TEST: Teufel Kombo 42 Power Edition - Stereo-System mit leistungsfähigem
Subwoofer
23. Juli 2012 (phk/sw)

Einführung
Wirft man einen Blick auf den mächtigen Subwoofer, kann man kaum mehr von
einer kompakten Anlage sprechen. Nicht umsonst verdient sich die Kombo 42 den
Zusatz "Power Edition", denn nach mächtig Kraft und Nachdruck sieht
der Tieftöner tatsächlich aus. Abgesehen von kellertiefen Bässen steckt aber
noch mehr im Produkt: Zwei Satelliten T 110 F mit 25mm Gewebekalotte und einem
130mm Tiefmitteltöner, die per Klippel-Messtechnik abgestimmt wurden, außerdem
der CD Receiver IP 42 CR. Abspielen von Musik-CDs, Audiodateien vom USB-Stick
oder Radio hören ist damit möglich, außerdem können bis zu fünf
zusätzliche Geräte angeschlossen werden. Mit 2 x 25 Watt Sinus treibt der
kompakte Receiver die beiden Satelliten an, der Subwoofer bietet geballte 250
Watt. Zusammen sollen damit problemlos Räume bis 40m² mit hohem Klangniveau
beschallt werden.
Verarbeitung

Satelliten-Lautsprecher

Ohne LS-Gitter

Hochtöner

Tiefmitteltöner

Gerundete Kanten an der Schallwand

Halter der LS-Abdeckung

Rückseite

Lautsprecher-Schraubanschlüsse

Lautsprecher seitlich

Kalotten-Hochtöner

Tiefmitteltöner

Frequenzweiche
Die Satelliten-Lautsprecher T 110 F sind sehr solide
verarbeitet. Die Schallwand ist in hochglanzschwarzem Klavierlack-Finish
gehalten während das MDF-Gehäuse mattschwarz foliert ist. Der Übergang von
Schallwand auf Gehäuse ist zwar nicht 100% bündig, Spaltmaß oder auffällig
überstehende Kanten sind nicht zu sehen. Die Lautsprecher-Chassis sind gut
eingefasst, auch die Schraubanschlüsse auf der Rückseite wirken sauber
integriert. Das LS-Gitter sitzt gut arretiert auf der Schallwand und macht
ebenfalls einen widerstandsfähigen Eindruck. Ringsum am Gehäuse sind die
Kanten recht spitz zulaufend, an der Schallwand leicht gerundet.
Bei den beiden Lautsprecher-Chassis des Zwei-Wege Systems
handelt es sich um eine 25mm Gewebe-Hochtonkalotte und einer 130mm
Zellulose-Membran. Der Wirkungsgrad ist mit 86 dB, der Frequenzbereich von 90 -
20k Hz angegeben.

Subwoofer

Standfuß

Rückseite

Bedienelemente

Innenelektronik

Elkos

Trafo
Der Subwoofer T 1000 SW bietet ebenfalls eine ausgezeichnete
Verarbeitungsqualität und steckt wie die Satelliten in einem mattschwarz
folierten MDF-Gehäuse und bietet eine Front in Hochglanzschwarz. Der Tieftöner
besteht aus einer 250mm Zellulose-Membran, wird von einem 250 Watt Class
D-Verstärker angetrieben und soll bis auf 33 Hz herunterspielen. Auf der
Rückseite finden sich Regler für Phase, Lautstärke und Frequenzbereich. Die
Bassreflexöffnung ist auf der Unterseite zu finden. Der T 1000 SW bringt knapp
20 kg auf die Waage bei einem Netto Innenvolumen von 54 Litern. Innen sieht der
Sub auch recht ordentlich aus und zeigt leistungsstarke Elkos. Ein wenig in die
Preisklasse einordnen lässt er sich durch den Trafo, hier sehen wir bei Teufel
häufig einen großen Ringkerntransformator.

Power-Button

Lautstärkeregler

weitere stationäre Bedienelemente

CD Schublade

Front-Display

Geöffnet

Passiver Kühlkörper

geschirmtes Laufwerk

Trafo

Rückseite

IP 42 CR

Fernbedienung
Der CD-Receiver begeistert durch die frontale Aluplatte im
geschliffenen Look. Diese ist zwar nicht perfekt eingefasst, bei Konkurrenten
findet sich hier aber in den meisten Fällen allenfalls ein Kunststoff-Pendant.
Die stationären Bedienelemente sind ein wenig schwergängig, verfügen aber
über einen knackigen Druckpunkt. Der großzügig dimensionierte
Lautstärkeregler ist gerastert und eiert nur geringfügig. Das Display an der
Geräte-Vorderseite ist einzeilig, löst aber recht fein auf. Die Disc-Lade ist
ebenfalls sauber eingegliedert und fährt ruhig ein und aus. Über und unter dem
passiven Kühlkörper sind Lüftungsschlitze integriert, so wird der Kamineffekt
effektiv genutzt. Strom wird über ein Systemkabel zugeführt, es ist nicht
austauschbar. Die schmale Fernbedienung verfügt über ein Navigationskreuz,
Wiedergabe-Elemente und sogar Zifferntasten zur vereinfachten Auswahl von
UKW/MW-Radiosendern. Beleuchtet ist die Fernbedienung nicht.
Anschlüsse

