TEST: Sony BDV-N590 - Audiovisuell starkes Komplettpaket unter 500 EUR?

26.11.2012 (phk/sw)

Einführung

Das Sony BDV-N590 ist ein 1000 Watt starkes 5.1 Heimkino-Komplettsystem mit 3D-fähigem Blu-ray Receiver. Das Sony System soll hohe audiovisuelle Qualität sowohl von Blu-ray und DVD als auch Online-Videos sowie sonstigen Webinhalten bieten. Für die optimale Einstellung und Anpassung an den Wohnraum liefert Sony ein Messmikrofon mit zugehörigem automatischem Einmess-System mit. Für Unterhaltung aus dem Web oder Netzwerk muss das Sony Set nicht kabelgebunden ins Netzwerk integriert werden sondern verfügt auch über ein WLAN-Modul. Eine Docking-Station für iPod/iPhone liegt ebenfalls bei. Die Steuerung des Gerätes via App wird mit der Sony "Media Remote" realisiert. Damit können auch Inhalte vom Smartphone/Tablet direkt zum Sony System gestreamed werden. Das BDV-N590 ist zu einer UVP von 449 EUR erhältlich.

Verarbeitung

Hauptgerät

Display auf der Oberseite

USB-Slot unter einer Klappe

Beiliegendes Einmessmikrofon

iPod-Dock

Fernbedienung

Center

Rückseite

Klemmanschlüsse und Wandhalterung

Satellit

Rückseite

Klemmanschlüsse

Subwoofer

Unterseite

Tieftöner

Der Blu-ray Receiver des BDV-N590 kommt in leicht futuristischem Design daher und erinnert ansatzweise sogar an die PS3 Slim. Auf der rechten Seite oben befindet sich ein einzeiliges Display mit rudimentären Informationen. Darunter beleuchtete Touch-Bedienelemente und dazwischen liegt das Slot in-Laufwerk. Die Bedienelemente leuchten nur bei Berührung auf und reagieren sehr gut. Der Power-Button ist der einzige "hard key" und ist links unten zu finden. Die Anschlüsse auf der Rückseite sitzen fest und sind sauber eingepasst. Rechts vorne ist hinter einer Kunststoffklappe ein USB-Anschluss untergebracht. Die Klappe lässt sich mit leichtem Druck lösen und ist mit einer Gummischlaufe versehen, damit die Klappe nicht verloren geht.

Die Satelliten kommen in angedeuteter Konusform in Hochglanzschwarz daher. Der Korpus besteht aus Kunststoff, das fest arretierte Lautsprechergitter ist aus Metall gefertigt. An der Rückseite hinter der Kunststoffabdeckung befinden sich die einfachen Lautsprecher-Klemmanschlüsse. Das Systemkabel wird also angeschlossen und danach der Standfuß angeschraubt. Möchte man das Kabel entfernen, muss der Fuß erneut abgeschraubt werden. Die Hochglanzoberfläche wirkt recht robust und ist nur bedingt kratzempfindlich, Fingerabdrücke sind aber schnell zu sehen. Der passive Subwoofer ist mattschwarz, die Seitenteile bestehen aus MDF während Boden und Deckel aus Kunststoff sind. Am Subwoofer sind keine Klemmanschlüsse, das Systemkabel geht direkt aus dem Gehäuse und wird am Blu-ray Receiver angeschlossen.

Das iPod-Dock aus Kunststoff kennen wir bereits von anderen Sony-Geräten. Es wird mit einem microUSB-USB-Kabel an einem freien USB-Slot angeschlossen und verfügt auch über einen FBAS Videoausgang. Die nicht beleuchtete Fernbedienung bietet ein mittig liegendes Navigationskreuz und ausgezeichneten Tastendruckpunkt.

Anschlüsse

Lautsprecheranschlüsse

Rückseite

  • HDMI In 2x
  • HDMI Out 1x
  • FBAS Videoausgang
  • Digitaler Audioeingang optisch
  • Analoger Audioeingang Stereo Cinch
  • Ethernet
  • USB 2x (1x Front)
  • FM Antenne
  • Anschluss für Setup-Mikrofon

Das Sony Hauptgerät bietet zwei HDMI-Eingänge und ein umfangreiches Audio-Angebot. Front- wie rückseitig ist ein USB-Slot untergebracht. Im Notfall steht für das Videosignal auch ein FBAS-Anschluss zur Verfügung. Kabelgebunden ins Netzwer integrieren gelingt mit dem Ethernetanschluss. Die sechs Systemkabelanschlüsse finden sich an der Rückseite rechts.

