Test: Audionet Map V2 mit EPS-Modul und Amp VII (2/5)

03.06.2005 (lm)

Technische Ausstattung

Jetzt geht es im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte – schauen wir uns diesmal zuerst die Endstufe an:

Technischer Aufbau Endstufe AmpVII:

Schon die reinen technischen Daten verdeutlichen, welcher Aufwand hier betrieben wurde: der Frequenzgang erstreckt sich von 2 – 300.000 Hz (+-3db), der Signal/Rauschabstand liegt bei über 107db, während die Verstärkerleistung bei 4Ohm/250Watt bzw. 8Ohm/150Watt angegeben ist. So kann diese Endstufe auch sehr leistungshungrige Lautsprecher mit ausreichend Leistung versorgen, während der extrem niedrige Rauschpegel nie zu einem störendem Faktor wird. 

Bereits beim ersten Blick auf die Rückseite fällt eine große Besonderheit dieses Modells auf – nämlich die beiden(!) Stromanschlüsse. Diese werden benötigt, weil die mögliche Leistungsaufnahme größer sein kann als nur über eine Leitung zulässig wäre. Es gibt sogar eine separate Steuereinheit (inkl. eigenem Trafo), die nur der „Systemverwaltung“ wie eben der Steuerung dieser beiden Stromanschlüsse, aber auch dem Display dient. Dazu kommt noch, dass jeder einzelne Kanal seinen eigenen Ringkerntrafo hat, was ebenfalls wieder enorme konstruktive Vorteile mit sich bringt. 


Während bei anderen High-End Mehrkanal Endstufen wie der Rotel RMB1095 oder der Vincent SAV P200 nur ein (dafür riesiger) Trafo alle Kanäle gleichzeitig versorgen muss, entsprecht der Audionet-Layout eher einem Mono-Endstufen-Aufbau im gemeinsamen Gehäuse – mit all seinen Vorteilen: zusätzlich zu den beiden Stromlinien generiert jeder Kanal selbst seinen eigenen Strom und kann somit immer unabhängig arbeiten. Das bringt (in der Theorie) im Heimkinobetrieb ganz besonders bei effektreichen Surround-Szenen Vorteile, wo auf mehreren Kanälen gleichzeitig tiefe Bässe benötigt werden. Aber auch Stereo-Liebhaber setzen genau aus diesem Grund sehr gerne den AmpVII ein – und benutzen, die mit 5 Kanälen ausgerüstete Standardvariante für das Bi-Amping anspruchsvoller Lautsprecher. 


Damit Sie besser nachvollziehen können, warum diese Endstufe in der vollausgestatteten 7-Kanal-Version alleine schon ungefähr soviel wie 2 Stück Pioneer VSA-AX10Ai-S (UVP 5300 €) kostet, haben wir für Sie ein paar technische Vergleiche angestellt. Sicherlich sind reine Zahlenangaben immer mit Vorsicht zu genießen, geben jedoch zumindest einen Aufschluss darüber, in welcher elementaren Dimension sich ein Gerät bewegt. In unserem erst kürzlich erschienenen Pioneer VSA-AX10Ai-S-Test befassten wir uns umfassend mit den Grundlagen der dort eingesetzten Verstärkertechnik und attestierten dem Pioneer-Gerät eine große Leistungsbereitschaft, dank 880VA Transformator sowie 2 je 33.000mF fähigen Kondensatoren. Aber selbst diese beeindruckenden Werte können nicht einmal ansatzweise mit denen eines Audionet AmpVII auf einer Stufe gestellt werden, da hier alleine pro Kanal(!) 600VA und 49.200mF Siebkapazität zur Verfügung stehen. Bei einem direkten 7-Kanal-Vergleich stünden hier also den 880VA des Pioneers ca. 4200VA des Audionet-Gerätes zur Verfügung. Wohlbemerkt: Während beim Pioneer mit dieser Stromversorgung das komplette Gerät versorgt wird, reden wir im Falle der Audionet Geräte nur von der Endstufe. Auch die Gesamtsiebkapazität des AmpVII liegt mit (bei 7 Kanälen) insgesamt 345.000mF deutlichst über dem Pioneer Wert von 66.000 mF. Diese Gegenüberstellung soll keineswegs den Pioneer VSA-AX10-AI-S diffamieren oder bloßstellen, im Vergleich mit manch anderem AV-Verstärker oder -Receiver wären die Leistungsunterschiede eher noch größer. Es sollte mit diesem Vergleich dargelegt werden, dass eine solch leistungsfähige Endstufe wie der AmpVII deswegen auch einfach deutlich mehr Aufwand in der Konstruktion bedeutet, was sich in einer kräftigen Preisdifferenz niederschlägt, da gerade sehr exklusive Endstufen-Bauteile sehr teuer kommen. 

