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TEST: Pioneer Wireless Sound System XW-SMA4

15.08.2013 (cr/sw)

Pioneer XWS-MA4, für rund 350 EUR zu erwerben

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Das Produkt

Für rund 350 EUR ist der der Pioneer Wireless Streaminglautsprecher XW-SMA4-K mit satten 40 Watt Leistung erhältlich und folgt dem Trend  als moderne Komponente mit einer Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Der optisch hochwertig wirkende Lautsprecher ist zwar nicht mit Bluetooth ausgestattet, bietet aber dafür neben der normalen Einbindung ins Heimnetzwerk (komfortabel per WPS mit entsprechend kompatiblem Router) auch WiFi-Direct. Hierbei wird ein eigenes drahtloses Netzwerk zwischen Smartphone und SMA4 aufgebaut. Die Verbindung erfolgt automatisch per Knopfdruck. Der Pioneer Streaminglautsprecher ist außerdem kompatibel zu Apple AirPlay und zu HTC Connect. Integriert ist, nachdem es bereits Ende 2012 das entsprechende Update der Fimrware gegeben hat, die Internet Radio-Plattform vTuner. Damit der kompakte Streaminglautsprecher kraftvoll und lebendig klingt, war Pioneer kaum ein Aufwand zu groß. Andrew Jones, Pioneers Lautsprecher-Chefingenieur, hat große Erfahrung im Entwickeln hochwertigster Schallwandler - und er hat sich um das Sound-Tuning beim XWS-SMA4 gekümmert. Akkubetrieb ist mit dem größten der Wireless-Lautsprecher nicht möglich, dies funktioniert nur mit dem XW-SMA3, der darüber bhinaus auch spritzwassergeschützt ist.

Rückseitige Anschlüsse, auch ein 3,5 mm Aux-In-Anschluss ist vorhanden. Daneben der Anschluss fürs externe Netzteil

Netzwerk- und USB-Buchse

WLAN-Antenne

Bassreflexrohr

Bedienelemente am Gerät

Status-LEDs

Komplette Rückseite

Ordentliches Finish

Wie oben bereits erwähnt, unterstützt das XW-SMA4 WiFi-Direct, damit können Smartphones/Tablets oder PCs direkt mit dem Wireless-Lautsprecher verbunden werden. Für höhere Flexibilität sollte das Gerät aber direkt in ein vorhandenes Netzwerk eingebunden werden, dies kann über den Ethernetanschluss auf der Rückseite geschehen oder auch komplett drahtlos erfolgen. Wer nicht über einen WPS-fähigen Router verfügt, schließt das Pioneer Gerät direkt an einen PC an und erledigt die Einstellungen über den Browser. Einfacher geht es aber mit WPS Push-Button: Nach dem Einschalten wird einfach die "Network Setup"-Taste gedrückt und danach innerhalb von zwei Minuten die WPS-Taste am Router. Nach erfolgreicher Verbindung leuchtet die Network-Taste durchgehend blau. Steht die Verbindung einmal, muss man den Vorgang nicht wiederholen. Selbst wenn man den XWS-SMA4 komplett vom Netz trennt, bleiben die Einstellungen erhalten und der Pioneer verbindet sich automatisch wieder mit dem Netzwerk - nur nach dem Firmware-Update auf die Firmware-Version mit vTuner-Support mussten wir die Verbindung mit dem Router neu einrichten. Übrigens - dank der USB-Buchse hinten kann auch ein iPad oder iPhone direkt per USB eingebunden werden. Nicht nur iPod oder iPhone, auch das iPad wird an der USB-Buchse aufgeladen.

Zum Firmware-Update für die vTuner-Nutzung - hier gibt Pioneer auf der Produkt-Website zum SMA4 genaue Anweisungen:

Anweisungen zum Firmware-Update

In der gesamten Netzwerkübersicht taucht der Pioneer-Player sofort auf

Web Control

Wir finden den gesamten Prozess etwas komplex und langwierig. Sinniger wäre es vielleicht gewesen, das Update mit Hilfe der Pioneer Control App, kostenlos für Android und Apple iOS Devices herunter zu laden, anzubieten. Immerhin - funktioniert hat alles im Großen und Ganzen, zwar mussten wir die WPS-Verbindung zum Router neu aufbauen (was ein Einzelfall sein kann), dies war aber auch das einzige Problem. Die Internet Radio-Plattform vTuner jedenfalls stand nach dem Update und wieder erfolgter Einbindung ins Netzwerk sofort zur Verfügung.