Menü und Konfiguration

Einrichtungs-Assistent

Videoausgabe einstellen

Schnellstartmodus

Menü

Audio-Einstellungen

LS-Settings

Automatische Kalibrierung

Klangeffekt

Wiedergabe-Einstellungen

Netzwerk-Menü

Sonys Ahnlehnung der grafischen Benutzeroberfläche an die Xcross-Media-Bar der Playstation 3 zieht sich durch die gesamte Produktpalette. Auch das BDV-N590 macht dabei keine Ausnahme. Im ersten Punkt "Einrichtung" kann die gesamte Konfiguration vorgenommen werden, unter anderem die Lautsprecher-Einstellungen und die automatische Kalibrierung. Abstand und Pegel kann unter Ausgabe eines Testtons eingestellt werden. Der Pegel in 0,5 dB Schritten, der Abstand in 0,1m Steps. Verschiedene Sound Modi wie Dolby Pro Logic und DTS Neo:6 können vorgenommen werden. Die Video-Ausgabeeinstellungen werden obligatorisch unter Video-Einstellungen vorgenommen, von 576i bis 1080p kann hier die gewünschte Auflösung und mehr konfiguriert werden. In den Netzwerk-Einstellungen wird festgelegt, ob das System drahtlos oder kabelgebunden integriert wird. Bei der Verwendung von DHCP ist ausschließlich der Anschluss des Ethernet-Kabels oder die Verbindung mit dem WLAN erforderlich. Bei WiFi-Verbindung kann auch auf die komfortable WPS-Verbindung ohne Passworteingabe zurückgegriffen werden.

Vorhandene Netzwerk-Server werden unter Fotos, Musik und Videos angezeigt, auch angeschlossene USB-Sticks und Angebote des Sony Entertainment Networks sowie verschiedene Webinhalte. Zwar ist das Sony-Menü bezüglich der Übersichtlichkeit nicht mehr ganz vorne anzusiedeln, bietet aber dank prägnanter, hilfreicher Sub-Texte unter dem angewählten Menüpunkt eine sehr gute Durchschaubarkeit. Auch die reaktionsschnelle Navigation und das Ausführen von Befehlen der Fernbedienung spricht für die Bedienung.

Laufwerk, Einlesezeiten & Betriebsgeräusch

  • Booten: Etwa 25 Sekunden
  • Einlesezeit Blu-ray "Fluch der Karibik 1“: 19 Sekunden
  • Einlesezeit Blu-ray "Casino Royale“: 20 Sekunden
  • Einlesezeit Blu-ray 3D "Avatar": 27 Sekunden
  • Einlesezeit DVD "Star Wars Episode 3": 14 Sekunden
  • Einlesezeit DVD "Sahara": 10 Sekunden

 

  • Layer-Wechsel DVD „Top Gun“ Kapitel 18 auf Kapitel 19: Der Layerwechsel gelingt quasi nahtlos. Das Video bleibt nur für den Bruchteil einer Sekunde stehen, im Praxisbetrieb eigentlich nicht sichtbar.

Der Blu-ray Disc-Player des BDV-N590 liest unsere Blu-ray Samples zuverlässig und recht flott ein, auch DVDs gelingen zügig. Der Bootvorgang zeigt mit 25 Sekunden noch etwas Potential. Der aktive läuft zwar kontinuierlich, zeigt aber ein ruhiges Laufgeräusch und erhöht den Geräuschpegel nur leicht. Das Laufwerk sorgt ebenfalls nicht für eine störende Geräuschkulisse.

Netzwerk und Multimedia

Foto-Wiedergabe

Internetradios

Musik-Wiedergabe

Internet-Browser

Wie bereits bei Menü und Konfiguration beschrieben binden wir das BDV-N590 drahtlos oder kabelgebunden ins Netzwerk ein. Beim WiFi-Setup können wir hier bequem auf das WPS-Verfahren zurückgreifen.

Unter den ohnehin im Menü vorhandenen Punkten Fotos, Musik und Video werden im Netzwerk befindliche DLNA-Server angezeigt. Nach Auswahl der gewünschten Medienquelle präsentiert sich eine Ordnerübersicht. Bei Fotos gibt das Sony Gerät JPEG- und PNG-Dateien problemlos und in guter Qualität wieder. Unter Musik wird AAC und MP3 wiedergegeben, FLAC gelingt nicht. Unter Videos gibt der Sony DiVX-, Quicktime MP4 und WMV-Dateien kompromisslos wieder. Auch AVCHD und HDTV TS-Aufnahmen sind kein Problem. Bei MKV gibt der Player sich etwas wählerischer, teilweise konnten wir Dateien abspielen, teilweise auch nicht, obwohl die verwendeten Codecs im MKV-Container identisch waren. Die Auswahl bleibt bei der Wiedergabe von Mediendateien vom USB-Stick gleich.