 


Durch das kompakte Gehäuse mit bis zu 7 Endstufen und der maximal möglichen abrufbaren extrem hohen Leistung steigt auch die Anforderung an das Lüftungs-Management. Quer über die Unterseite der Endstufe sind sechs kleine Papst-Lüfter verbaut, die im Bedarfsfall die warme Luft nach oben wegblasen. Diese Lüfter sind direkt von außen an das Gehäuse angebracht und können daher leicht gereinigt werden, von vorne sind diese aber bei normaler Rackaufstellung nicht zu sehen. In unseren gesamten Testreihen haben wir jedoch trotz zum Teil exzessiven Pegeln nie die Lüfter zum Laufen gebracht. Laut Audionet stören die Lüfter, sollten sie einmal laufen, praktisch nicht, da sie auf eine sehr niedriges und fast unhörbares Betriebsgeräusch optimiert sind und sich ohnehin nur im absoluten Bedarfsfall zuschalten.

Doch neben dem aufwändigem Innenaufbau mit dem Mono-Layout bietet der AmpVII durch das Gerätedisplay eine bisher unerreichte Vielfältigkeit in bezug auf die Einstellungsoptionen. 

Dieser eine Knopf reicht aus, um die komplette Endstufe zu konfigurieren. Durch langes bzw. kurzes Drücken navigiert man zu verschiedenen Menüs, dessen Optionen zwar in der Bedienungsrubrik noch genauer erläutert werden, doch abgesehen von der aktiven Bedienung teilt dieses Display auch wichtige Warnmeldungen in bezug auf den Gerätezustand mit:

- Overload: Kurzschluss der Lautsprecherkabel oder Defekt im Lautsprecher
- Temp Failure: Belüftungsproblem – Frischluftversorgung sollte überprüft werden
- HF-Failure: Hochfrequenz-Oszillation, z.b. defekter Vorverstärker
- DC-Failure: zu hohe Gleichspannung am Ausgang

Alles in allem gesehen, überzeugt die Endstufe mit Ihrem technischen Aufbau und Ingredienzien als auch mit der Variabilität in allen Belangen. Wir sind schon gespannt auf den Klangtest um zu sehen, ob sich der Aufwand in der Praxis bezahlt macht. 

Technischer Aufbau EPS:


