SPECIAL: Weltweit erster THX Soundbar - Teufel Cinebar 51 THX
17.04.2012 (phk)

Cinebar 51 THX Setup

Cinebar
51 THX

THX Speaker Bar Zertifikat
Am gestrigen Montag feierte der erste THX-zertifizierte
Soundbar, der Teufel Cinebar 51
THX, im Berliner Showroom des
Lautsprecherherstellers Weltpremiere. Zeitgleich ging das Produkt im Shop live,
der Cinebar 51 THX kann also ab sofort ab 799,99 EUR beim Direktversender
bestellt werden.

Weltweit erster Soundbar mit THX-Zertifikat

DD, DTS, Dolby PLI+II Support und Dolby Virtual Speaker
Der Cinebar 51 bietet einen optischen und koaxialen
Digitaleingang sowie zwei Stereo-Cinch Eingänge und unterstützt DTS, Dolby
Digital sowie Pro Logic I und II. Die Integration von Dolby Virtual Speaker soll
für eine überzeugende Surroundkulisse sorgen. Eine Class-D Endstufe treibt die
zwei 25mm Aluminium-Hochtöner sowie die vier 100mm Zellulose-Tiefmitteltöner
mit 2 x 100 Watt Sinus an. Im Subwoofer stecken 150 Watt für die 250mm
Tieftöner mit einer Grenzfrequenz von 35Hz. Unter dem frontalen, dimmbaren
Display steckt noch ein USB-Anschluss für MP3-Wiedergabe. Handliche
Fernbedienung, Tischfuß und Wandhalterung sind im Preis inbegriffen.

