Viton 71 7.1 Set für 600 EUR - kann der Kunde einen
ansprechenden Klang dafür erwarten? Im Set enthalten ist sechsmal die Teufel VT 11,
einmal der neue Center VT 12 und einmal der aktive Sub US 5110/1 SW
Kompakter, 17 kg wiegender aktiver Subwoofer (41 cm tief, 24
cm breit, 49 cm hoch) mit 100 Watt und 250 mm Tieftöner
VT 11
VT 12
Einführung
Teufel möchte neue Bestmarken beim Preis-/Leistungsverhältnis setzen: Mit
dem Viton 71 für schmale 599 EUR wird ein 7.1 Heimkino-Set im Kompakt-Format für Musik und Film
offeriert, das aus sechs Zweiweg-Regallautsprechern, einem Center-Lautsprecher mit doppeltem Mitteltöner
sowie einem 100-Watt-Sinus-Subwoofer mit 250-mm-Tieftöner besteht. Empfohlen wird
das Set für Räume bis 30 m2 - wir haben überprüft, ob man bei diesem
Schnäppchen bedenkenlos zugreifen kann.
Bassreflexrohr beim aktiven Subwoofer, der auf den Namen US
5110/1 SW hört
Standby-Knopf, gut eingepasst. Im Standby-Betrieb werden knapp
0,35 Watt verbraucht, das geht in Ordnung.
US 5110/1 SW - Bedienelemente: Automatikschaltung mit
einstellbarer Sensitivität, Phasenumkehrschalter, Line-Eingang,
Lautstärkeregelung
Subwoofer schräg von hinten - ordentliches, aber recht
einfaches Finish. Seitenteile, Oberseite und Rückseite sind matt, die
Frontblende ist hochglänzend
Hier sieht man es genau - Front hochglanz, Seitenteile mit
matter, robuster Oberfläche. Für die Preisklasse kann man mit der
Materialqualität zufrieden sein, auch die geringen Spaltmaße
überzeugen.
Der aktive Subwoofer steht auf vier Füßen
Subwoofer - Innenleben, Netzteilsektion
Elkos für kurzzeitige Belastungsspitzen.
Ordentlicher Aufbau - 100 Watt Sinusleistung stehen zur
Verfügung, was für mittelgroße Hörräume bei normalem Pegelanspruch
ausreicht
Das Innenleben des US 5110/1 SW macht gerade in Anbetracht
des günstigen Kaufpreises für das Viton 71 Set einen sehr ordentlichen
Eindruck. Die Verkabelung ist übersichtlich, die Platinen sind fest
verschraubt. Natürlich darf man bei der günstigen Preisklasse keine
Highend-Bauteilqualität erwarten, daher entsprechen die verwendeten Baugruppen
normalem Standard. Was deutlich über dem Durchschnitt liegt - Teufel verbaut
einen Ringkerntransformator, das ist sehr selten in diesen Preisklassen.
Der Beweis: Ringkerntrafo für stabile Stromlieferfähigkeit
aus langfristiger Sicht
Die gesamte Endstufenmimik ist mit dem rückseitigen
Anschlusspaneel solide verschraubt. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 285
Watt
US 5110/1 SW: 250 mm Treiber mit Zellulose-Membran mit
massivem Magneten. Der Woofer arbeitet nach dem Bassreflexprinzip und hat 32
Liter Netto-Innenvolumen. Die untere Grenzfrequenz (- 3 dB) liegt bei 34 Hz
Schlichtes Design bei der Zweiwege-Bassreflexbox VT 11 mit
MDF-Gehäuse und 25 mm Hochtöner sowie 130 mm Tief-/Mitteltöner
Übersicht über die Rückseite der VT 11
Nicht perfekte, aber ordentliche Detailverarbeitung
Passend dazu der Center VT 12 - mit 2 Tief-/Mitteltönern (je
130 mm) plus Hochtöner (25 mm)
Auch der Center weist ordentliche LS-Schraubanschlüsse auf
Center - Rückseite
Center mit Stoff-Abdeckgitter, faltenfrei bezogen und einfach,
aber ordentlich verarbeitet
Abdeckgitter im Detail
Die VT 11 Regallautsprecher sehen recht schlicht aus, die
Gehäuseoberfläche ist nicht besonders schick, aber robust. Die Chassis sind
ordentlich eingepasst, die Gehäuseecken sind für die Preisklasse ordentlich
gemacht und weder zu spitz noch unsauber gearbeitet. Die MDF-Konstruktion ist
sauber foliert, die LS-Terminals sind sogar für Bananenstecker ausgelegt bzw.
