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XXL-Doppeltest: Canton Musicbox Air 3 und Musicbox M

24.04.2013 (cr/sw)

Musicbox Air, kommt nach der High End in den Handel. Kostenpunkt: 799 EUR

Musicbox M, für 699 EUR bereits im Handel 

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Das Produkt

Schon vor der High End in München hatten wir die Gelegenheit, die brandneue Canton Musicbox Air 3, die nach der High End für 799 EUR (wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder Weiß) in den Handel kommt, zu testen. Mit AirPlay oder auch WiFi Direct, 2-Wege-Bassreflexkonstruktion und leistungsstarkem digitalem Verstärker bietet sie ein hochwertiges Gesamtkonzept. Des weiteren offeriert Canton mit der seit kurzem in hochglänzendem Weiß oder Schwarz erhältlichen Musicbox M für 699 EUR eine kleine, kompakte Entertainmentzentrale mit hoher Leistungsfähigkeit. Dock für iPod/iPhone (30-polig klassisch, iPhone 5 mit Adapter) ist auf der Oberseite integriert, hinzu kommen Bluetooth mit apt-X für verlustfreie Übertragung von Audiodaten in CD-Qualität, optischer Digitaleingang, analoger Cincheingang und leistungsfähige Texas Instruments Digitalendstufe mit 2 x 60 Watt Dauerleistung und 2 x 120 Watt Musikleistung. Wir haben beide reizvollen Komponenten einem ausführlichen Doppeltest unterzogen und natürlich auch miteinander verglichen. 

Kommen wir zu den technischen Einzelheiten der Musicbox M.

Tiefseeblaues Display "hinter Gittern", groß genug, damit es auch aus gewisser Entfernung lesbar ist

Praxisgerechte Ausstattung für hohe Flexibilität

Fernbedienung, übersichtlich und hochwertig

Koaxialanordnung, Alu Tief-/Mitteltöner und Gewebehochtöner

Digitale TI-Hochleistungsendstufe

Anschlüsse

Das Koaxiallautsprechersystem mit Hochtöner im Zentrum des Tief-/Mitteltöners arbeitet nach dem Punktschallquellenprinzip und weist 5 ¼ Zoll Alu-Tiefmitteltöner, die als Langhubchassis arbeiten. Die Musicbox M ist mit nach hinten gerichteter Bassreflexöffnung versehen. Die Hochtöner, dem Tiefmitteltöner vorgelagert, weisen eine Gewebemembran auf. Durch das Koaxialchassis kann man den Tief-/Mitteltöner größer dimensionieren. Zudem wird erreicht, dass der Hörer auch im Hörraum hin- und herspazieren kann und immer mit vollem Klang verwöhnt wird. 
120 Watt pro Kanal stehen an Musikleistung und 60 Watt pro Kanal an Dauerleistung schafft die eingebaute Endstufe. Das sehr hochwertige DSP stammt ebenso wie die digitale Endstufe von Texas Instruments. Vorgeschaltet ist ein Schaltnetzteil. Kennzeichen ist der „smoothe“ Limiter im Pegelgrenzbereich. Das Schaltnetzteil macht nicht einfach zu, sondern es greift eine Strombegrenzung, dadurch sinkt die Spannung und Lautstärke wird weggenommen. Das Ganze funktioniert flink und beinahe unmerklich, dadurch hat man nie das Gefühl, dass plötzlich einfach „Ende“ ist. Im DSP integriert ist eine von Canton selbst auf den DSP-Chip programmiertes Virtual Surround DSP, das erst auf 5.1 hochrechnet und nach Berücksichtigung des Virtual-Effektes dann wieder herunter konvertiert. Ein Bassmanagement ist im DSP ebenfalls vorhanden. Es gibt die Betriebsarten Stereo, Wide (erweiterte Stereo-Klangbühne) und Surround.  Anschlussseitig gibt es für die Verbindungsaufnahme z.B. mit dem TV einen optischen Digitaleingang, des Weiteren gibt es einen analogen Stereo-Cinch-Eingang, einen Antennenanschluss für den eingebauten analogen RDS-Radiotuner und sogar einen Vorverstärkerausgang für den Anschluss eines aktiven Subwoofers. Mit all diesen Eigenschaften eignet sich die Musicbox M auch als Soundbar und bietet somit flexible Nutzungsmöglichkeiten. Bluetooth kommt mit apt-x für Losless Audio Streaming in CD-Qualität. Oben auf dem Gerät sitzt überdies ein Dock mit 30-Pin klassischem Apple-Anschluss. Das iPhone 5 z.B. kann mittels Adapter betrieben werden. Der Ausgang verträgt bis zu 1 Ampere, somit können auch die neueren iPad-Generationen im Prinzip geladen werden.

