AREA DVD-Test: USB-DVB-T-Empfänger Terratec Cinergy T2
27.04.2005 Test: Karsten Serck
Das Gerät
Die Terratec Cinergy T2 ist ein kompakter DVB-T-Empfänger für den Betrieb
am PC. Die Verbindung wird über eine USB 2.0-Schnittstelle hergestellt,
weswegen das Gerät auch am Notebook betrieben werden kann. Bislang waren solche
Empfänger meist sehr groß und somit recht sperrig. Die gesamte Technik der
Cinergy T2 findet hingegen in einem Gehäuse Platz, dass nur wenig größer als
eine Streichholzschachtel ist. An dem kleinen Metallkästchen gibt es nur
zwei Anschlüsse für USB sowie die mitgelieferte externe Stabantenne.
Entsprechend ist der Empfänger auch nur dazu gedacht, DVB-T auf dem PC
darzustellen und kann höchstens, sofern am PC noch Videoschnittstellen
vorhanden sind, sein Bild auf einem normalen Fernseher darstellen. Auf der
Vorderseite befindet sich der Infrarot-Empfänger für die mitgelieferte
Fernbedienung, welche eine einfache Steuerung des Empfängers aus größerer
Distanz ermöglicht.

Features
Die Ausstattung unterscheidet sich kaum von der einer DVB-T-Set Top Box. Im
Gegenteil: So zeigt die Cinergy T2 eine Menge technischer Parameter an, die den
Nutzer ein wenig hinter die Kulissen der DVB-T-Technik blicken lassen. Lediglich
eine Anzeige der Auflösung und Videobitrate ist leider nicht möglich. Die
Anzeigen der On Screen Menü-Oberflächen sind auch aus einem größeren
Betrachtungsabstand sehr gut lesbar. Lediglich designverliebte Apple-Naturen
dürften sich an der etwas nüchternen optischen Gestaltung stören. Die
EPG-Informationen der TV-Sender werden sehr gut dargestellt und neben
Sofortaufnahmen ist auch eine Timer-Funktion in die Software integriert, die
sich direkt über den EPG programmieren lässt und zur gewünschten Zeit eine
Aufnahme startet. Davon sollte allerdings nur bei Verwendung eines Notebooks
Gebrauch gemacht werden, da heutige Desktop-PCs mit ihrer Leistungsaufnahme von
mehr als 100 Watt sich kaum zum Dauerbetrieb als Videorecorder eignen. Die
Video-Aufnahmen werden entweder als Transport-Stream oder als MPG-Datei
abgespeichert.
Zum Kopieren der Aufnahmen auf DVD liegt der Cinergy T2 die Software "Ulead
Filmbrennerei 2 TV" sowie mehrere Tools zum Bearbeiten und Splitten der
Aufnahme in getrennte Video-/Audio-Streams für DVD-Authoring-Programme bei.
Außerdem bietet der Hersteller auch im Internet Hilfestellung für viele Fragen
an. So gibt es dort auch ein Tutorial, welches erläutert, wie man statt
eines einzelnen Programms gleich alle Sender eines DVB-T-Bouquets komplett
aufnehmen kann. Die mitgelieferte Fernbedienung liegt sehr gut in der Hand und
wirkt auch optisch ansprechend. Alle wichtigen Funktionen lassen sich über die
Fernbedienung steuern, so dass die Bedienung sich praktisch nicht von der eines
DVB-T-Receivers unterscheidet. Neben der gesamten Steuerung der Cinergy T2
erlaubt sie auch die Steuerung von anderen Programmen auf dem PC, welche über
eine Editor-Software hinzugefügt werden können. Die Darstellung von Videotext
ist über den integrierten Decoder ebenso möglich und bietet einen sehr
schnellen Seitenaufbau, wie er bei DVB üblich ist. Die Timeshift-Funktion
ermöglicht es, auch im normalen TV-Betrieb die Wiedergabe anzuhalten und hin-
und herzuspulen.
