TEST mit Display Basic Check: Sony KDL-46HX755

18.05.2012 (phk/sw)

Einleitung

Den KDL-HX755 in 46 Zoll holt man sich zur UVP von 1399 EUR ins Haus. Der Full HD 3D Dynamic EDGE LED LCD-TV kommt mit dem X-Reality Bildprozessor und integriertem WiFi daher. Das Design der HX75 Serie ist eine Schwarz-Silber Kombination mit nahtlosen Kanten, dank des neuen Standfußes kann der TV vertikal und horizontal geschwenkt werden. Die 3D-Wiedergabe wurde durch das 4x Highspeed 3D-Display auf Bewegungsschärfe, Helligkeit und Kontrast optimiert. Mit der neuen LED Frame Dimming Funktion wird die Hintergrundbeleuchtung an das aktuell herrschende Umgebungslicht angepasst und Energie gespart. Motionflow XR 400 sorgt für fließende Bewegungen bei actionreichen Szenen. Sony Entertainment Network ist natürlich auch an Bord, zudem kann der TV mit einer Smartphone-App gesteuert und Medieninhalte auf den TV gestreamed werden.

Stromverbrauch
  • Standby: (Anmerkung - direkt nach dem Ausschalten sucht der Sony nach Firmwareupdates, daher liegt der Stromvebrauch so lange noch bei ca. 15 Watt) zwischen 0,1 und 0,2 Watt

  • Szene Automatisch, Bild Standard: 70 - 85 Watt; Szene Film, Modus Kino1: 60 - 80 Watt

Verarbeitung

Kantenverarbeitung

Rückseite

Befestigung Standfuss Rückseite

Standfuss links vorne

Bedienelemente Rückseite

Fernbedienung

Aktive Shutterbrille

Draufsicht

Power

USB-Ladeslot

Brille seitlich

Die schwarze Hochglanzoberfläche an der Front des KDL-46HX755 sieht recht schick und elegant aus. Bei den verwendeten Materialien handelt es sich aber ausschließlich um Kunststoff. Die silbernen Leisten um den Rahmen sind sauber eingefasst, die Kanten sind leicht gerundet. Der Standfuß ist Geschmackssache, der TV wirkt aber standfeßt und stabil. Auf der ebenfalls in Kunststoff gehaltenen Rückseite finden sich auf der rechten Seite stationäre Bedienelemente, die als Druckknöpfe ausgeführt sind. Die Anschlüsse sitzen ausgezeichnet und sind sauber eingepasst. Die Fernbedienung ist recht solide und bietet ein gutes Tastenlayout aber keine Beleuchtung.

Anschlüsse

Anschlüsse Rückseite

Scart-AV, Komponentenvideo + Stereo Cinch

Anschlüsse Gesamt

  • HDMI 4x
  • Komponentenvideo Eingang + Stereo Cinch analoger Audio-Eingang
  • PC VGA + Line In
  • Digitaler optischer Audio-Ausgang
  • Kopfhörerausgang
  • Ethernet
  • USB 2x
  • LNB
  • Antenne
  • CI Plus

Das Anschlussangebot des Sony TVs entspricht mit vier HDMI-Eingängen, einem digitalen Audio-Ausgang und einem Komponentenvideo-Eingang dem aktuellen Standard und ist weder über- noch unterdurchschnittlich vielfältig. USB-Eingänge finden sich zwei, einer davon ist explizit für die PVR-Aufnahme gedacht. Gut gefällt uns, dass man beim Sony für keinen Eingang auf einen Adapter zurückgreifen muss.

