TEST: Teufel 2.1 Set Cinebar 21

15.02.2012 (sw/cr)

Cinebar 21 mit Dolby Virtual Speaker...

...mit aktivem Subwoofer mit 160 mm Tieftöner und 120 Watt (Sinus) Endstufe

Einführung

Die in aktuellen Flachbildschirmen eingebauten Lautsprechersysteme weisen selten eine begeisternde akustische Performance auf - also bleibt dem Anwender, der auf einfachem Wege zu vollem Klang kommen möchte, nichts anderes üblich, als "outzusourcen" und dem Fernseher externe Hilfe bereit zu stellen: Teufel offeriert für 499 EUR das neue 2.1 Set Cinebar 21, das aus der Cinebar 21 und dem aktiven Subwoofer US 5106/1 SW besteht. Die Soundbar ist mit Dolby Virtual Speaker ausgestattet, hier gibt es die Modi Reference und Wide. Es finde sich ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang sowie ein Paar Cinch-Analog-Eingänge an der Soundbar, es gibt keine HDMI-Beschaltung. Die Soundbar kommt mit 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Konvertern und nimmt im Standby 0,50 Watt an Leistung, im Betrieb maximal 100 Watt an Leistung auf. Das Netto-Innenvolumen beträgt 8,20 Liter. Die Lautsprecher-Bestückung besteht aus 2 Hochtönern mit 20 mm Durchmesser, 2 Mitteltönern mit 80mm Durchmesser und 2 Tiefmitteltöner mit ebenfalls 80 mm Durchmesser. Die Membranen bestehen aus beschichteter Zellulose. Der Class D Verstärker liefert 40 Watt Sinusleistung. Mitgeliefert wird eine Infrarotfernbedienung. Die Abmessungen betragen 11,33 cm in der Tiefe, 91,85 cm in der Breite und 11,53 cm in der Höhe, das Gewicht liegt bei 7,6 kg. Das Gehäuse der Soundbar besteht aus Kunststoff. Der aktive Subwoofer weist ein 160 mm Tieftonchassis mit Zellulosemembran auf und arbeitet nach dem Bassreflexprinzip. Bereits ab 45 Hz kann der aktive Subwoofer Bässe wiedergeben. Die schwarz glänzende Frontpartie sitzt vor dem mattschwarzen Korpus aus MDF. Der Woofer ist angenehm kompakt und msist 30,8 cm in der Tiefe, 23,8 cm in der Breite und 31 cm in der Höhe. Standfüße sorgen unter dem seitlich abstrahlenden Bassisten für stabilen Stand. 

Verarbeitung/Anschlüsse/Bedienung

Anschlussübersicht, leider kein HDMI. Optischer und koaxialer Digitaleingang

Cinebar, Aufnahme für das Abdeckgitter

Einfache Bedienung auch an der Soundbar selber, Power, Quellwechsel, Lautstärke, gut eingepasste Tasten

Bestückung: Hochtöner, Mitteltöner, Tief-/Mitteltöner, identisch auf beiden Seiten

Alle Chassis haben eine beschichtete Zellulose-Membran

Kunststoff-Gehäuse mit ordentlicher Oberflächenqualität

Wandhalterungen integriert

Kompakte, einfach bedienbare, aber recht einfach gemachte IR-Fernbedienung

Großes, gut ablesbares Display, zentral untergebracht

Front offen

Subwoofer von schräg hinten

Staubempfindlich, aber gute Qualität - hochglänzende Frontseite beim aktiven Subwoofer

Bassreflexöffnung

Bedienelemente hinten am Sub: Automatikschaltung, Phase (0/180 Grad), Sensibilität der Automatikschaltung, Lautstärke und Cinch-Mono-Eingang die Leitung wird von der Cinebar zum Subwoofer gelegt

