TEST mit Display Basic Check: EDGE LED-LCD-TV Sony KDL-46HX855

21.08.2012 (phk/sw)

Einführung

KDL-46HX855 heißt der aktuelle Sony EDGE LED LCD-TV, den wir in unserer Redaktion begrüßen dürfen. Das 3D-Gerät arbeitet mit aktiver Shutter-Technologie und will mit X-Reality PRO, 3D Super Resolution und dem Highspeed 3D Display das 3D-Erlebnis weiter verbessern. Auch 2D soll aber von den neuen Technologien profitieren und den Zuschauer in das Geschehen eintauchen lassen. Dank des dynamischen Local Frame Dimming wird die Hintergrundbeleuchtung automatisch dem aktuellen Umgebungslicht angepasst und Strom gespart. Der Sony verfügt über ein integriertes WLAN-Modul und bietet Zugriff auf verschiedene Internetinhalte des Sony Entertainment Networks, Skype, DLNA-Server und das freie Internet. Eine App-Steuerung mit dem Smartphone ist ebenfalls möglich. Der TV kommt nicht nur im schicken Monolith-Design daher sondern bringt auch ein integriertes Soundsystem im Standfuß mit. Der KDL-46HX855 kostet UVP 1699 EUR.

Stromverbrauch

  • Standby: (Anmerkung - direkt nach dem Ausschalten sucht der Sony nach Firmwareupdates, daher liegt der Stromvebrauch in der Zeit noch bei ca. 15 Watt) 0,1 Watt

  • Szene Film, Modus Kino1: zwischen 45 und 60 Watt

Verarbeitung

Gerundete Kanten

Geringes Spaltmaß

Standfuß

Rückseite

Solide verschraubt an der Rückseite

Stationäre Bedienelemente

Gesamtansicht Rückseite

3D-Brille

Power-Button

Flexible Kunststoffbügel

Fernbedienung

Der Sony KDL-46HX855 von Sony wirkt sehr schick und scheint fast rahmenlos im Raum zu stehen. Wie beim Panasonic Plasma TX-P55VT50 liegt die Glasscheibe auf dem schmalen silbernen Kunststoff-Rahmen auf. Spaltmaß ist vorne gar nicht, an der Rückseite nur geringfügig zu sehen. Der breitflächige Standfuß bietet ausgezeichneten Halt und sieht dazu noch schick aus. Die Oberfläche im geschliffenen Alu-Look ist allerdings aus Kunststoff. Mit dem Standfuß im Monolith-Design setzt sich Sony gekonnt und bewusst etwas von der Masse der Konkurrenten ab, zusätzlich kann man den TV um 6° nach hinten neigen. Ob die Optik gefällt, ist natürlich Geschmackssache. Im breitflächigen Standfuß steckt zudem ein Soundsystem, um den mageren TV-Klang etwas aufzubessern. Die Bautiefe des EDGE LED LCD-TV Geräts ist sehr gering. Die Rückseite ist aus Alu und bietet sauber eingepasste, gut erreichbare Anschlüsse. Auch stationäre Bedienelemente mit gutem Druckpunkt sind auf der Rückseite zu finden. Einfacher geht es mit der mitgelieferten Fernbedienung mit Navigationskreuz und unkompliziertem Layout, wenn auch Kanal und Lautstärketasten etwas mittiger platziert sein könnten. Die 3D-Brillen sind von bereits getesteten Geräten bekannt. Sie wirken ebenso sauber verarbeitet, sitzen recht gut und können via USB aufgeladen werden. So leicht wie mittlerweile die Brillen von manch Konkurrenten sind sie aber nicht.

