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XXL-TEST: Onkyo 7.2 AV-Receiver TX-NR626 mit Bluetooth und WLAN an Bord

30.04.2013 (cr/sw)

Onkyo TX-NR626 für 599 EUR

Rückseite

Hauptmenü

Unser Beamer-Partner für erstklassige Bildwiedergabe im Redaktionsheimkino:

Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem Internet: 

Das Produkt

Auch 2013 ist die EUR 600,-- Preisklasse bei den AV-Receivern hart umkämpft. Onkyo glaubt, mit dem TX-NR626 dieses Jahr einen Trumpf im Ärmel zu haben, der sticht. Diese äußerst zuversichtliche Beurteilung fust auf verschiedenen Faktoren. Besonders erwähnenswert ist, dass der wahlweise in schwarz oder silbern für exakt EUR 599,-- erhältliche Onkyo Bluetooth und WLAN gleich mit an Bord hat – es muss kein Dongle optional erworben werden. Auch, was die Streamingfähigkeiten angeht, ist der Onkyo üppig bestückt. AUPEO, SIMFY, SPOTIFY, TUNEIN, LAST.FM und MP3Tunes sind mit an Bord. Des Weiteren ist der Onkyo selbstverständlich in der Lage, Musikdateien von PC oder Homeserver zu streamen. 

Übersicht über die multimedialen, Internet- und Netzwerk-basierten Services

DLNA-Streaming vom Server

Erkennung der PCs und Server im Netzwerk

TuneIn kostenloses Internet Radio

Im Einzelnen können MP3, WMA, WMA-Lossless, FLAC, WAV, Oggvorbis, AAC, Apple-Lossless und LPCM gestreamt werden. Das ist ein grandioses Angebot an Formaten, besonders hervorzuheben ist, dass Onkyo schon in dieser Preisklasse auch die Unterstützung für Direct Stream Digital (DSD) anbietet. DSD ist das Format der SACD, wird gerade in letzter Zeit aber auch verstärkt als Download-Format für hochauflösende Musikdateien aus dem Internet verwendet. Da wir gerade bei den multimedialen Eigenschaften sind: Mit entsprechender App kann der Onkyo vom Android oder Apple IOS – basierten mobilen Device gesteuert werden. Dies funktioniert in der Praxis tadellos, die App für beide Betriebssysteme ist optisch attraktiv und ermöglicht eine komfortable Steuerung auch der Streamingfunktionen. 

Natürlich gibt es auch eine entsprechende App für die Steuerung, die bei Onkyo "Remote App 2" heißt

Unsere beiden Onkyos wurden direkt erkannt

Attraktive Grafik

Eingangswahl

komplette Steuerung mit der App möglich

Klangregler

Übersichtliche Darstellung

Musikwiedergabe

Alle Multimediafunktionen lassen sich mit der App bedienen

Man könnte beinahe denken, der Ausstattungsinhalt auf multimedialem Gebiet wäre fast ausschließlich kaufbestimmend, doch weit gefehlt. Dem ambitionierten Heimkino und Mehrkanal-Liebhaber sind andere Faktoren noch deutlich wichtiger. So z.B. die 160 Watt (6 Ohm, 1kHz, 1 % Gesamtklirrfaktor, 1 Kanal ausgesteuert), die der Onkyo pro Kanal offeriert. Wie bei Onkyo üblich, arbeitet der AV-Receiver mit der Wide-Range-Amplifier-Technology, kurz WRAT, die u.a. auch für sehr gute Kanaltrennung sorgt. Auch das Netzteil soll ein besonders hohes Leistungspotential bieten. In der Praxis ist ein leistungsfähiges Netzteil sehr wichtig, um dauerhaft auch bei hohem Pegel souveräne Stromlieferfähigkeit zu garantieren. Treten bei hohem Grundpegel noch grosse Effekte, wie z.B. Explosionen oder Schusswechsel auf, ist dies ein Fall für den Kurzzeitstromspeicher, bei aktuellen Verstärkern nennt man diese Elkos (Elektrolytkondensatoren). So größer die Kapazität (gemessen in Mikrofarad) dieser Elkos ist, umso problemloser geht der AV-Receiver mit kurzfristigen Pegelspitzen um. Das Fassungsvermögen der Elkos ist beim TX-NR626 für die Preisklasse gut bemessen. 