Empfangsqualität
Der Empfang wurde in Berlin und in Hessen überprüft. Dafür wurde der
USB-Empfänger mit der mitgelieferten Mini-Antenne verbunden. Im Berliner
Innenstadt-Bereich ist ein Empfang aller Programme ohne Probleme möglich, in
den Außenbezirken war hingegen eine genauere Ausrichtung vonnöten. Daran
dürfte allerdings nicht die mitgelieferte Antenne Schuld sein, denn mit dieser
waren in Hessen selbst am süd-östlichen Rande des Verbreitungsgebietes, in dem
laut den offiziellen DVB-T-Verbreitungskarten nicht einmal der Empfang via
Hausantenne garantiert wird, sehr gute Empfangsergebnisse auf Anhieb zu
erzielen. Lediglich der Kanal 8 mit dem ersten TV-Programm der ARD erforderte
eine etwas genauere Ausrichtung. Auch über die Ostgrenze Hessens hinaus waren
bis knapp vor dem bayerischen Aschaffenburg die DVB-T-Programme aus Frankfurt noch zu
empfangen.
Die zuvor gemachten Aussagen gelten allesamt für den stationären Betrieb.
Gerade bei einem DVB-T-Empfänger, der sich dank USB auch an einem Notebook
betreiben lässt, ist aber natürlich der Reiz gegeben, auch unterwegs
TV-Programme zu sehen. Im mobilen Betrieb enttäuschte der Terratec-Empfänger
allerdings: Zwar war mit der dank Magnetfuß einfach auf dem Autodach
zu montierenden Antenne ein Suchlauf selbst bei 200 km/h auf dem Berliner Ring
erfolgreich und listete fast alle in Berlin empfangbaren Programme auf, doch um
diese TV-Programme auch tatsächlich sehen zu können, darf man sich nicht
schneller als mit Schritt-Tempo bewegen. Bereits ab ca. 20 km/h schwankte die
Signalqualität so stark, dass kein einziges TV-Programm zu empfangen war. Und
dies gilt unabhängig davon, ob man sich in Sendernähe oder am Rande des
Empfangsgebietes befindet. Sowohl in Frankfurt als auch in Berlin war kein
mobiler Empfang möglich.
Allgemein ist die Anzeige der Signalstärke ein wenig verwirrend, da bei
dieser offenbar nicht die gegenüber analogem TV-Empfang deutlich reduzierten
Sendeleistungen der DVB-T-Multiplexe mitberücksichtigt wurden. So wird
selbst beim stärksten in Frankfurt ausgestrahlten DVB-T-Bouquet vom ZDF nur
eine Signalstärke um die 20% angezeigt, obwohl der Empfang absolut robust ist.
Schwächere Sender können auch noch bei Signalstärken um die 11% empfangen
werden. Bei der Ausrichtung zeigt sich der Empfänger wenig anspruchsvoll. Meist
springt die Signalqualitätsanzeige sofort auf einen Wert von 100% oder knapp
darunter. Da Terratec die Cinergy T2 mit einer ganz normalen Antennenbuchse ohne
Spezial-Stecker ausgestattet hat, lassen sich zur Empfangsverbesserung auch
beliebige andere Antennen verwenden. Da die USB-Buchse keine ausreichenden
Stromstärken liefert, ist bei aktiven Antennen allerdings eine externe
Stromversorgung erforderlich.
Bildqualität
DVB-T ist kein Qualitätsfernsehen und das macht sich gerade auf dem PC
deutlich sichtbar. Die bei DVB-T verwendeten niedrigen Bitraten und teilweise
reduzierten Auflösungen springen dem Zuschauer geradezu ins Gesicht, wenn er
diese Bilder auf einem Display mit 1024 x 768 Pixeln oder mehr betrachtet. Auf
einem normalen Fernseher fällt dies hingegen nicht so deutlich auf, da dort
ohnehin nur das Bild mit 576 Bildzeilen dargestellt wird und auch nicht
hochskaliert werden muss. Dennoch ist es teilweise grausig, anschauen zu
müssen, was einige TV-Sender machen. So erschien die Ausstrahlung von
"Star Wars - Episode II" auf Pro Sieben sehr unscharf und bot nicht
mehr Qualität als eine SVCD.
Diese Probleme sind aber wohlgemerkt bereits auf Senderseite vorprogrammiert
und sind nicht dem Empfangsgerät anzulasten. Die Bilder wirken zwar immer etwas
weichgezeichnet, erscheinen aber ansonsten meist recht gefällig auf dem
Display. Im Vergleich zum Bild von analogen PC-Tuner-Karten ist das Bild sogar
sehr gut, vor allem, weil kein Rauschen oder Interferenzen im Bild zu sehen
sind.
Die Hardware-Anforderungen der Cinergy T2 sind für heutige Zeiten nicht
übermäßig hoch. So lief der Empfänger auch auf einem Centrino-Notebook mit
1,3 GHz absolut störungsfrei, ohne dass das System übermäßig ausgelastet war
und man nebenbei noch mit mehreren anderen Programmen parallel arbeiten konnte.