Analoge Audio-Ein/Ausgänge und Subwoofer Pre Out

Lautsprecher-Anschlüsse

Front-Eingänge
- Schraubterminals für die beiden Boxen
- Subwoofer-Vorverstärkerausgang
- Cinch Analog REC-Out (Stereo)
- 3 x Cinch Analog-Eingänge (Stereo)
- Antennenanschluss für UKW/MW-Tuner
Frontseite:
- USB-Eingang
- Kopfhörerausgang
- 3,5 mm Miniklinken Line-In
- Cinch Analog-Eingang (Stereo)
Klang
Klassische Musik ist mit kompakten HiFi-Anlagen zumeist eine eher schwierige
Situation. Zu komplex ist das Klanggeschehen, schwierig der Kulisse Emotionen
und Leben einzuhauchen. Das Teufel Kombo 42 schafft dies aber doch bis zu einem
gewissen Grad. Die tonale Auslegung wirkt recht neutral, so gelingen selbst die
Streicher recht gut durchzeichnet und mit entsprechend samtiger Charakteristik.
Auch der Aufbau einer breiten Bühne scheint erfolgreich, wenn auch die
einzelnen Instrumente nicht absolut sauber platziert werden. Gut finden wir,
dass sich der muskulöse Subwoofer nicht in den Vordergrund drängt, sondern
gezielt und präzise eingreift. Ist er einmal gefordert, spielt er tief und
voluminös auf und unterstützt die Satellitenlautsprecher ausgezeichnet. Der
Hochtonbereich wirkt klar, bleibt aber angenehm und wird auch bei höheren
Pegeln nicht spitz. Klar fehlt dem Audiophilen hier der letzte Feinschliff, die
einheitliche Ausarbeitung feiner Differenzen. Das Teufel bietet einen
geschwungen dynamische Gesamteindruck und klingt lebendig, ohne dabei der Musik
einen eigenen Stempel aufdrücken zu wollen.
Bei der exzellent aufgenommene CD "Frantic" von Brian Ferry lässt
sich das Kombo 42 Power Edition auch nicht den Schneid abkaufen. Sofort fällt
die hervorragende Instrumentaldifferenzierung und die gute Bühnenstaffelung
auf. Je komplexer das akustische Geschehen wird, umso schwieriger tut sich die
Teufel Kombo, einzelne Instrumente in identischem Maße zu repräsentieren.
Wirklich in den Hintergrund gerät aber nichts, lediglich die Feinheiten gehen
etwas verloren. Sehr gut gelingt auch die Vokalstimme. Sie ist zentral
lokalisiert und wird mit vielen Charakteristika ausgeschmückt. Der Subwoofer
packt schnell und präzise zu und bietet bei Bedarf kräftigen Nachdruck.
Schiebt sich aber, wie schon im vorigen Klassik-Beispiel, nie zu sehr in den
Vordergrund. Das Teufel Set bildet einen dichten Raum und eine solide
Räumlichkeit, die bezüglich der Tiefe noch etwas Potential zeigt. Besonders
gefällt die Harmonie der verschiedenen Frequenzbereiche, nichts wirkt
überrepräsentiert, die eine geschlossene und homogene Kulisse garantiert. Die
tonal neutrale Auslegung hindert das System nicht daran, dem akustischen
Geschehen eine gewisse Lebendigkeit und Spielfreude zu verleihen.
Die Miami Vice Klänge des Crockett's Theme im Remix von Jan Hammer Project
feat. TQ fordern zum ersten Mal den T 1000 SW Subwoofer etwas heftiger. Die
tiefen Bass-Schläge erledigt er kompromisslos, kräftig und tief. Der Kick
kommt ebenfalls rüber, könnte aber ein wenig einschlägiger sein. Bei diesem
Track fallen bereits minimale Laufzeitunterschiede schnell auf, eine kleine
Verschiebung beim Subwoofer können wir feststellen. Ansonsten spielt er aber
recht impulstreu. Generell lässt der große Sub nicht nur die Muskeln spielen,
sondern zeigt Agilität und Struktur im Tieftonbereich. Hier ist natürlich noch
Luft nach oben, besonders überzeugt er bei Tiefgang und Nachdruck. Im
Zusammenspiel mit den Satelliten wird eine glaubhafte Bühne aufgebaut, die dank
der Satelliten auch klar durchhörbar und weitläufig erscheint. Bei God is a DJ
von Faithless tritt die Kombo 42 Power Edition wieder sehr dynamisch und
kraftvoll auf. Eine dichte Club-Atmosphäre mit guter Räumlichkeit wird
geschaffen, der Subwoofer liefert einen kräftigen Kickbass und ein solides
Fundament. Die Synthesizer-Elemente werden durch die Satelliten sehr gut erfasst
und lokal präzise in den Raum getragen. Auch bei schnell aufeinanderfolgenden
LFE-Elementen agiert der Subwoofer schnell, dennoch klingt er etwas rund,