für Kabelquerschnitte bis 4 mm geeignet. Die Zweiwege-Bassreflexbox ist -
ebenso wie der Center - für
Impedanzen von 4 bis 8 Ohm ausgelegt. Die Box wiegt pro Stück 2,8 kg und misst
20 cm in der Tiefe, 15,6 cm in der Breite und 26 cm in der Höhe. Die
Impulsbelastbarkeit des VT 11 liegt bei 80, die Dauerbelastbarkeit bei 50 Watt
(jeweils nach IEC). Der Center ist
identisch bestückt, bringt aber 2 Mittel-/Tieftöner mit und arbeitet nach dem
geschlossenen Prinzip. Er wiegt 5 kg und ist 15,5 cm hoch, 43,5 cm breit und 20
cm tief. Das Innenleben der Lautsprecher zeigt einen einfachen Aufbau, aber
keine größeren Verarbeitungsmängel. Die Impulsbelastbarkeit des VT 12
liegt bei 140, die Dauerbelastbarkeit bei 100 Watt (jeweils nach IEC).
Schraubanschlüsse bei den VT 11 Regallautsprechern - prima
für die Preisklasse
Löcher für Aufnahme von LS-Gitter
Bassreflexrohr
Frequenzweiche der VT 11
Frequenzweiche VT 12
25 mm Hochtöner, ausgebaut
Von unten
Tieftöner
Klang
Teufel wäre nicht Teufel ohne die Unternehmensmaxime "viel
Sound für wenig Geld" - schon oft haben wir lobend erwähnt, wie gut
Teufel-Lautsprechersysteme in Relation zum Kaufpreis klingen, und das Viton 71
macht da keine Ausnahme. Natürlich darf der Hörer keine enormen akustischen
Ansprüche haben, gerade wenn es um Faktoren wie Detaillierungsvermögen,
Feindynamik oder auch Hochton-Brillanz geht. Hier sollte man sich darüber im
Klaren sein, was man für sein Lautsprecher-Mehrkanal-Set ausgegeben hat. Einen
zu schwächlichen AV-Receiver würden wir für das Viton-Set aus mehreren
Gründen nicht empfehlen: Zum einen ist es für die Preis- und Größenklasse
sehr pegelfest, zum anderen ist der Wirkungsgrad nicht der beste, so dass kleine
Einsteiger-AV-Receiver überfordert sein dürften. Als Ideale Spielpartner
könnte man Modelle wie den Denon AVR-1912,
den Pioneer VSX-921, den TEST: Yamaha
RX-V771 oder den Onkyo TX-NR609
bezeichnen. Im Test arbeiteten wir mit dem Hightech-AV-Receiver Yamaha
RX-A3010 und mit dem Boliden Onkyo TX-NR5009,
um Grenzen und Möglichkeiten des Viton 71 klar auszuloten. Zudem klingt der
Yamaha im "Straight" Modus tonal neutral - beste Voraussetzungen, um
eine Menge über das Teufel Mehrkanal-Lautsprecherset in Erfahrung zu bringen.
Bei "Traffic" und bei "Back In Your Head" (DTS-HD Master
Audio) von der 2. Blu-ray des Tiesto BD Sets "Elements of Life - Copenhagen"
überzeugt uns das Viton 71 mit der gebotenen Räumlichkeit. Hier merkt man klar
die Vorzüge der identischen Lautsprecher-Bestückung, die Teufel VT 11
kommt sechsmal zum Einsatz, was ein gleichmäßiges, exakt ausbalanciertes
Klangbild mit sehr stimmigen Effektübergängen beim Kanalwechsel ermöglicht.
Der neue VT 12 Center ist sehr gut eingebunden, was eine homogene
Frontklangkulisse sicher stellt. Er ist des Weiteren für eine angenehme, nicht
zu schrille, aber trotzdem nicht fade Stimmwiedergabe verantwortlich. Der aktive
Subwoofer liefert eine reife Leistung ab. Der Kickbass ist hart und kraftvoll,
die verschiedenen Bassanteile werden mit prima Differenzierungsvermögen
wiedergegeben. Der Bass sorgt für eine sehr energiegeladene Darstellung, in der
die anderen akustischen Anteile trotzdem nicht untergehen.
