TEST: Yamaha Netzwerk-CD-Player CD-N500
09.01.2013 (cr/sw)

CD-N500 für 549 EUR
Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem
Internet:

Einführung
Yamaha kombiniert für 549 EUR Kaufpreis Tradition und Moderne: Der CD-N500
ist sowohl CD-Spieler als auch Netzwerk-Player inklusive Internet Radio (vTuner-basiert)
und Streaming-Möglichkeit für Musikdateien (auch 192 kHz/24-Bir FLAC ist
möglich) sowie Wiedergabe-Zentrale für iPod oder iPhone. Neben der
mitgelieferten Fernbedienung kann man den CD-N500 auch mittels der NP Controller
App bedienen, die sowohl für Apple iOS-basierte Devices als auch für unter
Android laufende Smartphones kostenlos herunterzuladen ist. Der CD-/Netzwerkplayer
punktet auch mit selektierten Bauteilen für hervorragende
Audio-Qualität. Zu nennen wären der rechts-/links-symmetrische
Audioschaltkreis und moderne 192 kHz D/A-Konverter mit 32 Bit Genauigkeit.
Verarbeitung

Leichte Retro-Anleihen in den 70er Jahren - aber gekonnt und
verarbeitungstechnisch gut umgesetzt - zeigt das Design. Wie man auf dem Bild
erkennen kann, sind alle Bedienelemente gut eingepasst

Der runde "Select"-Regler lockert die Landschaft
bewusst eckig gehaltener Bedienelemente auf

Schmale, rasch reagierende und ziemlich schnell herausfahrende
Laufwerkslade

Display mit feiner Auflösung

Hochwertige, passgenaue Verarbeitung auch aus seitlicher
Perspektive

Die Rückseite präsentiert sich in einwandfreiem Finish

Innenleben mit abgeschirmter Netzteilsektion

Einfaches, aber im Testbetrieb sehr zuverlässiges
Standardlaufwerk

Platinenlayout

Verkabelung

Netzteilsektion

Innenleben im Detail
Der CD-N500 verkörpert optisch eine gut ausbalancierte Mischung
aus 70er Jahre Retro-Look und zeitlos-moderner, clean-technischer Formensprache.
Die eckigen Bedienelemente sowie das runde, zentral untergebrachte
Multifunktions-Drehelement präsentieren sich akkurat verarbeitet. Aus
seitlicher Sicht ist die solide Frontblende tadellos eingepasst. Unter dem CD-/Netzwerkplayer
befinden sich solide Standfüße, die gut aussehen und dem Player gleichzeitig
einen sicheren Stand verleihen. Die CD-Lade reagiert rasch und fährt schnell,
mit allerdings gut hörbarem Surren, heraus. Das Laufwerk agierte im Test
zuverlässig - erzielte hinsichtlich der Einlesegeschwindigkeit aber keine
Rekorde. Dafür ist es schön leise, was verwundert, denn nach dem Öffnen des
Gerätes zeigt sich ein weitgehend ungeschirmtes Standardlaufwerk. Die schmalde
Lade ist präzise eingepasst, was den Eindruck einer hochwertigen Optik weiter
unterstützt. Keine Unzulänglichkeiten finden sich auch an der
Geräterückseite. Das Innenleben präsentiert sich aufgeräumt und mit
abgeschirmter Netzteilsektion. Aus qualitativer Sicht in Ordnung geht die
Fernbedienung, die aber keine Glanzlichter setzt.
Basisspezifikationen

Analoge und digitale Anschlüsse
- DLNA-Version 1.5
- Dateiformate, die wiedergegeben werden: MP3, WMA, AAC, WAV, FLAC, Apple Lossless
- Audio-Sampling-Raten, die unterstützt werden: (MP3/WMA/AAC) 8, 11.025, 12, 16, 22.05, 24, 32, 44.1, 48kHz (WAV/FLAC) 8, 11.025, 12, 16, 22.05, 24, 32, 44.1, 48, 64, 88.2, 96, 176.4, 192 kHz (Apple Lossless) 44.1, 48 kHz
- Bittiefen, die der CD-N500 unterstützt: 16 und 24 Bit, letzteres nur bei
WAV und FLAC
- CD/Disc-Formate: CD-DA, CD-R, CD-RW (MP3, WMA)
- ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang, Netzwerkausgang, Analoger
Cinch-Stereo-Ausgang
- Abmessungen (B x H x T) 435 x 96 x313,3 mm
- Gewicht: 5,25 kg
- Stromverbrauch: 28 Watt
- Ausgangspegel: 2,0 +/- 0,3 V (1 kHz, 0 dB, Fs 44,1 kHz)
- Signal-Rauschabstand: 110 dB
- Dynamikumfang: 100 dB
Funktionen und Bedienung

