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TEST: Sony 7.2 AV-Receiver STR-DN840

12.06.2013 (phk/cr/sw)

Der STR-DN840 kommt mit sieben Endstufen und WLAN (siehe Antenne hinten) auf 449 EUR und ist nur in schwarz erhältlich
Alle Daten finden Sie hier: http://www.sony.de/product/hcs-home-cinema-receiver/str-dn840/technische-details#tab



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Das Produkt

Für 449 EUR bietet Sony neu den 7.2 AV-Receiver STR-DN840 an, der sich akustisch dank "HD Cinema Sound" ganz besonders authentisch bei der Wiedergabe von Filmtonspuren in den Vordergrund spielen möchte. HD Digital Cinema Sound wurde in Zusammenarbeit mit Sony Pictures Entertainment entwickelt, um einen Klang zu realisieren, der von der Auslegung her sich nach dem richtet, was aus Sonys Hollywood-Tonstudios kommt. Mit 7 x 150 Watt wird die Leistung (bei 1 kHz) angegeben. Der AVR verfügt überdies über verschiedene (insgesamt 24)Sound Field Programme für Filmton und Musikwiedergabe. 

Mikrofon

Für einfaches Setup offeriert Sony D.C.A.C. als LS-Einmesssystem. Es wurde überarbeitet und soll nun zur Konkurrenz aufschließen. Der STR-DN840 ist für DLNA-Streaming geeignet und offeriert sogar serienmäßig WLAN per eingebautem Modul. Ebenfalls verfügt der AV-Receiver über AirPlay, die Nutzung von Sony Music Unlimited ist ebenfalls möglich. Natürlich werden die aktuellen HD-Tonformate decodiert. Mit dabei ist auch Dolby PLIIz. Videoseitig schleift der Sony 1080p und 4k Signale durch - ein Video-Processing bringt erst der größere STR-DN1040 mit. Der STR-DN840 hat sechs HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang. An konventionellen Digitalanschlüssen gibt es zweimal die optische und einmal die koaxiale Variante. Der Sony misst 430 mm in der Breite, 156 mm in der Höhe und 329,4 mm in der Tiefe. 

Rückseite mit WLAN-Antenne und Schraubverschlüssen für alle Lautsprecher

Sieben eingebaute Endstufen und leichtgängige Terminals

2 x Subwoofer-Out, 2 x FBAS-In, FBAS-Monitorausgang, 4 x Audio-Cinch-Stereo-In, 2 optische Digitaleingänge

Koaxialer Digitaleingang,, Tuneranschlüsse, 6 x HDMI-In, 1 x HDMI-Out

Netzwerkanschluss (kabelbasiert) und WLAN-Modul für die drahtlose Einbindung

Neue Optik bei den 2013er AV-Receivern, die den großen ES-Modellen ähnlicher sehen. Gute, saubere Passung der Kunststofffrontblende aus seitlicher Sicht, große, solide Standfüße

Display und Oberflächenqualität der Frontblende im Detail

Fernbedienung

Beschäftigen wir uns mit der mitgelieferten Fernbedienung . Gut sind im oberen Bereich die grauen und größeren Tasten für die Eingangswahl. Die darunter liegenden schwarzen Tasten hingegen erweisen sich in der Praxis als etwas klein. Das Navigationskreuz könnte ebenfalls auch etwas größer ausfallen. Die Reichweite und der Arbeitswinkel sind gut, ebenso wie der Druckpunkt der Tasten, die leicht gummiert sind und sich daher recht angenehm anfassen.

Drehregler

Kopfhöreranschluss, Anschluss fürs Einmessmikrofon, USB-Anschluss vorn

Display mit guter Auflösung

Kommen wir zum AVR selber. Das einzeilige Gerätedisplay lässt sich gut ablesen, die beiden rechts auf der Frontblende zu findenden Drehregler für Lautstärke (außen) und Eingangswahl (innen). Der Lautstärkedrehregler erscheint etwas schwergängig, er eiert zudem leicht. Der gerasterte Eingangswahlschalter bietet kaum Anlass zur Kritik. Der Sony überzeugt sonst mit solider Gehäuseverarbeitung und aufgeräumten Innenleben. Preisklassengemäß gibt es lediglich einen Blech-Kühlkörper. Das Platinenlayout und die Verkabelung sind ordentlich.