Anschlüsse

Seitliche Anschlüsse

Rückseitige Anschlüsse

  • HDMI 4x

  • Komponentenvideo-Eingang + Stereo Cinch

  • VGA PC Eingang + Audio Line In

  • RGB Scart AV

  • Kopfhörerausgang

  • USB 2x

  • Digitaler optischer Audioausgang

  • Ethernet

  • Antenne

  • LNB

  • CI Plus

  • Anschluss für Standfuß

Der Sony verfügt über ein der Preisklasse entsprechendes Anschlussangebot. Zu den vier HDMI-Eingängen gesellt sich videoseitig ein Komponentenvideoeingang, VGA PC und ein Scart-Anschluss. Die Audioausgabe ist mit einem optischen Digitalanschluss oder via Klinke (Kopfhöreranschluss) möglich. Zwei USB-Eingänge und ein Ethernet-Anschluss stellen die Multimedia-Eingänge.

Menüs

Sprachwahl

Land auswählen

Heim- oder Demomodus

Aufstellungsort

Automatischer Suchlauf

Wahl der Signale

Internetverbindung einrichten

Zusatzfunktionen

Sony-Menü

Zugriff auf Sony Entertainment Network

Einstellungen - Netzwerk

Kabelgebundene Netzwerkverbindung

Ton-Einstellungen

Szenenauswahl

interaktive Bedienungsanleitung

Software-Update

EPG

Wie mittlerweile üblich startet beim Sony ein Installations-Assistent zur ersten Konfiguration des TV-Gerätes. Nebst automatischem Sendersuchlauf für jegliche Signale kann auch gleich die Netzwerkeinrichtung vorgenommen werden. Auch ob der TV an der Wand hängt oder auf einem TV-Standfuß befestigt ist und der Zuhause bzw. Demo-Modus wird ausgewählt. Nach erfolgreicher Netzwerkverbindung kann auch gleich ein Software-Update durchgeführt werden. 

Das eigentliche Menü des Sonys ist im gewohnten Cross-Stil gehalten und sehr umfangreich. In der Regel ist es recht einheitlich und man findet sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit gut zurecht. Besonders ausführlich sind die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten zur Szene, dem Bildfeld und generell der Video-EQ mit einer Vielzahl von dynamischen Bildoptimierungen. Begleittexte erleichtern die Bedienung. Zudem gibt es eine im TV integrierte Bedienungsanleitung, die direkt mit der Fernbedienung über "i-Manual" aufgerufen werden kann. Nicht so gut schneidet die Reaktionszeit ab, auf Eingabebefehle reagiert der 855 etwas träge. Bezüglich der Optik ist die grafische Benutzeroberfläche in augenfreundlichem Schwarz/Grau/Weiß gehalten. Manche Funktion würde durch etwas mehr Farbe wohl ein wenig angenehmer wirken, so z.b. der EPG.

Multimedia

Sony Entertainment Network

Musik und Favoriten

Sony Entertainment Network

Mit dem KDL-46HX855 erhält man Zugriff auf das Sony Entertainment Network. Der Oberbegriff für Sonys cloud-basierte Musik- und Video-On-Demand Dienste, außerdem stecken nun auch jegliche Internet-Applikationen wie Skype, facebook aber auch die Sende-Mediatheken dahinter. Aufgerufen wird das Sony Entertainment Network mit einer dedizierten Taste auf der Fernbedienung, der "SEN"-Taste oberhalb des Navigationskreuzes.

Für die kostenpflichtigen Dienste ist die Einrichtung eines Benutzerkontos notwendig, im folgenden können verschiedene Zahlungsmodelle gebucht werden. Sowohl die Musik als auch die Videos werden dann nicht heruntergeladen sondern über Sony-eigene Server. Verschiedene Sony-Geräte können dann auf die Inhalte zugreifen und wiedergeben.

Unter Apps stehen folgende Inhalte zur Verfügung:

  • tagesschau

  • Sat.1

  • ProSieben

  • kabeleins

  • sixx

  • Lovefilm

  • DFB

  • Servus TV

  • Eurosport

  • Bild.de

  • Muzu.TV

  • euronews

  • MUBI

  • DeutscheWelle

  • Sevenload

  • Youtube

  • billabong

  • Aol HD.