Bassreflexöffnung

Dock auf der Oberseite

Hochwertige Standfüße

Finish

Die Verarbeitung ist überaus hochwertig, gerundete Ecken und das Metall-Gitter sorgen für klare Familienzugehörigkeit und Hochwertigkeit. Das Oberflächen-Finish ist makellos. Unter dem Gerät gibt es edel aussehende Standfüße. Die mitgelieferte, in sehr ähnlicher Form von den your_World Komponenten her bekannte Fernbedienung ist sehr gut verarbeitet und hat ein beachtliches Gewicht, was auch die Hochwertigkeit dokumentiert. 

USB und 3,5 mm Miniklinke

Endstufe 

Eine der beiden Bassreflexöffnungen

Klassisches 2-Wege-System

Bedienelemente

Wenden wir uns den Einzelheiten der Musicbox Air 3 zu. Die Abmessungen sind identisch zur Musicbox M, im Inneren aber kommt ein klassisches, getrenntes 2-Wege-System zum Einsatz. Der Hochtöner befindet sich also außerhalb des Tiefmitteltöners, letzterer ist sonst prinzipiell identisch und somit auch mit Alu-Membran versehen. Es findet sich ein analoger 3,5 mm Miniklinkenanschluss hinten, aber kein Vorverstärkerausgang für den Anschluss eines aktiven Subwoofers. Der USB-Eingang ist für das Laden und Wiedergeben nahezu aller Apple-Geräte vorgesehen (bis zu 2 Ampere Stromleistung reichen auch fürs Aufladen der ersten iPad Generationen aus). Im Inneren arbeitet die gleiche digitale Endstufen-Elektronik von Texas Instruments.

Gewebehochtöner, Alu-Tief-/Mitteltöner

Gerundete Ecken

Praktisch ist für Android und Apple iOS Devices die „WiFi Direct“ Funktion, die Lossless-Streaming ohne Verluste ermöglicht. Zudem braucht man kein WiFi-Netzwerk mit Router, sondern Smartphone und Musicbox Air 3 bauen sich ein eigenes kleines Netzwerk auf. Durch längeres Drücken auf den Power-Knopf kann zwischen dem normalen Router/AirPlay- und dem WiFi Direct-Modus hin- und her geschaltet werden. 

Im Gegensatz zur Musicbox M ist die weiße Version der Musicbox Air 3 mit einem weißen Metallgitter vor den 2-Wege-Systemen ausgestattet. Genauso wie die Musicbox M arbeitet aber auch der AirPlay-Lautsprecher nach dem Bassreflex-Prinzip, anstatt einer großen befinden sich aber links und rechts auf der Gehäuserückseite zwei kleinere Bassreflexöffnungen. 
Die Verarbeitung ist auch bei der Musicbox Air 3 ausgezeichnet, Oberflächengüte, Passungen und auch Details wie die Standfüße in ausgezeichneter Ausführung verdichten sich zu einem stimmigen Gesamtbild, das auch der Preisklasse ohne Zweifel würdig ist. Im Lieferumfang der Musicbox Air 3 ist 