Man könnte dieses Modul fast schon als „Mittelstufe“ bezeichnen, die einzige Aufgabe dieses Bausteins besteht darin, die Vorstufe mit „besserem“ Strom zu versorgen, als es diese sich selbst generieren würde. Etwas genauer ausgedrückt: Das EPS-Zusatzmodul nimmt dem internen Netzteil der MapV2 die Versorgung der analogen Sektion ab und fokussiert somit ganz eindeutig eine Verbesserung der Stereoperformance, während sich das interne Netzteil nun ausschließlich um die Digital-Sektion kümmert. Nun – warum der ganze Aufwand, wenn doch sowieso schon in der MapV2 ein hochwertiges Netzteil beheimatet ist? Audionet hat in den vergangenen Jahren ganz besonders im High-End Stereobereich sehr große Kompetenz erlangt und bei diesem Prozess die Erfahrung gemacht, dass ganz besonders in der Qualität der Stromversorgung enorme klangliche Optimierungsmöglichkeiten schlummern. Da aber weder aus Sicht des Platzbedarfs noch aus preislicher Sicht in den Audionet-Vorstufen eine solch ausufernde Netzteileinheit zu realisieren war, entschied man sich, ein (für Audionet Vorstufen) universell und optional einsetzbares separates Modul anzubieten. In getrennten Gehäusen ist die Signalbeeinflussung des Netzteiles auf die anderen, klangentscheidenden Baugruppen nochmals geringer, so dass die Entwickler deutlich größere Möglichkeiten und Entfaltungsspielraum für die bestmöglichste Stromgenerierung gefunden haben. Herausgekommen ist dabei eine Netzteil-Einheit mit insgesamt 3 Trafos, wovon 2 Stück als je 100VA starke Ringkerntransformatoren ausgelegt sind. Mit dieser Stromversorgung im Nacken wird die MapV2 (bzw. jede andere Audionet Vorstufe) für die beiden Stereokanäle mit einer ungleich ruhigeren und vor allem konstanteren Stromversorgung verwöhnt, welche auch bei komplexen Klangsituationen stets souverän und ohne Engpässe mit bestmöglichster Energiezufuhr versorgt wird. Quasi als Nebeneffekt ergibt sich dann, dass der interne Trafo der MapV2 entlastet wird und seinerseits ebenfalls zu höherer Klangausbeute beiträgt. 

Wie nicht anders zu erwarten, präsentieren sich beim Blick in das Gehäuseinnere ausschließlich Komponenten, welche der Stromerzeugung dienen. Besonders herausstechend sind die auf den Bildern gut zu erkennende Ringkerntrafos links und rechts, welche vom Ausmaß und Leistungsfähigkeit für eine Vorstufe fast schon sensationell zu nennen sind. Die hohe, konstante Stromlieferfähigkeit wird zum Beispiel beim Ausschalten deutlich, wenn die Betriebs-LEDs bis zu 10 Sekunden nachleuchten.


Ungewöhnliche Produkte fordern auch etwas ungewöhnliche Maßnahmen: Beim Einsatz dieses Gerätes ist es zwingend erforderlich, beim Verkabeln und Inbetriebnehmen genau die Installationsanweisung zu befolgen. So muss das EPS mit der MapV2 unbedingt „kalt“ miteinander verbunden werden, anschließend die normalen Kaltgerätekabel in die jeweils ausgeschalteten Geräte stecken und dann zuerst das EPS und zum Schluss die MapV2 einschalten. Nun steht dem Klanggenuss mit EPS nichts mehr im Weg.

An dieser Stelle verweisen wir auf die finale Klangrubrik hin, um zu sehen, inwiefern sich dieses mit 1700 Euro nicht gerade billige Modul nun tatsächlich hörbar auswirkt und den Aufpreis rechtfertigt.

Technischer Aufbau MapV2:

Bei der Vorstufe zeigt sich bei der technischen Zusammenstellung ganz klar, für welche Zielgruppe bzw. für welches Einsatzgebiet dieses Gerät konzipiert wurde. Im Fokus steht zunächst der pure Klang, anschließend die weiterführenden Einstellungen wie Bass-Management und Equalizing, und die restlichen Aspekte wie DSP Modi und Anschlussvielfalt ordnen sich dahinter ein.

Greifen wir gleich einmal das Thema Anschlussvielfalt auf und begutachten die Rückseite der Audionet Vorstufe. 

