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TEST: Yamaha Blu-ray/Universal-Player BD-A1020

02.04.2013 (cr/sw)

Yamaha Universalplayer BD-A1020

Fernbedienung

Rückseite

Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem Internet: 

Das Produkt

Yamaha baut mit dem BD-A1020 einen optisch gelungenen 3D-fähigen Universalplayer für knapp 500 EUR, der optisch perfekt zu den AVRs der Top-Linie AVENTAGE passt (z.B. zum Yamaha 7.2 AV-Receiver AVENTAGE RX-A820 oder zum Yamaha 9.2 AVENTAGE Receiver RX-A3020). Der Name "Universalplayer" impliziert es schon, nicht nur Blu-rays und DVDs, sondern auch SACDs und DVD Audio-Scheiben werden entgegen genommen. Und damit die Akustik auch im Detail überzeugt, setzt Yamaha auf 192 kHz/32-Bit-D/A-Wandler und somit auf die höchste derzeit gängige Bittiefe. Allerdings muss man, möchte man Mehrkanal-Signale von DVD-Audio oder SACD aus dem BD-A1020 bekommen, den digitalen HDMI-Ausgang verwenden. Analog können nur hochauflösende Zweikanalsignale aus dem Gerät geführt werden. Für Freunde moderner Musikdateiformate unterstützt der BD-A1020 auch FLAC. Integriert ist ein Zugang zum Video-Streaming-Portal Netflix. Gesteuert werden kann der Universalplayer wahlweise mit der eher unauffälligen und nicht allzu nobel erscheinenden mitgelieferten Fernbedienung oder aber über die Yamaha AV Controller App, dann aber zusammen mit einem Yamaha AV-Receiver.  

Der Player bietet ein ordentliches Display, das aber keine echte Punktmatrixauflösung aufweist. Die schmale Disclade öffnet recht zielstrebig und leise und ist hinter einer breiten, gut eingepassten Klappe untergebracht. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, aber relativ breit. Gut gefällt der Player besonders in der titanfarbenen Version, die schon lange Yamaha-typisch ist. In klassischem Schwarz ist der BD-A1020 auch erhältlich. Unter dem Player gibt es sehr solide, hochwertige Standfüße. Im Gegensatz zu den Aventage AV-Receivern weist der Universalplayer allerdings keinen fünften Standfuß auf. Die Frontblende ist aus seitlicher Sicht tadellos eingepasst, und auch die Geräterückseite mit hochwertig gearbeiteten Cinchterminals für die Nutzung des analogen Ausgangs weiß zu gefallen. 

Platinenlayout und Verkabelung

Gute Verarbeitung auch innen

Recht einfaches Laufwerk ohne aufwändige Schirmung des Gehäuses

Netzteilsektion

Innenleben in der Gesamtübersicht

Das Innenleben des BD-A1020 ist, wie typisch für moderne Player, recht karg und leer, weist aber keine Verarbeitungs-Defizite auf. Das Laufwerk erscheint recht einfach, also "Dutzendware" und ist nicht aufwändig geschirmt. 

Was Formate angeht, entpuppt sich der Yamaha als echter Könner. An Video-Dateiformaten werden DivX, MKV mit DivX Format, MKV mit H.264, MPEG PS, AVCHD, MPEG TS, MPEG-4, VOB, AVI, ASF und WMV unterstützt. An Audiodateiformaten gibt der Player MP3, WMA, WAV, AAC und wie bereits erwähnt FLAC wieder. JPEG, GIF und PNG-Bilddateien präsentiert der BD-A1020 ebenfalls. Der Yamaha greift bei Netzwerkeinbindung rasch auf verfügbare DLNA-Server zu und bietet eine störungs- und unterbrechungsfreie Wiedergabe von Audio-, Film- und Fotodateien. Eine Smart TV Plattform, wie sie in den BD-Playern großer Anbieter wie Panasonic, LG oder Samsung stecken, bringt der Yamaha nicht mit. Es bleibt bei integrierten Clients für YouTube, Picasa und Netflix. Was uns fehlt, ist eine eingebaute Internet Radio Plattform. Eine solche bietet LG beispielsweise bei den 2013er BD-Playern an. 