Aufgeräumtes Innenleben

Elkos mit Sony-Aufdruck und 10.000 Mikrofarad pro Stück

Trafo

Platinenlayout

Blechkühlkörper

Home Menü - Menüpunkte in englischer Sprache, nur Hilfetexte in deutscher Sprache

Das Menü ist sehr schlicht gehalten. Prinzipiell gibt es sogar ein "deutsches" Menü, hier sind aber nur die Hilfetexte auf Deutsch, die elementaren Menüpunkte hingegen auf Englisch. Die Übersetzung z.B. beim "Easy Setup" ist zudem nicht besonders gut. Hier bietet z.B. Denon beim AVR-X1000 einen deutlich professionelleren Gesamteindruck, was Menügestaltung und Menüfunktionalität gibt. 

Easy Setup

Beim "Easy Setup" wird erst die Sprache des OSDs gewählt (Englisch, Französisch, Deutsch oder Spanisch), anschließend werden Basiskonfigurationen hinsichtlich dem angeschlossenen Lautsprechersystem und der Netzwerkeinbindung getätigt. Beim Lautsprecher-Setup wird direkt auf das eingebaute Einmesssystem zurückgegriffen. Der Anwender wird dazu aufgefordert, das mitgelieferte, sehr flache und kompakte Mikrofon anzuschließen.  Innerhalb des Prozesses kann der Anwender überdies auswählen, wie die Endstufen 6 und 7 verwendet werden sollen, für Front High, Speaker B, Bi-Amping oder Surround Back. Über Multiroomdfunktionen verfügt der 840 nicht. Anschließend startet die Einmessung, die nur sehr kurze Zeit in Anspruch nimmt. Nach der Einmessung sollte man die Messung speichern, sofern sie korrekt ausgeführt wurde. Man kann sich etwaige Warnmeldungen auch anzeigen lassen. Multipoint-Einmessung an mehreren Hörpositionen offeriert der Sony nicht. Hier muss man wiederum den AVR-X1000 aus dem Hause Denon als löbliches Beispiel anführen, der mittels Audyssey MultEQ XT an  bis zu 8 Positionen einmisst. Dafür bringt der Denon aber nur fünf und nicht sieben Endstufen mit, auch das integrierte WiFi-Modul fehlt. Bei den Netzwerkeinstellungen des STR-DN840 kann man sich zwischen kabelgebundener oder kabelloser Einbindung entscheiden. Beim kabelgebundenen Setup können wir bei aktiviertem DHCP-Server die automatische Variante wählen oder selbst Hand anlegen und manuell die IP-Adresse eingeben. Die Drahtlosverbindung kann manuell per Kennworteingabe oder mit der WPS Push-Button-Methode realisiert werden. Im Folgeschritt wird die Verbindung überprüft und hergestellt. 

Wenden wir uns der weiterführenden Bedienung, die über das bereits beschriebene Easy Setup hinaus geht, zu. 

Im Grundmenü "Settings" offeriert der Sony die folgenden Punkte:

Settings

  • Easy Setup

  • Speaker Settings

  • Audio Settings

  • HDMI Settings

  • Input Settings

  • Network Settings

  • System Settings

In den Speaker Settings gibt es diese Unterpunkte:

  • Auto Calibration ja oder nein

  • Calibration Type (bezieht sich auf die Art der Auto Calibration-Kurve): Full Flat, Engineer, Front Reference oder Off. 

  • Speaker Pattern (LS-Konfig, z.B. 5.1 oder 7.2)

  • Automatischer Phasenabgleich auto oder off

  • Center Lift Up für perfekte Dialogwiedergabe

  • SB Assign - Zuweisung der Endstufe

  • Manual Setup: Pegel- und Entfernungseinstellung für jede Box, 0,5 dB Schritte beim Pegel, 1 cm Schritte beim Time Alignment, Einstellung der Boxengröße. Ferner gibt es die Einstellung der Crossover-Frequenz, einen Testton und die Wahl der Einheit (Fuß oder Meter)

In den Audio Settings findet sich:

  • Digital Legato Linear (DLL) für Verbesserung der Klangqualität, Auto1, Auto2 und Off.

