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XXL-VERGLEICH: Panasonic/Sony/Toshiba/Philips: Bildqualität LCD/Plasma-TV 2012/2013

15.05.2013 (cr)

Extrem talentierter Bildmeister: Panasonic TX-P60ZT60E

Ganz vorn bei den LCD-TVs - der Sony KDL-55W905


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2012 und 2013 sind verschiedene LCD- und Plasma-TVs von uns getestet worden. Gibt es zwischen den Generationen von 2012 und 2013 Unterschiede in der Bildqualität im 2D FullHD Betrieb und im 3D-Betrieb? Wir haben verschiedene Vergleiche gezogen. 

2013er Modell: 55W905

2012er Modell: 55HX955

Wenden wir uns zunächst dem Sony KDL-55W905 zu. Er verfügt über die neue Sony Triluminos Display-Technologie. Diese soll für mehr Farbbrillanz sorgen und dem Farbspektrum eines OLED TVs nahe kommen. Um dies zu ermöglichen, fügt Sony zwischen dem eigentlichen Flüssigkristall-Display und der LED Hintergrund-Beleuchtung eine Harzschicht ein, die mit sogenannten Quantenpunkten versehen ist. Ziel von Trimuinos ist es, klares, weißes Licht  (auch danl des Einsatzes von blauen LEDs fürs Backlight anstatt weißer) zu erzeugen, und zudem soll ein erweiterter Farbraum darstellbar sein. Es läuten die Alarmglocken - schließlich gibt es mit dem REC709 Farbraum (HD-Farbraum) eine exakte Spezifikation, wie aus farblicher Sicht das Bild einer Blu-ray auszusehen hat. Und oft gibt es Farb-Booster in Flachbildschirmen, die letzten Endes nur das Bild unnatürlicher machen: Bonbonfarben, Übersättigung, nicht stimmige Hauttöne. Sony möchte aber beweisen, dass man mittels Triluminos und leistungsstarkem Bildprozessor kräftigere, detailreichere und lebendigere Farben erzielen kann. Der leistungsstarke Bildverbesserungs-Chip X-Reality PRO im Innern der Triluminos-Devices von Sony rechnet die Farbwerte der Videonorm (Rec709) auf den erweiterten Farbraum um, so dass das Triluminos Display seine Stärken voll ausspielen kann. Auf Wunsch können die Fernseher natürlich auch den geringeren Farbraum Rec709 wiedergeben, wie es z.B. im Modus "Kino" automatisch der Fall ist. 

Der Bereich erweiterter Farbraum holt dann alles aus dem Display heraus. Wo ist die nötige Einstellung dafür? Zunächst in Bildeinstellungen dann erweiterte Bildeinstellungen und dort der Regler „Farbbrillanz“ verwenden. Der Regler kann deaktiviert werden, sonst sind „niedrig, Mitte und hoch“ verfügbar. Im Kinomodus ist die Farbbrillanz ausgeschaltet, im Standardmodus ist sie aktiviert. Mit dieser Reglung werden Farben „geboostet“. Szenen, in denen z.B. ein Blaues Meer zu sehen ist, wird der Farbeindruck massiv intensiviert. Sony kann somit einen sehr fein abstufbaren erweiterten Farbraum bieten (bis x.x. colour), in einer Art und Weise, die derzeit einzigartig auf dem Markt ist. Hauttöne werden nicht linear mit gesättigt, sondern erst bei 40 bis 50 Prozent geht die Sättigungskurve hoch. Dadurch wird eine nach wie vor hohe Bildnatürlichkeit erreicht. 

