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TEST: Onkyo 2.1 System Envision Cinema LS3100 - schick und soundstark

01.07.2013 (cr/sw)

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Das Produkt

Steuereinheit von oben

Box von hinten mit Anschlüssen

Unscheinbar-schlankes Design

Wandhalterung an der Box

Fernbedienung im Scheckkartenformat. Die "Sound Mode" Taste schaltet zwischen 

Für Marktpreise um die 300 EUR gibt es das Onkyo 2.1 Lautsprechersystem Envision Cinema LS3100 wahlweise in weißer oder schwarzer Version. Wer ein leistungsstarkes Soundsystem als Ergänzung für den Flachbildschirm sucht und auch gern Musik hört, ist hier genau richtig. Für Musikhörer sind Soundbars aufgrund der recht schmalen Stereobühne und der daraus resultierenden nur befriedigenden Kanaltrennung nicht erste Wahl. Die LAP-301 2.1-Kanal-Steuereinheit liefert 20 Watt pro Kanal (4 Ohm, 0,8 % Klirrfaktor, 2 Kanäle angesteuert, IEC). Im Inneren der sehr kompakten Steuereinheit arbeiten digitale Endstufen, die geringen Platzbedarf mit hoher Effizienz und geringer Rest- sowie Verlustwärme kombinieren. Sehr interessant sind auch die vorprogrammierten Fernbedienungs-Codes für die meisten TV-Marken, hinzu kommt eine Lernfunktion. 

Praktisch ist es, dass man die LS3100 automatisch zusammen mit dem TV einschalten bzw. die Komponenten in den Standby-Modus versetzen kann. Für eine raumfüllende sowie atmosphärisch dichte Wiedergabe sorgt die SRS-Tonsignalverarbeitung. Ein spezielles DSP kümmert sich überdies um die akkurate Aufbereitung von Stimmen. Streaming von Smartphone oder Tablet ist dank Bluetooth 2.1 + Enhanced Data Rate (EDR) kein Problem. An Anschlüssen finden sich an der Steuereineit ein analoger 3,5 mm Audioeingang und zwei digitale konventionelle Audioeingänge (optisch + koaxial). Leider ist die LS3100 nicht HDMI-beschaltet, aber hier hat Onkyo lieber auf hochwertige Verstärkertechnik gesetzt - und für den Kaufpreis kann man nicht alles erwarten.  Mit 0,3 kg ist die Steuereinheit sehr leicht, sie ist 187 mm breit, 32 mm hoch und 120 mm tief. 

Zwei Satelliten, die man horizontal oder vertikal aufstellen kann. Auch Wandbefestigung ist möglich

Auch vertikal sehen die SLM-301 Satelliten gut aus

Satellit offen. Zwei Vollbereichs-Chassis verbergen sich hinter der Abdeckung

Die SLM-301 Vollbereichs-Satelliten sind in geschlossener Bauweise ausgeführt. Jeweils 2 Vollbereichs-Konusse mit 6,5 cm Durchmesser befinden sich im Gehäuse. Für die alternativ mögliche Wandbefestigung sind die Lautsprecherständer abnehmbar. Die Boxen  mit 86 dB Wirkungsgrad (1 W/1m) sind maximal mit 20 Watt belastbar und weisen einen Frequenzgang von 200 Hz bis 20 kHz. 0,7 kg wiegen sie zusammen mit Standfuß.

drahtloser aktiver Subwoofer

Rückseite

Unterseite des Subwoofers, mit Chassis und Bassreflexöffnung

Der SLW-301 ist ein drahtloser aktiver Subwoofer mit 50 Watt Leistung (4 Ohm, 100 Hz, 1 % Klirrfaktor, IEC) und einem 16 cm Basschassis. Er strahlt nach dem Downfire-Prinzip nach unten ab. Der Sub wiegt 5,8 kg und ist 261 mm breit, 337 mm hoch und 269 mm tief. Sein Frequenzgang reicht von 40 bis 200 Hz. In Bereitschaft verbraucht er 0,32 Watt.

Nur Klemmanschlüsse hinten an den Satelliten

Gute Verarbeitung, auch rückseitig, bei den Satelliten

Die Verarbeitung aller Komponenten ist ansprechend, die Satelliten weisen Metallgitter über den Chassis aus. Leider gibt es keine Schraubanschlüsse für den Anschluss der Lautsprecherkabel. Die Passungen und Spaltmaße sind ok, die Materialqualität ist für die Preisklasse wirklich gut. Das mitgelieferte Zubehör umfasst ein 3.5 mm Stereokabel, ein optisches Digital-Kabel, ein Netzkabel (LAP-301, SLW-301), 2 x  Lautsprecherkabel, eine Schnellstartanleitung, eine normale Bedienungsanleitung und die kompakte Fernbedienung,

