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TEST: Phonar 2-Wege-Regal-LS Ethos R 120G

19.07.2013 (cr/sw)

Phonar Ethos R 120G - wir haben den Lautsprecher zum Test in Schleiflack weiß, auf der Website sind als Farben nur Schwarz oder Calvados aufgeführt

Marktpreis (bezogen auf das schwarze Modell) 199 EUR/Stück

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Das Produkt

Phonar verspricht bei der pro Stück (bezogen auf die schwarze Version) zu einem Marktpreis von 199 EUR erhältlichen Regalbox Ethos R 120G einen großen Klang trotz kompakter Abmessungen. Mit 305 mm Höhe, 160 mm Breite und 250 mm Tiefe fallen die Abmessungen tatsächlich nicht besonders üppig aus, die Folge ist, dass man auch bei eher beengten Platzverhältnissen noch einen passenden Ort für die Aufstellung des 2-Wege-Bassreflexlautsprechers findet. Das Gewicht der Konstruktion liegt bei 6 kg pro Box.

Die Nennbelastbarkeit wird mit 75, die kurzzeitige Spitzenbelastbarkeit mit 100 Watt angegeben. Der Wirkungsgrad liegt bei 87 dB, ein ordentlicher, aber nicht exzellenter Wert. Der 26 mm Hochtöner wird flankiert von einem 130 mm Tief-/Mitteltöner. Die Nennimpedanz beträgt 8 Ohm. Die Trennfrrequenz liegt bei 2.500 Hz, der Frequenzgang reicht von 44 bis 22.000 Hz.

Das Lautsprecherkabel-Anschlussterminal ist solide mit vier Schrauben ins Gehäuse eingelassen. Die beiden einzelnen Terminals sind vergoldet und lassen auch den Einsatz von Bananensteckern zu. Bi-Wiring-geeignet ist, wie deutlich zu sehen ist, das Anschlussfeld nicht, was bei einem Regallautsprecher dieser Größenordnung aber auch nicht ernsthaft vermisst werden dürfte.

Auf der Rückseite des Ethos R 120G befindet sich die Bassreflexöffnung. Dadurch sollte man den Lautsprecher nicht direkt an die Wand stellen

Blick auf Seitenteil und Rückseite

Die Verarbeitung fällt tatsächlich überzeugend aus, die leicht gebogene Schallwand bietet zudem akustische Vorteile (Gruppenlaufzeiten). Die Gehäusekanten sind hinten und vorn sauber gearbeitet.

Im Detail gute Verarbeitung der Gehäusefront. Gleichmäßiger Übergang zwischen Schallwand und Korpus, die kleinen mit schwarzem Gummi ausgekleideten Vertiefungen nehmen das Lautsprechergitter auf. Das Tief-/Mitteltonchassis ist solide und exakt verschraubt.

Mit Stoff bezogenes Lautsprechergitter - an diesem merkt man letzten Endes dann doch die eher bescheidene Preisklasse, der die Ethos R 120G zugehörig ist

Werfen wir einen Blick ins Lautsprecher-Innere. Die verbaute Frequenzweiche weist nur wenige, allerdings akkurat auf der Platine untergebrachte Bauteile auf. Bezüglich des Querschnitts hinterlässt die Innenverkabelung einen guten Eindruck.

Der ausgebaute Hochtöner

Der ausgebaute Hochtöner von unten

Tief-/Mitteltöner mit großem Magneten

Tief-/Mitteltöner von unten

Die Phonar Ethos R 120G Regalbox ist ordentlich verarbeitet. Dass sie preislich relativ günstig ist, merkt man eigentlich nur am eher einfach gestrickten Stoff-Schutzgitter. Ansonsten sieht der kompakte Lautsprecher gerade in weißem Schleiflack zeitlos attraktiv aus. Auch an der Verarbeitung innen gibt es wenig auszusetzen.