Wir haben das System genau anhand von "James Bond 007 Casino Royale" getestet. Sehr lebendige, dynamische Farben sind in der Karibikszene zu sehen, als 007 mit dem Wasserflugzeug auf den Bahamas, genauer gesagt in Nassau, landet. Das Meer wirkt perfekt karibisch türkis, die gleißende Sonne kommt farblich nuanciert zum Ausdruck. Bonds Hautfarbe wirkt trotz des Farb-Boostings realistisch. Nuancen werden fein wiedergegeben. Zeit für einen Vergleich mit dem Sony KDL-55HX955 und somit dem direkten Vorgänger. Selbe Szene, sonst identische Einstellungen - und wir staunen: Der HX955 gibt das Bild auch sehr authentisch wieder - im Sinne "echter" Farbwiedergabe sogar noch realistischer. Aber das karibische Flair, das Wasser, die Sonne, die "Urlaubs-Farben" gibt der W905 mit Triluminos-Technologie atmosphärisch dichter, lebendiger, dynamischer wieder. Wir begeben uns ins Kino-Bildprogramm und deaktivieren beim W905 den Farb-Booster. Nun haben wir ein farblich absolut "echtes" Bild, das begeistert. Hauttöne gibt der W905 noch differenzierte wieder als der schon sehr gute HX955. Kleine Unreinheiten in der Hautoberfläche von 007 wirken noch besser herausgearbeitet. In den hinteren Bildebenen bietet der W905 noch etwas mehr Durchzeichnung und Schärfe. Alles, zugegeben, Nuancen, die aber beweisen: Es geht bei Sony voran und nicht zurück.

Was aber sagen die Messwerte dazu? Vergleichen wir:

W905 mit Sehr gut passendem Farbraum im Modus Cinema. Guter Weißpunkt, Gamut Luminance gut, aber nicht perfekt. 

W905: exzellentes Gamma

W905: Die blauen LEDs machen ein von der Farbtemperatur her zu hoch liegendes Bild, selbst bei warmer Einstellung bei den Farbtemperatur-Modi. Durch die Bank liegt die Farbtemperatur über dem korrekten Wert. Das erklärt auch die merkwürdige RGB Balance.

 Messung nach Justage - wir haben mehr Rot hineingebracht, nun ist das Bild bei  niedriger Bildhelligkeit zu warm, bei 40 bis 70 Prozent Bildhelligkeit zeigt sich eine Verbesserung. Bis 10 bis 20 Prozent Bildhelligkeit Ungenauigkeit des Messsensors

Wie schlägt sich im Vergleich der ältere HX955?

Der HX955 ist messtechnisch nicht schlecher, wie man erkennen kann. Besser ist der Weißpunkt

Zulegen konnte der W905  beim Gamma. Die richtige Gammakurve trifft der HX955 nicht so präzise

Auch der HX955 hat ein etwas zu kaltes Bild - aber nicht so drastisch wie beim W905. Der HX955 setzte auf normale weiße LEDs

Insgesamt geben die Messungen den Bildeindruck nicht ganz vollständig wieder. Der W905 begeistert enorm, was sich, wie wir finden, in den Messprotokollen nicht widerspiegelt. Die Vorzüge von Trimluminos sind gut sichtbar und sorgen für viel visuelle Freude und enorm lebendige Bildwirkung. Im Alltagsbetrieb dürften die neuen Möglichkeiten des W905 daher viel Freude bescheren.

Deutliche Fortschritte hat der W905 beim 3D Bild gemacht. Neue 3D-Brillen, im Bild oben zu sehen, tragen auch  ihren Teil zum besseren 3D-Bild bei. Im einzelnen passen sich folgende Vorteile für den W905 ausmachen: 

  • Bild in den hinteren Bildebenen schärfer.

  • Bild insgesamt etwas schärfer, gleichzeitig weniger Artefakte

  • Verringerte Neigung zum Crosstalk. Tritt er auf, dann vornehmlich in den hinteren Bildebenen.

  • Bessere Farb-Authentizität. Die Farbverfälschungen im 3D-Betrieb haben weiter abgenommen.

  • Geringere Neigung zum störenden Flimmern rund um den TV beim Betrachten von 3D Inhalten in helleren Räumen.