Menüs

Home-Menü

Zugriff auf DLNA-Server

Favoriten

Einstellungen

Widgets

Anwendungen

Bei der ersten Inbetriebnahme wird beim Sony zunächst Sprache und Land eingestellt und danach eine PIN für die Kindersicherung festgelegt. Es folgt die Auswahl, ob der TV im Shop-Modus laufen soll oder zuhause eingesetzt wird und ob der TV auf einem Tischfuß steht oder an der Wand hängt. Nun kann ein automatischer Satellitensuchlauf gestartet werden. Nach etwa 5-10 Minuten ist der Suchlauf abgeschlossen und es können weitere Signalarten empfangen oder der Schritt übersprungen werden. Es folgt die Einrichtung der Internetverbindung. Bindet man den Sony drahtlos ein und der Router verfügt über die WPS-Funktion wird der TV automatisch und bequem ins WLAN integriert, natürlich kann auch eine manuelle Einbindung erfolgen. Die Integration erfolgte im Testbetrieb blitzschnell und der Verbindungstest verlief erfolgreich. Wer möchte, kann noch am Programm zur Qualitäts-Verbesserung teilnehmen, hier wird eine Benutzungsstatistik bezüglich TV-System und Fernbedienung an den Sony-Server gesendet, persönliche und TV-Erkennungsinformationen sind davon ausgenommen. Im letzten Schritt informiert der TV noch, dass die Standby-Abschaltung aktiviert ist und der TV Bild und Ton automatisch an die wiedergegeben Inhalte anpasst. Diese Funktionen können auch abgeschalten werden. Damit ist die Erstinstallation abgeschlossen.

Öffnet man mit der Home-Taste der Fernbedienung das Hauptmenü, wird die Bildwiedergabe weiterhin links in einem leicht verkleinerten Fenster angezeigt. Das Menü ist von Sony bereits bekannt und weitgehend an den XMB-Stil der PlayStation 3 angelehnt. Umfangreiche Bildeinstellungen finden sich unter "Einstellungen" - "Anzeige". Der Video-EQ ist umfangreich und verfügt über zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten, besonders für SD-Material. Auf multimediale Features wie Widgets, Skype, Wifi Direct und das Sony Entertainment Network kann man ebenfalls vom Home-Menü aus zugreifen. Die verschiedenen Funktionen werden allesamt durch unterstützende Hilfetexte in Kurzform erklärt. Zudem steht ein elektronisches Handbuch, das i-Manual, zur Verfügung. Eine dedizierte Taste auf der Fernbedienung ruft dieses auf. Die Menüführung ist linear und nach kurzer Einarbeitungszeit leicht durchschaubar. Die Navigation durch das Menü verläuft allerdings ein wenig träge und der TV benötigt auch eine kurze Zeitspanne, bis er auf Eingabebefehle reagiert.

Multimedia

Cloudbasierter Video-On-Demand-Dienst

Cloudbasierter Music-On-Demand-Dienst "Music Unlimited"

Music Unlimited, Video Unlimited

Auch der HX755 hat das Sony Entertainment Network an Bord. Der Nutzer kann sich bei Music Unlimited bzw. Video Unlimited anmelden. Die Cloud-basierten Musik- und Video-on-demand-Dienste können nach der Einrichtung eines Benutzerkontos verwendet werden und man kann sich Musik und Videos kaufen. Der gekaufte Content ist dann an verschiedneen Geräten, die über Zugriff auf Sony Entertainment Network verfügen, abrufbar. Bei Videos liegen die Preise für HD bei 4,99 EUR pro Film, SD 3,99 EUR.

Diverse Apps, Mediatheken, Twitter/Facebook, Skype, youTube, Internetradios etc. können ebenfalls mit der "SEN"-Taste der Fernbedienung direkt angewählt werden. Wie im Menü sind die Reaktionszeiten des Sony TVs etwas träge und man muss zwischenzeitlich schon mal 1-2 Sekunden auf das Öffnen der Applikation warten.

Internet-Browser

Im Home-Menü unter Anwendungen findet sich ein Internet-Browser für den Zugang ins freie Internet. Der Browser wird im Home-Menü unter Anwendungen gestartet. Mit der Option-Taste können Lesezeichen gesetzt werden, Vor/zurück geschalten und eine URL-Eingabe sowie verschiedene weitere Funktionen durchgeführt werden. Die URL-Eingabe mit der Fernbedienung ist eher langwierig und wenig komfortabel, hier empfiehlt sich der Einsatz der Smartphone-App. Seiten bauen sich recht fix auf, auch über Flash-Support verfügt der Browser.

Opera TV Store

Ebenfalls unter Anwendungen findet sich der Opera TV Store. Hier können verschiedene Apps, darunter Spiele, Wetterdienste, Apps zu Sozialen Netzwerken und Musikdienste wie AUPEO! heruntergeladen werden.