Testequipment
Klang

Bei "Stop This World" von Diana Krall (Flac, 96 kHz) sind wir überrascht - der Bass hat Fundament und überraschend guten Tiefgang. Auch Dianas Stimme verteilt sich angenehm gleichmäßig im Hörraum und löst sich gut von den Lautsprecherchassis. Der rauchige Charakter kommt richtig gut heraus. Der Lautsprecher verfügt über einen recht breiten horizontalen Abstrahlwinkel und muss nicht besonders stark auf den Zuhörer ausgerichtet werden. Er erzeugt eine breite, lebendige Bühne, Instrumente wie hier das Klavier kommen dynamisch und schwungvoll heraus. Besonders zu erwähnen, gerade in dieser günstigen Preisklasse: Die Anschlagdynamik der Tasten wird von den Ethos sogar ansatzweise herausgearbeitet. Genau bei solchen Aufgaben hapert es oft bei preisgünstigen Lautsprechern bezüglich einer akkuraten Umsetzung.

Das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr.4 (Flac 192 kHz, 2L Aufnahme) wird geschmeidig und gefällig wiedergegeben. Erstaunlich, wie sauber die Phonar-Boxen selbst kleinere dynamische Differenzen erfassen. Die Violine als spielbestimmendes Instrument wird sicher nicht in jeder Einzelheit, aber in grundlegenden Zügen erfasst und harmonisch präsentiert. Zu spitze oder zu schrille Akustik ist den Ethos-Regallautsprechern fremd. Die tadellose räumliche Wirkung können die schmucken und preisgünstigen Schallwandler auch hier stimmig umsetzen. Tonal neutral, sehr angenehm und natürlich abgestimmt, harmonieren die R 120G mit vielen Verstärkern. Der Wirkungsgrad erweist sich überdies auch in der Praxis als ordentlich, wenn auch nicht als sensationell. Etwas Kraft sollte der angeschlossene Verstärker schon mitbringen.

Nils Landgren offeriert mit seinem Album "Funky Abba" eine gelungene "funkige" Interpretation großer Abba-Hits, so auch "Dancing Queen" (Flac 96 kHz). Die Ethos R 120G gibt das Stück emotional wieder - getragen von der präzisen Stimmwiedergabe, dem exakt einsetzenden Schlagzeug und der erneut enormenn Räumlichkeit. Die Pegelfestigkeit ist löblich - erst bei wirklich enormer Lautstärke beginnt die Präzision des Klangs im Detail etwas abzunehmen. Die Verzerrungen halten sich selbst bei großen Lautstärken iun Grenzen. Insgesamt erscheint die Wiedergabe kraftvoll und auch relativ facettenreich. Für den preis-/leistungsbewussten Musikliebhaber scheint Phonar hier ein großer Wurf gelungen zu sein.

"L'Attesa" von Andrea Bocelli (CD-Qualität) bereitet keinerlei Probleme. Die offene, weitläufige Bühne verzichtet gleichzeitig nicht auf eine akkurate, klar fokussierte Stimmwiedergabe. Die klassische Instrumentierung und das Schlagwerk kommen gleichermaßen gut heraus. Auch wenn der Bass kraftvoll agiert, wird Andreas Stimme nicht nach hinten versetzt. Die vokalen Konturen sind stets klar nachvollziehbar. Die Stimme des Sängers kommt immer ohne störende "Nebeneffekte" in den Hörraum: Kein blecherner oder nasaler Einschlag und kein Zischeln.

Die schöne Metal-Ballade "Nothing Else Matters" (CD-Qualität) zeigt uns erneut die Qualitäten des Lautsprechers, das Anzupfen der Saiten gleich zu Beginn wird schön plastisch herausgestellt. Der Aufbau der Ballade ist in jeder Sekunde sehr gut nachvollziehbar, neu hinzukommende instrumentale Anteile des Metallica-Stücks werden präzise erfasst. Der Bass hat Nachdruck, agiert aber gleichzeitig präzise. Die Stimme des Sängers ist sehr gut eingearbeitet, hier fehlt es nur im Detail etwas an Kontur.

"Fly Away" von Lenny Kravitz (CD-Qualität) begeistert uns - der Bass hat Kraft, die Stimme kommt sehr gut heraus, die verschiedenen Instrumente und Effekte werden mit ausgezeichneter Räumlichkeit herausgearbeitet. Als der Refrain einsetzt, bringen die kleinen Regallautsprecher diesen und die dazugehörige Instrumentierung ungefiltert und energiegeladen zum Ausdruck. Dynamische Wechsel werden impulstreu übertragen.