eigentlich knackige, trockene Bässe werden nicht absolut akkurat erfasst. Dies
tritt zumeist nur auf, wenn die Lautstärke des Subwoofers zu stark aufgedreht
ist. Man muss hier darauf achten, dass man - wenn man es untenrum etwas
kräftiger mag - lieber im CD-Receiver den Bass etwas anhebt, als am Sub selbst
hochzupegeln. Überhaupt keine Probleme hat das System mit hohen Pegeln, keine
Verzerrungen oder Kompressionen sind erkennbar, auch der Hochtonbereich bleibt
stets angenehm.
Da es bei der Power Edition vorwiegend um den Subwoofer geht, haben wir uns
erneut für Musik der härteren elektronischen Gangart entschieden und hören
"Exploration of Space" von Cosmic Gate. Hier macht es richtig Spaß,
der Subwoofer spielt enorm tief und kräftig auf. Zudem hart, trocken und nicht
schwammig und zu rund. Auch die Harmonie mit den Satelliten gelingt, Kick und
Bass kommen zeitgleich beim Hörer an und bietet Authentizität. Auch wird
wieder eine dichte Atmosphäre mit guter Räumlichkeit geboten. Schwungvoll,
dynamisch und mitreißend wirkt die Kulisse, keine Elemente geraten in den
Hintergrund oder wirken überrepräsentiert. Feinheiten, die vermisst werden
können, sind bei diesem Track ohnehin eher Mangelware. Natürlich geht die
Strukturierung und Modellierung verschiedener Frequenzbereiche und musikalischen
Ebenen noch besser, das Teufel macht aber eine durchweg ausgezeichnete Figur in
diesem Preissegment.
Konkurrenzvergleich
- Onkyo CS-245 "Colibrino": Das CD
HiFi Mini System gibt es in verschiedenen Farben und Editionen.
Beispielsweise kann man sich für 299 EUR ein Gerät mit integriertem DAB+
Tuner holen. Das Colibrino ist mit iPod-Dock obenauf ein wenig versatiler,
kann aber akustisch nicht mithalten. Das Onkyo System ist natürlich
deutlich günstiger und ist nicht mit einem Subwoofer ausgestattet, kann
aber dank eines Pre Outs nachgerüstet werden. Mit dem kräftigen Subwoofer
kann die Kombo 42 Power Edition natürlich deutlich kraftvoller aufspielen,
aber auch im Mitten- und Hochtonbereich liegen die Teufel Satelliten mit
mehr Strahlkraft und Prägnanz vorne. Für den geforderten Preis bietet die
Mini-Anlage aber ein beachtliches Klang-Niveau.
- Teufel Impaq 40: Äußerlich
ähnelt nur noch der CD-Receiver dem Impaq 40. Die Lautsprecher wurden
ersetzt und im Fall der Power Edition ein Subwoofer ergänzt. Aber auch im
CD-Receiver soll sich an der Elektronik ein wenig getan haben. Akustisch ist
die Kombo 42 dem Impaq 40 überlegen, nicht nur aufgrund des kraftvollen
LFE. Die neutrale Tonalität wurde erhalten, gerade der Hochtonbereich
scheint uns feiner und besser strukturiert. Auch werden jetzt mit einem
Druck auf die Display-Taste der FB die wiedergegebenen Titel von einem
USB-Stick angezeigt. Lediglich beim optischen Auftritt haben uns die vorigen
Lautsprecher, komplett in Pianolack, mehr zugesagt.
Fazit

Die Kombo
42 tritt als würdige Nachfolge des Impaq 40 auf und präsentiert sich als
solide verarbeitetes HiFi-System mit ausgezeichneten akustischen Eigenschaften.
Hier in der Power Edition kann man aufgrund des doch eher groß bemessenen
Subwoofers kaum mehr von einer kompakten Anlage sprechen. Dafür belohnt einen
die Power
Edition mit immenser Grobdynamik, lebendiger Musikalität und vor allem:
tiefen, kräftigen Bässen. Wer den T 1000 SW sein Eigen nennen möchte, muss
natürlich etwas tiefer in die Tasche greifen. Verfügt man aber über den
notwendigen Platz lohnt sich der finanzielle Mehraufwand in jedem Fall.
Von "Mini" kann man bei der Power Edition der Kombo
42 nicht mehr sprechen, dafür von solider Verarbeitung und sehr guten
akustischen Eigenschaften
2.1 Stereo Komplettsystem
Test 23. Juli 2012
+ Extrem pegelfest
+ Sehr angenehme Auslegung
+ Gute Räumlichkeit
+ Satte, tiefe Bässe
+ Saubere Verarbeitung
- Lediglich CD/USB-Wiedergabe
www.teufel.de
Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
23.07.2012
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