TEST: Yamaha 7.2 AV-Receiver RX-V673 

25.05.2012 (cr/sw)

Mit AirPlay, YPAO, umfangreicher HDMI-Anschlussbestückung, Internet Radio und Streaming-Funktion

sowie Yamaha eigenem 4K-Scaler und MusicPlay glänzt der Yamaha RX-V673 für 599 EUR

Rückseite

Fernbedienung

YPAO-Mikrophon

Schönes, Yamaha-typisches Hintergrundbild

Einführung

Der Yamaha RX-V673 kommt frisch auf den Markt und möchte mit Siebenkanal-Endstufe mit kraftvollen 150 Watt pro Kanal, umfangreichen Multimedia- und Netzwerkfunktionen inklusive Apple AirPlay, 4K Pass-Through und hochwertigem Video-Processing für einen fairen Preis von 599 EUR auf Käuferjagd gehen. Sechs HDMI-Eingänge und 1 Ausgang stehen zur Verfügung. Auf der Gerätefront findet sich ein digitaler USB-Anschluss mit Ladefunktion für iPod und iPhone oder iPad. Wahlweise kann man den RX-V673 auch mit einer für Apple iOS und Android erhältlichen, kostenlosen App bequem mit dem Smartphone steuern. Wir haben im folgenden Text genau untersucht, ob der RX-V673 das Zeug zum Beststeller hat. 

Die Grundmerkmale in der Übersicht:

  • 7 x150 W/Kanal (4 Ohm, 1 kHz, 0,9 % THD)

  • Diskreter Verstärkeraufbau

  • Pure Direct Modus 

  • Netzwerkfunktionen, wie AirPlay (ermöglicht Musik-Streaming von Mac, PC, iPod, iPhone und iPad) und AV Controller App (kann im iTunes App Store oder im Android Market kostenlos heruntergeladen werden; Funktionen wie Ein- und Ausschalten, Lautstärke, Auswahl der Eingangsquelle, DSP Modus und mehr kann damit reguliert werden). Die AV Controller App gibt es ebenfalls für Geräte basierend auf dem Android-System.

  • 4K Pass-Through für Super High Resolution Bilder der nächsten Generation

  • 4K-Scaling mit eigenem Scaler

  • Hochwertiges Video Processing mit präzisem Deinterlacing

  • Digitaler USB-Port am Frontpanel zum Anschluss Ihres iPods/iPhones mit Akku-Ladefunktion. Durch direkte Übertragung der Digitalsignale vom iPod/iPhone an den AV-Receiver gehen keine Signale verloren und werden nicht beeinflusst. Die Wiedergabe-Funktionen von iPod und iPhone können über die mitgelieferte Fernbedienung des Receivers gesteuert werden. 

  • HDMI (6 Eingänge [1 Front]/1 Ausgang) mit 3D und Audio Return Channel

  • YPAO-R.S.C. (Reflected Sound Control) Klangoptimierung mit Mehrpunkteinmessung (Analyse der Raumakkustik und automatische Anpassung verschiedener Audioparameter. Zusätzlich werden mit der Reflected Sound Control (R.S.C) unerwünschte Töne, die von Wänden, Böden und großen Möbelstücken reflektiert werden, unterdrückt und kompensiert.

  • Dialog Lift und Dialog Level Adjustment für eine klare und deutliche Stimmwiedergabe im Centerkanal

  • Programmierbare Fernbedienung

  • Zone 2 On/Off und Steuerung am Frontpanel

  • Mehrsprachiges, farbiges GUI zur verbesserten Übersicht (Graphical User Interface mit hochauflösendem Display; sechs wählbare Sprachen wie Englisch, Französisch, Deutsch, Japanisch, Russisch und Spanisch. Anzeige des Menüs bei der Verwendung von 3D Videosignalen.