Klang

Wir beginnen unsere Klangtestreihen mit der Musicbox M, die auch den Auftrag hat, als kleine, aber feine Entertainmentzentrale im Wohnzimmer ihre Fähigkeiten zu entfalten. Um diesem Zweck gerecht zu werden, kann man den TV per optischem Digitalkabel oder per analogem Anschluss einzubinden. Wahlweise kann natürlich auch das Audiosignal vom BD-Player kommen. Die Musicbox M wird dann schnell zur „Moviebox“ und fungiert somit als Soundbar. Auch bei der DSP-Bestückung wurde an diese Einsatzmöglichkeit gedacht. Auf der hochwertigen Fernbedienung kann man die Taste „Play Mode“ so lange betätigen, bis im großen Display der Schriftzug „Surround“ erscheint. Dann wird das von Canton selbst entwickelte und programmierte virtuelle Surroundprogramm gestartet. Dieses wandelt Zweikanalquellen in 5.1 um und rechnet anschließend daraus einen für die Musicbox M geeigneten virtuellen Surround Algorithmus. Zusammen mit der üppigen Musikleistung der eingebauten Texas Instruments Digitalendstufe (2 x 120 Watt Musikleistung, 2 x 60 Watt Dauerleistung) kann man im Filmeinsatz höchst beachtliche Pegel fahren. Die aufwändigen Koaxialchassis bringen die Leistung der Endstufe souverän heraus und sorgen überdies für verblüffende Räumlichkeit. Zudem ist auch die Abhängigkeit von der Sitzposition nicht annähernd so deutlich wie bei vielen anderen Systemen. Selbst dann, wenn man sich im Raum bewegt, kann man noch ein komplettes Klangbild wahrnehmen. 
Der Bassbereich ist tadellos, Bässe haben Kraft und entfalten ein richtig gutes Volumen. Wem das nicht reicht, der kann mittels des Vorverstärkerausgangs einen externen aktiven Subwoofer anschließen. Wichtig ist, dass im Menü der Musicbox M der Punkt „Externer Subwoofer“ auf „on“ steht – und schon kann der Spaß beginnen. Natürlich hat Canton auch gleich einen passenden „Kandidaten“ im Programm, den wir kurz präsentieren möchten – den SUB 600. 

Sub 600

Standfüße

Rückseite

Room Compensation

Tieftöner (22 cm), Downfire-Prinzip

Hochwertige Gehäuseverarbeitung

Digitale Endstufe

Übersichtliches Layout

Der Subwoofer mit 8 Zoll (22 cm) Chassis liegt bei 599 EUR. Die Endstufe leistet 250 W Musikleistung und 180 Watt Dauerleistung. Die digitale Endstufe sorgt für hohe Effizienz. Drei Positionen für Room Compensation sind verfügbar (Eckenaufstellung, freie Aufstellung, Wandabstimmung oder kleinere/mittlere/größere Räume). Der aktive Bass strahlt nach unten ab und ist in schwarz und weiß lieferbar. Die Abmessungen sind ausgesprochen kompakt, Breite und Tiefe sind identisch, der Sub ist allerdings etwas höher als tief/breit. Es finden sich Hochpegeleingänge und Links/Rechts-Cinch. Nach30 Minuten (wenn aktiviert) schaltet sich der Sub automatisch in den Standby. Als unterste Grenzfrequenz schafft der SUB 600 satte 30 Hz. Crossover, Pegel und Phase sind stufenlos verstellbar. Der Bass-Experte ist wahlweise in hochglänzendem weiß, schwarz oder silber lieferbar und ist Canton-typisch sehr gut verarbeitet. Gerundete Gehäuseecken, solide, edle Standfüße und ein makelloses Oberflächen-Finish belegen dies. 