Und wie sieht es mit schwungvoller Club-Musik aus? Hier haben wir uns (CD-Qualität) Lykke Lis "I Follow Rivers" angehört. Der Bass kommt präzise zum Ausdruck, der Lautsprecher hat eine Ausdruckskraft im Bassbereich, die überragend ist. Es gibt kompakte Standlautsprecher, die nicht die Bassenergie liefern wie diese Konstruktion. Die Stimme Lykke Lis arbeiten die Ethos R 120G ausgezeichnet heraus, auch die Klavier-Klänge. Nichts erscheint unterrepräsentiert, die Gleichberechtigung aller akustischen Anteile mit leichtem Vorpreschen des Bassbereiches, so wie vom "Clubber" geliebt, wird exzellent durchgeführt.

Etwas Schwächen treten nur beim Snap-Klassiker "The Power" an den Tag. Hier wirkt der Bass zu spitz, mit zu wenig Substanz und zu wenig Volumen. Die räumliche Wirkung könnte auch etwas besser sein. Gut kommt die gewollte Aggressivität in der männlichen sowie der weiblichen Stimme heraus. Die Gesamtdynamik erweist sich als tadellos, Brüche im Rhythmus werden sehr gut verarbeitet - die Impulstreue überzeugt uns auch hier.

Konkurrenzvergleich
  • Klipsch Reference RB51: Ebenfalls sehr kompakt ist der optisch rustikale, aber solide Klipsch-Regallautsprecher. Grobdynamisch nochmals etwas besser, zieht die Phonar dafür bei der Detaillierung vorbei.
  • Teufel Ultima 20 Mk2: "Warum eine Box nehmen, wenn ich auch zwei für den gleichen Preis bekommen kann?" - Das wird sich der preis-/leistungsbewusste Anwender fragen, wenn er einen Vergleich zwischen Ultima 20 Mk2 und der Phona Ethos zieht. Denn die optisch hübsche Box aus Berlin kostet nur 200 EUR - pro Paar. Wer genau hinhört und hinschaut, wird aber feststellen, dass die Ethos R 120G aber den höheren Preis Wert ist. Sie klingt noch etwas kultivierter, die Detaillierung ist besser und die Impulstreue überzeugt noch mehr.
  • Canton Chrono SLS720: Deutlich teurer ost die Chrono SLS720 aus dem Hause Canton. Bereits die sehr edle Optik macht die Zugehörigkeit zu einer höheren Preisklasse deutlich. Der Klang ist enorm detailreich, die SLS 720 erweist sich auch für den anspruchsvollen Musikliebhaber als absolut vollwertig. Stimmen werden enorm lebendig und facettenreich erfasst.
Fazit

Die Konkurrenz sollte nicht den Fehler machen und Phonar unterschätzen, nur weil die Marke keinen enorm hohen Bekanntheitsgraqd besitzt - noch, denn mit Produkten wie dem Regallautsprecher Ethos R 120G könnte sich das schnell und nachhaltig ändern. Preiswert, sehr sauber verarbeitet, optisch bis auf das wenig überzeugende Stoff-Schutzgitter attraktiv und sehr klangstark, kann sie durchaus vielen Kontrahenten das Fürchten lehren. Phonar hat nichts falsch gemacht, sondern einen schmucken, bezahlbaren Regallautsprecher entwickelt,, der mit nahezu jeder Musikrichtung ausgezeichnet zurecht kommt.

Kräftig und impulstreu aufspielend, bietet die Phonar Ethos R 120G sehr viel fürs investierte Geld

Regal-/Kompaktlautsprecher untere Mittelklasse
Test 19. Juli 2013

+ Kraftvoll aufspielend
+ Tadellose Impulstreue
+ Angenehmer Klang
+ Optisch attraktiv und kompakt
+ Pegelfest

- Billig wirkendes Stoff-Schutzgitter

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19.07.2013

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