Anschlüsse

Sofort fällt auf, dass die Anzahl der Geräteeingänge nicht gerade üppig ausgefallen ist. Gerade einmal 5 digitale Eingänge stehen zur Verfügung, wovon 2 Stück nur für die Verwendung von anderen Audionet-Komponenten nutzbar sind. So bleiben effektiv nur ganze zwei koaxiale Digitaleingänge sowie ein optischer Digitaleingang übrig, was ganz klar zu wenig ist, um in einem größerem, modernen Gerätefuhrpark Herr der Lage zu bleiben. Es muss zwar fairerweise erwähnt werden, dass High-End Surround-Vorstufen generell eher wenig Digitalanschlüsse haben, aber beispielsweise die Rotel RSP-1098 demonstriert mit 8 Digital - Eingängen sehr wohl, dass auch eine Vorstufe keineswegs immer spärlich ausgestattet sein muss. Direkt links neben den 5 digitalen Eingängen befindet sich je noch ein koaxialer und ein optischer Digitalausgang. Hier wäre es wünschenswert, einen dieser Anschlüsse als Digi-Input konfigurieren zu können, was aber leider nicht möglich ist. Etwas besser sieht die Situation bei den analogen Anschlüssen aus: Neben einem kompletten 7.1-Channel-Eingang, bietet die MapV2 immerhin 7 Paar analoge Stereo-Eingänge an, wovon ein Paar als symmetrischer XLR-Port ausgeführt ist. Besonders schade ist das unausgewogene Verhältnis zwischen Digital- und Analoganschlüssen deshalb, weil (wie sich später herausstellen wird) die MapV2 ganz exzellente Digital/Analog Wandler hat, welche natürlich nur den digital angeschlossenen Geräten vorbehalten bleiben – doch leider hat es eben von genau dieser Anschlussorte eindeutig zu wenig. 

Analoge Ausgänge gibt es in 2 Varianten: Einmal selbstverständlich die ganz normalen Cinch Pre-Outs für alle Kanäle (+ zusätzlich XLR für die Fronts) und zum Anderen noch in Form eines Monitor- und Recorder Ausgangs. 

Sie haben eventuell schon bemerkt – diese Vorstufe verzichtet komplett auf Unterstützung verschiedener Hörzonen, was aber in High-End Kreisen übrigens oft als unnötige Spielerei verpönt ist. Eine der wenigen Ausnahmen stellt Lexicon dar, die auch im Preisbereich der Audionet MapV2 mit einer umfangreichen Mehr-Zonen-Lösung aufwarten kann. Wenn Sie also ein System suchen, welches mehrere Zonen beschallen soll, wäre ein Denon AVC-A1XV die bessere Wahl, der dann bis zu 4 Zonen simultan mit Audio- und Videoinformationen versorgt. Audionet geht auch hier ganz bewusst den Weg, die Funktionen dem Klang unterzuordnen. 

Zurück zur Anschlussbestückung der MapV2: Der untere linke Bereich der Endstufe nimmt das Stromkabel für das interne Netzteil in Empfang, und (sofern vorhanden) auch das runde Anschlusskabel des EPS-Moduls. Selbst wenn ein EPS-Modul zum Einsatz kommt, so muss auch in diesem Fall ein normales Netzkabel immer noch in der Vorstufe bleiben. Übrigens – noch eine Besonderheit an dieser Stelle: sowohl die Vor- als auch die Endstufe erkennen selbstständig, welche Phase des Steckers die Vorteilhaftere ist – und melden dies (sofern nötig) mit dieser Meldung.


Direkt darüber befindet sich die Videosektion, welche in der Grundausstattung weniger Funktionen aufweist als die meisten 800 €-AV-Receiver. Zwar offeriert das Anschlusspanel vom Cinch- bis zum VGA-Anschluss schon eine gewisse Variabilität, ist jedoch (in der Grundausstattung) nur in der Lage von den 4 Composite Eingängen auf S-Video eine Wandlung vorzunehmen. Zusätzlich stehen noch 4 S-Video Eingänge zur Verfügung. Das OSD wird wahlweise per Composite oder S-Video an den entsprechenden 2 Monitor-Out Buchsen ausgegeben, des Weiteren ist eine freie Zuweisung aller Videoeingänge zu den Audioanschlüssen möglich.

