TEST: Teufel 5.1 Säulen-Lautsprechersystem Columa 100 "L" - Power Edition

02.07.2012 (phk/sw)

Columa 100 Power Edition

Einführung

Das Teufel Columa 100 in der "L"-Variante mit vier Säulenlautsprechern musste sich bereits in der Redaktion beweisen. Mittlerweile wurde das damals getestete Set von Teufel durch die Power Edition ersetzt. Die beiden Systeme sind weitgehend identisch, neu ist der imm Set enthaltene Subwoofer. Im US 5110/1 SW ist jetzt ein 25 cm Bass-Chassis integriert. Das Columa 100 empfiehlt sich natürlich weiterhin als ideale Unterstützung zu Flachbildschirmen in Hörräumen bis zu 30 qm. Dass das Set mehr ist als nur das, konnten wir bereits beim konventionellen "L" Set bestätigen. Nun wollen wir in einem kurzen Update auch den Nachfolger unter die Lupe nehmen. Die Power Edition des 5.1 Sets kostet aktuell 499,99 EUR.

Verarbeitung

Front Ansicht

Rückseite eines CL 100 FR

Hochglanzschwarze Optik

Standfuß, befestigt mit drei Schrauben

LS-Anschlüsse

Center

Center-Lautsprecher seitlich

Wandhalterung

Rückseite

Anschlüsse am CL 100 C

Auf diesem Fuß ruht der Center

US 5110/1 SW Subwoofer

Bassreflexrohr

Rückseite

Bedienelemente auf der Rückseite

Innenleben

Übersichtlicher Aufbau

Ringtransformator

Elkos

Komponenten in der Gruppe

Die Verarbeitung des Columa 100 Sets ist solide. Besonders wenn man den Preis in Betracht zieht, gibt es eigentlich kaum etwas zu kritisieren. Das PVC-Gehäuse der hochglanzschwarzen Säulen sieht schick aus, fässt sich aber obligatorisch nicht so hochwertig an. Spaltmaße gibt es kaum, allerdings stehen zusammenlaufende Kanten stellenweise leicht über. Dank der großzügig dimensionierten Füße und angebrachten Gumminoppen stehen die Säulen stabil und drohen nicht gleich umzukippen. Bei den Anschlüssen an den Schallwandlern handelt es um Schraubanschlüsse, die auch mit Bananensteckern kombinierbar sind, keine einfachen Klemmanschlüsse. Auch der Subwoofer bietet eine solide Verarbeitungsqualität. Der Materialübergang vom mattschwarzen Gehäuse zur Schallwand in Hochglanz ist bündig. Dank der Gummifüße steht er stabil und ist ausreichend vom Boden entkoppelt. Das 25 cm Chassis strahlt seitlich ab, das LS-Gitter besteht wie bei den vier Säulen aus Metall.

Testequipment
Klang

Bei der Intro-Sequenz des Within Temptation Konzerts mit dem Metropole Orchestra "The Black Symphony" überzeugt das System mit hoher atmosphärischer Dichte. Das exzellente Zusammenspiel der vier identischen Lautsprechersäulen kommt hier sehr schön zum tragen. Der kräftige Subwoofer bietet hier ein wunderbar voluminöses Fundament, greift aber nicht in die höher liegenden Frequenzbereiche ein und harmoniert exzellent mit den Surround-Komponenten. Der Hochtonbereich gelingt solide, natürlich wird hier nicht jedes Detail ausgearbeitet und es fehlt etwas an Brillianz. Dennoch klingt das Columa klar und lebendig. Die Vokalstimme ist sauber im akustischen Geschehen eingearbeitet und lokal stimmig platziert. Die Instrumentaldifferenzierung könnte natürlich noch etwas ausgeprägter sein, wirkt aber schon recht gut. Der Subwoofer kann auch im folgenden Lied überzeugen. Fehlt es an tiefen Frequenzen, ist er schnell und präzise zur Stelle. Mit Kraft und Nachdruck wird agiert. Ungemein tief kann der kleine erwartungsgemäß nicht herunterspielen, gefällt aber durch trockene Klarheit und gutem Volumen.

Der Subwoofer der Columa 100 Power Edition kann bei der Elements of World Tour in Kopenhagen von Dj Tiestö seine Leistungsfähigkeit ausspielen. Bei Traffic gelingen ihm satte Kickbässe mit guter Präzision. Trocken, kraftvoll und hart lässt sich die Performance umschreiben. Klar, es fehlt etwas der endgültige Druck in der Magengrube, dafür kann der Set-Subwoofer nicht ganz tief genug herunter spielen, spüren tut man es dennoch. Auch mit Volumen geizt er nicht. Die übrigen Komponenten überzeugen bei der elektronischen Musik besonders durch die geschlossene und dichte Atmosphäre. Man fühlt sich in die jubelnde Menge versetzt, die bei komplexerem Musikgeschehen leicht in den Hintergrund gerät. Beim Wechsel auf "Back in Your Head" wird dem Subwoofer noch etwas mehr abverlangt, da hier verschiedene Schichten im Tieftonbereich abgearbeitet werden müssen. Weitgehend schafft der Sub dies auch und bietet Struktur und Nachdruck, gänzlich sind die differenzierten Ebenen aber nicht zu unterscheiden. Dennoch präsentiert sich der LFE glänzend und macht für den günstigen Preis des Columa 100 enorm Druck. Insgesamt ist die Dynamik als sehr positiv einzuschätzen, fürs Geld wird hier extrem viel geboten.