Beim Within Temptation Konzert "Bacl Symphony" (Blu-ray,
DTS 96/24) ist das Intro ungemein beeindruckend. Choralgesang, der sich
gleichmäßig im Raum verteilen sollte, instrumentale Anteile, die stets klar zu
orten sein sollten, die Beifallsbekundungen des Publikums, welche die
Begeisterung zum Ausdruck bringen sollten - es gibt viel zu tun für AV-Receiver
und Lautsprecher in diesen ersten Minuten der Blu-ray. Vor allem auch der sehr
kraftvolle Bassbereich sowie der sich langsam, aber nachdrücklich aufbauende
Spannungsbogen, getragen von Mystik und leicht düster-majestätischem Einschlag
- es macht großen Spaß, das Intro zu hören. Und das Teufel-Set schlägt sich
beachtlich, gerade bei der schwierigeren Einbindung des Choralgesangs. Dieser
erscheint räumlich und authentisch - wir befürchteten bei einem so günstigen
Ensemble eine fade, oberflächliche Einbindung, wurden aber auf das Angenehmste
enttäuscht: Die vokale Präsenz ist in sich stimmig und gut nachvollziehbar.
Verbesserungspotential tut sich bei der Einbindung der Streicher auf, aber das
war auch zu erwarten. Die Streicher klingen zwar harmonisch, sind aber nicht
sonderlich üppig detailliert. Der Bassbereich begeistert durch Wucht und
Dynamik - mehr kann man in dieser Preisklasse kaum erwarten. Das Klatschen und
das Johlen der begeisterten Menge werden ebenfalls glaubwürdig übertragen. Die
gesamte Surround- und Back Surround-Klangkulisse erscheint sehr intensiv, mit
ordentlicher räumlicher Tiefe und Weite. Die Pegel, die man ohne
Schwierigkeiten hören kann, sind immens. Als dann das eigentliche Konzert
mit einem gewaltigen Dynamiksprung beginnt, kann das Viton 71 mit tadelloser
Grobdynamik punkten. Die Gitarre erscheint fetzig und schwungvoll, die Stimme
der Sängerin wird gut in den Fokus gesetzt, wenngleich man keine enorme
Präzision bei der Ausgestaltung der vokalen Konturen erwarten darf.
Bei der BD "Indiana Jones und das Königreich des
Kristallschädels" (Dolby TrueHD, englische Tonspur) konnte die
Stimmwiedergabe im 2. Kapitel durchaus überzeugen. Stimmen erscheinen gut
platziert und sind auch bei höherer Lautstärke noch anstandslos verständlich.
Die Einbindung des Centers in die Front-Klangkulisse kann rundherum überzeugen.
Kleinere Effekte kommen auch auf den Surroundkanälen gut heraus. Als es dann im
dritten Kapitel "richtig rund" geht, lohnt sich auch die Aktivierung
der PLIIx Movie Matrix, um vollen 7.1 Klang zu erhalten - denn dank der vier
identischen Teufel VT 11 im Rear- und
Back Surround-Bereich wird eine nahtlose, sehr aktive Effektkulisse geboten, die
kaum erahnen lässt, wie günstig das Teufel-Ensemble in der Anschaffung ist.
Die Schusswechsel werden dynamisch und nachdrücklich übertragen, das
Stimmengewirr, als Indy beginnt, aus der riesigen Halle zu flüchten, wirkt
ebenfalls realistisch. Die Fahrgeräusche der Armeefahrzeuge haben Nachdruck und
Raumwirkung. Als der Jeep, aus dem Indy kurz zuvor die ihm wenig sympathische
Miss Spalko befördert hat, durch die Kisten-Barriere kracht, kann der aktive
Subwoofer ein weiteres Mal seine Qualitäten unter Beweis stellen. Schon beim
Öffnen der Hangartür zu Beginn von Kapitel 2 agiert der Woofer gekonnt -
Tiefgang, Volumen und Nachdruck sind wirklich überzeugend. Gerade der Hörer
mit normalem Anspruch, der einfach mit Freude seine Lieblings-Blu-rays anhören
möchte, kommt hier auf seine Kosten, denn wirklich "falsch" oder
"schlecht" macht das Viton 71 nichts. Es erzeugt eine tadellose
Grobdynamik, es klingt angenehm und auch bei höherem Pegel nicht gestresst, und
die räumliche Kulisse erscheint weitläufig und recht intensiv.