  • Brille bietet optimierten Tragekomfort und nun Funksignalübertragung. 

  • Helligkeitsverlust nur minimal.

  • Verbesserte Wandlung von 2D nach 3D. Mehr Plastizität, das Bild erscheint schärfer und natürlicher. Immer noch tritt aber bei der Wandlung mehr Crosstalk auf als bei der normalen 3D-Wiedergabe von nativem Material.

Bilanzierend sehen wir den W905 als klaren Fortschritt. Ein faszinierender TV für den Genießer, der tief ins Bild eintauchen und exzellentes 3D genießen möchte. Überdies ist die Frame Interpolation noch besser geworden. Sie bietet verschiedene Programme und ermöglicht eine noch passendere Justage auf den jeweiligen Bildinhalt. Schon der HX955 hatte unterschiedliche Modi an Bord, die neuen  Modi aber schaffen einen natürlicheren Bildeindruck, bei gleichzeitig scharfer und ruckelfreier Bewegungswiedergabe. 

Panasonic ZT60 - nur in 60 Zoll und in limitierter Auflage

Doch der Sony hat harte Konkurrenz in Form des neuen Panasonic Referenz-Plasmas TX-P60ZT60E. Wenn wir hier bewerten, müssen wir aber hinzufügen: Alles vorläufige Angaben vom Preview, wir haben noch keine Messwerte. Das bitten wir zu entschuldigen. Im Test reichen wir sie nach. Auch haben wir den Panasonic nur im 2D Betrieb gesehen und können daher keine Angaben im 3D-Betrieb machen. Der ZT60 schlägt den Sony W905 beim Thema Schwarzwert. Hier setzt das Spitzenplasma neue Bestwerte. Wie groß die Differenz tatsächlich ist, werden wir nach dem Test ausführlich erörtern. So wie es bislang aussieht, schiebt der ZT60 die Meßlatte auch beim Thema Detailkontrast noch etwas weiter nach oben. Was wir aber auch schon absehen können: Der W905 lässt sich nicht abschütteln. Noch nie gab es einen LCD, der so nah an einem absoluten Referenz-Plasma lag - Respekt, Sony! 

Beim ZT60 kommt das neue, besonders aufwändig hergestellte "Studio Master" Panel zum Einsatz. Dahinter verbirgt sich die „Air Gapless“ Technologie, zwischen Frontglas und Panel gibt es keine Luftschicht mehr.   Um dies zu erreichen, scheut Panasonic keine Mühen. Eine erhitzte Kompressionskammer (Autoklav) kommt zum Einsatz, extrem hohe Temperaturen werden mit sehr hohem Druck kombiniert. So können Frontglas und Panel lamelliert werden. Leuchtkraft und Helligkeit des Panels werden auf diese Art und Weise maximiert und äußere Einflüsse wie z.B. Umgebungslicht reduziert. Wir haben uns davon überzeugen können - bei externem Lichteinfall gibt es deutlich weniger Reflexionen, was einem harmonischen Bild sehr zuträglich ist. Besonders gut kommen die Qualitäten des ZT60 im THX Bildmodus "Cinema" zum Tragen. Wer den ZT60 in Räumen mit stärkerem Lichteinfall nutzt, kann auf "THX Bright Room" zurückgreifen. Enorm wichtig war Panasonic, dass der ZT60 jedes Ausgangsmaterial so gut wiedergibt wie es irgend möglich ist. Während sich die THX-Programme besonders für ein authentisches Bild von Kino-Filmmaterial eignen, hat Panasonic exklusiv im ZT60 auch noch einen EBU Bildmodus für die perfekte Darstellung von TV-Material (EBU steht für European Broadcasting Union) - die von der EBU festgesetzten Richt-Parameter werden sogar übertroffen. Einen solchen EBU-Modus bietet derzeit kein anderer TV, ganz gleich von welchem Hersteller. Die ebenfalls schaltbaren isf-Modi (verbergen sich hinter Professionell 1 und 2) sorgen ebenfalls für Freude, hier kann man einen Modus für Tag und einen für Nacht anlegen und dank der erweiterten Bildeinstellungen ist es auch möglich, z.B. mittels CalMan Messung, den Weißpunkt zu perfektionieren. In der Praxis bietet der ZT60 eine überragende Wiedergabe von Farben, dabei werden bei der Präsentation von Rot-Tönen neue Bestwerte gesetzt. 