USB-Eingang vorn

Anschlussauswahl - der Yamaha hat optischen und koaxialen Digitalausgang

Hochwertige Buchsen für die analoge Tonausgabe

Integriert in den BD-A1020 ist auch ein WLAN-Modul für die kabellose Einbindung ins Heimnetzwerk. Die weiteren Anschlüsse umfassen einen USB-Anschluss vorn und hinten, einen HDMI-Ausgang, eine Netzwerkschnittstelle, einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang, einen FBAS-Videoausgang sowie einen Komponentenausgang. Ergänzt wird das Sortiment von einer RS232-Schnittstelle und IR In/Out-Buchsen. Das Steckerkabel wird in einen Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss gesteckt. Wer möchte, kann somit auch besonders hochwertiger oder auch längere/kürzere Netzstecker aus dem Zubehörsortiment verwenden.

Recht leise fährt die Disc-Lade heraus

Der 2,9 kg wiegende Player kann über HDMI 480i, 576i, 480p, 576p, 720p, 1080p und 1080p/24 Hz ausgeben. Wer im AV-Receiver oder im beamer/Flachbildschirm einen besonders hochwertigen Scaler/De-Interlacer hat, kann also DVD-Signale auch in 480i/576i aus dem Yamaha heraus leiten. Oftmals geben BD-Player nur 480p/576p über HDMI aus. Der Player verbraucht im Standby-Modus weniger als 0,5 Watt Strom und verfügt über 2 Pure Direct-Modi, zu erkennen an der blauen Lampe, die vorn auf der Gerätefront leuchtet. 

Drückt man auf der Fernbedienung die "Home"-Taste, landet man in einer Übersicht, die aus folgenden Logos besteht:

Home-Menü

  • Media (für USB-/Server-Wiedergabe)
  • Setup (für Playereinstellungen)
  • Quit (Verlassen des Menüs)
  • Netflix (Nutzung von Netflix)
  • YouTube (eingebauter YouTube-Client)
  • Picasa (eingebauter Picasa-Client)

Die schwarze Fernbedienung mit Tasten in verschiedenen Grautönen ist leider nicht beleuchtet, zudem weisen die Tasten einen teils zu weichen Druckpunkt auf. Arbeitswinkel und Reichweite der Fernbedienung sind befriedigend. Die Menüs des GUI sehen recht gut aus und sind im Wesentlichen sinnvoll strukturiert. Ein Erstinstallationsassistent soll helfen, ist aber nur bei Ausgabeauflösung und Bildseitenverhältnis aktiv. 

Bildschirmschoner

Allgemeine Einstellungen

Erstinstallation mit Hilfetexten

Erstinstallation: Auflösungswahl

Erstinstallation: Seitenverhältnis

Ende der Erstinstallation. Keine Einstellungen zum Thema Ton

Allgemeine Einstellungen, Überblick

Netzwerkmenü

Einbindung per WLAN oder LAN

3D-Ausgang

Farbraumeinstellungen

Bildfelder

Audioeinstellungen

Bevorzugte Ausgabe

Netflix

Netflix Login

YouTube

Anzeige verfügbarer DLNA-Server und PCs

Laufwerk und Bootzeit
  • Booten des BD-A1020: Schon nach rund 4 Sekunden erscheint der Startbildschirm, das ist sehr gut. 
  • Einleszeit BD Fluch der Karibik: 26,7 Sekunden, das geht schneller. 
  • Einlesezeit BD Casino Royale: 30,4 Sekunden, auch hier keine Glanzleistung. Es gibt Player, die sind deutlich flotter unterwegs - z.B. der Pioneer BDP-450
  • Einlesezeit BD Stirb Langsam 4.0: 33,3 Sekunden
  • Einlesezeit DVD Star Wars Episode III: 15 Sekunden
  • Einlesezeit DVD Sahara: 14 Sekunden
  • Layerwechsel DVD Top Gun Kapitel 18 auf Kapitel 19: Perfekt - kein Layerwechsel sichtbar. 
  • Betriebsgeräusche: Ein leises Sirren ist aus der Nähe immer zu hören, dieses stört aber nicht. Etwas lauter wird es während des Einlesevorgangs - besonders unangenehme Geräusche leistet sich der BD-A1020 nicht. 
  • Fehlerkorrektur: Alle DVDs, CDs und BDs wurden problemlos eingelesen, auch wenn die Discs etwas zerkratzt waren. 
  • Weitere Bemerkungen: Der BD-A1020 braucht ziemlich lange, um herunter zu fahren. 
Testequipment