  • Sound Optimizer für dynamischen Klang auch bei niedriger Hörlautstärke: Off, Low, Normal

  • EQ: Einstellung Bass und Höhen, eigentlich kein richtiger Equalizer

  • Sound Field: Hier finden sich die Sound Field Programme: Auto Format Detection AFD/2 Kanal: AFD Auto, Multi Stereo, 2-Kanal Stereo, Analog Direct. Weitere Programme (Movie): HD Digital Cinema Sound (Dynamic, Theater, Studio), PLII/PLIIX Movie, PLIIz Height, DTS Neo:6 Cinema. Viele DSPs finden sich im Unterpunkt "Music": Halle der Berliner Philharmoniker, Concertgebouw/Konzerthalle in Amsterdam, Halle des Wiener Musikvereins, Jazz Club, Live Konzert, Stadium, Sports, Portable Audio, PLII Music, PLIIx Music, PLIIz Height, DTS NEO:6 Music

  • A/V-Sync

  • Auto Volume

  • Dual Mono

  • Dynamic Range Compression (sollte ausgeschaltet sein für volle Dynamik beim Klang)

HDMI-Settings:

  • Control for HDMI (CEC) an oder aus

  • HDMI Pass Through

  • HDMI Audio Out

  • Fast View

Inout Settings:

  • Namen des Eingangs editieren

  • Eingangszuweisung

Network Settiungs:

  • Internet Settings

  • Information

  • Party Streaming on/off

  • Änderungsmöglichkeit für den Namen des AVRs im Netzwerk

  • Netzwerk-Standby

System Settings:

  • Sprachwahl

  • Auto Standby

  • Netzwerk-Update

  • Hinweis für Software-Update geben ja/nein

Wie nutze ich das Sony Entertainment Network? Auf der Fernbedienung die Taste "SEN" drücken, anschließend verbindet sich der Sony mit dem entsprechenden Dienst, verfügbar ist der Service "Music Unlimited". Man kann sich zwischen der sicheren SSL-Verbindung oder der "normalen" Verbindung verbinden lassen. Ohne Anmeldung ist nur eine extrem kleine Auswahl des Music Unlimited Services verwendbar, um den vollen Umfang von Music Unlimited nutzen zu können, muss man sich kostenpflichtig anmelden. Es gibt ferner die "Network Audio Remote" (für iOS und Android) zur Steuerung der Netzwerkfunktionen des STR-DA840. Obwohl im AppStore nur die Kompatibilität zur AVR 2012er Generation angegeben wird, funktioniert die App auch zusammen mit dem 840er. Für Sonys "Home Share Products" geeignet, können damit Musikstücke, die sich im Netzwerk befinden, abgespielt und organisiert werden. Eine vollwertige App zur gesamten Steuerung gibt es derzeit nicht. 

Der STR-DN840 ist auch DLAN-Streaming-fähig. Er erkennt die Formate WAV (LPCM), MP3, WMA und AAC - aber leider kein FLAC, was mittlerweile eigentlich Standard ist, gerade dann, wenn man Hi-Res-Audiodateien abspielen möchte. In Verbindung mit unserem Apple iPhone 5 32 GB funktioniert AirPlay problemlos, bei "Crazy World" von DJ Antoine überzeugt uns auch "Portable Audio" für Klangoptimierung von komprimierter Musik. Auch, wenn man Musik von iTunes aus dem PC abspielen möchte, treten keine Probleme auf. Beim 2013er Mix des Trance-Klassikers "Right In The Night" von Jam und Spoon begeistert der STR-DN840 mit sehr kräftigem Antritt, hoher Pegelfestigkeit und enormer klanglicher Klarheit. Die Klangcharakteristik ist ausgesprochen angenehm und lebendig, nie aggressiv oder störend.

Weitere Menü-Screenshots:

Auto-Kalibrierung

Schon nach kurzer Zeit ist die Einmessung beendet

Netzwerk-Einstellungen

Netzwerk-Einstellmöglichkeiten

Netzwerk-Parameter in der Übersicht

Schnell ist die LAN-Verbindung hergestellt

WLAN auch per WiFi Protected Setup (WPS) möglich

Lautsprechereinstellungen

#

Drei wählbare Kurven nach der Lautsprechereinmessung

Mögliche LS-Konfigurationen

Überblick über die aktuellen Einstellungen

Verschiedene DLL-Modi - sie sollen für eine höhere Klangqualität sorgen, was sich in der Praxis durch etwas mehr akustische Klarheit nachvollziehen lässt