VTW60 (2013)

VT50 (2013)

Der ZT60 hat in diesem Sinne keinen Vorgänger, ist nur in limitierter Auflage und nur in 60 Zoll erhältlich. Bei den nicht limitierten Plasmas nimmt die VTW60-Serie im Jahre 2013 die Spitzenstellung ein. Auch hier beruhen unsere Eindrücke im 2D-Betrieb bislang auf Previews, die wir machen konnten. es war möglich, den VTW60 im direkten Vergleich mit dem ZT60 zu sehen. Der ZT60 bietet noch höheren Detailkontrast, der des VTW60 dürfte sich, so mutmaßen wir, auf dem Level des Sony W905 bewegen.  Beim Schwarzwert sehen wir die Plasmas nach wie vor leicht in Front - auch der VTW60 offeriert einen überragenden Schwarzwert und einen erstklassigen Bild-in-Bild-Kontrast. Absolut Spitze ist der Sony W905 beim Thema 24p Stabilität. Nur der ZT60 kann hier unseren ersten Eindrücken nach mithalten. Der VTW60 offeriert zwar einen hohen Standard, Bilddetails stehen beim W905 aber anscheinend noch eine Idee stabiler. Deutlich geringer ist bei Panasonic die Rauschneigung. Farbflächen- wie auch Panelrauschen im Gesamten sticht so gering ins Auge, dass es auch bei genauem Hinsehen keinen mehr stören dürfte. Überragend ist die 3000 Hz Frame Interpolation von Panasonic. Ein klarer Fortschritt gegenüber den 2012 er Modellen der VT50 Baureihe. Vergleichen wir VT50 (2012) mit VTW60 (2013) im 2D-Betrieb:

  • Bild- und Farbflächenrauschen bei VTW60 geringer

  • Frame Interpolation beim VTW60 erlaubt noch flüssigere, schärfere Bewegungen ohne unnatürliche Nebeneffekte

  • Detailkontrast steigt leicht

  • 24p Stabilität und Gesamtbildschärfe auf gleichem, hohen Niveau

  • Farbwiedergabe insbesondere bei Rot nochmals bei VTW60 verbessert

  • Gesamtkontrast auf praktisch identischem hohen Level

  • THX Cinema Bildprogramm bei beiden TVs sehr gut geeignet für die Wiedergabe von Filmmaterial

Beim Test in 2012 konnte die VT50-Serie bei den Messungen überzeugen:

Guter Weißpunkt, ordentliches Gamma

Bild von der Farbtemperatur recht gleichmäßig (bei 0 % Messsensor-Ungenauigkeit)

Gibt es bei Toshiba eine Weiterentwicklung bezüglich der Bildgüte? es treten gegeneinander an:

warum 47 gegen 55 Zoll? Einfache Antwort - als wir den Toshiba 46WL863G getestet haben, hatten wir noch keinen Display Basic Check im Programm, dieser kam 2012 im Januar hinzu. 

2012/2013er Modell: 47Y985

55WL863, Modelljahr 2011/2012

Zuhause in der Oberen Mittelklasse sind beide Toshiba TVs. Sie versprechen, viel Bild fürs Geld zu bieten. Zunächst möchten wir auf Unterschiede zu den 2013er Oberklasse-/Luxus-Modellen von Sony und Panasonic eingehen. Hier finden Sie eine Auflistung:

  • Erstaunlich: Der Video-EQ der Toshibas muss sich nicht hinter dem in den Sony und Panasonic Geräten verstecken. Viele, sinnvolle Parameter machen auch es auch für den Experten möglich, das Bild fein zu justieren, z.B. beim Weißpunkt oder beim Gamma. 