Innenleben: Bassreflexrohr

Innenleben: Übersicht, ordentliche Verkabelung

Aktiver Subwoofer: Übersichtlich aufgebaute Elektronik

Etwas unsauber verteilte Kontaktmasse

Aufbau im Detail

Die Cinebar 21 hat ein Kunststoffgehäuse, welches sich aber in guter Verarbeitungsqualität präsentiert. Das Stoffgitter, welches entfernt werden kann und die Chassis abdeckt, passt gut und wirft bei unserem Testmodell keine Falten. Das große, zentral untergebrachte Display löst zwar nicht sonderlich fein auf, ist aber auch aus der Distanz problemlos ablesbar. An Anschlüssen sind optische, koaxiale und analoge Stereo-Varianten mit an Bord. Wir vermissen die HDMI-Beschaltung. Die Bedienung ist einfach, die wenigen Funktionen können mittels ordentlich eingepasster Bedienelemente an der Soundbar selber oder mit der mitgelieferten, kompakten, von Materialgüte und Ausführung her sehr einfachen IR-Fernbedienung eingestellt werden. Der aktive Subwoofer beansprucht aufgrund seiner Abmessungen nur wenig Raum und wird mit hochglänzender Gehäusevorderseite ausgeliefert, die zwar staubempfindlich ist, aber mit ordentlicher Materialqualität aufwarten kann. Der Rest des Gehäuses ist mattschwarz, es handelt sich um foliertes MDF-Material. Das Board mit den Anschlüssen ist auf der Rückseite ordentlich eingepasst. Der innere Aufbau entspricht dem Niveau der Preisklasse, die Elektronik ist übersichtlich strukturiert. Leichte Punktabzüge gibt es aufgrund der sehr großzügig verteilten Kontaktmasse. 

Testequipment
Klang

Beim Eröffnungsgefecht in "Star Wars Episode III" (Blu-ray) gibt es eine eindrucksvolle Effektkulisse - nicht einfach zu handhaben für eine Soundbar. Daher waren wir gespannt, welche Klangfülle und welchen Nachdruck die Cinebar 21 nebst aktivem Subwoofer zur Verfügung stellt. Bei der legendären Musik, die zu Beginn jedes Star Wars Teils zu vernehmen ist, schalten wir die Soundbar in den "Reference" Modus von Dolby Virtual Speaker und wir sind überrascht über die gute räumliche Ausbreitung des Klangs. Man darf hier nicht die Ergebnisse erwarten, die man von einer "echten" Mehrkanal-Lautsprecherlösung serviert bekommt, aber vergleichen wir die Leistung mit den Soundsystemen von Flachbildschirmen oder der Performance von Billig-Soundbars, dann ziehen wir vor der Leistung der Cinebar 21 den Hut - und selbstverständlich auch vor dem aktiven Subwoofer, der die Eröffnungsschlacht mit ordentlichem Nachdruck untermalt. Dolby Virtual Speaker schafft es geschickt, den Zuhörer - wenn er nicht zu weit von der Soundbar entfernt sitzt - ins Geschehen mit einzubeziehen, er arbeitet nahezu ohne klangliches "Loch" mit der Soundbar zusammen, was für ein komplett wirkendes Klangerlebnis sorgt. Grobdynamisch wird ebenfalls Respektables offeriert, die Fluggeräusche der Raumjäger und die zahlreichen Explosionen werden impulstreu übertragen. Klanglich ist die Cinebar 21 neutral ausgelegt und bietet eine sauber ausbalancierte Klangwiedergabe. Selbst kleinere Effekte werden gut eingearbeitet, die Stimmwiedergabe ist tadellos und berücksichtigt einige stimmtypische Charakteristika. 

Bei "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (Blu-ray) haben wir ins 2. und 3. Kapitel hinein gehört. Das 2. Kapitel beginnt, in dem sich das große Stahltor zum Hangar geräuschvoll öffnet. Dieses Geräusch, recht kraftvoll im tieffrequenten Bereich, wird vom kompakten aktiven Subwoofer gut wiedergegeben. Klar ist, dass bedingt durch das relativ geringe Gehäusevolumen keine "Heldentaten" beim Tiefgang erwartet werden dürfte, das Gebotene ist aber überraschend gut und reicht für denjenigen, der einfach zum Spaß mit Freunden am Wochenende oder am Feierabend Filme anhören möchte, absolut aus. Der Music Score, der die Spannung der Handlung gekonnt aufnimmt, wird ebenfalls sehr gut übertragen. Ausgezeichnet gefällt uns die Herausarbeitung der Stimmen von Indy und Irina Spalko in der großen Halle - der Hall der Location kommt gut zum Ausdruck. Als Spalko ihren Säbel zückt, kommt das schnelle Zischen der gefährlichen Waffe beim Durchschneiden der Luft gut heraus. Das durch die Luft fliegende Schießpulver als "kleiner" Effekt kommt ebenso gut heraus - die Soundbar weiß selbst im Hochtonbereich zu überzeugen. Im folgenden dritten Kapitel überschlagen sich die Ereignisse, weil sich Mac als Kollaborateur "outet" und Indy sich allein auf eine waghalsige Flucht einlässt. Die Dialogsequenzen zu Beginn des Kapitels und der Music Score sowie das Durchladen der Waffen kommen räumlich tadellos heraus. Als die geladene Waffe auf den Boden fällt und sich ein Schuss löst, beginnt hektisches Treiben - Indy flüchtet. Die Schusswechsel und die Geräusche der Fahrzeuge kommen mit ordentlichem Nachdruck heraus, die Cinebar 21 vergisst es aber auch im größten "Effekttrubel" nicht, den Music Score in ansprechender Art und Weise zu berücksichtigen. Die Pegelfestigkeit ist beachtlich, man kann durchaus auch mal das Gebiet der viel zitierten "Zimmerlautstärke" verlassen und höhere Pegelregionen aufsuchen. Klar sollte aber sein, dass man natürlich nicht die Lautstärken von mehrkanaligen Heimkinoanlagen "fahren" kann. 

