AREA DVD-Test: DVB-T-Receiver Technisat DigiPal 2

12.01.2005 Test: Karsten Serck

Das Gerät

Der Technisat DigiPal 2 (UVP: 119,99 EUR) ist ein einfacher DVB-T-Empfänger, der sich dank seines flachen Gehäuses auch leicht in AV-Anlagen unterbringen lässt, die schon etwas vollgepackter sind. Aufgrund des abgerundeten Designs lässt sich auf dem Receiver allerdings kein weiteres Gerät abstellen. Auf Wunsch kann man den Digipal 2 auch direkt im Bundle mit einer DVB-T-Antenne kaufen. Hier gibt es zwei Varianten zur Auswahl: Neben dem Digipal 2 mit der passiven Antenne Digiflex TT1 für 124,99 EUR kann man den Receiver auch mit der aktiven Antenne Digiflex TT2 zum Preis von 134,99 EUR erwerben.

Als Anschlüsse gibt es zwei SCART-Buchsen sowie für den Ton einen analogen und einen digitalen (koaxialen) Ausgang. Einen S-Video-Ausgang hat der DigiPal 2 nicht, aber dafür lässt sich immerhin die SCART-Buchse auf S-Video umstellen - übrigens auch für den Videorecorder-Ausgang. Die Anschlüsse befinden sich nicht nur an der Gehäuserückseite: Die Buchsen für den Ton sind an der linken Seite des Geräts zu finden.

Die Anschlüsse im Überblick:

Features


 

Bedienung

Die Menüs des DigiPal 2 wirken optisch sehr schlicht und sind sehr textorientiert, aber durch die große Schrift sehr gut ablesbar und sorgen trotz des sehr großen Funktionsumfangs des Geräts für keine Verwirrung. Manch einem mag dieses Design eher dröge vorkommen, es wirkt aber nicht billig und ist auf jeden Fall sehr funktionell und somit den Design-Spielereien mancher Geräte vorzuziehen.

Auch die Fernbedienung bietet ein sehr funktionelles Design ohne unnötige verspielte Designer-Elemente. Sie liegt gut in der Hand, ist sehr übersichtlich und ermöglicht einen sehr intuitiven Zugriff auf die wichtigsten Funktionen des Geräts.

Für einen Sendersuchlauf durch den kompletten VHF/UHF-Bereich benötigt der DigiPal 2 125 Sekunden. Die gefundenen Programme lassen sich nachträglich in ihrer Reihenfolge über ein eigenes Menü sehr simpel löschen oder verschieben. Während des Sendersuchlaufs wird immer die aktuell gescannte Frequenz angezeigt. Ebenso möglich ist aber auch ein gezielter Suchlauf auf einem einzelnen Kanal, falls neue Programme hinzu kommen sollten. 

 

Bild

Das Gerät wurde im Rhein Main-Gebiet getestet, wo seit dem 6. Dezember 2004 im Regelbetrieb insgesamt 22 Proramme von Frankfurt sowie den Sendern Hohe Wurzel und Feldberg ausgestrahlt werden. Im Vergleich zu vorherigen DVB-T-Tests in dieser Region waren somit wesentlich mehr Programme zu empfangen als die ursprünglichen beiden Test-Bouquets des ZDF und des Hessischen Rundfunks.

Wie bereits bei den vorherigen DVB-T-Tests im Rhein-Main-Gebiet wurde auch der DigiPal 2 im südlichen Randgebiet der DVB-T-Ausstrahlungen eingesetzt, wodurch sich insbesondere die Eignung zum Empfang im Grenzbereich überprüfen lies.

Obwohl ein perfekter Inhouse-Empfang mit simplen Antennen nur im Großraum Frankfurt sowie Mainz/Wiesbaden auf den offiziellen Versorgungskarten versprochen wird, waren selbst ganz außerhalb des Versorgungsbereichs, in dem der Empfang sogar nur mit einer festen Dachantenne garantiert wird, alle DVB-T-Programme mehr als 50 km südlich der Senderstandorte an der Grenze zu Baden-Württemberg zu empfangen.

Mit der im Lieferumfang befindlichen Technisat DVB-T-Antenne vom Typ Digiflex TT 2 konnten wir alle 22 Programme empfangen. Im Vergleich zum bereits getesteten Digicorder T1 von Technisat zeigt sich der Empfänger im DigiPal 2 allerdings wesentlich anspruchsvoller und erfordert eine genauere Ausrichtung der Antenne. Mit einer Büroklammer als Antenne - die bei vergangenen Tests erstaunlich gute Empfangsergebnisse brachte - war aus dem Technisat-Receiver kein Bild zu holen.

