INFO: Der Schnell-Check: Was ist beim Kauf des AV-Receivers zu beachten?
20.11.2012 (cr/sw)

Der Neukauf eines AV-Receivers ist gar nicht so schwierig -
wenn man etwas aufpasst
Jetzt, vor Weihnachten, ist wieder "Neu-Kauf-Zeit", und gerade bei
AV-Receivern ist die Ausstattung besonders komplex. Daher stellt sich die
Frage: Was sollten die neuen Komponenten unbedingt an Bord haben, und wozu ist
dies gut? Praktisch alle AV-Receiver sind mittlerweile HDMI-beschaltet, 1080p/24
Hz- und 3D-Signale werden durchgeleitet. Man sollte sich aber unbedingt vor dem
Kauf darüber im Klaren sein, wie viele HDMI-Periphieriegeräte aktuell und
zukünftig angeschlossen werden. Gerade sehr preiswerte AV-Receiver der
Einsteigerklasse haben unter Umständen nicht genug HDMI-Anschlüsse. Wer
gleichzeitig Beamer und TV anschließen möchte, sollte darauf achten, dass der
ins Auge gefasste AV-Receiver auch 2 HDMI-Ausgänge mitbringt, die man
gleichzeitig verwenden kann.

Elementar wichtig: Genug HDMI-Anschlüsse
Merksatz 1: Genug HDMI Ein- und Ausgänge sollten vorhanden sein.
Werden einige ältere Peripheriegeräte oder sehr einfache Blu-ray-Player mit
dem AV-Receiver verbunden, ist es hilfreich, wenn der AV-Receiver über eine
leistungsstarke Videosektion verfügt. Diese sollte HDMI Digitalvideo- und
Analogvideo-Signale (über FBAS und Komponente), die nur in SD-Qualität
vorliegen, entgegen nehmen und auf bis zu 1080p hochrechnen können. Oftmals
sind die Video-Units in AV-Receivern ab oberer Mittelklasse sehr leistungsstark
und agieren besser, als wenn man die sogenannte Up-Conversion dem Fernseher
überlässt. Wer gern präzise das Bild justiert, sollte darauf achten, dass der
AVR zusätzlich noch über einen Video-Equalizer verfügt.

Wichtiges Feature: Eine leistungsfähige
Videosignalverarbeitung
Merksatz 2: Wer viele, auch ältere, Zuspieler einsetzt, sollte
auf einen AV-Receiver mit hochwertiger Videosektion setzen.
Lautsprecher-Einmesssen, leicht gemacht. Moderne Einmesssysteme, die
zusammen mit dem im Lieferumfang enthaltenen Mikrophon arbeiten, sind einfach zu
bedienen und ermöglichen es auf einfache, vollautomatische Art und Weise, nicht
nur die Lautsprecher-Basisparameter zu erfassen, sondern darüber hinaus auch
ein sogenanntes Room-Equalizing vorzunehmen. Dabei wird das Lautsprecher-System
an die im Hörraum herrschenden Bedingungen angepasst. Mittlerweile funktioniert
dies oft recht gut, die modernen Einmesssystem messen relativ präzise und
"beschneiden" die Boxen nicht mehr. Manch anspruchsvoller Anwender
schwört nach wie vor auf das manuelle Einstellen aller relevanten Parameter,
aber gerade, wenn man noch nicht so "firm" ist mit der Materie, ist es
besser, das automatische Einmesssystem zu nutzen.

Lautsprecher-Einmessystem mit Mikrofon nehmen dem Anwender
Arbeit ab.
Merksatz 3: Für weniger versierte Anwender ist ein
Lautsprecher-Einmesssystem eine willkommene Hilfe.
Die Bedienung gerade von AVRs ab der Mittelklasse ist dank der immer
verständlicher und attraktiver gewordenen grafischen Benutzeroberflächen
deutlich verbessert worden. Es lohnt sich, hier ein paar EUR mehr für eine
bessere Benutzerführung, die beim Anschluss des AVRs an den TV auf dem Screen
sichtbar wird, zu investieren. Besonders gelungen sind Hilfen wie der
Einrichtungsassistent von Denon oder die interaktive Bedienungsanleitung (auf
CD) von Pioneer. Klare Smybole, Hilfetexte und übersichtliche Grafiken helfen
bei mittlerweile praktisch allen höher wertigen AVRs bei der Installation und
im täglichen Betrieb. Shortcut-Sammeltasten auf der Fernbedienung erleichtern
zudem den Zugriff auf Basisfunktionen im Alltag.