Platinenlayout

Elkos

Links ist der recht große aktive Fan zu sehen. Ordentlicher, übersichtlicher innerer Aufbau

Blech-Kühlkörper und Lüfter nochmals in der Übersicht

Trafo

Innenleben komplett

Wir bleiben beim Innenleben des TX-NR626 und müssen etwas Kritik anbringen. Entgegen sonstiger Qualitätsprinzipien verwendet Onkyo einen passiven Kühlkörper aus Blech. Sonst kam auch in günstigeren Onkyo-Modellen Aluminium zum Einsatz, dieses Leichtmetall leitet Wärme effektiver ab. Da der Onkyo auf konventionelle Analoge Endstufen setzt, ist eine effektive Wärmeableitung wichtig. Bei der analogen Verstärkung wandelt sich ein nicht unbeträchtlicher Teil der Leistung in Verlustwärme um. Dies ist bei allen analogen Verstärkern so und sorgt für eine geringere Effizienz im Vergleich zu digitalen Endstufen. Hinzu kommt noch eine teils sehr deutliche Erwärmung, der man Herr werden muss. Daher setzt Onkyo zusätzlich noch auf aktive Kühlung durch einen sehr großen, aber recht leise laufenden Lüfter. Dieser Lüfter setzt bei hoher Hörlautstärke durchaus ein und sorgt für eine moderate Betriebstemperatur. Diese ist auch für die Haltbarkeit des AV-Receivers sehr wichtig, da bei permanent hoher Hitze im Geräteinneren die Kondensatoren austrocknen. Ebenfalls im Innenraum finden sich weitere Spezialitäten. So die TI Burr-Brown 192 kHz – 24 Bit DA/Wandler, die eine präzise Wandlung des digitalen Signals in ein analoges wellenförmiges Signal ermöglichen. Ebenfalls findet sich im TX-NR626 ein leistungsfähiger 32 Bit-DSP-Chip, der alle aktuellen und relevanten Tonformate dekodiert. Besonders freuen dürften sich Gamer: Wie auch schon bei der letzten Generation hat auch der neue Onkyo 4 DSP-Programme für Spiele: Rock, Sport, Action und Rollenspiele. Musikdateien, die stark komprimiert sind, können mit dem Advanced Music Optimizer akustisch verbessert werden. Im Testbetrieb zeigten sich ein klarer Hochtonbereich, eine bessere Stimmpräsenz und ein strafferer Bass als Vorteil. Klangpuristen hingegen dürften sich eher am Pure-Audio-Modus erfreuen. In dieser Betriebsart wird der kürzest mögliche Signalweg für reinsten Klang umgesetzt.  Tief in die akustische Trickkiste greift Onkyo bei der phasengleichen Bassanhebung (PM-Bassfunktion). Hierbei werden niedrige Frequenzen ohne Qualitätseinbußen im mittleren Frequenzbereich optimiert. Die Funktion reduziert die Auswirkung der Phasenverschiebung, indem die verschiedenen Frequenzen zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Das Ergebnis ist ein kraftvoller und satter Bass, der sich perfekt ins Klangbild einfügt und andere vokale und instrumentale Anteile nicht in den Hintergrund drängt. Unsere Testreihen belegen, dass diese Mission auch gelungen ist.

Messmikrofon in typischer Audyssey-Optik

Der TX-NR626 bringt Audyssey MultEQ als Lautsprecher-Einmesssystem mit Room-EQ-Funktion mit. An mindestens 3 Hörpositionen und an max. 6 Hörpositionen wird zuverlässig eingemessen. Bietet Onkyo sonst eine besonders üppige Ausstattung, so muss man beim Einmesssystem leichte Abstriche gegenüber der Konkurrenz von Denon in Kauf nehmen. Denon offeriert bereits ab dem AVR-X1000 schon die präzisere Audysseey Variante MultEQ XT. Diese ermöglicht zudem das Einmessen an bis zu 8 Hörpositionen. Was die Qualität der Einmessung angeht, ist aber selbst das im Onkyo verbaute System mittlerweile recht gut. Bei der XT-Version allerdings scheint das Einmessen des aktiven Subwoofers noch präziser zu funktionieren. Ansonsten können wir vom Klang des per Audyssey eingemessenen Onkyo nur gutes berichten, der AV-Receiver tritt dynamisch und klar auf. Möchte man alle Lautsprechereinstellungen von Hand vornehmen, so überzeugt der Onkyo mit einem vollständigen Setup. Für jede Lautsprechergruppe lässt sich die Übernahmefrequenz sehr präzise einstellen. Von 40 bis 100 Hz sogar in 10 Hz-Schritten. Erst über den 100 Hertz werden die Schritte größer. Der Lautsprecherabstand vom Hörplatz kann in 30 cm-Schritten feingetuned werden. Das geht noch präziser. Die Pegelkalibrierung funktioniert in 1db-Schritten. 