DLNA-Streaming

Server-Auswahl

Videos

Im Home-Menü unter Medien können Dateien über DLNA auf dem TV-Gerät wiedergegeben werden. Nach erster Kategoriewahl wird eine Serverauswahl angezeigt. Es folgt die Anzeige der Ordnerstruktur und man muss zu den gewünschten Dateitypen navigieren. Unter Bildern spielt der Sony lediglich JPEGs ab, bei Musik nur MP3-Dateien. Bei Videos spielt der Sony MP4-Dateien, TS HDTV-Aufnahmen, MPEG1/2-Videos und WMV-Videos wieder. Insgesamt eine etwas dürftige Auswahl, auch die Pufferzeit bis ein Video abgespielt wird, ist recht lang.

Bild

Video-EQ/Bildeinstellungen

Options-Menü mit Szenenwahl

Video-EQ 1

Verschiedene Bildoptimierer

Weitere Einstellungen

Display Basic Check powered by

Über den Display Basic Check

Als Basis für den Display Basic Check, dient die sehr flexible Bildkalibrierungs-Software "Calman", aktuell Version v4.5. Als Sensor kommt der SpectraCal C6 zum Einsatz. Damit auch korrekt gemessen wird, ist eine spezielle Blu-ray mit Calman-Testbildern nötig, die wir zum Test in den BD-Player einlegen. Auf dieser sind die Testbilder, die für die Messungen gebraucht werden, enthalten. Vorteil von Calman ist, dass man sich sogenannte "Workflows" selber programmieren kann, die individuell auf das jeweilige Aufgabengebiet abgestimmt sind. So wird nur das gemessen, was auch benötigt wird, das ist gut für effizientes, schnelles Arbeiten. So kann der "Display Basis Check" hervorragend in die Testarbeit eingebunden werden. Der Display Basic Check umfasst die folgenden Parameter:

  • Gamut (Farbraum)/Weißpunkt
  • Farbdecoding
  • Farbtemperatur
  • Gamma

Digital Video Essentials HD Basics

Zusätzlich kommen noch Testbilder zum Thema Bildhelligkeit (Pluge), Farbdecoding, Bildschärfe, Kontrast und Scaling von der DVE - HD Basics von Joe Kane Productions hinzu. Im folgenden Special stellen wir Ihnen diesen Check genau vor.

Display Basic Check

Wir wählen zunächst das Bildfeld, bzw. im Falle des HX755 den Szenenmodus sowie das Bildfeld aus, mit dem wir unsere Beobachtungen und Messungen durchführen. Wie schon bei den früheren Sony-Modellen wird zuerst die Szene (Automatisch, Allgemein, Kino, Sport, Musik, Animation, Foto, Spiel, Grafik) ausgewählt, infolge stehen verschiedene Bildfelder zur genaueren Anpassung zur Verfügung. Neu in dieser Generation ist die Szene "Automatisch (24p-Syn.)", bei Zuspielung von 24p-Signalen schaltet der TV automatisch in den Kino-Modus. Bei allen anderen Signalen bleibt er bei "Automatisch". Szene "Kino" und Bildmodus "Kino1" scheint uns am natürlichsten. "Kino2" ist auch nicht fern, aber für mehr externen Lichteinfall ausgelegt. Bei der Farbtemperatur wählen wir "Warm2". Dies wirkt recht warm, bei "Warm1" wirkt aber immer noch zu kalt und ein leichter Violett-Stich schleicht sich ein.

Beim Pluge-Testbild können wir eine ideale Einstellung der Helligkeit beim Standard-Wert 50 attestieren, auch die Rasterung ist sehr gut. Beim Wert 51 ist der Unterschwarz-Balken schon minimal sichtbar, bei 50 gerade nicht mehr. Die Helligkeitsverteilung ist für ein EDGE LED LCD-Gerät schon sehr gut, in der rechten oberen und linken unteren Ecke macht sich die Technologie aber noch bemerkbar. Der Schwarzwert ist in Ordnung, aber nicht überdurchschnittlich gut. Beim Testbild "Reverse Grey Ramps & Steps" zeigt sich ein sehr ausgewogenes Kontrastverhältnis. Der Regler steht auf 90 und kann eventuell sogar um etwa 5 Punkte zurückgeschraubt werden. Überweiß- und Unterschwarzinformationen können gerade noch differenziert werden.