Bass- und Höheneinstellung

Umfangreiche DSP-Auswahl

Zugang zu Sony Music Unlimited

Wer Music Unlimited nutzen möchte, braucht einen Zugang

Stream-Wiedergabe eines Music Unlimited Streams

Streaming vom Home Server

Problemlose Wiedergabe über AirPlay

Testequipment
Klang

Bei der BD "James Bond 007 - ein Quantum Trost" (Tonspur Englisch, DTS-HD Master Audio) geht es gleich schon zu Beginn, typisch für 007-Filme, richtig "zur Sache", als der britische Doppelnull-Agent mit seinem wertvollen Gefangenen im Kofferraum von Killern erbarmungslos um den Gardasee gejagt wird. 007 befindet sich mit seinem Aston Martin DBS auf dem Weg nach Siena, als die Ganoven in den Alfa Romeo 159 Limousinen ihm auflauern mit mit heftigen MP-Salven verfolgen. Wie kommt der Sony mit dieser Situation zurecht, die die volle Aufmerksamkeit und die volle Kraft der Endstufen erfordert? Kurz dauert das leise, aber bedrohliche Intro, und dann kommt ein großer Dynamiksprung, der Motor des Aston Martin heult auf und man ist mitten im turbulenten Geschehen. Der Sony liefert eine präzise Ansteuerung des aktiven Subwoofers und einen sehr guten Tiefgang. Die MP-Schüsse kommen dynamisch heraus - im Modus HD Digital Cinema Sound/Unterpunkt "Theater" geht es richtig zur Sache, die Effektwiedergabe hat Substanz und Ausdruckskraft. Darüber hinaus wirkt die Wiedergabe nicht zu spitz oder aggressiv, sondern auch bei großer Lautstärke ausgewogen und gefällig. Akustisch, das wird klar, muss Sony keinen Konkurrenten fürchten. 

Die Auto-Crashs wirken authentisch, das Aufprallgeräusch wird mit Wucht und Impulstreue übertragen. In Kapitel 2 startet dann der Music Score durch, und auch hier beweist der Sony Klasse: Fundiert die Stimmwiedergabe, nachdrücklich, aber sehr gut integriert der Bass und eine ausgezeichnete Darstellung der dynamischen Sprünge innerhalb des Songs. Im Kapitel, das im verregneten London spielt, gibt der Sony die auf den Boden prasselnden Regentropfen räumlich weitläufig und mit hoher atmosphärischer Dichte wieder. Der Dialog zwischen 007 und M wird außerordentlich gut ins tonale Gesamtgeschehen eingearbeitet. Die Stimmen im Dialog wirken nicht zu vordergründig und auch nicht zu blass. Daher ist es ratsam, ein hochwertiges Lautsprecherset an den STR-DN840 anzuschließen und sich nicht mit billigen Sub/Sat-Lösungen zufrieden zu geben. Ein weiteres Kapitel des Films spielt in Port-Au-Prince auf Haiti. Hier wirkt der Music Score sehr lebendig, und als Bond im herunter gekommenen Hotel an die Tür klopft, wirkt auch dieses Geräusch sehr realistisch und echt. Entfernt sind die Geräusche von der Straße zu vernehmen, auch hier gelingt dem Sony die Einarbeitung gut. Nach kurzer Stille dann wird 007 von seinem Gegner angefallen, und es kommt zu einem heftigen Gefecht, bei dem die Hotelzimmer-Einrichtung stark leidet. Die kräftigen Schläge, und das Zersplittern von Inventar präsentiert uns der 840 souverän. Auch die Fahrgeräusche auf der stark befahrenen Straße vor dem Hotel kommen gut heraus. 