  • wired

  • epi

  • concierge.com

  • style.com

  • Dailymotion

  • ustudio

  • golflink

  • livestrong.com

  • VideoDetective

  • Berliner Philharmoniker

  • Podcasts

  • tape.tv

  • MoshCam

  • npr

  • picasa

  • skype

  • facebook

  • twitter

Außerdem kann man hier auf den Internet-Browser zugreifen und verschiedene Widgets wie Wetter, Weltuhr, Wecker, etc. einbinden. 

Sony Media Remote

Mit der kostenlosen Media Remote von Sony kann man sowohl mit einem iPhone als auch Android-basierten Smartphones das TV-Gerät steuern. Zunächst muss man aber das entsprechende Smartphone am Fernseher registrieren. Dies geht aber sehr einfach, nachdem man in der App die Registrierung durchführt wird man am TV-Gerät zur Bestätigung aufgefordert. Nach 2 Klicks steht die Verbindung. Nun kann man das Smartphone als konventionelle Fernbedienung nutzen. Besonders komfortabel ist sie aber in Verbindung mit dem Web-Browser. Mit der "Freie-Cursor-Fernbedienung" kann man das Smartphone quasi als Touchpad benutzen. Unter "Senden und Empfangen" stellt man bequem mit dem Handy die gewünschte Webseite ein und schickt dann mit einem Knopfdruck den Seiteninhalt auf den Bildschirm des TVs. Auch die interaktive Bedienungsanleitung kann man über das Smartphone abrufen.

DLNA-Streaming/USB

Medieninhalte vom USB-Stick oder einem DLNA-Server können ebenfalls vom Sony wiedergegeben werden. Hierfür muss das Menü des Sonys geöffnet und der Punkt "Medien" ausgewählt werden. Dann erfolgt die Unterteilung in Videos, Musik und Fotos. Es folgt die komplette Ansicht der Ordnerstruktur des Netzwerk-Servers bzw. des USB-Sticks und man wählt den gewünschten Ordner an.

Bei Bildern gibt der Sony lediglich JPEG-Dateien wieder, bei Musik nur MP3s. Bei Videos ist der Sony flexibler und spielt Quicktime MP4-Trailer, AVCHD, MPEG2-TS-Dateien, WMV und MPEG ab.

Bild

Video-EQ/Bildeinstellungen

Einstellungen - Bild

weitere Einstellungen

Dynamische Bildoptimierer

weitere Bildeinstellungen

Display Basic Check powered by

Über den Display Basic Check

Als Basis für den Display Basic Check, dient die sehr flexible Bildkalibrierungs-Software "Calman", aktuell Version v4.5. Als Sensor kommt der SpectraCal C6 zum Einsatz. Damit auch korrekt gemessen wird, ist eine spezielle Blu-ray mit Calman-Testbildern nötig, die wir zum Test in den BD-Player einlegen. Auf dieser sind die Testbilder, die für die Messungen gebraucht werden, enthalten. Vorteil von Calman ist, dass man sich sogenannte "Workflows" selber programmieren kann, die individuell auf das jeweilige Aufgabengebiet abgestimmt sind. So wird nur das gemessen, was auch benötigt wird, das ist gut für effizientes, schnelles Arbeiten. So kann der "Display Basis Check" hervorragend in die Testarbeit eingebunden werden. Der Display Basic Check umfasst die folgenden Parameter:

  • Gamut (Farbraum)/Weißpunkt
  • Farbdecoding
  • Farbtemperatur
  • Gamma

Digital Video Essentials HD Basics

Zusätzlich kommen noch Testbilder zum Thema Bildhelligkeit (Pluge), Farbdecoding, Bildschärfe, Kontrast und Scaling von der DVE - HD Basics von Joe Kane Productions hinzu.