Fernbedienung
Kabelbasiert ist der CD-N500 rasch ins Heimnetzwerk eingebunden. Wichtig ist,
dass auf PCs und Servern die entsprechenden Ordner, in denen sich Musikdateien,
die wiedergegeben werden sollen, befinden, freigegeben werden. In der Regel
empfiehlt es sich, DHCP aktiviert zu lassen und die Adresse automatisch zuweisen
zu lassen. Im Setup findet man aber auch die Möglichkeit zur statischen
IP-Adresseingabe. Insgesamt ist die Bedienung besonders dann überzeugend, wenn
man die App für Apple iOS oder Google Android nutzt. Integriert in die
jeweilige App ist auch die Möglichkeit, die auf dem Smartphone gespeicherte
Musik über den CD-N500 wiederzugeben. "Richtiges" AirPlay hat der
CD-N500 nicht. Also kann man die in iTunes auf dem PC gespeicherten Musikdateien
nicht über den CD-N500 wiedergeben. Das Display des CD-N500 löst fein auf und
zeigt die aktuelle Basisinformation (z.B. Quelle, Titelinformationen etc.) klar
und deutlich mit tadellosem Kontrast an. Allerdings ist das Display lediglich
ein- und nicht mehrzeilig. Andere Hersteller gehen den Weg und offerieren
mehrzeilige Displays, da man aber nicht in Breite und Höhe enorm große
Displays auf der Gerätefront unterbringen kann, leidet darunter aber manchmal
die Lesbarkeit. Wieder andere Anbieter gehen den Weg und installieren Displays,
in dem eine der mehreren Zeilen größer dargestellt wird bzw. man kann mit dem
Cursor zur jeweiligen Displayzeile springen, und diese erscheint dann in
größerer Form. Die mitgelieferte Fernbedienung liegt recht gut in der Hand,
wer ziemlich große Hände hat, wird sich allerdings nicht über die
größtenteils relativ kleinen Tasten freuen. Eine Beleuchtung fehlt gänzlich.
Wichtige Tasten für den elementaren Spielbetrieb (Play, Stop, Titelsprung
vorwärts, Titelsprung rückwärts sowie Pause) befinden sich in einem
navigationskreuzähnlichen zentralen Bedienelement.
- Interne Radio /vTuner-basiert: Arbeitet problemlos, wie gewohnt kann man
nach Land, Musikrichtungen, neuen Sendern, populären Sendern oder Podcasts
suchen und sich Lesezeichen erstellen. Das Buffern der jeweiligen Streams
geht flott und in ca. 2 Sekunden über die Bühne (Durchschnittlicher Wert).
- Music Streaming (Musikdateien vom Server inklusive FLAC 192 kHz/24-Bit und
Apple Losless): Das funktioniert einfach und reibungslos. Man sucht sich den
PC oder Server aus, auf dem das zu streamende Musikstück oder der Ordner
mit den entsprechenden Dateien zu finden ist. Das Ganze funktioniert rasch
und reibungslos. 192 kHz/24-Bit FLAC-Dateien werden anstandslos
wiedergegeben
- Direktanschluss von iPod/iPhone über USB: Wir haben unser
iPhone 5 mittels Lightening Connector auf USB-Kabel an den CD-N500
angeschlossen - anschließend kann man das iPhone bezüglich der
iTunes-Musikwiedergabe-Funktion über die Fernbedienung des Yamaha CD-/Netzwerkplayers
steuern. Dies ging in unseren Test-Reihen absolut flüssig und problemlos.
- Wiedergabe von Musikdateien bis FLAC 192 kHz/24-Bit von einem USB-Stick:
Auch mit dieser medialen Variante kommt der CD-N500 ohne Schwierigkeiten
zurecht und gibt zuverlässig die von Yamaha angegebenen Dateiformate auch
vom USB-Stick wieder. Auch der Titelsprung in beide Richtungen geht
reibungslos vonstatten.
- CD-Wiedergabe: Das CD-Laufwerk liest recht leise und in ordentlicher, aber
nicht rekordverdächtiger Geschwindigkeit CDs ein. Nur beim Titelspringen
ist das Laufwerk leicht zu hören, ansonsten verhält es sich sehr leise.
Der Titelsprung mittels Fernbedienung klappt flott. Auch mittels App
funktioniert das Überspringen von Titeln ohne Schwierigkeiten.
- App-Steuerung: Die App-Steuerung funktioniert erst ab Firmware-Version
1.05. Installiert bei unserem CD-N500 war die Version 1.03, so dass man
zunächst ein Firmware-Update durchführen muss. Das Update besitzt im Menü
einen eigenen Unterpunkt. In einem Unterpunkt kann man sich die derzeit
installierte Version anzeigen lassen, im nächsten Unterpunkt erfolgt dann
die Möglichkeit zum Update. Das Update selber ist in verschiedene
Unterdateien unterteilt, die einzeln und recht zeitaufwändig herunter
geladen werden, selbst dann, wenn eine schnelle Internetverbindung zur
Verfügung steht ( in unserem Falle DSL 16.000). In beiden Fällen, sowohl
mittels Android-Smartphone (Samsung Galaxy S3 Mini) als auch mittels Apple iPhone 5,
arbeitet die App sehr gut. Der Funktionsumfang ist praktisch identisch
bei Android- und Apple iOS-Variante. Man kann unter verschiedenen Quellen
wählen (CD, das Smartphone, das mit Namen angeführt wird, USB und Server
sowie Internet-Radio) und innerhalb der Quellen alle relevanten Funktionen
für die Wiedergabe des gewünschten Titels oder Streams nutzen. In den
Optionen kann man die Gapless-Wiedergabe aktivieren Das Gapless Playing
beherrscht der CD-N500 ebenfalls. Hierbei werden entstehende Pausen umgangen
und somit eine nahtlose Wiedergabe ermöglicht.
Screenshots Apps
Apple iOS

