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TEST: JBL Soundbar mit Subwoofer Cinema SB400

05.07.2013 (cr/sw)

Cinema SB400 für 549 EUR

Der 200 Watt Subwoofer strahlt nach unten ab

120 Watt besitzt die SB400 - und die beiden DSP-Modi Music und Movie

Flache Soundbar von hinten

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Das Produkt

Für 549 EUR findet sich im Produktportfolio von JBL die Zweikanal-Soundbar Cinema SB400 mit Dolby Digital-Decodierung, Zweiwege-Lautsprechersystem und 120 Watt Leistung inklusive drahtlos angebundenem Subwoofer, der 200 Watt Leistung mitbringt und mit einem 20 cm Basstreiber ausgestattet ist. Für Modernität und Flexibilität sorgen drei HDMI-Eingänge und die Möglichkeit, mittels Bluetooth Audiosignale von Tablet oder Smartphone drahtlos zur Soundbar zu streamen. Im Lieferumfang ist auch eine kompakte Fernbedienung enthalten, die per Direktwahl auf den gerade benötigten Eingang zugreift (leider fehlt eine Taste für Bluetooth) und über Laut-/Leiser-Taste, Mute-Taste und einen Standby-Button verfügt. Direkt an der Soundbar befinden sich ebenfalls Bedienelemente. Es gibt sogar eine OSD-Anzeige, da die Soundbar über kein eigenes Display verfügt, ist dies recht praktisch. So bekommt man z.B. Aufschluss darüber, ob die Kopplung via Bluetooth (einfach BT-Taste an Soundbar länger drücken, das Smartphone muss sichtbar für andere Geräte sein, dann wird die SB400 schnell gefunden und die Kopplung erfolgt) gelungen ist, und welcher der beiden DSP-Betriebsarten Music oder Movie gerade in Aktion ist (die "Harman Display Surround-Technologie soll für einen atmosphärisch dichten virtuellen Raumklang sorgen). Auch der aktuelle Eingang wird angezeigt. Praktisch ist die Lernfunktion für die TV-Lautstärkeeinstellung. Die kompakte Fernbedienung kann den Infrarot-Code zum Einstellen der Lautstärke des Fernsehgerätes lernen, was das Handling noch komfortabler macht. Wahlweise kann die SB400 auch an der Wand befestigt werden, akustisch ergeben sich im Vergleich zur Aufstellung auf dem Rack oder Sideboard keine Nachteile: Zweipunkt-Klangoptimierung nennt JBL die Technik, die bei beiden Aufstellungsvarianten immer ein nachdrückliches und lebendiges Klangbild bereitstellt. 

Mitgelieferte Fernbedienung im Scheckkartenformat

Bedienelemente an der Soundbar mit LED-Anzeige für den derzeit aktiven Eingang

HDMI-Eingänge. Aufgrund der Anbringung der HDMI-Eingänge und des Ausgangs ist es am sinnvollsten, keine normalen HDMI-Kabel zu verwenden, sondern welche, die man anwinkeln kann. Auch für Flatscreens, die an der Wand befestigt werden, gibt es solche Kabel

Neben den drei HDMI-Eingängen und dem einen HDMI-Ausgang finden sich hinten noch eine Pairing-Taste für den Betrieb zusammen mit dem drahtlosen Subwoofer, ein kleiner EQ-Schalter für die Wand- oder Tischaufstellung der Soundbar sowie ein Netzschalter, ein optischer Digitaleingang und ein 3,5 mm Aux-Analogeingang. Bestückt ist sie mit vier 57 mm Mitteltönern und zwei 25 mm Hochtönern. 

Verstellbare, schmale Füße der Soundbar

Schmaler silberner Rand rund um das Stoff-Schutzgitter

Die Soundbar ist sehr flach und findet daher problemlos unter dem Flachbildschirm Platz. Zwei silberne flache Füße, unten wie auch die Füße des Subwoofers orange, sorgen für Gefällligkeit auch im Detail. Mit den leichten Rundungen erweist sich die Soundbar als modern und formschön, alles Grobe, Ungelenke geht dem gekonnt designten JBL-Produkt ab.Das Stoff-Gitter ist faltenfrei gespannt, in der Mitte befindet sich ein JBL-Logo, die Lettern sind auf eine silberne Plakette im Alu-brushed-Look aufgedruckt. Um das Stoffgitter verläuft ein schmaler silberner Rand. Das Gehäuse besteht zwar komplett aus Kunststoff, trotzdem stellt sich kein billiger Gesamteindruck ein. Die Bedienelemente oben auf der Soundbar sind mit glänzender, transparenter Oberfläche versehen und weisen einen guten Druckpunkt auf. Der Frequenzgang der Soundbar reicht von 120 Hz bis 20 khz, sie verbraucht im Standby-Betrieb weniger als 0,5 Watt Strom. 

