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TEST: Teufel On-Ear-Kopfhörer Aureol Real - Klang-Spaß für 100 EUR?

11.04.2013 (cr/sw)

Teufel Aureol Real für 100 EUR

Schickes Design (wahlweise in schwarz oder weiß) mit roten Akzenten, wirkt gerade in schwarz/rot richtig "diabolisch"

Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem Internet: 

Das Produkt

Teufel bietet für exakt 99,99 EUR den On-Ear-Kopfhörer Aureol Real in schwarz oder weiß, jeweils mit roten Akzenten, an. Teufel verspricht, hier einen "ohrumschließenden, offenen High-Definition-Kopfhörer der Spitzenklasse" auszuliefern - ob dies auch zutrifft, haben wir nachgeprüft. Mit einem Gewicht von 185 Gramm hat die Berliner Headphone-Schönheit zumindest nicht zuviel "Speck auf den Ohrmuscheln". Die groß dimensionierten Treiber weisen besonders kraftvolle Neodym-Magneten auf. 

Verstellmechanismus mit Metallelementen, wirkt recht solide

Direkt nach dem Auspacken erfreut man sich an der hohen Fertigungs- und Materialqualität, nicht immer typisch für Teufel-Produkte: Häufiger fehlt es an der Liebe zum Detail. Genau hier trumpft der Aureol Real groß auf und gefällt mit geringen Spaltmaßen, solidem Verstellmechanismus mit Metallelementen und mit hochwertigem, gepolstertem Kopfband. 

Tadellose Detailverarbeitung mit schick integriertem Teufel-Logo - unter Design-Gesichtspunkten machen sich die Berliner wirklich

In den Ohrmuscheln verbirgt sich Membrankraft, die von den 44 mm Linear-HD-Treibern ausgeht, die mit leistungsstarken Neodym-Magneten bestückt sind Der Kopfhörer weist eine Impedanz von 50 Ohm auf, was die Lautstärke an mobilen Devices in der Theorie naturgemäß etwas einschränkt, da diese von ihrem Leistungspotential auf 32 Ohm Headphones abgestimmt sind. Die erzielbaren Lautstärken reichen aber avöllig aus (getestet am Apple iPhone 5 32 GB) und zu lautes Hören schädigt zudem die Ohren. Die Empfindlichkeit gibt Teufel mit 102 dB bei +/. 4 dB @ 1 kHz an. Der Frequenzgang reicht von 20 Hz bis 22 kHz.  

Kopfband mit Logo

Kopfband-Polsterung fällt üppig aus, das sorgt für Tragekomfort

An diesen 3,5 mm Anschluss kann man verschiedene Kabel anschließen

Hochwertiges, farblich abgestimmtes mitgeliefertes Kabel mit 3,5 mm Miniklinkenstecker

Mitgeliefert werden ein 1,3 Meter-Kabel mit Stoffummantelung für unterwegs - mit 3,5 mm Miniklinkenstecker. Für den Einsatz an der Wohnungs- oder Hausfront gibt es ein 3 Meter langes Kabel in gleicher hochwertiger Ausführung. Die Stecker sind jeweils hartvergoldet. Es fehlt allerdings eine Kabelfernbedienung für iPhone oder Android-basierte Smartphones. Der Aureol Real ist somit ein "purer" Kopfhörer, der nur einen Zweck erfüllt: Akustisch glücklich zu machen. Im Lieferumfang enthalten ist ferner ein Transportbeutel. 

Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist ein längeres, auch genauso hochwertiges Kabel mit 6,25 mm Stecker

Klang

Bei Diana Kralls “Stop This World (vorliegend in FLAC 96 kHz) gefällt der klare und kraftvolle Klang des Aureol Real. Besonders die sauber strukturierte Stimmwiedergabe lässt uns aufhorchen. Das Piano klingt sehr lebendig, hier aber würden wir uns die für ein Piano typische Anschlagdynamik noch feiner herausgearbeitet wünschen. Die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt souverän. Das Schlagwerk kommt mit sehr gutem Timing präzise heraus. 
Auch bei „Glad Rag Doll“ von Diana Krall bewährt sich der tonal frisch und natürlich abgestimmte Aureol Real. Die großen Treiber mit Neodym-Magneten nehmen es auch mit kräftigem Eingangspegel auf (Vorsicht – das Hören in großer Lautstärke gerade beim Kopfhörer kann irreparable Gehörschäden hervorrufen!), das Klangbild bleibt stabil und nervt weder mit Dröhnen noch mit Verzerrungen. Die Stimme wird mit erstaunlicher Räumlichkeit fokussiert, die Gitarre kommt mit authentischer Auslegung zum Ausdruck., das Anzupfen der Saiten stellt der Kopfhörer akkurat dar. Entspannt „abfunken“ oder beim Tanzen jemanden „anfunken“ – mit den unserer Meinung nach überaus gelungenen und sehr empfehlenswerten Tracks des „Funky Abba“ Albums (FLAC 96 kHz) von Nils Landgren ist Hör- und Tanzfreude garantiert. Bei „Dancing Queen“ macht uns auch der Teufel Kopfhörer richtig Freude durch die intensive, den Zuhörer voll in den Bann ziehende Gesamtwiedergabe. Stimmen haben Ausdruckskraft und werden klar von den instrumentalen Klanganteilen abgegrenzt. Das Schlagzeug punktet mit exakt passendem Einsatz, im Bassbereich gibt es kein unschönes Nachschwingen. 

Mit „El Bajel Que No Recela“ (96 kHz FLAC) von Patricia Petibon, die durch ihre Interpretation französischer Barockmusik berühmt wurde, gibt es keine Berührungsängste. Dynamisch und mit präziser Kontur kommt die herausragende Stimme der Sängerin angemessen zur Geltung. Die Instrumente gruppieren sich gekonnt um die Stimme im Fokus, und die erlebte Räumlichkeit ist intensiv. Kleinere Einzelheiten berücksichtigt der Aureol Real prima bei der harmonisch-natürlichen Gesamtwiedergabe. Selbst wenn Patricia ihre Stimme erhebt und virtuos singt, übersteuert der Aureol Real nicht und sichert ein klar definiertes und strukturiertes Klangbild. Nur bei sehr hohem Pegel, den man eigentlich bei einem Kopfhörer schon aus gesundheitlichen Gründen nicht länger hören sollte, mischen sich Verzerrungen in die Gesamtakustik. Durch das relativ geringe Gewicht von 185 Gramm stört der Kopfhörer auch bei längerem Tragen nicht. Nur werden die Ohren aufgrund des Sitzens und des zwar angenehmen, aber etwas wenig Hitze absorbierenden Materials der Innenseite der Ohrmuscheln recht heiß.  Bei „Dronning Fjellrose“ der Akustik-Jazzer des Hoff Ensembles werden vokale Strukturen vom Kopfhörer sensibel heraus gearbeitet, die Instrumente erklingen räumlich und mit facettenreicher Struktur. Der Aufbau des langsamen, etwas schwermütigen Stücks kommt korrekt heraus. Die Ausrichtung ist auch hier natürlich und neutral. 

„I Used To Could“ von Mark Knopfler ist von gänzlich anderer Natur (96 kHz FLAC): Mit Schwung und Verve geht es hier ans Werk. Und Knopflers legendäre, charismatische Stimme wird vom Aureol Real-On-ear-Headphone mit der gebotenen Lässigkeit auf den Weg in den Gehörgang geschickt. Der Rhythmus mit all seinem Schwung und seiner Ausdruckskraft bereitet dem für diese Leistung preisgünstigen Hörer keine Schwierigkeiten. Die vom Hörer empfundene Räumlichkeit liegt überraschend hoch. Und wir lassen es weiter schwungvoll angehen: Die Punkrocker von „Bad Religion“ beschwören den Tod der Vergangenheit, in „Past Is Dead“ aus dem Album „True North“ (96 kHz FLAC) folgt auf einen ruhigeren, kurzen Anfang ein gewohnt temporeicher Song mit eifrigem Einsatz des Schlagzeuges und der E-Gitarre. Das Fetzige, Mitreißende des Songs mit kurzen, knapp getimten dynamischen Wechseln beweist uns, dass der Teufel-Kopfhörer impulstreu und mit toller Grobdynamik seiner Arbeit nachgeht. 