Quellenübersicht

Server-/PC-Übersicht

Auch hochauflösende FLAC-Dateien kann der CD-N500 wiedergeben

Auswahl an 192 kHz/24-Bit-Stücken

Wiedergabe: 192 kHz/24-Bit-File

Wiedergabe von Musik direkt vom iPhone
Android-App

Quellwahl

Internet Radio (vTuner als Plattform beim CD-N500)

Musikwiedergabe direkt vom Samsung Galaxy S3
Testequipment
Klang
Dank der aufwändigen eingebauten Technik ist der CD-N500 in der
Lage, einen klaren, detailreichen und kultivierten Klang abzuliefern. Natürlich
merkt man dies besonders dann, wenn man hochauflösende Audio-Dateien von USB
oder Server wiedergibt wie z.B. "Dronning Fjellrose" von den Acoustic
Jazzern des Hoff Ensemble aus Norwegen. Sanft kommen Stimme und Piano gleich zu
Beginn heraus, ohne dass es an Kontur fehlt. Diese Balance gelingt dem CD-N500
sehr gut. Wie feinfühlig der CD-N500 agiert, beweist er uns auch bei
Claude Debussys "La Mer" (Part 1 - Morgengrauen bis Mittag auf dem
Meer sehr langsam, h-Moll) - hier agiert der Yamaha facettenreich und holt
gerade im Hochtonbereich viele Einzelheiten auf dem FLAC 192 kHz/24-Bit-Stück.
Er braucht, um seine Fähigkeiten zu präsentieren, einen entsprechend
geeigneten Verstärker wie unseren Onkyo A-9000R
oder den Yamaha A-S2000.
Durch die hochwertigen D/A-Wandler bedingt, empfiehlt es sich in vielen Fällen,
den Ton analog aus dem CD-N500 zu leiten und die Wandlung dem exzellenten Player
zu überlassen. Über den digitalen optischen oder koaxialen Ausgang können
zudem in Stereo maximal 96 kHz/24-Bit transportiert werden. Bei Diana Kralls
"Stop This World" (FLAC, 96 kHz/24-Bit) überzeugt der runde, dennoch
präzise Bass und die charismatische Stimmwiedergabe, die typische vokale
Details sehr gut mit einbezieht. Bei verschiedenen Internet Radio Stationen -
hier herrschen andere Verhältnisse, da oftmals der Stream in deutlich
komprimierter Form vorliegt - gefällt der CD-N500 mit straffem Bass,
überzeugende Grobdynamik und klar erkennbarer Struktur. Bedrich Smetanas
weltberühmte "Moldau", von CD mit 44,1 kHz/16-Bit zugespielt,
klingt ebenfalls natürlich, der Yamaha CD-N500 skizziert den Lauf des Flusses,
vom Komponisten melancholisch und mit akustischer Geschlossenheit zurecht
gelegt, präzise nach und erfreut auch hier mit hohem Detailreichtum - es ist
erstaunlich, wie gut die altbekannte CD trotz bescheidener technischer
Spezifikation noch klingen kann.
Konkurrenzvergleich
- Yamaha Musik-Netzwerkplayer NP-S2000:
High-End für 1499 EUR repräsentiert Yamahas großer Netzwerkplayer, der
kein Laufwerk mitbringt. Er bietet einen edlen inneren Aufbau, zu dem sogar
ein Ringkerntransformator gehört. Akustisch ist der Abstand zum CD-N500,
der sich blendend schlägt, allerdings kleiner als erwartet.
- Onkyo T-4070 Netzwerk Tuner : Der teurere
Onkyo (799 EUR) kokettiert mit Spotify-Integration und hoher
Musik-Formatkompatibilität (inklusive Ogg Vorbis) sowie professionellem AES/EBU-Ausgang.
Er hat, ebenso wie der Konkurrent von Pioneer, aber kein Laufwerk und 192
kHz/24-Bit anstatt 192 kHz/32-Bit D/A-Wandler wie der CD-N500.
- Pioneer N-30K: Der preiswertere
Pioneer (399 EUR) verfügt über ein mehrzeiliges Display, das viel
Informationsgehalt bietet, und über Apple AirPlay. Optional ist ein
Bluetooth-Adapter lieferbar. Ein CD-Laufwerk liefert Pioneer nicht mit. Für
den tadellos aufgebauten Pioneer spricht auch das zeitlose, schicke
Design.
Fazit