Nächster BD-Titel sind die "Avengers", auch hier braucht der STR-DN840 wieder alle seine Kräfte, um das Optimum aus der Tonspur innerhalb der Rahmenbedingungen der 450 EUR-Preisklasse, der der Sony zugehörig ist, heraus zu holen. Gelingt ihm dies? Direkt schon kurz nach Filmbeginn geht es richtig "zur Sache" bei einer erbarmungslosen Verfolgungsfahrt. Der dramatische Music Score kommt parallel zu den Fahrgeräuschen gut heraus,  der Sony steuert den aktiven Sub so gut an, dass Präzision, Wucht und Nachdruck begeistern. Wer also das Effekt-Spektakel liebt, liegt mit diesem AVR-Modell goldrichtig, durch die homogene, gefällige Abstimmung des Sony ist es überdies möglich auch mit lauten Pegeln über größere Distanzen zu hören. Die  Explosion des Hauptquartiers macht dann auch richtig Spaß, ebenso die sich anschließende Jagd. Der Hubschrauber wird akustisch tadellos dargestellt und sehr gut ins Gesamtgefüge eingearbeitet. Zu Beginn von Kapitel 10 sind die Fluggeräusche der riesigen Kommandobasis sehr gut zu vernehmen, erneut überzeugt uns der gebotene Tiefgang. Das Pressluftgeräusch der sich öffnenden Tür ist präzise zu vernehmen. Im 12. Kapitel kommt es zu einer Schlacht auf dem fliegenden Flugzeugträger. Durch die Verwandlung und das unkontrollierte Auftreten von Hulk werden Teile der Inneneinrichtung lautstark in Schutt und Asche gelegt. Hier bietet der 840er eine solide Räumlichkeit und ein weites Klangfeld bei gleichzeitig impulstreuer Herausarbeitung der verschiedenen Effekte. Der Reparaturversuch außen zeigt wieder, wie gut der Sony mit Action-Kino vom Feinsten zurecht kommt: Der akustische Aufbau von Dramatik wird vom AV-Receiver sehr gut verdeutlicht.  Wir können nur das Resümee ziehen, dass Sony schon in bürgerlichen Preisklassen nicht nur eine enorme Dynamik und Kraft aufbietet, sondern auch eine Steigerung gegenüber der 2012er Modelle umsetzen konnte. Mehr atmosphärische Dichte, mehr Tiefgang, mehr Staffelung im Bassbereich, bessere Einarbeitung von Stimmen und noch mehr Pegelfestigkeit sind die handfesten Vorzüge. 

Wie kommt der STR-DN840 mit Musikmaterial zurecht? Wir machten mit Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Figaros Hochzeit" (BD, DTS-HD High Resolution Audio) die besondere Probe aufs Exempel, denn das DSP für die Halle des Wiener Musikvereins bietet sich hier bestens an, das Hör-Erlebnis noch zu steigern. Wir starten mit dem instrumentalen Intro. Kurz vor Beginn der Oper gibt der Sony schon das Gemurmel und das folgende Klatschen des Publikums sehr gut wieder. Als das Orchester zu spielen beginnt, erfreut uns der Sony mit hoher Lebendigkeit und einwandfreier Homogenität. Dem Kenner bleibt freilich nicht verborgen, in welcher Preisklasse der STR-DN840 zu Hause ist: So nimmt die Detaillierung in den hinteren musikalischen Reihen schon etwas ab, wenngleich das gesamte Orchester schon mit Verve zu vernehmen ist. Das kurze Violinensolo wirkt zwar harmonisch, lässt es aber an Kontur im Detail etwas fehlen. Wie gibt der Sony die Stimmen von Figaro und Susanna, den beiden Hauptfiguren (gesungen von Ildebrando d'Arcangelo und Anne Netrebko) wieder? Hier trifft der Sony relativ sicher ins Schwarze und liefert saubere Konturen und gute Lebendigkeit - für diese Preisliga eine beachtliche Leistung. Der instrumentale Einsatz kommt ebenfalls dynamisch und räumlich heraus. Dass die beiden Hauptfiguren auf der Opernbühne stehen, wird durch die akkurate Front-Surround-Balance stets offensichtlich. Die dem Konzertsaal eigene, recht reichhaltige Klangcharakteristik arbeitet der STR-DN840 überzeugend heraus. 

Beim finalen Konzert der norwegischen Pop-Titanen von a-ha (BDF, Tonspur DTS-HD Master Audio) hörten wir die beiden Stücke "The Sun Always Shine On TV" und "We're Looking For The Whales". Das längere Intro vor "The Sun Always...." gibt der AV-Receiver atmosphärisch dicht wieder, die Beifallsbekundungen des Publikums, der langsame musikalische Aufbau, bei dem sich ein Element zum anderen ergänzt, kommt überraschend komplett heraus. Vor allem schafft es der Sony, im Bassbereich ein solides Fundament aufzubauen, was einigen Konkurrenten hier nicht in dieser Weise gelingen konnte. Als der Song losgeht, bietet der Sony einen nachvollziehbaren Bühnencharakter, eine saubere, fundierte Stimmwiedergabe und eine gekonnte Einarbeitung von Schlagzeug, E-Gitarre und Synthesizer. Bei dieser Art von Musik gefällt auch das Detaillierungsvermögen sehr gut. Die Klangauslegung des STR-DA840 sorgt erneut dafür, dass man gern laut hört - zum Leidwesen der Nachbarschaft. Wie schaut es bei "We're Looking For The Whales" aus? Auch hier hat es uns beeindruckt, dass der Sony von der ersten Sekunde an Atmosphäre aufbaut, und zwar nicht vordergründig sowie oberflächlich wie sonst oft üblich, sondern mit Liebe zum Detail. Schwungvoll, impulstreu - so erfolgt die Wiedergabe. Kraftvoll nehmen sich die Endstufen auch gehobenem Pegel an und setzen diesen nahezu verzerrungsfrei um.

