TEST: Toshiba 55WL863 mit Display Basic Check

16.05.2012 (sw/cr/phk)

Einführung

Nicht nur das absolute Top-Modell 55ZL2, das erstmalig und bis jetzt weltweit einzigartig die Betrachtung von 3D-Inhalten ohne Brille ermöglicht, sondern auch der 55WL863 ist ein äußerst beeindruckendes Flachbildschirm-Modell in 55 Zoll. Kennzeichen sind CEVO Engine, Pro LED 32 mit 32 unabhängig steuerbaren Zonen in der Hintergrundbeleuchtung (Edge-basiert), 3D mit aktiver Shutterbrille, optionaler sensor-Kalibrierung mit Sensor TPA-1 plus Bildprogramm Hollywood Pro sowie die Smart TV Plattform Toshiba Places. Resolution + erhöht bei SD-Material die Auflösung, Network Resolution + kümmert sich um eine Schärfeverbesserung von Videos aus dem Internet. Natürlich kann der TV auch von 2D nach 3D wandeln, inklusive Tiefensteuerung. Eingebaut ist ein Tuner für DVB-T/C/S. Dank Personal TV, schon bekannt aus anderen Toshiba-TVs, können bis zu vier Nutzer ihre bevorzugten Einstellungen speichern. Verfügbar sind Gesichtserkennung, Bewegungserkennung, persönliche Bildeinstellung, persönliche Lautstärkeeinstellung, persönliche Favoritenliste sowie eine persönliche Aufnahmen-Verwaltung. Der Toshiba 55WL863 ist zu Marktpreisen von 1330 EUR erhältlich.

Stromverbrauch:

  • Modus AutoView, normaler externer Lichteinfall: ca. 130 Watt
    Modus Hollywood Pro, geringer externer Lichteinfall: ca. 80 Watt
    Modus Standard, normaler Lichteinfall: ca. 130 Watt
    Standby 0,1 Watt
Verarbeitung

WL863 in 55 Zoll - Display verspiegelt

Verarbeitung im Detail

Anschlüsse Gesamt

Fernbedienung

Wir kennen das gute Finish schon vom kleineren 46WL863, und auch das größere Modell überzeugt mit dünnem, sauber verarbeiteten Rahmen mit guter Materialanmutung. Der Fuß wirkt vom Design her etwas altbacken, gibt aber sicheren Halt. Gut bekannt und ordentlich verarbeitet ist die mitgelieferte Fernbedienung.

Anschlüsse

Komponente, FBAS- und Scart via Adapter

Der Toshiba verfügt über eine Ethernetanschluss und über ein WPS-gestütztes eingebautes WiFi-Modul. So kann der TV wahlweise kabelbasiert oder kabellos ins Heimnetzwerk eingebunden werden. Hinten sind vier HDMI 1.4 Anschlüsse untergebracht, HDMI ARC sowie HDMI CEC werden natürlich unterstützt. Dank INSTAPORT muss der HDMI-Handshake, oftmals zeitraubend, nicht immer neu durchgeführt werden. Component Video-Signalübertragung ist mittels Adapter möglich, das gilt auch für Composite (FBAS) und Scart. 2 USB-Buchsen sowie ein PC-Eingang, ein digitaler Audio- und ein Kopfhörerausgang sind ebenfalls vorhanden.

Menü & Setup

Hauptmenü

Setup - Bild

Bildeinstellungen

Erweiterte Bildeinstellungen

Ton-Settings

Präferenzen

Systeminstallation

Menü, Setup & Konfiguration sind identisch zum WL863-Modell in 46 Zoll. Die Beschreibung wurde daher aus dem bereits am 30.12.2011 veröffentlichten Test entnommen:

Beim ersten Start des WL863G oder nach Zurücksetzen des TV-Gerätes auf die Werkseinstellungen (Menü "Systeminstallation") öffnet sich der Erstinstallations-Assistent. Nach Einstellung der bevorzugten Sprache, des Landes und der gewünschten Untertitel wird der Shop- oder Zuhause-Modus gewählt. Zudem kann man den USB-Slot für das Recording und den Media Player auswählen und festlegen ob der TV auf einem Ständer oder an der Wand montiert ist. Im nächsten Schritt kann ein automatischter Sendersuchlauf bei Antenne, Kabel und Satellit durchgeführt werden. Nach erfolgreicher Suche beendet sich der automatische Installationsassistent.