An weiteren Audyssey-Features ist zunächst Dynamic-EQ mit an Bord. Diese Funktion hat die Aufgabe, die Klangqualität bei geringen Lautstärken zu optimieren. Ebenso besitzt der TX-NR626 Audyssey Dynamic Volume. Diese Funktion gleicht Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Audioinhalten in Echtzeit aus. Der TX-NR626 unterstützt mit bis zu 3 Hörzonen und ist Bi-Amping geeignet. Besonderes Augenmerk legte Onkyo auf niedrigen Standby-Stromverbrauch, selbst dann, wenn die Netzwerkverbindung und HDMI-Pass Through aufrechterhalten werden.


Für traditionell veranlagte Menschen bringt der Onkyo einen gut klingenden RDS-UKW-Tuner mit 40 Sendern mit. 

Video-EQ

Weitere Parameter

Natürlich macht sich der Onkyo auch als Videoschaltzentrale sehr gut. Er beherrscht nicht nur das Durchleiten von 4K-Signalen, sondern dank des Qdeo-Chips von Marvell ist der AV-Receiver auch in der Lage, niedrig auflösende Signale auf 4K hochzuskalieren. Darüber hinaus verfügt der Onkyo über einen VideoEQ mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten. Zunächst gibt es den Breitmodus. Hier kann man zwischen Zoom, breiter Zoom, Auto, 4:3 und Vollbild wählen. Weiter geht es mit einem Bildmodus. Ein Bildfeld kann der Anwender selbst justieren, an festprogrammierten Bildmodi gibt es Cinema, Game, Standard und Bypass. Wenn der Anwender das Bild selbst justiert, sind folgende Parameter verfügbar: Spielemodus und Filmmodus, eine Konturoptimierung, eine Rauschunterdrückung, Regler für Helligkeit, Kontrast, Farbton sowie Sättigung und eine Einstellmöglichkeit für die Farbtemperatur normal, kalt oder warm. 

Frontanschlüsse

Rückseitige Anschlüsse, Teil 1

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

HDMI-Sektion

Kommen wir zu den Anschlüssen. Wie bereits erwähnt, sind Bluetooth und WLAN im Gerät integriert. Desweiteren bringt der Onkyo auf der Rückseite gleich 6 HDMI-Eingänge und sogar 2 HDMI-Ausgänge mit. Interessanterweise ist kein frontseitiger HDMI-Eingang vorhanden. Dafür ist einer der rückseitigen HDMI-Anschlüsse MHL-kompatibel. Schließt man ein entsprechend kompatibles Smartphone über HDMI an, können mediale Inhalte direkt über den Onkyo wiedergegeben werden. An weiteren Anschlüssen gibt es Vorverstärkerausgänge für zwei aktive Subwoofer und für eine zweite Hörzone. Der Onkyo verfügt über einen optischen Digitaleingang und zwei koaxiale Digitaleingänge. Auch ein Phono-Eingang (analog) ist vorhanden. Insgesamt 4 Cinch-AV-Eingänge und 1 Cinch-Audio-Eingang stehen weiter zur Verfügung. Das Angebot wird von einem Komponenteneingang, einem Komponentenausgang und einem FBASS-Monitorausgang ergänzt. Für die drahtgebundene Netzwerkeinbindung findet sich eine Ethernet-Schnittstelle. Die USB-Schnittstelle befindet sich auf der Front, zusammen mit dem Anschluss fürs Mikrofon und einem AV-Cinch-Analoganschluss. 