Kann die Cinebar 21 in 2.1 Konfiguration mit aktivem Subwoofer auch bei der Wiedergabe von Musik überzeugen? Bei "Because You Loved Me" von Celine Dion (Blu-ray "A New day") klingt das Ergebnis am besten, wenn man Dolby Virtual Speaker deaktiviert. Mit aktiviertem Dolby Virtual Speaker Programm steigt zwar die Räumlichkeit, der Klang weist aber einen leicht blechernen Einschlag auf. Dieser fehlt im normalen Stereomodus, die Güte der Stimmwiedergabe bei dieser Blu-ray ist dann richtig überzeugend und auch das Hauchen von Celine ins Mikrophon kommt so heraus, wie es sich der Musikliebhaber vorstellt. So wird dann auch "To Love You More" überzeugend präsentiert, die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist gut gelungen, und einzelnen Instrumente kommen gut heraus. Die Räumlichkeit ist auch im Stereobetrieb noch beachtlich. 

"Romanza" von Andrea Bocelli stellt die Soundbar vor erstaunlich geringe Probleme. Die Stimme Andreas weist klare Strukturen auf und bietet sogar eine charismatische Ausprägung, die bei Soundbars bzw. ähnlichen Konstruktionen ausgesprochen selten anzutreffen ist. Sicherlich, damit keine Missverständnisse auftreten: Selbst eine gut gemachte Soundbar ersetzt weder eine hochwertige Stereo-Kombination noch eine Mehrkanalanlage. Aber darum geht es dem potentiellen Kundenkreis nicht. Dieser sucht vielmehr nach einer einfach zu installierenden "Plug&Play" Lösung mit dem Erfolg, dass die Klangqualität von Musik und Filmton auf simple Art und Weise auf Vordermann gebracht wird. Und dieser Aufgabe kommt die Cinebar 21 sehr gewissenhaft nach und gibt Piano und Streicher mit prima Detaillierung wieder. Wir raten auch bei dieser Blu-ray, sie im normalen Stereomodus zu hören, dann sind die Ergebnisse akustisch authentisch und es gibt keinen störenden blechernen Einschlag. Das Saxophon zu Beginn von "A Te" wirkt im normalen Stereobetrieb glaubwürdig, ebenso das Piano. Andreas Stimme wird klar fokussiert, ohne aber dass die Instrumentierung untergeht. 

Fazit

Die Cinebar 21 als 2.1-Komplettlösung kann als einfach und schnell zu installierende, preislich faire und klanglich hochwertige Alternative zur Verwendung der Lautsprecher im Flachbildschirm überzeugen. Leider weist die Soundbar keine HDMI-Anschlüsse auf, dies wäre unser Wunsch für die Zukunft. Sonst aber steht wenig auf dem Wunschzettel, vielleicht noch eine Fernbedienung mit höherwertiger Anmutung. Das große (wenn auch nicht sehr fein auflösende) Display ist tadellos ablesbar, auch aus der Distanz. Bei der Wiedergabe von Filmton ist Dolby Virtual Speaker eine sehr gute Unterstützung für mehr Effekt-Ausbreitung und Gesamt-Räumlichkeit. Das Sounderlebnis bekommt mehr Weite und Tiefe. Im Musikbetrieb jedoch raten wir, die Funktion "Dolby Virtual Speaker" zu deaktivieren. Im normalen Betrieb wird dann eine ehrliche, klare Akustik mit tonaler Neutralität und gekonnter Stimm- sowie Instrumentalwiedergabe geboten.

Klanglich sehr gute Soundbar + Subwoofer-Lösung mit ordentlicherVerarbeitung und geringem Installationsaufwand

Soundbar/Subwoofer 2.1 Systeme Mittelklasse
Test 15. Februar 2012

+ Sehr gute Räumlichkeit bei aktivierter Dolby Virtual Speaker Funktion
+ Pegelfest
+ Aktiver Subwoofer mit gutem Volumen und tadellosem Nachdruck
+ Ohne Dolby Virtual Speaker tonal neutral und authentisch bei der Musikwiedergabe
+ Ordentliche Verarbeitung
+ Schnell installiert

- Kein HDMI
- Etwas billig wirkende Fernbedienung

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15.02.2012

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