Nun kann mit der Menü-Taste der Fernbedienung das Hauptmenü aufgerufen werden. Dieses zeigt sich attraktiv und sinnvoll aufgebaut, mit dem Navigationskreuz wird komfortabel navigiert. Wählt man eines der vorhandenen Icons aus, öffnen sich Unter-Menüs, die eher schlicht gehalten sind und schon von früheren Toshiba-Modellen bekannt sind. Der Video-Equalizer ist wieder sehr umfangreich und bietet anspruchsvollen Anwendern viele Möglichkeiten der Bildjustage, ein Multifunktionstestbild ist integriert. Zudem können Rauschreduzierer, Frame-Interpolation Active Motion Rate 800 sowie weitere dynamische "Bildoptimierer" zugeschalten werden.

Wer nicht selbst Hand anlegen möchte bei den Video-Einstellungen, kann beim WL863G auf die automatische Bildkalibration zurückgreifen. Hierfür wird, sollte nicht der jeweilige Händler die Kalibration übernehmen, der "Picture Analyzer TPA-1 for Toshiba TV's" benötigt. Der Mess-Sensor wird via USB an das TV-Gerät angeschlossen und der Diffusor vor dem Sensor wird nach hinten geklappt. Im Idealfall befindet sich die Optik in der Mitte des TV-Bildschirms und liegt flach am Panel auf. Nun kann die automatische Kalibrierung gestartet werden. Der Bildmodus muss auf "Hollywood Pro" stehen und unter "Expertenbildeinstellung" wird "Farbkalibrierung bzw. Gamma-Kalibrierung" und schließlich "Kalibrierung anwenden" ausgewählt.

Multimedia

DLNA-Betrieb

Auswahl an Filmdateien

Musik

Zunächst wählt man den Medien-Wiedergabetyp – Musik, Foto oder Film – aus und erhält im nächsten Schritt eine Auswahl der verfügbaren Media-Supplier, also Server, PCs und USB-Medien, die mit dem TV verbunden sind.

H.264/AVCHD-Dateien spielt der 55WL863 bei den Videoformaten ab, auch in FullHD. MP4-Dateien werden ebenfalls vom TV dargestellt. Filme, die mit AAC-Tonspur unterlegt sind, können mit Ton wiedergegeben werden. DivX-avi gibt der Toshiba wieder, genauso Quicktime und WMV, beides auch in HD. MKV wird in SD und auch in HD wiedergegeben. Somit fehlt kein aktuelles Format – der Toshiba spielt alles, was von Relevanz ist, ab, wenn es um Videoformate geht. Der WL863 reagiert auf Eingabebefehle zum Abspielen von Medien mit befriedigender Schnelligkeit. Größere Dateien brauchen natürlich deutlich länger, während kurze Filmtrailer rasch geladen werden. MP3/AAC und m4a-Musikdateien werden wiedergegeben. FLAC-Dateien werden nicht abgespielt. JPEG-Fotos werden ohne Probleme dargestellt. Integriert ist auch die Smart TV-Plattform „Toshiba Places“. Sie ist unterteilt in: Konten und Einstellungen, Meine Lieblings-Services, TV Place, Video Place, Music Place, Social Place und Game Place.

Bei den einzelnen Menüs finden sich folgende Punkte: Bei Games Place ist aktuell nur „Funspot“ vorhanden, hier kann man sich Spiele für den TV herunterladen. Momentan sind nur vier Games vorhanden (Rockswap, Chess, Sudoku, Dracula’s Coffin) – das ist noch nicht besonders üppig. Beim News Place sind euronews, France 24, Meteonews sowie die Golem IT News vorhanden, hier ist die Auswahl ebenfalls noch nicht besonders groß. Der Social Place ist unterteilt in meine Favoriten, markierte Videos, den Posteingang für Nachrichten (wenn man ein Konto aktiviert hat), an Diensten gibt es Facebook, Twitter, Meine Bilder/flickr und Meine Videos/Dailymotion. Wer sich wundert, dass Youtube nicht erscheint – direkt, wenn man die Funktion „angeschlossener Fernseher“ im Basismenü auswählt, bekommt man neben Toshiba Places auch einen direkten Zugang zu Youtube angeboten. Weiter geht es in den verschiedenen „Places“. Bei den Music Places kann zwischen iConcerts und AUPEO! Personal Radio gewählt werden.