Akustisch präsentiert sich der SUB 600 als ideale Ergänzung. Ab 80 HZ abwärts übernimmt der aktive Bass die Wiedergabe. Kompakt genug, um nahezu überall Platz zu finden, aber klanglich groß: Fundament ist stets da, der Bassist agiert kraftvoll und lebendig. Beachtlich für die Abmessungen ist der Tiefgang. Bis auf 30 Hz hinunter zu spielen, so lautet die Vorgabe, und wir sind nach den Testreihen gewillt, dies auch zu glauben. Vorteile sind auch die untadelige Pegelfestigkeit und die enorme Präzision. Explosionen haben nicht nur Wucht, sondern auch Struktur. Bei Musik fügt der SUB 600 dem Klangerlebnis mehr Kraft im tieffrequenten Bereich zu, ohne das Ergebnis zu basslastig erscheinen zu lassen. 

Bei „Skyfall“, dem aktuellen 007-Movie, präsentiert sich die Musicbox M schon allein als hochwertiger Spielparter. Von Beginn an wird die spektakuläre Eröffnungssequenz auf dem Grand Basar in Istanbul schwungvoll wiedergegeben. Auch ohne aktiven Subwoofer sind Bassanteile vorhanden, die sich gleichmäßig selbst im mittelgroßen Hörraum verteilen. Als der von Bond gejagte Killer mit seinem Audi A5 Sportback verunglückt, kommt das Aufprallgeräusch recht kräftig heraus. Auch die folgenden Schusswechsel haben Nachdruck, die Schüsse aus der MP mit Doppelmagazin des Killers haben eine beachtliche Durchschlagskraft. Schaltet man nun den SUB 600 mit hinzu, nehmen Tiefgang und Volumen weiter zu. Dadurch, dass man den Endstufen der Musicbox Arbeit im leistungsintensiven Bassbereich abnimmt, sind die erzielbaren Pegel des gesamten Systems nochmals höher. Mit dem Bundle aus Musicbox M und SUB 600 hat der Anwender ein kompaktes, edles und überraschend leistungsfähiges Ensemble für Musik- und Filmgenuss am Start. Zu merken sit dies auch im weiteren Verlauf der Eröffnungssequenz, als die Verfolgungsjagd mit den beiden Enduros ihren Lauf nimmt. 007 und sein Gegenspieler rasten mit den Maschinen über den Dächern des Basars. Hier kann sich auch die Musicbox erneut sehr Gewinn bringend einbringen. Wegfliegende Ziegelsteine und zersplitterndes Glas nimmt der Zuhörer mit überraschender Räumlichkeit wahr. Und auch später auf dem Zug präsentiert das Canton-Gespann aus Musicbox M und SUB 600 die Geschehnisse sehr intensiv: Die Manöver mit dem Bagger kommen mit sehr guter Räumlichkeit heraus.

Im nächsten Kapitel singt dann Adele ihren 007-Titelsong, und wir können untersuchen, ob die Wiedergabe von Musik auch so überzeugend gelingt. Mit klarer Trennung werden Stimme und Instrumente wiedergegeben. Klar, lebendig und mit sehr intensiver räumlicher Wirkung kommen die vokalen Elemente heraus. Der Bass wird mit zusätzlichem SUB 600 natürlich noch greifbarer, energiegeladener. 