Für Stereotestreihen:

Bild

Der Yamaha verfügt über einen Video-EQ. Zunächst gibt es die Modi Standard, Lebhaft, Kino und Nutzer. Wählt man Nutzer, so kann man verschiedene Parameter individuell justieren: Helligkeit, Farbsättigung, Farbton, Kontrast, Schärfe und CTI. Auch dann, wenn man eines der bereits vorinstallierten Bildfelder nutzt, kann man noch die Intensität des Rauschfilters bestimmen (0, 1,2,3) und den De-Interlacing-Modus einstellen (Auto, Film, Video). 

Avatar, Blu-ray, 3D nativ, Filmbeginn plus erster Ausflug von Jake Sully in Gestalt seines Avatars: Ab Filmbeginn überzeugt der BD-A1020 durch ein scharfes und stabiles Bild. Als Jake Sully an Bord des Langstreckenraumschiffs aus dem Cyroschlaf erwacht,  zeigt der BD-A1020 ein tiefes Panorama, das auch in den hinteren Bildebenen scharf wirkt. Als man das Raumschiff von außen sieht, zeigt der Player viele Details, z.B. an den Sonnensegeln und auch an den Kurzstreckenraumschiffen, die sich noch in Ruheposition befinden. Die Gesichter aller beteiligten Personen werden mit sauberer Differenzierung gezeigt. Das Innere des Kurzstreckenraumschiffs, das die Söldner auf die Planetenoberfläche zur Basis bringt, erscheint präzise durchzeichnet, das gilt für den Transportraum und fürs Cockpit. Die glänzenden Stiefel des Sicherheitschefs auf dem glänzenden schwarzen Fußboden im Hauptquartier bringt der BD-A1020 gut heraus. Der 3D-Effekt scheint natürlich und homogen. In Verbindung mit einem TV mit ausgezeichneten 3D-Eigenschaften wie unserem 46PFL9707S ist so viel Sehvergnügen garantiert. Dies ändert sich auch nicht, als Jake in Gestalt seines Avatars zu einem ersten Missionsflug aufbricht. Die gigantischen Bäume und die fremdartige Vegetation wird ungemein detailreich erfasst. Am großen Mammutbaum ist jeder Ast zu erkennen. Als der Hubschrauber inmitten des Dschungels landet, sind Einzelheiten am Fluggerät ebenso gut ausgebildet wie die verschiedenen Pflanzen und Tiere - so z.B. die Insekten und die schneckenartigen Wesen am Baum. Die Waffen der Söldner erscheinen ebenfalls sehr echt. Farben werden gut wiedergegeben, der Detailkontrast ist gut bis sehr gut ausgeprägt.