  • Sehr gutes, makelloses Gamma beim Toshiba WL863. Auf einem Niveau mit absoluten Referenzmodellen 2013! Das ist eine klasse Leistung. 

  • Bei Helligkeitsverteilung (Toshiba ist ein Edge LED-LCD) und absoluter Schwarz-Tiefenwirkung ziehen insbesondere die neuen Panasonic Plasmas vorbei. Überraschung: Obwohl er auch ein Edge LED-LCD-TV ist, bietet der Sony W905 sichtbar bessere Helligkeitsverteilung als beide Toshiba.

  • Detailkontrast: Auch hier schneiden beide Toshibas sehr respektabel ab. Feine Muster z.B. in der Beinahe-Dunkelheit aber gegen die 2013er Referenz-Modelle, insbesondere der ZT60, besser wieder. Der WL863 bietet bessere, feinere Differenzierung von Graustufen als der YL985.

  • Wenig Rauschen. Beide Toshibas zeigen kaum Panelrauschen und  müssen sich nicht hinter den besten verstecken.

  • Die Farbwiedergabe ist gut, aber nicht perfekt. Die 2013er Konkurrenten von Sony und Panasonic bieten etwas mehr - außer dem ZT60 mit der exzellenten Rot-Darstellung. Schaltet man beim Sony W905 zudem den Farb-Booster zu, erlebt man eine enorme Dynamik und ein 100 % "Eintauchen" ins Bild. 

  • Weißpunkt wird vom WL863 gut getroffen, gleichbleibend stimmige Farbtemperatur über alle Bildhelligkeitsstufen. 

  • Schlechtere Frame Interpolation bei beiden Toshibas: Für sich betrachtet, wirklich gut, aber Bewegungsstabilität und -Schärfe sind gerade beim neuen Panasonic Frame Interpolierer noch besser.

  • 3D (beide Male mit aktiven Shutterbrillen) nicht mehr ganz auf der Höhe: Der 47YL985 zeigt noch Crosstalk und Bildflimmern. Die wenig begeisternde 3D Performance ist leider zu kritisieren. Hier war die WL963 Baureihe besser und sorgte für ein gutes 3D-Bild mit tadelloser Schärfe. Insgesamt steht das Toshiba-Vergleichs-Fazit fest: Nach wie vor begeistert die WL863 Baureihe mit tollem Bild und ist sehr empfehlenswert. Der YL985 macht eigentlich nichts besser, aber einiges schlechter. Was geht, zeigt uns der Sony W905: Scharf, stabil, tolle Tiefenwirkung, wenig Crosstalk. Bei den 2013er Panasonic-Plasmas müssen wir den endgültigen Test noch abwarten. Hier haben wir keine 3D Erfahrungswerte. 

Um unsere Eindrücke zu untermauern, sehen wir uns die Messwerte beider Toshiba TVs an. Zu beachten: Wir haben im Modus "Hollywood Professional" gemessen. Hier ist es möglich, mit einem optionalen Messsensor einen Abgleich mit den Look Up Tables im TV zu machen. Dies haben wir getan und dann mittels CalMan gemessen. 

2011/2012er Modell WL863:

Exzellent - Gammapunkt beim WL863, und auch bei der Kurvendarstellung gilt:  So muss eine korrekte Gammakurve aussehen!. Gut ist auch die RGB-Balance. Für die Farbtemperatur gilt: Bis 10 % Ungenauigkeit beim Sensor. Darüber eine Spitzenleistung - gleichbleibend, beinahe immer auf dem korrekten Niveau. Gratulation an Toshiba! Das schaffen viele Konkurrenten nicht. Gut - der Weißpunkt. Nicht besonders präzise wird der HD Farbraum getroffen. Abweichungen deutlicher Art gibt es bei Magenta und Rot. Grün und Gelb könnten auch noch optimiert werden. 

