TEST: Sony Hightech-In-Ear-Kopfhörer XBA-4 mit Balanced Armature Technologie

05.07.2012 (cr/sw)

Einführung

299 EUR kostet Sonys Hightech-In-Ear-Kopfhörer XBA-4 - eine Menge Geld für einen mobilen Kopfhörer. Allerdings weist das gute, lediglich 8 Gramm wiegende Stück auch eine Vielzahl hochmoderner Merkmale auf. Kernstück sind die "Quad Balanced Armature" Neodym-Treiber mit doppeltem Woofer für kraftvolle Bässe und für kristallklare Höhen. Mit einer Audioempfindlichkeit von 108 dB/mW und einem breiten Klangspektrum von 3 bis 28.000 Hz wird bei nahezu jedem Pegel eine exakte Wiedergabe sichergestellt.  Das doppelwandige Gehäuse reduziert effektiv innere Vibrationen und sorgt für eine hohe Steifigkeit der gesamten Konstruktion. Das sauerstofffreie Kabel misst 1,20 Meter und bietet durch das hochwertige Material eine reine, störungs- und verlustfreie Signalübertragung. Die Kopfhörer sollen auch durch die erstklassige Passform überzeugen. Hybrid-Silikon-Ohrhörer in vier verschiedenen Größen (XS, S, M  und L) sowie Ohrhörer mit Geräuschisolierung (S, M, L) liegen den Ohrhörern ebenso bei wie ein hochwertiges Case für Aufbewahrung und Transport. Fürs Freisprechen z.B. in Verbindung mit dem iPhone sind die Ohrhörer nicht ausgelegt, es ist kein Mikrophon integriert. 

Verarbeitung und Technik

Im Detail

Stecker

Transportbox 

Verschiedene Ohrstöpsel im Lieferumfang

Der edel aufgemachte In-Ear-Kopfhörer punktet mit hervorragender Verarbeitungsqualität. Das Kabel (Länge 1,2 Meter) ist an den In-Ears mit Zugentlastung befestigt, das doppelwandige Gehäuse garantiert höchste Steifigkeit. Das Kabel besteht aus reinem, sauerstofffreiem Kupfer. Natürlich ist das Ende des 3,5 mm Miniklinkensteckers vergoldet.  Im Kästchen mitgeliefert findet sich eine große Auswahl an passenden Ohr-Aufsätzen, so dass nahezu jeder Anwender das Passende für sich finden dürfte. Die mitgelieferte Transportbox hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Technisch sind die Balanced Armature-Treiber ein echtes Highlight. Vorteil der Technik ist zunächst die sehr geringe Größe der Treiber, was ein kompromisslos kompaktes Gehäusedesign möglich macht. Obwohl ausgesprochen klein, ist die Empfindlichkeit der Konstruktion enorm hoch. 108 dB/mW stehen im Datenblatt. Anders als bei normalen Treibern lassen sich die speziell versiegelten Balanced Armature-Treiber exakt auf die Wiedergabe von Höhen, Mitten und Bässen abstimmen. Innerhalb eines Kopfhörers lassen sich aufgrund der sehr kleinen Abmessungen verschiedene Treiber miteinander kombinieren - sozusagen ein "Mehrwege-Kopfhörer" ist dann das innovative Ergebnis dieses Vorgehens. Die akustischen Vorzüge - mehr Detailtreue durch den Einsatz von "Spezialisten" - jeder Balanced Armature Treiber ist speziell darauf getrimmt, einen Frequenzbereich optimal - das heißt lebendig, exakt und klar - wiederzugeben - sorgen für eine Ausnahmestellung. Es gibt allerdings auch einen Standard-Balance-Armature-Treiber, der als Vollbereichstreiber fungiert. In unserem XBA-4 allerdings sind gleich vier Treiber eingesetzt, daher "Quad Balanced Armature": Hochtöner, Tieftöner, Vollbereichstreiber und Super-Tieftöner. Man kann schon erkennen, die Technik bietet eine hohe Flexibilität bei der Kombination verschiedener Treiber. 

