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TEST: Klipsch HD Theater SB 3 - Einfaches Setup und guter Klang mit dem Soundbar-Team USA?

05.04.2013 (phk/sw)

Einführung

Für 700 EUR erhält man die HD Theater SB 3 Soundbar-/Subwoofer-Kombination der amerikanischen Lautsprechermanufaktur Klipsch. Bei dem Soundbar handelt es sich um ein 2-Wege-System mit den bewährten Tractrix-Hornlautsprechern und vier IMG-Langhubtreibern, der Subwoofer ist eine Downfire-Konzeption. Das HD Theater SB 3 dekodiert Dolby Digital-Signale und nimmt diese über einen optischen oder koaxialen Eingang entgegen, auch 3,5mm Cinch-Anschlüsse sind vorhanden. Als maximale Leistung stehen 300 Watt zur Verfügung. Der Soundbar kann mit den mitgelieferten Komponenten direkt vor dem Fernseher platziert oder wahlweise auch an die Wand montiert werden, der Subwoofer ist für hohe Flexibilität drahtlos ausgeführt und verbindet sich automatisch mit dem Soundbar. Natürlich offeriert das HD Theater SB 3 auch einen virtuellen Surround-Modus.

Ausstattung und Verarbeitung

Soundbar ohne LS-Abdeckung

Aluminium Tweeter im 90°x90° Tractrix-Horn

Mittentöner

Soundbar seitlich

Bedienelemente

Rückseite

Anschluss-Sektion

"Keyholes" für die Wandhalterung

Sehr kompakte Fernbedienung

Optisch tritt der Soundbar des Klipsch HD Theater SB 3 in mattem Schwarz eher schlicht und konventionell auf. Geradlinige Formen, eine recht einfache Stoffabdeckung vorne und ein Klipsch-Logo sowie stationäre Bedienelemente in der Mitte. Quelle und Lautstärke können direkt am Gerät eingestellt werden, der Tastendruckpunkt könnte etwas besser sein. Die Stoffabdeckung ist auf ein Kunststoffkonstrukt gespannt und recht flexibel, dank ausreichend langen Verbindungsstiften sitzt das Stoffgitter fest und akkurat. Hinter dem Stoffgitter sitzen vier Langhubtreiber mit einem Durchmesser von 8.9cm sowie die zwei 20mm Aluminium Tweeter im 90° x 90° Tractrix Horn. Das Gehäuse selbst besteht aus Kunststoff und fühlt sich bezüglich der Haptik nicht unbedingt hochwertig an, ist aber insgesamt sauber gearbeitet und bietet eine weitgehend kratzunempfindliche Oberfläche.

An der Rückseite ist mittig die Anschluss-Sektion integriert, hier findet sich ein optischer, ein analoger Stereo Cinch-Anschluss und ein 3,5mm Klinkenanschluss seitlich. Kleine Standfüße zur Platzierung des Soundbars am TV-Tisch, Rack, o.ä. werden an der Rückseite befestigt. Da der Soundbar aber keine 6kg wiegt, kann er auch einfach mit den "Keyholes" an der Wand befestigt werden. Die Dimensionen sind 11.7 cm x 111.7cm x 7.9cm. 

Aktiver Subwoofer

Zwei Bassreflexports an der Rückseite

Pegeleinstellung

Elektronik

Chassis mit kräftigem Magneten

Bodenentkopplung

Downfire-Subwoofer

Der drahtlose Subwoofer verbindet sich beim Einschalten des Soundbars automatisch und flink. Der Woofer in mattschwarz bietet rundum gerundete Kanten, strahlt nach unten ab und zeigt zwei Bassreflexöffnungen auf der Rückseite. Abgesehen von den Bassreflex-Ports ist noch ein Power-Schalter und ein Lautstärkeregler an der Rückseite angebracht. Das 25,4cm Chassis und die Elektronik stecken in einem soliden MDF-Gehäuse, dass Resonanzen auf ein Minimum reduzieren soll und sich recht wertig anfühlt. Die Abmessungen des Subwoofers sind 36.8cm x 33cm x 34.3cm. Die Standfüße sind für eine gute Bodenentkopplung ausreichend groß dimensioniert.

Ein Display ist weder am Soundbar noch am Subwoofer zu finden. Insgesamt wirkt das HD Theater SB 3 puristisch, da nicht nur auf irgendwelche Anzeigen oder Status-LEDs, sondern auch auf einzelne Multimedia-Features verzichtet wurde. Die beiliegende Fernbedienung ist sehr kompakt, wirkt nicht besonders hochwertig und wird mit einer Knopfzelle betrieben. Der Eingang kann gewechselt, die Lautstärke geregelt und natürlich das Klipsch System ein- und ausgeschalten werden. Mit dem 3D Button startet man den 3D Surround Modus des HD Theater SB 3.

Testequipment
Klang

Der Klipsch Soundbar darf sich zunächst an verschiedenen Musikstücken beweisen. Den Anfang macht Mozarts Violinkonzert no. 4 in D-Dur (KV 218). Unser Blu-ray Player gibt das Signal in PCM via optisches Kabel an das HD Theater SB 3 weiter. Das klassische Ensemble ist natürlich nicht die leichteste Aufgabe für das Klipsch System, die Violinklänge wirken sehr direkt und klar, die typische harmonische Wärme fehlt ein wenig. Auch das Geschehen der Bühne scheint ein wenig zu zentral und nicht räumlich weit, auch der virtuelle Surround-Modus ändert daran nicht viel. Dennoch gelingt die Instrumentaldifferenzierung sehr gut und die zurückhaltende Subwoofer-Integration gefällt hier ausgezeichnet. Der Soundbar agiert flink, präzise und mit ausgezeichneter Grobdynamik. Der Einsatz der bewährten Tractrix-Hörner kommt auch hier zum Tragen, insgesamt ist der Übergang vom Mitten- zum Hochtonbereich sehr gut. Mit geringem Gap schließt sich der Subwoofer samt Tieftonbereich an.