2012/2013er Modell YL985:

Nicht alles, was neuer ist, ist besser - das belegen die Messungen zum YL985. Farbtemperatur zu warm, RGB Balance und Gamma schlechter. Der Farbraum wird nach wie vor nicht präzise getroffen. Der WL863 hatte bis auf den nicht so gut getroffenen Farbraum eine praktisch makellose Bilanz - wir waren sehr zufrieden. Mehr als eine durchschnittliche Leistung können dem YL985 nicht attestieren. 

Schafft es Philips, die Bildgüte der 2013er Modelle zu verbessern? Philips hat sich für 2013 sehr viel vorgenommen. Wir finden uns in der bürgerlichen Preisklasse wieder, und zwar beim Mittelklasse-Modell Philips Easy 3D-TV 47PFL6008K. Das 2012er Modell hört auf den Namen Philips Easy 3D-TV 47PFL6907. Beide 47-Zöller sind mit passiven Polfilterbrillen für die 3D-Wiedergabe ausgerüstet, darum heißen sie "Easy 3D". 

2012: 47PFL6907

2013: 47PFL6008

Was ist so spannend an den beiden Philips? Ganz klar - die Wandlung von 2D nach 3D, denn hier möchte Philips 2013 neue Maßstäbe setzen. Die "Premium 3D" Konvertierung ist alles andere als ein Hirngespinst des Philips-Marketings. Uns ist derzeit keine andere, so gute Konvertierung bekannt, die so wenig Negatives aufweist. Gerade bei Polfiltergeräten mit passivem 3D ist die Ghosting/Crosstalk-Neigung ohnehin sehr gering. Im Zusammenspiel mit der Premium Konvertierung realisiert Philips eine tolle Tiefenwirkung, die Ebenenstaffelung ist sauber und der Zugewinn an Plastizität gut zu erkennen. Das Bild ruckelt kaum, und die Schärfe ist wirklich gut. Generell ist der 47PFL6008 aus 2013 noch besser bei der 3D Wiedergabe, auch natives Material erscheint noch sauberer, plastischer, die Objekt-Plastizität hat zugenommen. Fairerweise aber fallen die Unterschiede bei nativem Material in erster Linie bei sehr genauem Hinsehen und/oder beim A/B-Vergleich auf, während der Zugewinn bei der Wandlung von 2D nach 3D sofort ins Auge sticht. Was hat sich sonst getan? Nun, FullHD Liebhaber müssen, wie man ja weiß, Abstriche machen, da bei passivem 3D die getrennten Bilder fürs linke und rechte Auge simultan produziert werden und nicht mit dem kleinen Zeitversatz bei der aktiven Shutterbrille. Dadurch steht für jedes einzelne der beiden Bilder nur die halbe Auflösung zur Verfügung. Wer aber etwas weiter entfernt sitzt, wird prima damit zurecht kommen, nur, wer nahe vor dem TV Aufstellung bezieht, wird die geringere Auflösung, die sich besonders in geringerer Detailschärfe zeigt, bemerken. 

Was bietet der 47PFL6008 ansonsten bezüglich Bildgüte mehr? 