Zusätzlich stehen Web-Inhalte zur Verfügung. Neben der Angebote vom Sony Entertainment Network sind unter Musik, Fotos und Videos weitere kostenpflichtigen wie kostenlosen Angebote zu finden. Unter Musik beispielsweise gibt es die Berliner Philharmoniker, tape.tv, National Public Radio, vTuner, etc.

Unter Videos sind folgende Inhalte zu finden:

  • tagesschau
  • sat.1
  • ProSieben
  • kabel eins
  • sixx
  • ServusTV
  • lovefilm
  • MUBI
  • DFB Highlights
  • Eurosport
  • Muzu.TV
  • euronews
  • Deutsche Welle
  • sevenload
  • Bild.de
  • Youtube
  • etc.

Der Opera-basierende Web-Browser ist unter Netzwerk untergebracht. Die URL-Eingabe ist mit der Fernbedienung natürlich recht unkomfortabel, mit der Smartphone-App für iOS und Android gelingt das aber sehr einfach.

Bevor wir unser Smartphone/Tablet zusammen mit dem BDV-N590 nutzen können, müssen wir es registrieren. Dazu müssen wir in den Einstellungen auf Netzwerk und dann "Registrierung eines Media Remote-Gerätes" klicken. Nun auch auf "Registrieren" auf dem Android- oder iOS-Gerät klicken und wir sind verbunden. Abgesehen von einer kompletten und kompakten Fernbedienung, mit der man die komplette Steuerung des Komplettsystems übernehmen kann, kann man hier auch am Browser angewählte Seiten direkt an den TV senden oder die angewählte Seite vom TV auf das Smartphone/Tablet holen. Mit der ebenfalls kostenlos erhältlichen "Network Audio Remote" steuert man die Musikwiedergabe von Medieninhalten von DLNA-Servern auf kompatible Sony-Geräte mit dem Smartphone. Mit dem Party-Modus kann dann auf allen Lautsprechern das identische Musikstück wiedergegeben werden. Die Lautstärke kann man individuell anpassen.

Testequipment
Bild

Avatar, ab Filmbeginn, 3D

Das BDV-N590 überzeugt in den ersten Szenen der nativen Avatar 3D-Ausgabe mit hoher Bildstabilität und damit einer angenehmen Wiedergabe. Die Bewegungsschärfe ist dank der gelungenen Präsentation in der ersten Einstellung, als die Kamera über die Baumwipfel des Pandora-Dschungels hinwegfährt, als sehr gut einzuschätzen. Während der Überfährt können einzelne Blätter sauber differenziert werden, Äste und Blätter verwischen nicht zu einem grünen Einheitsbrei. In der nächsten Szene erwacht Jake Sully aus seinem langjährigen Cryo-Schlaf. Hier bietet der Sony eine solide Bewegungsdarstellung der ausfahrenden Schlafkajüte und des Helfers über Jake, allerdings zeichnet er nicht ganz sauber bis nach hinten durch, die hinteren Objekte und Personen wirken leicht weich gezeichnet. Die langsame aber stetige Bewegung des großen Schiffes oder die kontinuierliche Kreisbewegung des Satelliten um das Langstreckenraumschiff überzeugt erneut mit stabiler Signalausgabe. Insgesamt ist das Bild aber ein wenig zu dunkel, so gehen einige Details in dunklen Bildbereichen schnell verloren. Die authentische Farbwiedergabe leidet darunter aber nur geringfügig. Kanten- und Detailschärfe hingegen büßt nur sehr geringfügig bis überhaupt ein, feine Differenzierung einzelner Objekte und klare Detaillierung sorgen für einen ausgezeichneten Bildeindruck.