Bei iConcerts kann man sich Konzerte zum Anschauen/Anhören über den TV kaufen. Vor dem Kauf muss man einen Account einrichten bzw. die Daten zu einem bestehenden Account eingeben. Bei den „Video Places“ finden sich die Online-Videotheken Maxdome und Acetrax, des Weiteren Viewster , Youtube ist hier nochmals zu finden, ebenso Dailymotion. Woomi und Arktis sind als weitere Apps verfügbar. Bei den TV Places gibt es derzeit Arte+7, euronews , cartoon Network und France 24. Bei „meine Lieblingsservices“ können Favoritenlisten erstellt und editiert werden. Bei „Konten und Einstellungen“ kann man die bevorzugte Sprache wählen, ebenso eine externe Tastatur ansteuern, Konten erstellen, ändern sowie löschen und das Konto verwalten. Letzter Punkt sind „Kontakte und Einladungen“.  Möglich ist auch Personal Video Recording mittels angeschlossenem USB-Medium. 

Bild

Video-EQ

Der 55WL863 verfügt über einen reichhaltig ausgestatteten Video-EQ. Er wird aufgerufen durch das Drücken der Menü-Taste, anschließend wählt man „Setup“ und dort die Option „Bild“. Zunächst sind verschiedene Bildmodi auswählbar: Standard, Dynamisch, AutoView (der TV richtet sich aufgrund der Bedingungen am Aufstellungsort eigenständig bezüglich der Bild-Basisparameter ein), Hollywood Tag, Hollywood Nach sowie Hollywood Pro (dieser Modus ist für die Kalibrierung mittels optionalem Sensor gedacht). 

Es geht weiter mit Reglern für Panelhelligkeit (0 bis 100), Kontrast (0 bis 100), Helligkeit (- 50 bis + 50), Farbe (- 50 bis + 50), Farbton (- 50 bis + 50), Schärfe (- 50 bis + 50), dann geht es in die erweiterten Bildeinstellungen. Hier finden sich: Colour Master (ein, aus), wird er aktiviert, kann man für Primär- und Sekundärfarben Farbton, Sättigung sowie Helligkeit feinjustieren. Es folgen die Parameter für die Aktivierungsmöglichkeit des automatischen Helligkeitssensors, die LED Backlight-Steuerung (aus, niedrig, mittel, hoch), Schwarz-/Weiß-Level (0 bis 10), Gammeinstellung (- 15 bis + 15), MPEG-Rauschreduzierung (aus, niedrig, mittel, hoch), Digital Noise Reduction/DNR (aus, niedrig, mittel, hoch, zusätzlich automatisch), Resolution + (aus, automatisch in verschiedenen Stufen von 0 bis 5), Active Vision M 800 (Frame Interpolation, aus/sanft/Standard, wenn man sie aktiviert, kann man die Motion Detection Range einstellen: Standard oder Breitbild) und 3D Judder-Verminderung (aus oder automatisch).

In den ebenfalls verfügbaren Experten-Bildeinstellungen kann man für die Justage ein eingebautes multifunktionales Testbild verwenden, z.B. Schärfe, Kontrast und Overscan kann man beurteilen und gegebenenfalls feintunen. Es gibt auch einen RGB Only Modus, hier kann man das Farbdecoding der Primärfarben überprüfen (RGB Filter bei Toshiba). Bei „Farbdecoding“ kann man den gewünschten SD- oder HD-Farbraum manuell einstellen. Bei „Weißabgleich“ finden sich zur Optimierung des Weißpunktes Regler für RGB Gain und Offset. Eine Farbkalibrierung kann entweder manuell oder automatisch erfolgen. Die Gamma-Kalibrierung funktioniert nur zusammen mit dem optional erhältlichen Sensor. 