Einrichtungsassistent

Problemloses Setup, beginnend mit Audyssey MultEQ Auto Setup

MultEQ: Einstellungen vor dem Start

Anweisungen

Wahlmöglichkeiten

LS-Menü

Time Alignment

Verschiedene Audyssey-Kurven sind anwählbar, Movie oder Music, im Menüpunkt 4.1 kann man hier die Auswahl ändern

Installationsassistent, 2. Schritt: Quellenanschluss

Quellwahl

Einstellung des Fernbedienungs-Modus

Netzwerkverbindung

Kabel- oder Drahtlosverbindung, WLAN ist gleich eingebaut

Check der Netzwerkverbindung

Netzwerkverbindung steht

Klangeinstellungen

Dolby-Einstellungen

Eingangssetup

Voreinstellung des Hörmodus

Was das Handling des TX-NR626 angeht, unterstützen verschiedene Komfortfunktionen den Anwender. Ein Assistent hilft in vier Schritten bei der Inbetriebnahme. Im ersten Schritt geht es um das automatische Lautsprechersetup, im zweiten Schritt um den Quellenanschluss und im dritten Schritt um die Einstellung des Fernbedienungsmodus und im vierten Schritt um den Netzwerkanschluss. Ist der Onkyo in Betrieb, kommt die InstaPrevue ins Spiel. Die Technology gibt den mit dem Onkyo verbundenen HDMI-Quellgeräten Namen und zeigt Videovorschauen für verfügbare Inhalte an. Praktisch ist die Schnellkonfigurationstaste auf der Fernbedienung, hier kann man ohne Unterbrechung der Wiedergabe elementare Audio- und Videoeinstellungen vornehmen, so z.B. Bass- und Höheneinstellungen oder der Bildmodus. Die Taste auf der Fernbedienung befindet sich links vom Navigationskreuz und ist mit „Q“ bezeichnet. Ins Grundmenü kommt man, nachdem man die Home-Taste gedrückt hat. Bei dem Menü, dass sich nun zeigt, befinden sich die Einstellungen ganz links. 

Fernbedienung

Direktwahltasten für die Quelle

Pure Audio-Taste

Lautstärkedrehregler

Wenden wir uns kurz der Fernbedienung zu. Nach heutigen Maßstäben, wo wir ultradünne Smartphones gewöhnt sind, erscheint die Fernbedienung recht dick und klobig. Gut gefallen uns die gummierten Tasten, allerdings könnte der AV-Receiver manchmal etwas rascher auf mit der Fernbedienung gegebene Signale reagieren. Deutlich hochwertiger als die Fernbedienung kommt das Hauptgerät im typischen Onkyo-Design daher. Die Frontplatte wirkt gediegen und ist präzise eingepasst. Der Lautstärke-Drehregler ist leichtgängig und eiert nur minimal. Mit Direktwahltasten kann die gewünschte Quelle am Gerät komfortabel ausgewählt werden. Diese Tasten sitzen präzise und haben einen guten Druckpunkt. 

Wie schon erwähnt, besitzt der 626 ein eingebautes Bluetooth-Modul, daher verlieren wir jetzt schon einige Worte zum Bluetooth-Pairing. Das Bluetooth-fähige Gerät, z.B. ein Smartphone oder Tablet, soll in 1 Meter Entfernung vom TX-NR626 aufgestellt werden. Anschließend wählt man an der Vorderseite des AVRs als Eingang „Bluetooth“ (obere Tastenreihe) aus. Alternativ kann nach Drücken der „Q“ Taste auf der FB bei den Eingängen Bluetooth ausgewählt. Danach „Enter“ drücken. Die blaue Bluetooth Status LED blinkt nun und der AVR ist im Pairing-Modus. „Now Pairing“ steht im Display des 626, und der Verbindungsaufbau kann beginnen. Wenn ein Bluetooth-fähiges Gerät angeschlossen wird, das mit dem AV-Receiver gepaart ist (paired), wird der BLUETOOTH Eingangswähler automatisch ausgewählt. BLUETOOTH kann nicht ausgewählt werden, wenn NET oder USB als Eingangswähler in der Multi-Zone gewählt ist.