20 cm Treiber unter dem Subwoofer

Design im Detail zeigen die Standfüße des drahtlosen Subwoofers

Subwoofer-Rückseite

Bassreflexöffnung in hochglänzendem Teil der Oberfläche integriert

Endstufe des mitgelieferten Subwoofers mit übersichtlichem Aufbau

Im Detail

Der aktive Subwoofer ist optisch ansprechend und innen wie auch außen gut verarbeitet. Die Oberfläche des Gehäuses ist eine Mischung aus mattem und hochglänzendem Kunststoff. Vier stabile und sogar durchdesignte Standfüße sorgen für Halt auf jedem Untergrund. Das 20 cm Chassis strahlt nach unten ab (Downfire), die Bassreflexöffung geht nach vorne raus. Auf der Rückseite des Subwoofers finden sich Regler zur stufenlosen Justage von Subwooferpegel und Übernahmefrequenz sowie ein Phasenumschalter (0/180 Grad) und ein Pairing-Button, der von einer LED zur Anzeige unterstützt wird. Auf der Rückseite des Subwoofers ist auch ein Netzschalter untergebracht. Er bietet einen Frequenzgang von 38 Hz bis 120 Hz und verbraucht weniger als 0,5 Watt Strom im Standby-Betrieb. 

Die Soundbar ist 64 mm tief, 95 mm hoch und 1100 mm breit. Sie eignet sich daher perfekt als Ergänzung zu großen 55, 60 oder 65 Zoll messenden TVs, die sich aktuell großer Beliebtheit erfreuen. Sie wiegt 3,3 kg. Der drahtlose Subwoofer ist 320  mm tief, 355 mm hoch und 329 mm breit. Er wiegt 10,5 kg und ist aufgrund der recht kompakten Abmessungen relativ einfach zu stellen.

Klang

Eingebaut in die SB400 ist ein Dolby Digital-Decoder, wer DTS-Spuren auf DVD oder BD hat, schaltet die Tonsignalausgabe am BD- oder DVD-Player auf PCM. 

Wer denkt, man könnte mit einer Soundbar nicht zum Party-Alarm im Wohnzimmer blasen, hat sich wohl nachhaltig getäuscht, denn Besitzer des JBL Cinema SB400-Systems dürften keinerlei Probleme haben, selbst im über 20 Quadratmeter messenden Hörraum noch so viel Gas zu geben, dass ein Party-Lautstärkelevel mit dem von den Gästen gewünschten "Abtanzfaktor" vorherrscht. Gerade der drahtlos eingebundene aktive Subwoofer macht enormen Druck und spielt dabei aber gleichzeitig präzise auf. Timing-Fehler, die ein "Hinterherhinken" des Basses mit sich ziehen und gern bei drahtlos eingebundenen Subwoofern vorkommen, leistet sich der JBL-Woofer nicht. Beginnen wir mit Stereo-Files in CD-Qualität. Bei "Bella Vita" des Schweizer DJs Antoine liefert er einen harten, exakten Bass, der genau auf den Punkt kommt. Auch die anderen Elemente werden nicht vernachlässigt. Die Stimme löst sich sehr gut von der Soundbar, das gilt auch für die Instrumente und die elektronischen Effekte. Auch bei "Handz Of Time" von Andy Jay Powell punktet die Soundbar mit Subwoofer. Der Bass ist wiederum enorm hart, klar und zeigt auch bei deutlich gehobenem Pegel praktisch keine Verzerrungen. Die räumliche Wirkung auch der Soundbar ist überragend und kann in dieser Preisliga kaum von einem anderen Konkurrenten erreicht werden. Die zahlreichen Breaks und Rhythmuswechsel im Track nimmt das JBL System gelassen und impulstreu hin. Mit ungeheurer Wucht geht es nach der Gesangseinlage wieder voran. Und weil sie es so gut kann und es uns auch richtig Freude macht, sie zu fordern, darf sich die SB400 auch noch an "Fiesta" von Francesco Diaz&Young Rebels heranwagen. Wiederum wird der Kickbass hart und präzise erfasst, aber auch der tiefere, darunter liegende Bass kommt aufgrund des für die Größe ausgezeichneten Tiefgangs des Subs prima heraus. Kleinere dynamische Unterschiede während des Aufbaus des Tracks bereitet das JBL-System sorgfältig auf. Der Klang erscheint zu jeder Zeit vielschichtig und schwungvoll - die öfters beim Soundbar-Systemen herausgehörte etwas flache Wiedergabe ist der Cinema SB400 nicht eigen. Sehr zu loben ist auch die stabile Übertragung von Bluetooth-Signalen von unserem Apple iPhone 5.

