TEST: SVS PC13-Ultra - Extreme Leistungsfähigkeit in Zylinderform

23.10.2012 (cr/phk/sw)

Einführung

Der PC13-Ultra bringt die hohe SVS-Performance in Zylinderform. Lautsprecherchassis und Elektronik sind identisch zum PB13-Ultra, der PC13-Ultra wird also ebenfalls von der 1000 Watt RMS Sledge Endstufe angetrieben und ist mit dem 13,5 Zoll SVS Unterhang-Treiber ausgestattet. Außerdem stecken zwei parametrische EQs und das SVS "Subwoofer-Tuning" für die Tieftonanpassung im Zylinder. Der PC13-Ultra ist ein Downfire-Subwoofer und bringt knapp 41 kg auf die Waage. Das stabile Gehäuse des PC13-Ultra ist mit schwarzem Velour überzogen, er kostet 2300 EUR UVP.

Verarbeitung

PC13-Ultra in der Frontansicht

Die drei Bassreflexports sind hinter dem Gitter untergebracht

In Trapezform angeordnet

Hier ohne Gitter

Rückseite

Rückseite mit Anschlüssen

Innenelektronik

Der PC13-Ultra Subwoofer ist recht hoch gewachsen, benötigt dafür aber weniger als 42cm Standfläche. Insgesamt ist er kompakter als sein massiv auftretender "Bruder", der PB13-Ultra und durch die zylindrische Form in den meisten Wohnumgebungen auch einfacher unterzubringen. Design muss natürlich gefallen und meistens müssen Kompromisse geschlossen werden. So auch beim PC13-Ultra, der über etwas geringeres Gehäusevolumen als der PB13-Ultra verfügt und als Downfire-Sub konzipiert ist. Das zylindrisch geformte Gehäuse ist mit schwarzem Velourstoff überzogen. Der Stoff ist passgenau aufgeklebt, die einzige Nahtstellle ist an der Rückseite zu finden. Auf der Oberseite feuern drei Bassreflexports nach oben, darüber ist ein Metallgitter angebracht. Das Gitter ist abnehmbar und lediglich durch eine innenliegende Gummierung befestigt, es sitzt aber sehr fest. Der Downfire-Woofer sitzt etwa 10 cm über dem Kunststoff-Fuß und ist absolut sauber eingepasst. Die Elektronik mit Anschlüssen und Bedienelementen sitzt auf der Rückseite, auch hier ist das zweizeilige Display und der Drehregler mit Drucktaste für "Intelligent Funkction Control" integriert. Der Regler sitzt mittig und eiert nicht, die Drucktaste reagiert sehr gut. Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität solide, wenn auch stellenweise noch Verbesserungspotential ersichtlich ist. Die Optik ist wie bereits erwähnt Geschmackssache. Dem zweckorientierten Heimkino-Enthusiasten wird der klassische Look eines PB13-Ultra mehr zusagen, wer über weniger Stellfläche verfügt wird aber über die geringe Standfläche des PC13-Ultra erfreut sein.

Menü & Konfiguration

Die Elektronik des PC13-Ultra ist komplett identisch zum SVS PB13-Ultra, die Erläuterungen zu "Menü und Konfiguration" haben wir dem Test des bereits getesteten Modells übernommen:

Das IFC - Intelligent Function Control genannte Menü des SVS Woofers wird komplett mit dem Drehrad mit Drucktaste gesteuert. Das Menü liegt lediglich in englischer Sprache vor und ist in folgende Punkte untergliedert:

  • Volume: Lautstärkeregelung von 0 bis -100 dB
  • High Pass mit Frequenz und Steilheit
  • Low Pass mit Frequenz und Steilheit
  • Phase Degree: Phaseneinstellung
  • HiPass Delay: 0.0 bis 10ms in 0.1 ms Schritten
  • Room Gain Comp: Room Gain Compensation mit Frequenz (25, 31 und 40 Hz) und Steilheit
  • Subwoofer Tune: 20 Hz, 16 Hz, Sealed (geschlossen)
  • PEQ: Parametrischer EQ1 und EQ2 an den Frequenzpunkten 31, 35, 40, 46, 50, 56, 63, 70, 80, 90, 100, 112, 125 Hz von -12 bis +3 dB absenken/anheben

Prinzipiell lässt sich das in dem zweizeiligen Display untergebrachte Konfig-Menü recht gut mit dem Drehrad bedienen, stellenweise fährt man sich aber in einem Menüpunkt fest, erst nach einigem Ausprobieren stellt man fest, dass ein "Doppelklick" sich wie eine Return-Taste verhält. Eine gedruckte Bedienungsanleitung liegt übrigens nicht im Karton bei, dafür eine auf CD-Rom. Auf www.sv-sound.de kann diese auch heruntergeladen werden.