Casino Royale, Kapitel 2, 1080p24 2D und Wandlung in 3D

Zu Beginn des zweiten Kapitels bietet der Sony Blu-ray Player einen flüssigen Kameraschwenk über die Kampfarena, in der sich Frettchen und Schlange eine Schlacht auf Leben und Tod liefern. Auch einzelne Kanten der Wellblechhütten links oder der abgebrannten Häuser rechts bleiben stabil und sorgen nicht für einen unruhigen Bildeindruck. Die Bildplastizität macht einen soliden Eindruck, die einzelnen räumlichen Ebenen der Zuschauerränge könnten noch etwas klarer herauskommen. Einzelne Objekte, auch im Hintergrund wie aufliegende Gummireifen auf den Hausdächern, wirken aber dreidimensional und unterstützen den räumlichen Bildeindruck. Schnell bewegte Objekte stören den ruhigen Bildeindruck nicht. Viele der umstehenden Beobachter möchten mit zuckenden Armbewegungen ihren Wetteinsatz deutlich machen bzw. die Tiere anfeuern, der Sony liefert stets eine stabile Bildausgabe. Auch bei der Verfolgungsjagd in den folgenden Einstellungen wird eine saubere Bewegungswiedergabe und hohe Schärfe geboten. Der Sony bietet durchaus solide Kontrastwerte, die aber noch Potential aufzeigen. An der Szene, in der 007 am verkohlten Holzbalken lehnt, kennen wir die Schwarz-/Graudifferrenzierung besser und die Holzlatten im Hintergrund lassen sich nur schwer differenzieren. Im Bereich Nacken und Hals von Bond bietet der Sony aber exzellente Detailtreue. Auch die Farbgebung gefällt mit Authentizität und Dynamik.

Die Wandlung des 2D-Materials in 3D startet man bequem mit der dedizierten Taste "3D" auf der Fernbedienung. Die Wandlung macht einen ausgesprochen soliden Eindruck und erhöht die Staffelung der räumlichen Ebenen erheblich. Die einzelnen Ränge um die provisorische Kampfarena sind nun deutlich klarer differenzierbar. Die Bewegungswiedergabe ist ebenfalls ruhig und büßt nur geringfügig an Schärfe ein. Das Bild ist allerdings etwas zu dunkel und das Kontrastverhältnis etwas schwächer. Insgesamt aber eine sehr gelungene und vor allem angenehme Präsentation.

Star Wars Episode III, DVD Upconversion von 576i nach 1080p

Dem Sony gelingt die gelbe Laufschrift ohne übermäßige Ausprägung von Artefakten und einem flüssigen Verlauf. Selbst Treppenstufenbildung hält sich an den Buchstabenkanten in Grenzen, leichtes Zittern der Kanten tritt aber ab etwa der Bildschirmmitte auf. Minimale Wellenbewegungen lassen sich im hinteren Bildbereich beobachten, ein Ausbleichen des gelben Farbtons hingegen tritt nicht auf. Der Sony zeichnet eine solide Anzahl an Sternen heraus und zeigt einen guten Schwarzwert. Als die Kamera auf den Zerstörer schwenkt, zittern die obere Kante und die Kommandobrücke für etwa zwei Sekunden, dann steht das Schiff aber sauber und ruhig im Raum. Als die kleinen Raumjäger über das Schiff fliegen sind stabile Kanten an zu sehen und kaum Farbrauschen ersichtlich. Im Heckbereich zeichnet der Player noch solide durch und überstrahlt an der Turbine nur leicht. Beim Abknicken auf Coruscant braucht das Bild 1-2 Sekunden, bis es ruhig steht und kein Kantenzittern mehr zu sehen ist, dann aber wird ein räumlich gestaffeltes und plastisches Panorama geboten. Die einzelnen Schiffe heben sich sauber von der Planetenoberfläche ab und wirken nicht eindimensional. Im darauf folgenden Kampfgeschehen steht das Bild trotz vieler bewegter Objekte stabil und ruhig, in den Detailaufnahmen wird hohe Schärfe und gute Detaillierung der feinen Einzelheiten realisiert. Bezüglich der gebotenen Detailschärfe schafft der Sony durchaus HD-Feeling, leichte Instabilität und Unruhe zeigen noch, dass es sich um SD-Material handelt.

