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TEST: Piega 2.1-LS-System TMicro3 + TMicro Sub

26.07.2013 (cr/sw)

Schweizer Premium-Qualität im Kleinformat - das Set aus TMicro 3 und TMicro Sub kostet 1.250 EUR (Ausführung Alu Natur Silbern)

Edel wirken die TMicro 3. Außer in Silbern (275 EUR/Stück) gibt es sie in der Version schwarz eloxiert und weiß lackiert (jeweils 325 EUR/Stück, weiße Box mit weißer Stoffbespannung). Ein Alu-Kugelkopf als Wandhalterung kostet 42 EUR/Stück

Den TMicro Sub gibt es für 700 EUR mit silbern lackiertem Gehäuse. Jeweils 760 EUR kosten die Versionen mit schwarz oder weiß lackiertem Gehäuse

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Das Produkt

Der Schweizer Lautsprecherhersteller Piega aus Horgen hat in vielem eine ganz eigene Philosophie - bislang z.B. kommt als Gehäusematerial ausschließlich echtes Aluminium in Frage. Mit Hightech-Treibern und erlesener Fertigungsqualität hat man sich dann in den letzten Jahren international einen Namen gemacht. Unsere Testkandidaten stammen aus dem unteren Ende des Piega-Produktsortiments: Für 700 EUR  (silberne Version) hat der ultrakompakte TMicro Sub mit 150 Watt-Endstufe seinen Weg in die Redaktion gefunden. Begleitet wurde er von zwei 2-Wege-Alu-Satelliten TMicro 3, in silbern für 275 EUR/Stück erhältlich. So bekommt man für 1.250 EUR ein veritables und hochwertiges, kompaktes 2.1 Lautsprechersystem.

TMicro 3 offen

TMicro 3, mit sauber gearbeitetem Lautsprecher-Schutzgitter

Rückseite

Seitliche Ansicht - sehr edel und hochwertig aus jedem Blickwinkel

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Makelloses Finish setzt Maßstäbe

Sehr geringe Spaltmaße

Tieftöner

Ausgebauter Tieftöner

Aus seitlicher Perspektive. Der Magnet ist üppig dimensioniert

Ausgebauter Hochtöner

Kalottenhochtöner eingebaut

Die optisch schlichte, enorm edel und hochwertig wirkende TMicro 3 hat eine sehr sauber gearbeitete schwarze Stoffabdeckung vorn und hinten zwei ebenfalls überdurchschnittlich gute Lautsprecherkabel-Schraubterminals. Piega empfiehlt Verstärker mit einer Leistung von 20 bis 150 Watt für die TMicro 3 - somit ist davon auszugehen, dass sich die kleinen Satelliten recht belastbar und pegelfest zeigen. Pro Stück wiegen sie 2 kg und sind 19 cm hoch, 12 cm breit und 13 cm tief. Der Frequenzgang reicht von 60 Hz bis 22 kHz. Die Bestückung umfasst bei dieser Box aus dem Einstiegssortiment nicht den Piega-typischen Koaxial-Bändchentreiber, sondern eine 26 mm LDS-Kalotte und ein 10 cm MDS-Basstreiber. Der Wirkungsgrad der geschlossenen Konstruktion beträgt 87 dB/W/m, somit sollte man keinen zu schwachen Verstärker anschließen.