Moderne AV-Receiver lassen sich einfach bedienen.
Einrichtungs-Assistenten helfen dabei
Merksatz 4: AV-Receiver ab Mittelklasse-Niveau sind verblüffend
einfach im Handling.
Wer multimedial mit seinem AV-Receiver aktiv sein möchte, muss erst einmal
die Voraussetzungen schaffen. Zunächst muss ein entsprechend leistungsfähiges
Heimnetzwerk mit Internetzugang vorhanden sein. Musikdateien - bis auf wenige
Ausnahmen streamen AV-Receiver nur Musikdateien - müssen in entsprechenden
Ordnern auf dem PC und/oder Heimserver freigegeben und somit nutzbar sein. Wer
hochauflösende Audiodateien (z.B. DSD oder FLAC) plant, auf seinem AV-Receiver
wiederzugeben, muss sich diese besorgen (z.B. bei www.highresaudio.com).
Auch sollte vor dem Kauf genau in den technischen Daten des AV-Receivers
nachgeschaut werden, ob diese hochauflösenden Audioformate wiedergegeben werden
können. Meist gibt es diese Option erst ab AV-Receiver-Modellen gehobener
Preisklassen. Alternativ können solche Dateien auch per USB eingespeist werden,
oft aber beherrschen USB-Eingänge vorn nur bis 96 kHz/24-Bit und nicht 192
kHz/24-Bit. Wer gern Vielfalt aus musikalischer Sicht genießt, sollte darauf
achten, dass eine Internet Radio-Plattform im AV-Receiver integriert ist. Die
meisten AVRs bauen auf vTuner als kostenlose Plattform, die einfach zu bedienen
und flexibel zu nutzen ist. Wer einen legalen Zugriff auf alle erdenklichen
Lieder gegen entsprechende Gebühr haben möchte, kann sich einen AV-Receiver
mit spotify-Funktion kaufen und kalkuliert ca. 10 EUR für den nötigen Account
(monatlich anfallend) mit ein. Weitere Dienste sind z.B. last.fm, MP3tunes oder
AUPEO! Personal Radio. Verschiedene Modelle, z.B. von Onkyo oder Pioneer,
können mit Hilfe von teils im Lieferumfang enthaltenen, teils optional für ca.
40 EUR erhältlichen WLAN-Adaptern auch in Drahtlosnetzwerke integriert werden.

Eine Vielzahl an internetbasierten Diensten sowie
DLAN-Streaming bringen immer mehr AV-Receiver mit
Merksatz 5: Ein leistungsfähiges Heimnetzwerk mit
Internetzugriff ist Voraussetzung für das Nutzen der multimedialen Fähigkeiten
des AV-Receivers.
Leistungsfähige Endstufen gibt es nicht zum Spartarif. Wer ein großes
Lautsprecher-Set, z.B. mit Standlautsprechern vorn, betreiben möchte, sollte
sich auch keinen Einsteiger-AV-Receiver kaufen. Es lohnt sich für Klang-Freunde
immer, einige EUR mehr auszugeben, und es geht nicht nur um die
"schiere" Leistung, sondern auch um dien gesamten Geräte-Aufbau:
Leistungsfähige AV-Receiver sind im Sinne besserer Klangtreue auch besser
aufgebaut.

Ein hochwertiger innerer Aufbau kostet Geld - bringt aber mehr
Hörfreude
Merksatz 6: Wer hörerfahren ist und hochwertige Lautsprecher
besitzt, sollte besser einen AV-Receiver mit leistungsfähigen Endstufen kaufen.
Viele Anwender, die noch einen alten "AV-Boliden" besitzen, der vor
einigen Jahren viel Geld gekostet hat, "lächeln" über die neuen
Modelle - die Spitzen-Geräte kosten höchstens 3000 EUR und nicht mehr, wie
früher, bis zu 8000 EUR. Sich über die neuen Modelle lustig zu machen, ist
allerdings überhaupt nicht angebracht: Dank stetig voranschreitender DSP- und
Wandlertechnik sind die aktuellen Top-AVRs mit extrem leistungsfähigen,
schnellen DSP-Prozessoren ausgestattet, zudem sind die D/A-Wandler
leistungsfähiger. Dadurch allein schon kann es sein, dass ein 3000 EUR-AVR
Baujahr 2012 den 8000 EUR-Boliden aus 2004 klanglich gegen die Wand spielt. Ganz
zu schweigen von neuen HD-Decodern, HDMI-Beschaltung etc.

Moderne Oberklasse-AVRs sind älteren Boliden klanglich
überlegen
Merksatz 7: Teurer ist nicht besser - aber neuer schlägt älter.
Im Zweifel lieber neu kaufen, als veraltete, damals teure Technik noch über
Jahre mit sich herum zu schleppen.
Wichtig ist, sich vor dem Kauf ausführlich mit der Thematik auseinander zu
setzen. "Gerade mal" in den Laden zu gehen und einen AVR zu kaufen
oder aber sich "rasch" einen auf den ersten Blick preiswerten
AV-Receiver im Internet zu bestellen, ist eine Vorgehensweise, die selten von
Erfolg gekrönt sein wird. Vielmehr heißt es: Analysieren, was einem wirklich
wichtig ist, Probe hören - und vergleichen. Dann hat man eine Chance, auch
genau das zu bekommen, was man sich gewünscht hat.
Merksatz 8: Schnellkäufe bringen selten Erfolg.
Text: Carsten Rampacher
20.11.2012
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