Nach erfolgtem Firmware-Update muss der Stecker des Netzteils gezogen werden

Mit dem SMA4 stehen dem Anwender flexible Möglichkeiten der Audioübertragung zur Verfügung, darunter AirPlay von PC oder iPhone oder auch direkte Wiedergabe via DLNA, Windows Media Player 11/12 eignen sich hier sehr gut.

Praktisch: Rechter Mausklick in der Mediathek des Windows Media Players, und die zur Wiedergabe zur Verfügung stehenden Geräte werden aufgelistet. Wir entscheiden uns für den SMA4 (unteres Gerät)

Wiedergabe mit dem SMA4

Bevor wir dem Drahtlos-Lautsprecher aber Musik übers Netzwerk zuspielen, sehen wir uns den XW-SMA4 genau an. Der Pioneer Streaminglautsprecher ist eine aufwändige 3-Wege Konstruktion im Bassreflex-Gehäuse, die Öffnung befindet sich auf der Rückseite. Zwei 77mm Tieftöner und zwei 24 mm Hochtöner sind integriert, für satte Bässe kommt noch ein spezieller Subwoofer-Lautsprecher mit 100 mm Chassis hinzu. Der Lautsprecher ist 360 mm breit, 210 mm hoch und 169 mm tief. Das Gewicht liegt bei 5 kg.

 Optisch zeigt sich der XW-SMA4 wie schon der bereits getestete XW-SMA1 als gediegen und gleichzeitig modern. Mit leicht gerundeter Front- und Rückseite und an den Seitenteilen hochglänzender Oberfläche macht er sich im Wohnraum oder Home Office sehr gut. Abgesehen vom Lautsprechergitter aus Metall besteht der Streaminglautsprecher aus Kunststoff, der allerdings keinen billigen Eindruck hinterlässt. . Die Seitenteile sind in schickem Hochglanzschwarz, die Rückseite sowie der kleine Abschnitt mit den Status-LEDs und Touch-Bedienelementen matt gehalten. Die Materialübergänge sind allesamt sauber und weitgehend nahtlos, die Spaltmaße sind gleichmäßig und recht end. Die Bedienelemente vorne rechts reagieren zuverlässig und flink auf Berührungen, bei Dunkelheit sind sie aber nicht zu erkennen. Links davon zeigen die Status-LEDs in Blau, Rot oder Lila den jeweiligen Betriebsstatus an. An der Rückseite finden sich tadellos eingepasste Anschlüsse sowie die schwenkbare WLAN-Antenne. Die Fernbedienung ist für unseren Geschmack etwas zu einfach gehalten, aber wenigstens sehr kompakt. Der Tastendruckpunkt ist in Ordnung, Reichweite und Arbeitswinkel sind befriedigend. Für den Betrieb der Fernbedienung ist eine Knopfzelle notwendig.

Wie schon erwähnt kann man den Lautsprecher auch über die Pioneer Control App steuern. Möchte man vTuner nutzen, ist die App sogar zwingend erforderlich. Hier einige Screenshots zur App:

Der Lautsprecher wird sofort erkannt

Anschließend erfolgt der Download gerätespezifischer Dateien

Control-Panel mit schick animierter Lautstärkeregelung und direktem Zugriff auf Apple iOS-Device und vTuner. Bei Android-Smartphones kann man ebenfalls, wie Tests mit dem Samsung Galaxy S4 gezeigt haben, ebenfalls direkt Musik drahtlos vom Smartphone wiedergeben

vTuner - Grundmenü

vTuner - Genre Electronic,  hervorgehobene Radiostationen

Wiedergabe eines Senders

Man kann aus den Apple iTunes-Wiedergabelisten heraus Titel markieren und für die Wiedergabe mittels SMA4-App vorbereiten. Natürlich kann man dank AirPlay auch direkt aus iTunes heraus den Lautsprecher als Wiedergabemöglichkeit anwählen

Wiedergabeliste in der Pioneer Control App

AirPlay

Die App lässt sich bilanzierend einfach handhaben und ist übersichtlich gestaltet. Der Funktionsumfang ist nicht überbordend. Auch über die App ist es nicht möglich, einen grafischen Equalizer oder vordefinierte Klangprogramme anzuwählen. Eine Wecker-/Timerfunktion ist nicht vorhanden.

