TEST: SteelSeries Siberia v2 - Flexibles Headset mit Tragekomfort?

10.10.2012 (phk/sw)

Einführung

SteelSeries ist vermutlich eher ambitionierten PC-Spielern ein Begriff. Der dänische Hersteller hat sich besonders durch die Fertigung von professioneller Gaming-Peripherie wie Mäuse und Keyboards einen Namen gemacht und sponsern unter anderem SK Gaming, Fnatic, Tyloo und weitere in Gamer-Kreisen bekannte Top-Teams. Abgesehen von den Steuerungseinheiten stellen die Dänen auch Headsets her, die neben ausgezeichneter Sprachqualität des Mikrofons auch über eine exzellten Wiedergabe verfügen sollen. Ob Teamspeak, klare Lokalisation von Geräuschen in einem Spiel oder konventioneller Musikwiedergabe - das Siberia V2 will jegliche Bedürfnisse befriedigen. Natürlich benötigt ein Gaming-Headset auch hohen Tragekomfort für ausgedehnte Sessions. Das SteelSeries Siberia v2 ist in Weiß, Schwarz, Lila und Grün erhältlich und kostet UVP 84,99 EUR.

Daten
  • Geschlossenes Headset
  • 50mm Lautsprechereinheiten
  • Ausziehbares Mikrofon
  • Leichte Federungskonstruktion
  • Kristallklare hohe, niedrige und mittlere Töne
  • Am Kabel positionierter Lautstärkeregler
  • Frequenzumfang: 18 – 28.000 Hz
  • Impedanz: 32 Ohm
  • Maximaler Schalldruckpegel@ 1kHz, 1 Vrms: 112 dB
  • Kabellänge: 1 + 2 = 3 m (9,8 ft.)
  • Anschlüsse: 3,5 mm

Mikrofon

  • Frequenzumfang: 50 – 16.000 Hz
  • Richtcharakteristik: Uni-direktional
  • Sensitivität: -38 dB
Verarbeitung

Ohrmuschel

Sicht von oben

Das Kopfband

passt sich flexibel an

Das Mikrofon lässt sich ganz in der linken Ohrmuschel verstecken

Ausgezogen

Mic-Stummschaltung

Lautstärkeregler

Mikrophon- und Kopfhöreranschluss

Verbindung mit dem 2m Verlängerungskabel

Die Ohrmuscheln des SteelSeries Siberia V2 bestehen größtenteils aus Kunststoff. Ob in Weiß, Schwarz, Lila oder Grün, alle Farben präsentieren sich hochglänzend und die Oberfläche ist recht unempfindlich gegenüber Kratzern. Das Kabel wird lediglich an den linken Ohrhörer geführt und ist gut geschirmt. Häufig übertragen sich Berührungen oder ein einfaches Verschieben des Kabels direkt in das akustische Signal, beim Siberia V2 ist dies nur in geringem Maße der Fall. Zusätzlich zum 1m langen direkten Kabel liegt ein 2m Verlängerungskabel, ebenfalls für Mikrofon+Kopfhörer, bei. Der Kopfhörer sitzt sehr bequem und wird auch nach stundenlangem Tragen nicht unangenehm. Was fehlt ist eine Größenverstellung am Siberia V2, das Kopfband ist aber elastisch gefedert.

Die Aufsätze der Ohrhörer bestehen aus lederbezogenen Polstern mit geräuschreduzierendem Schaumstoff und tatsächlich werden Geräusche von außen gut gefiltert, völlige Isolation ist aber nicht geboten. Am 1m langen Kabel ist ein Lautstärkeregler angebracht. Hier kann die Lautstärke manuell angepasst werden, ohne auf Software-Einstellungen zugreifen zu müssen. Außerdem kann mit der Schiebetaste das Mikrofon auf "Stumm" geschalten werden. Das Mikrofon ist ausziehbar und flexibel, bei Nichtgebrauch verschwindet es komplett in der linken Ohrmuschel. Nach mehrmaliger Verwendung steht bei unserem Testsample das Mikrofon etwa 1cm heraus, lediglich ein optischer Nachteil.

Klang

Der SteelSeries Siberia V2 ist ein Gaming-Headset. Es werden also akustisch nicht unbedingt audiophile Ansprüche gestellt sondern der Kopfhörer muss vielmehr über eine größere Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten verfügen und besonders bei Spielen eine überzeugende Präsentation bieten. Nichtsdestotrotz soll der Siberia V2, gerade da man das Mikrofon spielend leicht in der Ohrmuschel verstecken kann, auch bei Musikwiedergabe überzeugen und mit hochwertigen Lautsprecher-Chassis spezifizierte Konkurrenten Paroli bieten.

