TEST: Teufel Regallautsprecher Ultima 20 Mk2

04.12.2012 (cr/sw)

Teufel Ultima 20 Mk2 für knapp 200 EUR/Paar

Offen, ohne Gitter, sieht die Ultima 20 Mk2 besonders gut aus

Einführung

Die Teufel Ultima 20 soll hohe Klangqualität zum kompromisslosen Preis offerieren - diese Mission haben sich viele auf die Fahnen geschrieben, aber meist endet es als "Mission Impossible" - das angestrebte Ziel wird weit verfehlt und mehr als durchschnittlicher Klang ist nicht heraus zu holen. Mit großem 165 mm messenden Tief-/Mitteltöner, 25 mm Hochtonkalotte und tadellosen 80 Watt maximaler Belastbarkeit möchte Teufel beweisen, dass sich ein günstiger Paarpreis von exakt 199,99 EUR und ein ausgezeichneter Sound nicht gegenseitig ausschließen müssen. 

Verarbeitung und Technik

Hochwertige Anschlussterminals

Detailverarbeitung und Aufnahme-Vertiefungen fürs Schutzgitter aus Stoff

Mit Stoff bespanntes Kunststoffgitter

Rückseitige Bassreflexöffnung

Chassis - Tief-/Mitteltöner

Aus seitlicher Perspektive

Hochtöner

Hochtöner, eingebaut

Frequenzweiche

Die Ultima 20 Mk2 weist eine Dauerbelastbarkeit von 50 und eine Impulsbelastbarkeit von 80 Watt auf. Die Empfindlichkeit liegt mit 84 dB (2,83V @ 1m) auf durchschnittlichem Level. Es sei uns der Hinweis gestattet, dass ein etwas kräftigerer Verstärker definitiv kein Fehler ist, um den Lautsprecher mit ausreichend Energie zu versorgen. Die Nennimpedanz beträgt 4 bis 8 Ohm, der Frequenzbereich geht von 70 Hz bis 20 kHz. Der 25 mm Hochtöner mit Gewebekalotte wird von einem 165 mm Tieftöner unterstützt, der aus Kevlar/Fiberglas besteht. Die Zweiwege-Konstruktion arbeitet nach dem Bassreflexprinzip, der Austritt des Basssreflexrohres ist auf der Lautsprecher-Rückseite. Der Lautsprecher besitzt ein MDF-Gehäuse, das schwarz foliert ist. Recht attraktiv wirkt die Ultima 20Mk2 durch die links und rechts, vorn und hinten abgerundeten Ecken des Gehäuses. Die Folie ist auch an diesen Stellen sorgfältig aufgebracht, nur im letzten Detail zeigt sich, dass man für diesen Preis keine perfekte Verarbeitungsqualität erwarten kann. Die Schallwand ist hochglänzend schwarz, offen sieht der Schallwandler richtig gut aus. Das wahlweise aufsteckbare Schutzgitter, das aus mit Stoff bezogenem Kunststoff besteht, ist zwar ordentlich verarbeitet, die Materialgüte erscheint aber nicht besonders hoch. Die Ultima 20Mk2 wiegt 6 kg, mit Abmessungen von 33,5 cm (Höhe) x 21,5 cm (Breite) x 24 cm (Tiefe) ist sie gerade in Bezug auf die Breite durchaus stattlich. Aufgrund des relativ großen 165 mm Tief-/Mitteltöners, der für eine Regalbox tief herunter spielen kann, ist diese Gehäusebreite aber auch notwendig. Das Gehäusevolumen (netto) wird mit 10 Litern angegeben. Einen Sockel oder solide Standfüße finden sich nicht unter der Ultima 20 Mk2. Lediglich kleine gummibeschichtete kreisförmige Klebeplättchen, die man auf die Unterseite kleben kann, damit die Box nicht verrutscht und z.B. das Sideboard, auf dem sie steht, nicht verkratzt, werden mitgeliefert. Unsere volle Zustimmung findet das Lautsprecherkabel-Anschlussterminal auf der Rückseite. Die vergoldeten Schraubklemmen sind mit einem Acrylglasüberzug versehen, liegen gut in der Hand und sind maximal für Kabelquerschnitte von 4 mm ausgelegt. Innen merkt man an der recht einfachen Art des Aufbaus schon den günstigen Kaufpreis - man sollte sich hier aber nicht blenden lassen, wie später die Klangtestreihen belegen. 