TMicro Sub, rückseitige Anschlüsse: Auto Mute, Lautstärke, 0/180 Grad Phasenumschalter, Übernahmefrequenzregler, Sat-Übernahmefrequenz (80, 100, 120 Hz) schaltbar, Nieder- und Hochpegeleingänge

Bedienelemente im Detail

Downfire - der TMicro Sub strahlt nach unten ab. Eine spezielle Rahmenkonstruktion sorgt für den korrekten Abstand zum Boden

Der TMicro Sub ist eine elegante und zeitlose Erscheinung

Oberseite des TMicro Sub

Oberflächenfinish im Detail

Endstufe im Detail

Ordentliche Verarbeitung auch bei der Elektronik

Alles sorgfältig gekapselt

Der Bassreflexsubwoofer TMicro Sub misst lediglich 36 cm in der Höhe, 26 cm in der Breite und 29 cm in der Tiefe. Der 18 cm MDS-Basstreiber strahlt nach unten ab. Das Gewicht fällt mit 14 kg für einen so kompakten Woofer recht üppig aus. Die eingebaute Endstufe liefert 150 Watt, was für kleinere und mittelgroße Lokalitäten ausreicht. Die unterste darstellbare Grenzfrequenz liegt bei 30 Hz. Es finden sich auch Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse für den Hochpegelanschluss. Zwei Niederpegel-Cinchanschlüsse sind ebenfalls vorhanden.

Testequipment
Klang

Bei der BD "2L - The Nordic Sound" überzeugt das Piega 2.1-System beim Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur, gespielt von Marianne Thorsen und den Trondheim Solistene, mit hervorragender Durchhörbarkeit, sowohl bei den Einsätzen des gesamten Orchesters als auch bei den Violinen-Soli. Die Violine klingt strahlend, brillant, kleine dynamische Differenzen werden mit hoher Impulstreue herausgestellt. Die beiden TMicro 3 klingen neutral, frisch und natürlich. Der TMicro Sub bindet sich ausgezeichnet ein und stellt ein feines, aber doch spürbares Bassfundament zur Verfügung. Der Hochtonbereich ist auch aufgrund des Alu-Gehäuses relativ dominant, geschickt vermeiden es die TMicro 3 aber, zu schneidend und zu aggressiv aufzutreten.

Opern müssen emotional und mitreißend wiedergegeben werden - ob das kompakte Piega-System dies bei Wolfgang Amadeus Mozarts "Figaros Hochzeit" wohl schafft? Wir haben uns das Intro und das erste Duett von Figaro und Susanna angehört, um genau dieser Frage nachzugehen. Das Klatschen der Zuhörer vor der Vorstellung jedenfalls klingt ausgesprochen räumlich und lebendig. Kurz darauf beginnt das Orchester zu spielen. Hierbei fällt uns auf, wie geschliffen das Piega-Ensemble mit kleinen und großen Dynamiksprüngen umgeht. Immer wird eine ausgezeichnete Impulstreue geboten, die Streicher wirken brillant und geschmeidig zugleich. Im ersten Duett dann erfreuen wir uns an der gediegenen Stimmpräsentation. Erstaunlich genau wird die Männerstimme von Ildebrando d' Arcangelo (Figaro) getroffen, und nicht, wie befürchtet, zu hell und zu substanzlos wiedergegeben. Die Stimme Anna Netrebkos (Susanna) kommt ebenfalls detailreich und klar zum Ausdruck, so dass es eine Freude ist, hier zuzuhören. Kleine Facetten bleiben nicht im Hintergrund, sondern werden frisch und mit Verve eingearbeitet.

Bei "Romanza" von Andrea Bocelli (BD "Vivere - Live in Tuscany") setzt sich das Schweizer Edel-Ensemble erneut gut in Szene. Die Stimme Andreas ist, als er kurz spricht zu Beginn, sehr gut verständlich. Als er zu singen beginnt, sind wir sehr angetan von der Fähigkeit der TMicro 3, Stimmen sehr gefühlvoll und glaubwürdig zu präsentieren. Die Streicher und auch die Harfe ertönen authentisch. Kleine Dynamikunterschiede werden exzellent erfasst. Das Abklingen von Stimme und Instrumenten kommt tadellos heraus. Der aktive Subwoofer schaltet sich mit solidem sowie präzisem Fundament ins Geschehen ein. Gerade in kleineren bis mittelgroßen Hörräumen schafft das Piega 2.1 System eine lebendige, akustisch greifbare Atmosphäre mit schöner Tiefenstaffelung.

