizität und Detailtreue. 

Weitere visuelle Beobachtungen: 

Die Mumie 2 (DVI 720P):
• sehr ausgewogene Farben; extrem feine homogene Farbübergänge, besonders bei Hautfarben.
• keinerlei Doppelkonturen, d.h. nicht übertriebene Schärfung des Bildes. 
• DeInterlacer liefert auch bei schnellen Bewegungen eine hervorragende Schärfe (keine Verwischeffekte), aber Problem bei vertauschten Zeilen bei (NTSC)-Videomaterial
• Ausgezeichnete Plastizität (Dünen bei Mumie 2 Anfangssequenz)
• Absolut ruhiges und völlig rauschfreies Bild

X2 (DVI 720P):
• Hervorragender Kontrast, vor allem auch bei kritischen dunklen Szenen. Die Farbnuancen werden differenziert wiedergegeben.
• Phantastische, natürliche Wiedergabe von Hautfarben und allgemein bei fließenden Farbübergängen.

Video-EQ/HQV Benchmark DVD:
• DPIC/Rauschunterdrückung: Das Rauschen wird nahezu restlos entfernt, ohne dass dabei Bildschärfe oder kritische Bildinhalte, wie z.B. Rauch, die dem Rauschen ähneln, negativ beeinflusst werden. Erreicht wird dies u.a. durch Erkennung der Bewegungsrichtung und Kontraständerung der einzelnen Pixel über mehrere Frames hinweg.

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