In der Szenenauswahl "Kino" in Kombination mit dem Bildfeld "Kino1" bietet der Sony eine pixelgenaue Darstellung nativer Inhalte, bildet also keinen Overscan aus - sehr löblich. Die Regelung der Schärfe ist erfreulicherweise sehr fein gerastert. Die normalisierte Einstellung bei 50 ist ein guter "Allround"-Wert. Wer auf höchste Bildschärfe steht, kann den Regler sogar in die oberen 60er Bereiche drehen, ohne dass sich übermäßige Doppelkonturen ausprägen. Zu weich wird das Bild unter 40. Wir belassen es beim Mittelwert 50. Wir führen unsere Messungen bei kompletter Dunkelheit durch. Auch beim Anwender zuhause sollte der Filmgenuß, um die höchste Bildqualität zu erhalten, im dunklen stattfinden. Das Display ist verspiegelt und weist bei externem Lichteinfall Reflexionen auf.

Übersicht

Übersicht 2

Farbtemperatur

Balkendiagramm

Gammakurve

Gammapunkt

Gamut Luminanz

RGB Balance

Farbraum und Weißpunkt

Den HD-Farbraum trifft der Sony mit minimalen Abweichungen sehr genau, auch der Weißpunkt überzeugt. Die Farbtemperatur von 6500K trifft der Sony über die gesamte Helligkeitsspanne hinweg hervorragend und bietet weder ein zu kaltes, noch zu warmes Bild. Auch die RGB-Balance sieht ausgezeichnet aus, das Grün ist minimal unterräpresentiert. Das Gamma ist ein wenig zu niedrig und orientiert sich eher an der THX-Vorgabe von 2,2. Trotzdem ein sehr gutes Ergebnis. Bilanzierend punktet der HX755 mit ausgezeichneten Mess-Ergebnissen, die den guten Ersteindruck bestätigen. Geringfügig Optimierungsbedarf besteht wohl immer, in seine Preisklasse überzeugt der Sony aber vollends.

3D nativ, Avatar

Beim Filmbeginn fliegen wir über das Kanapee des Pandora-Dschungels hinweg. Die Kamerafahrt gelingt flüssig und zitterfrei, beim Hinwegziehen über die Bäume kann der Sony eine gute Bewegungsschärfe bieten. Einzelne Details an den Bäumen und Blättern lassen sich erkennen. Als Jake Sully aus dem Cryo-Schlaf erwacht bietet der Sony ein fein durchzeichnetes und scharfes Bild in der kleinen Schlafkoje. Als diese sich öffnet, wird eine ausgeprägte Tiefenstaffelung geboten und auch die hinteren Bereiche des riesigen Schiffes noch scharf dargestellt. Der Sony punktet zudem mit einer sehr ruhigen Darstellung von Bewegungen und geringem Crosstalk, so wird das 3D-Sehen sehr angenehm. Als das riesige Langstrecken-Raumschiff an einem vorbeifährt wirkt die Bewegung wieder enorm ruhig und ein sehr scharfer, plastischer Bildeindruck entsteht. Der 3D-Effekt ist stark ausgeprägt, auch die Objektplastizität sowie das Differenzierungsvermögen verschiedener Ebenen ist hoch. Generell lassen sich bei Bewegungen nur sehr geringe Schärfeverluste beim HX755 feststellen. Die Farbgebung gelingt authentisch, besonders der Helligkeitsverlust wirkt sich nur geringfügig auf die hohe Bildqualität aus. Anfällig ist der Sony noch gegenüger Kopfbewegungen. Neigt man den Kopf zu sehr nach links oder rechts, driftet die Farbgebung des Bildes in Magenta bzw. Blau ab. Verbessert wurden auch die Brillen, die jetzt nur noch wenig Flimmern zeigen, selbst wenn man in helle Oberflächen um den TV blickt. Der Sony begeistert besonders durch das ruhige Bild und der geringen Crosstalk-Ausbildung. Die Inbild-Dynamik ist gut, hier ist aber noch etwas Potential, ebenfalls bei den Kontrastwerten. In sehr dunklen Bereichen gehen einige wenige Details verloren, dennoch bietet der Sony eine ausgezeichnete 3D-Performance.