Wenden wir uns der BD des bekannten niederländischen DJ Tiesto zu „Elements Of Life – Copenhagen“ bietet auf der 2. Disc des Sets bei „Back In Your Head“ viel Bass- und Spaß-Potential. Ordentlichen Bass kann der leistungsstarke Dockinglautsprecher schon ohne externe Subwoofer-Hilfe bieten. Richtig „rund“ geht es dann, wenn man den SUB 600 zuschaltet. Dann kommt „der Schlag von unten“ – aus dem Basskeller kommt präzises und kräftiges Fundament, das sich ohne erkennbare Verzögerung mit enormer Impulstreue zuschaltet. Effekte und Stimme werden sauber getrennt, die gewollte Aggressivität bei der vokalen Präsenz wird tadellos erkannt. Der Kickbass erscheint hart und prägnant, drängt sich aber nie unpassend in den Vordergrund. 
Wie kommt die Musicbox mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert A-dur, Köchelverzeichnis 622, zurecht? Beim ersten, fast dreizehnminütigen Allegro offeriert sie eine Durchhörbarkeit, die man selbst von anerkannt hochwertigen Dockinglautsprechern nicht gewohnt ist. Besonders authentisch klingt das Konzert, wenn man als Play Mode „Stereo“ anwählt. Wer eine erweiterte Stereo-Bühne schätzt, kann das DSP „Wide“ verwenden. Das perfekte Group Delay der Musicbox, sehr wichtig gerade bei differenzierter klassischer Musik, kommt von den beiden Koaxialchassis mit Alu-Tief-/Mitteltöner und darin zentriert untergebrachtem Gewebehochtöner. Das Punktschallquellen-Prinzip beschert hier exzellente Präzision. Der Hochtonbereich ist überdies räumlich weitläufig und brillant – beides Attribute, die man solchen Komponenten wie der Musicbox im Regelfall eher nicht zuordnet. 

Beginnen wir nun, mit unserem iPhone 5 Musik per Bluetooth zuzuspielen. Beim Eingang „BT“ für Bluetooth muss man die „BT Pairing“ Taste auf der Fernbedienung drücken, um das Pairing zu starten. Das funktioniert schnell und problemlos, und die Wiedergabe kann beginnen. Hier wählten wir einen derzeitigen Bestseller der Sunshine Live-Hörercharts für die Überprüfung der Wiedergabequalitäten: „Revolution Reloaded 2013“ des Sinsheimer DJs Klubbingman (featuring Beatrix Delgado): Hier kann man extrem zufrieden sein, denn die Musicbox erweist sich wieder als pegelfest und kraftvoll aufspielend. Richtig überlegen werden die möglichen Pegel dann, wenn man den SUB 600 zusätzlich einsetzt. Wie alle Hörproben zeigen, ist dies aber keinesfalls zwingend notwendig. Die Musicbox allein bietet schon komplette klangliche Eigenschaften und eine beachtliche Räumlichkeit. Der Hochtonbereich ist auch hier frei und klar, die klangliche Auslegung angenehm und neutral. Wer möchte, kann mittels optional erhältlichem Adapter (ca. 25 EUR) das iPhone 5 auch oben ins Dock stecken. 

Auch unser Sony Xperia Z kommunizierte über Bluetooth mit der Canton Musicbox M. Hier haben wir „L’Attesa“ von Andrea Bocelli im Stereo-Modus angehört. Und auch hier waren wir sehr angetan von den Fähigkeiten der kompakten Entertainment-Zentrale. Lebendig, emotional, komplett wie kultiviert – so klingen moderne, leistungsfähige und multimedial talentierte Lautsprecher. Besonders die Ausstrahlung der Stimme kommt exzellent heraus. Bei „Dell Amore Non Si Sa“ das gleiche akustische Bild: Der Aufbau des Stückes wird exakt nachgezeichnet, kleine Nuancen werden treffsicher heraus geholt. 

Sicher gibt es Grenzen – Detailfanatiker liegen bei solchen Systemen generell nicht richtig, daran ändert auch die hochwertige Musicbox nichts. Hier hat Canton andere Alternativen im Programm. Auch, wer auf maximalen Nachdruck Wert legt, bedient sich besser eines großen, leistungsfähigen Systems aus Verstärker und Lautsprechern. Aber die Musicbox schafft eine sehr geschickte Verbindung zwischen moderner, kompakter Bauweise und schon richtig kultiviertem, umfassenden Klang. Selbst Hörer mit gewissen Ansprüchen werden daher von dieser Lösung ausgesprochen angetan sein.