Bei der "Avatar" BD wählten wir Kapitel 22 (DTS-HD
Master Audio), um die klanglichen Qualitäten des Viton 71 Sets weiter zu
untersuchen. Die Fluggeräusche der helikopterähnlichen Fluggeräte kommen
ausgezeichnet heraus, vor allem das massive Dröhnen der Rotoren beim großen
Kommandoschiff klingt enorm bedrohlich. Der aktive Subwoofer liefert hier erneut
ein solides, kraftvolles Fudament. Die Dialoge an Bord des Kommando-Fluggerätes
sind sehr gut verständlich, der Fluglärm dringt in realistischer Intensität
von draußen nach drinnen. Als dann der Angriff startet, steigert sich der Music
Score, und die verschiedenen Effektsalven kommen sehr gut heraus. Nur den
Pfeilschüssen der Eingeborenen fehlt es etwas an Detaillierung, ein typischer
Nachteil günstigerer LS-Systeme. Der Music Score hingegen wird auch bei
verschiedenen parallel stattfindenden Effektsalven gut herausgearbeitet. Die
verzweifelten Stimmen und Rufe der Eingeborenen kann das Viton 71 ebenfalls
tadellos verarbeiten. Das Zertrennen der Fesseln kommt prima heraus - gerade
solchen kleinen Effekte sind es, die den Hörer mit gewissen Anspruch echtes
Kinoflair vermitteln. Die einschlagenen Raketen haben erneut viel Dynamik und
Nachdruck - die Räumlichkeit bei der 7.1 Wiedergabe begeistert, Effekte, die
sich über alle Kanäle erstrecken, werden rasch und mit sehr guter Impulstreue
weiter gereicht. Die tonale Auslegung zeugt von erstaunlicher Neutralität, im
Hochtonbereich darf man allerdings nicht allzu viel Strahlkraft erwarten. Hier
geht das Viton 71 "auf Nummer sicher" und liefert lieber eine stets
homogene und klanglich angenehme Wiedergabe, anstatt mit viel Transparenz zu
kokettieren. Der aktive Subwoofer schlägt erst bei deutlich erhöhtem Pegel
während des Gefechts durch - hier hilft es dann, den Pegel etwas zurück zu
nehmen.
Konkurrenzvergleich
5 x Nubert nuBox 101 plus aktiver Subwoofer nuBox AW-441:
Ganz ähnliche Anforderungen bedient Nubert mit dem nuBox 101 Set, das
allerdings schon in 5.1 Konfiguration mit nuBox 101 als Center (und nicht
mit querformatigem nuBox Center) deutlich teurer kommt. Den Mehrpreis
rechtfertigt das optisch schlichte, sehr solide Set durch mehr Strahlkraft
im Hochtonbereich, zudem bietet der sehr kompakte, aber enorm
leistungsstarke aktive Subwoofer mehr Einstellmöglichkeiten. Auch zeigt das
nuBox Set über den gesamten Frequenzbereich mehr Details, während
Nachdruck und räumliche Ausbreitung sich nicht groß vom Viton 71
unterscheiden. Insgesamt ist der Mehrpreis gerechtfertigt - für die
Leistung ist auch das nuBox 101 Set sehr fair kalkuliert. Wer weniger auf
Strahlkraft im Hochtonbereich und Detailwiedergabe setzt, ist hingegen auch
mit dem Viton 71 hervorragend bedient.
Teufel Columa 200:
Das Columa 200 klingt etwas dünner im Grundtonbereich - zudem handelt es
sich beim gleich teuren System um eine 5.1 Lösung. Sie wendet sich
besonders an den Design-orientierten Anwender, wobei das Columa 200 auch
klanglich mit sattem Bass aus dem aktiven Subwoofer und mit neutraler,
lebendiger Wiedergabe punkten kann. Wer ein richtiger Filmtonliebhaber ist,
fährt aber mit dem Viton 71 besser.
Mirage MX 5.1 Home Theater System:
Sehr klein und dafür prima klingend - seine Mission erfüllt das MX 5.1 Set
aus dem Hause Mirage überzeugend. Natürlich darf nicht erwartet werden,
dass Nachdruck, Räumlichkeit und Pegelfestigkeit mit dem deutlich
größeren - aber günstigeren - Viton 71 mithalten können.
Fazit
Teufel treibt den Gedanken, viel Klang für wenig Geld zu
offerieren, mit dem Viton 71 auf die Spitze. Optisch schlicht und schnörkellos,
wird hier die Maxime "Form follows Function" groß geschrieben. Was
das 7.1-Ensemble an Klanggüte bietet, ist in Anbetracht des Kaufpreises
hervorragend: Die Grobdynamik ist sehr ansprechend, die Räumlichkeit wird als
intensiv empfunden, und die Pegelfestigkeit hat uns ebenfalls überzeugt.
Viel Klangstärke fürs Geld - das Viton 71 bietet eine
tadellose Räumlichkeit, eine hohe Pegelfestigkeit und eine sehr gute
Grobdynamik in Relation zum Kaufpreis
7.1 Lautsprecherset untere Mittelklasse
Test 27. Januar 2012
+ Pegelfest
+ sehr gute Grobdynamik
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Homogene, angenehme Klangcharakteristik
+ Energisch zupackender Subwoofer mit gutem Tiefgang
- Nur eine Farbvariante lieferbar
- Nur durchschnittlicher Wirkungsgrad
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27.01.2012