2D und Wandlung in 3D, "Fluch der Karibik"

Das Galeonsschiff fährt sauber und mit gleichmäßiger Bewegung aus dem authentisch wirkenden Nebel plastisch auf den Zuschauer zu und bietet bereits im 2D-Betrieb eine gute räumliche Wirkung. Die Kamerafahrt vorbei an der Galeonsfigur gelingt ruhig, selbst an der Figur weist das Bild kaum Kantenzittern auf. Angekommen bei den Protagonisten beweist der Sony ausgezeichnete Kanten- und Detailschärfe. Sowohl am Kleid der jungen Ms. Swan als auch an den Uniformen von Commodore Norrington und Elizabeths Vater sind klare Strukturen und Feinheiten erkennbar. Im zweiten Kapitel sehen wir zum ersten Mal Captain Jack Sparrow auf seinem schiffbrüchigen Kahn. Abgesehen von ein paar Einzelheiten in der Haarpracht des Piratenkapitäns wird alles sauber und fein durchzeichnet. Die Farbgebung ist stimmig und natürlich. Als er an den drei aufgeknüpften Piraten vorbeifährt zeichnet der Sony nach seinen Möglichkeiten auch in den unteren IRE-Bereichen Details der Felsformation heraus. Die drei Skelette hängen klar vor den Klippen im Hintergrund. Nach der Einfahrt in Port Royale zeigt sich ausgezeichnete 24p-Stabilität, auch die horizontale Kamerafahrt in die Festung hinein gelingt - unter leichtem Zittern des Hutes des Wachsoldaten - sehr gut.

Mit der 3D-Taste der Fernbedienung und der Auswahl "Simuliertes 3D" startn wir die Wandlung von 2D-Material in 3D. Die Ausfahrt des Galeonsschiffes aus dem Nebel bleibt angenehm flüssig und ruhig, allerdings ist das Bild etwas dunkler, so dass die wabernden Nebelschwaden nicht ganz so strukturiert erscheinen. Die Bildstabilität wird kaum beeinflusst, dafür ist ein leichter Detailverlust, besonders im hochfrequenten Bereich, bemerkbar. Die Farbgebung bleibt weitgehend stimmig, wirkt aber etwas weniger dynamisch und flacher. Der 3D-Effekt ist spürbar, aber nicht übermäßig stark ausgeprägt. Crosstalk bzw. Ghosting hält sich erfreulicherweise auch bei der Wandlung in Grenzen. Aufgrund des Helligkeitsverlustes gehen in dunklen Bereichen noch etwas mehr Details verloren. Als Jack an den Skeletten vorbeifährt zeigt sich die Objektplastizität besser, ebenfalls zu sehen als er an den Seeleuten in Port Royale vorbeifährt. Die Wandlung von Sony gehört bereits zu den besseren Konvertierungen, bietet aber immer noch klares Potential nach oben.