  • HDMI-Anschluss an der Front für Datenquellen, wie Camcorder, Digitalkameras und Tablet PCs

  • ECO Modus reduziert den Stromverbrauch um bis zu 20% (bei reduzierter Endstufenleistung)

Verarbeitung

Gute Materialqualität, enge Passungen

Rückseite mit ordentlichem Finish 

Vier sauber eingepasste "Scene" Buttons für Macrofunktionen

Nicht unsere volle Zustimmung findet der Lautstärkeregler

Display

Fernbedienung

Innenleben in der Gesamtübersicht

Platinenlayout und Verkabelung

Elkos

Trafo

Übersichtlicher Aufbau

Blech-Kühlkörper

Der Yamaha RX-V673 kommt mit sauberer Gehäuse-Verarbeitung, wie wir es von Yamaha gewohnt sind. Die Front-Blende ist aus seitlicher Sicht exakt eingepasst. Kanten sind gerundet und bergen somit keine Verletzungsgefahr. Hochwertiger könnte der Lautstärke-Drehregler sein, man merkt sofort das er aus recht einfachem Kunststoff besteht, zudem eiert er leicht. Punkten kann das gut auflösende Display mit tadellosem Kontrast. Der RX-V673 verfügt über solide Geräte-Standfüße, alle Bedienelemente auf der Gerätefront sind gut eingepasst und weisen einen klaren Druckpunkt auf. Bei unserem Testgerät war allerdings keine Abdeckung über den Frontanschlüssen. Die Geräte-Rückseite ist sauber verarbeitet, für den Anschluß der Lautsprecher stehen für alle Kanäle Schraubterminals zur Verfügung. Im Geräteinneren ist der RX-V673 ordentlich aufgebaut, neue Maßstäbe werden aber nicht gesetzt. Der Kühlkörper besteht aus Blech und nicht aus Aluminium, das Platinen-Layout erscheint durchdacht, die Güte der Verkabelung ist befriedigend. Sehr zufrieden kann man mit Qualität und Anmutung der mitgelieferten Fernbedienung sein. 

Anschlüsse

Auch genug konventionelle Anschlüsse, aber kein dedizierter Phono-Anschluss

HDMI-Anschlusssektion

Audio-Ausgänge (Cinch), auch für Zone 2

2 Subwoofer-Pre-Outs

Schraubanschlüsse

Klemmen für Zone2/Front Presence

USB + Netzwerk

Kopfhöreranschluss

Der Yamaha besitzt auf der Rückseite fünf HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang. Desweiteren befindet sich hinten eine USB und Netztwerk-Buchse. An herkömmlichen Anschluß-Formen stehen zwei Komponenten Video-Eingänge sowie ein Komponenten-Video-Ausgang, vier FBAS-Videoeingänge und zwei FBAS-Video-Ausgänge, vier Stereo-Cinch-Eingänge und drei Stereo-Cinch-Ausgänge (inkl. Zone 3) zur Verfügung. Das Angebot wird vervollständigt von zwei optischen und zwei coaxialen Digital-Eingängen sowie einem 12 Volt Trigger-Ausgang. Vorne befinden sich ein weiter HDMI-Eingang, ein FBAS-Video-Eingang sowie ein USB-Terminal, auch ein 6,25 mm Kopfhörer-Ausgang und der Anschluß für das Einmessmikrofon sind auf der Gerätefront angebracht. 

Menü

Manuelles Lautsprecher-Setup mit Grafiken

Lautsprecher-Konfiguration. Anstatt Dolby PLIIZ oder Audyssey DSX gibt es bei Yamaha - übrigens schon viel länger, als es die beiden anderen Systeme gibt - die "Front Presence" Lautsprecher

Time Alignment

Pegelangleich

Parametrischer EQ - verschiedene Kurven sind auswählbar, wenn man YPAO zuvor hat durchlaufen lassen. Es ist auch möglich, einen manuellen parametrischen EQ

Eigene Symbole für jedes Programm

Ton-Optionen

HDMI-Optionen

Netzwerk-Menü

Menü "Funktion"

Display-Dimmer und verschiedene Hintergrundbilder

    Multi-Zone

Eco-Modus

Optionen - Shortcuts für verschiedene grundlegende Funktionen durch Druck auf die entsprechende Taste auf der FB

Drückt man auf der Fernbedienung die Taste „On Screen“, erscheint das Basismenü. Dieses ist unterteilt in Set-up, Information, Szene, Eingang und Klangprogramm. Nun stellen wir das Menü im einzelnen vor:

Set-up

  • Lautsprecher: Unter automatisches Set-up findet sich die Aktivierung für das YPAO-Einmess-System. Nach 10 Sek. beginnt die eigentliche Messung und es sollte Ruhe herrschen. Nach lediglich rund 1 Minute ist die Messung an einer Sitzposition beendet. Die ermittelten Werte bezüglich Verkabelung, Größe der Lautsprecher, Abstand der einzelnen Boxen vom Hörplatz und dem Pegelangleich wirken realistisch, bis auf eine Ausnahme: Der Center wird als „groß“ angegeben, obwohl hier „klein“ realistisch wäre. Nachdem man die Werte kontrolliert hat, kann die Messung gespeichert werden. Zum Schluss wird das Mikrofon entfernt. Natürlich kann man auch auf die automatische Einmessung verzichten und alle Lautsprecher-Einstellungen manuell vornehmen. Zunächst kann man eine Zuweisung der Endstufen vornehmen. Hierbei ist die Verwendung der sechsten und siebten Endstufe auch z.B. für Front-Bi-Amping möglich. Man kann die sechste und die siebte Endstufe auch für oberhalb der normalen Frontlautsprecher angebrachte, zusätzliche Front-Presence Lautsprecher verwenden. Es finden sich die üblichen Einstellungen für Konfiguration (Abstand in 0,05 m-Schritten) sowie Pegel (in 0,05 dB-Schritten). Im nächsten Punkt geht es um die Einstellungen zum parametrischen EQ. Man kann den EQ deaktivieren oder manuell einstellen, hat man schon eine VPAO-Messung gemacht, kann man zwischen Linear, Front und Normal wählen. Letzter Punkt im manuellen Set-up ist der Testton-Generator. Im manuellen EQ-Modus eröffnet der RX-V673 dem versierten Anwender vielfältige Möglichkeiten. Für jede angeschlossene Box können Band, Frequenz, Q-Faktor und Verstärkung manuell feingliedrig angepasst werden - ein echter parametrischer EQ. 

  • Ton: Hier gibt es folgende Parameter: Lippen-Synchronisation (automatisch oder manuell. Manuelle Anpassung in 1 ms Schritten von 0 bis 500 ms möglich.), Dynamik-Umfang (Maximum, Standard, Minimum / Automatisch), maximale Lautstärke (hier kann, z.B. um zu verhindern das die Kinder voll aufdrehen, ein Maximal-Pegel für die Lautstärke eingegeben werden), Grundlautstärke (hier kann man eine Fixe Grundlautstärke eingeben), adaptive DSP-Level Ein oder Aus.

  • Bild: In diesem Menü kann festgelegt werden, ob die Video-Verarbeitung des RX-V673 aktiviert oder deaktiviert werden soll. Wird sie aktiviert, kann der Yamaha folgende Auflösungen ausgeben: Automatisch, 576p, 720p, 1080i. 1080p. Für die Zukunft kann der Yamaha auch 4k-Signale durchleiten. 

  • HDMI: Hier kann der Audio-Return-Channel aktiviert werden, ebenso wird der TV-Audio-Eingang festgelegt und die HDMI-Standbye-Schaltung kann auf Aus, Ein oder Auto gesetzt werden. 

  • Netzwerk: Hier kann man DHCP aktivieren oder deaktivieren, meist empfiehlt es sich, DHCP einzuschalten, deaktiviert man die Funktion (was ohnehin nur dann erfolgen sollte, wenn es Probleme bei der Adressvergabe gibt), sollte man schon etwas mehr Einblick in die Materie haben. 

  • Multi-zone: Hier kann man Hörzonen umbenennen. 

  • Funktion: Hier kann man das Display dimmen, den Wiedergabe Bildschirm ein oder ausschalten und aus vier Hintergrundbildern das passende aussuchen.
    ECO: Hier kann man die automatische Abschaltung aktivieren (2, 4, 8 oder 12 Stunden) und den ECO-Modus, der besonders Stromsparend ist, dafür aber auch die Endstufen-Leistung kappt, in Betrieb nehmen. 

  • Sprache: Im Punkt Sprache kann man die Sprachwahl für das Bildschirmmenü treffen. 

Information

  • Hier kann sich der Anwender über alle Details des aktuellen Audio und Video-Signals informieren.