Mit den Tracks auf der a-ha-BD (PCM Stereo-Tonspur) kommt die SB400 ausgezeichnet zurecht. Bei "The Sun Always Shine On TV" wird eine tadellose Dynamik mit einem angenehmen Klangbild und sehr guter Räumlichkeit kombiniert. Die Soundbar profitiert natürlich auch von ihrer immensen Länge von 110 cm, zusammen mit dem leistungsstarken DSP-Algorithmus werden gerade auf der horizontalen Achse ein breiter Abstrahlwinkel und eine beeindruckende Räumlichkeit geboten. Die Stimme des Sängers ist gut eingebunden, und die Beifallsbekundungen des Publikums erscheinen erstaunlich realistisch. Bei "The Blood That Moves The Body" wiederholt sich der sehr gute Gesamteindruck - klare Strukturen, sehr gute Pegelfestigkeit, zupackender Bass, überraschende Räumlichkeit. Eine wirklich vollwertige akustische Lösung, die sich auch sehr gut für Musik eignet.

Überzeugend auch der Auftritt bei "Romanza" (PCM 5.1) von Andrea Bocelli, zu finden auf der BD "Vivere - Live in Tuscany". Das Klatschen der Zuhörerschaft klingt atmosphärisch dicht und lebendig, als Andrea dann die Stimme erhebt, schafft die SB400 eine klar definierte Bühne mit akkurater Stimmwiedergabe. Natürlich kann eine Soundbar dieser Preisklasse nicht die Qualität bei der Wiedergabe vokaler Konturen geben, die ein gutes Mehrkanal- oder Stereo-Lautsprecherset bereit stellt, aber im Vergleich mit vielen Konkurrenten wird ein höchst beachtlicher Standard geboten. Selbst Harfe und Streicher klingen lebendig und keinesfalls eintönig oder oberflächlich. Als Andrea die Stimme erhebt, geht die JBL-Soundbar diese akustische Anforderung locker mit und gibt selbst das Abklingen von Instrumenten und Stimme ordentlich wieder. 

Nun schalten wir das Movie-DSP der JBL Soundbar ein und lauschen dem vierten Teil der Indiana Jones-Reihe (BD) ab dem 2.. Kapitel. Vorteilhaft ist, dass sich das OSD der Cinema SB400 über das Bildsignal legt und man daher gleich verfolgen kann, dass der Wechsel des DSP-Programms von Music zu Movie gelungen ist. Gleich am Anfang der BD ist noch ein THX Trailer untergebracht, der räumlich und mit kräftigem Bass zur Geltung kommt. Im 2. Kapitel dann gefällt die sehr gute Wiedergabe der Stimmen der Akteure in der großen Halle. Der räumlich bedingte Hall wird richtig gut eingearbeitet, das gilt auch für den Music Score. Selbst die Schritte von Indy auf dem Hallenboden arbeitet die Soundbar ordentlich heraus, wenngleich man hier merkt, dass leistungsfähige Mehrkanallautsprechersysteme hier noch mehr Authentizität aufbieten können. Das Steuen des Schießpulvers in die Mütze wird akustisch prima verdeutlicht. Richtig Action gibt es dann im dritten Kapitel, als zunächst Indy und Mac noch zusammen arbeiten, nach kurzer Zeit aber wird klar, dass Mac die Seiten gewechselt hat und nun auch seine Waffe auf Indy richtet. Der "tapfere Krieger" aber gibt trotzdem nicht auf, so entsteht eine spannungsgeladene Situation. Als dann Indy gezielt die Waffe fallen lässt und sich ein Schuss löst, wird dieses Geräusch exakt und mit Nachdruck dargestellt, ebenso die Geräusche des Seils,  mit dessen Hilfe sich Indy in die Lüfte erhebt. Faustschläge und Fahrgeräusche der Armeefahrzeuge - all dies wird lebendig und im Bassbereich mit Kraft wiedergegeben.  Der Aufprall der beiden Fahrzeuge wirkt dann etwas zu zurückhaltend, die folgenden Schüsse, die auf Indy abgegeben wirken, haben aber wieder Durchschlagskraft und Energie. Auch das Gefecht vor der Fahrt auf dem Raketenschlitten mit den Metallketten und den festen Faustschlägen sorgt für Freude beim Zuhörer. Das Zünden des Raketenschlittens zeigt die Grenzen einer Soundbar mit Sub auf, hier reagieren "vollwertige" leistungsstarke Mehrkanallautsprechersysteme mit deutlich mehr Verve. Aber man darf nie vergessen: Es handelt sich um eine Soundbar, und in Anbetracht dieser Tatsache ist die Leistungsfähigkeit der SB400 ganz enorm. Im nächsten Kapitel mit atomarer Explosion in der Wüste beweisen uns Soundbar plus Subwoofer erneut, dass problemlos cineastisches Flair bei actionreichen Filmen genießen kann: Die Pegelfestigkeit ist ausgezeichnet, die Lebendigkeit des Klangs überzeugt bei großen ebenso wie bei kleinen Effekten und auch bei der Stimmwiedergabe. 