Display Basic Check powered by

Über den Display Basic Check

Als Basis für den Display Basic Check, dient die sehr flexible Bildkalibrierungs-Software "Calman", aktuell Version v4.5. Als Sensor kommt der SpectraCal C6 zum Einsatz. Damit auch korrekt gemessen wird, ist eine spezielle Blu-ray mit Calman-Testbildern nötig, die wir zum Test in den BD-Player einlegen. Auf dieser sind die Testbilder, die für die Messungen gebraucht werden, enthalten. Vorteil von Calman ist, dass man sich sogenannte "Workflows" selber programmieren kann, die individuell auf das jeweilige Aufgabengebiet abgestimmt sind. So wird nur das gemessen, was auch benötigt wird, das ist gut für effizientes, schnelles Arbeiten. So kann der "Display Basis Check" hervorragend in die Testarbeit eingebunden werden. Der Display Basic Check umfasst die folgenden Parameter:

  • Gamut (Farbraum)/Weißpunkt
  • Farbdecoding
  • Farbtemperatur
  • Gamma

Zusätzlich kommen noch Testbilder zum Thema Bildhelligkeit (Pluge), Farbdecoding, Bildschärfe, Kontrast und Scaling von der DVE - HD Basics von Joe Kane Productions hinzu.

Der Toshiba 55WL863 im Display Basic Check

Wir verwenden als Bildfeld den „Hollywood Pro Modus“, den wir zuvor mittels des Toshiba-Sensors TPA-1 feinjustiert haben. Der TPA-1 kommuniziert mit den im TV integrierten Look-Up-Tables, die aufgrund der Messergebnisse entsprechend angegeglichen werden. Wie gut dies funktioniert hat, testen wir nun.

Kommen wir zu Schwarzwert und Helligkeitsverteilung. Beim PLUGE-Testbild fällt auf, dass die Helligkeit recht gut voreingestellt ist, man kann aber die Helligkeit noch auf „+5“ anheben, ohne dass der Balken mit Unterschwarz-Informationen sichtbar wird. Der Schwarzwert ist sehr gut für einen Edge LED-TV, die Helligkeitsverteilung zeigt aufgrund der Inhomogenität, besonders im Randbereich rechts, Verbesserungspotential.

Der Kontrast beim Testbild „Reverse Grey Ramps and Steps“ erweist sich aus ausgezeichnet. Es ist kein Clipping im Über-Weiß festzustellen, hier wird noch sauber differenziert. Minimales Clipping findet sich im Unter-Schwarz-Bereich. Die einzelnen Steps sind ansonsten sehr gut auseinander zu halten. Die Kontrasteinstellung von 90 kann beibehalten bleiben.

Um eine pixelgenaue Darstellung von FullHD Material zu erreichen, muss man das Schnellmenü mit der „Quick“-Taste auf der Fernbedienung aufrufen und die Bildgröße auf „nativ“ setzen. Die Bildschärfe ist relativ fein einstellbar und in der Normstellung von „0“ ziemlich ausgewogen. Wer ein besonders scharfes Bild bevorzugt, kann auf maximal „4“ erhöhen, ab der Stufe „5“ tritt Ringing auf. Ab etwa „– 5“ ist das Bild klar zu weich.

Das Farbdecoding kann im RGB Filter (alias RGB Only) Modus überprüft werden. Bei Rot ist das Farbdecoding nicht ganz optimal, bei Grün sind die Ergebnisse sehr gut und bei Blau ist das Resultat ebenfalls rundherum überzeugend.

Messungen

Übersicht

Übersicht 2

Farbtemperatur

Farbtemperatur im Balkendiagramm

Gammakurve

Gammapunkt

Gamut Luminanz

Hervorragend - die RGB-Balance

Weißpunkt exzellent getroffen

Bei den HD Farbraum-Messungen liegen Rot und Cyan außerhalb des vorgegebenen Bereiches, Grün, Blau, Magenta und Gelb werden zwar nicht perfekt getroffen, liegen aber innerhalb des Toleranzbereiches. Hervorragend schneidet der Toshiba bei der Treffsicherheit des Weißpunktes ab – hier gehört der 55WL863 zum Besten, was wir bislang gemessen haben. Auch erstklassig sind Gammakurve sowie Gammapunkt und RGB-Balance. Bei der Helligkeit der Farben in Abhängigkeit vom Referenz-Weißpegel ist Cyan etwas zu hell, ebenso Rot. Gelb ist minimal zu dunkel, die anderen Farben passen sehr gut.