Klang

Aufgrund der innovativen und aufwändigen Technik waren wir natürlich enorm gespannt, was der XBA-4 leistet - und die Praxis bestätigt die Theorie: Bei "L'Attesa" von Andrea Bocelli agiert der Ohrhörer auch bei hohem Pegel enorm souverän. Komprimiert wird nichts, und die klangliche Reinheit ist bestechend. Hier müssen wir klar sagen - der 2011 getestete und nochmals deutlich teurere Sony MDR-EX1000 hat einen knallharten Konkurrenten aus eigenem Hause bekommen, der zeigt, dass er für 200 EUR weniger praktisch das Selbe zu leisten vermag - und im Bassbereich sogar noch vorbei ziehen kann: Der Bass hat enormen Tiefgang dank Super-Tieftöner, enormes Fundament, viel Lebendigkeit und eine hervorragende Struktur. Andreas Stimme arbeitet der Kopfhörer brillant heraus, gerade auch am oberen Ende des vokalen Frequenzspektrums holt der XBA-4 enorm viele Details, die für eine charismatische Gesamtwiedergabe mit verantwortlich sind, ans Tageslicht. 

Verglichen mit dem rund 100 EUR günstigeren B&W In-Ear-Kopfhörer C5 muss festgestellt werden, dass der B&W nach wie vor ein exzellenter Ohrhörer mit extravaganter Optik und dynamischem sowie gefälligem Klang ist - er findet in den Punkten Transparenz und Detailreichtum aber seinen Meister im XBA-4, der, so merkwürdig das auch klingen mag, für die im Test gezeigte superbe Leistung sogar noch als preiswert zu bezeichnen ist. Wie gut der In-Ear auch die Stimme komplett von den Ohrstöpseln löst und dem Zuhörer gekonnt suggeriert, mitten in einem realen Raum untergebracht zu sein, in dem Andrea auftritt - das ist sensationell. Auch bei "Un Nuovo Giorno" zeigen sich alle Vorteile des XBA-4, durch die getrennten Treibereinheiten kann jeder Teil des Frequenzspektrums mit deutlich verbesserter Struktur wiedergegeben werden. Den Auftakt zu Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" modelliert der XBA-4 mit viel Sorgfalt heraus. Die Streicher sind exzellent durchhörbar, jeder Anflug von "Weichzeichnung" wird unterbunden. Der anspruchsvolle HiFi Enthusiast wird genau diese Auslegung schätzen, so geht  kaum ein Detail verloren, und die Ausleuchtung im Hochtonbereich gelingt aus räumlicher Sicht so gut, dass man sagen kann: Noch nie ist uns ein In-Ear mit einer so bestechenden Performance unter gekommen. Auch der sehr aufgeräumte Bassbereich, der stets ein realistisches und nie vordergründiges Fundament bereit stellt, fügt sich blendend in unsere Gesamteindrücke ein. Einsätze des kompletten Orchesters managt der XBA-4 mit vorbildlicher Gesamtdynamik, stets aber findet auch jedes einzelne Instrument Berücksichtigung. 

Der 80er Jahre Hit "The Sun Always Shon On TV" wird mitreißend und klar präsentiert. Die "Extended Version" mit langem instrumentalem Part zu Beginn wirkt enorm schwungvoll und weiß durch den zupackenden, gleichzeitig aber hoch präzisen Bass zu begeistern. Die Version auf der so80s-CD ist remastered, trotzdem hört man etwas Rauschen und vernimmt eine etwas spitze Auslegung im Bereich der oberen Mitten und Höhen - und obwohl der Sony-Ohrhörer sehr stark auf Brillanz und Transparenz im Hochtonbereich ausgelegt ist, wirkt diese Auslegung beim XBA-4 nicht übertrieben oder zu schrill, ganz einfach, weil die hochwertige Balanced Armature-Treibereinheit souverän wiedergibt und nicht mit der speziellen Charakteristik des Stücks überfordert ist, wie wir leider in den meisten Fällen feststellen mussten. Auch Laura Brannigas Klassiker "Self Control" ertönt mit kraftvoller E-Gitarre und sehr detailreicher Stimmwiedergabe der leider vor einigen Jahren verstorbenen Interpretin. Der gesamte Aufbau des Titels kommt mit prägnant, aber nie unangenehm überdeutlich umrissener Kontur heraus. Ebenso "Sounds Like A Melody" von Alphaville - Effektwechsel werden mit hoher Dynamik und Präzision wiedergegeben. Die Stimme des Sängers ist trotz des kraftvollen Basseinsatzes sehr gut verständlich. Durch den hohen Wirkungsgrad hört man schon bei vergleichsweise geringem Eingangssignalpegel eine umfassende, räumlich dichte und präzise Wiedergabe. 