Interessant zu erwähnen ist noch der "Schnellstart-Modus". Er verkürzt die zum Hochfahren erforderliche Zeitdauer beträchlich. Des Weiteren ermöglicht er ein automatisches Einschalten des Gerätes über AirPlay und DLNA. Wenn man - während das Device in Betrieb ist - die Input-Taste 3 Sekunden lang gedrückt hält, blinken die LEDs für On, Input und Network viermal auf, um zu zeigen, dass nun der Schnellstartmodus aktiviert ist.

Klang

Der große Pioneer Wireless-Lautsprecher eignet sich selbst als "vollwertiger" Lautsprecher im Wohnzimmer hervorragend, da er erfreulich kultiviert und komplett klingt. Beim Arash-Hit "She Makes Me Go" sichert der SMA4 eine ausgezeichnete Gesamtdynamik und sorgt im Bassbereich für verdutzte Gesichter: Es geht mit Nachdruck voran, dabei gleichzeitig stets kultiviert und nahezu verzerrungsfrei, selbst wenn mit beachtlichem Pegel gehört wird. Stimmen und Instrumente trennt der Pioneer-Lautsprecher sauber voneinander. Beim "Sonnentanz" (Klangkarussell) legt sich der SMA4 wiederum nachdrücklich ins Zeug und zeigt auch einen ausgesprochen differenzierten Aufbau kleinere Effekte. Top - einen Lautsprecher in dieser Größe, der so souverän und komplett klingt, findet man nur schwer auf dem Markt - hinzu kommt, dass Pioneers Preispolitik ausgesprochen fair erscheint.

 "J' Aime Le Diable" - Jasper Forks gesteht seine Liebe zum Teufel, und wir gestehen, dass wir knapp davor sind, auch den SMA4 in unser Herz zu schließen. Mit Verve und Ausdruckskraft wird der Sommerhit wiedergegeben, der Rhythmus kommt auch bei beachtlichem Pegel tadellos heraus. Das Group Delay ist gelungen, die annähernd neutrale, minimal in Richtung "sehr angenehm und homogen" getrimmte tonale Gesamtcharakteristik trifft voll ins Schwarze. Man kann mit dem SMA4 richtig laut hören, und macht dies zum einen richtig lange und zum anderen richtig gerne. Die Räumlichkeit ist beeindruckend, so dass man zunächst kaum glauben mag, dass diese eine Komponente aus räumlicher Sicht so weitläufig aufspielen kann.

Die 40 Watt Leistung, die Pioneer angibt, glaubt man sofort. Leistungsmangel kommt praktisch nie auf, man kann richtig "Gas" geben, selbst noch im 20 Quadratmeter-Hörraum ist die Wirkung beachtlich. Im Übrigen funktionierte die Musikwiedergabe immer problemlos, ganz gleich, ob Apple iPhone 5 oder Samsung Galaxy S4. Unterschied nur: Bei Android-basierten Smartphones benötigt man die Pioneer Control App, während bei Apple-Geräten die AirPlay-Funktion direkt aus iTunes heraus schon genutzt werden kann. Möchte man dies bei einem Android-Gerät realisieren, braucht man ein HTC Connect-geeignetes Smartphone aus der HTC One-Produktreihe. Dann ist es auch möglich, ähnlich wie bei AirPlay, ohne zusätzliche App direkt drahtlos Musik zu streamen.

Wir verändern unseren musikalischen Blickwinkel und befinden uns mittem "Im Angesicht des Todes" - gefährlich geht es beim Duran Duran Hit aus dem 007-Streifen zu - und erneut beweist der XW-SMA4 Klasse und bietet eine tadellose Durchzeichnung und richtig "Feuer" im Bassbereich. Die Stimme des Sängers kommt mit klar umrissenen Konturen, die Impulstreue auch bei kleinen, kurzen Impulsen ist ausgezeichnet. das Klangbild verströmt Kraft und Lebendigkeit - hier macht es Freude, zu hören.

Bon Jovis "It's My Life" tritt energiegeladen den Weg zum Zuhörer an. Nur ganz unten im Basskeller fehlt es naturgemäß etwas an Ausdruckskraft, aber das kann man einem kompakten Wireless-Lautsprecher kaum ernsthaft vorwerfen. Die E-Gitarre und das Schlagzeug agieren sehr dynamisch, die Stimme hat mehr Charisma, als man von einem solchen Lautsprecher erwarten würde. Der gesamte Nachdruck, den der SMA4 realisiert, ist immer wieder überraschend - es entsteht richtig Atmosphäre, von bei solchen Produkten sonst häufig anzutreffender Oberflächlichkeit ist der SMA4 weit entfernt.