Bei "Tequila Sunrise" von den Eagles (Farewell Tour, BD) zeigt sich das TMicro-System erneut von seiner besten Seite. Die Stimmwiedergabe der BD ist grundsätzlich nicht ganz unkritisch - daher verwundert das leichte Zischeln bei erhöhtem Pegel nicht wirklich. Ansonsten aber - grandios. Räumlichkeit, Treffsicherheit beim Basseinsatz und Lebendigkeit der ganzen Vorstellung - man bekommt Lust, sich das edle System gleich ins Wohnzimmer zu stellen. Bevor man gut 1.000 EUR für irgendein 5.1-Set ausgibt, holt man sich lieber die Scdhweizer "Créme de la Créme" in 2.1 und baut dann sukzessive aus. Die spezielle Version von "Hotel California" mit langem Trompeten-Intro stellt eine Herausforderung auch für hochwertige Lautsprecher dar - nicht aber für unser Piega-Ensemble, welches sich souverän und gelassen seiner Aufgabe stellt und die Trompete facettenreich und höchst schwungvoll in den Hörraum trägt. Die begeisterten Beifallsbekundungen des Publikums kommen zur gleichen Zeit ebenso gut heraus. Als dann das Spiel auf der Gitarre anfängt, begeistert uns das hohe Maß an Durchhörbarkeit, welches die Piega-Satelliten offerieren. Der TMicro Sub überzeugt durch treffsichere, trockene Bass-Schläge und einen für die Größe des Subs überragenden Tiefgang.

Bei der Tiesto-BD "Copenhagen - Elements Of Life" muss uns das Piega-Ensemble beweisen, dass es auch mit basstarker Trance-Musik zurecht kommt. Und die Probe bei den beiden Titeln "Traffic" und "Back In Your Head" (beide auf Disc 2) gelingt: Hart, präzise und nachdrücklich ist gerade bei "Traffic" die Kickbass-Wiedergabe. Bei "Back In Your Head" könnte die Intensität des "Tiefdruck-Gebiets" noch etwas größer ausfallen. Sehr gut modelliert das System die elektronischen Effekte heraus und baut diese in Windeseile auf. Wir können auch vor der gebotenen Pegelfestigkeit nur den Hut ziehen - besonders der Sub marschiert auch bei beachtlicher Lautstärke weiter in großen Schritten voran und denkt nicht daran, die weiße Fahne der Aufgabe zu hissen.

Nicht wenige Anwender nutzen ein hochwertiges 2.1 System auch für die Wiedergabe von Filmton. Darum haben wir uns den Filmstart von "007 - Ein Quantum Trost" angehört. Der britische Doppelnullagent wird hier gleich zu Beginn von schießwütigen Gangstern rund um den Gardasee gejagt. Bond versucht in seinem Aston Martin DBS, seine Widersacher in schwarzen Alfa Romeo 159 abzuhängen, was angesichts des dichten Verkehrs ein schwieriges Unterfangen ist. Das Hochschalten und das Aufheulen des Motors des Aston Martin kommt sehr gut heraus, die Salven aus den automatischen Waffen der Killer haben Wucht und Nachdruck. Bei den verschiedenen Unfällen glänzen die Piega Lautsprecher mit einer lebendigen und kraftvollen Wiedergabe. Nach dem Intro folgt bei Bond-Filmen traditionell der Titelsong - und hier wird Schweizerische Präzision einmal mehr groß geschrieben: Die Stimme löst sich ausgezeichnet von den Satelliten, der aktive Subwoofer sorgt für den nötigen "Kick" aus dem Frequenzkeller. Die Geräusche des Spektakels in Siena erklingen räumlich und  dynamisch. Als dann die Kamera ins Gewölbe wechselt, stellt das Piega-System die Stimmen von 007 und M ausgesprochen charismatisch dar. Der Hall, der raumbedingt herrscht, kommt tadellos heraus. Zwei Kapitel weiter fällt in London dichter Regen - das Fallen der Tropfen auf den Asphalt wirkt dicht und räumlich. Auch in diesem Kapitel überzeugen die Schweizer Lautsprecher wieder mit konturenreicher Stimmwiedergabe.