DVD-Upscaling, 576i auf 1080p

Filmmaterial, Star Wars Episode III

Bei einem recht soliden Schwarzwert arbeitet der Sony viele Sterne heraus und zeigt eine vergleichsweise homogene Helligkeitsverteilung. Die gelbe Laufschrift läuft sehr sauber nach hinten ab, geringfügig bilden sich Treppenstufen aus. Abgesehen davon wirkt die Schrift aber sehr ruhig, es zeigt sich auch kaum Zittern und es werden auch in den hinteren Bereichen keine Treppenstufen ausgebildet. Ein Ausbleichen der Farbe erkennen wir nicht. Der Schwenk auf den Zerstörer gelingt flüssig, der DeInterlacer rastet sofort ein und das Raumschiff steht ruhig, stabil und plastisch im Raum. An den Kanten zeigt sich kaum Zittern und auch Rauschen im roten Streifen des Schiffes fällt nicht auf. Der im Schatten liegende Heckbereich ist solide durchzeichnet und es zeigt sich kaum Überstrahlen an den Turbinen. Beim Abknicken der Raumjäger eröffnet sich ein tiefes Panorama mit guter Ebenenstaffelung. Die Bildstabilität ist insgesamt hoch und trotz der vielen bewegten Objekte zeigt sich das Bild sauber und scharf. Dies setzt sich in den Nahaufnahmen mit ausgeprägter Detailschärfe fort. Die Farbgebung wirkt dynamisch, aber natürlich. Auch Hauttöne gelingen authentisch. Der HX755 überzeugt - bei deaktivierten Bildoptimierern - mit einem sehr sauberem und gleichzeitig natürlichem Bild. Ein wenig Luft ist noch nach oben, dies beweisen die aktuellen Panasonic Geräte mit dem UniPhier Pro² Chip, dennoch kommt hier schon HD-Feeling auf.

Videomaterial, AVEC Professional Test DVD

  • Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Die Laufschriften werden allesamt sauber wiedergegeben, weisen aber leichtes Kantenzittern in allen Geschwindigkeiten auf. Artefakte, ausgeprägte Nachzieheffekte und Doppelkonturen gibt es nicht. Die Farbtrennung gelingt ausgezeichnet.

  • Schwingendes Pendel: Das Pendel weist ab der Mitte Nachzieheffekte auf und die Balken bluten leicht aus, auch die Differenzierbarkeit ist kaum mehr gegeben. Die Linie, über die das Pendel gleitet steht stabil.

  • Stadtbild Esslingen: Das Bewegtbild gelingt sauber und ruhig, auch die hinteren Bereiche des Bildes werden noch gut durchzeichnet. An Rasen- und Pflastersteinen bleiben Strukturen erkennbar und Details werden ausgearbeitet. Das Zeilenrauschen auf den Hausdächern hält sich in Grenzen.

HD-Tuner DVB-C/DVB-S

  • HD-Material: Der Sony überzeugt bei nativen HD-Inhalten in 720p und 1080i durch solide Detail- und Kantenschärfe. Stellenweise ist aber noch ein wenig Rauschen im Bild erkennbar. Die Farben wirken, wie im Filmbetrieb, sehr natürlich und in sich stimmig. Störende Artefakte sind keine zu sehen, auch Treppenstufen an scharfen Kanten sind keine zu entdecken. Die Umschaltzeit beträgt etwa 1,5 Sekunden.

  • SD-Material: Bei SD-Material ist, allein schon durch die minderwertige Sendequalität bedingt, erhöhtes Bildrauschen feststellbar. Zudem geringere Kanten- und Detailschärfe sowie ein etwas unruhigeres Bild. Dennoch bietet der Sony eine solide Bildstabilität und natürliche Farben, die nicht mehr ganz so dynamisch wirken. Die Bewegungswiedergabe verläuft flüssig und ohne Schärfeverluste, immer noch ein solides Bild.

Bild-Fazit

Der Sony TV überzeugt nicht nur mit ausgezeichneten Mess-Werten sondern zeigt auch im Praxisbetrieb, dass EDGE LED LCD TV-Geräte eine hohe Bildgüte bieten können. Natürlich merkt man dem TV noch eine etwas inhomogene Helligkeitsverteilung an, auch in den dunklen Bildbereichen bleibt bezüglich der Durchzeichnung noch Potential nach oben. Der 3D-Betrieb begeistert durch eine ruhige, detailgetreue Darstellung mit wenig Crosstalk, ist aber noch etwas anfällig gegenüber Kopfneigung. Insgesamt eine hervorragende Performance mit nur leichten Schwächen.

Klang

Der KDL-46HX755 bietet im alltäglichen TV-Betrieb, der hauptsächlich durch Sprachwiedergabe geprägt ist, eine sehr solide Performance. Stimmen wirklen klar und charakteristisch, nicht überspitzt oder zu hell. Selbst bei etwas anspruchsvollerer Akustik schlägst sich der Sony für ein TV-Gerät ordentlich. Ein blecherner Einschlag ist nur leicht spürbar und im Höhen- und Mittenbereich wirkt der TV auch recht dynamisch, der Tieftonbereich ist aber quasi nicht vorhanden. Der Sony ist pegelfest, selbst größere Räume können ohne Verzerrungen oder Durchschlagen beschallt werden. Die Surround-Schaltung bei den Ton-Optionen bietet etwas ausgeprägtere Räumlichkeit, der Hochtonbereich klingt dann aber ein wenig bedeckt.