Yamaha ist mit dem CD-N500 ein wahres Multitalent zum fairen
Preis gelungen, das sogar audiophil angehauchten Hörern durch die sehr gute
akustische Qualität positiv auffallen könnte. Natürlich - gerade in diesen
Sphären beginnt man erst, ab einem bestimmten Preis an eine Komponente aus
klanglicher Sicht "zu glauben", aber wer seine Hemmungen bezüglich
preislich human kalkulierter Gerätschaften überwindet, wird sich wundern, wie
sauber und detailreich der Yamaha klingt. Was den multimedialen Zusatznutzen
angeht, offeriert der CD-Spieler einiges an Gimmicks. Neben vTuner-basiertem
Internet Radio offeriert der CD-N500 auch die Fähigkeit, Musikdateien gängiger
Formate zu streamen -Apple Losless und FLAC (bis 192 kHz/24-Bit) inklusive.
Natürlich können auch Audiodateien, die auf einem USB-Stick abgelegt sind,
wiedergegeben werden. Sehr praktisch und nützlich sind die Apps für Android-
und Apple iOS-Devices, die es auch zulassen, direkt vom Smartphone die
gespeicherte Musik zum CD-N500 zu transportieren. Verarbeitung und Bedienung
bieten wenig Spielraum für Kritik - doch es gibt ein paar Sachen, die man noch
besser machen könnte. Es fehlt eine Spotify-Integration, und neue Firmware wird
in einem langwierigen Prozess geladen. Wir würden gern überdies noch sehen,
dass der Netzwerkplayer mit DSD-Dateien, die beim Download hochauflösender
Audio-Files gar nicht mehr so unwichtig sind, klarkommen würde - das ist noch
wichtiger, als dass das eingebaute CD-Laufwerk auch SACDs wiedergibt. Insgesamt
jedoch präsentiert sich der CD-N500 als überzeugendes und wertiges
Gesamtkonzept.
Passt perfekt in unsere Zeit: Der Yamaha CD-N500 verbindet
hochwertige Audio-Technik mit konventionellem CD-Laufwerk und praxisgerechten
Netzwerkfunktionen

CD/Netzwerkplayer Obere Mittelklasse
Test 09. Januar 2012
+ Sehr klarer und detailreicher Klang
+ Wiedergabe von 192 kHz/24-Bit FLAC-Dateien
+ Zeitlos-elegante Optik und tadellose Materialqualität außen
+ Sauberer innerer Aufbau
+ App-Steuerung
+ Fairer Kaufpreis
- Kein Spotify
- Langwieriges Updaten der Firmware
Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 09.01.2013
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