Klang

Von Beginn an haben wir den ersten GI JOE Film "The Rise Of The Cobra" (Blu-ray) angehört. Es beginnt vor einigen Jahrhunderten, und das Gerassel der Ketten kommt sehr gut heraus. Das Fauchen der Flammen und die Schreie McCallums wirken ebenfalls recht räumlich. Anschließend hält MacCallums Nachfahre eine Ansprache über die "Nanobytes". Etwas problematisch ist bei diesem Quellmaterial die Stimmwiedergabe. Aktiviert man die Stimmverbesserungsfunktion, ist die Stimme zwar gut verständlich, erscheint aber leicht aufgesetzt und ist nicht so flüssig ins tonale Gesamtgefüge integriert. Aktiviert man sie nicht, wirken die Stimmen etwas distanziert und im Hintergrund. Dadurch, dass sie etwas belegt erscheinen, ist die Verständlichkeit nicht optimal. Nun ist Szenenwechsel, der Armeetransport der neuartigen Waffen beginnt. Das Drehen der Rotoren des Helikopters kommt gut heraus. Der Music Score kommt gut, aber etwas zu sehr im Hintergrund heraus. Prima erscheint die Raumwirkung, was man merkt, als die Helikopter sozusagen von hinten nach vorn fliegen. Die Geräusche im Aufklärungspanzer und das Auftauchen des Cobra Fluggerätes erscheinen sauber eingearbeitet. Die Explosionen kurz darauf haben Fundament und sind nicht nur einfach laut, sondern auch recht gut strukturiert. Die Schusssalven aus dem Kampfhubschrauber auf das gegnerische Fluggerät haben ebenfalls Nachdruck. Aufgrund des relativ kleinen Volumens des aktiven drahtlosen Subwoofers ist der Tiefgang zwar beschränkt, was der kleine Bassist aber prima durch sein tadelloses Volumen zumindest subjektiv ausgleicht. Positiv ist zu vermelden, dass der drahtlose Subwoofer "just in Time" den Bass produziert und nicht dem akustischen Rest hinterher hinkt. 

Das große Gefecht GI JOE gegen Cobra wird effektgewaltig übertragen, und man ist überrascht, wie komplett und vielschichtig das LS3100 die Kampfhandlungen wiedergibt. Die Stimmen erscheinen hier mit aktivierter Funktion für verbesserung der Stimmverständlichkeit besser eingearbeitet als in der Rede als McCallum seine Rede hielt. Nur als Dukes Exfreundin spricht, erscheint die Stimme etwas zu dominant und rückt die Effekte ein wenig zu stark in den Hintergrund. Der Schuss mit der Armbrust wirkt dynamisch und präzise. Die herabprasselnden Trümmerteile erscheinen räumlich und mit guter Auflösung. Schalten wir ein Kapitel weiter, ertönt der Soundtrack nun kraftvoll und lebendig. Erst, wenn sich zu viele weitere klangliche Anteile hinzu mischen, gerät er wieder etwas in den Hintergrund. Solange nur Effekte im Hintergrund und im Vordergrund der Music Score läuft, kann die Darstellung sehr gut gefallen. Sehr gut gelungen ist die Landung des Fluggerätes in der GI JOE Basis in der Wüste. Die Geräusche in der riesigen unterirdischen Basis erscheinen wiederum räumlich und recht vielschichtig. Der Anwender ist prima ins akustische Geschehen eingebunden, durch die virtuellen Surrounderzeugungs-Algorithmen entsteht wirklich ein aus räumlicher Sicht weitläufiger Eindruck. 

Bei Andrea Bocellis BD "Vivere - Live in Tuscany" kommt die Stimme Andreas mit der Stimmverbesserung gleich zu Beginn, als er spricht, gut zum Ausdruck. Dieser Eindruck setzt sich auch fort, wenn er die Stimme bei "melodramma" erhebt. Die Instrumente wirken minimal in den Hintergrund gerückt, was aber nur dem erfahrenen Anwender auffallen dürfte. Der Bass wird bei aktivierter Stimmverbesserung etwas zurück genommen, was man aber über die Wipptaste zur Bestimmung der Subwooferlautstärke mittels FB ausgleichen kann. Was wirklich stört, ist, dass nicht nur ein rudimentäres OSD fehlt, sondern auch LEDs, die den Status anzeigen. Die Blackbox bleibt stets "black" bis auf die On/Standby-LED. Der Bühnencharakter kommt sehr gut heraus, klar fokussiert ertönt Andreas Stimme. Beim 2. Titel "Romanza" erscheint der Beifall des Publikums räumlich und lebendig. Der Song selber wirkt mit ansprechender Grob- und sogar Feindynamik gefühlvoll, für ein 2.1 System ist die Akustik wirklich erstaunlich kultiviert. Selbst, als der Sänger die Stimme erhebt, wirkt das Ergebnis nicht verzerrt - nur, wer es mit dem Pegel wirklich übertreibt, bekommt dies dann durch leichte Verzerrungen und einen leicht blechernen Klang quittiert. Vergleicht man aber mit anderen Soundbar- und 2.1 Systemen, dann schneidet die Onkyo Lösung aufgrund des angenehmen, lebendigen Klangbildes überzeugend ab, gerade auch dann, wenn man den Kaufpreis mit ins Kalkül zieht. Zu Beginn des dritten Songs gibt es ein kurzes Solo von Kenny G am Tenorsaxophon. Auch hier gibt sich das LS3100 keine Blöße und erzeugt ein realistisches, schwungvolles und nicht oberflächlich-flaches Klangbild. 