Testequipment
Klang

BD "Skyfall" – James Bond 007, englische Tonspur, DTS-HD Master Audio: Skyfall beginnt, typisch für einen 007-Film sehr turbulent. James Bond findet in Istanbul in einer Wohnung tote und schwer verwundete MI6-Agenten. Der Killer ist erst vor kurzem verschwunden, die Spur ist noch warm. 007 stürmt aus dem Haus und springt in Eves Land Rover, um den Killer Patrice, der für das Blutbad verantwortlich ist, in seinem schwarzen Audi A5 zu verfolgen. Der Onkyo TX-NR626 offeriert nicht nur einen kraftvollen und dynamischen Klang, sondern erarbeitet auch den musikalischen Spannungsbogen gekonnt heraus. Verglichen mit dem TX-NR616 von 2012, finden sich im Detail akustische Unterschiede. Die Grobdynamik wird vom Zuhörer als noch intensiver wahrgenommen, auch arbeitet der TX-NR626 den Musikscore atmosphärisch dichter ein. Was die Pegelfestigkeit angeht, sind beide Modelle auf identischem, hohem Niveau. 

Der Onkyo liefert einen präzisen Bass, der sich exzellent ins restliche Klangbild einarbeitet. Der Zuhörer hat stets den Eindruck, dass genug Kraft da ist, gleichzeitig überdeckt der Bass aber nicht den akustischen Rest. Vergleichen wir den Onkyo mit den aktuellen Denon-Modellen AVR-X1000 / 2000, so fällt beim Onkyo die noch etwas höhere Gesamtdynamik auf, während die beiden Denon-Modelle noch eine Idee homogener klingen. Wir sind gespannt, wie sich der in ersten Testreihen ebenfalls sehr dynamisch und impulsiv klingende Pioneer VSX-923 im endgültigen Serienzustand schlägt. Mit lediglich 499 EUR - bei hervorragender Ausstattung - ist der VSX-923 überdies ein Preisbrecher. Kommen wir zu weiteren Vergleichen. Die Front/Surroundbalance ist bei dem 2013 Denon-AV-Receivern exzellent austariert. Der Onkyo weist im Hochtonbereich noch etwas mehr Strahlkraft auf, zudem haben die oberen Mitten mehr Prägnanz. 

Bei geringeren und mittleren Lautstärken eine sehr gelungene Auslegung, wer gerne lauter hört, kann dies mit den etwas zurückhaltender ausgelegten Denon-AV-Receivern besser tun, es sei denn, man schätzt ein sehr prägnantes Klangbild – dann kann man auch mit dem TX-NR626 bedenkenlos laut hören, souverän bleibt der Onkyo allemal. Insgesamt liegt es demnach am Anwender, welche Art zu hören er bevorzugt. Top AV-Receiver sind die genannten Modelle ohne Zweifel alle, und selbst derjenige, der ein 2012er Modell besitzt, muss keinesfalls schnellstmöglich zum Händler seines Vertrauens laufen, um sofort upzugraden. Wer aber ein älteres Modell, z.B. aus den Jahren 2008, 2009 oder 2010 hat, der kann schon deutlich von den Vorzügen eines 2013er Modells profitieren - nicht nur wegen der sehr umfangreichen multimedialen Ausstattung, auch wegen akustischer Vorteile. 

Zurück zu Skyfall. Nach recht kurzer Zeit endet die Verfolgungsjagd zunächst mitten in Istanbul auf dem Grand Basar. Patrice verunglückt mit seinem Audi, entsteigt dem Wrack aber unverletzt und eröffnet sogleich das Feuer auf Bond und Eve. Die Effektkulisse beim Autounfall sowie der anschließende Schusswechsel erscheinen ungemein realistisch. Der TX-NR626 profitiert auch hier wieder von seiner sehr dynamischen Gesamtauslegung. Der Zuhörer hat dadurch den Eindruck, mitten ins Geschehen integriert zu sein, die Schüsse pfeifen ihm dabei förmlich um die Ohren. In einer unbemerkten Sekunde kapert Patrice ein Polizeigeländemotorrad und flüchtet mit diesem in rasanter Fahrt. 007 steckt dieses Überraschungsmoment allerdings schnell weg und schnappt sich ebenfalls eine Geländemaschine von Passanten. Die Fahrgeräusche der Motorradmotoren, das Hochdrehen und Schalten kommen sehr klar und mit tadelloser Auflösung zum Zuhörer. Als die Beiden in wilder Hatz über die Dächer des Grand Basar rasen, nimmt der Zuhörer sogar die teils wegspritzenden Dachziegel wahr. 