Vergleichen wir mit der Konkurrenz, und hier kommt direkt als erstes das SVS 2.1 System, bestehend aus Ultra Bookshelf und Subwoofer SB12 NSD als Kontrahent in Frage, etwas preisgünstiger, dafür aber deutlich größer. Die erzielbaren Pegel sind demnach noch etwas höher, und der Grundtonbereich wirkt etwas reichhaltiger. Das teurere Piega-System setzt mehr Brillanz und Detailreichtum entgegen. Auch staffelt der Subwoofer den Bassbereich besser durch. Insgesamt ist der Mehrpreis der Schweizer Boxen absolut gerechtfertigt. Weiter geht es mit Standboxen Magnat Quantum 755. Wer den Platz hat, kann auch diese beiden klangstarken, im Paar in etwa gleich teuren Standlautsprecher mit sehr guter Verarbeitung aufstellen. Der Hochtonbereich wirkt ungemein lebendig, für empfindsame Naturen vielleicht etwas zu prägnant. Piega schafft hier die Balance zwischen Brillanz und doch noch angenehmer Gesamtwahrnehmung noch eine Idee besser. Grundton- und Bassbereich wirken bei der Magnat systembedingt noch geschlossener, dafür packt der Piega-Subwoofer im Bassbereich sehr entschlossen zu. Gerade dann, wenn man nur wenig Platz hat, brilliert das Piega-Set mit einer überragenden Kombination aus Klangqualität, Verarbeitung und kompakten Abmessungen. Konkurrenz ist auch die Aurum Megan VIII, vergleichbar teuer wie das Piega-Set und eine lebendig aufspielende Regalbox mit Bändchenhochtöner ist. Sie überzeugt durch kräftigen und angenehmen Klang, des Weiteren ist sie sehr pegelfest. Wer das Samtige, Seidige des Aurum Bändchens schätzt, ist bei diesem sehr gut verarbeiteten Lautsprecher goldrichtig. Im Bassbereich öffnet das Piega-Ensemble allerdings durch Volumen und Basskraft des Kapitel "Hörspaß" noch etwas weiter. Insgesamt sind Piega TMicro-Lautsprecher und Aurum Mega VIII zwei tolle Alternativen, Wohnraum-Architektur und individueller Hörgeschmack entscheiden hier.

Fazit

Echte Schweizer Qualitäts- und Präzisionsarbeit liefert Piega mit dem TMicro 2.1-Ensemble ab. Die meisterliche Verarbeitung und die erstklassige Materialqualität werden ergänzt von einem frischen, lebendigen und räumlichen Klang. Die Zusammenarbeit zwischen aktivem Subwoofer und den kompakten Satelliten funktioniert hervorragend, so dass auch der anspruchsvolle Musikliebhaber begeistert sein dürfte. Der Kaufpreis erscheint nur auf den ersten Blick hoch, wer genau betrachtet, was er für sein investiertes Geld bekommt, ist garantiert hochzufrieden: Langzeit-Qualität, gepaart mit zeitloser Optik und tollem Klang. Chapeau!

Schweizer Spitzenklasse: Erlesene Verarbeitung trifft auf exzellenten Klang und kompakte Abmessungen

2.1 Systeme Obere Mittelklasse
Test 26. Juli 2013

+ Exzellente Grob- und Feindynamik
+ Subwoofer mit tollem Tiefgang und präziser Wiedergabe
+ Pegelfestigkeit hervorragend
+ Exzellente Verarbeitungs- und Materialqualität
+ Sehr kompakt


Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26. Juli 2013

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