Der Trance-Klassiker "Outside World" von Sunbeam in der Version von der Mayday 2012 - Made in Germany Compilation stellt den XBA-4 vor keinerlei Probleme. Er kann erneut unter Beweis stellen, wie gut er mit hohen Lautstärken zurecht kommt und zeigt uns ferner, wie sehr ihm treibende, harte Bässe liegen. Mit viel Geschick wird auch das elektronische Hi-Hat eingearbeitet, das Timing ist perfekt. Die räumliche Auskleidung im virtuellen Raum erledigt der XBA-4 auf Referenzniveau. Der Zuhörer ist tief ins akustische Geschehen eingebunden und freut sich über die Grobdynamik der Extraklasse. Bei "Perfect Machine" (Members Of Mayday) geht der XBA-4, wie schon aus den anderen Beispielen her bekannt, mit Schwung und Nachdruck an seinen Wiedergabe-Job: Tempowechsel, harte Bässe, Effektaufbau im Hintergrund - alle Hürden werden mit einer Leichtigkeit genommen, die wir von In-Ears nicht kennen. Mit Nid And Sancys "Music" im Symbol One Remix haben, aufgrund der enorm heftigen Bassdarstellung, viele Kopfhörer Probleme, und selbst der XBA-4 gerät hier an seine Belastungsgrenze, wenn man recht laut hört: Leichte Vibrationen und Verzerrungen sind heraus zu hören. Passt man den Pegel an und hört mit geringerer, aber immer noch recht nachdrücklicher Lautstärke, ist das Problem erledigt. Die hohe Klarheit und die sehr gute Unterscheidungsmöglichkeit der verschiedenen akustischen Ebenen sind sehr zu loben. 

Fazit

 

Der Sony XBA-4 mit hochmoderner Balanced Armature-Treibertechnologie besticht schon durch seine edle Anmutung. Hat man den Hörer perfekt ans eigene Ohr angepasst, was dank der zahlreichen mitgelieferten Ohrstöpsel ohne Schwierigkeiten möglich ist, ist die Freude allerdings nochmals deutlich höher als direkt nach dem Auspacken: Akustisch vollbringt der XBA-4 ein Meisterwerk  nach dem anderen. Dank insgesamt vier verbauten Treibereinheiten pro Ohrhörer-Seite wird das gesamte Frequenzspektrum enorm präzise, dynamisch und räumlich wiedergegeben. Die enormen Hörpegel, die ohne Verzerrungen oder andere Disharmonien möglich sind, dürften dem Ohrenarzt Sorgenfalten auf die Stirn treiben: Dadurch, dass der Klang so lange rein und klar bleibt, ertappt man sich immer wieder beim Hören in beachtlicher Lautstärke. Der hohe Wirkungsgrad und der tolle Langzeit-Tragekomfort vervollständigen unsere Eindrücke. 

Der Sony XBA-4 glänzt mit innovativer Balanced Armature-Technologie - sie ermöglicht einen superben, detailreichen und dynamischen Klang

In-Ear-Kopfhörer Luxusklasse
Test 05. Juli 2012

+ Dynamisch und enorm präzise Wiedergabe
+ Pegelfest
+ Basswiedergabe mit tollem Fundament und erstklassigem Tiefgang
+ Räumliche Darstellung exzellent
+ Feindynamik auf Referenzniveau
+ Sehr hochwertige Verarbeitung

- Kein Mikrophon
 
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05.07.2012

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