Im vierten Kapitel donnert der scheinbar tote James Bond einen hohen Wasserfall hinab. Das Geräusch der tosenden Wassermassen kommt atmosphärisch dicht und kraftvoll zum Einsatz. Direkt im Anschluss startet der Titelsong, gesungen von Adele. Hier beweist uns der TX-NR626, dass Onkyo AV-Receiver traditionell ausgezeichnet mit musikalischem Material umgehen können. Klar und charismatisch ist die Stimme der Sängerin zu vernehmen, die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen klingt hervorragend. Der Bass hat Kraft und Fundament, der Zuhörer wähnt sich inmitten der Ereignisse. 
Im zwölften Kapitel befindet sich 007 in Shanghai. Der Killer Patrice soll dort nach Informationen des MI6 seinen nächsten Auftrag ausführen. 007 erhält eine SMS mit den Flugdaten, so weis er, wann Patrice am Flughafen in Shanghai ankommt. Er heftet sich an die Fersen des eiskalten Killers, die Tour endet an einem neu errichteten Skyscraper, dessen obere Stockwerke noch unbenutzt sind. Die eindrucksvolle, sehr räumliche Musik gleich zu Beginn des Kapitels, gibt der Onkyo ausdrucksstark und energiegeladen wieder. 

Als Patrice den Wolkenkratzer betritt, den Wachmann erschießt und in einen Aufzug steigt, hastet Bond hinterher und fährt unbemerkt von Patrice mit nach oben. Die enorme Spannung in diesen Filmminuten bringt die Filmmusik hervorragend zur Geltung. Der Onkyo punktet erneut mit seinem kraftvollen, lebendigen Klang. Hier zeigt sich, dass die Auslegung im Bassbereich weniger schlank ausfällt, als eine Zeit lang bei Onkyo, der Trend, den wir bereits 2012 beobachtet haben, setzt sich demnach fort. Oben angekommen, schneidet Patrice mit Spezialwerkzeug ein Loch in die Panzerglasscheibe des Wolkenkratzers. Während seine Maschine arbeitet, setzt er seine Präzisionswaffe zusammen. Zur selben Zeit trifft Patrices Zielperson im Wolkenkratzer gegenüber ein. Details beim Zusammenbau der Waffe arbeitet der TX-NR626 exakt heraus, ohne den Musicscore zu vernachlässigen. Als er seine Zielperson erschießt, wirkt der Schuss scharf und aggressiv. Kurz darauf liefert sich Patrice mit 007 ein erbittertes Gefecht um Leben und Tod. Die harten Schläge und das zersplitternde Glas werden vom Onkyo präzise und mit Nachdruck erfasst.

BD "Andrea Bocelli – Vivere- Live in Tuscany", Stücke: "Romanza" / "A Te" / "Time to say goodbye": Wie wir es schon bei Skyfall geahnt haben, entpuppt sich der TX-NR626 als ausgesprochen musikalisch talentiert. Bei der Andrea Bocelli Blu-ray kann man AV-Receivern besonders gut auf den Zahn fühlen, da die PCM 5.1 Tonspur außergewöhnlich gut abgemischt ist. Der Onkyo schafft es, die faszinierende Stimme Andreas im Rahmen seiner Preisklasse hervorragend darzustellen. Es ist hier sehr wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Onkyo ein AV-Receiver der EUR 600,-- Liga ist. Bei allen Qualitäten, die der Onkyo zweifelsohne mitbringt, muss genauso ehrlich darauf hingewiesen werden, dass teurere AV-Receiver bei der Stimmwiedergabe noch mehr Detailreichtum, Charisma und räumliche Wirkung erzielen können. Gerade derjenige Hörer, der gerne und oft differenzierte Musik mit höherem Pegel genießt, sollte sich bei gehobenem Anspruch nicht scheuen, zu einem deutlich teureren AV-Receiver zu greifen. 