Mit "Hotel California" von den Eagles muten wir dem SteelSeries gleich ein sehr anspruchsvolles Lied zu. Dennoch muss man auf dem Boden bleiben. Wer über ein überdurchschnittlich gutes Kopfhörer-Setup verfügt, wird sich zum Musik hören kein Siberia V2 zulegen. Das Käuferklientel richtet sich eher an Gamer, die eben auch gerne mal Musik am PC oder an einem MP3-Player mit solider Dynamik und Klangklarheit genießen möchten. Wir spielen also hauptsächlich mit dem PC und einem iPod Classic zu. Umso überraschter sind wir von der gebotenen Transparenz im Mitten- und Hochtonbereich des Siberia V2. Die Stahlsaiten der Gitarre kommen klar heraus, auch die Stimme kommt gut heraus. Ein leicht metallischer Touch ist zu vernehmen und bei komplexerem Geschehen ist die Differenzierung verschiedener Instrumente nicht mehr ganz so problemlos. Gut gelingt auch der Tieftonbereich. Die Siberia V2 sind nicht die präzisesten und wirken recht rund. Die Frequenzbereiche harmonieren aber gut miteinander. Beim Gitarrensolo gegen Ende des Liedes gefällt das Siberia durch lebendigen Klang und einem ordentlichen Bühnenaufbau. Auch bezüglich der Räumlichkeit macht der Kopfhörer eine solide Figur.

Wir wechseln ein wenig das Genre und gönnen uns den Liberty Redux Remix des Dumme Jungs-Erfolgs "Daylight". Der Tieftonbereich gelingt hier etwas direkter, aber immer noch etwas dick aufgetragen. Bezüglich des Volumens bietet er eine saubere Leistung und schafft ein gutes Fundament. Dennoch schaffen manche Kopfhörer hier etwas mehr Leben hinein zu bringen, der SteelSeries wirkt etwas zurückhaltend. Starke Seiten des SteelSeries Headsets sind die ausgezeichnete Klarheit und Transparenz in Mitten und Höhen. Natürlich wird hier nicht alles fein ausdetailliert und eine extreme Feindynamik geboten, auch die Zuspieler limitieren hier selbstverständlich.

Beim Crockett's Theme, bekannt aus Miami Vice, im Remix feat TQ beweist der SteelSeries wieder Transparenz und sehr gute Stimmwiedergabe. Die Bässe gelingen hier ebenfalls recht trocken. Der Siberia V2 agiert grundsätzlich schnell, allerdings sind wie oben schon angenemerkt die Tiefen leicht aufgedickt und wirken sehr rund. Insgesamt wirkt das Geschehen hier dynamisch und mitreißend, auch die Stimmen geraten nie in den Hintergrund.

Auch bei Spielen bietet der Siberia v2 eine lebendige und dynamische Präsentation. Atmosphärische Klänge bringt das Headset voluminös und räumlich rüber. Grundsätzlich lassen sich Geräusche sehr gut lokalisieren, kleine Abstriche muss man bei Shootern machen. Besonders bei Geräuschen, die hinter dem Spieler erfolgen, ist die Ortung nicht immer ganz eindeutig. Bei Explosionen und Schüssen hingegen trumpft das Siberia v2 wieder mit Nachdruck auf.

Die Sprachqualität des Siberia V2 Headsets überzeugt bei allen Testdurchläufen. Ob im Videochat bei Skype oder im TeamSpeak, wir kommen immer zuverlässig und rauscharm bei unserem Gegenüber an. Das omnidirektionale Mikrofon erfasst auch Stimmcharakterisitiken weitgehend gut und reagiert präzise.

Fazit

Das SteelSeries Siberia v2 überzeugt dank hohem Tragekomfort und soliden akustischen Eigenschaften. Auch nach stundenlangen Gaming-Sessions wird das Siberia v2 nicht unangenehm oder drückt an bestimmten Stellen. Im Sprach-Chat gefällt die klare und natürliche Sprachübertragung mit dem ausziehbaren Mikrofon. Bei Shootern oder anderen 3D-Games bietet die Ortung noch Potential. Wer sich daran nicht stört wird von der sehr guten Dynamik, auch im Musikbetrieb, begeistert sein. Nicht zuletzt punktet auch die gute Schirmung gegenüber Geräuschen von außen und das geringe Gewicht. Der Kopfhörer verfügt zwar über ein stufenloses Kopfband, ab einer gewissen Kopfgröße sitzt er aber etwas fest.

Dynamisch starkes Headset mit ausgezeichneter Sprachübertragung und hohem Tragekomfort

On-Ear-Kopfhörer Mittelklasse
Datum 10. Oktober 2012

 

 

+ Dynamisch, klare Akustik
+ Tolle Sprachqualität
+ Hoher Tragekomfort
+ Geringes Gewicht
+ Verstecktes Mikrofon

- Problematisch ab bestimmter Kopfgröße
- Geräuschortung ausbaufähig

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10.10.2012

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