Kurzbewertung:

+ Schwarzwert
+ Sensibler Schärferegler
+ Gamma und Weißpunkt hervorragend
+ RGB Balance

- HD Farbraum nicht perfekt
- Inhomogene Helligkeitsverteilung

3D Blu-ray, Avatar, Filmbeginn und Kapitel 7

Gleich zu Filmbeginn findet eine kurze Kamerafahrt über den Dschungel von Pandora statt. Die Bewegung läuft flüssig ab, allerdings hat der Toshiba mit leichten Schärfeverlusten zu kämpfen, dadurch die Detailtreue etwas. In der folgenden Szene erwachte Jake Sully im Langstrecken-Raumschiff kurz vor dem Ziel Pandora aus dem Cyro-Schlaf. Bei Sicht auf den langen Gang des Raumschiffs, in dem sich die Schlafkabinen befinden, offeriert der WL863 eine ausgeprägte, authentisch erscheinende Räumlichkeit. Bis in die hinteren Bildebenen zeichnet der Toshiba fein durch. Allerdings ist in dieser Sequenz auch gut sichtbarer Crosstalk zu erkennen. Zu Beginn des zweiten Kapitels sticht die ausgezeichnete Farbwiedergabe ins Auge, die Farben verlieren im 3D-Betrieb kaum an Intensität, die Natürlichkeit weiß zu überzeugen. Der Helligkeitsverlust im 3D-Einsatz ist hingegen bemerkbar, macht sich aber bezüglich Kontrast/Detailkontrast nur in geringem Maße negativ bemerkbar. Die Anfälligkeit gegenüber Kopfbewegungen ist zwar vorhanden, aber nur schwach ausgeprägt. Neigt man den Kopf zu stark nach links oder rechts, nimmt die Bildhelligkeit weiter ab, Farbverfälschungen hingegen gibt es kaum. Der Toshiba produziert in den hinteren Bildebenen sichtbares Ghostin (Crosstalk) – aber nicht in allen Sequenzen, es gibt auch Filmpassagen, in denen praktisch kein Ghosting auffällt. Im siebten Kapite, als das Fluggerät über die Wasserfälle fliegt, bietet der 55WL863 eine sehr hohe Detailtreue, auch an den flugsaurierähnlichen Wesen sieht man viele Einzelheiten. Nach der Landung wird die exotische Fauna und Flora von Avatar mit hervorragender Farbdarstellung und in vielen Details gezeigt. Auch der Kontrast erscheint richtig gut, denn auch in den schattigen Bildbereichen wird noch solide durchzeichnet. Die Funktion zur Minderung des 3D-Judders sorgt dafür, dass Kameraschwenks geschmeidiger erscheinen, das Bild wirkt sauberer – allerdings prägt sich bei schnell bewegten Objekten an den Kanten leichtes Zittern aus. Außerdem nimmt die Detailschärfe bei Verwendung der Funktion leicht ab. 

Kurzbewertung

+ Natürliche Farben
+ Tadelloser Kontrast und Detailkontrast
+ Kaum Helligkeitsverluste bei 3D
+ Praktisch keine Farbverfälschungen bei 3D

- Stellenweise Ghosting
- Stellenweise leichte Schärfeverluste bei Bewegungen

Blu-ray, Conversion 2D nach 3D, Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull

Das riesige Hallentor öffnet sich mit flüssiger Bewegung, beim Kameraschwenk nach hinten zeigt sich, dass der Toshiba über eine hohe 24p-Bildstabilität verfügt. Der Schwarzwert ist für einen Edge LED-LCD ziemlich gut, auch erweist sich der 55WL863 als relativ kontraststark, auch in den dunklen Bildbereichen lassen sich an den Kisten noch Details, z.B. beim Aufdruck, erkennen. Zudem gibt es bei den zahlreichen Lichtquellen (starke Lampen an der Hallendecke) keine Überstrahlungseffekte. Die Bildschärfe ist hoch, auch in den Nahaufnahmen, z.B. als Irina Spalko und Indy gezeigt werden, gefällt die sensible Durchmodellierung von Gesichtern und Kleidung. Die Abnutzungserscheinungen an der Kleidung des Titelhelden werden vom TV prima herausgearbeitet. Die Farbgebung ist natürlich, die verschiedenen Grüntöne der Uniformen der russischen Milizen werden akkurat differenziert. Der Blickwinkel ist aus horizontaler Sicht ausgezeichnet, aus vertikaler Sicht ebenfalls sehr gut, allerdings, wenn der Winkel zu deutlich ist, nimmt die Farbintensität ab und Farben erscheinen leicht verfälscht. Wandelt der Toshiba von 2D nach 3D (Wandlung wird durch 3D-Taste auf der Fernbedienung aktiviert), wird zu Beginn des 2. Kapitels bei Öffnen des Hangartores ein sichtbarer Zuwachs an Plastizität zu erkennen. Auch in der nächsten Kameraeinstellung, als Indy und Mac vor den Gegnern stehen, kann man noch besser als im 2D-Betrieb die unterschiedlichen Bildebenen unterscheiden. Aufgrund des Helligkeitsverlustes kommen Details in den dunklen Bildbereichen nicht mehr so deutlich heraus, trotzdem bietet der Toshiba noch eine relativ gute Durchzeichnung auch bei den Kisten, die im Schatten stehen. Die Farbgebung bleibt stimmig und natürlich, es ist kaum ein Unterschied zum 2D-Betrieb fest zu stellen. Mit der Wandlung einher geht ein minimaler Verlust an Detailschärfe, der aber nur dem versierten Zuschauer auffallen wird. Die Anfälligkeit gegenüber Kopfbewegungen ist identisch mit den bei der Wiedergabe von nativem 3D-Material getroffenen Aussagen. Auch bei der Wandlung laufen Bewegungen flüssig ab, und der TV bietet ein angenehmes 3D-Bild, das vom stellenweise auftretenden Ghosting in seiner Gesamtqualität etwas gemindert wird. 

Kurzbewertung 2D:

+ Stabile 24p Darstellung
+ Sehr guter Kontrast und Detailkontrast
+ Tadelloser Blickwinkel hor./vert.
+ Natürliche Farben
+ Flüssige Bewegungsabläufe

Kurzbewertung Wandlung 2D nach 3D:

+ Gewinn an Plastizität
+ Kaum Farb- und Helligkeitsverluste

- Ghosting tritt stellenweise auf

DVD-Upconversion 576i auf 1080p, Filmmaterial, Star Wars Episode III, Filmbeginn mit Eröffnungsschlacht über Coruscant

Die Star Wars typische gelbe Laufschrift zu Filmbeginn wird in realistischer Farbgebung wiedergegeben und läuft mit lediglich leichtem Zittern an den Buchstabenkanten von vorne nach hinten durch. Es treten kaum Artefakte auf, selbst weit hinten läuft die Schrift noch ruhig und es kommt nicht zu Wellenbildungen. Der Toshiba eine Vielzahl von Sterne nauf den Bildschirm und produziert ein gelungenes Schwarz. Als der republikanische Sternzerstörer auf dem Bildschirm erscheint, ist im Bereich der oberen rechten Kante und der Kommandobrücke für einen sehr kurzen Zeitraum von 1 bis 2 Sekunden ein Bildzittern, in Verbindung mit einem leichten Schärfeverlust zu sehen, danach steht das Bild ausgesprochen solide und zeigt das gigantische Raumschiff mit scharfen Konturen, sowie sehr guter Detaillierung. Leichtes Bildrauschen ist allerdings erkennbar. Im dunklen Bereich am Heck nimmt das durch Durchzeichnungsvermögen etwas ab. Als die beiden Raumjäger über dem Sternzerstörer fliegen, werden alle bewegten Objekte mit guter Bewegungsschärfe dargestellt. Als die beiden Raumjäger direkt nach unten ins Schlachtgeschehen abkippen, wird dem Betrachter ein vielschichtiges Panorama präsentiert, das fast bis in die unteren Bildebenen sensibel durchzeichnet ist. 