Szene

  • Hier erhält der Anwender Zugriff auf Yamahas vorprogrammierte Szene-Makros. Man kann die einzelnen Szene-Modi auch umbenennen. 

Eingang

  • Hier kann man die verschiedenen Eingänge anwählen, umbenennen und den Decoder-Modus wählen. 

Klangprogramm - hier stehen folgende Programme zur Verfügung: 

  • Straight (Signal wird unbearbeitet durchgeschleust)

  • Zwei-Kanal-Stereo

  • Mehrkanal-Stereo

  • Halle in München

  • Halle in Wien

  • Kammer (für Kammermusik)

  • Kellerclub 

  • Roxy Theatre

  • Bottom-Line 

  • Sports

  • Action Game

  • Roleplaying game

  • Music video

  • Standard

  • Spectacle

  • SCIFI

  • Adventure

  • Drama

  • Mono Movie

  • Surround Decoder (Hier kann man zwischen den verschiedenen Standard-Decodern von Dolby und DTS wählen)

Die einzelnen Klangprogramme sind gut durch Symbole gekennzeichnet, Yamahas DSP-Programme bringen zudem noch je nach Programm variierende Einstellmöglichkeiten mit. Am Beispiel des Klangprogramms „Adventure“ führen wir die Parameter, die justiert werden können auf: Decoder-Typ, DSP-Pegel, Anfangsverzögerung, Raumgröße, Surround-Anfangsverzögerung, Surround-Raumgröße, Surround-Back-Anfangsverzögerung und Surround-Back-Raumgröße. Durch drücken auf die Reset-Taste kann man die Werkseinstellungen wieder herstellen. 

Es findet sich auf der Fernbedienung noch die Taste "Optionen" - direkte Shortcuts für:

  • Klangregelung

  • Adaptive DRC

  • Cinema DSP 3D-Modus

  • Dialogeinstellungen

  • Erweitertes Surround

  • Anpassung Lautstärke

  • Enhancer

  • Videomodus

Insgesamt verfügt der RX-V673 über eine Vielzahl an Menü-Optionen, gerade, was den akustischen Bereich angeht. Wir vermissen jedoch einen Video-EQ zumindest für Grundparameter wie Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Farbe. Die Fernbedienung hat im unteren Bereich allerdings recht viele, relativ kleine Tasten, zudem heben sie sich durch ihre graue Farbgebung nicht besonders deutlich vom silberfarbenen Gehäuse der Fernbedienung ab. Das Display des RX-V673 lässt sich problemlos ablesen - Auflösung und Kontrast erweisen sich als stimmig. 

Multimedia

AirPlay-Wiedergabe ohne Probleme

Server-Auswahl

Musikwiedergabe vom Server

Internet Radio

Wiedergabe einer Internet Radio Station

Der Yamaha RX-V673 verfügt über Apple AirPlay. Dadurch ist es kabellos und einfach möglich Songs z.B. von iPad oder iPhone, aber auch vom iTunes-Programm auf dem PC über den Yamaha abzuspielen. Dies funktioniert tadellos, der AV-Receiver springt schnell an. Des weiteren verfügt der Yamaha über eine Internet-Radio-Funktion (basierend auf vTuner), die wie üblich eine zielgerichtete Navigation zum gewünschten Sender ermöglicht. 

Das Puffern des Daten-Stroms geht schnell vonstatten, und die angewählte Station wird störungsfrei wiedergegeben. Der RXV-673 ist auch in der Lage, Musik von Servern und PCs aus dem Heimnetzwerk wiederzugeben. Auch hier reagiert das Gerät schnell, FLAC, AAC und MP3 werden problemlos wiedergegeben. Man kann den Yamaha auch über das Smartphone steuern. Dies funktioniert mit dem Yamaha AV-Controller. Bei Einsatz unseres Samsung Galaxy Nexus I9250 wurde der Yamaha gleich erkannt. Die Steuerung ist durch klare Symbolik einfach und übersichtlich. Für die Klangprogramme gibt es sogar kleine Logobildchen. Sehr praktisch ist das netzwerkbasierte Streaming von Musiktiteln auf dem Android-basierten Smartphone, was im Testbetrieb hervorragend funktionierte. 

