RE-WORK ZUM TEST: Samsung LED-LCD UE46D8090 im Display Basic Check 

07.02.2012 (sw/phk/cr)

Gut bei Testbildern? Der Samsung UE46D8090  stellte sich unserem Display Basic Check

Mit leichten Optimierungen gute Werte - Messübersicht Teil 1

Messübersicht Teil 2

Der Samsung UE46D8090 konnte sich damals in unserem Test sehr gut behaupten, nach wie vor ist dieses Modell sehr beliebt bei unseren Lesern. Daher entschlossen wir uns, in einem Nachtest zu überprüfen, wie sich der sehr elegante Samsung im neuen AREA DVD/WLC-Display Basic Check schlägt.

Display Basic Check powered by

Über den Display Basic Check

Als Basis für den Display Basic Check, dient die sehr flexible Bildkalibrierungs-Software "Calman", aktuell Version v4.5. Als Sensor kommt der SpectraCal C6 zum Einsatz. Damit auch korrekt gemessen wird, ist eine spezielle Blu-ray mit Calman-Testbildern nötig, die wir zum Test in den BD-Player einlegen. Auf dieser sind die Testbilder, die für die Messungen gebraucht werden, enthalten. Vorteil von Calman ist, dass man sich sogenannte "Workflows" selber programmieren kann, die individuell auf das jeweilige Aufgabengebiet abgestimmt sind. So wird nur das gemessen, was auch benötigt wird, das ist gut für effizientes, schnelles Arbeiten. So kann der "Display Basis Check" hervorragend in die Testarbeit eingebunden werden. Der Display Basic Check umfasst die folgenden Parameter:

  • Gamut (Farbraum)/Weißpunkt
  • Farbdecoding
  • Farbtemperatur
  • Gamma

Digital Video Essentials HD Basics

Zusätzlich kommen noch Testbilder zum Thema Bildhelligkeit (Pluge), Farbdecoding, Bildschärfe, Kontrast und Scaling von der DVE - HD Basics von Joe Kane Productions hinzu. Im folgenden Special stellen wir Ihnen diesen Check genau vor. 

Der Samsung UE46D8090 im Display Basic Check

Reverse Grey Ramps and Steps - Achtung: Fotos zeigen nicht die wirklichen Fähigkeiten!

Zunächst stellen wir mit dem Pluge-Testbild die Bildhelligkeit ein. Gleichzeitig überprüfen wir Schwarzwert und Helligkeitsverteilung. Und hier streicht der 8090 gleich bei der Helligkeitsverteilung sehr gute Noten ein und zeigt kaum Hot Spots. Schon hier haben wir uns im Übrigen für den Bildmodus „Film“ entschieden, der bezüglich Kontrast, Schwarzwert, Helligkeit und Farbgebung (warm2) erfolgversprechende Parameter mitbringt. Bei den Graustufentestbild (Reverse Grey Ramps and Steps) bringt der Samsung gerade im weißen Bereich eine nahezu perfekte Performance zustande. Bei den beiden letzten schwarzen Steps ist die Linie noch knapp zu erkennen. 

Overscan-Testbild

Basistestbild fürs Farbdecoding. Anschließend kann man nur Rot, Grün und Blau betrachten, um das Farbdecoding zu analysieren

Beim „Overscan“ Testbild ist es wichtig, den 8090 in den nativen Pixel per Pixel-Bildwiedergabemodus zu bringen. Im Menü unter „Bild“ bei der „Bildschirmanpassung“ wählt man das Bildformat „Bildschirmanp.“. Bei Wahl dieses Bildformats produziert der Samsung ein pixelgenaues Bild. Zur Bildschärfe – hier ist der Samsung ab Werk viel zu scharf eingestellt, was zu deutlich sichtbarem Ringing führt. Der sensible Schärferegler lässt aber eine stimmige Justage zu – zwischen 15 und 18 kann man die Schärfe einstellen, darüber bilden sich Doppelkonturen, darunter ist das Bild zu weich gezeichnet. Da der Samsung einen R-G-B only Modus hat, können wir auch das Farbdecoding prüfen. Perfekt wird das Farbdecoding bei Blau erledigt, aber auch Rot und Grün zeigen nur kleine Schwächen. 