DVD-Upconversion 576i auf 1080p, Videomaterial, 576i auf 1080p, AVEC Professional Test DVD

  • Schriften in weiß und schwarz vor blau/rot/weißem Hintergrund, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen: Der Toshiba liefert eine durchschnittliche Farbtrennung, und es flimmert schon die langsamste Schrift leicht. Trotzdem sind auch bei der schnellsten Schrift alle Buchstaben gut zu erkennen. 
  • Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie schwingt: Das Pendel schwingt ruhig und gleichmäßig. Allerdings verschwimmt die Struktur des rot-blauen Innenlebens. Ca. ab der Mitte treten auf beiden Seiten (auf der rechten Seite etwas deutlicher zu sehen) leichte Nachzieheffekte auf. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht leider nicht ganz stabil.
  • Ein magenta-farbener Siemensstern in der Bildmitte und vier kleine Siemenssterne in den Bildschirmecken, grüner Hintergrund, gleichmäßige Drehbewegung. Alle Sterne überzeugen durch ruhigen und gleichmäßigen Lauf. An den äußeren Kanten der einzelnen Segmente sind ein leichtes Flimmern sowie Treppenstufen erkennbar. Farbreinheit und Farbtrennung sind sehr gut. 
  • Dynamisches Stadtbild von Esslingen, Kamerafahrt über Hausdächer mit Dachziegeln, Autos in der Ferne auf der Bundesstraße, Grünanlage und Teile der Stadtbefestigung: Das bewegte Stadtbild gefällt mit ruhigen Kamerafahrten. Die Gesamtbildschärfe könnte etwas höher liegen. Das Grün von Rasenflächen, Pflanzen und Bäumen erscheint ausgesprochen authentisch, die gesamte Farbwiedergabe ist exzellent. Die Ziegel der Hausdächer flimmern nur geringfügig. Einzelheiten an Häusern und der Stadtbefestigung sind tadellos zu erkennen.

Kurzbewertung:

+ Natürliche Farben
+ Im Filmbetrieb sauberes De-Interlacing
+ Kontraststark

- Bei der Upconversion von Videomaterial teils leichtes Zittern, Bildschärfe könnte etwas höher sein bei der Upconversion von Videomaterial

DVB-T/S-Tuner

Bei HD-Sendern (ZDF HD 720p) bietet der Toshiba ein sehr detailscharfes Bild, an Kleidung, Gesichtern von Personen werden feine Einzelheiten und Muster deutlich herausgearbeitet, das Bild ist überdies sehr rauscharm. An Schriften treten stellenweise leichte Treppenstufen auf. Die Farbgebung ist erneut natürlich und dynamisch, sie wirkt lebendig, aber nicht überzogen. Die Bildplastizität ist gut ausgeprägt. Bei SD-Signalen ist leichtes Bildrauschen zu entdecken, trotzdem wirkt das Bild in Anbetracht des Quellmaterials relativ sauber und scharf. Pixelwolken oder Blockbildung ist höchstens im Einzelfall sichtbar. 

Kurzbewertung:

+ Bei HD und SD Sendern recht wenig Rauschen
+ Farben authentisch
+ Tadellose Detailtreue

- Ab und zu treten bei HD und SD Treppenstufen auf

Klang

Es gibt verschiedene einstellbare für die passende akustische Untermalung. Man kann eine Raumklangfunktion in 2 Modi (Kino oder räumlich) zuschalten, eine Stimmenverstärkung, eine dynamische Bassverstärkung (niedrig oder hoch) und es gibt unter Option „SoundNavi“ auch einen EQ mit verschiedenen Frequenzbändern (100 Hz, 330 Hz, 1000 Hz, 3300 Hz, 10.000 Hz). Der 55WL963 klingt ausgewogen, aber teils bei Stimmen etwas spitz und leicht blechern. Für den alltäglichen TV-Gebrauch ist das LS-System auf jeden Fall zu gebrauchen, die Pegelfestigkeit ist gut. 