Fazit
Die Cinergy T2 bietet zum Preis von gerade einmal 100 EUR eine sehr
umfassende Ausstattung, ist sehr kompakt und lässt sich obendrein auch noch mit
einer Fernbedienung steuern. Insbesondere die übersichtlichen On Screen-Menüs
und die sehr einfache Bedienung haben es uns angetan. Die Empfangseigenschaften
sind so gut, dass in Sendernähe auch ohne lange Ausrichtung die DVB-T-Programme
einfach empfangen werden können. Den besonderen Reiz hat die kleine Box vor
allem im Einsatz unterwegs. Wer auch im Hotel DVB-T sehen möchte, der hat mit
der Cinergy T2 eine kompakte Empfangseinheit zur Hand, die sich platzsparend
verstauen lässt. Zum Betrieb im Auto oder der Bahn eignet sich der Terratec
DVB-T-Empfänger allerdings nicht, da sie im bewegten Betrieb das DVB-T-Signal
nicht mehr vernünftig aufbereiten und ein Bild darstellen kann.

Preis-/Leistung:      
Pro:
-
Guter Empfang mit der mitgelieferten Stabantenne
-
Umfangreiche Funktionen
-
Übersichtliche On Screen Menüs
-
Fernbedienung im Lieferumfang
Contra:
- Kein Empfang im mobilen Betrieb möglich
Produkt-Infos im Internet:
Weitere Informationen unter www.terratec.de
Technische Daten:
Features
* Digital TV Empfang (DVB-T)
* Verlustfreie digitale Aufnahmen (MPEG-2 Format)
* Timergesteuerte Aufnahmen und Timeshifting
* EPG-Unterstützung/ Programminformationen
* DVB Videotext mit FastIndexing und Schnellzugriff
* Vollbildmodus mit OnScreenDisplay (OSD)
* Stromversorgung über den USB-Anschluss
* USB 2.0 HiSpeed Schnittstelle (480 Mbps)
* Fernbedienung (37 Tasten)
Anschlüsse
* Antenneneingang 75Ohm
* Mini-USB 2.0 Buchse Digitale Aufnahme
* MPEG-2 TS
* MPEG-2 PS (durch Export)
* DVB-T Tuner
o VHF-Band III K5-K12 (174 MHz - 230 MHz)
o UHF-Band IV / V K21-K69 (470 MHz - 862 MHz)
o COFDM Demodulation (QAM16/QAM64)
Stromversorgung/-verbrauch:
* 5V DC, 480mA (USB Bus powered)
Dimensionen
* 74,5 x 50 x 23 mm
* Gewicht ca. 75 g
Software
* Cinergy Digital 2
* Ulead DVD Movie Factory 3 TV
* Cyberlink PowerDVD 5.0
Systemvoraussetzungen
* 1.0 GHz Intel Pentium III oder AMD Athlon CPU
* 128 MB RAM
* 1 freie USB 2.0 Schnittstelle
* Soundkarte mit DirectX-Unterstützung
* CD- oder DVD-Laufwerk zur Software-Installation
* PCI Express oder AGP Grafikkarte mit DirectX- und Video Overlay-Unterstützung
* DirectX 9.0 oder höher
* Windows 2000 mit ServicePack 4 oder Windows XP mit ServicePack 2
* Terrestrischer Digitalempfang (DVB-T)
Yes, it support Linux
Yes, it support Linux
Empfohlene Systemvoraussetzungen
* 1.5 GHz Intel Pentium III oder AMD Athlon CPU
* 1 freie USB 2.0 Schnittstelle
* 256 MB RAM
* Soundkarte mit DirectX-Unterstützung
* CD- oder DVD-Laufwerk zur Software-Installation
* PCI Express oder AGP Grafikkarte mit DirectX- und Video Overlay-Unterstützung
* DirectX 9.0 oder höher
* Windows XP mit ServicePack 2
* Terrestrischer Digitalempfang (DVB-T)
Verpackungsinhalt
* TerraTec Cinergy T²
* Magnetfußantenne
* Fernbedienung inkl. Batterien
* USB 2.0 Kabel (0.6m)
* Installations-/Software CD
* Handbuch auf CD
* Servicebegleitschein
* Registrierungsunterlagen
Verantwortlich für den Test: Karsten Serck
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