Hörer mit normalem bis leicht gehobenem Anforderungsprofil jedoch werden mit der Darstellung des TX-NR626 sehr zufrieden sein. Im Vergleich zu früheren Modellen liegt das Auflösungsvermögen höher, zudem ist der Aufbau der virtuellen Bühne allzeit klar zu erkennen. Nicht nur die Stimme Andreas, sondern auch die Stimme von Sarah Brightman bei bei „Time to say goodbye“ wird vom Onkyo lebendig wiedergegeben. Die Instrumentaldarstellung bietet ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Das Saxophonsolo von Kenny G. gibt der AV-Receiver mit ordentlicher Detaillierung und hoher Dynamik gekonnt wieder. Insgesamt ist es höchst beachtlich, wie gut sich moderne AV-Receiver wie der TX-NR626 auch bei differenzierter Musik in Szene setzen. 

Stereo, Wiedergabe von Hi-Res Audiodateien im Pure Audio-Modus (FLAC-Dateien mit 192, 96 und 88,2 kHz): Bei Diana Kralls „Stop This World“ zeigt sich, dass der TX-NR626 auch im Stereobetrieb mit einer charismatischen Stimmwiedergabe aufwarten kann. Die Stimme Dianas hat Kontur und Charisma, das Rauchige, Kraftvolle kommt sehr gut heraus. Prima auch, dass der Onkyo die Anschlagdynamik beim Piano herausstellen kann. Filigran und diffizil – so kann man den Auftakt zu Claude Debussys „La Mer“, der von der „Dämmerung bis zum Mittag“ reicht, bezeichnen. Die feinen Strukturen stellt der TX-NR626 erstaunlich gut dar, auch wenn das letzte Bisschen an Ausprägung fehlt – nicht verwunderlich für die Preisklasse. Summa summarum allerdings gefällt es uns gut, wie klar strukturiert der Aufbau wiedergegeben wird. Ganz andere Qualitäten sind bei „Past Is Dead“ der Punkrocker von Bad Religion gefragt. Kraftvoll und dynamisch sollte ein AV-Receiver hier aufspielen, und auch diese musikalische Mission gelingt dem Onkyo überzeugend. Den schnellen, treibenden Rhythmus gibt er souverän und mit stimmigem Timing wieder. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist tadellos. Dynamische Unterschiede kommen akkurat heraus. 

Videosektion

Upscaling von 576i Videomaterial auf 1080p, , AVEC Professional Test DVD:

  • Schwarze und weiße Schriften, die in verschiedenen Geschwindigkeiten vor weißem, roten und blauem Hintergrund durchlaufen: Der TX-NR626 schafft eine sehr gute Leistung, die Schriften laufen gleichmässig durch, die Artefaktebildung findet nur in sehr geringem Umfang statt, die schnellste Schrift zeigt leichtes Flimmern.
  • Ein großer magentafarbener Siemensstern im Bildzentrum, vier kleine magentafarbene Siemenssterne in den Bildecken, grüner Hintergrund, gleichmäßige Drehbewegung: Der Onkyo liefert eine reine Farbwiedergabe und eine gleichmäßige Drehbewegung – ab und zu kommt es aber zu leichten Rucklern. Die einzelnen Segmente auch der kleinen Sterne sind gut zu differenzieren. 
  • Schwarzes Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingt: Das Pendel schwingt ruhig und gleichmäßig, Nachzieheffekte treten kaum auf. Am meisten sind die Nachzieher an der Pendelspitze zu sehen. Das rot-blaue Innenleben ist gut zu erkennen, die schwarze Linie steht stabil. 
  • Realtestbild, bewegt, der schwäbischen Stadt Esslingen, Grünanlagen, Festungsanlage, Hauptstraße in der Ferne sichtbar, Hausdächer mit Dachziegeln: Der Onkyo bietet eine realistische Farbwiedergabe und eine gute Bildschärfe. Scaling-Rauschen ist nur bei genauem Hinsehen zu erkennen. Leider flimmern die Ziegel der Hausdächer sichtbar, die Grünanlagen werden differenziert wiedergegeben. In dem Kamerafaden ist kaum Ruckeln zu beobachten. 