Avec Professional Test DVD Upconversion von 576i nach 1080p

  • Laufschriften: Die verschiedenen Geschwindigkeiten werden flüssig wiedergegeben, die Laufschriften wirken auch sehr scharf und es sind kaum Artefakte zu sehen. Treppenstufenbildung und Nachzieheffekte sind aber besonders in den beiden höheren Geschwindigkeiten sichtbar. Die Farbtrennung gelingt ausgezeichnet.
  • Schwingendes Pendel: Beim Pendel sind Nachzieheffekte und Pixelwolken um die Linien bereits im oberen Drittel erkennbar. Ab der Mitte lassen sich dann auch die farbigen Balken nur noch schwer differenzieren. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht stabil.
  • Stadtbild Esslingen: Beim Bewegtbild von Esslingen bietet der Sony Player eine ruhige Kamerafahrt und gute Detaillierung. An den Hausdächern ist Scalingrauschen nur in geringem Umfang erkennbar. Die Farbgebung ist weitgehend authentisch.
Klang

Vor unseren Klangtests lassen wir die automatische Kalibrierung des Sony-Systems darüber laufen. Hier handelt es sich nicht um eine akustische Raumanpassung, sondern es wird lediglich eine Pegeleinstellung und Abstandsmessung durchgeführt. Die Messung dauert lediglich etwa zwei Minuten, die Resultate stimmen aber mit der Raumposition und unserem manuellen Pegelabgleich, bis auf kleine Abweichungen, überein.

Wir muten dem Sony System mit den anspruchsvollen Aufnahmen der 2L - the nordic sound Blu-ray einiges zu. Gleich beweisen darf es sich bei Mozarts Violinkonzert no. 4 in D-Dur. Kraftvoll und lebendig ist schon der Beginn, das Sony System vermag es, den Zuhörer gleich in seinen Bann zu ziehen. Die doch sehr kompakten Lautsprecher schaffen eine solide Bühne und gute Staffelung der Instrumente. Ein wenig die Tiefe der Bühne fehlt uns, insgesamt aber ein sauberer Aufbau. Die Violinen gelingen klar und mit einer gewissen Schärfe, ohne dabei aber zu spitz und aggressiv zu werden. Ist einmal der Subwoofer gefordert, so lang er recht kräftig zu und zeigt, dass er trotz des kleinen Gehäuses ein ordentliches Volumen bietet und auch etwas Tiefgang mitbringt. Zu stark greift er aber nicht in die höheren Frequenzbereiche ein und überdeckt so keinen dieser Bereiche. Selbst die Dynamik des Systems überrascht positiv. Durch das Frequenzspektrum hindurch fehlt es uns aber an Feindynamik und klarerer Detaillierung. Das BDV-N590 wirkt harmonisch und musikalisch, gar nicht darauf aus, das letzte feindynamische Quäntchen herausholen zu wollen, was ohnehin in weiter Ferne liegt. Positiv überrascht uns der wohlige Klang der zwei Pianos im folgenden Werk von Mozart, eine Sonate für 2 Klaviere in D-Dur. Auch hier gelingt ein sauberer Bühnenaufbau, der ein wenig an räumlicher Tiefe einbüßt. Feindynamisch bleibt hier natürlich besonders bei den Klavieranschlägen einiges liegen, das Sony System schafft aber eine sehr angenehme, harmonische und doch schwungvoll mitreißende akustische Präsentation.

Bei DJ Tiestos Konzert in Kopenhagen muss sich das Sony System bei Musik der etwas härteren Gangart beweisen. Besonders der Subwoofer muss hier viel leisten. An Kraft scheint es dem Sony Blu-ray Receiver jedenfalls nicht zu mangeln. Da es sich beim Subwoofer um ein passives Modell handelt, muss die Leistung aus dem Hauptgerät kommen. Tatsächlich schafft der kompakte LFE ein solides Fundament und bietet hohes Volumen. Damit überspielt er allerdings ein wenig, dass es an Tiefgang mangelt. Man muss hier natürlich immer auf dem Teppich bleiben, ein solch kompakter Subwoofer eines Komplett-Systems kann nicht die Tiefbass-Wunder eines ausgewachsenen Lautsprecher-Systems bieten. Diesbezüglich müssen wir dem Sony Sub durchaus Lob aussprechen. Selbst bei mehrschichtigen Bass-Tiraden differenziert er und schlägt auch nicht an. Das gesamte System begeistert durch hohe Pegelfestigkeit, an Verzerren ist hier erst bei extrem hohen Pegeln zu denken. Im Hochtonbereich fehlt uns aber etwas die hier sonst vorherrschende Aggressivität und Schärfe. Auch einige der vielzähligen Synthesizer-Elemente gehen im komplexen Klanggeschehen etwas unter. Nichtsdestotrotz schafft das BDV-N590 eine sehr gute Performance und bringt doch Club-Atmosphäre in die Redaktion. Die Stimmwiedergabe ist gut, auch wenn dem Center etwas mehr Gehäusevolumen sicherlich zugute gekommen wäre.