Geräteauswahl und Übersicht über die DSP-Programme

Szene-Macros und aktuelle Betriebsübersicht

Quellwahl und Musikdateien-Streaming

Testequipment
Klang

Bei beiden Liedern „Because you loved me“ und „It’s all coming back to me now“ von Celine Dion „A new day“ kann der Yamaha zunächst mit seinem sehr gut abgestimmten Einmess-System punkten. Verwendet man die EQ-Kurve natürlich, erscheint das Klangbild räumlich weit und akustisch sehr angenehm. Die Übergänge zwischen Front und Surround verlaufen fliesend, beinahe unmerklich. Im Vergleich mit den Einmess-Systemen der Konkurrenz gelingt Yamaha hier ein Sprung nach vorne. Auch sonst bietet der RX-V673 eine ausgezeichnete Leistung: Celines Stimme klingt differenziert, kleine vokale Details bindet der RX-V673 ausgezeichnet ein. Durch die harmonische Auslegung kann man auf angenehme Art und Weise auch in hoher Lautstärke hören. Aufgrund der leistungsstarken Endstufen spielt der Yamaha auch bei deutlich gehobener Lautstärke sauber und ohne Dynamikeinbrüche. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt hervorragend für ein Gerät dieser Preisklasse. 

Bei „Altes Kamuffel“ und „Dockyard“ von „Paul Kalkbrenner 2010“ liefert der Yamaha eine enorme Impulstreue beim Effektaufbau und überzeugt durch eine dichte Räumlichkeit. Der Bassbereich ist präzise und kraftvoll, auch kleine Strukturen arbeitet der AV-Receiver heraus. Auch bei hohem Pegel klingt der Yamaha weder überfordert noch aggressiv, er spielt stets souverän und behält den akustischen Überblick. Erst bei kleinen, feindynamischen Differenzen merkt der Kenner das der Yamaha einer eher günstigen Preisklasse zugehörig ist. 

Im Stereobetrieb überzeugt der Yamaha im „Pure Direct Modus“ durch eine harmonische, klare Wiedergabe von vokalen und instrumentalen Elementen. Er baut einen realistischen Raum auf und schafft sehr gelungene Übergänge zwischen Hoch- und Mittelton- sowie zwischen Mittelton- und Bassbereich. Die Feindynamik ist prima – die gesamte akustische Auslegung ist aber auch im Stereobetrieb anders als früher, weniger schlank, deutlich gefälliger und räumlich dichter. Die ausgezeichnete Pegelfestigkeit rundet unsere Eindrücke ab. 

Bei der Blu-Ray „Stirb Langsam“ verwendeten wir das DSP-Programm Spectacle, während wir die Musikbeispiele ohne DSP angehört haben. Wir steigen direkt ab Filmbeginn ein und stellen fest, dass der Yamaha die tiefen Bassschläge hervorragend pariert und mit seinem überragenden Tiefgang punkten kann. Kleine Effekte, wie das Tippen auf der Computertastatur kommen mit hoher Klarheit heraus. Die Stimmwiedergabe ist ebenfalls auf hohem Niveau. Bei der ersten großen Explosion begeistert nicht nur die Kraft, sondern auch die saubere Strukturierung. Im fünften Kapitel machen die Killer Jagd auf Matthew Farrell, die gewaltigen Schuaasalven kommen druckvoll und räumlich zur Geltung. Kleine Effekte, wie das Wechseln des Magazins an der Waffe von McLane arbeitet der Yamaha sauber heraus. Als kurz darauf McLane auf einen Feuerlöscher im Treppenhaus zielt und diesen zur Explosion bringt, fliegt einer der Killer durch die Wucht der Detonation durch das geschlossene Fenster. Den großen Effekt bringt der Yamaha mit Kraft und Lebendigkeit zum Ausdruck.