Display Basic Check

Wer Sony TV-Geräte kennt, weiß bereits um die verschiedenen Einstellungen bei Bildfeldern. Zunächst wird eine bestimmte Szenenauswahl getroffen. Hier gibt es Allgemeint, Automatisch, Automatisch 24p, Kino, Sport, Musik, Animation, Foto, Spiel und Grafik. Für jede Szene stehen dann noch verschiedene Bildfelder zur Verfügung, z.b. Brilliant, Anwender und Standard. Dem Optimum bezüglich der Filmwiedergabe kommt unserer Meinung nach wieder die Szenenauswahl "Kino" und hier dann das Bildfeld "Kino 2". Bei Farbtemperatur sollte "Warm 2" gewählt werden, von "Kalt" über "Neutral" bis hin zu "Warm 1" bietet der Sony eine zu kalte Farbtemperatur.

Beim Pluge-Testbild lässt sich einerseits die korrekte Helligkeitseinstellung feststellen sowie andererseits ob der TV über eine homogene Helligkeitsverteilung verfügt. Bei einem EDGE LED LCD-Gerät ist dies immer ein schwieriges Thema, kein Gerät mit dieser Technologie schafft eine perfekt homogene Verteilung. Der Sony bietet aber eine recht gute, prägnante Hotspots sind nicht festzustellen, lediglich ist in den Ecken die Helligkeit etwas erhöht. Eine exzellente Präsentation für einen EDGE LED. Die Einstellung ist ebenso ausgezeichnet, maximal um 1 kann man den Helligkeitsregler nach oben hin verschieben, ab 52 wird der dritte Balken sichtbar. Beim nächsten Testbild "Reverse Grey Ramps and Steps" sehen wir, dass die Kontrastverteilung des Sony sehr gut ist. Clipping tritt nirgends auf, auch der Bereich Überweiß ist sauber differenzierbar. Im Unterschwarz fällt es etwas schwerer. 

Beim Overscan-Testbild ist zu erkennen, dass bei der Szenewahl "Kino" der Overscan automatisch deaktiviert ist. Da diese Szene für den Film-Genuß und die native Darstellung von Blu-ray/HD-Material gedacht ist, ist dies sehr positiv einzuschätzen. Bei anderen Szenen/Bildfeldern muss im Anzeige-Menü unter Bild - Bildschirm einstellen der Anzeigebereich auf "Vollpixel" und der Punkt "automatischer Anzeigebereich" auf aus gesetzt werden. Auch so kann eine pixelgenaue Darstellung erreicht werden. Die Bildschärfe sollte den voreingestellten Wert 50 nicht überschreiten, da dieser schon grenzwertig ist. Über 50 tritt sichtbares Ringing auf, gegebenenfalls kann man den Wert noch um 1-5 herabsetzen, danach wirkt das Bild aber weich gezeichnet.

Der Sony verfügt über keinen R-G-B only Modus, daher können wir zumindest per Testbild keine verlässlichen Aussagen über die Güte des Farbdecodings treffen.

Übersicht der Messergebnisse 1

Gamut und Weißpunkt

Gammakurve

Gammapunkt

Farbtemperatur

Farbtemperatur im Balkendiagramm

Gamut Luminanz

RGB Balance

Messergebnisse Übersicht 2

Der HD-Farbraum wird vom Sony KDL-46HX855 sehr gut getroffen. Alle Messpunkte liegen im Toleranzbereich, lediglich bei Grün kann man eine minimale Abweichung feststellen. Bei den Sekundärfarben ist bei Cyan ein sehr geringer Versatz zu erkennen. Die Gammakurve geht grundsätzlich aufgrund der Gleichmäßigkeit in Ordnung, allerdings ist der Sony augenscheinlich auf ein Gamma von 2,2 hin kalibriert. In jeder Bildhelligkeit liefert der Sony einen einheitlichen Weißpunkt, ist aber insgesamt ein wenig zu warm. Das wird auch aus den Diagrammen der Farbtemperatur klar ersichtlich. Wählen wir die Farbtemperatur eine Stufe kälter mit "Warm 1" ist das Bild aber sofort deutlich zu kalt. Auch an der RGB Balance kann man dies ablesen, Rot ist überräpresentiert. Zudem laufen die Primärfarben zwar parallel zueinander, liegen aber etwas zu weit auseinander. Der HX855 liefert ein gutes Zeugnis ab, zeigt aber dass vereinzelt noch Verbesserungspotential vorhanden ist.