Messung 1

Messung 2 mit optimiertem Blau-Gain

Erste Messung

RGB-Balance mit optimiertem Blau-Gain, 2. Messung

Farbtemperatur, 1. Messung, Liniendarstellung

Bei höheren Bildhelligkeiten ist das Bild selbst im Modus "warm2" zu kalt - 1. Messung

2. Messung - mehr Konstanz bei der Farbtemperatur

Bessere Werte bei der 2. Messung - bei geringer Bildhelligkeit ist der Samsung aber farblich etwas warm, was sich dann bei höheren Bildhelligkeiten ins Gegenteil umkehrt

Wenden wir uns nun den Messungen zu. Nach dem ersten Messdurchlauf zeigt sich, dass Blau im oberen IRE-Bereich überrepräsentiert ist. Dies beweisen mehrere Dinge: A) Passt der Weißpunkt nicht, b) ist die Farbtemperatur selbst im Modus „warm2“ bei höheren Bildhelligkeiten noch immer zu kalt und c) sieht man an der RGB Balance, dass die Blaukurve über den beinahe deckungsgleichen Rot- und Grünkurven liegt. Was also tun? Wie andere hochwertige Flachbildschirme auch, bietet der 8090 die Möglichkeit, im Menü einen Weißabgleich für optimierte Weißdarstellung und somit eine stimmige Farbtemperatur durchzuführen. Es finden sich für Rot, Grün und Blau Offset- und Gainregler. Die Offsetregler sind für die unteren IRE-Bereiche (geringe Bildhelligkeiten), und die Gainregler sind für die oberen IRE-Bereiche (höhere/hohe Bildhelligkeit). Das das Bild des Samsung in den oberen Bildhelligkeitsstufen zu kalt ist, nehmen wir nur im Gainbereich bei Blau Intensität raus und setzen den Regler anstatt auf 25 auf 19. Wir sind aufgrund der Einstellsensitivität und unseren empirischen Erfahrungen auf dieses Maß der Herunterregelung gekommen. Die Maßnahme zeigt gleich mehrfach positive Wirkung: Zum einen ist die Farbtemperatur unabhängig von der Bildhelligkeit deutlich stimmiger und stets nahe bei den angestrebten 6500 Grad Kelvin, zum anderen ist auch der Weißpunkt besser getroffen. 

Messung 1

Perfekt - die Gammakurve war schon in der ersten Messung herausragend, hier Messung 2

Messung 2: Gammapunkt. Das Bild des Samsung ist bei niedrigen Helligkeiten etwas dunkel (Messung 2), oben etwas hell

Hier Messung 1, der Helligkeitspeak bei ca. 90 Prozent Bildhelligkeit fällt größer aus als bei Messung 2

Messung 1 - die Farben sind im Vergleich zum Referenzwert bei Weiß generell etwas zu dunkel

Nahezu identisch sind die Ergebnisse bei Messung 2

Insgesamt macht der Samsung eine sehr gute Figur beim Display Basic Check. Hervorzuheben ist auch die hervorragende Gammakurve und der gut getroffene Gammapunkt. Nach Optimierung werden Rot, Grün und Blau im Gamut CIE-Diagramm nahezu perfekt getroffen, einen Ausrutscher leistet sich der 8090 nur bei der Sekundärfarbe Cyan. Gelb und Magenta sind nicht perfekt, aber recht ordentlich. Die Farbtemperatur liegt nach der Blau Gain-Optimierung relativ konstant unabhängig von der Bildhelligkeit bei 6500 Grad Celvin. Die RGB Balance sieht nach der Optimierung noch besser als zuvor aus, zwar ist Blau nach wie vor etwas überrepräsentiert, liegt aber sichtbar näher an den praktisch perfekten, weil deckungsgleichen Rot- und Grünkurven. Gemessen an der weißen Referenzhelligkeit sind die Farben alle etwas zu dunkel, am besten trifft der Samsung den Idealwert noch bei Grün – die Abweichungen sind aber allesamt nicht dramatisch. Insgesamt könnte man im Detail mit deutlichem Zeitaufwand noch mehr aus dem Bild holen, aber, wie man sieht, ist es schon mit einer raschen und einfachen kleinen Justageaktion möglich, ein besseres Bild zu erhalten. Natürlich hängt das Bildergebnis auch von der jeweiligen Charge/dem verbauten Display ab.

Die idealen Werte beim Samsung UE46D8090*:

Bildprogramm Film
Helligkeit 45
Kontrast 95
Bildschärfe 15
Farbtemperatur warm2
Besondere Justagen Blau-Gain 19
Farbe 50

*Je nach Aufstellungsplatz (externer Lichteinfall) und Display-Charge können diese Werte variieren. Wir übernehmen keinerlei Haftung für etwaige Fehljustagen von Benutzern. Alle Bildverbesserer sind grundsätzlich deaktiviert. 

Text: Carsten Rampacher
Messung: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07.02.2012

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD