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TEST: JBL OnBeat Micro - Mobile Dockingstation mit Lightning Connector 

05.02.2013 (phk/sw)

Einführung

Mit dem OnBeat Micro und OnBeat Venue LT hat JBL die weltweit ersten Docking-Stationen mit Lightning Connector vorgestellt. Mittlerweile gibt es zwar das ein oder andere Konkurrenzprodukt, JBL verbucht aber hier eindeutig die Pole Position. Noch dazu ist das OnBeat Micro dank Akkubetrieb auch für den mobilen Einsatz prädestiniert. iPhone 5, iPod Touch fünfter Generation und der iPod nano 7G können direkt am Lightning Connector des Docks platziert werden. Für ältere Apple-Komponenten ist auf der Rückseite ein USB-Anschluss integriert, außerdem ein AUX-Eingang für jegliche weiteren Audio-Geräte. Für den Klang zeichnen sich zwei JBL Breitbänder verantwortlich, die im vorderen Bereich des kompakten Gehäuses untergebracht sind. Eine integrierte DSP-Schaltung soll besonders im Tieftonbereich für Unterstützung sorgen. Das OnBeat Micro ist zu einer UVP von 99 EUR erhältlich.

Verarbeitung

JBL OnBeat Micro Front

Rückseite

Anschlüsse leicht nach innen versetzt

Lightning Connector und Bedienelemente

Batteriefach

Dank seiner kompakten Abmessungen und der ansprechenden Form macht das JBL OnBeat Micro eine sehr gute Figur. Abgesehen von der Versenkung mit dem Lightning Connector und den Bedienelementen ist die Oberseite komplett mit einem Lautsprechergitter aus Metall versehen, dadurch entsteht ein hochwertiger Eindruck und solide Haptik. Der Powerknopf und die Lautstärketasten sind in Hochglanzschwarz gehalten und bieten einen ganz annehmbaren Druckpunkt, dazwischen ist eine LED integriert, die Auskunft über den Betriebsstatus gibt. Unser iPhone 5 gleitet problemlos auf den Lightning Connector und wird direkt über den Dock-Anschluss geladen. Das Smartphone lehnt rückseitig an einer gummierten Leiste und sitzt beinahe vollkommen spielfrei, auch leichte horizontale Bewegungen haben keinen Einfluss. Die Anschlüsse auf der Rückseite sind bis auf minimale Abweichungen sauber integriert. Der komplette "Standfuß" kann mit leichtem Druck abgenommen werden, darunter finden sich vier Batteriefächer für AAA-Batterien. Wieder angebracht sitzt der Fachdeckel sauber und sorgt auch dank der rahmenähnlichen Gummierung für guten Halt des kompakten Docks. Wird das OnBeat Micro nicht mit Akkus oder Batterien betrieben, wird das im Lieferumfang enthaltene Netzteil verwendet.

JBL MusicFlow App

JBL MusicFlow

Tutorial

Quick-Befehle und vorhandene Titel

Playlist erstellen

Wer nicht mit der konventionellen Musikwiedergabe der iOS-Oberfläche arbeiten möchte, kann sich die JBL MusicFlow App zur Wiedergabe der Musik auf dem Smartphone herunterladen. Beim ersten Start öffnet sich ein kurzers Tutorial, dass die einzelnen Schritte erklärt. Prinzipiell hat man beim OnBeat Micro keinen riesigen Benefit, da hier keine EQ-Modi wie beim großen Bruder, dem OnBeat Venue LT, zur Verfügung stehen. Die schnelle und einfache Erstellung einer Playlist gelingt aber komfortabel.