Zeit, sich die AirPlay/WiFi Direct-Variante Musicbox Air anzuhören. Sie hat im Gegensatz zur Musicbox M keine Koaxialchassis, sondern konventionelle 2-Wege-Chassis, das heißt, der Hochtöner liegt außerhalb des Mittel-/Tieftöners. Auch hier kommen Alu-Chassis für den Tief-/Mitteltonbereich zum Einsatz. Innen steckt eine Texas Instruments Digitalendstufe mit gleicher Technik und gleichen Leistungswerten. Einen Vorverstärkerausgang für den Anschluss eines aktiven Subwoofers gibt es bei der Musicbox Air nicht. Der AirPlay-Lautsprecher hat zwar kein Bluetooth, aber dafür einen anderen Clou: Dank WiFi-Direct ist es auch ohne WLAN-Netzwerk mit Router möglich, ein Wireless-Netzwerk zwischen Smartphone und Musicbox Air 3 aufzubauen. Zwischen Router-Netzwerkmodus und WiFi Direct-Modus wird durch längeres Drücken der „On“-Taste hin- und hergeschaltet. 

Beim Trance-Klassiker „Outside World“ von Sunbeam lieferte die Musicbox Air 3 eine beeindruckende Leistung ab, die schnell klar macht: AirPlay-Lautsprecher dieser Welt, fürchtet euch – denn hier kommt einer, der alles richtig gut kann. Der Bass ist nochmals eine Idee knackiger und kräftiger als bei der Musicbox M (ohne SUB 600), so dass der Wunsch nach zusätzlicher Basskraft in der Praxis nicht häufig auftauchen wird. Die Texas Instruments Digitalendstufe liefert Leistung satt, so dass man Pegel fahren kann, die mit der landläufigen „Zimmerlautstärke“ nichts mehr zu tun haben. Viele gute MicroHiFi-Systeme dürften sich plagen und plagen – und diese hohen Pegel bei gleichzeitiger Souveränität nicht erreichen. Subtil und differenziert kann Musicbox Air 3 genauso gut: Bei „L’Attesa“ von Andrea Bocelli überzeugen Stimm-Virtuosität, Klang-Kultur, Feindynamik und Räumlichkeit. Die Emotionalität des Songs kommt tadellos heraus. Emotion – das war auch Kernthema beim 80er Jahre Film „Top Gun“ mit dem dadurch legendären „Take My Breath Away“ von Berlin. Die Musicbox Air 3 beeindruckt nicht nur durch ihre beispielhafte Pegelfestigkeit, sondern auch durch die enorme Ausdruckskraft, die die Präsentation offeriert. Im Vergleich zur Musicbox M kommt auch hier die gesteigerte Bass-Energie zum Tragen, auch die Pegelfestigkeit scheint nochmals ausgeprägter zu sein. Die Musicbox M ist dank Koax-Chassis dafür Meister eines gleichförmigen Klangbilds, das in seiner Intensität selbst dann nicht nachlässt, wenn man sich im Hörraum bewegt. Und bei Anschluss eines SUB 600 geht dann sprichwörtlich „die Post ab“: Basskraft, Pegelfestigkeit und Raumwirkung verblüffen dann auch erfahrene Anwender.

Zurück zur Musicbox Air 3. Berührungsängste mit klassischer Musik gibt es keine. Bei Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ wird der Frühling lebendig und schwungvoll wiedergegeben. Die Streicher werden tonal sehr gut getroffen, weder zu spitz noch zu zurückhaltend ist die Wiedergabe. Dass es sich um ein vollwertiges Lautsprechersystem und keine einfache Behelfslösung handelt, dokumentiert auch das saubere Handling der orchestralen Einsätze. 