James Bon 007, Ein Quantum Trost, ab Filmbeginn, Blu-ray: Als die Kamera über die glitzernde Wasseroberfläche des Gardasees auf Bon im Aston Martin DBS und seine schießwütigen Verfolger in den Alfa Romeo 159 zufährt, zeigt sich, dass der BD-A1020 mit hoher Bildschärfe ebenso dienen kann wie mit enormer 24p Stabilität, hier gibt es ausschließlich Lob. Die Nahaufnahmen von Schalthebel, Sitzen und Bremsanlage des britischen Supersportwagens fördert einen sehr guten Detailkontrast und eine ausgezeichnete Detailschärfe zu Tage. Das Gesicht von 007 wirkt authentisch, Hautporen sind zu sehen. Bei den verschiedenen drastischen  Unfällen und der schnellen Fahrt bringt der Yamaha keine Bewegungsunschärfen mit ins Spiel. Als die Jagd ihr wüstes Finale in einem Steinbruch findet, kommt der Staub auf der Außenhaut des Aston Martin DBS sehr gut heraus, auch die Staubschicht auf dem Cockpit - hervorgerufen durch die fehlender Fahrertür - erscheint echt. Als Bond in Siena mit arg demoliertem DBS eintrifft, fährt er in einen spärlich erleuchteten Tunnel. Der BD-A1020 sorgt dafür, dass trotz dieser Verhältnisse die Wandziegel sehr sauber abgebildet werden. Im Verhörraum arbeitet der Universalplayer die Gesichter von M, 007, dem Leibwächter und dem Gefangenen vielschichtig heraus - hier zeigt sich ein Bonus teurere BD-/Universalplayer, bei Detailkontrast, Detailschärfe und Bildtiefe offerieren sie mehr als mancher preiswertere Konkurrent. Das mittelalterliche Spektakel, das gerade in Siena stattfindet, wird farbecht und dynamisch wiedergegeben. Als der sandige Boden aus der Vogelperspektive erscheint, kann man Einzelheiten von oben genau erkennen. Szenenwechsel, London, heftiger Regen: Die düstere Stimmung, von Vorkommnissen und Wetter herrührend, arbeitet der BD-A1020 gekonnt heraus. Das Innere des Hauses, in dem der Leibwächter eine Wohnung hatte, wird plastisch dargestellt. Kurze Zeit später darf Bond wieder mit der Sonne flirten - in Port-A-Prince muss er allerdings schnurstracks in ein heruntergekommenes Hotel. Er lässt sich mit dem Taxi bringen, und der dreckige, verschlissene Polsterstoff des Fahrzeugs ist in dem Moment, als 007 aussteigt, gut zu erkennen. Als der britische Doppelnullagent dann das Hotel betritt, sieht man deutlich die massiven Gebrauchsspuren an den Wänden. Die Oberfläche der Zimmertür wird präzise sichtbar, als Bond sich Zutritt zum Zimmer verschafft. Dessen Einrichtung, die auch ihre beste Zeit bereits eine Weile hinter sich hat, wird vom Yamaha mit hoher Stabilität präzise wiedergegeben. Als Bonds Gegner den Agenten urplötzlich anfällt, zeigt der Yamaha erneut ausgezeichnete Bewegungsstabilität. 

Upscaling von Filmmaterial, 576i auf 1080p, Verwendung des De-Interlacingmodus Film, Verwendung des De-Interlacing-Modus "Standard", Star Wars Episode III, ab Filmstart: Zunächst einige interessante Feststellungen. Bei der DVD von "Star Wars Episode III" ist der Film-Bildmodus des Yamaha unbrauchbar. Das Bild wirkt deutlich zu dunkel, was dazu führt, dass der im Schatten liegende Flügel des Sternzerstörers, der kurz nach Verschwinden der gelben Laufschrift durch den Bildschirm fliegt, praktisch völlig in der Dunkelheit abtaucht. Auch die Farbintensität ist zu deutlich und die Farbtemperatur zu tief - das hat mit Kino-gerechtem Bild nicht viel zu tun. Die Laufschrift ist beinahe orange. Deutlich positive Steigerungen der Bildgüte bringt die Verwendung des De-Interlacing-Modus "Film". Dann wirkt das Bild stabiler, Wellenbewegungen in den Lettern der Laufschrift nehmen ab. Die Bildruhe im Gesamten und im Detail steigt. Als Bildmodus haben wir uns nun für "Standard" entschieden. Hier erscheinen Farben allerdings etwas blass und das Bild wirkt etwas hell. Der Flügel des Sternzerstörers, der im Schatten liegt, wirkt etwas unnatürlich aufgehellt. Die Bildstabilität, als der Zerstörer auftaucht, ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. Leichtes Scalingrauschen tritt durch die erhöhte Bildhelligkeit deutlicher als nötig in Erscheinung. Im Bereich der Kommandobrücke ist überdies ein leichtes Bildzittern, das kombiniert mit Kantenversatz in Erscheinung tritt, zu beobachten. Im weiteren Verlauf der Raumschlacht offeriert der BD-A1020 dann ein gefälliges Bild. Die beiden Raumjäger fliegen nahezu ohne Schärfeverluste knapp über der Oberfläche des Sternzerstörers. Als die beiden kleinen Raumschiffe kurz darauf nach unten in die Schlacht abkippen, ist das Panorama, das sich öffnet, sehr gut. Bis in die untersten Bildebenen sind die Raumstationen und Raumschiffe ordentlich durchzeichnet. Scharf ist die Kommandobrücke des Sternzerstörers zu sehen, der nach links aus dem Bildschirm gleitet. Die aufsteigenden Rauchwolken und die verschiedenen Explosionen gibt der BD-A aus visueller Sicht authentisch wieder. Farbübergänge werden korrekt erfasst. Nur die Farbsättigung könnte im "Standard" Modus noch etwas größer sein. Insgesamt empfehlen wir, den TV, wenn er über ein gutes "Kino" Bildprogramm verfügt, zu justieren und beim Yamaha den "Standard" Modus zu nehmen. Die Außenhaut der Raumjäger gibt der Yamaha mit natürlicher Bildschärfe und guter Einarbeitung kleiner Details wieder. Hautfarben erscheinen echt, nur minimal zu blass. Einzelheiten am Cockpit kommen sauber heraus. 

Upscaling von Videomaterial, 576i auf 1080p, Verwendung des De-Interlacingmodus Video, Verwendung des De-Interlacing-Modus "Standard", AVEC Professional Test DVD: Bei den Laufschriften mit schwarzen und weißen Lettern, die vor weiß-rot-blauem Hintergrund in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen, erzielt der BD-A1020 noch gute Ergebnisse. Bei den schneller laufenden Schriften sind leichte Unschärfen und Artefakte zu erkennen. Die Farbtrennung ist ordentlich. Der zentral angeordnete große Siemensstern und die vier kleinen Siemenssterne in den Bildschirmecken drehen sich im nächsten Testbild gleichmäßig. Das Grün des Hintergrundes wirkt etwas hell. Die einzelnen Segmente, auch der kleinen Sterne, weisen kaum störende Streifen oder Treppenstufen auf. Das Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingt, wirkt sehr gut vom BD-A1020 wiedergegeben. Nur leichte Nachzieher im unteren Drittel sind auszumachen. An der Pendelspitze finden sich kaum Treppenstufen. Die Linie bleibt recht stabil, das Innenleben der Pendel verliert zwar an Schärfe, ist aber auch bei höherer Frequenz noch zu erkennen. Wenden wir uns dem Stadtbild von Esslingen, einem bewegten Real-Testbild, zu. Hier überzeugt der Yamaha mit ausgezeichneter Bildschärfe und prima Detaillierung. Die Struktur des hölzernen Geländers, kurz sichtbar, wirkt rauscharm und scharf. Die Bildruhe bei diesem Test-Beispiel bietet kaum Anlass zur Kritik. Sie ist höher als bei verschiedenen uns bekannten Konkurrenten. Die Ziegel der Hausdächer flimmern nur  leicht. Leider ist das Bild wiederum etwas hell, dadurch wirkt das Grün der Rasenflächen etwas milchig.  