3D-Darstellung

Erkennt der Sony, dass ein 3D-Signal anliegt, schaltet er automatisch dynamische Bildanpassungen zu. Dazu gehört die verbesserte Kontrastanhebung und Farbbrillianz. Dies macht aus dem Aspekt des Helligkeitsverlustes und der Abschwächung der Farbintensität Sinn, da die Bildoptimierer dem entgegenwirken und der Filmwiedergabe ohnehin durch den Helligkeitsverlust Authentizität genommen wird. Zu Beginn von Avatar fällt eine gute Bewegungswiedergabe auf, als die Kamera über das Dschungelkanapee der Bäume entlanggleitet. Die Blätter bleiben differenzierbar und die verschiedenen Grüntöne können auseinandergehalten werden und verwaschen nicht. Die eben angesprochene Farbwiedergabe kann sich am Sony Display sehr gut sehen lassen und wirkt trotz der verschiedenen Einwirkungen noch recht natürlich und lebendig. Voraussetzung dafür ist, dass man recht gerade vor dem Bildschirm sitzt. Neigt man den Kopf zu stark nach rechts oder links treten deutliche Farbverfälschungen auf. Der Plastizitätseffekt ist stark ausgeprägt, verschiedene Bildebenen wirken sehr gut gestaffelt und erzeugen einen sehr räumlichen Effekt. Kanten- und Detailschärfe ist ebenfalls sehr positiv einzuschätzen, die verschiedenen Ebenen wirken alle sehr gut durchzeichnet. Auch die Bewegungsschärfe ist auf hohem Niveau, stellenweise kann aber leichtes Zittern an Kanten auftreten. Schaltet man im 3D-Betrieb die Motionflow-Technologie zu, wirkt das Geschehen noch einen Tick geschmeidiger und die Bewegungen flüssiger. Aufgrund des Ausgangsmaterials ist auch der leichte Video-Look der Frame-Interpolationstechnik verschmerzbar, dadurch bedingte Bildstörungen konnten wir während der Testphase nicht entdecken. Trotz des Helligkeitsverlustes bietet der Sony ein kontrastreiches Bild mit hoher visueller Dynamik. Ghosting kann in manchen Szenen nachvollzogen werden, fällt aber häufig gar nicht auf. Die Tatsache, dass die aktiven Shutterbrillen etwas flackern, wenn man auf helle Hintergründe schaut, ist immer noch vorhanden, scheint aber nicht mehr so extrem ausgeprägt. Bei nur geringem Umgebungslicht fällt es nicht auf. Der Sony liefert ein sehr plastisches, weitgehend authentisches 3D-Bild, der größte Nachteil scheint uns die Anfälligkeit gegenüber zu starken Kopfbewegungen.

Blu-ray "Fluch der Karibik"

Das Galeonsschiff zu Beginn des Features fährt sehr plastisch aus dem wabernden Nebel auf den Zuschauer zu. Flüssig und geschmeidig wirkt die Bewegung des großen Schiffes, auch als die Kamera an der hölzernen Galeonsfigur vorbeifährt ist nur minimales Zittern an den Kanten zu erkennen. Die gute Detaillierung wird sofort am Kleid und den Haaren der jungen Ms. Swan ersichtlich, aber an den Uniformen und Klamotten des Commodores sowie der übrigen Mannschaft noch deutlicher. Der leicht kühle Eindruck dieser ersten Szene kommt trotz der etwas ins Warme verschobenen Farbtemperatur noch sehr gut heraus. Beim Sprung auf das zweite Kapitel erkennen wir auch an Jack Sparrow die gute Herausarbeitung von Details. In dunklen Bereichen der Haare und der Kleidung des Piratenkapitäns wirkt der EDGE LED LCD-TV etwas schwächer und kann nicht absolut klar durchzeichnen. Noch deutlicher ist das zu sehen, als Jack an den drei aufgeknüpften Piraten vorbeifährt. Hier fehlt es in den im Schatten liegenden Bereichen links und rechts der Piraten an Detail. Für einen EDGE LED LCD-TV bietet der Sony aber eine sehr solide Kontrastdarstellung und zeichnet auch in niedrigen IRE-Bereichen noch gut durch. Die Motionflow-Technologie im neuen Sony arbeitet in diesem Beispiel hervorragend. Es sind kaum negative Eigenschaften wie Nachzieheffekte oder unruhige Kanten zu sehen, dafür bestechen die Vorteile einer sehr flüssigen Bewegungsdarstellung. Minimaler Detailverlust lässt sich attestieren, dieser fällt im alltäglichen Praxisbetrieb aber nicht auf. Wer auf den authentischen Film-Look steht, bleibt natürlich bei der nativen 24p-Wiedergabe.