Der eine YUV-Eingang wird direkt zum YUV-Ausgang durchgeschleift, so dass dieser zunächst keinen Mehrwert bietet – auch der VGA-Anschluss bleibt in der Standardausführung ohne Funktion. 

Interessanter wird die Sache beim Blick auf die Zubehörliste:

Direkt im Werk können bei der Bestellung (oder nachträglich) folgende Upgrades installiert werden:

- Progressive Scan Card ( 550 Euro): Mit diesem Upgrade wird eine Wandlung der S-Video- und Composite-Eingänge auf den YUV-Ausgang vorgenommen. Hierbei kann dann bequem per Fernbedienung zwischen einer RGB und YUV Ausgabe ausgewählt werden, dieses Signal wird dann auch auf den VGA-Ausgang gelegt. 

- DVI Card (340 Euro): Setzt die Progressive Scan Card voraus und sorgt für die Ausgabe der von der Progressive Scan Card generierten Vollbild-Videodaten per HDMI (obwohl die Option DVI-Card heißt, wird ein HDMI-Port verwendet). Der VGA-Anschluss wird dann gegen einen HDMI Port ersetzt. Einen HDMI- oder DVI-Eingang beinhaltet diese Option leider nicht. 

Mit diesen Upgrades können zwar die Videofähigkeiten enorm erweitert werden, leiden aber immer noch unter der eher geringen Anzahl Anschlüsse. Andererseits wird die Anzahl der angeschlossenen Geräte ja ohnehin schon durch die „übersichtliche“ Audiosektion in Grenzen gehalten.

Weitere MapV2 Upgrade Möglichkeiten sind übrigens:

- MC / MM Phonovorverstärker ( 320 Euro)
- RF Demodulator für Laserdisplayer ( 300 Euro)

Anschlussmäßig bleibt also festzuhalten, dass insbesondere die Digital-Audio Sektion etwas unterbesetzt ist, während analoge Cinch Eingänge in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Die MapV2 ist daher eindeutig als Vorstufe für wenige, dafür aber hochwertigere Quell-Geräte konzipiert.. Dabei stand es den Entwicklern offensichtlich nicht im Vordergrund, die MapV2 als Schaltzentrale für eine komplette Wohnung mit Anbindung an mehrere PCs, Spielkonsolen etc. zu entwerfen. Das Gleiche gilt auch für die Videosektion, welche sich immerhin mit interessanten Upgrades (wie dem De-Interlacer oder dem DVI Konverter) aufwerten lassen. 

DSP-Sektion

Folgende Surroundstandards bzw. DSP Modi bietet die MapV2 ihrem Zuhörer an:

- Dolby Digital: laut Audionet betreiben zwar weit über 80% der MapV2 Besitzer eine 5.1 Konfiguration, jedoch hielt das die Entwickler nicht ab, sowohl Dolby Digital 5.1 EX als auch Pro Logic2x für moderne 7.1 Heimkinos zu implementieren.

- Dolby Pro Logic2x:: zur Aufbereitung von Stereosignalen stehen sowohl die Movie- als auch die Music Variante zur Auswahl. Letztere lässt sich in Centerlastigkeit (Center Width) und Tiefenwirkung ( je von +3 bis -3) in jeweils 6 Schritten einstellen. Zusätzlich gibt es dann noch die Option „Panorama On/Off“ mit derer Hilfe man die Effektwirkung noch etwas variieren kann. 

- DTS: neben Dolby Digital ist selbstverständlich auch die andere große Ton-Norm mit an Bord. Zwar gibt es für 6.1 und 7.1 Anlagen sowohl eine DTS.EX Matrix und Discrete Unterstützung, jedoch wird optional keine PL2x Dekodierung für die beiden Surround-Back Kanäle angeboten. Sehr schade – die Rotel RSP1098 kann dies beispielsweise.