Der Punkt Volume dient der Pegeleinstellung des Subwoofers von -100 bis 0 dB. Der Hochpassfilter ist für die Line-Out Ausgänge zuständig, um die untere Grenzfrequenz der Hauptlautsprecher einzustellen. Hierfür muss der Subwoofer zwischen Vor- und Enstufe des AV-Receivers eingeschleift oder eine Vor-/Endstufenkombi verwendet werden. Der Tiefpassfilter lässt Signalanteile mit Frequenzen unterhalb ihrer Grenzfrequenz ungeschwächt durch, Anteile mit höheren Frequenzen werden abgeschwächt. In der Regel sind hier keine Einstellungen notwendig, da selbst günstige AV-Receiver bereits über ein solides Bassmanagement verfügen.

Die Phase kann beim PB13-Ultra von 0 bis 180 Grad in 15 Grad-Schritten eingestellt werden. Das HiPass-Delay erlaubt es, das Signal von den Hauptlautsprechern zu verzögern. Wer also das Time Alignment nicht über den AV-Receiver einstellen kann, kann dies mit dem Subwoofer tun, hier gelten die selben Voraussetzungen wie beim Hochpassfilter. Die Room Gain Compensation ist nur einzusetzen, wenn gefühlt zuviel Bass-Energie am Hörplatz ankommt. Dies kann bei kleinen Hörräumen auftreten, mit der RGC des PB13-Ultra kann man dem entgegenwirken. Toll ist die Integration zweier Parametrischer EQs, um Raummoden effektiv auszumerzen. In verschiedenen Punkten des Frequenzspektrums kann man gezielt eingreifen und diese absenken oder verstärken.

Eine weitere Besonderheit von SVS-Subwoofern - nicht nur beim PB13-Ultra - ist die Möglichkeit des "Subwoofer Tunings". Ursprünglich ist der PB13-Ultra als Bassreflex-Subwoofer mit 3 Bassreflex-Ports konzipiert. Mit dem "Sealed"-Mode kann man ihn aber zu einer geschlossenen Konstruktion machen. Geschlossene Konstruktionen haben einen geringeren Wirkungsgrad und schaffen meist nicht die identische Leistung bezüglich Kraft und Tiefgang wie Bassreflex-Konkurrenten, spielen aber dafür etwas präziser. Schließt man nur einen der drei Ports befindet sich der SVS Woofer im 16 Hz-Modus, und ist so in der Lage bis auf 16 Hz herunter zu spielen. Dafür muss allerdings in Kauf genommen werden, dass höhere Frequenzbereiche etwas an Volumen verlieren. Für den Verschluss der Bassreflex-Öffnung liegen im Lieferumfang drei Schaumfilter bei. Im Bassbereich vielleicht sogar noch mehr als prinzipiell, ist die tonale Auslegung Geschmackssache. Manch einer mag es trocken und hart, der andere rund und dick, und ein dritter will vielleicht ein leichtes Erdbeben im Zimmer während ein Mieter lieber die subsonischen Frequenzen ganz vermeiden möchte. Wir finden es daher klasse, dass SVS diese verschiedenen Optionen bietet.

Technische Daten - Übersicht
  • 13,5" Downfire SVS Ultra-Driver
  • STA-1000D Sledge 1000 Watt RMS Class-D Endstufe
  • 3 Top-Firing 3,5" Bassreflexöffnungen
  • Variables Tuning 20 Hz, 16 Hz und geschlossen (19/16/26 - 150 Hz +/- 3dB)
  • Extrem stabiles, resonanzarmes Zylinder-Gehäuse
  • Schwarzer Velour-Stoffüberzug
  • Gewicht: 41 kg
  • Intelligent Feature Control mit LCD Display
  • Zwei digitale Parametrische EQs
  • Einstellbares Delay zur Anpassung an die verwendeten Lautsprecher
  • Magnetisch angebrachtes LS-Gitter
  • In Schwarz Hochglanz oder Schwarz Eiche matt erhältlich
  • Stereo Cinch In/Out und XLR In/Out
Testequipment
Klang