Bei Avatar „Aufbruch nach Pandora“ Kapitel 22 erleben wir einen großen Angriff der Söldner-Truppen auf die Eingeborenen. Das donnernde Drehen der Rotoren und die Geräusche beim Abschuss der Geschosse erscheinen sehr wirklichkeitsnah. Was den Yamaha besonders auszeichnet, ist seine angenehme Klangcharakteristik, die selbst bei großer Lautstärke nie verloren geht. Andere AV-Receiver, wie der Pioneer 7.2 AV-Receiver VSX-922 mit vTuner, DLNA und MCACC  produzieren mehr Grobdynamik, klingen aber schärfer und aggressiver. Der Onkyo 7.2 AV-Netzwerk-Receiver TX-NR616 bietet einen nahezu neutralen Klang, zudem sich eine sehr gute Feindynamik gesellt. Diese kann der Yamaha nicht im identischen Umfang bieten, dafür kann er bei den Punkten Emotion und Räumlichkeit der Gesamtdarbietung am Onkyo vorbei ziehen. Gerade, wenn man diese Sequenz aus Avatar auf allen drei AV-Receivern hört, werden die Unterschiede in der akustischen Auslegung deutlich. 

Die Cinema DSP-Programme des RX-V673 sind ausgezeichnet geeignet, um noch etwas mehr Atmosphäre aus dem Quellmaterial zu holen. SCIFI stellt eine besonders weitläufige Gesamträumlichkeit zur Verfügung, Raumschlachten im Weltall bekommen dadurch noch mehr Lebendigkeit. Adventure bindet den Music Score enorm gut ein und schafft auch eine dynamische, sehr ausgewogene Atmosphäre. Spectacle macht seinem Namen alle Ehre, die ausgefeilte und nachdrückliche Effektwiedergabe ist hier zu loben. Nicht nur große, umfangreiche, auch kleinere Effekte werden sehr flüssig eingebunden. 

Bild
  • Upconversion von 576i DVD-Signalen auf 1080p, Film-Material, Star Wars Episode III, ab Filmbeginn: Die Star Wars typische gelbe Laufschrift gleich zu Filmbeginn erscheint in authentischer Farbgebung, allerdings sind die Lettern, wenn sie vorn am Bildschirm auftauchen, hellgelb und nehmen erst nach kurzem Lauf ihre korrekte Farbe an. Die Schrift bewegt sich in tadelloser Schärfe nach hinten, ab und zu sind aber leichte Artefakte zu erkennen. Jeder Buchstabe ist relativ sauber durchzeichnet, die Ränder bleichen in einigen Fällen leicht aus. Weiter hinten im Raum ist der Lauf noch relativ stabil, aber nicht perfekt, es kommt zu leichten Wellenbewegungen. Als der große Sternzerstörer durch das Bild fliegt, ist ein leichtes Zittern bei Kommandobrücke und vorderer obere Kante sichtbar, nach kurzer Zeit aber steht das Raumschiff stabiler, aber minimales Bildflimmern sehen wir immer noch. Für eine SD-Upconversion sehr ordentlich ist der Detailreichtum, auch der im Schatten liegende Flügel wird mit ausgezeichnetem Detailkontrast wiedergegeben. Die Gesamtbildschärfe tadellos, das Bild rauscht trotz der relativ hohen Schärfe nur geringfügig. Als die beiden Raumjäger über der Oberfläche des Sternzerstörers fliegen, werden alle bewegten Objekte mit flüssiger Bewegung dargestellt, nur leichte Schärfeverluste sind zu erkennen. Als die beiden Raumjäger steil nach unten ins Schlachtgeschehen abkippen, bietet sich dem Betrachter ein prima gestaffeltes Panorama, das auch noch einige Details an knapp über der Planetenoberfläche befindlichen Raumstationen und Raumschiffen zeigt. Die Gesichter von Obi-Wan und Anakin werden, wie der Rest auch, farblich neutral wiedergegeben. Die Hautoberfläche zeigt eine saubere Detaillierung, einzelne Poren oder Bartstoppeln sind gut zu erkennen. Die verschiedenen Explosionen während der Raumschlacht sowie die Detaillierung der Raumschiffe, Androiden und Raumstationen im Verlauf der Raumschlacht gefallen durch die gelungene Farbgebung und die gute Bildschärfe. 