- DTS Neo:6. übernimmt nicht nur die Versorgung der Back-Surround in einem 7.1 Set, sondern ist auch ein eigenständiger DSP um (ähnlich wie Dolby PL2x) aus Stereoquellen eine Surround-Beschallung zu ermöglichen. 

- Phantom: Die Signale des Centers werden den beiden Frontlautsprechern zugeteilt. Diese Option macht besonders beim Anschauen einer Musik DVD den Wunsch haben, die Stimme des Sängers über die größeren Frontlautsprecher wiederzugeben.

- 3 Stereo: Audiowiedergabe erfolgt über die 3 Frontlautsprecher (plus Subwoofer falls vorhanden)

- Party Mode: Umrechnung der Einganssignale auf Stereo. Anschließend wird dieses Stereosignal an alle Lautsprecher symmetrisch verteilt und gleich laut ausgegeben.

- Lt/Rt out: ist eine Herunterrechnung der Audiosignale auf Stereo; jedoch in Hinblick auf eine spätere (Rück)Dekodierung per DTS.Neo6 oder Dolby Pro Logic2(x). Dieser Modus ist daher hauptsächlich in Bezug auf die „Record-“ bzw. Digitalausgänge integriert.

- 7.1 analog Input: hier erfolgt kein digitaler Eingriff – alle eingehenden Signale werden 1:1 weitergeleitet, weder Delay noch Bass-Management oder gar DSP werden angewandt.

- Hochbit-Schnittstelle: zwar kein richtiger DSP, jedoch werden in diesem Falle beim Anschluss eines Audionet „VIP“ DVD Players SACD – oder DVD-Audio Mehrkanalstreams digital entgegengenommen und mit allen Funktionen der Prozessoren versorgt – bei einer entsprechenden Konfigurationen errechnet die MapV2 bei 5.1 Tonmaterial einer SACD oder DVD-Audio sogar eine Matrix für eventuell angeschlossene Back-Surround Lautsprecher.

- Mono: alle eingehenden Daten werden zu einem Monosignal umgerechnet und auf dem Center ausgegeben (plus Subwoofer, falls vorhanden)

- Stereo: Ausgabe im Stereoformat mit Berücksichtung des Bass-Managements. Auch Mono und Digital-Surroundformate werden entsprechend umgerechnet und auf den beiden Frontlautsprechern (+ Subwoofer sofern vorhanden) wiedergegeben.

Dies waren die Optionen bei aktiviertem Klangprozessor. 

Bei jedem Eingang wird hinterlegt, ob der Klangprozessor per default zunächst ein- oder ausgeschaltet sein soll. Sollte dieser auf „none“ eingestellt sein, stellt die MapV2 den 2-Channel PCM Mode zur Verfügung, der dann die Toninformationen unter Umgehung der digitalen Berechnungen wie z.B. dem Bass-Management schnellstmöglich zur Stereosektion sendet. Und wie sie im nächsten Abschnitt erfahren, ist diese Baugruppe etwas ganz Besonderes in der MapV2.

Innerer Aufbau MapV2

Auch auch bei den beiden anderen Komponenten kommen auch bei der Vorstufe im Innern nur allerbeste Bauteile zum Einsatz. 