Subwoofer der Cinebar 51 THX

Vorgeführt mit THX-zertizierter Onkyo-Elektronik
Wir durften zwar zwei Tonbeispielen mit der Cinebar 51 THX
beiwohnen, maßen uns aber noch kein endgültiges Urteil an. Der erste Eindruck
war dank guter Grobdynamik, kräftigem Subwoofer und solider Räumlichkeit sehr
positiv. Natürlich hängt die akustische Darbietung gerade bei einem Soundbar
sehr stark von der räumlichen Umgebung ab. Wir freuen uns daher besonders
darauf die Cinebar 51 THX in unsere akustisch optimierten Räumlichkeiten zu
integrieren und zu prüfen. Ein Test wird in Kürze folgen.
Nach der Präsentation der neuen Cinebar 51 bot sich uns die
Möglichkeit mit Peter Vasay, dem "Vice President of Technology
Operations" von THX, zu unterhalten. Herr Vasay ist bereits seit 15 Jahren
bei THX und startete ganz unten auf der Karriereleiter als Kino-Equipment-Tester
und kann daher auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.
Mittlerweile leitet und betreut er die verschiedenen Prozesse sowohl im
Kino-/Heimkino und Multimedia-Bereich.
Zunächst erklärt er das Prozedere, welches ein Produkt
durchlaufen muss, um ein THX Zertifikat zu erhalten. Jedes Produkt wird an das
THX-Teststudio und Labor in San Rafael, Kalifornien geschickt und wird einem
intensiven Test unterzogen. Die Parameter und Merkmale des Tests sind natürlich
vom jeweiligen Produkt abhängig. Bei Lautsprechern etwa wird unter vielem
anderem der Frequenzgang, die Subwoofer/Satelliten-Integration sowie nahtloser
Crossover, das horizontale und vertikale Abstrahlverhalten, Empfindlichkeit und
natürlich auch der maximale Schalldruck gemessen. Die Testläufe werden
abhängig der verschiedenen Raumgrößen und Sitzpositionen durchgeführt, von
denen sich die verschiedenen THX-Zertifikate von Ultra 2 bis hinunter zu den
zertifizierten Multimedia-Systemen ableiten lassen. Der erste Testlauf wird in
der Regel anhand eines Pre-Production Samples durchgeführt. Ein umfangreiches
Mess- und Testprotokoll inklusive notwendigen Verbesserungen, um ein
THX-Zertifikat zu erhalten, werden dann an den jeweiligen Hersteller geschickt.
Laut Herrn Vasay ist es noch keinem Produkt gelungen im ersten Anlauf das
begehrte Zertifikat zu erhalten. Nun müssen Entwickler und Ingenieure die
notwendigen Korrekturen vornehmen und das Gerät für einen erneuten Test nach
San Rafael schicken. Weitere Testläufe entscheiden dann ob das Produkt nun den
THX-Anforderungen entspricht. So entsteht häufig ein etwas gespanntes
Verhältnis zwischen Hersteller und THX, da oft nur eine kurze Zeitspanne
zwischen Pre-Production und Massenfertigung geplant ist. Aber selbst nach der
Massenfertigung ist es THX möglich, einen Testlauf eines am Markt erhältlichen
Gerätes zur Qualitätssicherung durchzuführen.
Die Film-Enthusiasten wissen bereits um die Geburtsstunde von
THX: Alles begann als George Lucas' "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" in
die amerikanischen Kinos kam. Lucas, zufrieden mit der Audio- und
Video-Abmischung des Filmes in seinem hochwertigen Teststudio, setzt sich in ein
zufällig gewähltes Kino um zu sehen wie der gewöhnliche Kinogänger den Film
erlebt. Das Ergebnis war eine große Enttäuschung seitens des erfolgreichen
Produzenten. Was also tun? George Lucas ruft eine Organisation ins Leben, die
sicherstellt dass der Film-Enthusiast im Kino auch das zu sehen und hören
bekommt, was die Filmproduzenten und Regisseure in den Studios beabsichtigen. Es
begann also alles in den großen Kino-Sälen, auch heute gibt es noch 19
THX-zertifizierte Kinos in Deutschland, in den USA noch deutlich mehr. Später
dann würde diese Philosophie auf die Heimkinos übertragen und mittlerweile
gibt es THX-Produkte sogar im PC-Bereich. Auf die Frage hin, wieso THX auch in
niedrigeren Preisbereichen des Multimedia-Segments vertreten ist, antwortet Herr
Vasay dass es sich bei THX besonders um die individuelle "User
experience" dreht. Jeder Anwender hat unterschiedliche Ansprüche und
natürlich auch unterschiedliche finanzielle sowie räumliche Möglichkeiten.
Trotzdem möchte man, so gut es eben geht, eine originalgetreue Präsentation
und Wiedergabe seiner geliebten Inhalte realisieren. Durch die verschiedenen
THX-Zertifikate wird jedes Anwenderprofil bedient. Nicht zuletzt aus diesem
Grund entstand auch die Absicht und der Wille, ein THX-Zertifikat für Soundbars
zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit von Teufel
und THX nahmen die Amerikaner das Vorgängermodell zur jetzigen, die Cinebar 50
(und zudem mehrere Produkte anderer Hersteller, die bezüglich der Performance
zumeist nicht überzeugen konnten) unter die Lupe und stellten fest, dass Teufel
bereits auf dem richtigen Weg war. Einige Änderungen, die Teufel dann auch
realisierte, wurden zwar noch gefordert, das Konzept musste aber nicht
umgeworfen und das Gehäuse konnte sogar komplett übernommen werden.
THX ist kein stagnierendes Unternehmen sondern ständigem Wandel
unterlegen, sagt Peter Vasay. Nicht nur die vorhandenen Spezifikationen werden
jährlich aktualisiert und erneuert, sondern auch neues Testmaterial muss
entwickelt sowie aktuelle Trends erkannt und mitverfolgt werden. Für die
3D-Technologie beispielsweise musste eigenes 3D-Material erstellt und korrekte
Testmethoden erst entwickelt werden. Erst in den aktuellsten TV-Geräten können
TV-User auch bei 3D ein THX-Bildfeld nutzen, um möglichst authentische
Farbwiedergabe, flüssige Bewegung und hohe Detailschärfe genießen zu können.
Längst ist die Zeit vorbei in der ein Film nur im Kino oder am TV und Musik nur
mit der Stereo-Anlage wiedergegeben wird und so muss THX stets am Fluss der Zeit
sein, um Anwendern eine originalgetreue Wiedergabe auf dem jeweiligen Medium zu
garantieren. Wer weiß, vielleicht blitzt schon an den Smartphones und Tablets
der nächsten Generation das silberne THX-Logo?
Special: Philipp Kind
Datum: 17.04.2012
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