Klang

Akustisch kann das JBL OnBeat Micro bei Andrea Bocellis "De'll Amore Non Si Sa" durch eine klare und recht charakteristische Stimmwiedergabe überzeugen. Trotz seiner Kompaktheit wird eine vergleichsweise gute Bühne geschaffen, in der sich Andreas Tenor mittig einfügt. Die Differenzierung verschiedener Klangelemente gelingt aber eher dürftig, so vermischen sich verschiedene Instrumente und auch die Stimme Bocellis überlagert einzelne, sonst eher prägnante Einzelheiten. Der Tieftonbereich wird gut suggeriert, wenn auch natürlich kaum Volumen geboten wird und wirklich tiefe Frequenzen kaum erfasst werden. Feindynamische Parts der einzelnen Orchesterinstrumente sind nur extrem schwer auszumachen, bei nicht allzu komplexem Klanggeschehen sind aber Differenzierungsmerkmale wohl erkennbar. Bei Exploration of Space von Cosmic Gate beweist das kleine JBL-Gerät, dass es durchaus zu kräftigeren Pegeln fähig ist. Überraschend, wieviel aus dem OnBeat Micro herauszuholen ist. Allerdings ist bei diesem eher basslastigen Musikgenre das Dock schnell überfordert. Überschreitet man den Lautstärkepegel bei etwa der Hälfte, schlagen die integrierten Breitbänder leicht an und neigen zu Verzerrung. Auch etwas blechern klingt das akustische Geschehen insgesamt, dafür aber recht klar. Bezüglich der Geschwindigkeit gibt es hier wenig zu kritisieren, ansprechend und direkt reagiert das OnBeat Micro. Am Schreibtisch oder mobil, wo es nicht unbedingt auf hohe Klangqualität ankommt, sorgt es durchaus für eine gelungene Atmosphäre, wenn auch eine weitere Räumlichkeit fehlt. Der Kickbass wird solide suggeriert, natürlich fehlt es an Kraft und Volumen. Die einzelnen Synthesizer-Elemente werden meist sauber herausgearbeitet und verschwinden nicht bei höherer Komplexität.

Mit Goldeneye vom Royal Philharmonic Orchestra lassen wir es wieder etwas ruhiger angehen. Der langsame Aufbau des akustischen Geschehens kommt gut heraus und auch die unterschwelligen Bassklänge sind solide integriert. Hier gefällt auch die saubere Differenzierung einzelner Instrumente, die ab etwa 1 Minute 30 Sekunden wieder etwas abnimmt, da hier dann doch mehr Instrumente zusammen zum Einsatz kommen. Dennoch bindet das OnBeat Micro Instrumente im Hintergrund noch recht gut ein und lässt diese nicht komplett missen. Eine klare räumliche Trennung ist aber nur schwer auszumachen, das ist in dieser Preisregion und allein schon konstruktionsbedingt aber nicht zu erwarten. Das JBL OnBeat Micro präsentiert sich als idealer Begleiter für den mobilen Einsatz oder zur Unterstützung der Audioqualität des iDevices am Schreibtisch. Hohem audiophilem Anspruch genügt es natürlich nicht, das muss es aber auch nicht - die integrierten Breitbänder sorgen für eine angenehme und direkte Wiedergabe bei solider Lautstärke.

Fazit

Das JBL OnBeat Micro ist ein kompaktes Dock mit Lightning Connector und flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Es ist für den mobilen Einsatz gerüstet und kann mit herkömlichen AAA-Batterien in Betrieb genommen werden. Aktuellste Apple-Geräte wie das iPhone 5, der neue iPod touch oder der iPod nano 7G können dank des Lightning Anschlusses direkt angebunden werden und werden sogar geladen. Zudem lassen sich iDevices früherer Generationen dank dem USB-Anschluss an der Rückseite ebenfalls integrieren, clever! Akustisch wird das Gerät keine Preise gewinnen, bietet aber im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr gute klangliche Eigenschaften und überzeugt sowohl als Unterstützung am Schreibtisch als auch auf der Terrasse, im Garten oder im Urlaub. Die MusicFlow App von JBL ist einfach und komfortabel zu bedienen, bietet hier aber keinen signifikanten Benefit. AirPlay, Bluetooth oder sonstige Funktionen wie Wecker oder eine Uhr sind hier nicht integriert, JBL bietet mit dem OnBeat Micro ein reines Sound-Dock, dass sich akustisch absolut sehen lassen kann.

Flexibles Lightning-Dock mit soliden akustischen Eigenschaften in kompakter Form

iPod-/iPhone Dock Einsteiger
Test 05. Februar 2013

+ Lightning Connector
+ USB-Slot für ältere Apple-Geräte
+ AUX-Eingang
+ Betrieb mit Batterien möglich
+ Solider Klang

- recht hohes Gewicht inkl. Batterien limitiert den Mobilitätsfaktor

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05.02.2013

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