Doch mit solch simplen "Behelfsantennen" braucht man sich gar nicht abfinden, wenn man für einen geringen Aufpreis die aktive Technisat DVB-T-Antenne vom Typ Digiflex TT 2 nutzen kann, die ihre Versorgungsspannung direkt vom Receiver erhält und daher kein separates Netzteil erfordert. Mit dieser Antenne konnte der DigiPal 2 auf Anhieb alle 22 Sender aus dem Rhein-Main-Gleichwellennetz beim Sendersuchlauf finden. Doch ein störungsfreier Empfang ließ sich trotz eines Signalpegels von rund 60%, der vom Receiver im grünen Bereich angesiedelt wird, nicht auf Anhieb hinbekommen. Die Signalqualität schwankte sehr stark, selbst wenn die Antenne nicht bewegt wurde und erst bei sehr penibler Ausrichtung stieg die Signalqualität auf über 90% an. Bei Verwendung eines Verlängerungskabels und Positionierung der Digiflex-Antenne direkt vor ein Fenster klappte der Empfang dann aber einwandfrei. Der Signalpegel stieg auf maximal 70% an und ohne größere Schwankungen ließ sich eine Signalqualität um die 100% erreichen, die ein stabiles und von Aussetzern freies Bild möglich machte. Ganz so robust wie der Digicorder T1 zeigte sich der DigiPal 2 aber doch nicht. Auch wenn keine Aussetzer auftraten, so sank die Signalqualität bei Veränderung der Position schon einmal auf Werte im 40%-Bereich. Zusammenfassend können die Empfangseigenschaften des DigiPal als "Gut" bewertet werden. Wer direkt in Sichtweite eines Senders wohnt, sollte keine Empfangsprobleme haben. Zum Fernempfang aus Bereichen, die noch nicht zu den offiziellen DVB-T-Inseln gehören und für die sogar eine Dachantenne bemüht werden muss, eignet sich der Receiver aber weniger.

Die Bildqualität ist bei DVB-T weniger vom Wiedergabegerät als vielmehr vornehmlich von der Videobitrate der einzelnen Programme abhängig und allgemein etwas schlechter als vergleichbare DVB-S oder DVB-C-Ausstrahlungen. Bei niedriger Videobitrate lassen sich Artefakte im Bild kaum vermeiden. Diese waren auf praktisch allen Kanälen des HR-Bouquets beim genauen Hinschauen aus der Nähe zu erkennen, selbst in Szenen ohne große Bewegungen. Aufgrund der niedrigen Auflösung wirkt das Bild hier etwas schwammig. Dynamischere Bilder wie z.B. Sportübertragungen zeigen eine stärkere Unruhe, ohne dass die Artefakte hier aber übermäßig zunehmen. Auffällig ist aber gerade bei Fußballspielen in der ARD, dass man anstelle eines Rasens lediglich eine grüne Fläche mit leichten Blockstrukturen wahrnimmt. Das ZDF-Bouquet ist hier wesentlich besser und zeigt kaum Artefakte. Zwar wirkt das Bild auch hier etwas soft, aber insgesamt doch meistens gut und stellenweise sogar sehr gut. 

Die Wahrnehmung der typischen DVB-T-Effekte hängt nicht zuletzt von der Größe des Bildschirms und des Betrachtungsabstands ab. Bei einem Abstand von mehr als zwei Metern von einem 80 cm-TV fallen die DVB-T-Störungen kaum noch auf und das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Da es bei DVB-T weniger um die Bildqualität als vielmehr um die Verbreitung möglichst vieler Programme geht, wird man mit den genannten Problemen leben müssen, die unabhängig vom verwendeten Empfänger auftreten. Zumindest in Regionen, wo bislang kein ungestörter terrestrischer TV-Empfang möglich war, wird DVB-T aber trotzdem insgesamt eine bessere Qualität bieten können.

Die Kontrast- und Farbwiedergabe des DigiPal 2 ist perfekt. So kräftig-bunte Farben sieht man beim analogen Fernsehen praktisch nie. Der DigiPal 2 bietet sowohl via SCART-RGB als auch S-Video ein sauberes Bild, welches auch die Konturen und Schriften der On Screen-Menüs sehr scharf und ohne Störungen darstellt.

 

Fazit

Der DigiPal 2 ist ein sehr kompakter DVB-T-Receiver, der sich auch ohne Experten-Kenntnisse sehr gut bedienen lässt. Dies ist dem hervorragenden Bedienkonzept von Technisat zu verdanken, welches eine gut gestaltete Fernbedienung mit sehr übersichtlichen On Screen-Menüs kombiniert, deren Schriftgröße es auch älteren Menschen ermöglicht, alle Informationen vom Bildschirm abzulesen. Während sich der Receiver zur Verwendung innerhalb der DVB-T-Kernzonen ohne Einschränkung eignet, ist uns in Randbereichen der Empfang nur mit sehr genauer Antennenausrichtung möglich gewesen.


Einsteigerklasse
Preis-/Leistung:
 
Pro:
Contra:
Produkt-Infos im Internet:

www.technisat.de

Technische Daten:

Verantwortlich für den Test: Karsten Serck

12.01.2005