Konkurrenzvergleich:

  • Teufel 2.1 Set Cinebar 21: Optisch wirkt die Cinebar 21 nicht ganz so elegant, mit zwei verschieden großen Subwoofern ist sie für 399 respektive 499 EUR lieferbar. Die große Variante für 499 EUR liefert einen präzisen und kräftigen Bass, der Sub überzeugt rundherum. Ganz die räumliche Basswirkung des JBL-Woofers wird aber nicht erzielt. Die von Harman entwickelten DSP-Algorithmen für Movie und Music wirken außerdem noch stimmiger als die virtuelle Surroundfunktion der Teufel Soundbar. Sehr gut ist, dass die Teufel-Soundbar gleich ein Display mitbringt. Leider aber fehlt eine HDMI-Beschaltung, die JBL mitliefert. Auch Bluetooth-Streaming ist mit der Cinebar 21 nicht möglich.
  • Energy Soundbar Power Bar Elite: Klanglich überzeugt die optisch schlichte Power Bar Elite. Der Klang ist angenehm, der Bass auch hier satt, wenn auch nicht ganz so druckvoll wie beim überragenden JBL Woofer. Zudem ist der horizontale Abstrahlwinkel etwas kleiner. Das virtuelle Surroundprogramm von Energy ist richtig gut. HDMI-Beschaltung und Bluetooth fehlen bei der Power Bar Elite.
  • Klipsch HD Theater SB 3: Dynamisch und pegelfest tritt die Klipsch Soundbar auf. Das virtuelle Surround-DSP ist nicht ganz so ausgewogen wie bei Energy und vor allem wie bei unserer hier getesteten JBL-Soundbar. HDMI-Beschaltung und Bluetooth finden sich bei der SB 3 nicht. 
  • Panasonic Soundbar SC-HTB170 mit HDMI und Bluetooth für 249 EUR: Für wenig Geld bietet Panasonic eine gute All-In-One-Soundbar - wenn man kaum Platz hat, eine prima Lösung. Natürlich kann nicht die Wucht im Bassbereich aufgeboten werden, schließlich gibt es bewusst bei diesem Konzept keinen separaten Subwoofer. 
Fazit

JBLs preislich fair kalkulierte Soundbar überzeugt durch schicke, flache Optik - niemand hätte einen so kraftvollen, mitreißenden und lebendigen Klang erwartet, als das Gerät nebst kabellosem Subwoofer in der Redaktion ausgepackt wurde. Pegelfest, mit sehr guten DSPs für Musik- und Filmtonbetrieb und enorm zupackendem Subwoofer erobert sich der "Klangriegel" einen Spitzenplatz in unseren Rankings. Zudem ist die SB400 erfreulicherweise HDMI-beschaltet und  besitzt sogar eine OSD-Anzeige für die Basisfunktionen. Bluetooth ist ebenfalls integriert, Musik vom Smartphone oder Tablet kann somit problemlos über das JBL-System angehört werden. Somit hat JBL alles richtig gemacht - Belohnung eine erstklassige Testauszeichnung. 

So baut man Soundbars: Schick, schnell installiert, praxisgerecht ausgestattet und klanglich extrem stark. Gratulation!

2.1 Soundbar-System Mittelklasse
Test 05. Juli 2013

+ Kraftvolle, lebendige Wiedergabe
+ Sehr guter Tiefgang des Subwoofers
+ Bluetooth und 3 x HDMI
+ Rudimentäres OSD
+ Schickes Design
+ Gute Verarbeitung
+ Leicht aufzustellen
+ Günstiger Kaufpreis in Anbetracht der gebotenen Leistung

- Kein Display an der Soundbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. Juli 2013

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