Testequipment
Klang

Bei "Stereo Love" von Edward Maya & Vika Jigulina überzeugt uns die Ultima 20 Mk2 direkt von Anfang an. Die Stimmwiedergabe ist gut, und als der Bass einsetzt, überraschen Nachdruck und Tiefgang. Die Teufel Box macht auch an sehr kräftigen Stereoverstärkern Spaß - da sie hohen Pegeln absolut nicht abgeneigt ist und auch bei größerer Lautstärke noch souverän klingt. Dem Mitteltonbereich fehlt es etwas an Kontur im Detail, aber dies können wir bei einer so preiswerten Konstruktion verschmerzen. 

Der Klang löst sich gut vom Lautsprecher, hier hat die Ultima 20 Mk2 nochmals einen kleinen Sprung nach vorn gemacht im Vergleich zum Vorgänger. Die sehr gute Gesamtdynamik und der angenehme, aber nicht langweilige Klang zeigt sich auch bei "Full Focus" vom niederländischen Erfolgs-DJ Armin van Buuren. Der Bass ist impulstreu, besitzt Substanz, und unangenehmes Nachschwingen können wir nicht heraus hören. Verglichen mit dem Vorgänger Teufel Ultima 20 wirkt die neue Version noch eine Idee nachdrücklicher bei der Umsetzung tiefer Frequenzen, sie spielt etwas räumlicher, dynamischer und macht bilanzierend noch mehr Freude: "Come Back" von Chicane wirkt lebendig, klar umrissen und trotzdem angenehm und homogen. 

Was die Ultima 20 Mk2 im Bassbereich kann, beweist sie auch bei "Crockett's Theme" (Jan Hammer Project featuring TQ): Der Bass sorgt mit nachdrücklicher Wiedergabe für Staunen beim Zuhörer, er verzerrt auch bei deutlich gehobener Lautstärke kaum und liefert eine sehr gute Räumlichkeit. Beim klassischen James Bond Theme (CD: James Bond Themes, The Royal Philharmonic Orchestra, rein instrumental gespielte Titelmelodien aus 007-Filmen) entfalten die preisgünstigen Teufel Regallautsprecher erneut eine richtig gute Dynamik, diese wird mit einer tadellosen Räumlichkeit kombiniert. Und auch der Titelsong des wohl berühmtesten 007-Streifens "Goldfinger" gefällt: Zwar könnte der Aufbau zu Beginn noch etwas filigraner sein, aber die meisten musikalischen Konturen werden gut erkannt und ansprechend wiedergegeben. Die Blechbläser entwickeln sogar ein gewisses Charisma und klingen weder monoton noch zu zurück versetzt. Das Stück besitzt tatsächlich, zumindest ansatzweise, emotionalen Tiefgang - wir sind verblüfft. Auch das "Grand Bazaar-Thema vom Skyfall-Soundtrack kommt prima heraus. Durch die engagierte Spielweise wird man mitten ins Filmgeschehen hineinversetzt und freut sich noch mehr auf den 1. März 2013, wenn die Blu-ray erscheint. 