Der PC13-Ultra steht im direkten Vergleich zum PB13-Ultra. Sehr ähnliche, teilweise sogar identische Komponenten sind in den beiden Modellen verbaut. Die Zylinderform muss sich daher ebenfalls dem Kopenhagen-Konzert von Dj Tiesto stellen. Der PC13-Ultra geht enorm tief runter und begeistert mit einem kräftigen Punch in die Magengrube. Auch die verschiedenen Ebenen im Tieftonbereich werden solide herausgearbeitet, selbst komplexere Gebilde wirken gut durchzeichnet. An Kraft mangelt es dem PC13-Ultra keinesfalls, er schiebt und schiebt problemlos nach vorne oder besser: nach unten. Im Downfire-Prinzip konzipierte Subwoofer gelten nicht unbedingt als Präzisions-Meister. Dies kann man zwar nicht mehr verallgemeinern, es gibt zahlreiche Beispiele für genau und exakt spielende Downfire-Woofer, aber ein Frontfire-Woofer kann konstruktionsbedingt prinzipiell bei ähnlichem Aufwand präziser spielen. Der PC13-Ultra im speziellen könnte etwas mehr Präzision vertragen, Kickbässe sitzen nicht immer auf den Punkt genau und an fiesen Stellen hinkt er auch etwas nach. Weitgehend kann an dieser Stelle ein wenig mit den integrierten DSP- und EQ-Funktionen nachgebessert werden, größtenteils liegt dies aber auch an der Auslegung des großen SVS Subwoofers. Die in Anführungsstrichen "typisch" amerikanische Auslegung kann man nachvollziehen. Er klingt recht rund und trägt für den audiophilen Hörer auch etwas dick auf. Es wird zwar nicht schwammig, klingt aber auch nicht trocken. Sauber gelingt das neben den Kickbässen auftretende Pulsieren im Tieftonbereich, der PC13-Ultra gibt das Geschehen der niedrigen Frequenzen differenziert und strukturiert wieder. Besonders bemerkt man dies während des zweiten Tracks schon zu Beginn. Der PC13-Ultra benötigt keine heftigen Pegel, um die subsonischen Sequenzen in der Magengrube des Zuhörers spürbar werden zu lassen. Der enorme Tiefgang heimst dem Amerikaner Pluspunkte ein. Die positiven Eigenschaften lassen aber auch bei hohem Pegel nicht nach, die überdimensionierte Bass-Röhre zu überfordern ist kaum möglich.

Auch der PC13-Ultra darf sich am Intro und den folgenden Tracks der Within Temptation - Black Symphony Blu-ray versuchen. In Zusammenarbeit mit dem Metropole Orchestra hat Within Temptation eine beeindruckende Anfangssequenz für ein Konzert geschaffen, die unseren Heimkino-Komponenten eine komplette orchestrale Bühnendarstellung abverlangen. Die abgrundtiefen Bässe bereiten dem PC13-Ultra keinerlei Probleme, er spielt solide bis in die tiefsten Frequenzbereiche nach unten und bleibt dabei in jeder Lage souverän. Wie schon im ersten Absatz angemerkt, benötigt er keine hohen Pegel sondern schafft es auch bei gemäßigter Lautstärke entsprechend Kraft zu demonstrieren. Der SVS sorgt für gute Räumlichkeit, bietet aber nicht ganz das Volumen seines Konkurrenten aus gleichem Hause mit sehr ähnlicher DNA, dem PB13-Ultra. Bei schnellen Doppelbasseinlagen erkennt man, dass auch dem PC13-Ultra hohe Geschwindigkeit und Agilität nur in geringerem Umfang bei der Chromosom-Verteilung zugeteilt wurde. Hier geht dann etwas Differenzierungsvermögen und Bass-Struktur verloren. Sind Kraft und Tiefgang gefordert trumpft er wieder voll auf, dies scheint einfach maßgeschneidert für den SVS.

Genug der Musikbeispiele und hin zum Film. Die bewährte Dolby TrueHD Tonspur der "The Dark Knight" Blu-ray kommt zum Einsatz, hier darf sich der PC13-Ultra austoben. Der Paukenschlag zu Beginn wird kraftvoll und tief vom SVS Woofer wiedergegeben, er schwingt lediglich leicht nach. Als einer der Clown-Schurken das Glasfenster mit dem Haken zerschießt und das Glas in alle Richtung zerberstet, bringt auch der PC13-Ultra Struktur in die Sache und die Akustik gelingt sehr glaubhaft. Seine Kraft und seinen Tiefgang kann er ausspielen, als die beiden Clowns auf das Bankgebäude hinübergleiten. Die beiden Tiefbass-Schläge gelingen satt, voluminös und lassen unseren Heimkino-Saal erbeben. Die eher im Hintergrund liegenden unterschwelligen Puls-Geräusche gelingen besonders gut. Man spürt klar und deutlich, wie viel Luft der PC13-Ultra bewegen kann und dass er keinerlei Probleme hat, die subsonischen Sequenzen authentisch weiterzugeben. Stets souverän bleibt er und lässt auch bei hohem Pegel keinerlei Anzeichen entstehen, dass er an seine Grenzen gehen muss, an ein Durchschlagen ist hier nicht zu denken. Etwas kritischer müssen wir die Strömungsgeräusche bewerten. Die drei Bassreflex-Öffnungen nach oben lassen hier bei anspruchsvollen Szenen immer wieder mal etwas von sich hören. Selbst im "Sealed Modus", bei dem alle drei Ports mit dem beiliegenden Schaumstoff verschlossen werden, kann man manchmal noch etwas vernehmen. Ein Problem dabei kann man auf das Metallgitter über den Bassreflexöffnungen zurückführen. Nehmen wir das Gitter ab, bessert sich die Situation, ist aber noch nicht am Optimum. In das tieffrequente Pulsieren baut der PC13-Ultra problemlos die übrigen akustischen Elemente ein, seien es Schüsse aus den Uzis oder den Bohrer-Klick beim Anbohren des Safes und dem Auslösen der Hochspannungs-Sicherheitsvorkehrung. Die Flinte von William Fichtner schleudert uns der PC13-Ultra brutal um die Ohren, der erst kürzlich getestete SVS im klassischen Format bietet hier aber etwas mehr Volumen. Dennoch ist der SVS in Zylinderform ein enorm leistungsstarker LFE mit riesigen Kraftreserven und tadellosem Tiefgang, der stets souverän aufspielt und seine Stärken bei jeglichem Pegel ausspielen kann.