  • Upconversion von 576i DVD-Signalen auf 1080p, Video-Material, AVEC Professional Test DVD: A) Schriften in weiß und schwarz vor blau/rot/weißem Hintergrund, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen: Unruhen sind bei allen Schriften sichtbar – das Bild flimmert leicht. Bei den beiden schnelleren Schriften gibt es auch leichte Artefakte rund um die Buchstaben sowie Nachzieheffekte. Lesbar sind alle Lettern ohne Schwierigkeiten. Die Farbtrennung ist ausgezeichnet. B) Ein magenta-farbener Siemensstern in der Bildmitte und vier kleine Siemenssterne in den Bildschirmecken, grüner Hintergrund, gleichmäßige Drehbewegung: Zwar nur geringe Artefaktebildung an den magentafarbenen Segmenten an den kleinen Siemenssternen und beim großen Siemensstern, aber leichtes Flimmern. Ziemlich gleichmäßige Drehbewegung und sehr gute Farbtrennung. Voll befriedigende Bildschärfe. 
    C) Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie schwingt: Die Linie bleibt fast stabil und zittert lediglich geringfügig. Das Pendel schwingt gleichmäßig, es bilden sich kaum Nachzieheffekte. Die Bewegungsschärfe der äußeren Konturen ist selbst bei höheren Geschwindigkeiten gut, allerdings verschwimmen die Konturen im Pendelinneren schon bei relativ geringer Pendelgeschwindigkeit sichtbar. 
    D) Dynamisches Stadtbild von Esslingen, Kamerafahrt über Hausdächer mit Dachziegeln, Autos in der Ferne auf der Bundesstraße, Grünanlage und Teile der Stadtbefestigung: Die Bildschärfe ist gut, wenn auch nicht überdurchschnittlich. Die Farben wirken akkurat getroffen, auch die Grüntöne erscheinen authentisch. Die Kamerafahrten zeigen leichte Unschärfen mit sich, der Bildstand insgesamt recht stabil. Die Detaillierung ist auf ordentlichem Level. Flimmern in den Dachziegeln ist erkennbar, der RX-V673 schlägt sich aber im Konkurrenzumfeld ordentlich.

Die Video-Sektion des Yamaha RX-V673 bietet eine ausgewogene Gesamtleistung. Der Pioneer 7.2 AV-Receiver VSX-922 agiert bei der Up-Conversion von Filmmaterial sichtbar besser, dafür offeriert der Yamaha die bessere Leistung bei Video-Material. Der Onkyo 7.2 AV-Netzwerk-Receiver TX-NR616 kommt bei Filmmaterial nicht ganz an den Pioneer heran, arbeitet aber besser als der Yamaha, bei Videomaterial agiert der Onkyo am Besten – aber er ist auch mit Abstand der Teuerste im Vergleichsfeld.

Fazit

Der Yamaha RX-V673 überzeugt mit gefälligem, klarem und nachdrücklichem Klang. Hohe Pegel gehen ihm leicht von der Hand, und er punktet mit stimmiger Front-Surround-Balance. Aus akustischer Sicht ist der RX-V673 demnach ein Volltreffer. Multimedial kann man feststellen, dass alle Funktionen zuverlässig arbeiten, ansonsten wird der gängige Standard geboten. Verschiedene Musik-Dienstleister aus dem Netz sucht man derzeit vergeblich. Die Anschluss-Bestückung hat uns voll überzeugt, auch das Bedienkonzept ist nach kurzer Eingewöhnung problemlos durchschaubar. Die Video-Sektion des RX-V673 entspricht gutem Durchschnitt, setzt aber keine Maßstäbe. 

Ausgewogener AV-Receiver mit ausgezeichnetem Klang, sehr gutem Einmesssystem und reichhaltiger Audio-Ausstattung

AV-Receiver Mittelklasse
Test 25. Mai 2012

+ Sehr ausgewogene, angenehme Akustik
+ Tadellose Feindynamik
+ Sehr gute Leistungen auch im Stereobetrieb
+ Multimedia-Sektion betriebssicher
+ Ausgezeichnetes Einmesssystem
+ Parametrischer EQ für den versierten Anwender
+ Gelungene CinemaDSP-Programme, besonders Spectacle, Sci-Fi und Adventure
+ Yamaha MusicPlay Streaming für iOS & Android

- Kein Video-EQ
- Aktuell wenig internetbasierte Musikdienste

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25.05.2012

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