Konkurrenzvergleich
  • Samsung UE46D8090: Der Samsung UE46D8090 ist im Marktpreis noch etwa 200-300 EUR teurer als die UVP des Sonys in identischer Bilddiagonale. Der Samsung im ONE-Design ist extrem schick und weist auch eine etwas solidere Oberflächenqualität auf. Beide Geräte haben WLAN an Bord und punkten mit vielen Multimedia-Features, Sony hat natürlich mit dem Sony Entertainment Network überzeugende Argumente parat. Zudem erscheint uns der Video-EQ im Sony feiner justierbar zu sein, wenn auch der im Samsung recht umfangreich ist. Im 3D-Betrieb hat der D8090 die Nase vorne, der Sony ist zwar sehr angenehm, der Samsung aber nicht empfindlich gegenüber Kopfbewegungen und bietet einen ausgeprägteren 3D-Effekt.

  • Toshiba 46WL863G: Der "kleine" mit CEVO Engine von Toshiba ist zu unheimlich günstigen Marktpreisen um die 900 EUR erhältlich und ein starker Konkurrent für den deutlich teureren Sony. Dieser hat aufgrund des schwächeren Prozessors mit leicht trägen Reaktionszeiten im Menü- und Multimedia-Betrieb zu kämpfen. Beim Toshiba sind allerdings keine 3D-Brillen im Lieferumfang. Beide Geräte verfügen über ein WLAN-Modul und umfangreiche Netzwerk-Features. Mit einem exzellenten Video-EQ können beide aufwarten, ebenso mit guter 3D und 2D-Wiedergabe von Blu-ray. Die Upconversion beherrscht der Sony besser.

Fazit

Der Sony KDL-46HX755 überzeugt besonders in der Königsdisziplin Bildqualität und glänzt mit ausgezeichneten Mess-Ergebnissen. Im 3D-Betrieb wird besonders auf angenehmes Sehen Wert gelegt. Eine hohe Bildstabilität, Bewegungsschärfe und kaum Crosstalk sind die Folge. Schwachpunkt ist die Anfälligkeit gegenüber Kopfbewegungen, neigt man den Kopf zu stark nach rechts oder links, treten starke Farbverfälschungen auf. Die Wandlung ist bereits sehr gut, bietet aber bezüglich des 3D-Effektes noch Potential nach oben und weist obligatorisch den identischen Schwachpunkt zur nativen 3D-Wiedergabe auf. Sehr gut finden wir, dass der TV im Bildfeld/Szene Kino bereits mit den Grundeinstellungen einen sehr natürlichen Film-Look bietet. Der TV mit ordentlicher Verarbeitung hat WLAN integriert und natürlich Sonys Cloudbasierten Service "Sony Entertainment Network" an Bord. Die Format-Auswahl via DLNA könnte noch etwas umfangreicher sein. Unser größter Kritikpunkt gilt aber der Reaktionszeit auf Eingabebefehle. Abgesehen von der leichten Verschachtelung gefällt uns das Menü und das Handling des TV-Gerätes recht gut, allerdings ist die Reaktionszeit des TVs zu lange, das muss schneller gehen.

Ausgezeichnet voreingestellter EDGE LED LCD-TV mit hoher Bildgüte und WLAN integriert

Flachbildschirme bis 50 Zoll obere Mittelklasse
Test 18.05.2012

+ Hohe Bildgüte in 2D & 3D
+ 24p-Stabilität
+ Ausgezeichnete Upconversion
+ Sehr gute Mess-Ergebnisse
+ Gute Grundeinstellungen
+ Video-EQ
+ WLAN integriert

- Träge Reaktion im Menü/Multimedia
- Empfindlichkeit Kopfneigen 3D

Text: Philipp Kind
Messungen: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18.05.2012

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