Bei "Bella Vita" von DJ Antoine und bei "Aurora" von DJ Clubbingman (CD-Qualität) schafft das LS3100 ebenfalls eine gute Kulisse und erweist sich überdies als richtiggehend pegelfest. Der kleine Subwoofer gibt Kickbässe mit stimmigem Timing wieder und verleiht ihnen auch die passende Härte. Elektronische Effekte werden gerade im kleinen bis mittelgroßen Hörraum mit guter Wirkung wiedergegeben und weisen einen recht sauberen Aufbau auf. "Diamonds" von Rihanna überzeugt wiederum mit guter Stimmdarstellung und ordentlich Punch im Bassbereich.  Nach Druck auf die Bluetooth-Taste auf der Fernbedienung kann das LS3100 im Übrigen problemlos mit dem Smartphone oder dem Tablet gekoppelt werden, vorausgesetzt, das mobile Device ist auf "sichtbar" geschaltet. Die Bluetooth-Übertragung bei "I Need A Miracle" im Rene Rodrigezz Reworks Mix erweist sich als stabil, es kommt zu keinen Aussetzern oder anderen klanglichen Beeinträchtigungen. 

Vergleichen wir mit ähnlichen Produkten. Die Panasonic Soundbar SC-HTB170 mit HDMI und Bluetooth für 249 EUR kann zum Einsatz kommen, wenn noch weniger Platz zur Verfügung steht. "All In One" stand bei der Entwicklung im Lastenheft, sogar ein kleiner Subwoofer ist schon im Gehäuse der Soundbar integriert. Top: Für den schmalen Preis sind schon HDMI-Beschaltung und Bluetooth an Bord. Klar dürfte sein, dass akustisch nicht die identischen Resultate wie beim Onkyo LS3100 erwartet werden können. Recht angenehm und homogen klingt die SC-HBT170 aber. Das Teufel 2.1 Set Cinebar 21 gibt es für 399 EUR mit kleinerem und für 499 EUR (Set "XL") mit größerem aktivem Subwoofer, der aber in beiden Fällen kabelgebunden und nicht drahtlos ist. Die Cinebar 21 gefällt mit klarem Klang und sehr guter Pegelfestigkeit. Naturgemäß kann sie als Soundbar trotz ordentlichen virtuellen Surroundprogrammen keine so breite Stereobühne erzielen wie das LS3100 mit zwei getrennt aufstellbaren Lautsprechern. Gerade der Subwoofer des XL-Sets schiebt immens an und bietet einen tollen Tiefgang. HDMI-beschaltet ist die Cinebar 21 ebenfalls nicht. Es fehlt Bluetooth, dafür gibt es an der Soundbar ein Display. 

Fazit

Das Onkyo Envision Cinema LS3100 überzeugt mit schicker Optik, guter Verarbeitung und einem gefälligen Klang. Mit tadelloser Grob- und guter Feindynamik sowie ansprechender Räumlichkeit stellt dieses 2.1 System eine enorme klangliche Verbesserung gegenüber dem Soundsystem dar, das sich im Flachbildschirm befindet. Für die Leistung ist überdies der Kaufpreis absolut angemessen. Sehr gut: Bluetooth ist gleich mit an Bord. HDMI-beschaltet ist das System nicht, es gibt auch kein OSD und auch kein Display an der kleinen Black Box. Zumindest ein kleines Display oder verschiedene Status-LEDs hätten wir schon erwartet. Hier sollte Onkyo nachbessern. 

Kultiviert und lebendig klingendes, kompaktes und schickes 2.1 System zum fairen Kaufpreis

2.1 Lautsprechersystem untere Mittelklasse
Test 01. Juli 2013

+ Klanglich kultiviert und angenehm
+ Gute Grob- und Feindynamik
+ Kraftvoller Bass mit stimmigem Timing
+ Bluetooth
+ Erstaunlich pegelfest
+ Gute Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

- Kein OSD oder Display
- LS-Klemmanschlüsse
- Kein HDMI

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 01.07.2013

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