Die 3D-Wandlung wird beim Sony mit der 3D-Taste der Fernbedienung mit dem Punkt "Simuliertes 3D" gestartet. Der Sony schafft ein deutlich plastischeres und auch in den veschiedenen Bildebenen klar differenzierbarer gestaffeltes Bild. Besonders die Ebenendifferenzierung wird verbessert, die Objektplastizität nur geringfügig gesteigert. Erfreulich ist der recht geringe Helligkeitsverlust und auch die Farbdarstellung und Intensität bleibt sehr gut erhalten. Anfällig ist der TV gegenüber Kopfbewegungen. Neigt man den Kopf nach links bekommt das Bild einen Rotstich, nach rechts wird alles kühl und bläulich.

DVD-Upscaling, 576i auf 1080p

Filmmaterial, Star Wars Episode III, Filmmaterial 576i auf 1080p

Die dritte Star Wars Episode beginnt mit der bekannten, nach hinten ablaufenden gelben Laufschrift. Am Himmel sind die Sterne recht gut herausgearbeitet, man sieht allerdings ganz leicht die inhomogene Helligkeitsverteilung in den Ecken des TV-Gerätes. Die Laufschrift wirkt stabil, Kantenzittern und Treppenstufen an den Buchstabenkanten sind zu sehen. Wellenbewegungen sind nur im hinteren Drittel des Bildschirms geringfügig zu sehen. Der Schwenk auf den Zerstörer gelingt geschmeidig, die obere diagonale Linie und die Kommandobrücke zittern aber leicht. Nach etwa einer Sekunde steht das Schiff stabil und plastisch im Raum. Der Heckbereich wirkt trotz des Schattens noch gut durchzeichnet und an der Turbine treten nur minimale Überstrahlungen auf. Die Objektkanten der zwei Räumjäger bleiben im folgenden Überflug des Schiffs des Imperiums ruhig und zittern nicht. Beim Abknicken sehen wir ein gut gestaffeltes Panorama mit differenzierbaren Ebenen. Zudem wirken die einzelnen Schiffsobjekte plastisch und kleben nicht auf der Planetenoberfläche. Der Gesamtbildeindruck ist auch in den Kampfszenen mit vielen bewegten Flugobjekten ruhig und wirkt mit nur geringfügig ausgeprägten Artefakten. Die folgenden Innenaufnahmen überzeugen durch hohe Detaillierung und einer sehr guten Kantenschärfe. Bei den Nahaufnahmen fallen Treppenstufen oder unschönes Kantenzittern kaum bis überhaupt nicht auf. Sowohl die Kleidung der Jedis als auch Feinheiten im Gesicht kommen gut heraus. Eine ausgezeichnete Präsentation mit kleinen Schwächen und noch etwas Potential nach oben.