Im 22. Kapitel von James Camerons Avatar bietet das Columa eine geschlossene Surround-Kulisse mit ausgezeichneten Front-Surround Übergängen. Wieder begeistert die dichte Atmosphäre und das harmonische Zusammenspiel. Das Teufel Set schlägt aus der identischen Bestückung vorne und hinten mächtig Kapital. Der Center bietet für seine kompakte Größe einen recht guten Abstrahlwinkel, für versierte Hörer klingen Stimmen aber im chaotischen Kampfgewimmel gelegentlich etwas bedeckt und treten in den Hintergrund. Abgesehen davon bietet er eine sehr gute und klare Stimmwiedergabe. Der Subwoofer bietet wieder ein solides Fundament und bringt in die tiefen Frequenzbereiche sogar etwas Struktur. Kraftvoll und mit Nachdruck formt er Explosionen aus. Bei extrem hohem Pegel ist ein Durchschlagen nicht zu vermeiden und man muss insgesamt mit einem aggressiveren Hochtonbereich rechnen. 

Auch im 2.1 Betrieb kann das Columa Set mit gutem Bühnenaufbau und solider Räumlichkeit punkten. Dynamisch und lebendig gelingt Jan Hammer Project feat TQs Crockett's Theme. Die Stimme steht zentral auf breiter Bühne und punktet mit Natürlichkeit und Klarheit. Die tiefen Bässe gleich zu Beginn des Liedes meistert der Subwoofer sehr gut, wenn auch der Tiefgang nicht ganz ausreicht, dafür wird gutes Volumen und Nachdruck geboten. Im Stereo-Betrieb lohnt sich ein AVR der Mittelklasse. In unserer Kombination bieten die Columa 100 eine breite Bühne mit guter Differenzierung. Der Subwoofer wirkt ausgezeichnet integriert und greift exakt und präzise ein. Auch bei DJ Quicksilvers "I have a Dream" macht das Set eine gute Figur. Der Sub packt kraftvoll zu und bietet für seine kompakte Größe ein ausgezeichnetes Fundament. Die lang gezogenen Bässe werden sehr gut ausgeformt, aber auch beim Kickbass liefert er Nachdruck und bietet Souveränität bei etwas höherem Pegel.

Natürlich stimmen unsere Eindrücke im großen und ganzen mit denen aus dem Test des Teufel Columa 100 "L" überein. Sehr gute Grobdynamik, harmonische Gesamtkulisse, geschlossene Atmosphäre und tolle Räumlichkeit. Ein Upgrade erhielt bei der Power Edition der Subwoofer. Das macht sich im Praxisbetrieb besonders durch kräftigeren Nachdruck und ein voluminöses Fundament bemerkbar. Auch bei etwas anspruchsvollerem Tieftonbereich bringt der Sub der Power Edition etwas Struktur und Differenzierung in die Kulisse. Souverän bleibt er zumeist bei hohem Pegel und grefit präzise und schnell ins Geschehen ein.

Konkurrenzvergleich

  • 5.1 Sub-/Sat-System Magnat Interior 5001A: Wer noch weniger Platz hat bezüglich der räumlichen Integration eines 5.1 Sets, wird mit Magnats gleichermaßen preiswerter wie klangstarker Interpretation eines 5.1 Ensembles mit kleinen Satelliten sehr zufrieden sein.
  • Jamo 5.1 Sub-/Sat-set A 102 HCS 6: Auch die Jamos sind deutlich kompakter und zu günstigeren Marktpreisen erhältlich. Die Teufel treten akustisch aber natürlich geschlossener und räumlicher auf. Der Berliner Subwoofer sticht den Konkurrenten in allen Belangen aus.
Fazit

Auch die Power Edition des Columa 100 begeistert. Zum günstigen Kaufpreis erhält man hier ein ausgewachsenes 5.1 Surround-System in solider Verarbeitungsqualität mit sehr guter akustischer Performance. Grobdynamisch stark, räumlich und angenehm klingen die Komponenten der Berliner Lautsprecherschmiede. Der Subwoofer der Power Edition bietet etwas mehr Nachdruck und Volumen, bezogen auf den Preis eine hervorragende Performance. Auch optisch können sich die preisgünstigen Surround-Komponenten sehen lassen und gliedern sich in Hochglanzschwarz problemlos ins Wohnzimmer ein. Das Columa bietet zwar auch mit Einstiegs AV-Receivern eine gute Leistung, ab der Mittelklasse kann man aufgrund des durchschnittlichen Wirkungsgrades aber noch etwas mehr herauskitzeln.

Preiswertes und klangstarkes 5.1-Säulensystem in eleganter Optik

Lautsprechersets 5.1 Einsteigerklasse
Test 02. Juli 2012

+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Dynamik
+ Pegelfest
+ Elegante Optik
+ Sehr preiswert

- Nur eine Farbversion lieferbar
- Nur durchschnittlicher Wirkungsgrad

Produktseite: http://www.teufel.de/columa-100-power

Test: Philipp Kind
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 02.07.2012

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