Wir wechseln hin zum Filmbetrieb. Dass Sony System darf sich bei der Dolby TrueHD-Tonspur von The Dark Knight austoben. Den ersten, etwas länger gezogenen Paukenschlag schafft der Subwoofer mit ordentlich Volumen. Als aber die beiden Clowns mit dem Enterhaken das Fenster durchschießen ist die Differenzierung im Tieffrequenzbereich nur zu erahnen. Die Sprachwiedergabe hier gefällt sehr gut, die durch die Masken gedämpften Stimmen der Clowns wirkt realistisch und kann den einzelnen Charakteren noch zugeordnet werden. Der Hochtonbereich ist zwar wieder eher warm, dennoch kommt bei den Uzi-Schüssen eine gewissche Schärfe rüber. Hier fehlt uns eher ein etwas stärker repräsentierter Mittenbereich, der die atmosphärische Dichte des akustischen Geschehens stärker unterstützt. Die Räumlichkeit kann aber dennoch sehr positiv gewertet werden, der Zuhörer findet sich mitten im Geschehen und kann direktionale Effekte gut nachverfolgen. Für eine angemessene Wohnzimmergröße bietet das System problemlos ausreichend Kraftreserven. Wer aber wirklich gerne höchste Pegel fährt, muss bei eher leise abgemischten Blu-ray Discs wie "The Dark Knight" bereits aufpassen.

Insgesamt ist beim BDV-N590 natürlich ein einzelnen Fällen noch klares Potential vorhanden. Bedenkt man aber, dass es sich um ein Komplettsystem von einem UVP von gerade einmal 449 EUR handelt, wird hier eine überdurchschnittlich hohe Performance geboten. Überall lassen sich leichte Schwächen herauskristallisieren, es gibt aber absolut kein K.O.-Argument. Eine hervorragende akustische Performance zu diesem günstigen Preis.

Konkurrenzvergleich
  • Panasonic SC-BTT590: Sowohl das Panasonic- als auch das Sony-System bietet hohe akustische Performance zum günstigen Preis. Die UVP des BDV-N590 liegt sogar noch unter dem Panasonic Set. Bezüglich der Verarbeitungsqualität muss sich aber das Sony keinesfalls verstecken, gerade der Subwoofer beim Panasonic System gefiel uns eher weniger und bei Sony ist mit dem Frontgitter sogar noch etwas Metall als Material zum Einsatz gekommen. Bei den multimedialen Fähigkeiten sind sich die beiden Systeme wieder einig und bieten auf der einen Seite das VIERAConnect-Portal und auf der anderen die gesamten Inhalte des Sony Entertainment Network. Installation und Bedienung geht bei beiden Geräten ähnlich gut von der Hand. Das SC-BTT590 bietet eine etwas schönere grafische Benutzeroberfläche, dafür ist beim Sony ein automatisches Einmess-System integriert.
Fazit

Das Sony BDV-N590 ist ein leistungsstarkes 5.1 Komplett-System zum unschlagbaren Preis von UVP 449 EUR. Trotz des Preiskrachers bietet das System nicht nur visuell viel sondern beweist auch bei akustischen Anforderungen Stärke. Im 2D- und 3D-Betrieb überzeugt es vor allem mit hoher Detailschärfe und stabiler Signalausgabe. Auch die Upconversion gelingt ausgezeichnet, wenn auch ab und an noch eine Schwachstelle ermittelt werden kann. Akustisch gefällt es durch Harmonie und Musikalität. Das BDV-N590 versucht gar nicht, alle feindynamischen Details unterzubringen sondern konzentriert sich aufs wesentliche, dem Spaß am Hören. Leistung satt bringt es auch mit. Obwohl auch der Subwoofer, da passiv, mit versorgt werden muss, ist stets genügend Power für einen anspruchsvollen Filmabend vorhanden. Die Verarbeitungs- und Materialqualität könnte sicher höher liegen, bezogen auf das Preis-/Leistungsverhältnis wird hier aber bereits viel geboten.

Günstiges Komplett-System mit ausgezeichneten audiovisuellen Eigenschaften und flexiblem Handling

Komplettsysteme Einsteiger
Test 26.11.2012

+ Tolle visuelle Eigenschaften
+ Für den Preis exzellente Audio-Performance
+ Umfangreiche Netzwerk-Features
+ WLAN integriert
+ Unkomplizierte Inbetriebnahme denk aut. Einmessung

- Systemkabel nicht problemlos austauschbar

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26. November 2012

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