Kurzbewertung

+ Pegelfest
+ Insgesamt ausgewogen
+ Einstellmöglichkeiten umfassen auch EQ

- Stimmen klingen teilweise etwas spitz

Konkurrenzvergleich
  • LG 55LM860V: Der LG kämpft wie auch der Toshiba mit den Nachteilen der Edge LED-Technik und zeigt ebenfalls eine etwas inhomogene Helligkeitsverteilung. Welche 3D-Technik – Shutterbrillen-basiertes FullHD-3D oder aber geringere Auflösung beim passiven Polbrillen-3D – man bevorzugt, ist Geschmackssache. Toshiba bietet übrigens auch Polbrillen-3D-TVs an. Die Polarisations-Variante wirkt besonders homogen und angenehm, die Shutterbrillen-Technik erlaubt dafür mehr Bild- und Detailschärfe. Der LG ist aktuell, auch weil er ein neueres Modell ist, deutlich teurer als der Toshiba. Beide TVs bieten im 2D-Betrieb solide Werte, im Display Basic Check schneidet der Toshiba besser ab. An Bedien-Innovationen hält der LG dafür die „Magic Remote“ bereit.
  • Philips 21:9 Platinum 58PFL9958D: Der Philips im Cinemascope-Format ist sehr deutlich teurer, stellt aber auch eine Besonderheit dar. Er bietet in allen Belangen absolute Vollausstattung und im Vergleich zum Toshiba mit Net TV eine sehr reichhaltig ausgestattete Smart TV-Plattform. Was die 2D-Bildgüte betrifft, hält der Toshiba exzellent mit. Im Display Basic Check ist er sogar noch etwas besser. 3D gibt der Philips besser wieder, denn die Ghosting-Neigung ist weniger ausgeprägt. 
  • MEDION LIFE X18105: Der solide verarbeitete MEDION erfreut mit sehr guter Materialqualität, tadelloser 24p Stabilität und gutem Tuner. 3D-Funktionalität besitzt er nicht, zudem stört das träge Ansprechverhalten des Menüs und die nicht optimale Farbwiedergabe. Bei den Bild-Basisparametern ist der 55WL863 deutlich besser. Multimedial kann es der MEDION nicht mit dem Toshiba aufnehmen, dafür ist die Bedienung sehr leicht durchschaubar.
Fazit

Der Toshiba 55WL863 überzeugt durch reichhaltige Ausstattung, fairen Kaufpreis und gelungene Bildqualität. Besonders zu loben sind die erstklassigen Leistungen im Display Basic Check. Hier erzielt der Toshiba mit die besten Ergebnisse, die wir bislang festhalten durften. Besonders bei Farbtemperatur, Weißpunkt und Gamma merkt man die umfangreichen Bemühungen von Toshiba, eine authentische, Hollywood-gerechte Filmwiedergabe sicher zu stellen, deutlich. Schwarzwert, Kontrast und 24p-Stabilität sind exzellent. Die 3D-Wiedergabe überzeugt bis auf das stellenweise Auftreten von Crosstalk. Der Tuner und die Up-Conversion von Filmmaterial sind tadellos, leichte Schwächen scheinen bei der Up-Conversion von Videomaterial durch. Verarbeitung und Anschlussbestückung sind ausgezeichnet, die Bedienung gelingt nach kurzer Eingewöhnung ohne Schwierigkeiten. Multimedial liest der 55WL863 viele Video-Dateiformate, Toshiba Places als Smart TV Plattform aber hinkt noch den Smart TV-Leadern hinterher.

55 Zoll EDGE LED LCD-TV mit ausgezeichneten Mess-Ergebnissen und üppiger Ausstattung

Flachbildschirme Oberklasse
Test 16.05.2012

+ Ausgezeichnete visuelle Performance Blu-ray
+ Prägnante Tiefenwirkung und Plastizität 3D
+ Solide Wandlung
+ WLAN integriert
+ Hervorragende Messwerte
+ Hohe 24p-Stabilität

- Komponentenvideo, FBAS & Scart via Adapter
- Crosstalk bei 3D

Text: Carsten Rampacher
Messung: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16.05.2012

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