Klang

Gut gefällt uns die Flac 96 kHz-Wiedergabe über die analogen 2-Kanal-Ausgänge. Wir hörten zunächst Diana Kralls "Stop This World" und waren sehr angetan von der exzellenten Detaillierung, die der BD-A1020 offeriert. Sehr präzise, tief und strukturiert weiß auch der Bass zu punkten. Die Stimme Dianas entfaltet viel Charisma, sie klingt rauchig und ausdrucksstark, so, wie es der Musikliebhaber schätzt. Die Anzeige auf dem TV-Screen mit Covereinblendung und allen Informationen (Dateityp, Laufzeit, Titelname, Künstler, Album, Genre) ist optisch hübsch arrangiert. Auch in 96 kHz/Flac liegt "Voulez-Vous" in der Adaption von Nils Landgren (Album "Funky Abba") vor. Sehr lebendig und ausdrucksstark gelingt dem Yamaha auch diesmal die Wiedergabe. Sehr frisch und detailreich, mit natürlicher Räumlichkeit wird hier ein hoher Standard geboten. "Past Is Death" von True Religion hat Dynamik und Härte, die Gitarren-Einlagen kommen präzise heraus und werden sauber von der Stimme des Sängers getrennt. Der schnelle Rhythmus wird tadellos wiedergegeben. 192 kHz Flac-Dateien gibt der BD-A1020 ebenfalls sehr facettenreich wieder, wie sich bei "Dronning Fjellrose" vom Hoff Ensemble zeigt. Mit der nötigen Sensibilität nimmt sich der BD-A1020 der weiblichen Gesangsstimme und dem sehr gut temperierten Piano an. Der Bass begeistert durch Fundament und Tiefgang, er legt sich als impulstreues Fundament unter den Song. 

Weiter geht es mit mehrkanaligen SACDs. Die Titelmelodie der 007-Filme, abgelegt auf der SACD "James Bond Themes" (gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra), wirkt enorm brillant, dynamisch und durchzogen mit natürlicher Räumlichkeit. Der Titelsong von "Goldfinger" kommt mit sehr guter Detailwiedergabe, harmonisch und zugleich lebendig integrierten Streichern und authentischer Bühne vortrefflich zur Geltung. Bei "A Pain That I'm Used To" von Depeche Mode (SACD-Multichannel) brilliert der BD-A1020 erneut. Mit sehr guter Verteilung der akustischen Effekte über alle Kanäle und fundierter Stimmwiedergabe sowie straffem Bass beweist er, dass es auch bei der digitalen Tonausgabe über HDMI Unterschiede gibt. Nicht verschweigen wollen wir, dass dies sehr umstritten ist - nicht wenige bemerken keine Unterschiede und sehen dies auch wissenschaftlich begründet, durch die Art der digitalen Signalübertragung. 

Auch DVD-Audio-Discs präsentiert der BD-A1200 in akustisch großer Form, so Carl Orffs weltberühmte "Carmina Burana". Die 48 kHz/24-Bit-Tonspur klingt brillant, gleichmäßig, mit sehr schöner Darstellung der Choralgesänge. Die gewaltigen Dynamiksprünge werden impulstreu übertragen. All dies legt die Vermutung nahe, dass man den BD-A1200 auf jeden Fall zusammen mit einem hochwertigen AV-Receiver mit beachtlichen akustischen Reserven betreiben sollte. 

Keine Berührungsängste auch bei BD-Audio-Discs wie der Klassik-Compilation "2L-The Nordic Sound". Hier hörten wir das Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur, gespielt von Marianne Thorsen und den Trondheim Solistene. Die sehr gute Aufnahme gibt der BD-A1200 überragend wieder und beeindruckt besonders durch Detailreichtum bei den Streicher-Soli. Überspitzte Wiedergabe oder oberflächlicher Klang sind dem Yamaha fremd. Stets begeistert er mit direkter, schwungvoller und realistischer Gesamtwiedergabe.

Natürlich kommt der BD-A1200 auch mit Filmton sehr gut zurecht. Hier haben wir den vierten Teil von "Mission Impossible", das "Phantom Protokoll" in Dolby TrueHD angehört und hier im Speziellen das 13. Kapitel, in dem Ethan Hunt im Sandsturm seinem Widersacher hinterher hetzt. Die herumfliegenden Sandkörner bringt der BD-A1200 auf allen Kanälen mit hoher Räumlichkeit zur Geltung, ebenso die anderen Effekte wie Rufe, Klirren und das tieffrequente Donnern. Dabei vergisst der Player nie den Music Score und arbeitet diesen, wenn vorhanden, mit akkurater Differenzierung ein. Die enorme atmosphärische Dichte und der kultivierte, aber gleichzeitig sehr dynamische Klang zeigen die Stärken des Yamaha deutlich auf. Die quietschenden Reifen und das zersplitternde Glas und Metall während der Auto-Verfolgungsjagd beweisen dies ebenfalls. 