Wie sieht es mit den Fähigkeiten aus, wenn die Stimmwiedergabe im Fokus der Gesamt-Präsentation steht? Wir haben, um dies zu untersuchen, "L'Attesa" von Andrea Bocelli angehört, und die gefällige, räumliche Gesamtcharakteristik findet sich auch hier. Die Stimme Andreas wird nicht zu scharf, auch wenn man die Lautstärke einmal höher dreht. Elementare vokale Eigenschaften arbeitet die Ultima 20 Mk2 ordentlich heraus. Klar dürfte aber auch sein, dass der anspruchsvolle Stereohörer hier nicht ganz glücklich wird - teurere Alternativen offerieren natürlich eine noch bessere Tiefe der Bühne und präsentieren mehr Details. 

Bei "Total Eclipse Of The Heart" von Bonnie Tyler leistet sich die Ultima 20 Mk2 ebenfalls keine Schwäche. Die Stimme Bonnies steht stabil im Raum, nur das Klavier könnte noch etwas Prägnanz vertragen. Das Schlagwerk erscheint authentisch, gerade das Hi-Hat klingt nicht so plump, wie man es manchmal hört, sondern sauber ausbalanciert. Der Rhythmus und der Aufbau werden hinsichtlich elementarer Grundzüge tadellos dargeboten. Dass die Ultima 20 Mk2 mit Verve und Nachdruck aufspielt, wissen wir schon - und nun können wir Liebhaber von Heavy Metal-Klassikern beruhigen: Auch bei solchem Material macht sich die Ultima 40 Mk2 sehr gut, wir haben dies anhand von "Sweet Child Of Mine" von Guns'n'Roses getestet. Die E-Gitarren klingen fetzig, und auch die sehr spezielle Stimme von Frontmann und Bandleader Axl Rose überzeugt durch gut dargebrachte Ausdruckskraft.

  • Klipsch Regallautsprecher Reference RB-51 II: 500 EUR (UVP) kostet ein Paar der kompakten Klipsch-Box. Dafür gibt es einen exzellenten Wirkungsgrad, besser als bei der Ultima 20 Mk2, und noch mehr Grobdynamik. Bei der Basswiedergabe hält die vom Volumen her größere Ultima 20 Mk2 sehr gut mit. 
  • Heco Music Style 200: Ein Paar der attraktiven Heco-Lautsprecher kostet rund 300 EUR. Die Verarbeitung ist hochwertiger als bei der Ultima 20 Mk2, zudem bekommt man die Music Style 200 in verschiedenen attraktiven Farben. Akustisch detailliert sie etwas besser - ist also den Mehrpreis Wert. Die Teufel Ultima 20 Mk2 aber kommt in den anderen akustischen Eigenschaften verdammt nah an die Music Style heran und bietet sogar noch mehr Kraft und Tiefgang im Bassbereich.
Fazit

Die Ultima 20 Mk2 besticht durch hervorragende Pegelfestigkeit, einen kraftvollen Bass und eine gelungene Räumlichkeit. Dank des großen Tief-/Mitteltöners spielt der preislich enorm günstige Schallwandler souverän und dynamisch. Die Mitten könnten noch etwas mehr Kontur im Detail vertragen - aber die Stimmwiedergabe ist bilanzierend gefällig, so dass man bei einem Lautsprecher, der für knapp 200 EUR Paarpreis angeboten wird, kaum ernsthaft Kritik anbringen. Optisch sieht die erneuerte Version aus wie der Vorgänger, was aber kein Fehler ist: Die Form ist homogen und stimmig. Die Verarbeitung ist voll befriedigend, auch hier stellen wir fest, dass man für den günstigen Kaufpreis kaum mehr erwarten kann. Nur die Farbauswahl  - lediglich schwarz ist erhältlich - ist schon arg gering. 

Exzellenter Klang zum enorm günstigen Preis - die Ultima 20 Mk2 beweist, dass es geht

Stereo-Regallautsprecher Einsteigerklasse
Test 04. Dezember 2012

+ Kräftiger Bassbereich
+ Erstaunlicher Tiefgang
+ Tadellose Räumlichkeit
+ Pegelfest
+ Gefällige Optik

- Keine Farbauswahl

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 04.12.2012

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