  • Farben erscheinen noch eine Idee realistischer

  • Hauttöne werden etwas sensibler erfasst

  • Schwarzwert ist eine Idee besser

  • Gamma wirkt homogener

  • Gesamtkontrast auf gleichem Level

  • 24p Stabiltät beim 2013er Modell besser, weniger Flimmern/Flackern

  • Bewegungswiedergabe wirkt beim 2013er Modell etwas natürlicher

Ist der finale Test des 47PFL6008 fertig, können wir uns auch mit dem Thema Messwerte auseinander setzen. Aktuell zeigen wir die Werte des 47PFL6907 aus 2012:

Ordentlich, aber nicht pefekt: Der Weißpunkt könnte präziser getroffen werden. Magenta schert beim sonst guten HD

Wir bleiben in der Mittelklasse und ziehen einen Vergleich der Panasonic LCD-TV Baureihen ETW50 (2012) und ETW60 (2013) Wir beginnen mit dem Panasonic Edge LED-LCD TX-L42ETW50 und präsentieren die Messdiagramme; 

Beim 2012er Modell freuen wir uns schon über sehr gute Messergebnisse. Wir bitten, die etwas andere grafische Darstellung bei der 2013er Messung zu entschuldigen - unsere CalMan Workflows wurden etwas angepasst und überarbeitet. Nun aber zurück zum ETW50. Gut ist die Gammakurve mit nur geringfügiger Abweichung. Gut, aber nicht exzellent ist der Weißpunkt. Der HD Farbraum zeigt Abweichungen bei Grün und Magenta. 

Kommen wir zum Panasonic TX-L42ETW60 aus 2013 und zeigen hier die Messergebnisse: 

Weißpunkt beim ETW60 eine Nuance besser. Der HD Farbraum wird vom 2013er Modell exzellent getroffen. Gamma wiederum sehr gut, kaum Differenzen. Vorbildlich bei der Farbtemperatur, die nur minimal zu hoch ist (siehe Diagramme unten)

Wie sieht es in der Praxis aus? Schon der ETW50 konnte uns überzeugen, durch ein neutrales, dynamisches Bild. Im direkten Vergleich wirkt das Bild des ETW60 von der Farbwiedergabe her noch eine Idee natürlicher, Farben erscheinen ungemein realistisch. Unabhängig von der Bildhelligkeit, das beweist auch die Messung, trifft der ETW60 die richtige Farbtemperatur durch die Bank beinahe perfekt. Es ist sehr zu loben, wie gut die Messergebnisse schon bei diesen Mittelklasse-TVs ausfallen. Beide Panasonic TVs arbeiten im 3D-Betrieb mit passiven Polfilterbrillen. Crosstalk kommt schon beim ETW50 kaum vor. Der ETW60 schafft noch mehr Bildruhe im 3D Betrieb und modelliert die hinteren Bildebenen sauberer durch. 

Vergleichen wir nun in der bürgerlichen Preisklasse. Top ist die Panasonic ETW60 Baureihe. Für moderate Kaufpreise gibt es tolle Ergebnisse bei den Grundparametern. Gamma, Farbtemperatur, Weißpunkt - überall ist der ETW60 Spitze und schließt zur Oberklasse souverän auf. Panasonics Politik gefällt uns absolut: Top-Güte schon in der Mittelklasse, ein farbechtes, authentisches Bild bleibt hier nicht den Top-Baureihen vorbehalten. Die größten Modelle, ganz gleich, ob LCD oder Plasma, bieten dann noch mehr Detailkontrast, bessere Frame Interpolation, noch mehr Schärfe in den hinteren Bildebenen und noch höhere 24p Stabilität. Das ist dann auch ein echter Mehrwert für visuell sehr anspruchsvolle Anwender. Aber schon das, was ein ETW60 bietet, ist weitaus mehr, als der Anwender mit normalem Anspruch erwartet. Philips liefert in bürgerlichen Preisklassen auch eine tadellose Leistung ab. Beim 2012er Modell sind die Messwerte zwar nicht ganz auf Panasonic-Niveau, aber immer noch gut. Beim 2013er Modell fehlen uns derzeit noch die Messergebnisse, schon jetzt aber zeigt der Philips bei der Wandlung von 2D nach 3D sensationelle Ergebnisse. 

Text: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Thomas Hermsen
Messungen: Philipp Kind
Datum: 15.05.2013

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