Videomaterial, AVEC Professional Test DVD

  • Durchlaufende Schriften, schwarz und weiß, vor dreifarbigem Hintergrund, in verschiedenen Geschwindigkeiten durchlaufend: Bei den Laufschriften macht der Sony einen ausgezeichneten Eindruck. Nur geringfügig zittern die Kanten der Buchstaben in der ersten Geschwindigkeit, das Zittern prägt sich auch nicht viel deutlicher in den schnelleren Geschwindigkeiten aus, wenn hier auch leichte Nachzieheffekte auftreten. Die Farbtrennung gelingt sehr gut.

  • In unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingendes Pendel mit rot-blauem Innenleben: Das Pendel wirkt ebenfalls solide, wenn sich hier auch ab dem oberen Drittel geringfügige Nachzieheffekte ausbilden. Die innenliegenden Balken sind ab der zweiten Stufe nicht mehr problemlos differenzierbar und bluten ein wenig aus.

  • Bewegtes Stadtbild von Esslingen: Beim Stadtbild von Esslingen bietet der Sony ebenfalls eine solide Präsentation mit hoher Bildruhe. Die Detaillierung kann aber im einzelnen, besonders an Bäumen oder dem Rasen im Park, noch verbessert werden. Die Plastizität wirkt solide und Artefakte prägen sich auch nur geringfügig aus.

HD-Tuner DVB-C/DVB-S

Bei den öffentlich-rechtlichen HD-Sendern in 720p bietet der Sony ein sauberes und detailscharfes Bild. Allein Schriften können stellenweise nicht ganz so klar erscheinen und es zeigen sich sogar noch geringfügig Treppenstufen. Die Farbwiedergabe ist dynamisch und lebendig, im Standard-Modus lediglich etwas kühl. Bildrauschen ist an manchen Stellen zu erkennen, prägt sich aber nicht deutlich aus. Die Bildplastizität ist ausgezeichnet, auch die Kontrastwerte wirken sehr gut.

Auch bei der schwachen Auflösung bietet der Sony eine solide Darstellung und ein natürliches Bild. Das Bildrauschen ist obligatorisch ausgeprägter und die Kanten- und Detailschärfe schwächer ausgeprägt. Artefakte wie Treppenstufen oder leichtes Zittern im Bild ist stellenweise schon zu sehen, eklatante Störungen wie Pixelfehler oder Blöckchenbildung ist nicht zu sehen. Der Sony bietet eine sehr gute Bilddarstellung in SD wie HD mit leichtem Verbesserungspotential. Auch die Umschaltzeiten könnten ein wenig kürzer sein, sie liegen bei etwas über einer Sekunde.

Ton

Bei dem lang gezogenen Standfuß im silbernen, geschliffenen Alu-Look handelt es sich nicht nur um ein hübsches Design-Objekt. Darin steckt nämlich ein integriertes Soundsystem, das über ein externes Kabel die Audio-Signale vom TV erhält. Der Sound aus dem Standfuß klingt um einiges kräftiger als man es von konventionellen TV-Lautsprechern gewohnt ist. Im Filmbetrieb gönnt uns der Sony etwas Dynamik und sogar Ansätze einer räumlichen Klangkulisse. Dank des integrierten Equalizers und einer virtuellen Surround-Schaltung kann die Klangwiedergabe ein wenig personalisiert werden. Stimmen sind, ironischerweise abgesehen vom Klangfeld "Klare Stimme", stets gut verständlich und werden nicht von komplexem Klanggeschehen überlagert. Wer nicht über eine AV-Anlage verfügt wird über das integrierte Soundsystem des Sony TV-Gerätes erfreut sein.

Konkurrenzvergleich
  • Samsung UE46ES8090: Der Samsung hat eine etwas höhere UVP und wird auch am Online-Markt noch etwas teurer gehandelt. Im ONE-Design wirkt er beinahe rahmenlos und kann sich getrost als ebenso schick fühlen wie der elegante Sony. Visuell schneiden beide sehr gut ab, der Samsung bietet eine noch natürlichere Farbwiedergabe und bessere Farbbalance, beide TVs sind in der Kino-Einstellung ein wenig zu warm. Beide haben aufgrund der EDGE LED Technologie mit inhomogener Helligkeitsverteilung zu kämpfen, der Sony schneidet hier etwas besser ab. Mit innovativeren Features trumpft der Samsung auf, er bietet Sprach- und Gestensteuerung, dazu ein sehr anwenderfreundliches Menü. Im 3D-Betrieb bieten beide eine sehr plastische, ruhige Präsentation, beim Sony muss man darauf achten dass man den Kopf nicht zu stark neigt. Die aktiven Shutterbrillen wirken bei Sony etwas hochwertiger als das Stecksystem von Samsung, sind dafür aber auch deutlich schwerer.