Upscaling von 576i Filmmaterial auf 1080p, Star Wars Episode III, Filmbeginn, Schlacht über Coruscant:

  • Gelbe Laufschrift zu Filmbeginn, Gleichmäßigkeit beim Lauf, Einfärbung der Lettern, Artefaktebildung, Schwarzwert, Anzahl der sichtbaren Sterne: Der Onkyo erzeugt ein tiefes Schwarz und bringt viele Sterne auf den Bildschirm. Die Schrift läuft ruhig nach hinten durch, es ist praktisch keine Wellenbewegung sichtbar. Jeder Buchstabe steht praktisch völlig still, das gelb der Schrift ist gut getroffen, insgesamt eine erstklassige Leistung ohne Einschränkung. 
  • Sternzerstörer fliegt durchs Bild, Bildruhe, Schärfe, Rauschverhalten, Kontrast beim Flügel der im Schatten liegt: für ca. 2 Sek. Zittert der Sternzerstörer sichtbar, danach präsentiert der Onyko ein stabiles, kontrastreiches Bild, mit hoher Bildschärfe und geringem Bildrauschen. Auch der im Schatten liegende Flügel kommt kontrastreich heraus. 
  • Raumjäger von Obi Wan und Anakin kippen nach unten in die Raumschlacht ab: Plastizität, Tiefenstaffelung, Schärfe bis in die untersten Bildebenen, Bewegungsstabilität, Brücke des Sternzerstörers, der nach links aus dem Bild gleitet: Der Onkyo präsentiert dem Zuschauer ein selbst im Detailbereich untadeliges Bild mit enormer Plastizität. Selbst die untersten Bildebenen beim Blick auf den Planeten sind noch scharf zu erkennen, Bildrauschen gibt es kaum.
  • Gesichter von Obi-Wan und Anakin, Außenhaut der Raumschiffe und Raumjäger, Detaillierung der Explosionen, Farb-Authentizität: Der TX-NR626 trifft die Hautfarben der Gesichter so gut wie kaum ein anderer AV-Receiver dieser Preisklasse. Einzelheiten der Hautoberfläche arbeitet er zielsicher heraus. Makellos ist auch die Darstellung der gezeigten Raumjäger und Raumschiffe. Die Explosionen überzeugen mit feinen Farbübergängen und hoher Farbreinheit. 
Fazit

Der Onkyo TX-NR626 zeigt sich in verschiedenen Punkten gegenüber dem Vorgänger verbessert. So sind nun WLAN und Blutooth fest im Gerät integriert, für die Preisklasse beinahe konkurrenzlos ist überdies die Anzahl der Audioformate, die gestreamt werden können. Klanglich legt der TX-NR626 bei Gesamtdynamik und Auflösungsvermögen weiter zu. Gerade beim Upscaling von Filmmaterial präsentiert sich die Videosektion in Bestform und kann gegenüber dem Vorgänger noch mehr überzeugen. Die solide Verarbeitung und das recht einfache Handling runden den Gesamteindruck ab. Nicht mehr up to date ist die etwas globige Fernbedienung, zudem könnte das manuelle Time-Alignment noch präzisere Einstellmöglichkeiten hinsichtlich der Entfernung der Lautsprecher vom Hörplatz bieten. 

Erstklassiges günstig kaufen - der TX-NR626 begeistert durch sein rundherum hohes Niveau und die exzellente Ausstattung zum sehr fairen Preis

AV-Receiver Mittelklasse
Test 30. April 2013

+ Dynamischer Antritt, kraftvoller Auftritt in allen Betriebsarten
+ Pegelfestigkeit sehr gut
+ Ausgezeichneter Klang im Pure Audio Stereo-Modus
+ Exzellente Videosektion inkl. Video-EQ mit Top-Upconversion gerade bei Filmmaterial
+ Installationsassistent
+ Justage verschiedener Grundfunktionen per OSD im Betrieb möglich
+ WLAN und Bluetooth serienmäßig an Bord
+ HDMI mit InstaPrevue, MHL
+ 2 HDMI- und 2 Subwoofer-Ausgänge
+ Sauber verarbeitet innen und außen

- Fernbedienung wirkt leicht antiquiert
- Manuelles Time Alignment nur in 30 cm Schritten verfügbar 
- Blech- anstatt Alu-Kühlkörper

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30.04.2013

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