Während selbst in monumentalen AV-Boliden hauptsächlich Standard-Chips bekannter Chipschmieden wie Texas Instruments, Motorola, Cirrus Logic oder Analog Devices eingesetzt werden, entschieden sich die Audionet Entwickler für eine ungleich teurere – aber auch technisch delikatere Lösung und pflanzten der MapV2 unter anderem einen selten vorkommenden, da teuren Siemens-Prozessor ein – und auch in den anderen Baugruppen wurde konsequent auf technisch extrem, aufwändige Lösungen und nicht auf günstigere und hinlänglich bekannte Chips zurückgegriffen. Mit einer insgesamt somit hohen Rechenleistung und flexibleren Programmierbarkeit auf der Habenseite konnten die Entwickler in den verschiedenen Chips ihre komplett eigene, programmierte Decodersoftware in der MapV2 unterbringen. Auch die Digitalfilter selber konnten komplett selber programmiert werden, so dass hier im Gegensatz zu fast allen anderen Geräten weder Standard- Soft- noch Hardware eingesetzt wird. Im Detail bedeutet dies, dass der Hauptprozessor mit allen Abläufen in der MapV2 zu tun hat und als Verbindungsglied zwischen den verschiedenen Spezial-Chips dient. So verwaltet er zwar nicht alle Funktionen komplett selbst, stellt aber für z.B. für das Bass-/Delay Management oder auch dem Equalizer durch „On-the-Fly“ die nötigen aufwändigen Koeffizienten zur Verfügung. Auf einem separatem Decoder-Board befinden sich 2 DSPs von Freescale. Der erste ist nur für das Decoding von Dolby und DTS zuständig, der zweite beinhaltet den Bass-/Delay-Manager und den Equalizer. Ein weiterer DSP-Prozessor (auch von Freescale) übernimmt die Berechnung der digitalen Oversamplingfilter für die Frontkanäle Links/Rechts/Center und für die Aufbereitung der Daten von der Audionet HighBit-Schnittstelle.


Aber auch die anderen Komponenten, von den Kondensatoren bis zu den Relais überzeugen durch gleichermaßen hochwertige Bauteile, welche in Referenzqualität auf den Platinen zusammengeführt werden. Was das Platinenlayout betrifft, so bietet die MapV2 eine große Besonderheit in Form der Stereo-Sektion, welche komplett vom Pre1G2 Stereovorverstärker übernommen wurde und parallel zu den Surround Baugruppen für beste Stereoperformance sorgen soll. 

Der extrem hohe konstruktive Aufwand zusammen mit einer wahren Materialschlacht bester Bauteile schlägt sich auch in beeindruckenden Zahlen nieder. Beispielsweise liegt der Geräuschspannungsabstand sowohl bei Dolby Digital als auch DTS pro Kanal bei weit über 100db und erreicht somit Werte, die die absolute Spitze markieren und einen Grundstein für einen guten Klang legen. 

Anpassbarkeit an die Lautsprecher:

Hier freut sich das Herz des Heimkino-Freaks: Die Entwickler haben in diesem Punkt alles richtig gemacht und stellt mehr Einstellungsparameter zur Verfügung als jedes andere uns bekannte Gerät. Direkt im Bass-Manager wird die Anzahl der angeschlossenen Lautsprecher als auch die gewünschte Trennfrequenz hinterlegt. Der Clou dabei ist, dass nicht nur jeder einzelne Lautsprecher eine eigene Trennfrequenz bekommt, sondern diese Frequenz in logarithmischen Schritten mit einer feinen Auflösung von 1/10 Oktave auswählbar ist. Dies entspricht einer ohrgerechten Abstufung und zeigt sich in der Praxis in 3hz Schritten um die 20Hz. Das Bass-Management hat ferner einen enorm großen Wirkungsbereich bis zu 303Hz. Zum Vergleich: selbst ein Onkyo TX NR5000 bietet jeweils für die Lautsprechergruppen „Front“, „Center“ und „Rear“ unterschiedliche Trennfrequenzen an, die lediglich in den Schritten 40, 50, 60, 80, 100,... auswählbar sind.

Zusätzlich kann dann bei der MapV2 sogar noch der Grad des Filters angegeben werden, mit dem die Trennung bei dieser Frequenz durchgeführt werden soll. Solch aufwändige Echtzeit-Berechnungen sind mit Grund dafür, warum die MapV2 leistungsfähigere und eben auch etwas teurere Prozessoren benötigt als die Boliden- oder Vorstufenkonkurrenz. 

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