Electro-Musik vom Feinsten – M.U.S.I.C. von Nid and Sancy (44 kHz WMA) überzeugt mit lebendigen Beats und erneut sehr guter Dynamik. Die verschiedenen, elektronisch erzeugten Effekte werden gekonnt voneinander differenziert, der Aufbau einzelner Effekt-Kombinationen erfolgt präzise und mit stimmigem Timing. Der Bassbereich konnte noch etwas mehr Raum in unteren Gefilden erzeugen. Kickbassbereich und Rest des Bassbereiches überzeugen absolut.  Das zeigt dem Aureol Real dann doch die Grenzen auf: Der beinharte Kickbass beim Start des „Get Up“ (Dancefloor-Klassiker der späten 80er Jahre und nach „Pump Up The Jam“ zweiter großer Hit von Technotronic) Remix erzeugt bei höherer Lautstärke leichte Verzerrungen. Die neuen Mixe stammen von den Global Deejays, unsere spezielle Version wurde vom angesagten italienischen Top DJ Maurizio Gubellini, von seinen Fans kurz und bündig „Gube“ genannt, überarbeitet. Sind die schlimmsten Bassschläge direkt zu Beginn überwunden, schlägt sich der Aureol Real wacker und bietet harte Kickbässe mit ausgezeichnetem Timing und eine gute Abstufung bei der Wiedergabe der zahlreichen elektronischen Effekte. Wir ärgern den Berliner auf dem Kopf noch weiter, und zwar mit einem Stück, das auch schon ausgewachsene Subwoofer und Standboxen zur Verzweiflung trieb und treibt: „Universal Nation“ von Push, Trancehymne der Techno-Jünger(innen) der 90er Jahre, schlägt wörtlich genommen kräftig zu. Doch hier bleibt der On-Ear standhaft und serviert trockenen, sauberen Bass pur - wie guten Wein nimmt dies der BPM-Addict in sich auf. Respekt – denn auch der Aufbau der Effekte und der Grundmelodie gelingt spielerisch und somit glaubwürdig souverän. 

Konkurrenzvergleich:

  • Klipsch On-ear-Kopfhörer One: Lebendig und dynamisch sowie kraftvoll - der Klipsch gefällt immer noch. Er ist zudem leicht und komfortabel zu tragen. Gleichwohl muss gesagt werden, dass die Detaillierung und die Tiefenstaffelung beim Aureol Real noch etwas besser gelungen sind. 
  • AKG halboffener Kopfhörer K 540: Neutral und frisch spielt der AKG auf, allerdings lässt er es im Bassbereich an Tiefgang missen. 
Fazit

Der Teufel Aureol Real ist überaus erschwinglich und bietet zum kleinen Preis schon Tugenden, die man bei deutlich teureren Kopfhörern nicht mitgeliefert bekommt. Er agiert aus klanglicher Sicht natürlich, lebendig, räumlich glaubwürdig und impulstreu. Durch die neutrale Auslegung kann man den optisch sehr gefälligen Ohrhörer für jeden Musikstil empfehlen. Die fürs Geld gebotene Verarbeitung ist überragend - passend zum Testurteil. Der Tragekomfort ist tadellos, allerdings werden die Ohren bei längerem Tragen relativ heiß.

Preislich fairer On-Ear-Kopfhörer mit sehr guten akustischen Eigenschaften

On-Ear/Bügel-Kopfhörer untere Mittelklasse
Test 11. April 2013

+ Natürlicher, dynamischer Klang
+ Sehr gute Verarbeitung 
+ Für On-Ear akzeptables Gewicht
+ Sehr fairer Kaufpreis

- Ohren werden bei längerem Tragen heiß

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11.04.2013

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