Bei "L'Attesa" von Andrea Bocelli bringt uns der STR-DN840 seine Fähigkeiten zur kultivierten Stereowiedergabe näher . Er drängt sich dem Hörer nie auf, sondern spielt fundiert und lebendig, aber gleichzeitig dezent und kultiviert - eine gelungene Mischung. Er baut eine realistische Bühne auf, die bezüglich Weite und Tiefe zu gefallen weiß. Die Stimme Andreas erscheint facettenreich und präzise gestaffelt. 

Konkurrenzvergleich
  • Denon AVR-X1000: Der Denon hat nur fünf Endstufen und kein WLAN-Modul - klanglich begeistert auch er, er klingt noch etwas filigraner, ausbalancierter als der Sony, dafür vermittelt der STR-DN840 noch mehr Kraft und bietet noch eine Idee mehr Grobdynamik. Der Sony hat ausgezeichnete DSPs, diese kann der Denon nicht offerieren. Beide AVRs haben kein Videoprocessing. Der Denon hat das bessere und aufwändigere Einmesssystem, mehr internetbasierte Musikplattformen, volle FLAC-Kompatibilität und den um 50 EUR niedrigeren Kaufpreis. Das OSD des X1000 gefällt uns überdies besser, es wirkt moderner und professioneller.
  • Yamaha RX-V473: Der Yamaha von 2012 ist nach wie vor ein preisgünstiger und ausgewogener Fünfkanal-AV-Receiver. Wie auch die Konkurrenz verfügt er über AirPlay. Er klingt angenehm und klar, sehr gut sind die eingebauten HiFi und Cinema DSPs. Hier hat Sony aber aufgeholt und bietet beinahe den selben Standard. Ein eingebautes WLAN-Modul hat der RX-V473 nicht.
  • Sony STR-DN1030: Eigentlich ist der STR-DN1040, den wir ebenfalls testen werden, der direkte Nachfolger. Der STR-DN840 ist aber klanglich so gut geworden, dass er dem DN1030 schon praktisch das Wasser reichen kann - bei Dynamik, Detaillierung, Pegelfestigkeit und Räumlichkeit liegt der STR-DN840 praktisch gleichauf. 
Fazit

Der Sony STR-DN840 brilliert akustisch praktisch ohne Einschränkung. Dynamisch, kultiviert, kraftvoll, detailreich - hier muss der AV-Receiver den Vergleich mit der stärksten Konkurrenz nicht fürchten. Auch für den Sony spricht, dass direkt sieben Endstufen integriert sind - so ist man hinsichtlich des Setups deutlich flexibler als mit Modellen, die über fünf eingebaute Endstufen verfügen. Zwei Subwoofer-Pre Outs und sechs HDMI-Eingänge sind auch prima, hinzu kommen als Ausstattungs-Vorzüge ein eingebautes WLAN-Modul und AirPlay. Die Verarbeitung mit neuem Layout innen überzeugt ebenso wie das Finish außen. Ein noch besseres Testergebnis verhindern andere Faktoren: Das rudimentäre OSD mit teils unzureichender Übersetzung, die nicht besonders überzeugende Fernbedienung, die fehlende Flac-Audio-Dateiunterstützung und das einfache Einmessystem ohne Mehrpositionen-Funktionalität. 

Akustisch ausgesprochen starker AV-Receiver mit sieben Endstufen und sehr guten DSPs

AV-Receiver Mittelklasse
Test 12. Juni 2013

+ Exzellente Pegelfestigkeit
+ Gefälliger, kräftiger und lebendiger Klang
+ Sehr gute DSPs für Filmton und Musik
+ 7 Endstufen
+ 2 Subwoofer Pre-Outs
+ AirPlay
+ Saubere Verarbeitung Innen und Außen

- Keine FLAC-Wiedergabe
- Rudimentäres und teilweise unzureichend übersetztes OSD
- Schlichtes LS-Einmesssystem ohne Mehrpositioneneinmessung

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 12.06.2013

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