Mit emotionaler italienischer Musik zeigt unser Pioneer-Lautsprecher ebenfalls keinerlei Berührungsängste. "L'Attesa" von Andrea Bocelli klingt fundiert, lebendig und überrascht uns mit richtig guter Feindynamik. Die Stimme Andreas löst sich tadellos vom Lautsprecher und verteilt sich gleichmäßig im Hörraum. Nie stört ein schriller oder metallischer Einschlag aus akustischer Sicht, und man merkt, dass derjenige, der fürs Soundtuning dieser Komponente verantwortlich zeichnet, wirklich etwas von seinem Handwerk versteht.

Wie sieht es mit den Leistungen der Konkurrenz aus? Der Harman Kardon Go+Play Wireless Bluetooth-Lautsprecher zielt mit der Bluetooth-Verbindung in eine etwas andere Richtung, er ist nicht für die Einbindung ins Heimnetzwerk vorgesehen. Klanglich tritt er sehr stark auf, wenngleich der SMA4 noch etwas mehr Fundament und Detailfreude zu bieten hat. Das extravagante Design und die sehr gute Verarbeitung sind weitere Pluspunkte des Harman-Bluetooth-Lautsprechers. Dafür bietet der Pioneer-Lautsprecher dank DLNA-Kompatibilität noch weitere Nutzungsmöglichkeiten. Der kleinere Pioneer XW-SMA1 bietet für seine sehr kompakten Abmessungen auch eine tadellose Akustik, kann bei Pegelfestigkeit, Bassstärke und Raumgefühl aber nicht mit dem SMA4, der maßvoll teurer ist, mithalten. Günstiger und mit iPhone Dock (Lightning) sowie Bluetooth tritt der optisch auffällig gestaltete JBL Onbeat Rumble Dockinglautsprecher auf. Für einen sehr günstigen Kaufpreis wird hier eine Menge geboten, mit mehr Souveränität bei großem Pegel, besserer Feindynamik und exakterer Stimmwiedergabe rechtfertigt der Pioneer Streaminglautsprecher aber seinen Mehrpreis. Für 299 EUR offeriert Sonos den Play:3 Streaminglautsprecher, der enorm kompakt ist, aber nicht ganz so edel wie der SMA4 auftritt. Obwohl er auch durchaus robust verarbeitet ist, geht ihm das Flair des SMA4 etwas ab. Klangstark ist der Play:3 auf jeden Fall, ohne im Bassbereich einen so guten Tiefgang zu bieten wie der Pioneer-Konkurrent. Auch der Hochtonbereich beim SMA4 wirkt freier und räumlicher.

Fazit

Pioneer bietet mit dem XW-SMA4 aus akustischer Sicht fürs investierte Geld nahezu ein Optimum. Kraftvoll, räumlich und dynamisch tritt der sauber verarbeitete Lautsprecher auf und sichert stets großes Hörvergnügen. WiFi-Direct ind WLAN-Einbindung mit WPS sowie eine Ethernetbuchse für den drahtgebundenen Betrieb sorgt für flexible Nutzungsmöglichkeiten. Praktisch sind App-Steuerung, vTuner-Internetradio-Funktion und die Möglichkeit, direkt z.B. aus dem Windows Media Player Songs über den SMA4 wiederzugeben. Leise Kritik gibt es für die billige Fernbedienung,  dem etwas zeitraubenden Firmware-Update-Prozess und die fehlende Bluetooth-Streamingmöglichkeit. Wer aber einen Streaminglautsprecher mit rundherumm erstklassiger Akustik zum sehr fairen Preis sucht, ist beim XW-SMA4 bestens aufgehoben.

Akustisch erstklassiger Streaming-Lautsprecher mit sauberer Verarbeitung und vielen Nutzungsmöglichkeiten

Streaming-Lautsprecher Obere Mittelklasse
Test 15. August 2013

+ Kraftvoller Klang
+ Überraschend guter Tiefgang
+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Stimmwiedergabe mit sauberen Konturen
+ WiFi-Direct
+ DLNA-Nutzungsmöglichkeiten
+ Drahtloses Streaming von Apple iOS- und Android-Devices möglich
+ Schnellstart-Modus
+ Akkurate Verarbeitung

- Sehr einfache Fernbedienung
- Firmware-Update könnte einfacher vonstatten gehen
- Kein Bluetooth

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15.08.2013

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