Konkurrenzvergleich
  • Onkyo Blu-ray-Player BD-SP809: Der Onkyo ist besonders edel verarbeitet und trägt stolz sein THX-Zertifikat. Die 24p Stabilität ist immer noch tadellos, hinzu kommt eine sehr gute Gesamtbild- und Detailschärfe. Die Fernbedienung wirkt leider sehr billig und ab und zu spricht der Player etwas verzögert auf Befehle an. Akustisch ist der Onkyo ausgezeichnet, der moderne Yamaha offeriert aber noch mehr Feindynamik und Brillanz. Die Upconversion von DVD-Material ist bei Yamaha und Onkyo in etwa identisch. 
  • Panasonic DMP-BDT500: Der Panasonic hat einen 5.1 Mehrkanalausgang, so kann man die sehr guten D/A-Wandler des DMP-BDT500 noch flexibler nutzen. Bezüglich der Bildgüte liegt der Panasonic bei der Upconversion von DVD-Signalen vorn, ganz gleich, ob es sich um Video- oder um Filmmaterial handelt. Der Video-EQ ist besser als beim Yamaha. Der DMP-BDT500 hat zudem Panasonics umfangreiche Smart TV-Plattform mit an Bord. Im Gegensatz zum Yamaha BD-A1020 gibt der Panasonic aber keine DVD-Audio-Scheiben und keine SACDs wieder. Geht es um das letzte bisschen Facettenreichtum, klingt der Yamaha noch etwas brillanter und detaillierter. 
Fazit

Yamahas BD-A1020 zeigt sich besonders aus akustischer Perspektive sehr talentiert. Man kann guten Gewissens auch die analoge 2-Kanal-Signalausgabe aktivieren, dank der 1q92 kHz/32-Bit D/A-Wandler offeriert der BD-A1020 einen facettenreichen, dynamischen und zugleich angenehmen Klang. Gerade für 96 oder 192 kHz Flac-Dateien, die aktuell stark im Trend liegen, ist der formschöne, solide verarbeitete Yamaha Universalplayer ein exzellenter Partner. Aber auch für SACD- und DVD Audio-Liebhaber empfiehlt sich der BD-A1020, der im Design perfekt zu den noblen AVENTAGE AV-Receivern passt: Die Klangausgabe über HDMI ist erstklassig. Bilanzierend kommt audioseitig kaum ein auf dem deutschen Markt erhältlicher BD-Player vergleichbarer Preisklasse am Yamaha vorbei. Visuell sticht das sehr gute BD-Bild hervor, ganz gleich, ob von 2D-Blu-rays oder nativen 3D-Blu-rays- Von 2D nach 3D wandeln kann der BD-A1020 im Gegensatz zu Konkurrenten z.B. von Panasonic, LG und Samsung nicht. Schwächen zeigt der BD-A1020 in Form der zu langen Einlesezeiten und der durchschnittlichen Up-Conversion von Filmmaterial. Videomaterial hingegen sieht richtig gut aus. 

Hochwertiger Universalplayer mit erstklassigen Audioeigenschaften und sehr gutem Bild

Blu-ray-/Universalplayer Obere Mittelklasse
Test 02. April 2013

+ Sehr gute 24p-Stabilität
+ Scharfes und plastisches Bild bei 2D- und bei 3D-BDs
+ Exzellente Audioeigenschaften setzen Maßstäbe in der Preisklasse
+ Gute Verarbeitung und schicke Optik
+ Gibt 96 kHz und 192 kHz Flac-Dateien wieder
+ Perfekter Layerwechsel
+ Gute Up-Conversion von Videomaterial

- Up-Conversion von Filmmaterial nur durchschnittlich
- Zu lange Einlesezeiten

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02.04.2013

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