  • Panasonic TX-P42GT50: Der neue Panasonic GT50 ist natürlich in 42 Zoll, aber sogar in 50 Zoll zu günstigeren Marktpreisen als der Sony erhältlich. Optisch kann der GT50 nicht mithalten, die schwarze Front und der lang gezogene silberne Standfuß wirken enorm elegant. Die Bildgüte des Panasonics ist aber überlegen. Der Panasonic bietet ein enorm ruhiges Bild in 2D und 3D und kann auch bei der Wandlung überzeugen. Im Gegensatz zum Sony muss der Plasma auch nicht mit inhomogener Helligkeitsverteilung kämpfen und bietet exzellente Kontrastwerte. Multimedial überzeugt der Sony durch den Zugriff auf Sony Entertainment Network, spielt aber im DLNA-Betrieb nicht allzu viele Formate ab. Die aktiven Shutter-Brillen des Panasonics sind leichter und angenehmer beim Tragen, zudem ist der Panasonic nicht anfällig gegenüber Kopfneigung. Der Sony muss bei keinen Anschlüssen auf einen Adapter zugreifen und punktet auch bei der Tonwiedergabe, hier bietet der Panasonic nur schlichte TV-Lautsprecher.

Fazit

Der Sony KDL-46HX855 zieht Blicke auf sich. Im modernen Wohnzimmer kann der Sony mit seiner schwarzen Front und dem lang gezogenen Standfuß in silbernem Alu-Look durchaus als schickes Möbelstück gelten. Auch visuell kann der Sony aber mit einer stimmigen, natürlichen Wiedergabe punkten und punktet mit Film-Look out-of-the-box beim Bildfeld "Kino". Bedingt durch die EDGE LED-Technologie ist die Helligkeitsverteilung nicht ganz homogen, der Sony liegt hier aber vor Konkurrenten identischer Bauweise und zeigt nur in Ecken geringfügig Hot Spots. In 3D bietet der Sony ein sehr plastisches, ruhiges Bild mit natürlicher Farbdarstellung. Weniger gut ist die Anfälligkeit gegenüber Kopfneigung. Die Wandlung kann sich sehen lassen, ebenso wie die Upconversion, wenn hier auch noch etwas Potential liegt. Im TV steckt ein WLAN-Modul, so dass sowohl auf das Sony Entertainment Network als auch die DLNA-Funktionen drahtlos genutzt werden können, ein wenig mehr Formatvielfalt würden wir uns beim Streaming und dem USB-Betrieb wünschen. Installation und Bedienung ist recht problemlos, schnell hat man das an das XMB-Menü angelehnte Graphical User Interface durchschaut. Die interaktive Bedienungsanleitung hilft, wenn doch noch eine Frage offen bleibt.

Optisch sehr eleganter und schicker EDGE LED LCD-TV mit überzeugenden visuellen Qualitäten

Flachbildschirme bis 50 Zoll obere Mittelklasse
Test 21. August 2012

+ Hohe Bildgüte in 2D & 3D
+ Solide Upconversion
+ Sehr schicke Optik
+ Frame-Interpolationstechnologie mit geringer Fehlerquote
+ Integrierte BDA
+ Dank integriertem Soundystem gute akustische Eigenschaften
+ Integriertes WLAN-Modul

- Anfälligkeit gegenüber Kopfneigung
- Formatvielfalt DLNA/USB

Text: Philipp Kind
Messungen: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21.08.2012

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