Canton geht mit der Musicbox Air 3 den konsequenten Weg zur „your_Canton_World“ - in Anlehnung an die your_World Komponenten: Der Systemgedanke wird betont, gleichzeitig verlässt Canton nicht die Wurzeln des Unternehmens, und diese bestehen aus gutem Klang. Somit zeigt die Musicbox Air 3, dass es Canton sehr gut versteht, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden – daran scheitert viele Konkurrenten. Nicht nur das Design, auch die klanglichen Fähigkeiten zeigen demnach deutlich auf, dass die Musicbox Air 3 zur Canton-Familie gehört. 

Fazit

Canton bietet mit der Musicbox-Serie außergewöhnlich edel verarbeitete und leistungsfähige Komponenten für Anwender an, die moderne Ausstattungsmerkmale mit klassischen Canton-Tugenden wie hoher akustischer Präzision und sehr hoher Pegelfestigkeit verbinden wollen. Als kleine, feine Entertainmentzentrale im Wohnzimmer kann man die Musicbox M ansehen. Sie ersetzt sogar eine Soundbar, und zwar so gut, dass man auch in deutlich gehobener Lautstärke souverän Filme anhören kann. Räumlichkeit und Effektwiedergabe sind gerade im Canton-eigenen virtuellen Surround-DSP enorm gelungen. Nicht nur bei Filmton, auch bei Musik begeistert die Musicbox M durch feines Differenzierungsvermögen und eine tolle Loslösung des Klangs vom Lautsprecher, das hätten wir nicht in dieser Qualität erwartet. 

Die Musicbox M ist ein flexibles, zeitgemäßes Produkt, das gleichzeitig mit souveränem Klang überzeugt

Multifunktionaler Dockinglautsprecher Oberklasse
Test 24. April 2013

Möchte man schon beinahe Heimkino-Feeling auf kleinstem Raum, kauft man sich den kraftvollen und kompakten, optisch exzellent passenden SUB 600 dazu. Dann gibt es nochmals einen massiven Schub an Basskraft zusätzlich, ergänzt von mehr Raumgefühl und Pegelfestigkeit. Das Set bestehend aus SUB 600 und Musicbox M ist zwar alles andere als preisgünstig, aber jeden Cent des Kaufpreises Wert. Mit minimalem Platzbedarf und enormer optischer Hochwertigkeit versehen, bekommt der Käufer hier ein sehr leistungsstarkes System, das mit kraftvollem, dynamischen Antritt und hohem Facettenreichtum akustisch Bestwerte in dieser Geräteklasse erzielt.

Musicbox M + SUB 600: Ein erstklassiges Team für maximale Hörfreude bei minimalen Abmessungen und hoher Flexibilität

Multifunktionaler Dockinglautsprecher + Aktivsubwoofer Oberklasse
Test 24. April 2013

Die Musicbox Air eignet sich als Lautsprecher fürs ganze Haus – im Home Office, im Schlafzimmer, in der Küche, überall kann eine Musicbox Air 3 Aufstellung beziehen. Canton wird auch eine entsprechende Multiroom-Lösung herausbringen, dann kann man in verschiedenen Hörzonen mit mehreren Musicbox Air 3 unterschiedliche Musiktitel hören. Die praktische WiFi-Direct-Funktion ersetzt quasi Bluetooth, setzt nur voraus, dass das Smartphone ein WLAN-Modul eingebaut hat. Dies ist heute selbst im Einstiegsbereich der Fall. Ohne Router und bestehendes WLAN-Netzwerk bauen sich Android- oder Apple iOS-Device ein eigenes Netzwerk auf, das als Vorteil das Losless-Streaming von Audiodateien für sich verbuchen kann. Mit nachdrücklicher Basskraft und enormer räumlicher Wirkung hinterlässt die Musicbox Air 3 einen exzellenten Eindruck und rechtfertigt auch mit sehr gutem Finish den Premium-Preis.

Leistungsstarker, akustisch beeindruckender AirPlay/WiFi Direct-Lautsprecher mit Premium-Finish

AirPlay-Lautsprecher Oberklasse
Test 24. April 2013

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24.04.2013

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