Subjektiv gefällt uns die Bühnenpräsentation und die räumliche Struktur der Bühne beim zweiten Stück besser. Auch hier Mozart, allerdings ein Stück für zwei Pianos, Sonate für zwei Klaviere in D Dur (KV 448). Der charakteristische Anschlag der Tasteninstrumente kommt zwar nicht klar heraus, ist aber zu erahnen. Dicht und geschlossen präsentiert sich das akustische Geschehen, stellenweise könnten die Mitten aber etwas akzentuierter sein. Wiederum exzellent das nicht überschwängliche Agieren des Tieftöners - keine Angst, der LFE wird sich auch noch beweisen dürfen.

Beim Konzert "Vivere" von Andrea Bocelli in der Toskana bietet das HD Theater SB 3 eine recht breite Bühne mit zentraler Stimme des italienischen Tenors. Die Stimme selber formt der Soundbar gut aus und erfasst sogar einzelne, eigentümliche Eigenschaften von Andreas' Stimme. Hinter der sehr fokussierten Stimmdarstellung steht das Orchester allerdings etwas zurück bzw. gehen stellenweise einzelne akustische Elemente einfach unter. Der Subwoofer langt hier ab und an schon etwas kräftiger hin und bietet solides, räumliches Volumen. Er agiert auch recht präzise und ist schnell zur Stelle, sobald er gefordert ist.

Im fünften Kapitel von Stirb Langsam 4.0 geht es heiß her, hier darf endlich der Subwoofer mal Muskeln zeigen - und das tut er problemlos. Für ein Soundbar-System zeigt der LFE sich überdurchschnittlich kraftvoll und mit viel Tiefgang. Für unseren Geschmack könnte er etwas trockener, weniger rund aufspielen, bleibt dafür aber recht präzise. Über die gesamte Szene hinweg scheint der Subwoofer trotz hohem Pegel nie überfordert. Ähnlich gut wie der aktive Subwoofer der Energy Soundbar Power Bar Elite, die ebenfalls kraftvoll und voluminös auftritt, wird agiert. Das gilt nebenbei auch für den Klipsch Soundbar, das HD Theater SB 3 kann also problemlos auch etwas größere Wohnräume beschallen. Im 3D Surround-Modus wird eine gute Räumlichkeit geschaffen. Das Geschehen umhüllt zwar nicht den Zuschauer, stellt sich aber breit und weitläufig auf. Allerdings muss man bei zugeschaltetem DSP auch mit ein paar negativen Einflüssen leben, so klingen Stimmen weniger authentisch und generell wirkt das akustische Geschehen etwas schärfer.

Ähnlich setzt sich das im sechsten Kapitel von "The Transporter 3" fort, als Jason Statham samt "Paket" vor einem schwarzen Mercedes flüchten. Das Motorengeräusch gelingt sehr gut, die tiefen Frequenzen werden ausgezeichnet vom drahtlosen Subwoofer an die oberen Bereiche angegliedert. Der progressive Electro-Track von Birdy Nam Nam wird dabei nicht negativ in Mitleidenschaft gezogen sondern ist während der actionlastigen Verfolgungsjagd stets präsent. Die Stimmen platziert das HD Theater SB 3 zentral und gibt sie authentisch wieder. Das gelingt auch der Teufel Cinebar 51, die dabei noch etwas mehr Räumlichkeit versprüht, aber auch 99 EUR teurer ist. Die zerberstenden Bäume und Gebüsche, als der riesige Laster von der Spur abkommt, wirken etwas spitz, gelingen aber präzise. Die Pistolenschüsse aus dem fahrenden Auto wirken ebenfalls natürlich, der Subwoofer greift punktgenau ein, die Lokalisation lässt ein wenig zu wünschen übrig. Sind vereinzelt Schwächen auszumachen, so bietet das HD Theater SB 3 insgesamt eine solide Präsentation mit klaren Stärken.

Fazit

 

Die Klipsch Soundbar-/Subwoofer-Kombination tritt optisch eher schlicht und konventionell auf, bietet dafür eine erwachsene und gefällige akustische Performance. Gerade der aktive Subwoofer beweist Stärke, Volumen und Tiefgang. Er spielt zwar recht rund auf, greift aber entgegen der typisch amerikanischen Auslegung nicht übermäßig ins akustische Geschehen ein, sondern unterstützt gezielt, wo es notwendig ist. Der virtuelle Surround-Modus dezentralisiert die Klangausgabe etwas und schafft eine breitere Bühne, allerdings leidet dann ein wenig die Authentizität. Die Ausstattung ist eher puristisch, Netzwerk-Slot oder eine Möglichkeit der drahtlosen Audio-Übertragung (Bluetooth, AirPlay) fehlt.

Soundbar-/Subwoofer-Kombination mit einfachem Setup und sehr guten akustischen Leistungen

Soundbars Mittelklasse
Test: 05. April 2013


+ Gute akustische Performance
+ Starker aktiver Subwoofer
+ Problemloses Setup mit drahtlosem Sub
+ Zuverlässige Signalübertragung mit dem Subwoofer

- Keine Multimedia-Features
- Kaum Anschlüsse

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05.04.2013

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