Im achten Kapitel von Avatar präsentiert sich der SVS Subwoofer ebenso kraftvoll und souverän. Zuerst zeigt er bei den pinken Pflanzen enormen Tiefgang, dann schlägt er sich bei der Stampede der Dschungelbewohner ausgezeichnet. Hier gefällt die Harmonie mit den verwendeten Lautsprecherkomponenten exzellent, der SVS gliedert sich top in unsere vorhandenen Lautsprechersysteme ein. Ein Durschlagen des Woofers ist kaum zu realisieren, hier müssen schon kaum aushaltbare Pegel gefahren werden. In der Regel ist der limitierende Faktor hier der Zuhörer. Als das schwarze Raubtier Jake Sully durch den Dschungel verfolgt, zeigt der SVS Woofer, dass er auch nicht der langsamte ist und reagiert angemessen auf schnelle Elemente. Besonders aber sticht wieder Kraft und Tiefgang hervor, die der PC13-Ultra mühelos in den Raum trägt.

Insgesamt können wir dem PC13-Ultra ein ausgezeichnetes Ergebnis attestieren. Mit brachialen Kraftreserven und enormem Tiefgang spielt er problemlos in der 1000 Watt-Liga mit und beschallt souverän größere Heimkino-Räumlichkeiten. Im Gegensatz zum PB13-Ultra spielt er noch etwas runder und weniger genau. Dies und das minimal geringere Volumen fällt allerdings nicht so stark ins Gewicht wie die Strömungsgeräusche bei hohen Pegeln, die dem audiophilen Ohr an der ein oder anderen Stelle auffallen werden. Mit dem Verschließen der Ports kann man bezüglich Präzision und Genauigkeit noch einiges herausholen, allerdings hört man trotzdem an seltenen Stellen immer noch die Luftströmung. Spielt der Platz eine Rolle, ist der PC13-Ultra dennoch die klare Alternative zum PB13-Ultra in klassischer Form.

Fazit

Der PC13-Ultra ist wie sein Kollege in klassischer Form ein Kraftprotz mit enormem Tiefgang und Erdbeben-Potential. Ebenso wie die guten Eigenschaften übernimmt er auch die weniger guten, nämlich die nicht allzu hohe Präzision in der leistungsfähigsten Konfiguration. Durch die zylindrische Konstruktion weist er ein etwas geringeres Gehäusevolumen auf, dass akustisch auch - wenn nur sehr geringfügig - nachvollziehbar ist. Am wenigsten gefielen uns allerdings die Strömungsgeräusche, die pegelfesten Heimkino-Enthusiasten stellenweise auffallen werden. Bilanzierend handelt es sich aber dennoch um einen hervorragenden Subwoofer mit enormem Leistungspotential und nur kleinen Schwächen. Ein Vorteil des PC13-Ultra ist sicher der geringere Platzverbrauch bezüglich der Standfläche, auch die möglichen EQ-Maßnahmen sind exzellent. Mit Verschließen einzelner Ports kann mehr Präzision erlangt werden, dafür nimmt man dem Boliden gefühlt etwas Volumen.

Top-Leistung im Zylinderformat - der PC13-Ultra überzeugt mit extremen Kraftreserven und tadellosem Tiefgang

Aktive Subwoofer Oberklasse
Test 23. Oktober 2012

+ Hohe Kraftreserven
+ Enormer Tiefgang
+ Bleibt stets souverän
+ Zwei parametrische EQs
+ "Subwoofer Tuning"

- Strömungsgeräusche können auftreten
- Könnte präziser agieren, wirkt recht rund

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23.10.2012

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